Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Annie Knows Everything von Rachel Wood
Humorvolle RomCom
Annie weiß eigentlich immer alles. Aber nun gerät ihr Leben gerade ein wenig aus den Fugen, da sie ihre Arbeitsstelle verliert. Dank ihrer Freundin Carrie erhält sie direkt einen neuen Job. Das einzige Problem ist, dass ihr für diesen die Kompetenzen fehlen. Natürlich hält das Annie nicht davon ab, die Stelle anzutreten.
Nun muss sie nur ihren neuen Chef Connor davon überzeugen, dass sie die Richtige ist.
Gleichzeitig steht noch die Verlobungsfeier ihrer Schwester Shannon an, die Annie bereits vor drei Jahren erfolgreich verhindert hat, was ihr ihre Schwester noch immer verübelt.
Der Plot bietet eine gelungene Mischung aus Unterhaltung, Humor und Lovestory. Sie Charaktere sind liebenswert, aber auch durchaus anstrengend. Genau das ist es, was diesen Roman ausmacht. Sie wirken dadurch menschlich und authentisch, ich konnte mit ihnen mitfühlen und lachen.
Die Handlung ist mitreißend und unterhaltsam wodurch sie bei mir ein wunderbares "Feel-Good"-Gefühl erzeugt hat.
Ich kann diese witzige RomCom bedingungslos empfehlen kann.
Rezensionen von ekiam:
Die Vorschulprofis: Wir sind die Großen in der Kita von Jasmin Schaudinn
Ein liebevoller Begleiter für das letzte Kita-Jahr
In diesem Buch begleiten kleine Leserinnen und Leser die Vorschulkinder Alma, Kisi, Pippa, Aziz und Emil aus der Kita Kichererbse durch ihr letztes Kindergartenjahr. Die elf Kurzgeschichten erzählen vom ersten Treffen der Vorschulgruppe mit Erzieher Joschi, einem Schulbesuch, Emils Geburtstagsparty oder einem Nachmittag bei Aziz bis hin zum Abschiedsfest in der Kita.
(Angehende) Vorschulkinder werden hier in vielen Situationen abgeholt, die sie selbst bereits kennen oder bald erleben werden.
Besonders positiv fällt auf, wie selbstverständlich Vielfalt dargestellt wird: Kinder mit Beeinträchtigungen, unterschiedliche Hautfarben und verschiedene Familienmodelle sind ganz natürlich in die Geschichten integriert.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und eignen sich hervorragend zum Vorlesen. Im Anschluss an jedes Kapitel folgt eine Doppelseite mit passenden Spiel- und Bastelideen. Neben Materiallisten und Anleitungen wird auch erläutert, welche Fähigkeiten dabei gefördert werden – ein schöner Mehrwert, der das Buch über die reinen Geschichten hinaus bereichert.
Die farbenfrohen und humorvollen Illustrationen unterstützen den Text auf gelungene Weise und laden zum gemeinsamen Entdecken ein. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die Platzierung der Doppelseite zur Vorstellung der Vorschulkinder, die sich erst am Ende des Buches befindet und dadurch leicht übersehen werden kann. Die erste Doppelseite hingegen ist wie ein Freundebuch gestaltet und bietet Platz für eigene Eintragungen – eine nette Idee.
Insgesamt ist dies ein liebevoll gestaltetes Buch zur Vorbereitung auf die Vorschulzeit, das Kindern spielerisch Sicherheit vermittelt und mögliche Ängste nehmen kann.
Rezensionen von bedard:
Halber Stein von Iris Wolff
Auf der Suche nach Heimat und Zugehörigkeit
Zur Beerdigung ihrer Großmutter Agneta reist Sine gemeinsam mit ihrem Vater Johann nach Michelsberg in Siebenbürgen. Hier hat sie die Sommer ihrer Kindheit verbracht, bevor ihre Eltern einen Ausbürgerungsantrag stellten. Mit der Rückkehr in das Haus der Großmutter und der erneuten Erkundung der Umgebung kehren auch längst vergessene Erinnerungen zurück.
Sine begegnet Julian, ihrem Freund aus Kindertagen, der das Dorf nie verlassen hat. Gemeinsam besuchen sie vertraute Orte wieder, Sine entdeckt deren Schönheit dabei neu und sie erkennt ihre anhaltende Bedeutung für ihr eigenes Leben.
Sines Reise nach Michelsberg fällt in eine Phase des Umbruchs. Sie hat ihr Studium abgeschlossen, ist zu ihren Eltern zurückgezogen und hat sich bislang eher halbherzig und erfolglos beworben. Der Aufenthalt im Haus der Großmutter gibt ihr den notwendigen Raum zur Reflexion und hilft ihr, Klarheit über ihre Zukunft und anstehende Entscheidungen zu gewinnen.
Trotz des traurigen Anlasses ist Halber Stein kein deprimierender Roman. Er lebt von einer poetischen, ruhigen Sprache sowie von eindrucksvollen Beschreibungen der landschaftlich reizvollen Region und der inneren Prozesse der Protagonistin. Zwar gibt es einzelne dramatischere Begegnungen, insgesamt bleibt der Roman jedoch zurückhaltend und entfaltet gerade dadurch eine nachhaltige, nachdenklich stimmende Wirkung. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Heimat, Erinnerung und Zugehörigkeit.
Auch die Geschichte und Kultur der Siebenbürger Sachsen sowie die Situation der ausgebürgerten und in Deutschland oft unwillkommenen Menschen werden sensibel und unaufdringlich in die Handlung eingeflochten, ohne belehrend zu wirken.
Halber Stein ist ein leiser, atmosphärischer Roman, der durch Tiefe, Sprachgefühl und emotionale Ehrlichkeit überzeugt und lange nachhallt.
Rezensionen von bookloving:
Lola im Spiegel von Trent Dalton
Zwischen Schatten und Spiegelbildern - Ein eindringlicher Roman
Mit dem aufrüttelnden Roman „Lola im Spiegel" ist dem australischen Bestsellerautor Trent Dalton eine faszinierende Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte, vielschichtiger Milieustudie und deutlicher Gesellschaftskritik gelungen, die im letzten Drittel sogar mit Thrillerelementen aufwartet. Dalton erzählt eine ungewöhnliche, intensive und berührende Geschichte von Liebe, Verlust und Entwurzelung, zugleich aber auch von Widerstandskraft, Hoffnung und der rettenden Kraft der Kunst.
Die Handlung ist im heutigen australischen Brisbane angesiedelt und entwickelt schon bald eine fesselnde, sehr eindringliche Atmosphäre.
Im Mittelpunkt steht die namenlose Protagonistin und Ich-Erzählerin, deren Identität von Ungewissheiten und Geheimnissen überschattet ist. Sie wächst am Rand der Gesellschaft unter ärmlichen Verhältnissen auf Schrottplätzen und in ausrangierten Autos auf, weil sie mit ihrer Mutter vor dem gewalttätigen Vater auf der Flucht ist. Schon früh lernt sie, dass sie möglichst unter dem Radar bleiben müssen, denn Namen sind gefährlich und könnten fatale Spuren hinterlassen. Mit großer Empathie und feinem Gespür für soziale Härten zeichnet Dalton nicht nur das facettenreiche Porträt eines Mädchens, das in einer illustren, prekären Gemeinschaft aus Obdachlosen und Gestrandeten aufwächst, sondern zugleich ein schonungsloses, sehr nachdenklich stimmendes Gesellschaftsportrait. Diese so unterschiedlichen Menschen sind geprägt von Schicksalsschlägen, Verlusten, Gewalterfahrungen und täglichem Überlebenskampf. Dalton gelingt es dabei hervorragend, diese mit all ihren Brüchen, Eigenheiten, Verletzlichkeiten sowie ihren traurigen bis skurrilen Geschichten sichtbar zu machen, ohne ihnen jemals die Würde zu nehmen.
Sehr gelungen ist die Erzählperspektive, aus der die Ich-Erzählerin als spätere Künstlerin von einem gewissen Abstand rückblickend auf ihre Kindheit und ihre schwierige Vergangenheit schaut. Das verletzliche Mädchen von einst, das durch das Zeichnen einen Weg findet, sich selbst und ihre verwirrende Welt zu begreifen und das Unsagbare und ihre Ängste sichtbar zu machen, wird so zur Beobachterin und Deuterin ihres eigenen Lebens. Diese künstlerische Ebene des Romans ist äußerst faszinierend. Jedem Kapitel vorangestellt sind Illustrationen von Paul Heppell, die mit kurzen Beschreibungen versehen sind.
Ein zentrales Motiv ist dabei der Spiegel und die Figur der Lola, einer idealisierten, stärkeren Version ihrer selbst, der Mädchen im Spiegel begegnet. Diese imaginierte Doppelgängerin fungiert als Schutzmechanismus, als Trostspenderin und Projektionsfläche für Sehnsüchte. In ihr verdichtet der Autor auf gelungene Weise das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Wunschdenken, zwischen Verletzlichkeit und Selbstermächtigung.
Besonders beeindruckt und berührt hat mich die vielschichtige Persönlichkeit der Protagonistin selbst. Der Autor hat ihr mit ihrer wachen, sensiblen Art eine sehr eigenständige, eindrucksvolle Erzählstimme verliehen. Er zeichnet sie als eine sympathische, künstlerisch hochbegabte Figur mit einem ungebrochenen Überlebenswillen, die sich trotz Verletzlichkeiten und vieler widriger Umstände zu behaupten weiß und dabei stets zutiefst menschlich bleibt.
Auch Daltons bildreicher, opulenter Erzählstil hat mich sehr überzeugt. Immer wieder finden sich eindrucksvolle poetische Passagen, die den Roman atmosphärisch verdichten und mich rasch in seinen Bann gezogen haben. Gerade diese sprachliche Wucht verleiht der Geschichte eine besondere Intensität. Während die Handlung zunächst vergleichsweise ruhig und beinahe fast episodisch verläuft, gewinnt diese jedoch im weiteren Verlauf deutlich an Dynamik und Tempo. Vor allem im letzten Drittel überschlagen sich die Geschehnisse mit immer neuen Wendungen regelrecht und die sich extrem zuspitzende Handlung gleicht stellenweise immer mehr einem Thriller. Diese dramatische Entwicklung mit dem großen Showdown und dem finalen Kampf zwischen Gut und Böse wirkte auf mich allerdings stellenweise zu überzeichnet und nicht ganz überzeugend. Dadurch tritt die Aufarbeitung der Vergangenheit der Protagonistin leider etwas in den Hintergrund und verliert ein Stück ihrer emotionalen Wucht.
FAZIT
Ein intensiver, bewegender und literarisch eindrucksvoller Roman über Verletzlichkeit, Resilienz und die rettende Kraft der Kunst. Besonders stark sind Daltons empathischer Blick auf die Ausgestoßenen der Gesellschaft und die vielschichtige Persönlichkeit seiner Ich-Erzählerin.
Rezensionen von bedard:
Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider
Die Freiheit der Tauben
Auf dem Dach züchtet der vierzehnjährige Noah Tauben. Gemeinsam mit seinem Onkel Ali kümmert er sich um den Schlag, und jede der Tauben trägt einen Namen: Regenbogen, Tänzer oder Schneeweiß. Noch kreisen sie ruhig über der Stadt – bis der Lärm der Helikopter die Idylle zerschneidet. So beginnt Abbas Khiders neuer Roman.
Mit der Ausrufung des Kalifats gerät Noahs Welt aus den Fugen. Für seine Familie hat das unmittelbare Folgen: Die bunten Kleider aus dem Geschäft seines Vaters müssen Niqabs weichen, auf Verpackungen werden weibliche Figuren geschwärzt und schließlich werden die nicht mehr tolerierten modischen Kleidungsstücke öffentlich verbrannt.
Noch stärker treffen die neuen Regeln die Frauen. Sie müssen sich vollständig verhüllen, dürfen ihre Berufe – mit wenigen Ausnahmen – nicht mehr ausüben und das Haus nur noch in Begleitung verlassen. Mädchen werden zwangsverheiratet und über allem wachen die neuen Machthaber.
Mit dem vierzehnjährigen Noah hat Abbas Khider eine sehr passende Erzählerfigur gewählt. Noah ist jung genug, um noch nicht von festen Überzeugungen geprägt zu sein, aber alt genug, um die Veränderungen um ihn herum wahrzunehmen und zu hinterfragen. Als Junge kann er sich trotz aller Einschränkungen noch vergleichsweise frei bewegen – und wird so zum stillen Beobachter der Veränderungen. Gerade dieser Blick von der Schwelle zum Erwachsenwerden funktioniert hier besonders gut.
Innerhalb der Familie zeigen sich unterschiedliche Reaktionen auf das zunehmend totalitäre Regime – Anpassung, leiser Widerstand oder Resignation –, ohne dass der Roman diese Haltungen ausdrücklich bewertet.
Im Laufe der Handlung verliert Noah nach und nach seine kindliche Naivität. Besonders eindrücklich wird das in Szenen wie der, in der er ein Manuskript seines Onkels versteckt, oder später, als ihn sein Vater zwingt, einen Meineid auf den Koran abzulegen. In solchen Momenten wird deutlich, wie Noah den wenigen Handlungsspielraum nutzt und eigene Entscheidungen trifft.
Der Stil passt gut zu dieser Perspektive. Die vielen kurzen Kapitel wirken fast wie Tagebucheinträge oder Momentaufnahmen einzelner Tage. Gleichzeitig ist Khiders Sprache sehr poetisch und stark bildhaft. Besonders in den Passagen über die Tauben entstehen ruhige, fast lyrische Bilder, die einen starken Kontrast zur zunehmenden Brutalität des Regimes bilden. Gerade dieser Gegensatz verstärkt die Wirkung vieler Szenen.
Auffällig ist außerdem, dass der Schauplatz bewusst unbestimmt bleibt. Es geht weniger um ein konkretes Land als um die Mechanismen eines religiös legitimierten totalitären Regimes. Auf gut 200 Seiten zeigt Khider, wie eine solche Herrschaft Familien, Nachbarschaften und schließlich ganze Gesellschaften verändern und zerstören kann. Der Ton bleibt dabei meist nüchtern und beobachtend – wodurch die Gewalt der Ereignisse umso eindringlicher wirkt.
Bis zu einem gewissen Punkt – vor allem in den Szenen mit Onkel Ali – wirkt der Ton sogar etwas leichter und stellenweise humorvoll. Spätestens bei den öffentlichen Bestrafungsszenen kippt die Stimmung jedoch deutlich.
Sehr gelungen ist das offene Ende. Es bleibt unklar, ob Noah einfach an einer Hoffnung festhält oder ob sich tatsächlich eine Veränderung abzeichnet. Beides bleibt möglich – und gerade diese Ambivalenz macht den Schluss so überzeugend.
Rezensionen von Annabell95:
Nightweaver von R. M. Gray
Piratin bei den Nightweavern
In einer einzigen Nacht verliert Aster alles. Bei einem überraschenden Angriff auf See wird ihr Bruder von einem Nightweaver getötet, obwohl diese mächtigen Wesen das Meer seit Jahrhunderten in Frieden lassen. Als noch gefährlichere Kreaturen auftauchen, die Menschen verschlingen und ihre Seelen rauben, wird Asters Familie gefangen genommen.
Unerwartet bietet ausgerechnet der geheimnisvolle Nightweaver Will ihnen Schutz und Arbeit an. Aster will jedoch Rache nehmen. Dafür müsste sie sich mit jemandem verbünden, dem sie eigentlich misstraut. Während sie auf Wills Anwesen lebt, wächst der Zweifel, ob er ihr Feind ist oder vielleicht doch ihr einziger Verbündeter.
"Nightweaver" ist der Auftakt in die Nightweaver-Saga.
Der Einstieg in die Handlung ist sehr stark und spannend. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Aster erzählt. Dadurch erlebt man ihre Gedanken und Gefühle so intensiv, dass man sofort in die düstere Welt hineingezogen wird. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildgewaltig, wodurch die Atmosphäre richtig lebendig wirkt. Man bekommt zu Beginn soagr einen leichten „Fluch der Karibik“-Vibe.
Nach dem starken Start flacht die Spannung etwas ab, bäumt sich aber immer wieder auf. Das Setting bleibt durchgehend düster, atmosphärisch und stellenweise brutal. Beschönigt wird hier nichts. Schade fand ich nur, dass das maritime Flair schnell verschwindet. Der Anfang spielte sich auf dem Meer ab, danach hauptsächlich an Land, wodurch das erhoffte Piratenleben etwas zu kurz kommt. Auch das Ende zieht sich etwas. Da hätte eine kürzere und prägnantere Auflösung gereicht.
Die Grundidee rund um Nightweaver, Sylks, Unterlinge und Elementarmagie ist kreativ und spannend, auch wenn mich die Fülle an Fantasy-Begriffen teilweise etwas überfordert hat. Neben Aster gibt es sehr viele Charaktere. Diese bleiben jedoch eher blass und durch die vielen Namen, kommt man auch mal leicht durcheinander. Trotzdem gibt es immer wieder überraschende Wendungen und Geheimnisse, die die Handlung antreiben.
Die Dynamik zwischen Aster und Will hat definitiv Potenzial, doch die emotionale Zerrissenheit und Spannung zwischen den beiden hätte für mich stärker ausgearbeitet sein dürfen.
Mein Fazit:
Ein düsterer, bildstarker Auftakt mit starker Idee und packendem Start, der trotz kleiner Schwächen bei Figuren, Tempo und Fantasy-Komplexität neugierig auf die weitere Saga macht. Für Fans düsterer Fantasywelten mit Magie, Geheimnissen und starkem Einstieg ist Nightweaver definitiv einen Blick wert.
Rezensionen von PMelittaM:
Nightweaver von R. M. Gray
Komplex und sehr spannend
Vor sechs Jahrhunderten wurden die Nightweaver ihrer Flügel beraubt und aus Elysia verbannt, sie eroberten die Welt der Menschen, so dass sich diese auf das Meer zurückzogen und fortan als Piraten lebten. Aster Oberon lebt mit ihren Eltern und sechs Geschwistern auf dem Schiff Lightbringer, bis dieses eines Tages von Nightweavern überfallen wird, ihr Bruder Owen wird getötet, der Rest der Familie gefangen genommen.
Sie haben Glück, werden nicht hingerichtet sondern von der adeligen Nightweaver-Familie Castor als Bedienstete aufgenommen. Aster kann den Tod ihres Bruders nicht vergessen und schwört Rache.
Man kann es vielleicht schon ahnen, die Welt, die die Autorin erschaffen hat, baut auf Religion auf, es gibt einige Anspielungen darauf, so denkt man bei den Nightweavern an gefallene Engel. Ich empfand das recht interessant, zumal es ausufert. Interessant ist auch das Magiesystem, das teilweise sehr brutale Auswirkungen hat.
Man lernt die Charaktere gut kennen, erzählt wird durchgehend aus Asters Ich-Perspektive, durch sie erfährt man viel über ihre Familienmitglieder, aber auch über die Familie Castor und andere Bedienstete. Mir ist Aster ein bisschen zu verbissen, im Gegensatz zu ihr konnte ich gut verstehen, warum sich ihre Familie nun bedeckt hält. Auch andere Gedanken und Handlungen Asters konnte ich nicht immer nachvollziehen, gerade einem der Castor-Söhne gegenüber, für den sie schnell mehr empfindet als sie möchte. Auch diese beiderseitige Anziehung kommt mir ein bisschen zu schnell, und wirkt etwas aufgesetzt.
Ich habe mich schnell in die Geschichte eingelesen, habe mir meine Gedanken gemacht, und war auch emotional dabei. Die Geschichte beginnt schon spannend, und wird immer spannender, das eine oder andere habe ich voraus ahnen können, aber lange nicht alles. Die Geschichte ist aber auch komplex und ziemlich gewaltsam und blutig, Blut spielt hier generell eine recht große Rolle.
Der Roman hat mir spannende Lesestunden beschert. Natürlich will ich unbedingt weiterlesen, denn „Nightweaver“ ist der Auftakt einer Trilogie. Der zweite Band ist derzeit, Ende April 2026, bereits erschienen, der dritte angekündigt.
Rezensionen von clematis:
Nebelbeute von Benjamin Cors
Rot
Rot wie Blut ist das Kleid, in dem Mila Weiss um ihr Leben kämpft, denn im dritten, überaus spannenden Fall der Gruppe 4 gerät sie in die Fänge ihrer Widersacher. Diesmal bangen wir inmitten verschneiter Berge um die gewitzte Kollegin von Jakob Krogh.
Benjamin Cors, wie wir ihn kennen – vom ersten Moment weg kreiert er mitreißende Szenen und aufregende Momente, welche seine Leser auch diesmal wieder ans Geschehen fesseln, bis die Stunde der Wahrheit kommt.
Basierend auf früheren Ereignissen reist Mila in die Berge, um vordergründig Ruhe und Erholung zu suchen, in Wahrheit allerdings einem Phantom aus ihrer Vergangenheit nachzujagen. Die Atmosphäre des abgeschiedenen Dorfes untermalt perfekt die Stimmung, der frische Schnee deckt immer wieder neue Spuren zu. Aber das ebenso ungewöhnliche wie großartige Team der Gruppe 4 bleibt hartnäckig dran, zieht aus den Hinweisen des Profilers die richtigen Schlüsse. Und dann kommt doch noch einmal alles ganz anders …
Raffinierte Schachzüge verleihen auch dem dritten Band dieser großartigen Serie das gewisse Etwas, das Lesevergnügen ist durchwegs auf höchstem Niveau! Ich empfehle die gesamte Serie sehr gerne weiter.
Rezensionen von Anjulia :
Unter Wasser von Tara Menon
Als Arielle ertrank
Marissa ist sechs, als sie ihre Mutter verliert und mit ihrem Vater nach Thailand geht. Bald lernt sie die gleichaltrige Arielle kennen. Eine starke Freundschaft entsteht. Beide wachsen zwischen Hotel und der meeresbiologischen Forschungsstation ihres Vaters auf, tauchen mit Mantarochen und erkunden die tropische Natur.
Ein Paradies, nicht ganz ohne Schattenseiten gezeichnet, bis am 26. Dezember 2004 eine gigantische Welle beide erfasst und nur Marissa lebend wieder auftaucht. New York wird im Oktober 2012 von einem Hurrikan bedroht. Arielles Schicksal und die Trauer um sie haben Marissa nie losgelassen. Die erneute drohende Naturkatastrophe ist Ausgangspunkt für Marissas Geschichte.
Unter Wasser von Tara Menon ist ein nicht ganz leicht zu lesendes Buch über Freundschaft, Trauer und gefühlte Schuld. Den Tsunami von 2004, bei dem etwas 230.000 Menschen das Leben verloren, habe ich aus den Medien noch in Erinnerung. Gerade die Unmittelbarkeit und Chancenlosigkeit waren erschreckend. Tara Menon nimmt sich in dem doch eher kurzen Buch viel Zeit für die Beschreibung der Natur Thailands und der Atmosphäre New Yorks. Das geschieht mitunter so anschaulich, dass man beispielsweise die Mantarochen an sich vorbeiziehen sieht. Gleichzeitig wechseln die zwei Zeitebenen stetig. Man muss sich darauf konzentrieren, wo Marissa gerade ist. Neben Naturbeschreibungen steht ganz klar die Freundschaft von Marissa und Arielle, sowie Marissas unverarbeitete Trauer im Vordergrund. Einfühlsam und emotional, aufgrund ihrer schweren Thematik und des erzählerischen Aufbaus nicht ganz einfach zu lesen, konnte mich diese Geschichte von Freundschaft und Verlust insgesamt überzeugen.
Rezensionen von Lesender:
Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich? von Rose Klay
Wenn nichts ist, wie es zu sein scheint
Wer ist hier die Psychopathin? Jemand von dem Karolin bedroht wird oder wird sie selber dazu?
In ihrem Alltag häufen sich merkwüdige Ereignisse, die sich sich nicht erklären kann. Zufall oder Absicht? Manipulation oder Paranoia?
Die Atmosphäre wurde von der Autorin gut eingefangen. Der Blick über die Schulter, in den dunklen Garten oder auf die Menschen, die sie kennt, aber plötzlich nicht mehr richtig einordnen kann.
Wem kann sie trauen? Dem Nachbarn, dem Kollegen oder ihrem Freund?
Der Geschichte liegt eine Spannung zugrunde, die oftmals unterschwellig daherkommt. Es sind die kleinen Momente, die Fragen aufwerfen, zweifeln lassen und auch Gänsehaut mit sich bringen.
Der Prolog ist der Anfang vom Ende des Buches. Alles was dazwischen liegt ist der Weg der dorthin führt. Das ist richtig gut gemacht, denn man meint zu wissen wie es endet, aber noch ist nichts entschieden.










