Kunden em pfehlungen
Rezensionen von heinoko:
Sonntags in Trondheim von Anne B. Ragde
Ziemlich schräge Typen
Wirklich schade, dass ich die Vorgänger-Bücher nicht kenne bzw. dass ich vor Lektüre dieses Buches gar nicht wusste, dass es das vierte in einer Reihe rund um die Familie Neshov ist. Vermutlich hätte ich dann manche Zusammenhänge besser verstanden. Ohne die Vorkenntnisse kam mir die Handlung fast ein wenig wahllos zusammengesetzt vor, nicht wirklich rund.
Es wird über die weit verstreut lebenden Mitglieder der Familie Neshov und über ihr jeweiliges Lebensumfeld erzählt. Allesamt sind sie in ihrer Art schräge, extrem unterschiedliche Typen. Da ist z. B. der ernsthafte Bestatter Margido, der es mit allem sehr genau nimmt und für den es bereits ein Abenteuer darstellt, seine immer exakt gleich geschmierten Vesperbrote im Wald auf einem Baumstumpf sitzend zu essen statt an seinem Schreibtisch im Büro. Oder das wunderbar intensiv geschilderte schwule Paar Erlend und Krumme mit ihren drei Kindern und deren lesbischen Müttern. Und nicht zuletzt Torunn, die Nichte, die nach einer gescheiterten Beziehung den Mut aufbringt, in ihr einstiges Zuhause und Erbe, ein großes, leerstehendes bäuerliches Anwesen in Trondheim, einzuziehen und sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen.
Mitunter war der Schreibstil etwas kompliziert, manche Sätze musste man zweimal lesen, um sie zu verstehen, was jedoch an der Übersetzung liegen mag. Ein gravierender Fehler wurde vom Lektorat übersehen: S. 196 oben heißt es ?an seinem Champagner nicken? (statt nippen).
Insgesamt gesehen habe ich dieses Buch durchaus gemocht. Es wird humorvoll und sehr liebevoll erzählt, und es gibt neben den vergnüglichen Stellen viele nachdenkenswerte Passagen. Nur leider, leider ist dieser Band alleine ohne die Vorgänger-Bücher (und ohne den vermutlich folgenden 5. Band) ein etwas willkürlich zusammengesetztes Konglomerat von Einzelschicksalen, deren Verknüpfung dem Leser dieses einen 4. Bandes allein verborgen bleibt.
Rezensionen von LadyIceTea:
Gelernter Artikel von Anne B. Ragde
Eine berührende Reise
Heather ist mir ihren Freundinnen Amy und Constance auf einer Reise durch Europa. Es ist die Zeit, bevor der Ernst des Lebens losgeht. Im Zug nach Amsterdam lernt Heather Jack kennen und es ist Liebe auf den ersten Blick. Jack stellt ihre Welt auf den Kopf und zeigt ihr eine ganz neue Art des Reises, Lebens und Liebens.
Jack ist auf den Spuren seines Großvaters. Mit dabei immer dessen Tagebuch und das ist auch das Einzige was Heather bleibt, als Jack ohne ein Wort verschwindet. Doch Heather kann Jack nicht vergessen und macht sich auf die Suche.
Ich bin, wie wahrscheinlich viele Leser, mit großen Erwartungen an ?Liebe wird uns finden? herangegangen. Ich hatte nur gute Stimmen gehört und hatte ein emotionales Superbuch erwartet. Zum Glück wurden meine Erwartungen fast komplett erfüllt.
Die Geschichte ist wunderschön geschrieben. Der Schreibstil ist malerisch und so angenehm geschrieben, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Ich habe bis zuletzt nicht gewusst, dass ein Mann dieses Buch geschrieben hat und das, obwohl man grade im Romancebereich oft merkt, wenn ein Mann der Autor war.
Die Orte und Sehenswürdigkeiten, genauso wie die Abenteuer die Heather und Jack erleben, sind so gut geschrieben, dass ich mich jedes Mal selbst dahingewünscht hätte und auch gerne so verrückte Dinge erleben würde.
Bei den Figuren habe ich ein wenig gemischte Gefühle. Ich habe sie alle ins Herz geschlossen und ich hatte auch nicht das Gefühl, sie nur von außen zu betrachten aber irgendwie hat mir der letzte Tropfen Tiefe gefehlt. Dieser Punkt ist auch mein einziger Kritikpunkt. Die Geschichte war berührend und erzählt eine tolle, emotionale Reise von Heather und Jack. Doch irgendwie ging es zu rasant. Mir fehlte ein Knotenpunkt zu den Figuren, der dem Ganzen für mich noch mehr Gefühl verliehen und ihm den Wow-Faktor gegeben hätte.
Doch das ist zum Glück nur ein kleiner Punkt, der das Buch nicht zu meinem absoluten Highlight macht aber trotzdem zu einem wundervollen, emotionalen Buch, dass ich jedem wärmstens empfehlen kann.
Rezensionen von Ambermoon:
Schnitt! von Van de Laar Arnold
Interessant, spannend u.m. Witz - ein tolles Buch über die Geschichte der Chirurgie. Nicht nur für Leute vom Fach.
Von den dunklen Anfangszeiten der Chirurgie, als noch ohne Betäubung amputiert wurde, über königliche Operationen und den Luftröhrenschnitt des Jahrhunderts bis zu den heutigen High-Tech-OPs ? der Chirurg Arnold van de Laar beschreibt in seinem Buch so packend wie allgemeinverständlich die Geschichte seines Fachs.
In 28 Kapiteln erzählt er anhand von berühmten Fällen aus Historie und Gegenwart, was genau im Operationssaal geschieht...(Klappentext)
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.... und besser als im Klappentext lässt sich der Inhalt dieses Buches fast nicht beschreiben.
Anhand kurioser Fälle, berühmter Patienten und/oder Ärzten, wird einem die Geschichte der Chirurgie näher gebracht.
Wie sehr sich dieses Handwerk im Laufe der Geschichte gewandelt hat - von einem nicht geachteten, von allen gefürchteten, aber notwendigen Handwerk, über Pioniere und Erfinder von damals belächelten, aber heute noch durchgeführten Operationen, bis hin zum Hightech OP und Mikrooperationen.
Dieses Sachbuch wendet sich hauptsächlich an Leser ohne Fachkenntnisse. Hier bedient sich der Autor nämlich einer auch für den Laien gut verständlichen Sprache. Auch einfaches Grundwissen wird hier gut erklärt, z. B.: was genau ist eine Entzündung, wie entsteht diese und was wird alles als Entzündung bezeichnet, oder wie setzt sich ein OP-Team zusammen, etc.
Selbst die Anatomie und die Evolution bezüglich dieser wird verblüffend einfach erklärt.
Selbst für mich als Krankenschwester, die jahrelang auf einer Traumatologie arbeitete, gab es Neues, aber vor allem Interessantes zu entdecken, bereits vergessenes Wissen wurde wieder aufgefrischt und das alles auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise.
Arnold van de Laar schreibt nämlich nicht nur fesselnd und leicht verständlich, sondern auch mit Witz. Nicht selten lässt er Ironie und Sarkasmus einfließen.
Hier ein paar Beispiele behandelnder Themen:
- Die Fresssucht der Päpste und deren Folgen
- Johannes Paul II. - der meistoperierte Papst
- Wie sich ein Schmied in seiner Verzweiflung einen Blasenstein entfernte
- Das Attentat auf Kaiserin Sissi und ihr durchbohrtes Herz
- Beschneidungen und weshalb sie damals notwendig waren und heute im Grunde eine unnötige OP sind
- Krampfadern und wieso wir diese der Evolution zu verdanken haben
- Wieso man Königin Victoria für die Anästhesie dankbar sein sollte und weshalb durch sie die schwarzen Arztkitteln zu weißen wurden
und noch Vieles mehr.
Im Anschluß befindet sich ein Glossar, in dem die gängigsten med. Begriffe nochmals in alphabetischer Reihenfolge erklärt werden.
Ich hätte mir jedoch auch noch eine Auflistung berühmter Ärzte mit kurzer Erklärung in chronologischer Reihenfolge gewünscht.
Fazit:
Dieses Sachbuch über die Geschichte der Chirurgie hat mich nicht nur aufgrund interessanter Fakten und Kuriositäten unterhalten, sondern mich auch aufgrund des lockeren Plaudertons und der humorvollen Art des Autors fesseln können.
Ich hätte noch ewig weiterlesen wollen.
Ein Buch, welches ich jedem angehenden Mediziner, jeder zukünftigen Pflegekraft und/oder allen Medizin- und Geschichtsinteressierten ans Herz legen möchte.
Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung.
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Underground Railroad von Colson Whitehead
Aussergewöhnlich!
Schonungslos, spannend, Abgruende der Menschheit.
Grosses Lesevergnuegen, emotional stark beruehrend!
Rezensionen von yellowdog:
Nach Onkalo von Kerstin Preiwuß
Tristesse mit Atmosphäre
?Nach Onkalo? ist eine Romanperle, die mich an ganz besondere, ansprechende Independent-Filme erinnert. Ruhig erzählt, es passiert wenig! Schräge Figuren, originell und manchmal liebenswert, manchmal weniger. Dazu ein trister Schauplatz in der Provinz, fernab der Hektik und des Komforts. Doch auch hier zeigt sich in den Naturbeschreibungen eine raue Schönheit.
Das alles ist jenseits der gängigen Lesegewohnheiten.
Neben der ziemlich ziellosen Hauptfigur Matuschek, der nach dem Tod seiner Mutter nahezu bindungslos alleine lebt, gibt es auch ein paar bemerkenswerte Nebenfiguren. Allen voran Matuscheks Nachbar Igor, der zum Freund wird oder den alten Rentner und Taubenzüchter Witt. Ein ungemütlicher Typ ist Lewandowski, der offenbar windige Geschäfte macht.
Matuscheks Alltag ist Tristesse ohne Höhepunkte, mit wenig Abwechslung, außer gelegentlichen Angelausflügen und Gesprächen mit Igor.
Dann trifft er Irina, mit der er eine Beziehung beginnt. Ein möglicher Ausweg aus der Einsamkeit.
Kerstin Preiwuß schreibt detailgenau, in manchen Szenen kann das empfindlichen Lesern zu viel werden. Doch der Detailreichtum wird auch gezielt und ökonomisch eingesetzt. Überflüssiges und unnötig ausschmückendes wird ausgespart, dennoch erzeugen ihre Sätze aussagekräftige Bilder beim Lesen.
Die Momente der Stille wechseln mit plötzlichen Ausbrüchen, z.B. auf einer Autofahrt bei starken Regen mit Unfall oder wenn Matuschka die Nerven verliert, rumschreit und wütet. Dazu die Bedrohung des fiesen Lewandowski. Auch das sind Elemente, die den Roman mitbestimmen. Das Leben von Matuschek ist nicht erfüllt, er bleibt ein Sonderling und lebt in seinen Begrenzungen, die er eher unfreiwillig akzeptiert. Ein Thema ist somit auch die Einsamkeit.
Kerstin Preiwuß ist eine begabte Autorin, die von der Lyrik kommt und gekonnt mit Sprache umgeht. Diese Sprache spricht mich sehr an, da sie Überfrachtung vermeidet und viel Atmosphäre erzeugt.
Rezensionen von Ambermoon:
Der Näher von Löffler Rainer
Abartig genial, fürchterlich spannend und grausam fesselnd
In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist.
Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten ... (Klappentext)
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Dies ist der 3. Teil der Martin Abel-Reihe von Rainer Löffler, welcher jedoch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.
Nach seinem letzten Fall benötigte der Fallanalytiker Martin Abel Abstand und Entspannung. Zumindest aus der Sicht seines Vorgesetzen und Schwiegervaters in Spe Frank Kessler. Daher ist Abel nun Dozent für Fallanalyse. Doch für ihn ist dies alles andere als Entspannung Psychologen und Beamte seine Arbeitsweise zu erklären, denn er arbeitet eher auf unkonventionelle Art und verlässt sich zusätzlich noch auf sein Bauchgefühl.
Der brummige Fallanalytiker mit schwarzen und vor Sarkasmus triefenden Humor ist noch brummiger als sonst. Geregelte Arbeitszeiten und eine ruhige Kugel schieben sind nichts für ihn.
Als ihn dann Frank Kessler auch noch nach Gummersbach schickt, um an Vermisstenfällen zu arbeiten, die eigentlich schon als Cold Case angesehen werden, ist Abels Stimmung endgültig im Keller.
Doch wo Abel auftaucht sind abartige und perverse Serienkiller nicht weit. So auch hier, denn es dauert nicht lange und die erste Leiche kreuzt Abels Weg. Alles führt zum Anderen und plötzlich sind diese harmlosen Vermisstenfälle überhaupt nicht mehr so harmlos und selbst für Abel scheint sich das Tor zur Hölle zu öffnen. Denn dieser vor sich hin wütende Serienkiller ist an Pathopsychologie und Grausamkeit nicht zu übertreffen.
Seine Opfer - schwangere Frauen, sein Ziel - sie zu "öffnen", sein Motiv - eine unaussprechliche Mission.
Für schwache Nerven ist dieser Thriller definitiv nichts. Selbst ich, die schon einiges an Thriller- und Horrorgrausamkeiten gewohnt ist, musste ein paar Mal anständig schlucken.
Aber so grausam und morbid es hier zugeht, so spannend und packend ist dieses Buch aus. Und ich finde der Autor hat hier genau die richtige Mischung davon getroffen.
Der Schreibstil ist genauso flüssig und packend wie die Story selbst, der Plot durchdacht und die Auflösung hält noch eine deftige Überraschung parat. So mag ich es und so liebe ich es.
Auch im dritten Teil der Martin Abel-Reihe bekommt man als Leser Einblick in die Opfer- und auch Tätersicht. Das Besondere an Rainer Löfflers Thrillern ist jedoch, dass man Einsicht in die Kindheit und allgemein in die Vergangenheit des Täters bekommt. Man sieht quasi die Entwicklung von einem normalen Kind zu einem Psychopathen, wieso er zu einem geworden ist, was der Auslöser war, etc.
Und diese Entwicklung ist hier alles andere als 08/15.
Fazit:
Ich habe auch die ersten beiden Teile der Martin Abel-Reihe gelesen und diese waren schon gut, aber dieser Teil schlägt die beiden um Längen.
Rainer Löffler gehört zu der seltenen Spezies von Autoren, die von Buch zu Buch besser werden und immer noch eine Schippe drauflegen. Die Serienkiller werden morbider, ihre Taten grausamer, die Auflösungen überraschender.
Dieser Thriller schafft es zu einem meiner Lesehighlights 2017 im Genre Thriller und der Autor auf die Liste meiner Favoriten.
Für alle Thrilleranten für die es nicht grausam und spannend genug sein kann ist dies genau das Richtige.
Eine absolute Leseempfehlung meinerseits und ich hoffe der Autor schreibst schon an seinem nächsten Buch, denn ich kann es jetzt schon nicht mehr erwarten wieder in die grausame und morbide Welt von Martin Abel zu tauchen.
Rezensionen von HEYN Leserunde Barbara Lichtenegger:
Geständnisse von Minato Kanae
reißt mit und stößt ab
Die Geschichte ist schreib-handwerklich gefinkelt gebaut. Sie windet und wendet sich unerwartet bis zum Ende. Sie ist negativ und böse. Sie reißt mit und stößt gleichzeitig ab. Sie hat mich nicht erreicht.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde Barbara LichteneggerRezensionen von HEYN Leserunde Barbara Lichtenegger:
Underground Railroad von Colson Whitehead
Bildung und Hoffnung
Zum historischen Hintergrund und aktuellen Bezug dieses höchst ausgezeichneten Romans von Colson Whitehead:
Underground Railroad war ein Synonym für ein geheimes Fluchthilfenetzwerk aus Routen, sicheren Schutzhäusern, Treffpunkten, Unterschlupfen und Fluchthelfern aus unterschiedlichsten Bevölkerungsteilen, das ab Ende des 18.
bis Mitte des 19. Jahrhunderts Sklaven zur Flucht verhalf und sie vom Süden durchs ganze Land in den Norden schleuste. Die Unterstützer bedienten sich bestimmter Begriffe aus der Welt der Eisenbahn, um verschlüsselte Botschaften an die zur Flucht entschlossenen Sklaven zu übermitteln. Auch mittels Gesang wurden Botschaften übermittelt. Das Lied "Go down Moses" signalisierte den Flüchtenden zum Beispiel, dass die Luft rein war. "Moses" war auch ein Ehrentitel für engagierte Fluchthelfer und -helferinnen, wie zum Beispiel Harriet Tubman es war. Geboren um 1922 als Sklavin in Maryland, flieht sie mithilfe der Underground Railway, arbeitet in Philadelphia und kehrt als Fluchthelferin 13 Mal in den Süden zurück, um rund 70 Sklaven in die Freiheit zu schleusen.
2016 (noch während der Präsidentschaft von Barack Obama) wurde ihr Konterfei - nach einer Bürgerbefragung des US-Finanzministeriums - für einen Neudruck der 20$-Note ausgewählt!
Vor dem Hintergrund dieser historischen Realität erzählt der Roman die gefährliche Flucht der Sklavin Cora mithilfe der Underground Railroad von einer Baumwollplantage in Georgia ... ob es die Freiheit sein wird bleibt der eigenen Fantasie überlassen.
Die grausamen Bestrafungsmethoden des Plantagenbesitzers Randall und seiner Sklavenaufseher oder der angeheuerten Sklavenfänger sorgten für Schreckensmomente während des Lesens, und obwohl ich üblicher Weise bei derart beschriebener Brutalität eher aufs Weiterlesen verzichte, zog mich die Geschichte derart in ihren Bann, dass ich mir mit dem phasenweisen Überspringen einiger Textpassagen behalf um zu erfahren, wie es weiterging.
Ich finde das Buch sehr empfehlenswert und möchte abschließend zwei Aspekte erwähnen, die für mich als wesentliche Antriebsfaktoren in Coras Lebens- und Fluchtgeschichte stehen: Bildung und Hoffnung.
In Coras Geschichte wirkt sich das Erlernen der Buchstaben und des Lesens als überlebensfördernde Kenntnis aus und das Festhalten an der Hoffnung einmal sicher und frei leben zu können, lässt sie in noch so geschundener und hoffnungsloser Lage immer wieder neuen Mut fassen und nicht aufgeben.
So stellt sich für mich auch ein Bogen zur Gegenwart her, in der Unterdrückung, Rassismus, Gewalt, Krieg und Berichte von Flucht übers Land als auch übers Meer Themen unseres Alltags sind.
Colson Whitehead sagt dazu "Was bliebe uns ohne die Hoffnung darauf, dass irgendwo ein sicherer Hafen existiert?"
Rezensionen von manu63:
Underground Railroad von Colson Whitehead
Zweifelhafte Aussichten
Zweifelhafte Aussichten ist eine Kurzgeschichte der Autorin Claudia Zentgraf, in dieser kurzen Geschichte nimmt Paul Coors die Dienste von Madame Lavina in Anspruch, er möchte die Zukunftsaussichten für seine Verbindung mit Audrey erfahren. Was er hört gefällt ihm nicht, erst im Nachhinein erkennt er die Wahrheit die hinter den Aussagen von Madame Lavina steht.
Die Autorin ergeht sich in vagen Andeutungen die erst zum Schluss der Geschichte ein Gesamtbild erzeugen. Interessant fand ich die Interpretation der Wahrnehmungen von Madame Lavina und was wirklich dahinter steckte. Den Schreibstil fand ich flüssig und gut lesbar und die beiden Perspektiven aus denen erzählt wurden machten das Geschehen letztendlich recht klar. Eine kleine, aber feine Geschichte mit einem nicht ganz überraschenden Ende wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest und einige Einzelheiten aus dem historischen Zeitgeschehen kennt.
Rezensionen von manu63:
Porca Miseria (Kurzgeschichte, Humor) von Jennifer Wellen
Das Schäfchen
Porca Miseria ist eine Kurzgeschichte der Autorin Jennifer Wellen. Mafiosi Rico hat ein Problem, er soll im Auftrag seines Chefs den Coffeeshop der Familie Calussi aufmischen die sich verbotenerweise auf dem Gebiet der Montalcini nieder gelassen haben. Dabei soll ihm El Diabolo ein Dobermann helfen den Rico abrichten sollte.
Leider ist ihm das bisher misslungen, El Diabolo ist kein Kampfhund sondern eher ein kleines dummes Schäfchen. Als sich Rico der Familie Calussi stellen muss erlebt er überraschendes.
Der Schreibstil der Geschichte ist gradlinig und schnörkellos, es wird aus der Sicht von Rico erzählt und seine Nöte hinsichtlich El Diabolo werden gut beschrieben. Das Ende der Geschichte war für mich nicht unbedingt überraschend aber dennoch unterhaltsam. Porca Miseria nimmt mit einem Augenzwinkern die Sorgen und Nöte eines Mafiosi aufs Korn. Eine kurzweilige kleine Geschichte die gute Unterhaltung bietet.









