Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Eilig, so unglaublich eilig! von Christian Merveille
Wunderschön illustriertes Bilderbuch über einen hektischen Hasen
Das französische Bilderbuch dreht sich um einen anthropomorpher Hasen, der zügig an sein Ziel kommen will. Er saust durch das kleine britisch angehauchte Städtchen, immer auf dem Sprung, um geschwind anzukommen, vorbei an Geschäften, Cafés und Häusern und nimmt nichts um sich herum wahr.
Auf dem Buchrücken steht, er wäre ein Bilderbuch zum Innehalten und Immer-wieder-Anschauen.
Das trifft es auf den Punkt. Ich werde es immer zur Hand nehmen, wenn ich in dieses Gefühl eintauchen möchte, das ich sofort hatte, als mich schon beim Aufschlagen das Vorsatzpapier einladend in diese Welt zog, und ich dachte, wow, ist das wunderschön. Der wenige Text und die Wiederholungen schaffen einen angenehmen Rhythmus, der das Vorlesen lebendig und spannend macht. Wo will der Hase nur so schnell hin? Die seitenfüllenden Illustration sind kunstvoll, atmosphärisch und strahlen eine Ruhe aus, die man spürt, und die einen sanften Kontrast zur Eile des Hasen bildet. Die lebhaften Grüntöne und die malerische Landschaft lassen vom Frühling träumen, sodass man sich ganz ins idyllische Gemeinschaftsgefühl des wimmelnden Treibens träumen darf. Hier gibt es viel zu entdecken. Besonders amüsant fand ich die spielerischen Wiederholungen der Charaktere, die einem das Gefühl geben, der Hase würde viel länger brauchen, obwohl er so schnell ist. Ich würde am liebsten in dieses kleine Städtchen ziehen und dort leben.
Das Bilderbuch erinnert daran, das Tempo runterzuschrauben und innezuhalten. Es ist eine Einladung zur Ruhe zu kommen und ein bisschen in dieser Idylle zu verweilen. Ich finde es besonders wertvoll für Kinder und Erwachsene, die sich ausschließlich auf das Ziel konzentrieren und vergessen, eine Verschnaufpause einzulegen, um die Aussicht zu genießen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Die Enthusiasten von Markus Orths
Großartig verrückt
„Für dieses Buch würden sie töten! Sie alle drei!“
Dem vierundvierzigjährigen Vincent Bär fiel das Erzählen schon immer leichter als das Schreiben. Deswegen lässt er als Ich-Erzähler daran teilhaben, wie im März 2018 sein Leben zu kippen begann. Als großer Bewunderer des irischen Schriftstellers Laurence Sterne reist Vincent jedes Jahr nach Coxwold und trifft dort seine Kollegin Bianca und Ole.
Zusammen sind sie große Anhänger des meisterlichen Pioniers der modernen Literatur, denen ein ungeahntes Wunder begegnet: ein Mann namens Morton Minelli behauptet, ein unbezahlbares Manuskript des zehnten Buches zu besitzen, von dessen Existenz niemand wusste – es gab nur Gerüchte. Er will den Inhalt von ihnen auf Echtheit prüfen lassen. Vincent ist Feuer und Flamme. „Sie hatten nicht die geringste Ahnung, wozu ich fähig und was ich zu riskieren bereit wäre…“
In den Rückblicken erfährt man viel über Vincents Familie, die lese- und wortverrückte Kindheit der drei Geschwister und wie einschneidend es die Familie verändert hat, als die Mutter spurlos verschwand. So manche bezaubernde Erinnerung wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben. Der letzte Auftrag vor dem Ruhestand des ‚Wiederholungsphobikers‘ und ‚Herrn der Kommas‘ schenkte mir ein inneres Lächeln, ebenso wie die verrückte Europameisterschaftsgeschichte oder der erste Film von Vincents Bruder Marcellus. Jedes Familienmitglied bekommt seinen Moment, eingebetet in einfallsreiche Sprachgemälde für unvergleichliches Kopfkino. „Er nebelte wie ein Gespenst durch sein Leben. Die Traurigkeit legte sich wie ein klebriger Film auf sein Gemüt.“ Erfundenes trifft auf Wahres und offene Fragen treffen auf Dazu-später-mehr-Vertröstungen, die es spannend machen und ins Konzept passen. Gewoben wird ein spielerisches Kunstwerk um Laurence Sterne, das im Stil und der leicht ausschweifenden Erzählweise gewollte Verknüpfungen aufweist.
Insgesamt eine außergewöhnliche Geschichte, bei der ich mich auf vielen Ebenen abgeholt gefühlt habe - vor allem vom Ende. Mein Buch ist voller Markierungen. Ich könnte es irgendwo aufschlagen und garantiert einen Satz finden, der mir Freude macht. Nicht nur durch die unvorhersehbare Handlung und prägnante Botschaft, sondern auch wegen des ironischen Humors, der reflektierenden Ebene, der wunderbaren Bär-Familie, der Intertextualität und dem experimentellen Sprachcharakter, der dem Roman eine besondere Note verleiht.
Ein uferloses Vergnügen und ein spaßiges Ereignis, bei dem man nie so genau weiß, was man findet und wie irrsinnig es sein wird. Wer sich einmal auf den „frohlockenden Stil“ von Markus Orths eingelassen hat, wird mehr wollen. Dazu gehört sicher ein bisschen Begeisterung für den Sprachwahnsinn und eine Liebe zu unkonventionellen Geschichten, die Brücken zwischen Menschen bauen. Ich fand es großartig und kann es jedem empfehlen, der sich für literarische Vielfalt und ihre Kunst begeistert.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
The Poet Empress von Shen Tao
«Möget Ihr tausend Jahre leben» - Ein gnadenloses Machtspiel
Das schöne Cover und der passende Farbschnitt sehen fantastisch aus und verleihen der außergewöhnlichen Geschichte eine angemessene Erscheinung. Ich war von Beginn an fasziniert von der Bauerntochter Yin Wei und überrascht, wohin das alles führte, denn das hätte ich ihr nie zugetraut. Für mich war es ein frischer Ansatz und eine Abwechslung im Fantasy-Genre.
Der warnende Hinweis ist angemessen, denn die Handlung ist düster und enthält brutale Szenen, die an einen Thriller erinnern: „Ich hatte nie zuvor solche Menschen getroffen. Menschen, die so grausam waren wie die Bösewichte in Geschichten.“
Yin Wei erzählt, abgesehen von ein paar Ausnahmen, nachvollziehbar aus ihrer Sicht. Ihr Dorf, ihre hungernde Familie und ganz besonders ihr kleiner Bruder Bao liegen ihr so am Herzen, dass sie, trotz des grausamen Rufes des Prinzen, alles riskiert, um seine Konkubine zu werden, obwohl die Chancen beinahe aussichtslos sind, da sie vom Dorf kommt. Ihr schlägt nur Verachtung entgegen, alles ist neu und fremd, und trotzdem gibt sie nicht auf: „…egal, wenn mich keiner mochte, denn ich war nicht für sie hier, sondern einzig und allein für Bao.“ Die Konkurrenz ist erbarmungslos, die Chance, Macht zu erlangen, verlockend. „Merk dir meine Worte, Dorftöle: Du wirst sterben. Und wenn du tot bist, dann werde ich deinen Platz einnehmen.“ Sie lernt nicht nur die Kunst der Verführung der Schlage, sondern verbotenerweise Literomantie, was es ihr ermöglicht, an ihrem Herzseelengedicht zu arbeiten. Es ist die einzige Möglichkeit den grausamen Thronfolger zu töten, der von einem mächtigen Schutzzauber geschützt wird, und so das Land vor einem tyrannischen Herrscher zu bewahren, der das Volk der Hungersnot überlässt. "Wie ungerecht es doch war, musste ich unwillkürlich denken, dass der Böseste unter uns zugleich der Unbesiegbarste war.“ Diese starke und kluge Heldin hat mich in vieler Hinsicht beeindruckt, wie sie klaglos leidet, was sie durchstehen muss, und wie sie ihre unerwünschte Rolle anerkennt, in der alle auf sie zählen. Die Bewunderung gilt nicht nur ihrem vorausschauendem Denken, sondern auch ihrer gesamten Entwicklung, die so bedacht und eindringlich geschildert wird, dass Shen Tao und den Übersetzerinnen Sybille Uplegger und Alicia Rein ein großes Lob gebührt.
Ich war gebannt, fand es sehr spannend und bin begeistert, weil diese Geschichte beweist, dass es nicht immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss, es auch ohne großes Worldbuilding und schablonenhafte Charaktere funktioniert. Spicy wird es übrigens auch nicht. Das Ende ist grandios.
Ein Highlight voller Tragik, Schmerz, Leid, gnadenloser Machtspieler und einem Hauch Magie. Sehr empfehlenswert für alle, die Lust auf was anderes haben und die Brutalität nicht abschreckt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hochbeet für Ahnungslose von Anja Klein; Véro (Veronika) Mischitz
Fokus Hochbeet – einfacher gehts kaum!
Völlig ahnungslos, aber Lust auf eine leckere Ernte? Dann ist dieser Ratgeber der ideale Einstieg, weil er beweist, wie empfehlenswert und easy das Hochbeet für Anfänger ist. Hier geht es auch ausschließlich um das Hochbeet, keine überfordernden Auswahlmöglichkeiten und alles wichtige über das Bepflanzen, Pflegen und Ernten in einem Buch.
Viele Tipps und Infos, die man nicht mehr extra nachschlagen muss, und alles leicht verständlich in vielen bunten Illustrationen von Véro Mischitz, die nicht nur toll aussehen und den Spaß nicht zu kurz kommen lassen, sondern auch ein bisschen den Kopf entlasten, weil man nicht nur lesen muss und alles schnell erfassen kann. Das finde ich besonders motivierend und ansprechend.
Die vielen tolle DIY-Ideen, wie Erdmiete im Hochbeet oder eine selbstgebaute Rankhilfe, fand ich besonders interessant. Dabei wäre es perfekt gewesen, wenn eine Anleitung für den selbstgebauten Frühbeet-Aufsatz noch dabei gewesen wäre. Die detaillierte Einkaufsliste und DIY-Anleitung für das Holz-Hochbeet machen einen wunschlos glücklich. Damit kann man super planen, einkaufen und loslegen – ideal für alle, die es ganz genau brauchen. Einfacher gehts kaum! Anja Klein setzt dabei vor allem auf Holz, dabei fand ich die Stein-Variante auch interessant und hätte darüber gern noch mehr erfahren. Erste Inspirationen und konkrete Ideen bekommt man aber direkt und wird mit allem versorgt, was man wissen sollte.
Sehr empfehlenswert für Einsteiger, die sich eine kompetente und visuell ansprechende Beratung mit dem Fokus aufs Hochbeet wünschen, aber nicht mit Infos erschlagen werden wollen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Was fehlt dir, kleiner Roboter? von Przemyslaw Wechterowicz
Warmherzige Bilderbuch-Geschichte über einen niedlichen Roboter
In diesem polnischen Bilderbuch geht es um einen kleinen Roboter, der traurig ist, weil er seine Lieblingsschraube verloren hat. Bär, Hase, Krokodil, Fruchtfliege, Eule und die Enten helfen ihm beim Suchen, spenden ihm aber keinen Trost. Erst der Biber kann ihm wirklich helfen.
Große sowie kleine bunte Illustrationen von Emilia Dziubak sorgen für Spannung beim Lesen.
Die große Illustration füllt eine Seite aus, ist kunstvoll und detailreich, in einem animierten Stil wie das Cover, dem gegenüber steht eine kleine, schlichte, kindliche Variante, eine Art Was-wäre-wenn-Version, die verdeutlicht, das die Annahmen nicht stimmen. Die großen Illustrationen sind aussagekräftig, können auch für sich allein stehen und erzählen eine eigene kleine Geschichte. Sehr interessant fand ich auch die vielen durchschimmernden Kritzeleien, die zum Entdecken einladen. Auf dem Nachsatzpapier befindet sich ein Fingerlabyrinth, welches das Buchthemen noch einmal aufgreift – eine süße Spielidee zum Ende.
Die gleiche Satzstruktur fördert durch die kurzen Sätze und die verständlichen Wörter das Sprachgefühl. Der wenige Text und die Wiederholungen schaffen einen angenehmen Rhythmus, der das Vorlesen lebendig und spannend macht.
Eine sehr berührende Geschichte voller Emotionen, die mit ihrer tiefgründigen Botschaft direkt ins Herz trifft. Ich finde es großartig, wie kindgerecht und leicht verständlich das Thema präsentiert wird, und welche bereichernden Gespräche und Reaktionen sich daraus ergeben. Besonders wertvoll ist es für leise und sensible Kinder, die sich nicht gesehen fühlen. Es ist eine Einladung für Groß und Klein, aufmerksam nachzufragen, ernsthaftes Interesse zeigen, statt von sich auf andere zu schließen und wiederum seine Bedürfnisse offen zu äußern. Ein verständnisvoller Bilderbuchschatz mit einer stillen und gleichzeitig kraftvollen Geschichte zum Immer-wieder-Anschauen und Einfühlen.
Rezensionen von verhei:
Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson
eine Parodie auf Agententhriller, die jedoch den Zeitgeist gut einfängt
In den 90igern steht die Welt der Spione vor einem Umbruch – der Eiserne Vorhang ist gefallen, und die Situation und Zukunftsmöglichkeiten ändern sich für viele Leute. Was macht Dieter Germeshausen, ein bisheriger Doppelagent für den BND und Russland nun? Er muss sich Geld beschaffen und möchte sich damit zur Ruhe setzen.
Als Unterstützer dafür wirbt er Jacob Dreiser, einen jungen Dichter an. Denn dieser soll als junger, international gefeierter Dichter seine Tarnung sein.
Ein Buch, dass in der Zeit einer der größten Umbrüche spielt – der Eiserne Vorhang ist gefallen. Es bieten sich so viele Möglichkeiten und Chancen an, gleichzeitig fehlt aber auch der bisherige Halt und die Orientierungspunkte. Durch große Euphorie und gleichzeitige Unsicherheit ist die Zeit gekennzeichnet, was in diesem Werk gezeigt wird. Gut transportiert wird dies durch den jungen Dichter und den ehemaligen Doppelagenten. Ein junges Talent, dem nun alle Türen offen zu stehen scheinen, aber dennoch irgendwie durch die Situation stolpert ohne Halt zu verspüren. Und ein ehemalgier Doppelagent, der nunmehr keinen Beruf bzw. keine Rolle mehr hat, da sich die Situation verändert hat. Exemplarisch kann man beide für die jeweiligen Generationen bzw. Berufe in der realen Geschichte betrachten.
Durch einen lockeren Schreibstil in den Bann gezogen, folgt man nun vor allem dem jungen Dichter und weniger dem ehemaligen Doppelagenten in so manche abstruse Situation. Es wird Fiktion mit realer Zeitgeschichte verknüpft. Der klassische Agententhriller wird hierbei auf die Schaufel genommen, aber sehr intelligent und mit feiner sprachlicher Klinge. Man stolpert mit dem Dichter durch diverse Orte wie Rom, Kasachstan, St. Petersburg und handelt mit so ziemlich jedem militärischen Gerät. Manche Frage der Geschichte und das Ende bleibt doch eher offen, jedoch wünscht man dem doch sehr sympathischen Protagonisten, dass es für ihn ein gutes Ende nehmen möge.
Ein kurzweiliger Roman, der eher als Parodie auf klassische Agententhriller zu verstehen ist. Gleichzeitig schafft er es allerdings wunderbar das damalige Zeitgefühl einzufangen, indem er es den Leser durch die Figurenerfahren lässt.
Rezensionen von Arambol:
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
Überzeugender Serienauftakt
„Wenn die Welt zu laut wird, musst du dorthin, wo sie dich nicht findet.“
„Ungelöst. Die erste Zeugin“ von Arno Strobel ist der Auftakt einer neuen Cold-Case-Serie. Im Mittelpunkt steht die Medizinstudentin Luisa Menkhoff: Auf einem Vermisstenflugblatt erkennt sie eine Frau, die sehr eng mit ihrer eigenen Vergangenheit verknüpft ist.
Nicole Klement war einst die Partnerin des Mannes, der Luisa als fünfjähriges Mädchen entführt hatte. Aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit – sie verfügt über ein fotografisches Gedächtnis – kann Luisa sich noch sehr konkret an jedes einzelne Detail erinnern. Sie wendet sich an die Münchner Polizei und trifft dort auf Hauptkommissar Ramin Brunner. Beeindruckt von Luisas Erinnerungen, holt er sie als Beraterin für den aktuellen Vermisstenfall hinzu.
Strobel startet seinen neuen Thriller eher behutsam und bemüht sich, sein Ermittlerduo zunächst möglichst ausführlich und detailreich einzuführen. Ramin Brunner agiert dabei stets sehr empathisch, und Luisa Menkhoff wirkt vor allem aufgrund ihrer eiditischen Fähigkeit interessant. Eine Identifikation mit den beiden Hauptprotagonisten fällt leicht. Durch die langsame Entwicklung der Charaktere braucht die Handlung zwar etwas Anlaufzeit, doch sobald sie Fahrt aufnimmt, entfaltet sich ein Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Mich hat das Buch von da an bis zur letzten Seite gepackt; die Spannung bleibt permanent auf extrem hohem Niveau.
Mit Bernd Menkhoff, dem Vater von Luisa, begegnet man einer Figur, die Kenner der „Mörderfinder“-Reihe wiedererkennen dürften – doch das ist kein Muss: Der Thriller funktioniert vollständig eigenständig und ist auch ohne Vorkenntnisse problemlos verständlich.
Die Ermittlungen verlaufen alles andere als geradlinig. Zahlreiche Spuren, widersprüchliche Aussagen und offene Fragen stehen im Raum, die sich zunächst nicht zu einem schlüssigen Gesamtbild fügen wollen. Immer wieder glaubt man, der Lösung näherzukommen – nur um kurz darauf erneut eine überraschende Wendung zu erleben. Bis kurz vor Schluss hatte ich keine klare Vorstellung davon, worauf alles hinausläuft. Die letztliche Auflösung empfand ich als schlüssig und gut vorbereitet.
Typisch für Arno Strobel ist der klare, präzise und schnörkellose Schreibstil. Die vielen überschaubar kurzen Kapitel, schnellen Perspektivwechsel und gezielt eingesetzten Cliffhanger sorgen für ein hohes Tempo und machen es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Spannungsbogen reißt kaum ab, selbst in ruhigeren Passagen bleibt stets ein unterschwelliger Druck bestehen.
Als Auftaktband erfüllt „Ungelöst. Die erste Zeugin“ genau das, was man sich von einer neuen Reihe wünscht: Der Fall wird konsequent zu Ende erzählt und stimmig abgeschlossen, gleichzeitig weckt das Finale große Neugier auf die weitere Entwicklung der Figuren und des neuen Ermittlerteams.
Fazit: Temporeich, überraschend und hochspannend – für mich klar 5 von 5 Sternen wert.
Rezensionen von verhei:
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
ein ruhiger Roman, der die Liebe zu Briefen hervorhebt
Wu Hyoyeong nimmt nach einigen Turbulenzen einen Aushilfsjob in einem kleinen Briefladen in Seoul an, dem „Letter Shop“. Eröffnet hat diesen ihr ehemaliger Kommilitone Kang Seonho, der sein Schauspielstudium abbrach, da er zu wenig Talent für seine Leidenschaft hatte. Auch Hyoyeong trägt ein Päckchen aus der Vergangenheit mit.
Einerseits ist auch sie als Regisseurin nicht erfolgreich, andererseits lastet auch das Schicksal ihrer älteren Schwester Hyomin auf ihr. Wurde das Wunderkind der Familie doch von einem Geschäftspartner um Geld betrogen und ist seitdem bis auf Briefe, die sie an Hyoyeong schreibt, spurlos verschwunden.
Sachte taucht man in die Geschichte ein. Durch den detaillierten und atmosphärischen Schreibstil wird man richtiggehend in den Laden und seine Umgebung gesaugt. Schritt für Schritt lernt man Hyoyeong und auch ihren Boss kennen. Und immer tiefer taucht man in das Konzept des Letter Shops ein, die liebe zum Schreiben speziell zum Briefe schreiben zu entfachen. Durch die Idee des Penpal Services, also der anonymen Brieffreundschaft, lernt man im Buch auch immer mehr die Kunden kennen. Suchen diese sich doch auf Grund von Schlagworten Briefpartner aus und bekommen damit die Gelegenheit ihr Herz einem Unbekannten auszuschütten. Jeder mit anderen Sorgen, Ängsten, Wünschen und obwohl jeder in unterschiedlichen Lebenssituationen ist, doch auch eine Hilfe für den anderen sein kann. Im Austausch mit ihren Kunden lernt auch Hyoyeong wieder das Schreiben zu schätzen und versucht den Mut zu finden, ihre eigene Geschichte zu schreiben.
Gelungen an diesem Buch ist sehr vieles:
Die Gestaltung des Buches ist so wie auch die des Briefladens, der den Handlungsort spielt – edel, harmonisch, atmosphärisch. Es wird mit verschiedenen Textsorten gespielt, denn Notizen und Briefauszüge wechseln sich mit dem klassischen Romantext ab. Auch die Bindung und Seitengestaltung vermittelt ein spezielles Gefühl, als gäbe es eine haptische Verbindung zum Laden.
Das Figurenregister inklusiver kurzem Steckbrief macht das Lesen auch für Leser aus dem Nichtkoreanischen Sprachraum einfacher.
Und auch die Tatsache, dass die verwendeten Briefe tatsächliche Briefe aus dem als Inspiration zu Grunde liegenden Letter Shops sind, ist besonders erwähnenswert wie ich finde.
Ein Roman, der einfach schön ist und zum Nachdenken anregt. Mit etwas Handlung, aber vor allem viel Raum für Gedanken und Wärme.
Rezensionen von Dorsay:
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Krimi mit Wahrheitsgehalt
Die Studentin Isabelle Karlsson besuchte eine Party eines sehr erfolgreichen Technologieunternehmens, das von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund gegründet wurde, und verschwand für immer. Ihre Mutter verständigt daraufhin die Polizei und meldete sie als vermisst. Das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment ermitteln mit ihrem Team und sie stoßen bald auf einen Geheimbund der Universität Lund, in der sexualisierte Gewalt und Erniedrigung gegenüber Studentinnen an der Tagesordnung stand.
Des Weiteren weist ein Mord der sieben Jahr zuvor an der Studentin Petra Olsson verübt wurde gewisse Parallelen mit dem neuen Fall auf. Der Mörder wurde zwar gefasst und verurteilt, aber war dies ein Fehlurteil? Ein weitverzweigter Fall, der für die Ermittler äußerst fordernd ist.
Die Autorin Frida Skybäck erzählt von fürchterlichen Machenschaften an jungen Studentinnen. Ein ausgesprochen belastender Stoff, zumal so manche Ereignisse sich am wirklichen Leben orientieren. Besonders gut beschrieben sind auch die privaten Probleme der Ermittler, da fiebert man mit und hofft, dass sich alles im Guten auflöst. Unsäglich spannend und ein außergewöhnliches Ende.
Rezensionen von Dorsay:
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Krimi mit Wahrheitsgehalt
Die Studentin Isabelle Karlsson besuchte eine Party eines sehr erfolgreichen Technologieunternehmens, das von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund gegründet wurde, und verschwand für immer. Ihre Mutter verständigt daraufhin die Polizei und meldete sie als vermisst. Das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment ermitteln mit ihrem Team und sie stoßen bald auf einen Geheimbund der Universität Lund, in der sexualisierte Gewalt und Erniedrigung gegenüber Studentinnen an der Tagesordnung stand.
Des Weiteren weist ein Mord der sieben Jahr zuvor an der Studentin Petra Olsson verübt wurde gewisse Parallelen mit dem neuen Fall auf. Der Mörder wurde zwar gefasst und verurteilt, aber war dies ein Fehlurteil? Ein weitverzweigter Fall, der für die Ermittler äußerst fordernd ist.
Die Autorin Frida Skybäck erzählt von fürchterlichen Machenschaften an jungen Studentinnen. Ein ausgesprochen belastender Stoff, zumal so manche Ereignisse sich am wirklichen Leben orientieren. Besonders gut beschrieben sind auch die privaten Probleme der Ermittler, da fiebert man mit und hofft, dass sich alles im Guten auflöst. Unsäglich spannend und ein außergewöhnliches Ende.










