Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clematis:
Die dunkle Seite der Schokolade von Dina Casparis
Leiche in Schokolade
Als studierte Chemikerin und Juristin findet Serafine Montalin einen Platz als interne Ermittlerin im Schokoladeunternehmen CacaoBest. Dafür hat sie ganz persönliche Beweggründe, denn ihr Vater ist etliche Jahre zuvor in genau dieser Firma zu Tode gekommen, weshalb sie eigene Nachforschungen anstellen möchte.
Im Strudel der Ereignisse gerät Serafine nun selbst zur Zielscheibe.
Detaillierte Beschreibungen zur Herstellung feinsten Kakaos und zartester Pralinen, vermischt mit einem alten Todesfall, das sind die köstlichen Zutaten für diesen atmosphärischen Schweizer Kriminalroman. Eine selbstbewusste und durchsetzungsstarke Hauptperson, Serafine, versucht auf gewitzte Art und Weise ihr Vorhaben umzusetzen, wobei ihr Autorin Dina Casparis noch einige weitere Themen mit auf den Weg gibt. So kommen noch die Unterdrückung Einheimischer während der Kolonialzeit in Afrika, Rassismusprobleme und verstrickte Familienstammbäume ins Spiel, wodurch man als Leser schnell einmal den roten Faden verlieren kann. Weniger ist mehr, hätte da aus meiner persönlichen Sicht besser gepasst. Andererseits sind die komplizierten Puzzlestücke gut miteinander verwoben, was für die Autorin spricht und sämtliche Einzelheiten bestens recherchiert, sowie im Nachwort nochmals übersichtlich zusammengefasst. Der flüssige Schreibstil schließlich vermittelt ein angenehmes Lesegefühl.
Eine spannende Familiengeschichte mit einigen Krimiszenen und vielen verführerischen Düften feinster Schweizer Confiserie – anders als erwartet, aber durchaus interessant.
Rezensionen von Sternzauber:
The Artist von Lucy Steeds
Ein kunstvoll sinnliches und berührendes Erlebnis
Das Cover von Lucy Steeds` “The Artist” ist wunderschön! Ich liebe die Gestaltung, die aus dem impressionistisch anmutenden Lavendelfeld, der Farbschicht mit den Pinselspuren und dem Text besteht. Für meinen Geschmack harmoniert sie wunderbar miteinander und passt auch ausgesprochen gut zur Geschichte.
Zudem wirkt die Farbgestaltung real zum Glück überhaupt nicht so grell wie am Bildschirm.
Erzählt wird die Geschichte von dem jungen Journalisten Joseph, der die Möglichkeit erhält den zurückgezogen lebenden und abweisenden Künstler Edouard Tartuffe zu interviewen. Als er bei ihm eintrifft, ist der jedoch wenig begeistert und alles entwickelt sich anders als gedacht, doch Joseph bleibt und lernt auch Ettie, die Nichte des Künstlers kennen, die noch weit mehr Geheimnisse birgt und bewahrt als das eigentliche Objekt seiner Recherche. Immer tiefer taucht er in dieses ganz andere Leben ein und legt Schicht um Schicht aus Geheimnissen und Verständnis frei…
„The Artist“ ist Lucy Steeds` Debüt und das ist wirklich fulminant und absolut einnehmend – mich hat es jedenfalls rundum begeistert! Schon der Einstieg ins Buch aus dem Jahr 1957 hat mich so neugierig gemacht und gefangen genommen, dass ich das Buch danach gar nicht mehr gerne aus der Hand legen wollte. Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und so können wir LeserInnen sowohl Joseph, als auch Ettie wunderbar nah kommen, mit ihnen fühlen und ihre Beweggründe verstehen. Dabei gelingt es der Autorin meisterhaft im Laufe der Geschichte eine unterschwellige aber zunehmende Spannung aufzubauen, die mich wirklich durch die Seiten gezogen hat, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und was geschieht. Doch im Grunde ist es eine leise und feine Geschichte. Wer „Action“ sucht ist hier an der falschen Adresse, doch wer den gleißend heißen Sommer auf der Terrasse und im Atelier eines begnadeten Künstlers in Frankreich verbringen möchte, der ist hier an genau richtig.
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon einmal ein Buch gelesen hätte, das eine Geschichte so sinnlich und so intensiv erzählt hätte, wie es in „The Artist“ der Fall ist. Die Beschreibungen der entstehenden Bilder sind so gut, dass ich das Gefühl hatte, die Farbschichten sehen, das Terpentin riechen und den Pinsel über die Leinwand kratzen hören zu können. Genau so verhielt es sich mit der flirrenden Hitze über den Feldern Frankreichs und den Lebensmitteln, die Lucy Steeds in Haptik, Geruch und Geschmack lebendig werden lässt – unglaublich toll!
Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto besser dürfen wir die beiden Hauptcharaktere kennen lernen und erfahren in Rückblicken auch immer mehr aus ihrem Leben, was ihre Verhaltensweisen und Gefühle so nachvollziehbar macht, dass ich ganz eintauchen konnte. Die beiden sind sehr unterschiedlich, aber individuell und stimmig gezeichnet und ich habe sie beide schnell ins Herz geschlossen. Der Künstler Edouard Tartuffe ist unglaublich präsent und er beherrscht die Geschichte in weiten Teilen, was wunderbar zu seiner Charakterdarstellung und der Atmosphäre der Geschichte passt. Es gibt so viele Besonderheiten und wundervolle Momente in der Geschichte, dass ich am liebsten von ihnen allen erzählen möchte, aber ich will natürlich nicht zu viel vorweg nehmen, sondern lieber dazu ermutigen, diese Geschichte selber zu entdecken – es lohnt sich absolut!
Denn „The Artist“ ist eine wundervolle und außergewöhnliche Geschichte, die mich sehr beeindruckt und tief berührt hat. Künstlerisches Genie, Grausamkeit, Liebe, Natur, menschliche Stärken und Schwächen, Freiheit und Sehnsucht bilden hier eine Symbiose, die den Weg mehrere Leben nachzeichnen und uns LeserInnen mitnehmen, in einen ganz eigenen Kosmos. Ich bin wirklich Fan und empfehle das Buch von Herzen gerne weiter!
Rezensionen von yellowdog:
Wie stark ist Russland wirklich? von Matthias Uhl
Ohne Illusionen
Dieses Buch widmet sich dem Thema, ob es möglich ist, gegen Russland zu bestehen. Schon in der Einleitung nennt der Autor auch die Meinung von Analysten wie Carlo Masala oder Claudia Major zur massiven Aufrüstung und bezieht das in seinen Ausführungen mit ein. Doch es geht ihm um eine realistische Einschätzung.
Mit einem Wust an Wissen überfällt der Autor Mattias Uhl den Leser und überfrachtet einen erst einmal. Aber strukturiert ist es schon. Er macht einen historischen Rückblick und zeigt damit 400 Jahre ukrainisch-russische Beziehungen. Er zieht dann die Lehrern des Ukrainekriegs.
Er blickt auf die Rüstungsindustrie Russlands sowie die Nato.
Es ist ein illusionsloses Buch.
Am Ende führt Matthias Uhl die möglichen Szenarien und deren Folgen aus:
1. Ein eingefrorener Konflikt ohne Frieden
2. Ein erzwungener Kompromiss
3. Die Fortsetzung als Abnutzungskrieg
4. Ein unvorhergesehenes Ereignis
Putin wird die Macht nicht abgeben. Daher bleibt alles offen.
Rezensionen von brauneye29:
Meine Gesundheitsretter aus der Natur gegen Bluthochdruck von Franziska Rubin
Viele gute Tipps
Zum Inhalt:
Ideen und Praktiken um mit dem Bluthochdruck auf natürliche Weise umzugehen und vielleicht sogar auf Medikamente verzichten zu können.
Meine Meinung:
Ich selbst habe auch mit Bluthochdruck zu tun und natürlich fragt man sich immer mal wieder, ob es nicht bessere Methoden gibt als Tabletten zu schlucken.
Hier wird einerseits sehr gut erklärt, wie Bluthochdruck entsteht, wie vieles im Körper funktioniert, um auch zu verstehen, wieso man da auch unter Umständen rangehen kann. Mit einem sehr breiten Spektrum werden einem Taktiken, aber auch Lebensmittel und vieles mehr erklärt und was sie bewirken könnten. Durch die breite Auswahl an Möglichkeiten ist sicher auch für jeden was dabei, was man zumindest mal versuchen kann. Zum Glück ist das Buch auch recht verständlich geschrieben. Das hat mir gefallen.
Fazit:
Viele gute Tipps
Rezensionen von brauneye29:
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer
Hat was
Zum Inhalt:
Eigentlich lieben Alma und Théo sich, aber trotzdem liegt ihre Beziehung in Trümmern. Sie wissen nicht mehr, ob sie gemeinsam glücklich sein können oder doch eher wenn sie allein sind. Um das herauszufinden beschließen sie den Sommer in Frankreich zu verbringen und erst zurückzukehren, wenn sie die Antwort darauf gefunden haben.
Meine Meinung:
Tja, Liebe und eine glückliche Beziehung, dass geht nicht immer Hand in Hand und hierum geht es in diesem Buch. Die Geschichte von Alma und Théo erleben wir hier im Zustand der Krise, aber man hat nicht das Gefühl, dass man voyeuristisch dabei ist. Es ein Buch der leisen Töne, dass das zarte Gebilde einer Liebe und Beziehung von vielen Seiten beleuchtet. Mal sind die sich näher, mal entfernter. Die Geschichte der beiden entwickelt sich immer mehr und man kann vieles mitfühlen, ohne dass es kitschig wirkt. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Interpretation der Sprecherin des Hörbuchs. Den Situationen angepasst, aber auch nicht überdramatisch. Ich fand das Hörbuch gut.
Fazit:
Hat was
Rezensionen von Lerchie:
Der Sommer der Inseltöchter von Micaela Jary
Der Fluch
Der dänische König reist im Sommer 183 nach Sylt. Er sorgt für Aufregung, als er Merret kennenlernen will. Diese hofft auf eine günstige Gelegenheit für ihre Töchter, den bisher gab es nur Kummer mit ihnen. Maike ist an einem verheirateten Kapitän interessiert, Swantje ist in einen für sie unerreichbaren Mann verliebt und Anna wird vom Dorfschullehrer verehrt.
Wird der König ihnen eine glückliche Zukunft bescheren? Die Autorin erzählt von der Großfamilie Lassen, deren Geschichte mit der Insel verwoben ist. Und sie zeigt uns Föhr, das damals bedeutender war als das ärmliche Sylt
Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten im Text störten meinen Lesefluss. Auch kam ich gut in die Geschichte rein, und konnte mich auch in die Protagonisten hineinversetzen. In Maike, die als Haustochter zu der Frau eine Kapitäns vermittelt wird und sich prompt in diesen verliebt, was dieser weidlich ausnutzt. Swantje, die von ihrer Schwester von einem Fluch erfährt, der ihre Familie betrifft und die Mädchen gehörig durcheinanderbringt. Der Sohn, der eigentlich nicht mehr zur See fahren will, es auf Bertreiben was dem Vater gar nicht gefällt. Doch dann geschieht ein Unglück. Das Buch verrät uns war passiert ist und wie die Sache ausgeht. Es verrät auch wie es Maike mit dem Kapitän ergeht und Anna mit dem Lehrer. Und es verrät uns, was der König davon hält, als Merret ihm eine Absage erteilt. Diese Buch hat mir gut gefallen, es ist spannend und hat mich teilweise auch gefesselt und auch gut unterhalten. Eine Leseempfehlung und vier Sterne von mir.
Rezensionen von Nele33:
Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach
andere Erwartung
Mit "Ins fahle Herz des Sommers" hat der Autor Andreas Eschbach eine Dystopie geschrieben, in der es um die Unbewohnbarkeit Europas nach der Klimaerwärmung geht.
Schauplatz ist ein kleines Dorf, in dem Fausto mit den übrigen Bewohnern versucht am Leben zu bleiben. Er hat es nicht geschafft wie so viele andere Menschen zu Beginn des rasanten Wetterwandels in den nördlichen Teil der Erde auszuwandern und mittlerweile lassen diese Länder auch niemanden mehr auf legalen Weg hinein.
Sein Leben ist ein einziger Kampf gegen die Hitze, bis eines Tages eine junge Frau im Dorf auftaucht und sein Leben gründlich durcheinander wirbelt. Die Hoffnung, die sich in ihm auftut ist grenzenlos, eine Zukunft mit der Unbekannten scheint ihm möglich. Dass sie nur rudimentäre Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat, stört ihn weniger, als der Umstand, dass ihr die Hitze nichts auszumachen scheint.
Als nach einiger Zeit weitere Fremde auftauchen, die ihr ähnlich sehen bekommt Fausto es zu Recht mit der Angst zu tun.
Der Plot hat mich absolut begeistert, scheint er doch auf den ersten Blick nicht sehr abwegig und wirkt sehr bedrohlich. Leider fokussiert sich Andreas Eschbach sehr auf die Liebesgeschichte der Protagonisten und nicht auf die anfängliche sehr gelungene Dystopie. In der Mitte des Buches hat der Autor mich aufgrund des ausschweifenden Liebeslebens dann endgültig verloren.
Schade um die tolle Idee.
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Bachelorette Party von Camilla Sten
Solider Insel-Thriller mit starker Atmosphäre aber schwachen Figuren
Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es wirkt auffällig, leicht düster und passt auf den ersten Blick gut zu einem Thriller, der auf einer abgelegenen Insel spielt. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen aber öfter das Gefühl, dass die Atmosphäre des Settings nicht ganz so stark im Cover widergespiegelt wird, wie sie es eigentlich könnte.
Trotzdem ist es definitiv ein Hingucker und macht neugierig.
Der Schreibstil von Camilla Sten ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und gerade zum Ende hin entwickelt das Buch auch einen gewissen Sog. Besonders die düstere Grundstimmung und dieses unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, kommen gut rüber. Allerdings braucht die Geschichte recht lange, um wirklich in Fahrt zu kommen.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart rund um den Junggesellinnenabschied und einmal mit Blick auf die Ereignisse vor zehn Jahren. Grundsätzlich mag ich diesen Aufbau sehr, hier hat er für mich aber nicht immer optimal funktioniert. Die Wechsel waren teilweise eher verwirrend als spannend und gerade am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, alles richtig einzuordnen.
Mit den Figuren bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Tessa steht zwar klar im Mittelpunkt, aber ihre Gedanken und Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Auch die Dynamik innerhalb der Gruppe hat sich für mich oft eher distanziert angefühlt als wie ein echtes Freundschaftsgefüge. Viele Nebenfiguren bleiben recht blass, sodass es mir schwerfiel, sie auseinanderzuhalten oder eine Bindung aufzubauen.
Das Setting der abgelegenen Insel mochte ich dagegen sehr. Diese Abgeschiedenheit, kombiniert mit den Geheimnissen aus der Vergangenheit, hat eigentlich viel Potenzial für Spannung. Im Mittelteil zieht sich die Handlung für meinen Geschmack aber ganz schön und bleibt stellenweise hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Erst gegen Ende nimmt das Ganze deutlich an Tempo auf.
Die Auflösung hat mich mit eher gemischten Gefühlen zurückgelassen. Einige Entwicklungen konnte man relativ früh erahnen, andere Aspekte wirkten dafür etwas überzogen oder nicht ganz rund. Gerade nach dem eher langsamen Aufbau hätte ich mir hier einen stärkeren und vor allem stimmigeren Abschluss gewünscht.
Fazit:
„Bachelorette Party“ ist ein Thriller mit einer spannenden Grundidee, einem starken Setting und einem sehr angenehmen Schreibstil. Leider schwächelt das Buch bei den Charakteren und im Spannungsaufbau, sodass mich die Geschichte nicht komplett packen konnte. Insgesamt solide, aber kein Highlight.
3/5 Sterne
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Bachelorette Party von Camilla Sten
Solider Insel-Thriller mit starker Atmosphäre aber schwachen Figuren
Das Cover hat mich direkt angesprochen. Es wirkt auffällig, leicht düster und passt auf den ersten Blick gut zu einem Thriller, der auf einer abgelegenen Insel spielt. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen aber öfter das Gefühl, dass die Atmosphäre des Settings nicht ganz so stark im Cover widergespiegelt wird, wie sie es eigentlich könnte.
Trotzdem ist es definitiv ein Hingucker und macht neugierig.
Der Schreibstil von Camilla Sten ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und gerade zum Ende hin entwickelt das Buch auch einen gewissen Sog. Besonders die düstere Grundstimmung und dieses unterschwellige Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, kommen gut rüber. Allerdings braucht die Geschichte recht lange, um wirklich in Fahrt zu kommen.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart rund um den Junggesellinnenabschied und einmal mit Blick auf die Ereignisse vor zehn Jahren. Grundsätzlich mag ich diesen Aufbau sehr, hier hat er für mich aber nicht immer optimal funktioniert. Die Wechsel waren teilweise eher verwirrend als spannend und gerade am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, alles richtig einzuordnen.
Mit den Figuren bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Tessa steht zwar klar im Mittelpunkt, aber ihre Gedanken und Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Auch die Dynamik innerhalb der Gruppe hat sich für mich oft eher distanziert angefühlt als wie ein echtes Freundschaftsgefüge. Viele Nebenfiguren bleiben recht blass, sodass es mir schwerfiel, sie auseinanderzuhalten oder eine Bindung aufzubauen.
Das Setting der abgelegenen Insel mochte ich dagegen sehr. Diese Abgeschiedenheit, kombiniert mit den Geheimnissen aus der Vergangenheit, hat eigentlich viel Potenzial für Spannung. Im Mittelteil zieht sich die Handlung für meinen Geschmack aber ganz schön und bleibt stellenweise hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Erst gegen Ende nimmt das Ganze deutlich an Tempo auf.
Die Auflösung hat mich mit eher gemischten Gefühlen zurückgelassen. Einige Entwicklungen konnte man relativ früh erahnen, andere Aspekte wirkten dafür etwas überzogen oder nicht ganz rund. Gerade nach dem eher langsamen Aufbau hätte ich mir hier einen stärkeren und vor allem stimmigeren Abschluss gewünscht.
Fazit:
„Bachelorette Party“ ist ein Thriller mit einer spannenden Grundidee, einem starken Setting und einem sehr angenehmen Schreibstil. Leider schwächelt das Buch bei den Charakteren und im Spannungsaufbau, sodass mich die Geschichte nicht komplett packen konnte. Insgesamt solide, aber kein Highlight.
3/5 Sterne
Rezensionen von Shilo:
Und sie schenkten ihnen ein Zuhause von Laura Baldini
Verbundene Schicksale
In diesem Buch geht es um 2 Frauen, die beide ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben. Ihre Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeiten, hängen aber nach und nach zusammen. Daraus entsteht ein ruhiger Roman über Herkunft, Verlust und neue Wege.
Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen. 1987 steht Rose im Mittelpunkt, die beim Ordnen des Nachlasses ihrer Mutter auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis stößt.
Diese Spur bringt sie dazu, mehr über ihre Herkunft herauszufinden.
Die zweite Ebene führt nach London in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dort arbeitet Helen in einem von Anna Freuds Kinderhäusern und kümmert sich um Kinder, die in den Wirren des Krieges Sicherheit finden wollen.
Mit der Zeit zeigt sich, wie beide Ebenen miteinander verbunden sind.
Das Buch entwickelt sich ruhig und unaufgeregt. Gerade die Kriegskapitel haben Gewicht, weil sie sehr nah bei den Kindern bleiben und zeigen, wie schwierig es ist, wieder Vertrauen zu fassen.
Die Geschichte um Rose wirkt dagegen eher suchend und zurückhaltend. Durch den Wechsel der beiden Ebenen bleibt die Handlung in Bewegung, auch wenn sich vieles erst spät zusammenfügt.
Der Schreibstil ist klar und unaufdringlich. Die Autorin bleibt nah an ihren Figuren und erzählt ohne große Ausschmückungen. Besonders die Szenen mit den Kindern wirken glaubwürdig und bleiben im Kopf. Insgesamt liest sich das angenehm ruhig und flüssig.
Ein ruhiger Roman, der seine Wirkung vor allem über die Verbindung der beiden Zeitebenen entfaltet. Die Geschichte von Rose und Helen fügt sich Stück für Stück zusammen und ergibt am Ende ein stimmiges Bild.
Der Teil aus der Kriegszeit bleibt der stärkere, weil er emotional mehr trägt und die Arbeit in den Kinderhäusern sehr greifbar macht. Die Gegenwartsgeschichte ergänzt das sinnvoll, auch wenn sie weniger intensiv wirkt.
Unterm Strich eine berührende und gut recherchierte Geschichte, die ohne große Effekte auskommt und gerade dadurch nachwirkt.
4 Sterne und eine Leseempfehlung










