Kunden em pfehlungen
Rezensionen von RebekkaT:
Eden von Fox Candice
Es bleibt unglaublich spannend
Endlich halte ich den zweiten Teil der Trilogie um Eric, Eden, Frank und Hades in den Haänden! Candice Fox hat mit "Eden" ein eigenes Buch geschaffen, mir Eden näher gebracht und doch immer wieder Bezüge zum ersten Teil hergestellt, um zum Schluss neugierig auf Teil drei zu machen.
Das Buch besteht eigentlich aus zwei Geschichten.
Erst ist da in Kursivschrift die Geschichte eines Jungen, der sich alleine durchschlägt und dann beim organisierten Verbrechen landet. Wir erfahren von seinem Leben mit Bär und Sunday, wie er den Namen Dogboy bekam und wie er schließlich zu einem Mann wurde, der Rache ausübt.
Im anderen Erzählstrang gibt es drei verschwundene Mädchen. Eden begibt sich undercover auf eine Farm und Frank muss gleich mehrere Sachen aufklären und sein Leben in den Griff bekommen.
Cover: PERFEKT und wunderschön, passt zu "Hades".
Schreibstil: Ich habe mich gleich wohlgefühlt; konnte direkt dort einsteigen, wo "Hades" aufhörte und habe mich sehr gefreut, dass Candice Fox ohne viel Wiederholung "Eden" geschaffen hat!
Ich freue mich ohne Ende auf den dritten Teil, auch wenn das dann wohl das Ende ist, aber ich liebe ihre Bücher. Eine Mischung aus "so würde ich es auch machen" und "Dexter" - der Untertitel lautet passender Weise "Gerechtigkeit ist gut. Rache ist besser" ... und manchmal wohl auch befriedigender.
Das Ende lässt viel erahnen und ich bin gespannt, wie Candice Fox dann alle drei Bücher zusammen bringt!
Rezensionen von LadyIceTea:
Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler
Eine Geschichte, mit einem Sog, wie das Meer selbst
Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.
Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer.
An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches ?
Dieses Buch hat mich von vornherein in seinen Bann gezogen. Die Art der Formulierungen, die Stimmung, die Charaktere und der Ort. All das, hatte seinen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat. Die Seiten sind nur so an mir vorbeigeflogen.
Als Hauptprotagonisten gibt es Hanna und Ben. Sie sind beste Freunde seit Kindertagen und genau das, schafft die Autorin spielend rüber zu bringen. Man merkt wie gut die beiden sich kennen und dass sie eigentlich nicht ohne den anderen leben können. Gleichzeitig werden ihre unterschiedlichen Charakterzüge wunderbar dargestellt. Vor allem in Zusammenhang mit ihrer Beziehung. Aber auch Chloé und Sam und Hannas Mutter sind tolle Charaktere. Ich bin zwar mit Chloé nicht richtig warm geworden und sie war mit bis zum Schluss irgendwie unsympathisch aber das hat super in die Geschichte gepasst. Auch unsympathische Personen muss es geben. Mir hat auch besonders gefallen, dass es nicht mehr Personen gab als notwendig. Jede Figur hatte seinen Daseinsgrund.
Was mich besonders an diesem Buch fasziniert, ist dieses Gefühl von Meer. Ich hatte die ganze Zeit diesen tiefen Blauton vor mir und fühlte diese Schwere und Endlosigkeit des Wassers. Das Buch hatte durchgehend eine leicht melancholische und düstere Grundstimmung. So wie die Luft sich anfühlt, bevor ein Gewitter kommt. Es zog sich durchgehend eine gewisse Spannung durch das Buch und ich habe nur auf den ersten Knall gewartet. Aber es gab auch wunderbar schöne Momente. Es geht viel um Freundschaft, Liebe und Abenteuer. Das hat die Stimmung an den entscheidenden Momenten wieder aufgehellt.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, auch wenn zum Ende hin noch einige Fragen offenstehen. Aber irgendwie haben diese Fragezeichen zum Buch gepasst.
Ein sehr schönes und eindringliches Buch. Ich kann es wärmstens empfehlen.
Rezensionen von SLovesBooks:
Elanus von Poznanski Ursula
Elanus
Meine Meinung:
Ich habe schon ein paar Bücher von Ursuala Poznanski gelesen und immer Gefallen daran gefunden. So war es auch bei Elanus.
Elanus trifft den aktuellen Zeitgeist. Man kann sich die im Buch vorgeführten Szenarien gut vorstellen. Es ist durchaus denkbar, dass im Zuge der Technik eine solche Überwachung möglich ist.
Die hier aufgezeigte Zukunftsperspektive erscheint somit realistischer als mir lieb war und konnte mich vollkommen überzeugen.
Jona ist ein interessanter Charakter. Am Anfang fand ich ihn ziemlich unsympathisch. Das ist etwas ungewöhnlich für einen Protagonisten. Normalerweise führt dieser einen durch die Geschichte und soll für die Leser greifbar sein. Man soll ihn gerne begleiten. Das war bei Jona jedoch völlig umgekehrt. Poznanski gestaltet Jona arrogant, besserwisserisch und sozial schwierig. Jedoch ändert sich das im Verlauf des Buches. Umso verwirrender die Handlung wird und man immer weniger weiß, wem man noch trauen kann, muss man sich zunehmend auf Jona verlassen. Dadurch kommt man ihm näher und kann ihn auch besser verstehen, denn tief in drinnen ist er ein lieber Kerl. Gegen Ende des Buches habe ich ihn wirklich lieb gewonnen.
Ein weiterer wichtiger Punkt in einem Buch dieses Genres ist die Spannung. Diese darf auf gar keinen Fall fehlen. Diesbezüglich wurde ich auch nicht enttäuscht. Ursula Poznanski schafft es immer genau die richtige Mischung zwischen Spannung, Action und ruhigen Passagen zu finden. Dieses Buch hat mir wirklich Nervenkitzel bereitet. Auch der leichte Thrill am Ende war überzeugend. Unerwartete Wendungen und undurchschaubare Charaktere sind an der Tagesordnung.
Der Schreibstil ist, wie immer bei Ursula Poznanski, fesselnd vom Anfang bis zum Ende. Auf Grund der angenehm zu lesenden Jugendsprache liest es sich auch sehr flott.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Es bietet alles was ich mir für ein spannendes Jugendbuch wünsche. Außerdem dürfte es auf Grund des zeitgemäßen Themas eine Menge Jugendliche ansprechen. Absolute Empfehlung!
Rezensionen von niknak:
Elanus von Poznanski Ursula
Au Pair USA
Inhalt:
Die 19-jährige Miriam erfüllt sich einen Traum. Sie geht als Au pair nach Amerika, genauer gesagt zum Big Apple nach New York. Dort wird sie mit allerlei Problemen konfrontiert. Eine zickige Gastmutter, ein freches Kind und der kulturelle Unterschied sind einige davon. Zum Glück findet sie in New York wunderbare Freunde und lernt Marc kennen.
Das Leben scheint nahezu perfekt, gäbe es bloß nicht ihre Rückkehr nach Deutschland.
Mein Kommentar:
Das Buch ist eine Autobiografie, wo Miriam selbst erzählt, wie es ihr ergangen ist. Es ist in der Ich-Perspektive geschrieben.
Man erfährt einiges, wie es ihr in New York ergangen ist. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin mehr auf die kulturellen Unterschiede einginge, vorallem da das Buch ja auch Kulturschock heißt. Mir ist auch das Ende zu kurz ausgefallen. Ich hätte es besser gefunden, wenn man genauer erfährt, wie es ihr Zuhause erging.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, trotz der paar Kritikpunkte. Als Leser erfährt man die Gefühle von Miriam in den einzelnen Situationen.
Mein Fazit:
Es ist eine leichte Lektüre für zwischendurch, die einem einen Einblick in ein Au Pair Jahr gibt.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von niknak:
Die einzige Art, Spaghetti zu essen von Brausendorf Nicole
Eine ganz besondere Liebe
Inhalt:
Die 17 - Jährige Liv muss wieder mal mit ihrer Mutter umziehen, nachdem diese sich von ihrem Freund getrennt hat. Dort lernt Liv den attraktiven und hilfbereiten Felix kennen, der ihr mehrmals aus der Patsche hilft und ein Auge auf sie geworfen hat. Ihre neue Freundin Nessie nimmt sie mit auf ein Stadtfest, wo sich Liv sofort in den gutaussehenden Keyborder Leo verliebt.
Doch dann erfährt Liv, dass er blind ist. Kann sie dennoch eine Liebesbeziehung zu ihm aufauen, oder ist doch Felix der Richtige für sie?
Mein Kommentar:
Als ich das Buch zu lesen begann, war ich sofort in der Geschichte gefangen. Man findet auf Anhieb einen Einstieg und es ist leicht und flüssig geschrieben.
Der Leser lernt alle Personen sehr gut kennen, die wunderbar beschrieben sind. Man hatte das Gefühl, dass die Personen fast lebendig wurden. In Liv kann man sich besonders gut hineinversetzen. Die Autorin hat es verstanden ihre Gefühle und Gedanken sehr gut zum Ausdruck zu bringen.
Was mir besonders gut gefällt ist die Tatsache, dass Leos Lebensweise sehr gut dargestellt wurde. Als Leser hat man den Eindruck die Welt teilweise aus seiner blinden Sicht zu sehen. Und man bekommt ein Gefühl dafür mit welchen alltäglichen Problemen er zu kämpfen hat. Das macht den Roman zu etwas ganz besonderem. Trotzdem spiegelt er auch wieder, dass Leo keinen Behindertenstatus will, sondern wie ein "normaler" Junge behandelt werden will.
Die Autorin hat es sehr gut verstanden mit viel Gefühl dieses Buch über die erste große Liebe zu schreiben. Livs Sicht kam super rüber, auch ihre Schwierigkeiten, bei der Suche nach dem Richtigen.
Trotz aller Probleme kann man auch herzhaft lachen in diesem Liebesroman, welcher durch seine Vielfältigkeit keine Langeweile aufkommen lässt und den Leser bis zum Schluss gefangen hält.
Mein Fazit:
Der Autorin ist ein sehr gutes Buch über die erste Liebe und das Thema Blindheit gelungen, welches teilweise zum Nachdenken anregt. Trotzdem kommen die Liebe und der Humor nicht zu kurz.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von i.weilharter@ais-jugend.at:
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
Hauptspeise als Desert...
Stradal entführt uns in eine typisch amerikanische kleine bzw. kleinbürgerliche Welt. Wer bis jetzt noch nicht wusste, wie das amerikanische "Landei" tickt - der bekommt es jetzt auf durchaus kurzweilige, teilweise amüsante und auch tragische Weise geschildert.
Darüber hinaus geht es um eine herzerweichende "Mutter findet Tochter"-Geschichte, die aber für mein Dafürhalten und - um es kochtechnisch auszudrücken - im fünf Gänge Menü des Romans nicht sehr gelungen platziert ist.
Da die Hauptspeise erst als Nachspeise serviert wird, irritiert zwischendurch die Fülle der verschiedenen Nebenschauplätze - sprich: Beilagen.
Was Stradal aber großartig beherrscht, ist die Offenlegung der Niederungen menschlicher trieb- und instinktgeleiteter Gefühle und Regungen.
Der Schreibstil erscheint mir typisch amerikanisch - manchmal altbacken
und wenig humorig, wo der Autor humorig sein will.
Insgesamt lässt sich das Buch aufgrund seiner stringenten Erzählweise gut lesen, aber es fehlt meines Erachtens der große Wurf in der Geschichte.
"Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" kann man lesen, muss man aber nicht.
Rezensionen von niknak:
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan
Feywind - Wind der Magie
Inhalt: (Klappentext)
Als Feywinds Vater unter mysteriösen Umständen stirbt, beginnt der junge Gildenmagier auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und macht damit einen mächtigen Feind auf sich aufmerksam - die Inquisition.
Gemeinsam mit dem Krieger Mangdalan, der Elfe Nalda und dem dämonischen Schrumpfdrachen Shnurk versucht Feywind in der Elfenstadt Jalnaptra Antworten zu finden.
Doch der Gegner ist ihnen dicht auf den Fersen und als die Gefährten die wahren Beweggründe der Inquisition aufdecken, steht plötzlich weit mehr als nur ihr Leben auf dem Spiel.
Mein Kommentar:
Es ist ein wirklich gelungenes Buch. Die über 400 Seiten sind sehr angenehm zu lesen und stets kurzweilig. Der Autor Peter Hohmann erzählt fesselnd und reißerisch die Geschichte von Feywind und seinen Gefährten. Hat man einmal das Buch in der Hand, dann kann man es nicht mehr weglegen.
Es gibt immer wieder unerwartete Wendungen, wo man sich dachte: "Oh mein Gott"; "Das kann jetzt doch nicht wahr sein"; oder auch "Unmöglich". Dadurch ist das Buch nie langweilig und der Spannungsbogen bleibt konstant über das gesamte Buch erhalten.
Man merkt, wie Feywind sich im Laufe des Buches verändert. Er wächst weit über seine Grenzen hinaus - aus dem einstigen, ängstlichen Einzelgänger wird ein kampfbereiter, äußerst starker Magier, der für seine Überzeugungen einsteht und dem seine Freunde sehr wichtig sind.
Mein Fazit:
Es ist ein äußerst gelungenes Werk, das sehr viel Potential für einen zweiten Band bietet. Dies war ganz sicher nicht das letzte Buch von Peter Hohmann, das ich gelesen habe. Absolute Leseempfehlung, für alle, die gerne Phantasiebücher lesen.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von LadyIceTea:
Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J
Spannender Endzeit- Thriller. Kopfkino garantiert!
Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag in Schottland als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer, fragt er sich vor allem eins: Hat das alles irgendwann einmal ein Ende? Er ahnt nicht, dass sich die Katastrophe bereits anbahnt.
Als das Ende kommt, kommt es von oben: Ein dramatischer Asteroidenschauer verwüstet die Britischen Inseln. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Ganze Städte werden ausgelöscht. Straßen, das Internet, die Zivilisation selbst gehören plötzlich der Vergangenheit an. England liegt in Schutt und Asche. Ist dies der Weltuntergang? Edgar und seine Familie werden während der Evakuierung voneinander getrennt, und ihm bleibt nur eine Wahl: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er 500 Meilen weit laufen, durch ein zerstörtes Land und über die verbrannte Erde, von Edinburgh nach Cornwall. Zusammen mit einigen wenigen Gefährten begibt sich Edgar Hill auf einen Ultra-Marathon durch ein sterbendes Land. Doch sein Weg ist gefährlich: Im postapokalyptischen England kämpft jeder gegen jeden ums blanke Überleben.
Dieser Roman ist mein erster Endzeit-Thriller, abgesehen von Schätzings ?Der Schwarm?. Ich wusste nicht ganz, was ich zu erwarten habe und war so schon auf den ersten Seiten begeistert. Die Beschreibungen wie die Katastrophe beginnt, wie die Leute versuchen sich zu retten und was alles dabei passiert, sind mir wirklich unter die Haut gegangen. Ich hatte einen richtigen Film im Kopf und oft sind mir Schauer den Rücken runtergelaufen.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich super schnell verschlingen. Ed, der Hauptprotagonist aus dessen Sicht alles erzählt wird, ist zu Beginn nicht sehr sympathisch. Für mich hat sich das im Laufe der Geschichte geändert. Ich weiß nicht, ob es jedem so ging. Aber ich mag seine Art zu erzählen. Dadurch fehlt zwar der wissenschaftliche Touch in der Geschichte aber das hätte auch nicht gepasst. Schließlich schreibt Ed alles auf und ich bezweifle, dass er viel Ahnung von Katastrophen und Meteoriten hat.
Das Buch ist an einigen Stellen recht philosophisch. Das hat mich positiv überrascht. Es geht oft um das ?Warum? unseres Seins und Handelns. Um die Frage ?Warum machen wir weiter, obwohl es so verdammt hart ist??. Diese Gedanken ziehen sich durch das Buch aber tauchen nur an ein paar Stellen verstärkt auf. Dazu kam bei mir immer wieder die Frage auf, wie weit ich gehen würde und zu was ich fähig wäre, wenn ich mich in einer solchen Situation befinden würde.
Bei mir hat dieses Buch ein leicht beklemmendes Gefühl hinterlassen. Auch wegen des Endes (ich verrate aber nicht warum). Es war aber auch super spannend und interessant geschrieben. Klar gibt es einige offene Fragen am Ende aber für mich passt das zum Charakter des Buchs.
Ich habe dieses Buch wirklich verschlungen und kann es absolut empfehlen. Ein tolles Buch dieses Genres!
Rezensionen von TanyBee:
Loney von Hurley Andrew Michael
Interessant, aber leider nicht fesselnd genug
Der Ich-Erzähler aus dem Buch ?The Loney? lebt mit seiner streng gläubigen Familie in London. Sein großer Bruder Andrew, von allen Hanny genannt, scheint geistig jünger zu sein als er, denn er spricht nicht und ist auch sonst nicht auf dem Entwicklungsstand eines 16jährigen. Die Mutter der beiden hofft auf eine Wunderheilung auf einer Pilgerfahrt und so fuhren sie viele Jahre zur Osterzeit nach ?The Loney? mit dem alten Pfarrer Father Wilfred.
In diesem Jahr fahren sie mit dem neuen Pfarrer der Gemeinde, Father Bernard. Doch über ?The Loney? gibt es viele Sagen und Gerüchte und einige werden die Pilger am eigenen Leib kennen lernen.
Der Erzähler in diesem Buch wird nie mit Namen angesprochen, wenn ich mich nicht irre. Außer von Father Bernard, der im den Spitznamen Tonto gibt. Das sagt viel zu familiären Situation aus, denn alles scheint sich immer nur um Andrew zu drehen, im positiven wie im negativen. Die Mutter ist derart im Glauben verrannt, dass ich mich manchmal gefragt habe, welches Jahr wir in diesem Buch überhaupt schreiben, es kam mir an manchen Stellen unglaublich altmodisch vor. Die Messdiener werden vom Pfarrer (dem alten Pfarrer) gezüchtigt, die Messen sind lang und auf Latein. Es spielt aber tatsächlich in den 70ern.
Besonders schön fand ich die Interaktion zwischen den Brüdern: Tonto ist der einzige, der mit seinem Bruder kommunizieren kann. Er versorgt Andrew sogar zu großen Teilen allein. Obwohl die Mutter so viel Kraft in die ?Heilung? investiert, scheint sie gar keine richtige Beziehung zu Andrew zu haben. Andrew ?spricht? mit Tonto über verschiedene Zeichen, wenn er sich entschuldigen will gibt er ihm beispielsweise einen kleinen Plastikdinosaurier, den er immer bei sich hat. Tonto ist es auch, der erkennt, wenn eine Situation beunruhigend für Andrew ist. Diese Szenen fand ich sehr berührend, aber leider gibt es sehr wenige davon.
Interessant war auch die Religiosität der Gemeindemitglieder und des alten Pfarrers, die in ihrer Ausübung schon fast sektenhafte Züge annimmt. Dem gegenüber steht der neue Pfarrer, der mit dem alten, starren Glauben nicht viel anfangen kann und dessen Leitgedanke eher Menschlichkeit ist. Sehr gelungen!
Das große ABER bei diesem Buch ist die Handlung. Sie kommt einfach nicht in Schwung. Für mich gab es kaum Spannung und ich hatte oft keine große Lust weiter zu lesen. Erst auf den letzten hundert Seiten wird das etwas besser. Aber bis dahin hat man lange Durststrecken zu überwinden, die nur von kurzen Highlights unterbrochen werden.
Das Ende dürfte auch nicht jedermann gefallen. Ich fand es aber ganz gut. Es ist eher ein offenes Ende, es werden nicht alle Fragen beantwortet. Trotzdem ist die Geschichte meiner Meinung nach ?Rund?.
Es ist wirklich schwer, diesem Buch eine Bewertung zu geben. Es ist durchaus interessant, aber keine einfache, schnelle Lektüre. Ich gebe drei Sterne, da es mich die Handlung einfach nicht richtig packen konnte.
Rezensionen von crumb:
Am Ende aller Zeiten von Walker Adrian J
Tiefgründig!
Zunächst gab es von mir 3 Sterne, nachdem ich nun das Buch habe wirken lassen sind es 4 geworden, trotz einiger Kritikpunkte. Und ja, dies lag sehr intensiv am letzten Kapitel! Denn ab der Hälfte des Buches sank leider meine anfängliche Begeisterung ...
Der Leser sollte kein apokalyptisches Ende der Welt in Form von Brutalität und nervenzerreißender Spannung erwarten.
Der Autor setzt zwar seinen Fokus ebenso auf die menschlichen Abgründe, jedoch steht die Entwicklung von Ed im Mittelpunkt.
Dies empfinde ich immer als positiv, bin jedoch mit einer anderen Erwartung an das Buch herangegangen.
Ich hatte nicht mal richtig zu lesen begonnen, schon war ich Hin & Weg! Auf der Innenseite des Covers ist der Beginn des Prolog "Glaube" abgedruckt als schriftliche Notiz und der Schreibstil nahm mich sofort gefangen!
"Ich glaube, was ich glaube, damit das Leben weniger beängstigend ist. Unser Glaube ist nur eine Sammlung von Geschichten, die wir uns selbst erzählen, um uns die Angst zu nehmen. Glaube hat sehr wenig mit der Wahrheit zu tun." (S. 8)
Ed berichtet vom Anfang des Endes. Von seiner Erleichterung bezüglich des Weltuntergangs. Von seiner Trinkerei & den nicht vorhandenen Vaterqualitäten. Wie er den Kioskbesitzer nieder schlägt.
Ein Anti-Charakter welcher die Leserwelt spaltet, gespickt mit viel Sarkasmus ~ ich war Ed-Fan! Genau über solche Charaktere lese ich gerne.
Es werden Freiwillige für Versorgungseinsätze gesucht, fernab der Familie: "Ich war kein völlig unbrauchbarer Ehemann & Vater. Aber eben auch kein guter. Ich wischte mir den Brei ab und hob die Hand." (S. 111)
Die beklemmende Stimmung transportiert Adrian J Walker hervorragend. Ich konnte mich in die beschriebenen Situationen hineinfühlen.
"Von weit weg hörten wir ein leises, nasales Heulen. Es war ein Geräusch aus einem anderen Jahrhundert. Ein Geräusch, das bei uns nichts mehr verloren hatte." (S. 29)
Der Leser wird hineingesogen durch die Schriftsprache, fühlt & erlebt mit.
Ebenso wird relativ früh mit Moral und Gesellschaftskritik gespielt. Unwillkürlich setzt der Leser sich damit auseinander, stellt sich Fragen. Würde ich anderen helfen oder einzig auf meine Familie konzentriert sein? Wie weit würde ich gehen um noch Vorräte zu beschaffen? Kaum Platz für meine Familie & mich, würde ich dennoch die Tür öffnen?
Doch dann kommt der Tag an dem Ed sich nur noch die eine Frage stellt: Kann ich über mich selbst hinauswachsen, um zu meiner Familie zu gelangen?!?
Dies ist auch die Wende der Geschichte!
Es geht um denn inneren Kampf, den Konflikt aufzugeben oder durchzuhalten. Ed hinterfragt sich selbst, sucht sich in seiner eigenen Kindheit. Vordergründig geht es um die Auseinandersetzung mit sich selbst.
"Ich fühlte mich wie ein Kind. Ich war ein Kind; ich bin ein Kind. Denn wir werden gar nicht erwachsen - wir werden überwachsen wie frisches Grün von Gestrüpp." (S. 416)
Eher der kleinere Anteil dieser Geschichte, werden auch die menschlichen Abgründe aufgeführt, das surreale Verhalten welches sich bedingt durch die neue Lebenssituation entwickelt. Genau hier hatte ich mir mehr erwartet, mehr Intensität.
Für mich war das Buch nicht die Geschichte, welche ich erwartet hatte. Und doch beschloss ich von 3 auf 4 Sterne hochzugehen. Der Schreibstil hat mich gefesselt, bestimmte Szenen waren sehr gut skizziert & besonders die Kapitel "Weisse Propheten" und "Sennen Cove" haben mich eingenommen! Der Leser wird zurückgelassen und genau das ist es was mich nochmals überzeugte!
www.KeJas-BlogBuch.de








