Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
The Things Gods Break - Schattenverführt (Schattenverführt-Reihe 2) Schattenverführt-Reihe von Abigail Owen
The Things Gods Break
"The Things Gods Break – Schattenverführt" von Abigail Owen ist in der Hörbuchfassung von Franziska Trunte gesprochen. Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer Trilogie, der erste Band sollte unbedingt vorab gelesen werden, um der Story gut folgen zu können. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit.
Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Auch in erhöhter Geschwindigkeit hat mir Truntes Stimme hervorragend gefallen und die Sprecherin hat es geschafft eine ganz eigene Spannung in die Handlung zu übertragen. Toll ist auch, dass die Kapitel aus Hades' Sichtweise von einem männlichen Kollegen (Tim Gössler) eingesprochen wurden, somit ist eine Trennung der Perspektiven noch besser möglich!
Nachdem ich den ersten Band der Serie absolut gern gehört habe und in diesem Kontext zu einem Hades-Fangirl gewachsen bin, war ich umso gespannter auf den kommenden Band. Dieser war nicht so, wie ich es erwartet habe, aber dennoch gut und ich habe ihn sehr gern gehört.
Die Handlung schließt sich nahtlos an das Ende des ersten Bandes an, trotz der längeren Zeit zwischen den beiden Büchern bin ich zügig zurück in die Handlung gekommen. Die neuen Herausforderungen für Lyra scheinen etwas weniger tötlich, aber nicht minder gewfährlich. Der Twist mit der Zeit hat mir irchtig gut gefallen, allersings musste ich beim Lesen gut aufpassen, um nicht durcheinander zu geraten.
Sprache und Schreibstil, in Übersetzung durch Julia Schwenk haben mir gut gefallen. Auch die weitere Charakterentwicklung ist gelungen. Kurzum: eine mehr als gelungene Fortsetzung des ersten Bandes mit einem für mich vollkommen unerwartetetn Cliffhanger, der mich nun ungeduldig auf den dritten Band warten lässt!
Rezensionen von KersG:
Die Magnolientochter von Tessa Collins
Die bewegende Familiengeschichte geht in die nächste Runde
Schon die letzten Bände der Reihe haben mich restlos begeistert. Darum war ich umso gespannter auf die Fortsetzung. Dieses Mal mit Magnolia als Hauptperson und ich wurde nicht enttäuscht.
Wieder geht es um ein Familiengeheimnis, dass es zu entschlüsseln gilt. Für Magnolia geht die Reise in das Geburtsland ihrer Mutter.
Neuseeland. Ein wunderschönes Land. Das erkennt auch Magnolia und sie fühlt sich sofort wohl dort. Sie will mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter erfahren, da darüber bisher geschwiegen wurde.
Ich finde die Geschichte unsagbar spannend und berührend. Eine junge Frau, die sich im Umwelt- und Tierschutz engagiert und doch eine so große familiäre Last mit sich herumträgt.
Ich liebe Magnolias Einstellung, was die Welt und alles drumherum betrifft. Auch für mich sind das sehr wichtige Themen im Leben. Sie war mir sofort sympathisch und ich habe sie direkt in mein Herz geschlossen. Ich habe mit ihr von Anfang an mitgefiebert.
Sehr gut gefallen mir die Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, da man so noch tiefere Einblicke in die Familiengeschichte bekommt.
Ein tolles Buch und eine absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von ReiShimura:
Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt
Ein Loblied auf das Kino und die Liebe
Dieses Buch zählt für mich zu den großen Überraschungen und Highlights meines Lesejahres 2025. Obwohl ich sehr viele gute Bücher gelesen und gehört habe, gab es wenige Bücher, die mich so positiv überrascht haben wie dieses.
Der zauberhafte Erzählstil der Autorin Annette Bjergfeldt in Kombination mit einer fantasievollen und doch durchaus auch realistischen Geschichte hat mich vom ersten Wort an in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.
Dieses Buch hat mich so sehr begeistert, dass ich es nicht nur wie ursprünglich geplant als Hörbuch gehört, sondern auch als Buch gelesen habe.
Die Art und Weise wie die Geschichte aufgebaut ist, erinnert mich sehr stark an ein Tagebuch. Ich hatte immer das Bild vor Augen, dass hier eine alte Frau auf dem Sterbebett liegt und noch einmal ihr Leben Revue passieren lässt und die Verwandtschaft wie gebannt an ihren Lippen hängt und zuhört. Die Geschichte ist in vielen historischen Dingen und Ereignissen so akkurat recherchiert, dass ich immer das Gefühl hatte, dass es sich hierbei wirklich um einen Tatsachenbericht handeln könnte. Andererseits sind so viele phantastische Elemente dabei, die das ganze wieder ein wenig unrealistisch wirken lassen. Normalerweise recherchiere ich dann immer, um mehr über die Hintergründe des Buches herausfinden zu wollen. In diesem Fall habe ich es vermieden und werde es auch in Zukunft vermeiden, da es mir ein wenig von dem Zauber des Buches nehmen würde.
Die Protagonistinnen und Protagonisten des Buches, allen voran natürlich Lita, Oona und Fabiola habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und gehofft, dass ihre Wünsche und Träume irgendwann in Erfüllung gehen werden. Dieses Buch besticht durch einzigartige, zauberhafte und etwas schrullige Charaktere, die auf der Suche nach sich selbst, der Liebe und dem Glück sind. Jede und jeder auf seine Art und Weise und manchmal auch eher unbewusst als bewusst.
Dies ist wieder mal ein Buch, das durch seine Charaktere und die Beschreibungen der Umgebung und der Stimmungen punktet. Die Handlung ist manchmal ein wenig verworren und man weiß nicht immer, wohin die Reise gehen wird. Die eine oder andere Passage des Buches zieht sich ein wenig und im ersten Moment hat man das Gefühl, dass die Autorin diesen Teil der Geschichte kürzen oder weglassen hätte können. Doch am Ende merkt man, dass jedes kleine Puzzleteil notwendig war, damit die Geschichte genau so wird wie sie sein soll.
Gesprochen wird das Hörbuch von Rebecca Madita Hundt. Für mich war es mein erstes Hörbuch mit dieser Sprecherin, aber bereits nach wenigen Minuten wusste ich, dass sie die perfekte Wahl für das Buch ist. Ihre Stimme, ihre Art Wörter zu betonen und Gefühle zu übertragen hat mich sehr begeistert und ich hoffe, dass ich noch weitere Hörbücher mit ihrer Stimme hören werde dürfen.
Mr. Saitos reisendes Kino ist eine Hommage an das Kino, ein Loblied auf das Leben, ein Plädoyer für die Liebe und eine Geschichte über beeindruckende Frauen, die ihren Mann stehen und ihren Weg finden. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit einem Buch belohnt, das noch lange nachhallt.
Rezensionen von Tara:
Sophie L. von Matthew Blake
Fesselnd und brillant geschrieben
„Sopie L.“ ist nach „Anna O.“ der zweite Thriller des Autors Matthew Blake, mit dem er mich ebenso gefesselt hat wie mit seinem ersten Buch.
Die Gedächtnisexpertin Olivia Finn lebt mit ihrem Sohn in London. Als sie einen Anruf aus Paris erhält, dass ihre Großmutter Josephine verwirrt, unter einem ihrer Bilder in einem Hotel auftaucht, behauptet Sophie zu heißen und dort einen Mord gesteht, macht sich Olivia umgehend auf den Weg.
Der Schreibstil von Matthew Blake liest sich leicht und angenehm. Die Handlung wird in großen Teilen aus der Ich-Perspektive von Olivia erzählt, wechselt aber auch immer wieder in die Vergangenheit in das Jahr 1945. In diesen Rückblenden geht es um Josephine und Sophie. Durch die kurzen Kapitel - 92 auf 384 Seiten - entsteht ein richtiger Lesesog.
Die Anzahl der Charaktere ist recht hoch. Leider bleiben diese zum Teil recht blass und ich konnte lange keine Zusammenhänge erkennen. Dennoch hat mich der Roman gefesselt, da der Autor abwechslungsreich schreibt und auf unbequeme, historische Themen eingeht.
Ein wenig enttäuscht hat mich, dass es nur wenig Hintergrundinformationen zu den bereits im Klappentext angesprochenen verlorenen Erinnerungen gibt. Da wäre - in Kombination mit Olivias Beruf als Gedächtnisexpertin - mehr möglich gewesen.
Trotz dieses kleinen Kritikpunktes habe ich auch dieses Buch von Matthew Blake wieder innerhalb kurzer Zeit gelesen und bin gespannt auf weitere Werke des Autors.
Rezensionen von Anilam:
Animox Origins 1. Der verlorene Schatz der Delfine von Aimée Carter
Ein magisches Unterwasserabendteuer
Der verlorene Schatz der Delfine ist das erste Buch aus der neuen Animox Origins Reihe. Wie in den vorherigen Reihen kriegt man hier ein spannendes Abenteuer, was uns zu Hause sofort ins Buch eintauchen lassen hat. Aimée Carter erzeugt in ihren Büchern jedes Mal eine Atmosphäre voller Magie und Geheimnissen und gleichzeitig schreibt sie so toll über Tierverbindungen.
Die Geschichte kommt schnell in Fahrt, man liest von actionreichen Szenen und gleich danach von warmherzigen Momenten. Die Beziehung von Mensch und Tier steht hier natürlich wieder im Vordergrund und haben mich auf jeden Fall überzeugt. Wer Animox schon kennt weiß, dass der Schreibstil flüssig und lebendig ist. Trotz der ein oder anderen Action verliert die Geschichte nie an Tiefe oder der dazugehörigen Emotionalität. Die Mischung hat mich einfach überzeugt - Fantasy, Abendteuer und Humor. Auch der Spannungsverlauf im Buch hat mich total abgeholt. Man grübelt mit, es gibt unerwartete Wendungen und auch die Einblicke ins Tierreich sind wieder toll dargestellt. Außerdem geht es in dem Buch nicht nur um den verlorenen Schatz, sondern auch ganz viel um Werte wie Freundschaft und Verantwortung. Also ein ganz tolles Leseereignis für Jung und Alt.
Rezensionen von Anilam:
SOS eines Teenagers von Claus Cant
Eine Geschichte, die weh tut – und wichtig ist
SOS eines Teenagers war für mich keine leichte Lektüre – im positiven Sinne. Dieses Buch hat mich stellenweise richtig getroffen, weil es zum einen sehr schwierige Themen bearbeitet und gleichzeitig so ehrlich und nah anfühlt. Die Geschichte von Lukas hat mich nicht losgelassen, auch nachdem ich das Buch aus der Hand gelegt habe.
Besonders beklemmend fand ich das familiäre Umfeld, in dem Liebe an Bedingungen geknüpft ist und Glaube nicht tröstet, sondern kontrolliert. Die ständige Angst, etwas „falsch“ zu machen, das Gefühl von Schuld und das Alleinsein trotz Familie werden sehr eindrücklich geschildert. Ich konnte Lukas’ innere Zerrissenheit gut nachvollziehen und habe oft mit ihm gelitten.
Der Schreibstil ist klar, ruhig und sehr wirkungsvoll. Ohne große Worte entsteht eine emotionale Tiefe. Für mich ist dieses Buch vor allem eines: wichtig. Es macht auf leise Weise sichtbar, was religiöser Fanatismus und emotionale Manipulation in einem jungen Menschen anrichten können – und wie viel innere Stärke es braucht, sich selbst nicht zu verlieren.
Ein ernstes, bewegendes Buch, das ich nicht einfach „schön“ nennen kann, aber unbedingt lesenswert finde. Fünf Sterne von mir.
Rezensionen von ReiShimura:
Das Restaurant der verlorenen Rezepte Die Food Detectives von Kyoto von Hisashi Kashiwai
Japanische Erzählkunst zwischen Ruhe und Genuss
Aufgrund vieler guter Rezensionen und einiger Empfehlungen habe ich mich für die Lektüre dieses Buches bzw. eigentlich für dieses Hörbuches entschieden. Ich persönlich kann die wohlwollenden Meinungen verstehen und nachvollziehen, aber verstehe auch, woher die Kritik an dem Buch kommt.
Wie so oft bei japanischen Romanen, ich möchte hier als Beispiel die Romane von Satoshi Yagisawa oder von Shiori Ota nennen, gibt es keine eindeutig durchgehende Handlung, sondern die einzelnen Kapitel erinnern an Kurzgeschichten.
Oft ist es sogar noch so, dass sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel sehr stark ähnelt, so dass man das Gefühl bekommt, dass hier alles nach dem Schema F abgehandelt wird. Dieses Gefühl trügt natürlich nicht, den in gewisser Weise ist dies auch wirklich so, dennoch steckt so viel mehr dahinter. Ich kann aber verstehen, wenn man mit dieser Art von Romanen nichts anfangen kann.
Ich greife sehr gerne immer wieder zu dieser Art von Büchern, da es hier mehr um die leisen Zwischentöne geht und man zur Ruhe kommen kann. Einen großartigen Spannungsbogen sucht man vergeblich, ich für meine Teil, haben dieses aber weder erwartet noch vermisst. Dafür habe ich mehrere zauberhafte Erzählungen bekommen, bei denen sowohl die persönlichen Erinnerungen und Gefühle der Protagonisten, sowie schmackhaftes japanisches Essen die Hauptrolle gespielt haben.
Nagare-san und seine Tochter Koishi-chan habe ich von Anfang an in mein Herz geschlossen und mir gefällt sowohl die respektvolle und doch liebevolle Art und Weise wie sie miteinander umgehen, sowie ihre Leidenschaft für gutes Essen. Ihr Restaurant ist ein ganz besonderes Kleinod und ich würde mir so sehr wünschen, dass es so ein Lokal wirklich gibt und ich irgendwann das Glück habe, dort hinzufinden. Die kulinarische Detektivarbeit, die die beiden leisten fand ich äußerst spannend und interessant und ich bin sehr glücklich, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelroman handelt. Denn ich kehre gerne wieder auf einen Besuch in das Komogawa-Restaurant zurück.
Hisashi Kashiwai hat meiner Meinung nach einen zauberhaften Erzählstil und ich habe mich gerne in seinen Worten und seinen Beschreibungen der Umgebung und der Lebensmittel verloren. Japanische Küche zählt zu einen meiner großen Leidenschaften, daher kannte ich viele der erwähnten Zutaten und Gerichte, dennoch habe ich auch noch das eine oder andere dazulernen können.
Gelesen wird das Hörbuch von Thomas Höricht. Für mich war es das erste Hörbuch dieses Sprechers und ich hatte anfangs Schwierigkeiten mich an seine Stimme und an seine Art die Wörter zu betonen zu gewöhnen. Mit der Zeit wurde es besser, aber wirklich komplett zufrieden war ich mit dieser Kombination nicht. Wobei ich mittlerweile denke, dass es weniger an Thomas Höricht lag, sondern dies eines jener Bücher ist, die ich lieber lesen als hören möchte.
Der Sprecher hat nämlich eine sehr ruhige und unaufgeregt Art beim Lesen, was in diesem Fall perfekt zur doch sehr ruhigen und entspannenden Atmosphäre des Buches passt.
Alles in allem hat mich die Geschichte sehr angesprochen und ich will das Buch gerne weiterempfehlen. Allerdings wie bereits angesprochen mit einigen kleinen Einschränkungen. Daher kann bei diesem Buch auch nur 4 Sterne vergeben.
Rezensionen von nessabo:
Die Unbußfertigen von Elina Penner
Bissig, pointiert und hochgradig unterhaltsam
Mein erstes Werk von Elina Penner und dann gleich so ein Banger! „Die Unbußfertigen“ war unglaublich unterhaltsam, süchtigmachend und gleichzeitig so spitzzüngig wie gesellschaftskritisch. Die Autorin hat es mit ihrem zugänglichen Schreibstil geschafft, sehr viele Gleichzeitigkeit in einen Roman zu packen.
Die Idee, verschiedene Internetstereotype in Protas zu verwandeln und sie selbst à la „Die Truman Show“ in eine Art Reality-Format zu setzen, finde ich an sich schon total aufregend. Doch Penner schafft es auch darüber hinaus wunderbar, die Stereotype weiterzudenken und sie nicht platt erscheinen zu lassen. Sicherlich spielt hier aber auch meine feministische Ader eine große Rolle, weil die cis-männlichen Teilnehmer deutlich schlechter wegkommen als die cis-weiblichen.
Um aus dem Format, von dem alle sehr lange gar nicht wissen, dass sie sich in ihm befinden, herauszukommen, müssen sie büßen - was quasi bedeutet, sich verletzlich zu zeigen. Die Männer, die verschiedene Vergehen/Verbrechen begangen haben, eint ihre misogyne Grundhaltung. Und ihnen gegenüber stehen moralisch zwar durchaus auch problematische Frauen, die aber allesamt willensstark sind und die Männer mit pointierter Schärfe an bzw. über ihre Grenzen bringen.
Das Unterhaltungsformat sowie die zugrundeliegende Gesellschaftskritik inklusive einiger Real-Life-Referenzen haben mich gefesselt, die teils erbarmungslosen Frauenfiguren begeistert. Penner behandelt eine Vielzahl internetbezogener Problemfelder wie esoterische Heilsversprechen, das Präsentieren der eigenen Kinder auf Social Media oder die Verbreitung rechtsnationalistischen Gedankenguts. Dadurch werden (sicherlich nicht sonderlich tiefgründig, dafür aber greifbar) die Wirkweisen menschenfeindlicher Propaganda verdeutlicht. Und ich habe mir z. B. noch nie dediziert Gedanken darüber gemacht, warum die sogenannte „Friendzone“ im Kern so unglaublich misogyn ist.
Die Auflösungen zur Vorgeschichte der jeweiligen Figuren sind, sicherlich bewusst, kurz gehalten und brechen Cliffhanger-mäßig ab. Das passt hervorragend zur Form des Romans, ich wäre da aber wirklich gern noch tiefer eingetaucht. Nichtsdestotrotz ein echter Lichtblick dieses Jahr, der als Buch und Hörbuch gleichermaßen großartig funktioniert. Die vielschichtigen, ambivalenten Figuren fordern ihre Leser*innen heraus, ohne dabei an Unterhaltungswert zu verlieren. Wie Elina Penner Leichtigkeit und satirischen Tiefgang miteinander kombiniert, ist wirklich bemerkenswert.
Rezensionen von nessabo:
Die Unbußfertigen von Elina Penner
Bissig, pointiert und hochgradig unterhaltsam
Mein erstes Werk von Elina Penner und dann gleich so ein Banger! „Die Unbußfertigen“ war unglaublich unterhaltsam, süchtigmachend und gleichzeitig so spitzzüngig wie gesellschaftskritisch. Die Autorin hat es mit ihrem zugänglichen Schreibstil geschafft, sehr viele Gleichzeitigkeit in einen Roman zu packen.
Die Idee, verschiedene Internetstereotype in Protas zu verwandeln und sie selbst à la „Die Truman Show“ in eine Art Reality-Format zu setzen, finde ich an sich schon total aufregend. Doch Penner schafft es auch darüber hinaus wunderbar, die Stereotype weiterzudenken und sie nicht platt erscheinen zu lassen. Sicherlich spielt hier aber auch meine feministische Ader eine große Rolle, weil die cis-männlichen Teilnehmer deutlich schlechter wegkommen als die cis-weiblichen.
Um aus dem Format, von dem alle sehr lange gar nicht wissen, dass sie sich in ihm befinden, herauszukommen, müssen sie büßen - was quasi bedeutet, sich verletzlich zu zeigen. Die Männer, die verschiedene Vergehen/Verbrechen begangen haben, eint ihre misogyne Grundhaltung. Und ihnen gegenüber stehen moralisch zwar durchaus auch problematische Frauen, die aber allesamt willensstark sind und die Männer mit pointierter Schärfe an bzw. über ihre Grenzen bringen.
Das Unterhaltungsformat sowie die zugrundeliegende Gesellschaftskritik inklusive einiger Real-Life-Referenzen haben mich gefesselt, die teils erbarmungslosen Frauenfiguren begeistert. Penner behandelt eine Vielzahl internetbezogener Problemfelder wie esoterische Heilsversprechen, das Präsentieren der eigenen Kinder auf Social Media oder die Verbreitung rechtsnationalistischen Gedankenguts. Dadurch werden (sicherlich nicht sonderlich tiefgründig, dafür aber greifbar) die Wirkweisen menschenfeindlicher Propaganda verdeutlicht. Und ich habe mir z. B. noch nie dediziert Gedanken darüber gemacht, warum die sogenannte „Friendzone“ im Kern so unglaublich misogyn ist.
Die Auflösungen zur Vorgeschichte der jeweiligen Figuren sind, sicherlich bewusst, kurz gehalten und brechen Cliffhanger-mäßig ab. Das passt hervorragend zur Form des Romans, ich wäre da aber wirklich gern noch tiefer eingetaucht. Nichtsdestotrotz ein echter Lichtblick dieses Jahr, der als Buch und Hörbuch gleichermaßen großartig funktioniert. Die vielschichtigen, ambivalenten Figuren fordern ihre Leser*innen heraus, ohne dabei an Unterhaltungswert zu verlieren. Wie Elina Penner Leichtigkeit und satirischen Tiefgang miteinander kombiniert, ist wirklich bemerkenswert.
Rezensionen von Anilam:
Vesselless – Mein verräterisches Herz von Cortney L. Winn
Ein Herz voller Widerstand
Vesselless – Mein verräterisches Herz hat mich sofort mit seiner dunklen Atmosphäre überzeugt. Man wird direkt reingeworfen und alles fühlt sich so intensiv und emotional an. Besonders beeindruckt hat mich die Protagonistin Nizzara: innerlich zerrissen, stark und verletzlich zugleich, gefangen zwischen Macht, Pflicht und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.
Sie hat so viele Seiten, die bei mir sofort eine große Sympathie zu ihr ausgelöst hat.
Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Er ist bildgewaltig und flüssig und dabei gleichzeitig sehr feinfühlig. Gefühle wie Angst, Wut, Hoffnung und innere Konflikte werden so greifbar beschrieben, dass ich mich emotional stark mit den Figuren verbunden gefühlt habe. Das Magiesystem rund um die Vesseln und gebundenen Seelen wirkt sehr durchdacht und verleiht der Geschichte eine dunkle Tiefe. Die Spannung baut sich stetig auf und immer wieder hatte ich das Gefühl, dass sich unter der Oberfläche noch viel mehr verbirgt, als man zunächst ahnt.
Für mich ist Vesselless – Mein verräterisches Herz ein absolut gelungener Auftakt, der mir persönlich Lust auf mehr macht. Eine düstere Fantasy mit starken Charakteren, emotionaler Tiefe und einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung! ✨











