Persönliche Lese- tipps
Identität Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet von Fukuyama Francis
Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet
Dieses Buch, so bekennt der Autor gleich zu Beginn, gäbe es nicht, wäre Donald Trump nicht zum Präsidenten gewählt worden. Für einen gestandenen Liberalen wie Francis Fukuyama wohl ein Alptraum. Dennoch ist es keine Abrechnung des US-Politologen, sondern eine unaufgeregte Analyse, die bei der Erklärung gegenwärtiger Phänomene bis in die Antike und Frühe Neuzeit zurückgeht, ohne akademischen Ballast aufzutürmen – eine überaus anregende und fundierte Kritik rechter wie linker Identitätspolitik.
Elena Ferrante meine geniale Autorin von Bardola Nicola
Elena Ferrante - meine geniale Autorin
»Wen könnte es interessieren, was von mir übrig bleibt, außerhalb der Bücher« hat Elena Ferrante einmal auf die Frage geantwortet wer sie sei. Nicola Bardola versucht dennoch mit diesem Buch durch die Analyse ihrer Texte, ihrer Sprache und anhand verschiedener „Interviews“, die sie gegeben hat, E.
Ferrante eine fassbare Identität zu geben. Ohne sich auf einen der kursierenden, aber nicht bestätigten Namen festzulegen. Warum eigentlich? Weil Bücher alleine nicht immer für sich sprechen können.
Durch deine Augen von Peter Høeg
Durch deine Augen
Seit Fräulein Smilla hat Peter Høeg einen Fixplatz im Literaturuniversum. Der nun vorgelegte neue Roman gefährdet diesen Fixplatz nicht. Es geht um Simon, Lisa und Peter, um ihre Kinderfreundschaft und ihre heutige Beziehung und um Neurowissenschaft. Vermutlich bringen nur wenige andere AutorInnen das alles unter einen Literatenhut.
Høeg kann das. „Durch deine Augen“ ist unglaublich poetisch und lehrreich zugleich. Dabei spannend und ein echter „pageturner“. Was will man mehr?
Markus Renk empfiehlt:
Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Dicker Joël
Das Verschwinden der Stephanie Mailer
Bereits seit seinem ersten Buch "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" bin ich ein großer Fan von Joël Dicker. Er versteht es meisterlich die Abgründe der sogenannten besseren Gesellschaft aufzuzeigen. Ein idyllischer Badeort in den Hamptons wird durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert.
Jahrzehnte später gibt es Zweifel an der Schuld des Täters. Raffiniert zieht uns Joël Dicker in ein Netzt aus Intrigen. Joël Dicker ist zurück!
Der wilde Detektiv von Jonathan Lethem
Der wilde Detektiv
Ein Tycoon wird Präsident. Und tagsdarauf stirbt ein Poet. Ein Mädchen verschwindet. Eine Freundin macht sich auf die Suche, engagiert einen Detektiv. Die Ermittlung verläuft sich im „waste land“ Kaliforniens. Die Sonne brennt. Es brodelt. „Der wilde Detektiv“ ist „hard-boiled“. Und überdreht.
Absolut undurchsichtig und unnachahmlich gescheit. Der Irrsinn feiert Urstände. Ein Staat kollabiert. Vereinigte Staaten kollabieren. „Die ganz normale beschissene Wirklichkeit“. Mit „Der wilde Detektiv“ lässt Lethem Dampf ab. Literatur als Ventil. Befreiende Lektüre in besch…eidenen Zeiten.
Der Stotterer von Charles Lewinsky
Der Stotterer
Eigentlich müsste er einem leid tun, säße er nicht im Gefängnis, da er mit Briefen alte Damen um ihr Geld betrog. Denn Stärckle stottert, ein störungsfreier Satz kam nie über seine Lippen. Folglich schreibt er, anfänglich Aufsätze für den Klassenschläger, später Manipulatives, Hochstaplerisches & Kriminelles.
Auch in Haft schreibt er: An den Pfarrer, Tagebuch, schriftstellerische Fingerübungen, an den Verleger, vor allem aber sein Leben neu und um. Dichtung & Wahrheit, sprachlich virtuos – eine literarische Wohltat.
Drei Frauen von Dacia Maraini
Drei Frauen
Drei Frauen, drei Leben, drei Sichtweisen – ein Haushalt. Großmutter Gesuina küsst bevorzugt junge Männer und zeichnet ihre Gedanken auf Band auf. Tochter Maria übersetzt Klassiker, tagträumt und schreibt lange Briefe. Enkelin Lori revoltiert gegen alles, führt Tagebuch und lässt sich vom Freund ihrer Mutter schwängern.
Damit ist das Drama angerichtet. Der Roman „Drei Frauen“ von Dacia Maraini liest sich fluffig-leicht, trägt einem die Protagonistinnen ins Herz – und streut, fast unbemerkt, viel Lebensweisheit drüber.
Eine Odyssee von Daniel Mendelsohn
Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich
„Nur wenige Söhne sind wahrlich gleich ihrem Vater, meistens sind sie schlechter und nur wenige besser“, zitiert der Autor mehrmals aus Homers Odyssee, anhand der David Mendelsohn von seiner eigenen Reise zu seinem Vater hin berichtet – von der gemeinsamen Vorlesung an der Universität, die das berühmte Epos behandelt, über eine gemeinsame Schiffsreise zu den geschichtsträchtigen Schauplätzen bis hin zur Erkenntnis, dass man als Sohn den Vater immer weniger kennt als der einen selbst.
Berührend.
Lazarus von Kepler Lars
Lazarus
Der 7. Band von Schwedens Krimi Ehepaar Ahndoril, bekannt unter dem Pseudonym Lars Kepler. Joona Linna und auch sonst alle in Schweden denken, dass Jurek Walter tot im Fluss landete. Diverse Morde in ganz Europa und vor allem der abgetrennte Kopf von Linnas toter Ehefrau deuten auf das genaue Gegenteil hin.
Grausig und spannend taucht der Leser erneut ab in die Abgründe des Serienmörders.
Robert Renk empfiehlt:
firma von Klaus Merz
firma
Jedes Buch von Klaus Merz ist ein komprimiertes Stück Glück. Diesmal erzählt er Lebensgeschichte an Hand der Geschichte einer Firma. Weltgeschehen, wie Prager Frühling, Mauerfall, Finanzkrise oder Fußballweltmeisterschaft gespiegelt im Mikrokosmos eine Firma. „Ein Buch, das die Grundfragen unserer Existenz und unserer Gegenwartpoetisch verdichtet und Klaus Merz als einen zeigt, der in der Verletzlichkeit die menschliche Stärke sieht.
" Meint Katja Gasser vom ORF. Wie recht sie hat!











