Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Xirxe:
Lost Boy von Groschupf Johannes
Spannender Jugendthriller in Berlins Technoszene
Ein junger Mann wacht im Hamburger Hauptbahnhof auf ohne jede Erinnerung daran, wie er dorthin kam, was zuvor passierte und vor allem: wer er ist. Ziellos zieht er in der Gegend umher und landet schließlich am Fischmarkt, wo ihn ein Händler unterstützt. Dort lernt er auch Jule kennen, die ihm helfen will, seine Vergangenheit wieder zu finden.
Als erkennbar wird, dass er aus Berlin kommt, machen sich beide auf den Weg.
Soweit hört sich die Geschichte wie so viele an, die Amnesie zum Thema haben. Doch hier ist der eigentliche Schwerpunkt wesentlich ungewöhnlicher: Der junge Mann (Lennart, wie sich herausstellt) hat ein begnadetes Gehör für Klänge und Geräusche, das er in der Technoszene kreativ einsetzen konnte. Man taucht mit Lennart ab in den 'Untergrund', wobei es sich häufig um Lost Places handelt, die Johannes Groschupf sehr detailliert und bildhaft beschreibt. Verfallene Industriegelände, nicht mehr existente Möbelhäuser, aufgegebene U-Bahnhöfe - Berlin scheint voll damit zu sein. Doch das Erzähltalent Groschupfs beschränkt sich nicht auf Örtlichkeiten: Lennarts Hören und das Empfinden von Klängen wird so überzeugend dargestellt, dass ich Manches fast mit ihm fühlen konnte. Auf jeden Fall wurde seit dem Lesen dieses Buches mein Hören bewusster. Man lauscht mit ihm den Geräuschen der Stadt Berlin, unterschiedlichen Stilen von Techno und muss zuguterletzt erfahren, dass Musik auch gefährlich sein kann. Keine Frage, alles was mit Schall zu tun hat, wurde hier wirklich gut in Schriftform umgesetzt. So ist es nicht nur spannend, sondern man lernt zudem eine ganze Menge dazu.
Ein bisschen muss ich dennoch meckern ;-) Manche Handlungsabläufe fand ich nicht so überzeugend beziehungsweise verständlich. Beispielsweise das Treffen mit Jule, die Haltung der Eltern von Lennart, überhaupt Lennart als Person blieben mir stellenweise rätselhaft. Nichtsdestotrotz: Alles in allem ist es ein spannender Jugendthriller, der darüberhinaus einiges an Wissen vermittelt und durchaus auch für Erwachsene geeignet ist.
Rezensionen von Janine2610:
Die Schattenschwester von Lucinda Riley
»Wir sind zu abhängig voneinander.«
In Band drei der »Sieben Schwestern« - Reihe dreht sich alles um die drittälteste Schwester: Star d?Aplièse. Star (auch Asterope genannt) ist wohl die ruhigste und schüchternste der sechs bisher bekannten Schwestern. Sie wirkt wortkarg und deswegen unnahbar, sie stellt ihr Licht unter den Scheffel, wie es so schön heißt, und wandelt eher im Schatten ihrer jüngeren Schwester CeCe, die in dem Buch auch eine nicht gerade unbeachtliche Rolle einnimmt.
Star und CeCe sind zeit ihres Lebens nur als Einheit aufgetreten und in vorliegendem Buch geht es unter anderem nun darum, sich voneinander zu lösen und unabhängig zu werden. - Was sich, wie ich beim Lesen schnell gemerkt habe, als eher schwierig gestaltet. Denn besonders CeCe, von der ich eigentlich erwartet habe, dass sie "die Starke" ist, weil sie als das genaue Gegenteil von Star gilt - also laut, gesprächig und selbstsicher -, hat stark mit dem "Entzug" ihrer Schwester zu kämpfen.
Stutzig gemacht, hat mich als allererstes dieses enorm enge Verhältnis von CeCe und Star. In der Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, ist bei einer Mitleserin sogar das Wort Homosexualität gefallen, also dass zwischen den beiden sogar »mehr« sein könnte, als nur reine Geschwisterliebe, da sie sich in ihren 20ern immer noch ein gemeinsames Bett teilen und zusammenwohnen ... Ganz abwegig fand ich diesen Gedanken nach einer gewissen Zeit nicht, denn auch ich fand es höchst ungewöhnlich für Frauen dieses Alters, so aneinander zu kleben.
~ »Ich rate dir, mutig zu sein, wenn du möchtest, dass dein Leben sich verändert.« ~
(S. 520)
Wie auch schon in Band eins und zwei macht sich auch hier die Schwester, die im Mittelpunkt des Geschehens steht, auf die Suche nach ihren Wurzeln. Pa Salt, der Adoptivvater der Mädchen, hat Star nach seinem Tod Koordinaten, einen Brief und eine Schmuckfigur zukommen lassen, die ihr nun helfen sollen, Licht ins Dunkel ihrer Vergangenheit zu bringen. Für eine leidenschaftliche Leserin wie mich, war es eine Freude zu lesen, dass Literatur, eine Buchhandlung, das Lesen an sich, aber auch Kochen und die Pflanzenkunde und Tierpflege in der Geschichte einen nennenswerten Teil einnehmen. Das sind alles Themen, für die auch ich mich sehr begeistern kann, ganz im Gegensatz zur Hauptthematik Musik im vorherigen Band, »Die Sturmschwester«.
Lucinda Riley wäre nicht Lucinda Riley, wenn sie nicht auch wieder einen Vergangenheitspart miteingebaut hätte. Dieser spielt in »Die Schattenschwester« von 1909 bis 1944 und darin lernen wir Flora McNichols kennen - eine sehr tierliebe, kluge und furchtlose aber auch stolze junge Frau mit einer gehörigen Portion innerer Stärke. Dieser Handlungsstrang findet, genauso wie der Gegenwartpart mit Star, in England statt. In High Weald in Kent, um genau zu sein.
All jene Leser, die es schätzen, wenn man die herrliche englische Landschaft beschrieben bekommt, muss ich hier leider vertrösten. Riley hat es in diesem Buch leider versäumt, die Kulisse zu skizzieren. Mich persönlich hat dies allerdings nicht gestört bzw. wäre mir das, wenn mich eine Leserundenteilnehmerin nicht darauf hingewiesen hätte, gar nicht aufgefallen. Warum? - Ich war viel zu sehr gepackt und emotional mitgerissen von den Geschehnissen um Flora im Vergangenheitsteil. Da haben sich Abgründe und Enthüllungen aufgetan, die mich beim Lesen wirklich aufgewühlt und beschäftigt haben. Und wenn eine Geschichte mich auf diese Weise zu fesseln vermag, würde ich am liebsten immer direkt durchlesen bis zur letzten Seite. Was in diesem Fall zwar nicht möglich gewesen wäre, aber der Drang war auf jeden Fall vorhanden. ;)
~ Flora kam sich vor wie ein Blatt im Wind, vollkommen unfähig, ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen. ~
(S. 382)
Einige Denkweisen und Entscheidungen Floras konnte ich nicht nachvollziehen, besonders wenn es darum ging, ehrlich zu sein und zu ihren wahren Gefühlen zu stehen, aber da ihre Geschichte relativ weit in der Vergangenheit spielt und zu der Zeit bekanntlich noch einiges anders war, vor allem gesellschaftlich gesehen, war das nur authentisch.
Star in der Gegenwart war mir anfänglich noch sehr sympathisch, vor allem auch, weil sie erst ein so dankbares Wesen gezeigt hat. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie von der Autorin dann aber in den Augen der anderen Buchfiguren geradezu glorifiziert dargestellt, was ich nicht verstehen konnte. Mir ist es so vorgekommen, als würde wirklich jeder auf Star stehen, sie so hübsch und liebenswert finden und nicht einen einzigen Fehler an ihr entdecken können. Für mich war das alles etwas zu perfekt. Ebenso wie die Entwicklung eines Buchcharakters in diesem Part, die mir irgendwie zu gestellt und plötzlich dahergekommen ist und, auch wenn der Kitsch gefehlt hat, dennoch nicht ganz glaubhaft war.
~ »Es ist schon erstaunlich, was die Liebe bewirken kann, finden Sie nicht? Sie lässt einen von innen heraus strahlen.« ~
(S. 415)
In beiden Handlungssträngen geht es großteils auch um die Liebe, um das Miteinander und um die Beziehungen der Buchfiguren untereinander. Es gibt ebenso wieder einiges zu Spekulieren. - Also dass man hier nicht genug miträtseln könnte, davon kann absolut keine Rede sein.
Auch die Historie kommt nicht zu kurz. Lucinda Riley hat es erneut geschafft, mindestens eine historische Persönlichkeit (König Eduard VII.) geschickt in die Geschichte miteinzubetten.
Aufgefallen ist mir in diesem Buch auch, dass die Autorin viele Dinge aus dem ersten und zweiten Band miteingebunden und verknüpft hat. - Über eine solche feine und übereinstimmende Detailarbeit war ich wirklich erstaunt!
Mit diesem dritten Roman war ich beinahe rundum zufrieden, deswegen bekommt das Buch auch 5 Sterne von mir, allerdings werde ich es nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen, weil mir der Gegenwart-Teil nicht zu 100% gefallen hat. Der Vergangenheits-Part ist dafür aber umso grandioser, weil spannender und fesselder, ausgefallen!
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Die Schattenschwester von Lucinda Riley
"Nicht behindert, sondern "Leistungs-gewandelt"
(Zitat nach S. 11) Sali bekommt gesagt: "...bei dir darf man nicht von Behinderung sprechen, sondern es ist eine Leistungswandlung."
"Es muss funktionieren. Geht nicht, gibt es nicht." S. 82 Bei einem Schulreferat kann der 15jährige Saliya genannt Sali seine eigenen Notizen nicht sehen, im Familienurlaub am gegenüberliegenden Berg praktisch nichts wahrnehmen ? der Teenager ist bald beinahe blind wegen Netzhautablösung, ohne bekannte Ursache.
Durch Einsatz von Mutter und Freunden, die ihm vorlesen, was er auswendig lernt, schafft er dennoch das Abitur, will in die Gastronomie. Als er 19jährig ins Berufsleben eintritt, verheimlicht er sein Augenproblem (denn: "? ich hatte nicht gelernt, behindert zu denken und mich behindern zu lassen." S. 38). Er lernt weiter auswendig, memorisiert Wege, zählt Schritte, übt besessen, fängt früher an, arbeitet länger und nutzt Tricks, stets mit nur wenigen Eingeweihten, von denen er vielen nur sagt, er könne nicht so gut sehen ? speziell bei Frauen greift er lieber zur "Salami-Taktik".
Ich hatte Saliya Kahawatte, Sohn einer deutschen Mutter und eines Vaters aus Sri Lanka, vor längerer Zeit in einem beeindruckenden TV-Interview gesehen, daher musste ich dieses Buch unbedingt lesen. Beeindruckend schildert er in seiner Autobiographie seinen Werdegang mit all den Tricks. Doch da kommt kein "blinder Supermann" ? die Mehrarbeit und die Lügen, die letztlich an Selbstverleugnung grenzen, fordern ihren Tribut durch die permanente Überforderung - Saliya kompensiert erst mit Alkohol, später kommen weitere Probleme.
Ohne Selbstmitleid oder Selbstgefälligkeit schildet der inzwischen als erfolgreicher Coach arbeitende Autor seine Geschichte, von der sich viele Sätze einprägen, geradezu einbrennen. Sein Vorbild wirkt inspirierend - es gelingt Kahawatte, durch sein von Höhen und Tiefen bestimmtes Leben zu vermitteln, dass Selbstmitleid nicht hilft - dass aber Rückschläge und Verzweiflung durchaus menschlich sind, aber überwindbar.
Ernüchternd hingegen Salis Erfahrungen, sobald er doch nicht mehr selbstbestimmt sein Leben entscheidet, sondern sich sogenannten Beratern der verschiedenen Sozialsystem anvertraut "Ich fand es wahnsinnig traurig, zu erfahren, was aus Menschen wird, denen von Kindesbeinen an eingebläut wird, sie seien zu nichts zu gebrauchen. Wer immer nur hört: >Das kannst du nicht>, der ist irgendwann selbst davon überzeugt." S. 140 Dazu mahlen die behördlichen Mühlen fast immer langsam (was nicht nur eine Erfahrung von Blinden oder Sehbehinderten sein dürfte).
Fast am Rande gibt er wertvolle Tipps zum Umgang, von früher Ko-Edukation beziehungsweise Integration in Schule und Ausbildung bis hin zu alltäglichem: "Hat ein Sehender den Eindruck, dass ein Blinder vielleicht Hilfe braucht, dann gibt es genau drei Fragen, die angebracht sind: Brauchen Sie Hilfe? Welche Hilfe? Möchten Sie sich einhaken oder möchten Sie neben mir hergehen?" S. 47 Er lässt mich als Sehende nachvollziehen mit Kommentaren wie "Seitdem ich den Augenfehler nicht mehr verheimliche, gehört die Frage 'Was sehen Sie?' zu meinem Alltag.
?.Deshalb verzichte ich auf die Gegenfrage, die sich mir aufdrängt: 'Was hören Sie?' Ich weiß ja, dass andere weniger hören als ich, und würde gerne erfahren, was ihnen entgeht." S. 11.
Das fix und leicht zu lesende Buch empfehle ich als Gewinn für jeden und freue mich schon auf die Verfilmung, die am 26. Januar 2017 startet. Weiß jemand von einer Preview???
Rezensionen von niknak:
Die Schattenschwester von Lucinda Riley
Was tun wenn man älter wird?
Inhalt:
Johanna Holm ist verheiratet, hat eine Tochter und liebt ihren Beruf. Trotzdem kommt sie mit 45 Jahren darauf, dass sie langsam älter wird. Um das Älter werden besser zu verarbeiten und nicht vollkommen in die Midlife Crisis zu kommen, entwirft sie einen 6 Punkte Plan, der ihr in der zweiten Lebenshälte weiterhelfen soll.
Wie es ihr dabei ergeht und was ihre Freunde / Familie dazu sagen, müsst ihr selbst lesen.
Mein Kommentar:
Klara Sinn hat einen flüssigen Schreibstil, sodass sich das Buch schnell und leicht lesen lässt. Sie hat die Geschichte aus Sicht von Johanna in der Ich Perspektive erzählt. Somit bekommt man als Leser alles von ihren Gedanken und Gefühlen mit und kann sie sehr gut verstehen und mit ihr mitfühlen.
Auch die anderen Personen sind recht gut beschrieben, aber meist erfährt man alles aus Johannas Sichtweise. Beim Leser kommen auch die anderen Charaktere gut an.
Mir hat besonders gut gefallen, dass die Geschichte nie langweilig wird und man auch immer wieder zum Lachen kommt.
Johanna war mir sehr sympatisch und sie hat trotz all ihrer eigenen Probleme immer auch an ihre Freundin gedacht, da auch diese in einer Krise steckt. Dadurch wurde sie auch von ihren eigenen Problemen abgelenkt. Das finde ich macht ein wenig nachdenklich, dass man nicht nur an sich selbst denken soll, sondern auch an andere.
Johanna ist Lehrerin von Beruf und man erfährt als Leser auch einiges darüber wie es ihr dabei ergeht und wie sie den Alltag mit Schülern und Kollegen meistert. Auch diese Erzählungen fand ich teilweise recht lustig.
Das Ende war etwas überraschend und schnell und ich hätte mir gewünscht, dass es etwas genauer beshrieben ist. So konnte sich der Leser allerdings noch einige offene Fragen selbst beantworten und sich eine eigene Meinung dazu bilden.
Mein Fazit:
Ein etwas anderes Buch über die Midlife Crisis einer Frau mit 45 Jahren, das nicht alles immer ganz ernst nimmt, sondern mit Humor betrachtet. Eine nette Lektüre für Zwischendurch.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von AngiF:
Die Schattenschwester von Lucinda Riley
Liebe ist alles
Die 39jährige June Harrison lebt in Glastonbury und führt dort ihrem Traum zufolge ein Hundezentrum. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Lebenspartner, dem knapp 50jährigen Morris Clark und ihrer Angestellten sowie besten Freundin Nicole Rickman. Für seelischen Beistand sorgt Junes Mutter Sharon.
Diese führt ein eigenes Bed+Breakfast, das ?Haydn House? und teilt gerne mal lieb gemeinte Ratschläge aus, wie ?wenn du merkst, dass dein Pferd tot ist, solltest du absteigen?. Ein Wink, den June sich zu Herzen nehmen sollte, scheint Morris doch viel zu sehr an anderen Frauen interessiert zu sein, als es für Junes und seiner Beziehung gut ist. Als Morris gerade wieder einmal auffällig mit einer Kursteilnehmerin flirtet, kommt June der Anruf von Steven Troy gerade recht. Der bittet sie nämlich auf Wunsch des Popstars Tobey Lambert nach London zu kommen und dessen traumatisierter Hündin Luna zur Hilfe zu kommen. Keine einfache Situation ? für alle Beteiligten ...
Die Autorin Mirjam Müntefering schafft es immer wieder mich zu überraschen, nicht nur, dass sie sich anscheinend in allen möglichen Genren - zu Recht! - zu Hause fühlt, sie kann auch ihren Schreibstil jedes Mal erneut anpassen und vor allem sich in ihrer Sprache perfekt angleichen. Bei ?Mit Euch an meiner Seite? schreibt Mirjam Müntefering unter dem Pseudonym Pippa Watson, es ist das erste Buch einer Serie. Eine völlig neue Story, die wir Leser so noch nicht von der Autorin kennen. Abermals besticht die Autorin also mit ihrem Schreibstil, verwendet ein ausgezeichnetes Tempo und erzählt in schöner, moderner Sprache ihre Geschichte, der Plot ist hervorragend durchdacht und die Figuren besitzen Tiefe und vor allem Authentizität.
Der Geschichte vergebe ich ihre mehr als verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle sie unbedingt weiter an alle Leser, die sich für eine fabelhafte Liebesgeschichte nach Glastonbury und London entführen lassen möchten. Großartige Unterhaltung ist garantiert und für mich hat die Serie schon jetzt das Potential auf einen Platz in den Top meiner Favoritenliste. Ein Buch von dem ich nicht wollte, dass es endet und zugleich brennend gern erfahren wollte, wie die Geschichte ausgeht.
Rezensionen von rewa:
Die Schattenschwester von Lucinda Riley
Verkaufte Unschuld
In dem Thriller ,, Eventus Corp. Verkaufte Unschuld´´ von Manu Wirtz, stehen sich zwei Organisationen gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein können.
Auf der einen Seite steht Eventus Corp., ein deutsches Sicherheits- und Militärunternehmen dessen Ziel es ist, den Terrorismus zu bekämpfen und gegen organisierte Kriminalität vor zu gehen.
Aber auch der Personenschutz für Mitarbeiter in Krisengebieten zählt zu dessen Aufgabenbereich. Der Gründer und Inhaber der Eventus Corp. Robert Andersen, hat die besten Mitarbeiter sei es im IT Bereich, im Nahkampf erprobte Männer, Profiler etc engagiert. Zu ihnen gehört auch Stefanie Audet, die in einem besonderen Entführungsfall auch privat hinein gezogen wird.
Auf der anderen Seite steht die Alban- Liga, deren Boss Marko Berisha die brutalsten und gefühlskaltesten Männer als Mitarbeiter hat. Der gut aussehende Hassan Dragani, alias Noël Giradeuax, hat als Loverboy die Aufgabe junge Frauen und Mädchen für sich zu gewinnen. Zwangsprostitution, Entführungen und Versteigerungen der ,,neuen Ware´´ ist oft das Los der jungen Frauen.
Die junge 15 jährige Alina fühlt sich seit dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater Georg von Blankhard völlig missverstanden. Als pubertierender Teenager macht sie aber auch ihm das Leben schwer. Ein Fotoshooting, das er ihr verweigert, ist der Auslöser für sie sich auf Facebook mit dem charmanten Noël zu verabreden, der ihr die Aufmerksamkeit schenkt, die sie vermisst. Nach einem Treffen mit ihm erwacht sie in einer fremden Umgebung und schon bald muss sie feststellen, dass sie in den Fängen brutaler Entführer und Vergewaltiger gelandet ist.
Inzwischen hat sich Georg nicht nur an die Polizei, sondern auch an seine ehemalige Freundin Audet gewandt. Auch wenn die Mittel und Wege die Eventus Corp. einschlägt nicht immer auf legalen Weg stattfinden, gelingt es die Spur bis zu einem Bunker in die Tschechische Republik zu verfolgen, wo sich die entführte Alina befindet. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
Der Autorin Manu Wirtz ist ein sehr aufwühlender Roman gelungen. Alleine die Gewaltszenen an den jungen Frauen erzeugt Gänsehautgefühl. Sie lässt einem tief in die brutale Machenschaften von Menschenhändlern blicken. Sehr detailliert und genau führt sie den Leser in eine Welt, in der es kein Mitleid gibt. Das Leid der jungen Frauen wird in vielen Fassetten aufgezeigt.
Einen tiefen und interessanten Einblick bekommt man aber auch von dem privaten Security- und Militärunternehmen. Es sind zwar oft technische und im IT Bereich angesiedelte Begriffe dabei, die man aber in einem Glossar am Ende sehr ausführlich erklärt bekommt. Die Autorin erklärt und beschreibt viele Handlungen und Szenen so genau, dass es manchmal schon ein wenig zu viel wird, wo man unbedeutende Beschreibungen kürzen könnte.
Abgesehen von den emotionalen Geschehnissen der jungen gefangenen Frauen, handeln die anderen Personen eher rational und ,,lehrbuchmäßig´´. Es läuft alles nach Plan ab, sodass ein wenig die Gefühlsebene auf der Strecke bleibt. Aber der Roman ist so rasant geschrieben, dass man wenig Zeit hat nachzudenken.
Gut heraus gearbeitet ist aber auch das Thema Internet/ Facebook?.wo speziell die Jugend immer wieder in eine Scheinwelt eintaucht, wo sich eine Gefahr oft erst zu spät erkennbar macht.
Auf einen spannenden zweiten Teil kann man sich freuen, denn der Epilog lässt erahnen, dass es jemanden gibt, der Stefanie Audet bittere Rache schwört.
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Serafina Black, Band 01 von Beatty Robert
Anna, 11 Jahre aus Gries,
In diesem Buch ist es um ein Mädchen namens Serafina gegangen. Serafina wohnte mit ihrem Vater im Keller von einem großen, alten Herrenhaus. Sie war nur im Dunkeln unterwegs und niemand wusste von ihr. Einmal überraschte sie im Korridor einen Mann mit einem schwarzen Mantel. Er war sehr böse, sagte aber immer zu Ihr: ?Ich tue dir nichts!? Serafina konnte sich oft befreien.
Doch ihr größtes Ziel war es, die verschwundenen Kinder zu finden und zu ihren Eltern zurück zu bringen. Sie dachte, dass der böse Mann dahinter steckte.
Ob Serafina es schafft, die Kinder zu finden, und wer wirklich dahinter steckt, könnt ihr selber nachlesen. Mir hat das Buch gut gefallen. Ich würde es weiterempfehlen, es war spannend zu lesen.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Minus 18 Grad von Ahnhem Stefan
Eiskalt
"Die eigene Wohnung ist der häufigste Mordschauplatz. Dort ist man nicht nur am angreifbarsten, sondern auch allein, und es kann so gut wie alles geschehen, ohne dass es jemand mitbekommt." S. 70 Dieser Gedankengang aus dem Buch gehört noch zu den Harmloseren.
Da wird die schwedische Kripochefin von Helsingborg beim Autofahren von einem anderen Fahrer angerempelt und liefert sich mit ihm daraufhin eine wilde Verfolgungsjagd, die für den anderen im Wasser endet - und aus dem Auto wird eine Leiche gezogen, die anscheinend sehr lange tiefgekühlt war.
Dummerweise wurde der wohlhabende Tote von Zeugen vor kurzem quicklebendig gesehen - wie passt das zusammen? Parallel zu diesem immer verzwickteren Handlungsstrang kommt ein zweiter im auf der anderen Seite des Öresunds in Dänemark liegenden Helsingør. Dort wurde ein obdachloser Junkie mit schwersten Verletzungen gefunden, nachdem eine junge ebenfalls süchtige Frau mit blutbeschmiertem Oberkörper auf der Straße herumgeirrt war.
Während die schwedischen Ermittler in den eigenen Reihen zusätzliche Sorgen haben wie Alkoholismus, schwierige Teenager-Kinder und Eheprobleme, die sich im weiteren Verlauf als noch fast harmlosere Nöte herausstellen werden, kommt es bei ihren Nachforschungen bald zu einer Eskalation. Ihre dänischen Kollegen haben hingegen zu kämpfen mit missgünstigen Vorgesetzten, inkompetenten Kollegen und den Tiefen des Darknet. Gibt es Zusammenhänge?
Die Lektüre von "Minus 18°" war ein Genuss. Die Grundidee(n) des Krimis, der sich in weiten Strecken eher wie ein Thriller liest, war(en) einmal etwas anderes, jenseits der ausgetretenen Pfade. Das Erschreckende daran ist, dass beide kriminelle Grund-Handlungen realistisch sind. Virtuos jongliert Ahnhem mit den verschiedenen Fäden und schafft es, alles entwirrt zu bekommen. Ich suche ja wirklich gerne nach dem einen Widerspruch, habe bei zwei für mich Fragen aufwerfenden Punkten zurück- und quergelesen - und musste kapitulieren: Schlüssig durchkonstruiert. Auch für das Thema "beschädigter Ermittler" fand der Autor angenehme Neu-Interpretationen.
Der Roman ist Stefan Ahnhems dritter mit dem gleichen Personal, für mich der erste, was wider Erwarten angesichts der anfangs sehr nebulösen Andeutungen zu Therapiesitzungen von Theodor sehr gut lesbar war. Ahnhem verweist auf die Vorgänger und löst häppchenweise so viel auf, wie unbedingt nötig, was gut ist für Neu-Einsteiger - er wiederholt nicht ganze Vor-Bände, was für ?Alte Hasen? sicher langweilig wäre; ein sehr guter Kompromiss (der, ja, natürlich durchaus "anfixt" zum Weiterlesen). Und die Liste musikalischer Anspielungen hat dieses Mal besondere Freude gemacht.
Rezensionen von Marion2505:
Minus 18 Grad von Ahnhem Stefan
Werden die Zweige blühen?
Inhalt:
Die Geschichte spielt im eleganten Ostseebad Heiligendamm im Dezember 1902. Die angesehene Hotelierfamilie Baabe bereitet sich auf den großen Winterball vor. Vor allem Augusta Baabe ist sehr aufgeregt, denn an diesem Tage soll ihre Tochter, Johanna Baabe, feierlich ihre Verlobung bekannt geben.
Johanna ist dagegen mehr als unglücklich, denn keinen der beiden möglichen Kandidaten liebt sie. Der Mann ihres Herzens ist für sie leider unerreichbar, da ihre Eltern der Hochzeit mit ihm niemals zustimmen würden.
Eines Morgens findet Johannas Bruder Christian am Strand eine junge Frau. Sie scheint eine Schiffsbrüchige zu sein. Sie umklammert einen kleinen Zweig, der ihr sehr wichtig zu sein scheint. Leider kann sie sich an nichts erinnern und wird erst einmal im Hause Baabe aufgenommen und gepflegt. Die Namenslose freundet sich schnell mit Johanna an und weiht sie in das Geheimnis des kleinen Zweiges ein. Es handelt sich um die Adventstradition des Barbarazweiges und auch Johanna macht sich sofort auf die Suche nach einem Zweig für sich und ihre Wünsche. Werden die Zweige der beiden jungen Frauen am Weihnachtsfest blühen?
Meine Meinung:
Was mir bei diesem Buch sofort aufgefallen ist, ist das wunderschöne Cover. Es ist golden, glitzert und bedeckt mit rosa Blüten. Ein schöneres Cover für das Buch "Winterblüte" hätte ich mir nicht vorstellen können, denn es passt einfach perfekt zum Buch. Ich habe es oft betrachtet und mich daran erfreut.
Aber auch der Schreibstil ist sehr angenehm. Ich habe nicht lange gebraucht, um im eleganten Haus Baabe abzutauchen. Ich habe alles sofort bildlich vor meinem Augen gesehen und vor allem Johanna und ihr Bruder Christian waren mir auf Anhieb sehr sympathisch. Aber auch die etwas weniger sympathischen Charaktere, die es in diesem Buch natürlich auch gibt, sind sehr anschaulich dargestellt. Ich habe Johanna und die jungen Unbekannte begeistert begleitet auf ihrem Weg und mitgefiebert, was aus den beiden Zweigen denn nun wird. Auch habe ich mich in den herrschaftlichen Gesellschaften sehr wohl gefühlt.
Die Geschichte war sehr leicht und flüssig zu lesen, doch war für mich nicht alles Vorhersehbar, was ich immer sehr schön finde. Ich hatte wunderschöne Lesestunden, die ich wirklich nur sehr ungern unterbrochen habe, denn eigentlich war nie der Zeitpunkt für eine Pause. Es gab immer wieder eine neue Überraschung oder ein neues Geheimnis zu entdecken. Auch manche Intrige ließ mich hektisch weiterlesen...
Mein Fazit:
Eine wunderbare Wintergeschichte, die natürlich super in die Vorweihnachtszeit passt, aber von mir sicherlich auch noch einmal - egal in welcher Jahreszeit - gelesen wird. Wer herrschaftliche Häuser mit ihren auferlegten Zwängen mag, gerne hinter ihre Kulissen blickt und auch gerne nach einem dunklen Familiengeheimnis forscht, der ist hier genau richtig. Ich habe jede Seite genossen und empfehle das Buch uneingeschränkt weiter.
Rezensionen von thora01:
Minus 18 Grad von Ahnhem Stefan
Ein Kolibri lernt fliegen - toller sommerlicher Jugendroman
Inhalt/Klappentext:
**Ein romantischer Sommer in der sengenden Hitze Indianas** Weil ihre Mutter mal wieder auf einem Selbstfindungstrip ist, muss Kenzie für die letzten beiden Schuljahre zu ihrer Schwester ziehen. Das einzig Gute daran: die Autopanne kurz vor dem Ziel, die Kenzie in der sengenden Hitze Indianas eine Begegnung mit dem attraktiven Josh beschert.
Kenzie verliebt sich Hals über Kopf in den heißen Farmboy mit den zerzausten Haaren und den kolibrigrünen Augen. Doch obwohl Josh ihre Gefühle scheinbar erwidert, weicht er ihren Flirtversuchen immer wieder aus. Als Kenzie sein Verhalten verstehen will, stößt sie auf ein gefährliches Geheimnis, das plötzlich ein ganz anderes Licht auf Josh wirft?
Meine Meinung:
Sehr schöner Sommerroman mit einem Hauch von Thriller. Der Schreibstil ist jugendlich und lässt sich sehr leicht lesen. Er konnte mich sofort in die Geschichte hineinziehen. Die Protagonisten sind sehr spannende Charaktere. Sie sind sehr tiefgründig geschrieben. Dabei wurden die Charaktere sehr facettenreich erschaffen. Ganz besonders hat mir Josh gefallen. Er steht wirklich mit beiden Beinen auf dem Boden. Kenzie mit ihrer etwas quirligen Art ist wirklich ein super Gegenpol zu Josh. Die Story ist sehr spannend aufgebaut. Ganz besonders weil der Antagonist relativ spät in Erscheinung tritt. Die Wechsel der Sichtweisen fand ich sehr gut. Diese Vorgehensweise macht das Buch sehr spannend. Der Abschluss ist mit Überraschungen gespickt und gibt dem Werk die richtige Würze.
Mein Fazit:
Toller Sommerroman. Eine tolle Mischung aus Jugendbuch, Liebesroman und Thriller. Ich würde es jedem der eine leichte und doch spannende Lektüre sucht empfehlen.





