Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sonne89:
Ruf der Leere von Daniel Alvarenga
Spannendes Buch - Abruptes Ende
„Ruf der Leere“ ist ein psychologischer Roman, der den Hauptprotagonisten Felix begleitet, während dieser sich mit den vergangenen Monaten seines Lebens auseinandersetzt. Felix lädt die relevanten Personen seines Lebens auf eine Hütte ein um eine Party zu feiern, bis scheinbar ein alter Mann die Party zu unterbrechen scheint, mit der Verkündung, dass nur einer von sieben überleben wird.
Das Buch beschreibt sehr spannend die Beziehungen der Protagonisten untereinander, deren Geheimnisse, Ängste und Sorgen und deckt auch so einiges auf.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Als Leser möchte man unbedingt dran bleiben und das Buch nimmt zusehends an Fahrt auf, auch wenn die Kernfrage, wer überleben wird, nur am Rande diskutiert wird.
Auch viele Wendungen sind dabei und man kann durchaus zu den Charakteren Sympathien aufbauen.
Allerdings ist der Schluss sehr abrupt und hinterließ bei mir einige Fragen.
Da ich derartige offene Enden und die damit einhergehenden Spekulationen nicht mag, muss ich zwei Sterne abziehen.
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh
Wer Kaffee mag, wird diese Serie lieben
Schon nach wenigen Seiten zieht dieses Buch einen hinein in ein herbstliches Kleinstadtchaos, das nach Zimt, Kaffeedampf und unausgesprochenen Gefühlen riecht. Jude ist eine wunderbar rastlose Protagonistin, die mit scharfem Humor und inneren Fluchten überzeugt, während Lower Whilby genau jene Gemütlichkeit verkörpert, vor der sie ihr Leben lang davonläuft.
Dass ausgerechnet die Hochzeit ihrer Schwester sie zurück an diesen Ort zwingt, wirkt wie der perfekte narrative Zünder für alles, was folgt.
James ist der Inbegriff des grummeligen Wohlfühl-Baristas: wortkarg, charmant widerwillig und mit einer Vergangenheit, die weit größer ist als das kleine Café, in dem er arbeitet. Die Enemies-to-Lovers-Dynamik zwischen ihm und Jude ist pointiert, lebendig und voller Dialoge, die knistern, ohne je aufgesetzt zu wirken. Ihre Wortgefechte machen süchtig, ihre Annäherung fühlt sich ehrlich an, und ihre gemeinsamen Szenen sind getragen von genau jener emotionalen Wärme, die man sich von einem Cozy Fall Read erhofft.
Die Gilmore-Girls-Vibes sind spürbar, aber nie bloße Kopie. Wer jedes Jahr im Herbst Stars Hollow besucht und die Energie zwischen Lorelai und Luke liebt, wird hier fündig – und vielleicht sogar noch mehr abgeholt. Die Figuren wirken moderner, nahbarer und emotional vielschichtig. Besonders Jude und James wachsen einem schnell ans Herz, weil sie Ecken und Kanten haben, weil sie Fehler machen und weil ihre Entwicklung glaubwürdig erzählt wird.
Das Kleinstadtsetting glänzt mit liebevollen Details, Nebenfiguren mit Potenzial und einer Offenheit, die Raum für queere Geschichten schafft, ohne sie zu problematisieren. Die leise Hoffnung auf weitere Bände macht dieses Universum umso reizvoller, zumal einige Figuren bereits jetzt nach mehr Bühne verlangen.
Am Ende bleibt ein wohliges Gefühl zurück, wie nach einem langen Spaziergang durch buntes Laub mit einem heißen Getränk in der Hand. Ein Herbstbuch, das nicht nur perfekt in die Pumpkin-Spice-Saison passt, sondern überraschend gut auch unter dem Weihnachtsbaum funktioniert. Warmherzig, witzig und emotional genau auf den Punkt. 5/5 Sterne.
Rezensionen von tonton:
Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt? von Rüdiger Bertram
Unterhaltsam, actionreich und lustig
Robin the Hood" ist ein lustiger Kinderroman mit Comicelementen, ideal für jüngere Leser.
Der Schreibstil ist witzig und locker. Schon der Titel ist ein Wortwitz ("robbing the hood"). Der Robin aus der Geschichte ist ein Nachfahre vom berühmten Robin Hood. Robin möchte Meisterdieb werden, und lernt von seiner inhaftierten Großmutter das Motto der Familie: Primum furare, deinde dare -- Was von den Reichen weggenommen wird, wird den Armen gegeben.
In diesem Buch muss Robin eine Mission erfüllen, die Welt retten, und seine Oma aus dem Gefängnis befreien.
Die Handlung ist actionreich, absurd und chaotisch. Die Geschichte bleibt relativ oberflächlich, und genauso ist der Humor, der eher an jüngere Leser gerichtet ist.
Die Figuren sind sympathisch und liebenswert, und die Beziehung zwischen Robin und seiner Oma ist richtig schön.
Fazit: Eine leichte, unterhaltsame Lektüre für junge Leser.
Rezensionen von nessabo:
Klimaungerechtigkeit von Friederike Otto
Ein hartes, aber wichtiges Buch
Friederike Otto hat hier ein Werk geschrieben, das es auf gerade einmal 300 Seiten schafft, die Komplexität des Klimawandels sowie der Wirkweise des ihm zugrundeliegenden kolonialfossilen Narrativs abzubilden. Ich war sehr beeindruckt, inhaltlich aber phasenweise auch wirklich ganz schön überfrachtet.
Dabei möchte ich das nur in geringem Maß der Autorin selbst anlasten, denn sie schreibt überwiegend gut verständlich. Aufgrund des Themas und seiner inhärenten Schwere wirkt der Text jedoch immer wieder auch niederschmetternd. Der Fokus auf die Betroffenen verschiedener Extremwetterereignisse und die ihnen gegenüberstehenden Ausschlüsse bei internationalen politischen Entscheidungsprozessen ist absolut richtig gesetzt und hat mich gleichzeitig belastet.
Ich durfte aber auch wirklich Grundlegendes lernen. Die Autorin lenkt das Zentrum unserer Bemühungen sehr eindringlich auf die Beseitigung des kolonialfossilen Narratives, das den Klimawandel in seiner aktuellen Form erst verursacht hat. Nur ein Abwenden davon wird uns den Raum für gerechte Lösungen eröffnen - viel mehr, als wenn wir uns nur auf den konkreten Klimawandel konzentrieren. „Es [reicht] längst nicht, die globale Erwärmung aufzuhalten.“ - die Erkenntnis hat mich sehr bereichert, zeigt sie doch, dass der Klimawandel weniger ein physikalisches als ein Gerechtigkeitsproblem ist. Für diesen Systemwandel brauchen wir neue Erzählungen, die das kolonialfossile Narrativ eben nicht als einen Heilsbringer sehen, wodurch ein Abwenden davon mit Verzicht und Rückschritt einhergehen würde. Stattdessen könnte es ja sein, dass wir gerade in einer Welt voller Verzicht leben und der eigentliche Wohlstand erst noch kommt - wenn es mehr um Gemeinschaft und Mitgefühl mit allen/allem geht als um neoliberalen Erfolg. Und an der Stelle sind vor allem wir gefragt, die das Gespräch shiften und damit Politik, Justiz sowie Medien beeinflussen können.
Auch lehrreich fand ich den Fakt, dass sich neben der politisch ziemlich präsenten Vermeidung neuer Treibhausgasemissionen vor allem auch auf die Anpassung an neue klimatische Bedingungen sowie die finanzielle Abgeltung seitens des globalen Nordens für Schäden und Verluste im globalen Süden fokussiert werden sollte. Besonders beim zweiten Punkt trägt zwar auch die Lokalpolitik des jeweiligen Landes eine Verantwortung, doch die darf von den Hauptverursachern des Klimawandels nicht allein gelassen werden.
Trotz der guten Strukturierung in vier verschiedene übergeordnete Wetterereignisse, fand ich die untergeordneten Absätze nicht immer schlüssig. Ein wenig mehr logische Struktur hätte mir hier besser gefallen. Dass vor allem diejenigen betroffen sind, die am wenigsten zum menschengemachten Klimawandel beigetragen haben, dürfte den meisten bekannt sein. Und Otto geht immer wieder auf die zugrundeliegende, (post-)koloniale sowie patriarchale Ungerechtigkeit ein, aber das hätte für mich noch deutlicher sein dürfen.
Vielleicht verlange ich da aber bei diesem komplexen Thema auch zu viel, denn die Autorin bildet hier auf beeindruckende Art die Vielschichtigkeit der wirkenden Narrative ab. Und ich bewundere sie sehr dafür, dass sie besonders im letzten Viertel des Buches hoffnungsvoll auf die Zukunft blicken kann, ohne vereinfachte Handlungsanweisungen zu geben. Aber sie sieht eben sehr wohl unsere gesellschaftlichen Möglichkeiten bei all den multiplen Krisen aktuell - weil wir in der Vergangenheit auch scheinbar unumstößliche Narrative pulverisiert haben.
Wer tiefer und sehr konkret in die dem Klimawandel zugrundeliegende Ungerechtigkeit eintauchen will, ist hier an der richtigen Adresse. Wissenschaftliches Vorwissen bietet sich schon an, denn ich empfand einige Formulierungen als eher akademisch. Und auch, wenn mensch beim Lesen die Schwere des Themas aushalten muss, hatte ich am Ende richtig Gänsehaut, weil die Autorin mir wirklich Mut gemacht hat - das hätte ich nach den Kapiteln davor nicht erwartet.
4,5 Sterne
Rezensionen von Claudia R.:
REBECCA - Schatten über Buchan Manor von Astrid Korten
Psychothriller, der nachhallt
Klappentext / Inhalt:
ERSTE STIMMEN:
- Düster, atmosphärisch & fesselnd
- Dunkle Stimmen, die nicht mehr schweigen wollen
- Rebecca bürgt für Qualität
- Äußerst atmosphärisch, tiefgründig, fesselnd - Psychothrill vom Allerfeinsten
- Ich spüre jetzt noch den Hauch des Flüsterns in Buchan Manor
- Ein Meisterwerk des psychologischen Grauens.
Atmosphärisch, düster, absolut fesselnd
- Düster, mit Gänsehautfeeling
Ein altes Anwesen an der tosenden See.
Die Wände flüstern. Die Schatten sind geduldig.
Bis unter dem Staub vergangene Schreie erwachen.
An der rauen Küste Schottlands liegt Buchan Manor, ein einsames Anwesen, dessen Mauern den Wind festhalten – und die Schatten derer, die darin verloren gingen. Als die Psychologin Fiona Ross mit ihrem Mann in das Schloss zieht, ahnt sie nicht, dass in den nächtlichen Gängen ein Flüstern lauert, das nur sie zu hören scheint.
Zwischen vergilbten Briefen, verborgenen Kammern und Träumen, die zu real werden, tritt eine Gestalt aus der Vergangenheit hervor: Maisie, ein Dienstmädchen im Jahr 1917, das um das Leben ihrer Schwester kämpft und in die Gewalt des charismatischen, gefährlichen Baron Campbell gerät. Was als Hoffnung beginnt, wird zu einem finsteren Spiel aus Besitz, Obsession und Schweigen.
Ein alter Zeitungsausschnitt über Rebecca, Campbells erste Frau, entfacht Fionas Misstrauen. Je tiefer sie in das Netz aus Lügen und verschwundenen Frauen eintaucht, desto stärker verwischen die Grenzen zwischen damals und heute.
Schon bald fragt sie sich: Wer waren Maisie und Rebecca? Warum ruft Buchan Manor ihre Namen? Je näher Fiona der Wahrheit kommt, desto unheilvoller nimmt das Anwesen Gestalt an und zeigt sein wahres Gesicht: Unter dem Staub liegt Blut, die Farbe vergangener Schreie.
Ein atmosphärisch dichter Psychothriller voller Dunkelheit, Geheimnisse und einem Flüstern, das nicht verstummt.
Cover:
Eine edle Dame steht vor einem Anwesen, welches düster umhüllt erscheint und durch die teils recht dunklen Farbe wirkt das Ganze einerseits geheimnisvoll, anderseits aber auch ein wenig gruselig und düster. Optisch und farblich ist es spannend und interessant umgesetzt.
Meinung:
Eine Geschichte, die einen nicht loslässt. Fiona Ross zieht mit ihrem Mann Callum nach Buchan Manor. Das geerbte Schloss gehört zu Callums Familie und was anfangs nach einem Neuanfang aussieht, entwickelt sich schnell zu etwas Unheimlichen, denn Geräusche und ein Flüstern lassen sie nicht los.
Parallel wird die Geschichte einer jungen Frau im Jahre 1917 erzählt, die in einer Zeit gefangen ist ohne Wahlmöglichkeiten und getrieben von Angst und beklemmenden Begegnungen mit dem Schlossherrn. Maisie Simon wollte eigentlich nur ihrer Schwester helfen und gerät dabei in dunklen Abgrund aus Obsession, Kälte und Schweigen.
Die Geschichten werden abwechselnd erzählt, jeweils aus Sicht der entsprechenden Protagonistin in der Ich-Perspektive. So findet man sich besonders in diese und deren Gedanken sehr gut hinein. Sowohl Fiona, wie auch Maisie sind sehr vielschichtige und bemerkenswerte Charaktere und Persönlichkeiten. Mehr und mehr findet man in die Stränge und Zusammenhänge hinein. Düsternis und Geheinisse verbergen sich mehr und mehr um einen herum. man merkt die Anspannung und diesen Thrill der sich mehr und mehr durch die Geschichte und Stortyline zieht und einen als Leser mehr und mehr einnimmt.
Der Schreibstil ist bildgewaltig und einnehmend. Der Geschichte kann man gut folgen. Die zahlreichen Wendungen sorgen für Spannung und fesselnde Momente. Langweilig wird einem hier keineswegs.
Die einzelnen Kapitel sind recht kurz und bringen so zusätzlich Tempo und Spannung hinein. Die Anfänge sind sehr gut erkennbar und die Kapitel werden einfach durchnummeriert. Darunter ist die Person benannt, aus welcher Sicht erzählt wird und zum Teil auch entsprechende Zeitangaben, was sehr hilfreich ist.
Gliderung und Gestaltung haben mir gut gefallen.
Die Geschichte ist düster, ergreifend und keineswegs für Zartbesaitete. Nervlich wird hier schon der Leser sehr mitgenommen und so manche Wendung hat einen durchaus sprachlos zurückgelassen. Es ist schon heftig, was hier so alles ans Tageslicht kommt und zeigt, was schweigen so alles in sich birgt.
Ein Psychothriller voller Düsternis, Abgründe, Geheimnisse und einem Schweigen, das gehört werden sollte. Mich hat das Ganze gefesselt, bewegt, mitgenommen und nicht losgelassen. Ein Psychothriller, der nachhallt und nicht leicht abzutun ist.
Fazit:
Ein Psychothriller voller Düsternis, Abgründe, Geheimnisse und einem Schweigen, das gehört werden sollte.
Rezensionen von Daggy:
Liv - Kein Märchen von Anne Sofie Allermann
Sanftes Buch über den Fleischkonsum
Die kleine Liv sitzt an ihren Opa gelehnt und es sieht so aus, als wenn beide nachdenken würden. Das Cover ist genau wie die Illustrationen im Buch in zarten Farben gezeichnet. Während Opa in der gemütlichen Küche kocht, springt Liv wie ein Springer über den gekachelten Boden. Wie ein Bauer zu springen, was der Opa vorschlägt, findet sie zu langweilig.
Es gibt Livs Leibgericht, Rehrücken. In der Dämmerung gehen die beiden in den Wald und schauen auf den Himmel, weil Liv schon müde ist, nimmt Opa sie auf den Rücken. Weil Opa so stark wie ein Bär ist, wir er auch so dargestellt. Als Gute-Nacht-Geschichte liest Opa „Rotkäppchen“ vor. Am frühen Morgen gehen die beiden wieder in den Wald, diesmal nimmt Opa sein Gewehr mit.
Dieses Bilderbuch ist wahrlich kein Märchen, denn der Opa schießt ein Reh und bedankt sich bei dem Tier. Liv ängstigt sich, dass sie vielleicht auch gegessen wird, doch Opa kann sie beruhigen. Am Ende isst Liv ein Käsebrot und stellt fest „Opa, wir sind die Wölfe.“
Die Beziehung der beiden ist sehr innig, was wir sehr gut spüren können. Opa ist Jäger, aber auf mich wirkt er sehr einfühlsam, mit der Enkelin und mit der Natur. Ich glaube, dass unsere heutige Natur, die durch viele Einflüsse aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, manchmal menschliches Eingreifen benötigt, um sie zu regulieren. Opa ist auch ehrlich gegenüber Liv und die Erkenntnis, dass wir Menschen schlimmer sind als der Wolf, bietet viel Stoff zur Diskussion. Kurze verständliche Texte und die sanften Zeichnungen ergänzen sich und zeigen an diesem Beispiel, dass Tiere für unser Essen sterben müssen.
Rezensionen von Daggy:
Auf zu den Dinosauriern! von John Hare
Ein wundervoller Bilderbuchschatz
Auch dieses Buch von John Hare kommt wieder ganz ohne Worte aus, lediglich am Anfang ist ein „PLOPP!“ zu lesen. Wieder steigt eine Klasse mit Ihrem Lehrer, die alle weiße Anzüge und eine Sonnenbrille trage, in eine ungewöhnliches Fortbewegungsmittel. Eine runde, gelbe Untertasse, die aber dann vier Beine zur Fortbewegung, eine Art Kopf als Aussichtplattform und einen Schwanz als Radarschüssel ausklappt.
So haben alle eine gute Aussicht auf die farbenfrohen Dinosaurier, die in der Landschaft auftauchen. Als ein Kind eine Banane aus seinem Köfferchen holt, schnappt sich ein Flugsaurier die blaue Frühstücksbox. Als das Kind sie sich zurückholen will, stürzt es zu Boden und trifft auf einige nette Dinosaurier.
Dieses spannende Abenteuer kommt hervorragend ohne Worte aus und gerade Kinder, die nicht so gut Deutsch können, schauen sich diese Buchreihe seht gerne an. Hier werden ber auch Dino-Fans auf ihre Kosten kommen, denn sie kennen die Namen der vorkommenden Tiere genau.
Dieser vierte Band entspricht zwar ein wenig der Geschichte, die auf dem Mond spielt, hat aber eine ganz andere, sehr fröhliche Kulisse. Ein tolles wortloses Buch, dass die Kinder sich gerne auch alleine anschauen.
Rezensionen von Daggy:
Das war doch keine Absicht! von Jörg Mühle
Entschuldigen will gelernt werden
Diesmal ist bei den beiden Freunden Wiesel und Bär der Winter eingezogen und die beiden müssen Schnee scheppen. Mit seine großen roten Schneeschaufel wirft der Bär den Schnee kräftig über seine Schulter und triff das Wiesel, dass mit einem Handfeger die Möbel frei fegt. Das Wiesel regt sich schrecklich auf und verlangt vom Bären eine Entschuldigung.
Der sieht das natürlich nicht ein, denn es war ja keine Absicht. Das Wiesel dramatisiert die Situation sehr und meint „Um Entschuldigung bitten, ist gar nicht so schwer.“ und bietet an, dem Bären ein Beispiel zu geben. Irgendwann ist ein wilde Schneeballschlacht im Gange, die viele Entschuldigungen bringt.
Mit einem wundervollen Humor wird hier das leidliche Thema Entschuldigen so schön beschrieben. Da reichen wenige Worte, denn die Bilder sprechen ja für sich, zeigen Emotionen und eine Mimik, die so eindrucksvoll ist.
Ein sehr gelungenes Bilderbuch, dass sich bei den Kinder genau so viele Reaktionen hervorruft wie der erste Teil „Zwei für mich, einer für dich“.
Rezensionen von Daggy:
Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge von Malte Zierden; Amia von Arenberg; Oßkar
Ein poetische Reise mit wunderschönen Illustrationen
Das Cover zeigt Malte, der sich als Winzling an die Taube Oßkar schmiegt. Das Buch beginnt mit Malte, diesmal ist seine Größe, die eines Jungen, und Phia, dem Mädchen aus dem Nachbarhaus. Die beiden schreiben sich kleine Briefe, die sie mittels eines Korbes von Haus zu Haus verschicken. Malte und Oßkar machen alles zusammen und so kommt es zu einem Unglücksfall, als Malte Oßkar einen „wunderkrummen Kaktus“ zeigt, stolpert er und einige Dornen bohren sich in den Flügel des Täuberichs.
Sehr schön wird hier mit einer schwarzen Seite Maltes Schmerz über diese Verletzung dargestellt und dass er ganz klein wird, ist nachvollziehbar. So gelangt er im Korb in Phias Zimmer und durch eine Schublade in eine besondere Welt. Die beiden erleben unterschiedliche Jahreszeiten, verschiedene Fest und treffen auf den „unendlich großen“ Trost.
Hinter den Protagonisten des Buches stecken reale Erwachsene und Oßkar ist Maltes Taubenfreund. Das Buch erzählt poetisch eine zauberhafte Geschichte, die von Ängsten und Mut handelt, die zeigt, wie wichtig Freundschaft mit Menschen und Tieren ist und die uns den Trost zu Seite stellt, wenn wir ihn benötigen. Trost benötigen wir alle mal und hier wird er uns bildlich vorgestellt als riesige große Figur, die Malte immer zu helfen weiß. So umhüllt am Ende des Buches die drei „ein warmes Gefühl“ und das spüren wir Leserinnen und Leser, auch die Kinder.
Rezensionen von Cellissima:
Die Riesinnen von Hannah Häffner
Drei starke Frauen im Schwarzwald
Schauplatz dieses Romans ist Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Es ist die Heimat dreier Frauen, dreier Generationen: Liese, Cora und Eva. Schon optisch sind sie anders als alle anderen Menschen in Wittenmoos, schon das ist genug, um sie zu Außenseitern zu machen - und es gibt noch mehr Dinge, die dafür sorgen, dass sie nicht dazugehören, dass sie gemieden werden.
Dennoch ist Weggehen keine bzw. keine dauerhafte Option, denn es ist ihre Heimat, sie sind hier verwurzelt, sie lieben den Schwarzwald.
Der Roman beleuchtet das Leben dieser drei Frauen über Jahrzehnte hinweg, von den 60er Jahren bis in die Gegenwart.
Hannah Häffners Schreibstil und Sprache, diese Schönheit, dieses Poetische, all diese Gedanken, Erkenntnisse und Weisheiten haben mich von der ersten Seite an begeistert, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre dieses Romans.
Es sind starke Frauen, die viel erleiden müssen und doch alle Schwierigkeiten meistern, die viel träumen und viel sehnen und dann doch weiter wurzeln oder sich gar zu ihrer Heimat bekennen - und auch die Natur spielt hier eine große Rolle; auch sie, auch der Schwarzwald machen diesen Roman aus.
Ich habe "Die Riesinnen" sehr gerne gelesen, denn es ist auch ein Roman, der viele Denkprozesse beim und im Leser anstößt. Es ist keine Geschichte, die man mal eben nebenbei lesen kann, sondern eine, für die man sich Zeit nehmen, die man auf sich wirken lassen, über die man nachdenken muss. Gerade das hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Doch leider gibt es auch Kritikpunkte: ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass es die ein oder andere Länge gibt.
Cora blieb mir leider völlig fremd und distanziert, ich konnte keine Verbindung zu ihr aufbauen.
Und ich hätte gerne noch mehr Antworten auf offene Fragen bekommen.
Doch insgesamt ist "Die Riesinnen" ein sehr guter und lesenswerter Roman und sehr empfehlenswert für alle, die sprachlich hervorragende, fast schon poetische Romane voller Weisheiten sowie Romane, in deren Mittelpunkt starke Frauen und die Natur stehen, mögen.











