Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Kinder brauchen Dopamin von Michaeleen Doucleff
Nur bedingt zu empfehlen
Lange nicht mehr hat mich ein Buch so zwiespältig zurückgelassen. Einerseits hat es mich extrem interessiert, wie sich Medienkonsum und hochverarbeitete Lebensmittel auf den Körper auswirken, welche Vorgänge dabei freigesetzt werden und was zu einer Sucht führt. Andererseits folgt diese Autorin einem Ansatz, den ich selbst nicht gutheißen kann.
Ich finde ihn zu radikal und auch nicht allgemein umsetzbar. Sie nutzt die eigene Tochter um ihre Fortschritte darzustellen, doch diese Berichte wirken auf mich zu glatt, als dass sie glaubhaft wären. Und zugleich scheint die Familie für Michaeleen Doucleff so wie sie es hier darstellt eine Mischung aus Versuchkaninchen und Obsession zu sein, immer darauf bedacht noch extremer vorzugehen. Die Gefühlswelt wird dabei fast völlig außen vor gelassen und Kindern nur ein minimales Mitspracherecht eingeräumt. Meinen Wunsch nach einer gewissen Vereinbarkeit läuft dem komplett entgegen. Entsprechend habe und werde ich mir nur die für mich relevanten Infos aus diesem Buch ziehen und den vorgegebenen Plan nicht weiter verfolgen.
Die Autorin beschreibt interessant, gut verständlich und ausführlich. Sie stellt sowohl wissenschaftliche Hintergründe vor, wie auch Anekdoten und Gedanken dahinter. Wenn man ihren Weg annehmen kann, kann dieses Buch trotz seines Umfangs womöglich kurzweilig und erhellend sein. Ich selbst habe jedoch rasch eine innerliche Haltung angenommen, die mir dies erschwerte.
Die Haltung der Autorin spricht klar gegen bedürfnisorientierte Erziehung.
Rezensionen von lesende_zitrone:
The Exes von Leodora Darlington
Lügenkonstrukte, falsche Rollen und gefährliche Menschen.
In "The Exes” ist niemand der, der sich zuerst so darstellt. Jeder spielt eine Rolle, ein falsches Spiel, und baut Lügen auf weiteren Lügen auf.
Natalie ist gefährlich und arbeitet an sich, um das Biest im Zaum zu halten. Wäre da nicht James, der ihr gewaltig den Kopf verdreht und ihr neuer Mittelpunkt ihres Lebens wird.
Aber nicht nur Natalie versteckt sich, auch ihr Umfeld hat mehr Geheimnisse, als sie jemals ahnen würde.
Natalie ist eine starke Frau, die viel zu verarbeiten hat. Sie ist gefährlich, hat viel im Kopf und will eigentlich nur von ihrer Familie geliebt werden. James ist nett und ein toller Chef. Wäre da nicht das eine oder andere, was er auch versteckt? Die beiden zusammen geben schnell eine extrem spannende Verbindung im Buch wieder, was einen sehr packt.
Das Buch ist äußerst spannend mit vielen Rätseln und Andeutungen geschrieben. Es kommen immer wieder Plottwists, die man gar nicht erwartet, und das Buch lässt sich gar nicht mehr aus den Händen legen. Der Anfang war etwas stockend, aber ab der Hälfte nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf und es kommen mehr gefährliche Verstrickungen. Im Laufe des Buches bekommen wir ein paar Kapitel, die aus der Sicht anderer Charaktere geschrieben sind. Was dem Buch noch mehr Tiefe gibt und einem Gänsehaut verpasst.
Große Empfehlung für alle Thriller-Fans, die eine Geschichte über gefährliche Frauen lesen möchten, mit einer fesselnden Vergangenheit.
Rezensionen von lesende_zitrone:
Liars all around me von Clara Blais
Absolut fesselnder Thriller in einer reichen Kleinstadt und geheimnisvollen Schülern!
Jeder hat seine Geheimnisse und niemand ist so, wie auf den ersten Blick angenommen.
Wie immer morgens in die Schule gehen, doch dieser Morgen ist anders. Averys Mitschülerin und Feindin wird am Leuchtturm erschossen aufgefunden. Und ihr Mitschüler Ryle hat sie direkt als Täterin im Blick. Schließlich muss sich Avery auf die Suche nach dem richtigen Mörder machen und das mit Ryle und ihrer besten Freundin Micah.
Je mehr sie über ihre Mitschüler erfahren, desto schockierender wird es. Aber dabei geraten selbst die tiefsten Geheimnisse der drei ans Licht.
Avery wurde von ihren Eltern zur perfekten Schülerin erzogen. Allerdings sieht es in ihrem Innersten ganz anders aus. Sie kämpft stark mit sich selbst und als der Mord passiert, gerät sie noch mehr in Panik, schließlich steht ihre Zukunft auf der Kippe. Trotzdem ist sie sehr sympathisch und kämpft für sich selbst, auch wenn es ihr schwerfällt. Ryle ist der Kriminelle der Stadt und jede Woche kommt ein neues Gerücht über ihn in der Schule. Er kümmert sich nur um sich und seine Familie mit ganzem Herzen. Obwohl er mit einem schweren Ereignis zu kämpfen hat, ist er eigentlich sehr herzlich und gibt jedem eine Chance. Zu Anfang können die beiden sich nicht ausstehen, durch das Machtverhältnis, das zwischen ihnen steht. Doch mit der Zeit sehen sie, dass der Mord wichtiger ist als ihr Streit.
Das Buch hat mich wahnsinnig schnell gepackt und mich miträtseln lassen. Der Schreibstil war wirklich spannend und hat die Geschichte perfekt erzählt. Die Charaktere und auch das Setting der Kleinstadt wurden ausgezeichnet beschrieben und es hat Spaß gemacht, zu lesen. Der/Die Täter/in wurde nicht einfach gemacht zu erraten und ich habe mit den Charakteren langsam begriffen, wer ein falsches Spiel spielt. Das Ende des Buches finde ich absolut gelungen und es hat mich extrem überrascht.
Eine wahnsinnig große Empfehlung für alle, die gerne Thriller mit Schülern lesen und sich überraschen lassen wollen. Perfekt für ein regnerisches Wochenende auf der Couch!
Rezensionen von Daggy:
Der unerwünschte Gast von Hendrikje Balsmeyer
Lernen ohne Gluten zu leben
„Ein Geschichte über Zöliakie“ heißt der Untertitel und wir sehen eine nett Dame, die bei Lou anschellt.
Leider gibt es immer mehr Menschen, auch Kinder, die unter dieser Autoimmunerkrankung leiden und kein Gluten vertragen.
Lou lebt mit Mama, Papa und ihrem kleinen Bruder Nikki zusammen, die Geschwister mögen beide gerne Gummibärchen, deshalb versteckt sie Lou in der Toilettenpapierrolle.
Lou hat oft Bauchschmerzen und ihre Beine tun ihr weh, außerdem ist sie oft schon früh müde. Deshalb geht sie mit ihren Eltern zu Kinderärztin, die ihr Blut abnimmt. Ein Ergebnis gibt es noch nicht, aber als Lou mit ihren Eltern Memorie spielt schellt eine Frau an, die mit drei Koffern anreist und die für immer bleiben will. Ihr Name ist Zöliakie und sie sortiert alle Lebensmittel aus, die Lou nicht mehr essen darf. Sie erklärt ihr, dass sie den Kleister in manchen Lebensmittel nicht verträgt. Lou findet sie lästig und aufdringlich, erst ihr kleiner Bruder weist sie darauf hin, dass sie ihre gesundheitlichen Probleme los ist, weit Frau Zöliakie sich um sie kümmert.
Die Illustrationen im Buch sind sehr großformatig und sie zeigen sehr genau, wie Lou ihre Ernährung umstellt. Der Text ist schon etwas länger erklärt aber sehr verständlich und kindgerecht diese Krankheit, die nicht heilbar ist, die aber durch konsequente Vermeidung vom Gluten verhindert wird.
Das Buch klärt nicht nur Betroffene auf, sondern es zeigt auch allen anderen, wie genau man es mit der Ernährung nehmen muss.
Rezensionen von Daggy:
Bis der Regen Feuer fängt von Stefanie Höfler
Beängstigend und voller Spannung
Tonia lebt im Jahr 2065 zusammen mit ihren Eltern und ihren älteren Bruder Rudi zusammen in einer überwachten Welt. Ein Sensor am Arm und ein Smartphon in der Hand, so sind die Menschen unterwegs. Vitamine werden durch Pillen ersetzt und es ist wichtig sich anzupassen und dem Normensystem zu entsprechen.
Die Ressourcen sind knapp und es regnet kaum noch.
Doch dann verschwindet Rudi nach einem Streit mit den Eltern und Sol taucht in der Klasse auf. Sie hat genau wie Rudi Narben an den Fingern und sie gefällt Tonia. Doch dann, als es anfängt zu regnen, entschließt sich Tonia ihren Bruder im Wald zu suchen. Rudi ist ein Regenkind, auch wenn wir lange nicht verstehen, was das bedeutet.
Die Dystopie ist nicht so düster und vieles fühlt sich noch sehr vertraut an, anderes ist beängstigen, wie sie ständige Überwachung durch Kameras und den Sensor. Die festen Regeln, aus denen man nicht ausbrechen darf, weil man dann nicht studieren darf. So sind auch gleichgeschlechtliche Paare genauso verboten, wie uneheliche Kinder.
Tonia schafft es dann im Wald zu überleben, weil sie vieles von ihrem Bruder gelernt hat, der sich sehr mit der verbliebenen Natur beschäftigt hat.
Neben der Erzählung, die immer wieder auch in die vergangenen Tage abschweift, gibt es Briefe du Texte, die ich nicht zuordnen konnte, die erst im Nachhinein Sinn ergeben. Fast möchte ich das Buch noch einmal mit dem Wissen, dass das Ende mit sich bringt, lesen.
Manchmal zog sich die Geschichte etwas, zumal ich ja wissen wollte, was hinter den Regenkindern steckt.
Ein ungewöhnliches, spannendes Buch, dass von einer Zukunft berichtet, die wir hoffentlich verhindern können.
Rezensionen von bookloving:
Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider
Wenn Freiheit verboten wird - Eine beklemmende Parabel
MEINE MEINUNG
In seinem beeindruckenden neuen Roman Der letzte Sommer der Tauben erzählt Abbas Khider von einer Gesellschaft, die sich unter der sich allmählich ausbreitenden Terrorherrschaft eines islamistischen Kalifats immer weiter verdüstert. Im Mittelpunkt der bedrückenden Geschichte steht der vierzehnjährige Ich Erzähler Noah, der mit seiner Familie in einer Stadt lebt, deren Namen bewusst unerwähnt bleibt.
Khider verzichtet bewusst auf konkrete geografische und zeitliche Verortung, wodurch der Roman eine beklemmende Allgemeingültigkeit erhält. Die schleichende Veränderung des Alltags ist nicht auf einen Ort beschränkt, sondern ist universell und könnte in vielen totalitären Diktaturen und fundamentalistischen Regimen geschehen. Noahs größter Stolz ist seine Taubenzucht hoch über den Dächern seiner Stadt. Von diesem kleinen Rückzugsort aus beobachtet er ihren Flug und verbindet mit ihnen ein Gefühl von Schönheit, Ruhe und Weite, symbolisieren diese wunderschönen Vögel doch Freiheit und vertrauensvolle Bindung. Als die neuen islamistischen Machthaber jedoch zunehmend das öffentliche und private Leben streng zu kontrollieren beginnen, gerät seine fragile Welt zunehmend unter Druck und das vertraute Umfeld verwandelt sich in ein System aus Verboten, Angst und wachsender Gewalt. In kurzen, Schlaglicht-artigen Kapiteln werden wir Zeugen eines schleichend um sich greifenden Ausnahmezustands. Jedes für sich genommen eher unspektakulär, entfalten sie dennoch in ihrer Abfolge eine beklemmende Wucht.
Khider versteht es hervorragend, die tief in den Alltag eingreifende Ideologie und Veränderungen äußerst anschaulich und nuanciert zu beschreiben. Ob nun das Verschwinden der Musik aus den Cafés, das Verhüllen der Frauen, Schwärzen von Bildern oder das Konfiszieren und Verbrennen von verbotenen Gegenständen - die rigiden Maßnahmen und religiösen Vorschriften dringen Schritt für Schritt bis in die kleinsten Bereiche des Alltagslebens vor. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, werden plötzlich verdächtig oder verboten, so dass sich immer deutlicher die umfassende Umstrukturierung des Lebens offenbart. In eindrücklichen Szenen, in denen das Banale bisweilen ins Groteske kippt, wird die Absurdität der Ideologie ebenso greifbar wie ihre zerstörerische Konsequenz.
Um die Brutalität des Systems sichtbar zu machen verzichtet Khider in seiner eindringlich erzählten Geschichte bewusst auf Pathos und dramatische Überhöhung. Der schlichte, prägnant gehaltene Sprachstil passt hervorragend zu der Perspektive des jugendlichen Ich-Erzählers, der vieles zunächst nur bruchstückhaft versteht und viele Vorgänge mit Staunen, Angst und Unverständnis wahrnimmt. Gerade Noahs scheinbare Naivität legt die Widersprüche, Grausamkeiten und Absurditäten der neuen Gegebenheiten umso schonungsloser frei. Gekonnt lässt Khider zudem eine leise, oft bittere Ironie einfließen, die sich vor allem in beiläufigen Bemerkungen und im familiären Miteinander zeigt.
Zu den stärksten Charakteren gehört die Figur des widerständigen Onkels Ali, der trotz der Verbote heimlich raucht, trinkt und schreibt. Als ein stiller, ironischer und weiser Gegenpol zu den sich die immer weiter zuspitzenden Verhältnissen erklärt er Noah die politischen Hintergründe und eröffnet ihm durch seine stille oppositionelle Art einen Raum des Denkens und Zweifelns. In ihm verdichtet sich ein widerständiger Rest von Eigenständigkeit in dieser trostlosen Zeit.Khider versteht es, die wachsende Bedrohung nicht über spektakuläre Zuspitzungen, sondern über Verdichtung zu verdeutlichen. Gekonnt zeichnet er ein bedrückendes, aber auch sehr bewegendes Bild davon, was religiöser Fanatismus im Alltag anrichtet.
Der Raum, in dem sich Noah bewegen kann, wird Schritt für Schritt enger, das Misstrauen wächst, Beziehungen zerbrechen oder werden von Angst unterwandert. Öffentliche Gewalt wie Verhaftungen, Misshandlungen oder sogar Steinigungen ist keine Ausnahme, sondern logische Konsequenz eines Systems auf, das sich über absolute Deutungshoheit definiert.
Geschickt hat der Autor die Tauben als zentrales Motiv seines Romans gewählt. Sie stehen nicht nur für Noahs Leidenschaft, sondern symbolisieren zudem eine Idee von Freiheit, die sich dem Zugriff der Macht und Kontrolle zunächst entziehen kann. Als sogar das Taubenzüchten schließlich verboten wird und der Himmel selbst zum verdächtigen Raum deklariert wird, fällt schließlich auch der letzte Rückzugsort. Eindrucksvoll führt Khider uns hierbei vor Augen, dass eine Herrschaft, die den freien Flug fürchtet, letztlich jede Form von Autonomie fürchtet und unterdrücken will. Ein beklemmender Ausklang angesichts von Noahs fatalen, unwiederbringlichen Verlusts und seiner äußerst ungewissen Zukunft, aber auch ein kleiner hoffnungsvoller Ausblick, dass sich ein kleiner Rest Widerstand gegen eine vollständige Unterwerfung regt.
FAZIT
Ein beeindruckender, leiser Roman, der mit großer Eindringlichkeit vom Alltag unter religiösem Fanatismus und schwindender Freiheit erzählt..
Es ist ein ebenso beklemmender wie berührender Roman, der lange nachwirkt! Sehr lesenswert!
Rezensionen von Daggy:
Eine Kugel Schoko bitte! Emmos Weg aus dem Selektiven Mutismus von Aniko Lerch
Selektiver Mutismus sehr gut erklärt
Stolz hält uns Emmo sein Schokoladeneis entgegen, dass er selbst am Eiswagen gekauft hat. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg, den Emmo zusammen mit Frau Dr. Sperling und seiner Familie gehen muss.
Denn Emmo spricht ausschließlich zu Hause mit seiner Familie, da plappert er problemlos drauf los, aber wenn er in der Kita ist, hängen die Worte in seinem Hals fest.
Da Emmo uns selbst seine Geschichte erzählt, erfahre wir genau, wie es ihm geht, wenn erwartet wird, dass er spricht. Mit seinem Schweigen macht er aber auch die anderen aggressiv, sie verstehen nicht, warum er nichts sagt. So übernimmt sein kleiner Bruder das Sprechen für ihn und seine Mutter umgibt ihn nur mit Menschen, die Verständnis mit Emmo haben. So lernt Emmo Geige und sein Lehrer hat keine Probleme damit, dass Emmo nicht mit ihm spricht, ihre Sprache ist die Musik. Erst als Emmo zu Frau Dr. Sperling kommt, hat seine „Nichtsprechen“ ein Diagnose „Selektiver Mutismus“, und obwohl ich das Buch „Luftmaschentage“ kenne, war mir der Begriff fremd. Er beschreibt Menschen, die zeitweilig nicht sprechen, obwohl sie es können. Frau Dr. Sperling begleitet Emmo einige Jahre und gemeinsam schaffen sie es, dass Emmo, als er in die Schule kommt mit seinen Mitschülern und mit der Lehrerin spricht. Sie geht da sehr langsam und mit viel Gefühl vor, aber sie ist sehr erfahren und weiß, wie sie Emmo dazu bringt zunächst Buchstaben lautlos zu sprechen.
Im ersten Teil das Buches berichtet Emmo und im zweiten Teil gibt es Tipps, wie man mit Ritualen und ganz viel Lob etwas bewirken kann. Ein Buch, dass Hoffnung macht und uns anderen zeigt, dass wir mehr Verständnis aufbringen müssen, wenn uns ein Kind nicht antwortet.
Neben dem gut verständlichen Text gibt es viele bunte Bilder und Anregungen für Rituale im zweiten Teil.
Rezensionen von Daggy:
Sigismund lernt brüten von Bettina Wagner
Witzig und voller Frauenpower
Kräftig krähend sehen wir Sigismund auf dem Cover, dann werden zunächst die drei Hühner vorgestellt. Doris, Rosemarie und Adelheit leiden sehr unter diesem lauten Krähen, dass über den Hof schallt. Adelheit platzt der Kopf, Doris und Rosemarie sorgen sich um Küken und Eier. Und dann fordert Sigismund die Damen noch auf ihn auf seinem Kontrollgang über den Hof zu begleiten.
Stolz schreitet er voran, gefolgt von den Hühner und den Küken. Aber zu den Kühen muss die Gruppe eine Straße überqueren und als es auf dem Rückweg zu einem Unfall kommt bei dem Rosemarie verletzt wird, fordert Adelheit, dass Sigismund die Eier ausbrühten soll.
Trotz aller Tragik eine witzige Geschichte, die zeigt, dass auch solche Machos, wie dieser Hahn klein bei Geben bei so viel Frauenpower. So kommt es, dass Sigismund Carearbeit leisten muss, „es wird höchste Zeit, dass auch mal ein Hahn brütet.“
Die Illustrationen muten ein wenig naiv an, was, wie ich finde, gut zum Bauernhof passt. Der Text ist recht kurz und gut verständlich und mit einem Augenzwinkern geschrieben. Mir gefallen die emanzipierten Hennen.
Rezensionen von Daggy:
Ich bin Ida von Sabine Westermaier
Erstklässlerin Ida
Eine fröhliche Ida kommt uns da auf dem Cover entgegen, sie freut sich, dass sie nun endlich Schulkind ist. In 20 Kapiteln werden wir sie durch das Schuljahr begleiten.
Zunächst treffen wir sie in ihrer Klasse und hier ruft sei ein Junge „Dieckie!“, da richtet Ida die Spitze ihrer Schultüte auf den Jungen und sie sagt ihm ihre Meinung.
Danach ist sie zunächst über sich selbst erschrocken doch ihre Lehrerin gibt ihr Recht und Ida setzt sich neben Esra, die dann ihre Freundin wird. Ein doppelseitiges Bild zeigt wie Ida wüten auf den Jungen zugeht, es zeigt sehr gut ihre Wut und sein Erschrecken. Ida lebt mit ihren Zwei Papas zusammen Papa Till und Papa Tom. Ihre Mama wohnt in Kalifornien auf einem Berg und dort gibt es Pfauen, diese Vögel sind Idas Lieblingstiere und sie tauchen immer wieder auf, zum Schluss wird sogar eine Seifenkiste mit Pfauenfedern geschmückt.
Meine Enkelin kommt in diesem Jahr in die Schule, aber ich weiß nicht, ob ich ihr das Buch gebe, denn sie wird sicher nicht verstehen, dass ein Kind so weit von seiner Mama entfernt lebt. Sie weint sogar, wenn die Pinguine ihre Eltern verlassen. Obwohl es natürlich wichtig ist, auch andere Familienformen kennenzulernen und zu erleben, dass Ida sehr glücklich mit ihren Papas ist. In einigen Geschichten geht es um Abkürzungen wie LOL oder BFF, ich habe solche Begriffe noch nicht bei meinem Enkel gehört, aber vielleicht tauche sie in anderen Schulen auf.
Der Text beginnt immer mit dem Alter von Ida, leider ändert sich das von 6 auf 7, obwohl der Geburtstag erst in einem späteren Kapitel gefeiert wird. Ich mag solche unlogische Sachen nicht so gerne.
Ein Buch mit schönen Erlebnissen im ersten Schuljahr und vielen schönen bunten, teilweise großen Illustrationen.
Rezensionen von Daggy:
Wenn die Trauer zu dir kommt von Roland Kachler
Auch die Trauer und der Tod haben Platz in unserem Leben
In diesem Buch, dessen Cover zwei Kinder zeigt, eines, das traurig ist und eines, dass tröstet, werden konkrete Trauerfälle beschrieben. Da Roland Kachler Theologe ist, meist aus der Sicht des christlichen Glaubens, obwohl es auch Informationen zu anderen Religionen gibt.
Im Vorwort wird der Lesende direkt angesprochen und Hilfe in der Zeit der Trauer angeboten, mit dem Ziel auch wieder fröhlich sein zu können.
Mia fragt ihre Oma, wie der Opa verstorben ist, der Oma fällt es nicht zunächst nicht leicht darüber zu sprechen und sie benutzt das Wort „Abschied“. Neben der kleinen Geschichte, die mit einigen Bildern ausgeschmückt wird, gibt einen blau unterlegten Text, der sachlich über die Trauer informiert. Unter der Überschrift „Was wir bei Abschieden machen“ gibt es viele Punkte zu dem Thema und die Kinder werden aufgefordert noch über weiter nachzudenken. Mateo erfährt, dass sein Opa schwer erkrankt ist und dass mit seinem Tod zu rechnen ist. Er geht mit dem Eltern ins Krankenhaus, um sich zu verabschieden. Hier gibt es viele blauunterlegte Text zum Tod und zur Beerdigung. Eine Todesanzeige wird abgebildet und die unterschiedlichen Bestattungsarten werden erklärt. Danach gehen wir mit Luisa, die ihre Tante verloren hat auf den Friedhof. Benni und Sofie müssen erfahren, dass ihr Vater einen Herzinfarkt hatte. Maxis Bruder ist mit dem Roller tödlich verunglückt und auch nach 6 Monaten traut sie noch sehr.
Mir gefällt sehr gut, dass es sowohl eine Zeit für die Trauer gibt als auch für Fröhlichkeit, man darf wieder lachen. Denn oft schafft man es nur schwer die Trauer wieder abzulegen. Sei ist, weil ein anderes Familienmitglied auch traurig ist oder weil man glaubt den Tod verschuldet zu haben, wie Maxi. Es gibt viele Sachinformationen, aber auch Gedanken darüber, was mit der Verstorbenen oder dem Verstorben geschieht. Nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit der Seele.
Das Buch ist gut strukturiert und beschreibt sehr traurige Situationen, die Bilder sind einfach gehalten. Das Kind sollte das Buch immer nur in Begleitung lesen.











