Kunden em pfehlungen
Rezensionen von S.L. :
Hedley Mill - Wohin der Weg dich führt von Sophie Oliver
Die kleine Weberei in Craster
Im Jahre 1954 kommt Laura nach Craster, ein kleines Dorf an der Küste in Nordthumberland. Die Gegend wird so authentisch beschrieben, dass man glaubt, schon dort gewesen zu sein.
Laura jedenfalls möchte eine alte Wollweberei wiederbeleben, schöne Tweedkleidung herstellen und die Kenntnisse aus ihrem Modestudium nutzen.
Doch sie trifft auf eine völlig marode Werkstatt ( interessant, welche Maschinen zur Stoffherstellung benötigt werden) und skeptische Dorfbewohner.
Natürlich ist der Aufbau der Weberei nicht einfach, vieles ist kaputt, Material ist schwer zu beschaffen, Intrigen erschweren die Arbeit. Lauras Arbeit und ihre Resultate werden anschaulich beschrieben. Geht es auch um Liebe? Na klar … .
Der Schreibstil von Sophie Oliver ist locker, angenehm zu lesen. Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen, die Charaktere sind gut vorstellbar. Ein schöner Einblick in die Geschichte der Tweedherstellung durch eine starke und engagierte junge Frau.
Rezensionen von Anilam:
TINTE und SCHWERT – Verwandlung (Band 1) von Matthias Soeder
Eine gnadenlose Zeit
Tinte und Schwert entführt mitten in den Dreißigjährigen Krieg – in eine Zeit voller Glauben, Gewalt, Angst und Willkür. Anna und Jacob geraten zwischen religiösen Wahn, Machtinteressen und militärische Grausamkeit. Schnell geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Schuld, Moral und die Frage, ob man das Böse bekämpfen darf, indem man selbst schuldig wird.
Worte werden gefährlich, Entscheidungen haben Folgen, und nichts bleibt ohne Preis.
Der Schreibstil ist richtig gut und sehr angenehm zu lesen. Er ist direkt, flüssig und trotzdem detailliert genug, um sich alles gut vorstellen zu können. Die Spannung baut sich stetig auf – mal schleichend, mal sehr brutal – und lässt kaum Pausen zum Durchatmen. Gerade das Wechselspiel zwischen ruhigen Momenten und harter Gewalt hat mich ganz schön gepackt.
Besonders stark fand ich die Figurenzeichnung. Anna und Jacob wirken nicht perfekt. Sie sind menschlich, widersprüchlich und dadurch total greifbar. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel und auch ihre Fehlentscheidungen machen die Geschichte sehr glaubwürdig. Gleichzeitig regt das Buch immer wieder zum Nachdenken an, vor allem über Macht, Religion und Verantwortung.
Alles in allem ein richtig starkes historisches Buch, das spannend ist, unter die Haut geht. Ich bin definitiv neugierig auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Anilam:
Gelbe Monster von Clara Leinemann
Wenn Liebe kippt und Wut bleibt
Gelbe Monster erzählt die Geschichte von Charlie, die mit einem blauen Auge in der U-Bahn sitzt und plötzlich an einem Punkt ist, an dem einfach nichts mehr so funktioniert wie vorher. Es geht um eine Beziehung, die am Anfang perfekt scheint und dann langsam kippt – um Wut, Abhängigkeit und darum, wie schwer es ist, sich selbst ehrlich zu betrachten.
Der Schreibstil ist sehr klar, direkt und gleichzeitig richtig angenehm zu lesen. Trotz der ernsten Themen wirkt der Roman nicht schwer, sondern eher leicht, stellenweise sogar ziemlich witzig. Man kommt gut voran, bleibt dran und ist schnell mitten in Charlies Gedankenwelt. Vor allem diese Mischung aus Humor und Ernst fand ich richtig gelungen.
Viele Stellen regen doch ziemlich zum Nachdenken an – über Liebesbilder, Verantwortung, emotionale Gewalt und darüber, wie viel man sich selbst auflädt. Trotzdem wird das alles nicht überanalysiert. Genau das passt, denn es ist eben ein Roman und kein Sachbuch.
Insgesamt ein richtig gutes Debüt, das wichtige Themen anspricht, ohne sie zu zerreden, ich kann das Buch auf jeden Fall guten Gewissens weiterempfehlen!
Rezensionen von Wolle:
TINTE und SCHWERT – Verwandlung (Band 1) von Matthias Soeder
Die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs
Der Autor beschreibt in „Tinte und Schwert“ eine fiktionale Geschichte während des Beginns des Dreißigjährigen Kriegs, mit realistischem historischem Hintergrund. Der Krieg bestimmt die Lebensläufe der handelnden Personen und prägt ihren Charakter. Der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen findet als Religionskrieg zwischen den Machtansprüchen der Katholiken und der Protestanten statt.
Der 17jährige empathische Jacob wollte eigentlich ein geistliches Amt anstreben, um sich um das Seelenheil anderer Menschen zu kümmern. Doch es kommt ganz anders. In den Wirren des heraufziehenden Krieges wird seine Familie, so wie viele andere Menschen, auf brutalste Weise umgebracht. Er selbst findet sich nach dem verehrenden Überfall als Söldner auf dem Schlachtfeld in Böhmen wieder.
Als charakterlicher Gegenpol steht dem jungen Jocob der General Heinrich gegenüber, der für seine Karriere und sein Ansehen wortwörtlich über Leichen geht. Am Anfang des Romans entsteht so ein Schwarz-Weiß-Bild zwischen Gut und Böse. Doch nach einem Drittel der Handlung und auf dem Höhepunkt Jacobs Leidenswegs findet schließlich ein Wendepunkt statt, als dieser sich dem Rachefeldzug gegen seine Peiniger verschreibt. Eine Mitstreiterin findet er in der als Hexe verfolgten Anna.
Die Charaktere des Romans sind gut ausgearbeitet und man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. An vielen Stellen sind die Schilderrungen sehr brutal. Man mag sich gar nicht vorstellen unter welchen Entbehrungen und Leiden die Menschen in dieser Zeit lebten. Die Epoche die der Autor hier beschreibt fand ich sehr interessant, da der Dreißigjährige Krieg in historischen Romanen eher selten verarbeitet wird und man sich viele Romane eher mit dem Mittelalter befassen. Der religiöse Fanatismus steht dieser Zeit jedoch in nichts nach, die Brutalität ist hingegen eher größer.
Das Cover sowie die ersten Innenseiten mit Bildern von Jaques Callot sind sehr passend und verbildlichen die Atmosphäre die den Leser im Roman erwartet. Eine schöne Überraschung war das Autogramm im Buch sowie die beigelegte Postkarte mit dem eindrucksvollen Galgenbaum.
„Tinte und Schwert“ ist als Auftakt einer Trilogie gedacht. Ich bin gespannt auf die kommenden Bände.
Rezensionen von Wolle:
Niemands Töchter von Judith Hoersch
Beziehungsgeflecht
„Niemand Töchter“ erzählt die Geschichte zweier Töchter und zweier Mütter. Alle Frauen hadern dabei mit ihrer jeweiligen Mutter bzw. Tochter.
Wie die einzelnen Personen miteinander in Beziehung stehen wird erst mit der Zeit ersichtlich. Aufgrund dessen ist es nicht ganz einfach sich am Anfang des Buches zurechtzufinden.
Erst um die Seite 120 wurde mir das Beziehungsgeflecht der vier Frauen sowie der beiden Väter, die am Rande der Handlung auch von Bedeutung sind, vollkommen klar. Daraus ergibt sich auch eine Überraschung.
Der Roman ist in einer einfachen Sprache geschrieben, so dass sich der Roman schnell und leicht lesen lässt. Die Autorin versteht es die verborgenen Gefühlsregungen der Personen einfühlsam zu beschreiben. Die Atmosphäre des Romans ist überwiegend bedrückend und melancholisch. Als erheiternde Einlage empfand ich die selbstbewusste Alma als Kind. Die nicht nur ihren Familienmitgliedern, sondern auch dem Pfarrer provokante Fragen stellt. Trotz oder gerade aufgrund der kindlichen Naivität treffen diese den Nagel jedoch auf den Kopf.
Unnötig fand ich die lange Unklarheit wie die Personen in Beziehung zueinanderstehen, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Krimi und aus meiner Sicht verleiht es der Handlung auch keinen Mehrwert. Als Leser kann man sich aufgrund dieses Umstands zu Beginn schlecht in die Handlung hineinversetzen. Statt dem Rätselraten um das Beziehungsgeflecht hatte die Autorin vielleicht noch mehr auf die Gefühlswelt der handelnden Personen eingehen können. Vor allem die spezielle Beziehung von Marie zu Alma finde ich zu Beginn des Romanes deutlich unterbelichtet.
Rezensionen von Wolle:
Aliya und die Unendliche Stadt (Die Schule der Zeitreisenden 1) von Laila Rifaat
Das letzte Abenteuer von Aliya
Im dritten und letzten Band von Aliya, startet die gleichnamige Protagonistin wieder in ein magisches Abenteuer. Als angehende Schlosserin ist sie für das Öffnen von Portalen zuständig, was ihr noch nicht so richtig gelingt. Ein Rennen mit fliegenden Teppichen steht an und dann verschwinden plötzlich alle Schlosser wie vom Erdboden.
Die Handlung startet bereits auf der ersten Seite spannend und fantasiereich. Um sich ohne Probleme in das Geschehen zu versetzen, ist es sinnvoll die beiden Vorgängerromane zu kennen. Bereits bekannte Figuren und Themen werden hier wieder aufgegriffen.
Von der Thematik erinnert die Buchreihe sehr an Harry Potter. Was uns in dieser Reihe jedoch ganz besonders gefällt und was die Romane auch einzigartig macht, sind die vielen mythischen Gestalten aus dem Orient. Eine bunte fantasiereiche Welt wie aus 1001 Nacht entsteht. Man fühlt sich wie in einem modernen Märchen.
Zu dem orientalischen Abenteuer passt auch das kunterbunte Cover mit dem fliegenden Teppich und den Zwiebeltürmen.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Ausreden von Florian Klenk
Bedrückendes Highlight
Dieses Buch hat quasi sofort mein Interesse geweckt. Ich MUSSTE es lesen. Und als ich es dann in der Hand hatte, MUSSTE ich es in einem Zug lesen (was leicht möglich war, dank geringer Seitenzahl und großzügiger Setzung).
Dank meiner True-Crime Vorliebe kannte ich den Fall der Elfriede Blauensteiner vage, denn er wird relativ oft besprochen, da es verhältnismäßig wenig weibliche Serienmörder*innen gibt.
Elfriede Blauensteiner wurde 1931 in Wien geboren und wurde ingesamt für drei Morde, die ihr nachgewiesen werden konnten, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In Medien und Presse sorgte ihr Fall für große Aufmerksamkeit und Blauensteiner ging als „Schwarze Witwe“ in die Kriminalgeschichte ein.
Florian Klenk, österreichischer Jurist und Journalist, hat den Fall und das Leben Blauensteiners akribisch recherchiert und mit vielen intensiven Gesprächen und Akteneinsicht aufgearbeitet.
Der erste Teil des Buches besteht aus einem Monolog Blauensteiners, den Klenk aus protokollierten Aussagen redigiert und verdichtet hat.
Dieser Monolog geht mir unter die Haut.
„Ich hatte sechs Geschwister.
Es war nie ein gutes Verhältnis zu den Geschwistern.
Es war nie ein gutes Verhältnis zur Mutter.“
Blauensteiner erzählt von einer harten Kindheit, die von Schlägen, Hunger und Lieblosigkeit geprägt war. Einer Kindheit, in der sich keine Empathie entwickeln konnte. Auch als erwachsene Frau sind ihre Beziehungen voller Gewalt. Über ihre Verbrechen spricht sie nicht, sondern findet Ausreden und Entschuldigungen.
Habe ich nach diesem Monolog Mitleid mit dieser Frau? Ja, natürlich habe ich das.
Umso wichtiger finde ich den zweiten Teil des Buches, in dem Klenk den Monolog einordnet und mit den überprüfbaren historischen Daten in Blauensteiners Lebenslauf und mit ihren nachgewiesenen Verbrechen abgleicht. Auch die Sichtweise ihrer Tochter Monika, mit der Klenk stundenlange Gespräche geführt hat wirft ein hartes Licht, auf die Frau, die von ihrer Mutter gequält wurde, aber auch später ihre eigene Tochter sadistisch quälte.
Klenks Nachrede ist knapp, aber aussagestark und ausgewogen, wie ich finde.
„Sie war das Produkt eines kalten Jahrhunderts. Sie, die als Kind Opfer war - schwach, hungrig, gedemütigt -, ermächtigte sich und machte sich die Schwachen untertan. Nicht wegen einer psychischen Erkrankung, sondern aus sadistischer Gier. Und diese Gier, so sehr sie uns abstößt, war wohl auch eine Spätfolge jener frühen Jahre voller Entbehrung und Angst.“
„Ausreden“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und gehörte für mich zu den frühen Highlights des Jahres.
Rezensionen von Nicole (Abby1810):
Die Erfinderin der Freiheit von Elke Becker
Historisch, emanzipiert und spannend
"Die Erfinderin der Freiheit" ist ein toller historischer Roman. Elke Becker schreibt hier die Geschichte von fünf starken, emanzipierten und fleißigen Frauen.
Christine arbeitet als Physiotherapeutin in einem berühmten Sanatorium. Dabei fällt ihr auf, wie ungesund das Tragen eines Korsetts vor allem während der sportlichen Aktivitäten, ist.
Hier möchte sie Frauen aus allen Schichten unterstützen und ihnen dadurch das Leben erleichtern. Sie erfindet den BH und testet ihn somit gleich bei ihren Patientinnen. Aufgrund ihrer selbständigen und emanzipierten Art, ist sie noch nicht verheiratet. Als eines Tages ein Gast mit seiner Schwester in das Sanatorium eincheckt, ist sie von Anfang an sehr angetan von ihm. Doch wird er der richtige sein?
Aber auch Julia, Lotta und Amalie sind starke Frauen. Amalie ist gerade dabei einen Kaffeefilter zu erfinden, denn der Kaffeesatz am Ende des Trinkens ist eher suboptimal.
Zusammen unterstützen sich die Frauen gegenseitig und supporten sich ununterbrochen. Denn ohne die Unterstützung von guten Freunden, war es gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts unglaublich schwer das Leben zu meistern.
Elke Becker schreibt sehr authentisch, kraftvoll und unterhaltsam. Dresden während der Zeit von 1908 ist sehr anschaulich und lebendig beschrieben, das Buch ist sehr gut recherchiert. Ja, ich war mittendrin in einem anderen Jahrhundert. Es hat Spaß gemacht zu lesen wie stark und fleißig diese Frauen waren. Es gab zu dieser Zeit viele spannende und interessante Erfindungen, der BH ist eindeutig eine bis heute hilfreiche Antwort auf das Korsett und die Emanzipation der Frauen. Ich freue mich schon auf ein weiteres Buch von Elke Becker.
Rezensionen von Katrin:
Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam von Annabel French
Eine Frau am Weg zu ihrem wahren Ich
Das Cover fällt in meinem Bücherregal zumindest sofort auf, da es einfach sehr Gelb und freundlich ist. Es ist nicht überladen aber wirklich hübsch.
Story:
Rosie ist eine Frau Anfang 30, die irgendwie noch nicht so ganz im Leben angekommen zu sein scheint. Der Tod ihrer Mutter, der zwar in jungen Jahren war belastet sie noch immer sehr.
Jobs sind eher eine Bürde als Freude und daher beschließt sie aus heiterem Himmel London zu verlassen und auf ein Hausboot in Amsterdam zu ziehen und einen Blumenladen zu eröffnen.
Das Hausboot verludert und ihre sprachlichen Kenntnisse nur sehr gering, so beginnt ihr Leben in Amsterdam. Ihr Nachbar ein Griesgram, aber ein sehr hübscher.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten startet sie tatsächlich ein Business und da sie ein herzensguter, kreativer Mensch ist, lässt der erste Erfolg nicht lange auf sich warten.
Wie sie in Amsterdam Fuß fassen kann und endlich ihr wahres Ich findet, dass muss nun jeder Leser selbst herausfinden.
Fazit:
Leider hat mich das Buch nicht gefesselt. Es ist sehr eintönig, kaum Spannung. Bahnt sich welche an, ist es auch schon wieder vorbei. Ich hätte mir von allem einfach etwas mehr gewunschen. Mehr Details, mehr Liebe, mehr Leidenschaft, aber etwas weniger Steine dir ihr in den Weg gelegt wurden.
Man kann es lesen, ich habe es auch vollständig gelesen, aber es ist leider kein Highlight.
Rezensionen von brauneye29:
Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig
Na ja
Zum Inhalt:
Den Ruhestand in Portugal hatten sich Angelika und Hans anders vorgestellt. Doch erst läuft ihnen ein Hund zu, der sie auf Trab hält, dann taucht auch noch Tochter Sandra mit Enkel Finn auf. Sandra, schon länger vom Mann getrennt, will keine großen Gefühle zulassen während Enkel Finn überfordert mit dem Erwachsensein ist und unter Selbstzweifeln leidet.
Meine Meinung:
Irgendwie hat mich das Buch nicht gepackt. Klar, wusste man, dass es wohl eher leichte Unterhaltung sein wird, aber mir persönlich war das Buch zu seicht. Angezogen von dem Titel und dem Cover hatte ich dennoch etwas mehr erwartet. Was mit gut gefallen hat, war das Setting, auch wenn ich Portugal nicht kenne, hatte ich das Gefühl mir alles gut vorstellen zu können. Der Schreibstil war gut lesbar und auch eher einfach gehalten. Ein Buch ohne große Highlights, einigermaßen unterhaltsam, aber eben nicht so meins.
Fazit:
Na ja










