Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von AngiF:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Asphaltseele von Weber Gregor

Ruben Rubeck, Kriminalkommissar, Frankfurt

Dem 47jährigen Kriminalkommissar Ruben Rubeck kann man nicht nachsagen, dass er sehr ambitioniert seinen Beruf erfülle. Er tut, was er tun muss, aber keinen Handschlag mehr. Mit den meisten seiner Kollegen hat er es sich aufgrund seiner direkten und unverblümten Art bereits verscherzt. Auch sein Privatleben verläuft eher im Sande.

Nach Feierabend sucht er regelmäßig seine Stammkneipe auf, die in seinem Revier dem Frankfurter Bahnhofsviertel liegt, zum Abendessen und Bier trinken, letzteres verzehrt er meistens zu viel. Einzige Abwechslung in diesem Trott bringt ihm seine Lieblings-Prostituierte Ina, die einzige, mit der er gerne seine Zeit verbringt, meist nur redend und dafür bezahlt er sie. Doch als er an diesem Abend die Kneipe ?Schlabbekicker? verlässt und sich auf den Weg zu Ina machen möchte, gerät er in eine Schießerei. Rubeck ist sicher nicht der sportlichste Kriminalist, doch schießen kann er. So rettet er auch die Situation und anwesende Passanten. Natürlich wird wegen dem Gebrauchs der Schusswaffe ein Verfahren eröffnet, das ist Routine. Aber Ruben hat sofort ein seltsames Gefühl, so als ob hier etwas gerade dabei ist, mächtig schief zu laufen ...

Der Autor Gregor Weber hat mit Asphaltseele den ultimativen Thriller erschaffen. Seine Charaktere haben Tiefgang und sind exzellent durchstrukturiert, ihr Zusammenspiel ist als perfekt anzusehen. Die Schauplätze sind glaubwürdig und atmosphärisch dicht. Die dunkle Stimmung des Protagonisten Ruben Rubeck nahezu fühlbar. Den hoch gesetzten Spannungsbogen hält der Autor das gesamte Buch hindurch aufrecht. Das Tempo ist rasant und die Dinge nicht durchschaubar, ganz nach dem Geschmack von Thriller-Liebhabern wie mir.

Von Herzen vergebe ich diesem Thriller seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und hätte gerne noch einen sechsten Stern zur Verfügung für ?Klasse?, unbedingt empfehle ich es weiter an Leser, die gerne anspruchsvoll lesen. Gregor Webers Buch hat alles, was ein Thriller haben muss, einen erstklassigen Plot, einen Kommissar, der Ecken und Kanten hat sowie glaubwürdige Schauplätze und vor allem: Hochspannung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von AngiF
Asphaltseele

Rezensionen von britta70:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Irgendwo im Glück von Anna McPartlin

Sehr berührend!

Maisie blickt auf eine harte Vergangenheit zurück. Ihre Ehe war von Beginn an von Gewalt geprägt. Einziger Lichtblick sind die daraus hervor gegangenen Kinder: Jeremy und Valerie. Sie packen beide beherzt mit an, so dass Maisies demente Mutter zu Hause versorgt werden kann. Es ist nicht immer leicht, aber alle zusammen schaffen es.

Ein Tag verändert alles: Es ist der Tag, an dem Maisie nach 17 Jahren zum ersten Mal ein Date hat und dieses genießt. Gleichzeitig ist es aber auch der Tag, an dem Jeremy verschwindet. Nun setzt Maisie alles darauf, ihn wiederzufinden. Dabei entdeckt sie Seiten an Jeremy, die ihr trotz ihres guten Verhältnisses zueinander verborgen blieben. Es ist ein Kampf, der sie an ihre Grenzen führen wird?

?Irgendwo im Glück? ist nach ?Die letzten Tage von Rabbit Hayes? das zweite Buch, das ich von Anna Mc Partlin las. Wieder hat mich die Geschichte sehr berührt und ich habe sie mehr oder weniger in einem Rutsch verschlungen. Die Protagonisten waren mir größtenteils sehr sympathisch ? mit Ausnahme von Maisies gewalttätigen Exmann, versteht sich. Besonders toll fand ich das enge Verhältnis zwischen Jeremy und dessen dementer Großmutter. Das Leiden der Großmutter nach Jeremys Verschwinden fand ich herzzerreißend. Eine zeitlang habe ich mich gefragt, warum Jeremys geheim gehaltene Homosexualität einen so hohen Stellenwert einnimmt. Diese Frage wurde am Ende zufriedenstellend geklärt, so dass die Geschichte am Ende insgesamt rund ist. Die Geschichte bekommt dadurch einen unvermuteten Tiefgang und regt zum Nachdenken und Diskutieren an. Mich konnte die Autorin wieder einmal begeistern, so dass ich mich auf einige weitere, von mir bislang noch nicht gelesene Werke sehr freue. Absolute Leseempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von britta70
Irgendwo im Glück

Rezensionen von Booknaerrisch:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J

Düster, beklemmend, tiefgründig und für mich gut vorstellbar!

Zu Beginn der Geschichte erhalten wir einen kurzen Einblick in Eds Leben vor der Katastrophe. Er ist unzufrieden, unglücklich und ein echt mieser Familienvater! Statt seiner Frau Beth mit seinen Kindern Alice und Arthur zu helfen, trinkt er lieber und rettet sich mit der Ausrede, dass er ja schließlich arbeiten gehen muss.

Auch die Gesellschaft als solches empfindet er nicht gerade prickelnd. Er hält die Menschheit für verdummt, soziale Netzwerke u.Ä. sind ihm ein Gräuel. So ist es nicht verwunderlich, dass er die kommende Katastrophe nahezu als Erleichterung empfindet. Eine gerechte Strafe gegenüber der Menschheit, die sich selbst als Krone der Schöpfung sieht. Während er den letzten Tag resümiert, ist er sich dessen, dass er ein schlechter Ehemann und Vater ist, bereits schmerzlich bewusst. Aber hilft ja nix ;)

Als die Katastrophe losgeht, geht alles ganz schnell. Genaugenommen kommt das Chaos in Form von Plünderungen und Gewalt bereits vorher. In der Not ist eben doch jeder sich selbst der Nächste, oder?
Er verbringt die Zeit nach den Meteor- und Asteroideneinschlägen mit seiner Familie im Keller, aus dem sie mehr durch Zufall von Soldaten gerettet werden. Doch auch in der Kaserne tut er alles, um seiner Familie aus dem Weg zu gehen. So kommt es, dass er nach einem Versorgungsausflug mit 6 Anderen zurückkommt und keiner der Überlebenden mehr da ist. Alle, die sich in der Kaserne befanden, wurden durch die Sauver gerettet und zu Schiffen gebracht, die das Land evakuieren sollen. 500 Meilen trennen Ed nun von seiner Familie... Wie soll er das nur schaffen??
Begleitet Ed auf seiner abenteuerlichen und gefährlichen Reise voller Hoffnungslosigkeit, Gefahren sowie menschlichen Abgründen, aber auch Hoffnung, Kameradschaft und einer guten Portion Humor ;)

Das Szenario, mit dem der Autor seiner Geschichte Leben einhaucht, ist wirklich gelungen. Es umfasst alles, was man sich von einem guten Endzeit-Roman wünscht. Wir schwanken zwischen Hoffnungslosigkeit und neu auferstandener Hoffnung, so dass die Emotionen einen recht authentischen Eindruck entstehen lassen. Ich habe durchgehend mit unserem -zugegeben anfangs noch etwas unsympathischen- Protagonisten Ed, mitgefiebert, gelitten und gelacht :)
Wobei die zu erwartenden menschlichen Abgründe aber auch die Lichtblicke ein rundes Bild abgeben.

Auch durchlaufen die Charaktere eine spannende Entwicklung, die beim Lesen einen durchdachten Eindruck hinterlassen. Dies geschieht einerseits durch den angenehmen Schreibstil, aber auch durch die geschickt konstruierten Wendungen, die unsere kleiner Truppe erlebt.

Und ja, auch das eigene Kopfkino kommt definitiv nicht zu kurz! Oftmals steht man vor der Frage, ob es wirklich so wäre und vor allem, wie man selbst mit der Situation umgehen würde. Vor allem, wenn zum Beispiel die sogenannten "Karnickel" auftauchen. Die, die sich zusammenrotten, alles plündern und vor dem Beenden eines Menschenlebens nicht halt machen, um sich Nahrungsmittel, Munition oder Wasser zu besorgen. Wirklich oft steht man vor der Frage, wie weit man selbst gehen würde, um sich oder seine Familie zu schützen.
Einzig das Ende hätte für mich noch einen oder zwei Punkte mehr vertragen können, um befriedigt aus der Geschichte herauszugehen. Aber hey, dafür ist es wohl ein Endzeit-Roman und kein Märchenbuch ;)

Düster, beklemmend, ab und an tiefgründig und für mich gut vorstellbar! Ich hatte viel Spaß beim Lesen und halte die Geschichte um Ed und seine Reise für wirklich empfehlenswert, denn sie ist hart aber schonungslos ehrlich!
Für mich war sie allein schon deshalb lesenswert, weil ich die teilweise doch recht sozialkritische Art sehr passend fand und diese, zumindest teilweise, sehr gut nachempfinden kann. Passt perfekt zur Story ;)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Booknaerrisch
Am Ende aller Zeiten

Rezensionen von manu63:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Lügenmauer von Barbara Bierach

Guter Einstieg

Lügenmauer ist der erste Emma Vaugham Krimi der Autorin Barbara Bierach. In diesem Fall muss Emma den Mord an einen Geistlichen aufklären und stößt bei ihren Ermittlungen immer wieder an Mauern des Schweigens.

Die Autorin führt die einzelnen Protagonisten gut ein und als Leserin habe ich schon auf den ersten Seiten einen guten Einstieg ins Buch.

Wobei die Geschichte in drei Zeitsträngen erzählt wird, einer aus dem Jahr 1965, der zweite aus dem Jahr 2004 und der dritte aus dem Jahr 2005. Wobei im Strang von 1965 die Protagonisten erst mal namenlos bleiben, es ist jedoch schnell ersichtlich wie das Jahr 1965 mit dem Mord zusammen hängen könnte. Obwohl schnell klar wird wer als Täter in Frage kommt bleibt der Krimi für mich spannend und die Auflösung ist für mich befriedigend. Barbara Bierach hat einen lebendigen und gut lesbaren Schreibstil, die Charaktere werden gut und stimmig ausgearbeitet und die Geschichte behält ihren Spannungsbogen. Die irische Mentalität spielt in diesem Krimi eine große Rolle und wird gut rüber gebracht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63
Lügenmauer

Rezensionen von rewa:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Todesgruß von Astrid Plötner

Der Lebkuchenmörder

In der westfälischen Kleinstadt Unna treibt sich ein Mörder herum. Bei der alljährlichen Altstadtkirmes findet man die Leiche der Zahnärztin Judith Heinemann-Schönfeld. Um ihren Hals ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift,, Ein letzter Gruß, G.`` Die Kommissarin Maike Graf und ihr Kollege Max Teubner begeben sich auf Spurensuche und Verdächtige sind bald gefunden.

Der Ehemann der Toten wirkt erleichtert über den Tod seiner Frau und der dubiose Immobilienmakler Gero Krüger, der angeblich die Villa der Toten verkaufen sollte, macht ebenfalls keinen vertrauenswürdigen Eindruck.
Da sowohl die Tote und deren Ehemann eine Affäre hatten , müssen die Kommissare immer mehr Befragungen durchführen und es zeigt ihnen, dass von einem harmonischen Familienleben überhaupt keine Rede sein kann.
Während Maike versucht ihre Wohnung gemütlich einzurichten und die Besuche bei ihrer kranken Nachbarin Grabowski und deren Sohn David eine willkommene Abwechslung vom Alltag sind, wird ihr Kollege Max von einem unbekannten jungen Mann verfolgt, der nicht nur ein Fenster einschlägt, sondern auch den Autolack zerkratzt.
Langsam wird es dem Staatsanwalt zu dumm und in dem Stadtstreicher Benno Dreier ist für ihn der Mörder gefunden, da dieser nicht nur bei der ersten Leiche, sondern auch bei bereits einem zweiten Todesopfer angetroffen wurde.
Als eine junge schwangere Frau verschwindet, die für die tote Zahnärztin gearbeitet hat und auch das zweite Todesopfer gekannt hat wissen die Kommissare, dass ab jetzt jede Minute zählt. Die Schlinge zieht sich immer enger um den Täter und plötzlich stehen sich Maike und der Mörder Aug gegen Aug gegenüber.
Der Autorin Astrid Plötner ist ein harmonisch aufeinander abgestimmter Krimi gelungen. Die Kommissare sind sympathisch und man kann sich jederzeit in sie hinein versetzen. Jeder hat seine Stärken und Schwächen und wird dadurch menschlich. Die Handlung ist gut aufgebaut und lässt den Leser immer die Möglichkeit mit zu raten. Da es mehrere Spuren gibt, hat man als Leser die Möglichkeit selbst mit zu raten und man kommt immer wieder drauf, dass es doch einen anderen Mörder geben muss. Dass man eigentlich bis zum Schluss nicht weiß wer der Täter ist, spricht für ein gekonntes Katz und Maus Spiel.
Der Prolog ist gut gewählt, wie ein kleiner Appetithappen, der neugierig macht auf das Kommende.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Handlungen wie z.B. der Ablauf in der Gerichtsmedizin werden, genau und gut beschrieben und erklärt. Also ein Krimi, den man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von rewa
Todesgruß

Rezensionen von manu63:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Todesgruß von Astrid Plötner

Die Geschichte nimmt Fahrt auf

Rockstar Sommer ist eine Reihe der Autorin Sandra Helinski die auf vier Bände ausgelegt ist, Band zwei trägt den Titel Stumme Rockstars beißen nicht. Nachdem der Rockmusiker Eddi Markgraf nun doch beim Anna einzieht sieht sich Anna immer mehr mit Problemen konfrontiert. Eddi hat nicht nur eine überlastete Stimme auch seine Stimmungslage ist ein stetiges auf und und.

Dazu kommen noch die Renovierungsarbeiten und die Arbeit mit den diversen Tieren ihrer Kunden.

Band zwei geht mehr auf die Beziehung zwischen Eddi und Anna ein und die Geschichte wird aus der Sicht von Anna erzählt, was Eddi denkt und fühlt erfährt der Leser nicht, er ist also auf dem gleichen Stand wie Anna. Anna hat damit zu kämpfen das sich Eddi der Erkenntnis verweigert Hilfe zu benötigen. Dieses Problem schildert die Autorin auf einfühlsame Weise und nachvollziehbar.

Annas Arbeit mit den Tieren nimmt in diesem Band nicht so viel Platz ein wie im Vorband und ist auch interessanter, da es um verschiedene Tiere geht.

Der Schreibstil ist locker und schnörkellos und das Buch lässt sich gut lesen. Die Beziehung von Eddi und Anna steht noch recht am Anfang und bisher ist das Verhältnis lediglich freundschaftlicher Natur, ich bin auf jeden Fall neugierig wie sich die beiden aufeinander zu bewegen werden und finde diesen zweiten Band besser als den Auftaktband der Reihe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63
Todesgruß

Rezensionen von StefanieFreigericht:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Loney von Hurley Andrew Michael

Erwartungshaltung! Sehr spezieller Mix à la Gothic Novel

Ich fand "Loney" durchaus gut geschrieben - aber inhaltlich sollte man sich einstellen auf einen Mix aus, hm, "Wenn die Gondeln Trauer tragen", Zafóns "Der dunkle Wächter" und Enid Blyton-Abenteuerroman mit Spukschloß ? wer hier zu lesen beginnt, lässt sich darauf ein, dass dieses Buch ziemlich sicher anders sein wird, als erwartet.

Was habe ich Enid Blytons Bücher geliebt als Kind ? Fünf Freunde, etc? Irgendwo gab es immer wieder ein geheimnisvolles Haus im Nirgendwo. Da ich die alten Bücher gerade wegen einer Umräum-Aktion in der Hand gehabt hatte, war ich wohl in der passenden Stimmung für dieses Buch. Ich fühlte mich wie in einem meiner Kindheitsbücher ? in einer Version für Erwachsene. Weniger hinsichtlich irgendwelcher "expliziten Szenen" ? das Buch hat da eigentlich nur einen dezent exhibitionistischen Landstreicher an einer Bushaltestelle zu bieten, etwas totes Wild sowie einigem, was nur der Phantasie überlassen wird ? soviel Horror, wie vom Kopfkino eben gewünscht. Nein, "erwachsen" dank eines Vokabulars des strengen Katholizismus: Dabei ist Glaube an sich keine Voraussetzung für die Lektüre ? allein das Wissen hilft, z.B. um den Zusammenhang "Christus, Lamm Gottes" angesichts der Lämmergeburt auf dem Weg erfassen zu können und somit die Ergriffenheit der österlichen Gruppe nachzuvollziehen (wer hier schon aussteigt, wird vieles nicht verstehen können).

Inhaltlich ist der Roman am ehesten als eine Art "Gothic Novel" einzuordnen (die Kategorie, der "Frankenstein" angehört). Die Handlung bezieht sich auf die Erlebnisse der Brüder "Tonto", des Ich-Erzählers (sein richtiger Name wird nie genannt), und seines älteren Bruders, Andrew, genannt Hanny. Der junge Hanny spricht nicht ? warum, Autismus, Mutismus, geistige Behinderung, erschließt sich nicht. Sie werden besonders von ihrer Mutter streng im Glauben erzogen, wobei diese durchaus vermittelt, allein über die Rechtgläubigkeit urteilen zu können. Der jüngere Bruder erhält hauptsächlich die Aufgabe als Hüter seines Bruders Hanny ? er fungiert dabei auch als eine Art "Dolmetscher", da die Brüder, wenn sie zusammen sind, in einer sehr eigenen Welt leben. Die Pilgergruppe der Gemeinde, der auch die Familie angehört, ist bestrebt, mit einer österlichen Wallfahrt die Heilung von Hanny herbeizuführen, ja, in der Sicht der Mutter quasi zu erzwingen. Was nicht gelingt, dafür wurde einfach nicht genug gebetet, geglaubt, verzichtet,? "Ihm war klargeworden, was ich schon seit langem über Mummer wusste: Wenn nur ein Teil wegbrechen würde, ein Ritual ausgelassen oder ein Verfahren aus Bequemlichkeit abgekürzt, dann würde ihr ganzer Glauben kollabieren und zerschmettern." S. 143
Das Umfeld ist entsprechend, der verstorbene frühere Pfarrer trieb dann auch seinen Ministranten die Selbstbefriedigung aus, indem er sie zwang, fest in Nesseln zu greifen (nein, kein weiteres Buch zu Kirche und sexuellem Missbrauch).

Dem gegenüber steht die phantasievolle Welt der Brüder, bei der Hanny mit einem Glas voller Nägel zu verstehen gibt, Schmerzen zu haben, oder die Jungs Geheimverstecke pflegen. In "The Loney" allerdings, der titelgebenden Landschaft nahe Lancasters an der Westküste Englands, herrscht eine unterschwellig düster-bedrohliche Stimmung: hier ist das traditionelle Ziel der österlichen Pilgerfahrt. Von hier aus dringt auch der Horror in die Erinnerungen des Ich-Erzählers?man muss dann am Ende schon genau aufpassen, um die verschwundenen körperlichen Leiden gesammelt im Keller wiedererkennen zu können (wieder ein christliches Motiv, kombiniert mit der völligen Verkehrung) ? analog dazu wirkt einiges am Glauben mit seinen volkstümlichen Anteilen und seinen Ritualen fast wie Aberglaube - ich verwirre hier vielleicht, aber sonst würde ich zu viel verraten.

Dem "Fünf-Freunde-Fan" in mir gefiel die atmosphärische Darstellung sehr ? beim Inhalt änderte ich meine Meinung während der Lektüre und danach regelmäßig (die heutigen Amazon-Bewertungen der deutschen Ausgabe und des Originals verteilten sich recht gleichmäßig auf Bewertungen zwischen 2 und 5 Sternen, damit bin ich also nicht allein). Aber wegen des Muts zu einem solch ungewöhnlichen Thema und Stil komme ich auf 4 von 5 Sternen. Nicht einfließen lasse ich gewisse eher stilistische Schlampigkeiten mindestens der deutschen Übersetzung, die zwar verbreitet sind, aber in diesem Beruf nicht auftreten dürften wie S. 31 "Er entschuldigte sich" statt "er bat um Entschuldigung"

im Shop ansehen weitere Rezensionen von StefanieFreigericht
Loney

Rezensionen von manu63:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Vergeltung im Münzhaus von Petra Schier

Der letzte ist mein erster

Mit dem Band Vergeltung im Münzhaus will die Autorin Petra Schier ihre Reihe rund um die Apothekerin Adelina abschließen. Im Rahmen einer Rezensionsrunde konnte ich diesen sechsten Band der Reihe lesen,. Das ich das Exemplar als Rezensionsexemplar bekommen habe beeinflusst meine Meinung nicht.

In Band sechs ermittelt Adelina einmal mehr und dieses Mal geht es um einen Mord, der im Haus des Münzwechslers Henns Biroim erfolgt ist.

Der Vater der Hebamme Clara wird ermordet und der Knecht des Vaters beschuldigt Clara den eigenen Vater getötet zu haben. Adelina und ihre Tochter Griet glauben das Clara unschuldig ist und beginnen selber nachzuforschen wer der Mörder sein könnte.

Da es der sechste Band einer Reihe ist war ich gespannt ob ich Probleme damit hätte in den Erzählfluss zu kommen. Diese Sorge war aber unbegründet, da es die Autorin durch geschicktes einspielen von Informationen schafft, auch einem Neuleser die Geschehnisse nahe zu bringen. Der Erzählstil ist flüssig und die Charaktere kommen nach und nach auf die Bühne des Geschehens, außerdem gibt es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis das gut hilft um die Verwandschafts-und Bekanntschaftsbeziehungen zu verstehen. Einige altertümliche Worte werden außerdem erklärt.

Die Geschichte schreitet munter voran ohne langatmig zu werden. Der Spannungsbogen wird gut gehalten und es kommen für mich oft überraschende neue Information hinzu, die der Geschichte unerwartete Wendungen gibt. Den wahren Täter hatte ich nicht im Visier. Die Charaktere sind gut gezeichnet und ich konnte sie mir gut vorstellen. Auf geschichtliches wird im Buch nicht so stark eingegangen, vielmehr steht die Suche nach dem Mörder im Vordergrund, wobei Zwischenmenschliches nicht zu kurz kommt. Die Beziehungen der Personen untereinander werden gut vermittelt und durch die verschiedenen Perspektiven aus denen das Buch erzählt wird, erfährt der Leser auch einiges aus der Gedankenwelt der Protagonisten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von manu63
Vergeltung im Münzhaus

Rezensionen von RebekkaT:

Stern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Loney von Hurley Andrew Michael

Finden Sie die Geschichte zwischen den Zeilen

Tonto Smith erzählt hier eine bedrückende, düstere Geschichte. Die Geschichte um sein Leben, welches eng an das Leben seines geistig zurück gebliebenden Bruders Andrew, "Hanny" genannt, geknüpft ist. Seine Mutter "Mummer" Esther Smith will diese "Gottesstrafe" nicht hinnehmen und pilgert einmal im Jahr mit ausgewählten Gemeindemitgliedern und dem Priester nach The Loney.

Dort muss sich Andrew Jahr für Jahr einem Ritual unterziehen, das ihn heilen soll.

Bei jeden neuen Kapitel dachte ich "jetzt aber, jetzt geht es los, jetzt wird es spannend..." - nur leider bin ich mehr abgeschreckt von Mummer, von diesen katholischen Kram rund um Buße, Selbstkasteiung und den absurden Ritualen, die angeblich im Namen Gottes so von statten gehen.

Cover: Ich dachte: wirklich cool, klasse Thriller, gerade der kleine Bluttropfen, der vom Baum zu fallen droht.

Schreibstil: Ja, Andrew Michael Hurley schreibt düster, was ich schön finde, nur bin ich nach jedem Kapitel enttäuscht, dass es zu keiner Aufklärung kommt, oder dass überhaupt wenig passiert.

Es reihen sich das Leben des Pristers Winfred, der streng und eisern Saint Jude´s christlich erzieht, der Smith und dann den komischen Gestalten aus the Loney aneinander und lassen mich mit einem großen Fragezeichen im Gesicht zurück. Hurley liebt es offenbar, vieles oder alles zwischen den Zeilen zu verstecken, das liegt mir einfach nicht.
Nach über 330 Seiten kam der Autor endlich zu dem Text im Innenteil, dem gruseligen Teil. Aber auch da musste ich weiter selber denken, da er alles nur kurz anschrieb, statt aufzuklären.

Wer es düster, mysteriös, nicht allzu spannend, unaufgeklärt mag, hat von dem Buch sicher eine Menge. Ich musste mich leider durchquälen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von RebekkaT
Loney

Rezensionen von thora:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J

Zu Fuss durch halb Großbritanien - unterhaltsam aber zu einseitig

Inhalt/Klappentext:
Wie weit würdest du gehen ? für die, die du liebst?Adrian J Walker hat mit ?Am Ende aller Zeiten? einen postapokalyptischen Roman geschrieben, in dem ein ganz normaler Familienvater vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt wird. Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt.

Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang? Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben. (Quelle: Lovelybooks.de)

Meine Meinung:
Das Buch ist sehr unterhaltsam jedoch nicht überragend. Für mich wurde das Thema "Laufen" zu ausführlich behandelt. Leider kam meiner Meinung das apokalyptische das eine Dystopie aus macht zu kurz. Der Schreibstil lässt sich leicht lesen und ich hatte das Buch relativ rasch durch. Die Protagonisten sind sehr interessant geschrieben. Sie haben alle ihre eigene Persönlichkeit. Leider hat der Autor relativ oft auf gängige Klischees zurückgegriffen. Ganz besonders in der Rolle von Ed als Familienvater. Sehr schön wurden die verschieden Reaktionen der Menschen auf solch eine Katastrophe geschildert. Die Laufabschnitte sind für mich sehr realitätsfern. Ich glaube nicht das so einfach aus einem Couch Potato ein Läufer der aus dem Stegreif solche Strecken zurücklegen kann. Mir haben die Beschreibungen der Pausen und das Zusammentreffen mit anderen Überlebenden mehr zugesagt. Der Schluss fand ich etwas dürftig. Nach allem hätte ich mir ein Happy End gewünscht. ich hoffe es gibt eine Fortsetzung. Denn ich bin mit dem Ende so nicht ganz zufrieden. Ich möchte doch wissen wie es Ed und seiner Familie in der Zukunft geht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von thora
Am Ende aller Zeiten