Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Carmen19994:
Vulva! von Nadine Beck; Rosa Schilling
Aufklärung spannend!
"Vulva! Wissen für unter der Gürtellinie“ ist ein Buch, das sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubert und gleichzeitig ein Gefühl von Stolz hinterlässt. Nadine Beck und Rosa Schilling schaffen es auf beeindruckende Weise, ein oft tabuisiertes Thema mit Offenheit, Humor und Sachverstand zu behandeln.
Es liest sich, als würde man mit guten Freundinnen über den eigenen Körper plaudern – ehrlich, direkt und wohltuend normal.
Ein Cover, das einlädt
Schon das Cover fällt ins Auge: in einem warmen Orangeton gestaltet, freundlich und einladend, vermittelt es spielerisch, dass Wissen über den eigenen Körper keine Scham braucht. Es passt perfekt zur Zielgruppe und zieht gerade junge Leserinnen an, die sich auf eine spannende, informative Reise begeben möchten.
Humorvoll und lehrreich
Der Schreibstil ist locker und leicht verständlich, wodurch selbst komplexere Themen rund um Anatomie, Funktion und Vielfalt der Vulva zugänglich werden. Die Illustrationen von Sandra Bayer ergänzen den Text auf wunderbare Weise: sie zeigen Körper, wie sie wirklich sind, bunt und vielfältig, ohne zu überzeichnen oder zu werten. So wird Wissen greifbar und gleichzeitig das Selbstbewusstsein gestärkt.
Mehr als nur Information
„Vulva!“ ist nicht belehrend, sondern warm und einladend. Es vermittelt Wissen über den eigenen Körper auf eine Art, die befähigt und ermutigt. Themen, die oft mit Scham verbunden sind, werden normalisiert und in einen positiven Kontext gesetzt. Wer das Buch liest, fühlt sich verstanden, bestärkt und gut unterhalten – eine Kombination, die selten gelingt.
Fazit
Dieses Buch ist ein mutiges, feministisches Statement, das aufklärt, ohne trocken zu sein, Humor zeigt, ohne sich lustig zu machen, und Wissen in Selbstliebe verwandelt. Für alle, die neugierig auf ihren Körper sind, sich informieren und dabei unterhalten lassen möchten, ist „Vulva!“ ein absolutes Muss. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen – für Jugendliche, Erwachsene und alle, die Wert auf Aufklärung, Humor und ein selbstbewusstes Körpergefühl legen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Königin Esther von John Irving
Solides Buch für Irving-Fans
Der amerikanische Schriftsteller John Irving schreibt seit bald sechs Jahrzehnten Bücher. Sein Debüt "Lasst die Bären los" ist 1968 erschienen, weitere bekannte Werke sind z.B. "Gottes Werk und Teufels Beitrag" oder "Witwe für ein Jahr". Auch ich kenne den Autor und einige seiner Bücher schon seit mehreren Jahrzehnten.
Vor diesem Hintergrund schreibe ich auch diese Buchrezension: als eine, die schon mehrere Werke von ihm gelesen hat, dadurch die Möglichkeit hatte, auch in dem neuesten Buch "Königin Esther" wiederkehrende Muster und Themen zu bemerken und die grundsätzlich dem Autor und seinem Werk wohlwollend gegenüber steht.
Wer den Autor kennt, weiß, wie er schreibt: sehr ausufernd, mit vielen Details und unkonventionellen Charakteren, die gesellschaftliche Normen durchaus in Frage stellen und sich ungewöhnlich verhalten. Themen wie das Recht auf Abtreibung, Waisenkinder, queere Liebe, sehr liberale Vorstellungen von Partnerschaft, Liebe und Sexualität, Ringen, Männer abseits der verbreiteten Schönheitsideale, die Stadt Wien und Charaktere, die selbst schriftstellerische Ambitionen haben, kommen in Werken von John Irving immer wieder vor. Wenn man sich mit der Biografie und Familiengeschichte des Autors beschäftigt, zeigen sich auch hier viele Verbindungen zu seinem persönlichen Leben auf: so hat der Autor selbst Geschwister, die homosexuell sind, Ringen war für ihn als junger Mann ebenfalls von großer Bedeutung und er scheint prägende Jahre in Wien verbracht zu haben.
"Königin Esther" führt nun viele diese Themen und offenen Fäden weiter und zusammen. Wir begegnen einer sehr unkonventionellen amerikanischen Familie Anfang des 20. Jahrhunderts, die "Au-Pair-Mädchen" für die Kinderbetreuung ihrer zahlreichen Töchter sucht. Die "Au-Pair-Mädchen" werden gut behandelt und Teil der Familie. Sie alle stammen aus Waisenhäusern, eines davon, das letzte Au-Pair-Mädchen für die jüngste Tochter Honor, wird Esther sein, die im Waisenhaus von Dr. Larch (diese sind aus "Gottes Werk und Teufels Beitrag bekannt") aufgewachsen ist, deren Mutter ermordet wurde, als sie ein Kleinkind war, und die weiß, dass sie jüdischer Abstammung ist.
Auch Esther wird ein Teil der Familie und sie wird sogar ein sehr unkonventionelles Arrangement mit Honor eingehen: da Esther eine Schwangerschaft und Geburt erleben, aber keine Mutter sein will, während Honor gerne ein Kind, aber keinerlei sexuelle Beziehung, hätte, vereinbaren die beiden Frauen, dass Esther für Honor ein Kind bekommt, das sie dieser überlässt: es wird der Junge Jimmy. Dieser wird, wie besprochen, von Honor und im Kreise der Verwandtschaft aufgezogen, während Esther sich nach einem kurzen Aufenthalt in Wien bald nach Israel begibt, um sich dort um "ihre jüdischen Angelegenheiten" in Zusammenhang mit dem Kampf für den neu entstehenden Staat Israel zu kümmern, jahrzehntelang.
Jimmy wird als junger Mann einige Zeit in Wien verbringen und währenddessen auf Anraten der Familie (um sich einer Einberufung in den Vietnamkrieg zu entziehen) ebenfalls in einer sehr unkonventionellen Konstellation, gemeinsam mit einem lesbischen Paar aus den Niederlanden, Vater einer Tochter werden.
Welche Themen verhandelt dieses sehr umfangreiche Buch neben den oben erwähnten? Jedenfalls spielen die Anfangsjahre des modernen Israels und die Frage, ob und wodurch man jüdisch wird und welche Rolle biologische Abstammung vs. soziale Elternschaft spielen, eine große Rolle. Diese Themen waren für mich beim Lesen auch sehr interessant.
Zwischendurch hatte das Buch aber einige große Längen aufzuweisen, die für mich das Lesen insbesondere im Mittelteil etwas zäh gestaltet haben. Gefühlt eine Ewigkeit lang hält sich der junge Jimmy in Wien in einer WG auf und es geht die ganze Zeit gedanklich um Sex und um den von der Familie empfohlenen Plan, schnellstmöglich eine Frau zu schwängern - und das als in dieser Hinsicht völlig unerfahrener junger Mann. Überraschenderweise gelingt dieses Vorhaben dann aber dennoch auf Anhieb, so wie auch bei Esther Ende 30. Man darf hier und auch an so manchen anderen Stellen keinen zu hohen Anspruch an den Realismus des Beschriebenen anlegen.
Was hingegen Esther genau in Israel in Verbindung mit Hagana und Mossad macht, wird immer nur kurz angedeutet. Hierüber hätte ich gerne mehr erfahren, das wäre interessant für mich gewesen. Wären manche Stellen im Buch also ausführlicher erzählt, während einiges andere gekürzt worden wäre, hätte es mir insgesamt noch deutlich besser gefallen.
Dennoch ist es in Summe ein lesenswertes, unterhaltsames Buch mit liebenswerten Charakteren, das ich insbesondere den Fans von John Irving, die seine Schreib- und Erzählweise kennen und schätzen, empfehlen kann.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Taschenzauberei von Judith Mohr
Eine klare Leseempfehlung!
Es sind Herbstferien und wieder einmal müssen Ben und seine ältere Schwester Paulina im elterlichen Hotel mitarbeiten, während die Klassenkolleginnen und Klassenkollegen die Ferientage in den diversen Urlaubsorten verbringen dürfen. Urlaub machen ist für die Familie Waldmann nicht drin, denn mit dem Erlös des Hotels kommen sie gerade so über die Runden.
Bens Laune ist am Tiefpunkt, denn ausgerechnet die schüchterne Lea aus seiner Klasse soll ein Praktikum im Hotel machen.
Als sich eine Gruppe faszinierender Gäste im Hotel „Zum Waldmann“ einquartiert, die als Häkelrunde eingebucht sind, aber mit Handarbeiten wenig am Hut haben, beginnt für Ben und Lea ein Abenteuer, an das sie noch lange denken werden.
Meine Meinung:
Schon das Format dieses Kinderbuch, das durch seine gediegene Aufmachung einen haptischen Genuss verspricht, ist besonders. Auf hochwertigem, griffigen Papier gedruckt, enthält es nicht nur eine witzige Geschichte, sondern auch zahlreiche gelungene Illustrationen.
Das Buch erzählt von Freundschaft und geschwisterlichen Auseinandersetzungen sowie Rivalitäten im Klassenzimmer und dem Druck durch teure Marken „dazugehören zu müssen“.
Die Handlung ist ideenreich und auch kurzweilig. Das Buch eignet sich zum Selbstlesen ab ca, acht Jahren oder zum Vorlesen. Die Kapitel haben ein gute Länge. Zudem dürfen sich große und kleine Leserinnen und Leser von der besonderen Atmosphäre des Buches verzaubern lassen.
Obwohl ich ja kein großer Hunde-Fan bin, musste ich über den Instant-Hund „Knorr“ (ja, wie die Packerlsuppe), herzlich lachen. Was es damit auf sich hat, müsst ihr selbst lesen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem gelungenen Kinderbuch 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Brand im Alpenland von Christine Bonvin
Hat mich leider nicht überzeugt
Großveranstaltungen wie die Schi-WM 2027 werfen ihre Schatten schon lange voraus, müssen doch neben den Pisten auch Hotels sowie jene Infrastruktur, die für solche Ereignisse notwendig sind, auf Vordermann gebracht bzw. neu geschaffen werden. Das schmeckt natürlich nicht allen hier in Crans-Montana.
Einer der Gegner dieser Veranstaltung ist Paul Roh, der aufbrausende und als Querulant bekannte Eigentümer des Hotels Star, der gegen jede Veränderung wettert. Aktuell ist ihm sein Nachbar René Grand ein Dorn im Auge, weil der sein Hotel Diamant erweitern will. Roh stürmt wutschnaubend in das Diamant, bedroht die Direktionsassistentin Laura Pfeiffer und stürzt unglücklich, so dass er ins Krankenhaus gebracht werden muss. Wenig später stirbt Paul Roh beim Brand seines eigenen Hotels. Recht schnell ist klar, dass der Brand gelegt worden ist. Nur wer ist der Brandstifter?
Die Frage nach dem Cui bono?, lässt sich nicht so einfach beantworten, denn neben dem Rohs Neffen zählen auch Laura und René Grand zu den Verdächtigen.
Meine Meinung:
Die Idee, einen Krimi im Vorfeld der Schi-WM 2027 spielen zu lassen, hat mir gut gefallen, öffnet doch so eine Großveranstaltung, bei der viel Geld im Umlauf ist, Mauscheleien, offener oder verdeckter Korruption Tür und Tor. Auch Brandstiftung, um einen missliebigen Konkurrenten auszuschalten und anschließend das Grundstück günstig zu erhalten, ist immer wieder ein probates Mittel, den eigenen Profit zu steigern.
Der Krimi lässt sich leicht lesen und der Ausgang der Ermittlungen ist leicht vorhersehbar.
Die Charaktere wirken auf mich nicht sehr sympathisch. Ich bin mit keiner Person so richtig warm geworden, am ehesten noch mit dem Ermittler Pedro Lukic. Das Arbeitsklima im Hotel Diamant ist nicht besonders. Laura Pfeiffer, die zum dritten Mal ihre Nase in einen Kriminalfall steckt, finde ich sehr unsympathisch. Der Umgang mit ihrem Freund Pedro Lukic, den sie an der ausgestreckten Hand verhungern lässt, oder der Umgang mit den Kolleginnen - nein, bei mir ist sie unten durch. Auch René Grand ist wie sein toter Widersacher Paul Roh, kein Sympathieträger.
Ob ich die beiden Vorgänger lesen werde, kann ich noch nicht sagen.
Fazit:
Dieser Krimi hat mich nicht ganz überzeugt, weshalb es nur 3 Sterne gibt.
Rezensionen von Sheilo:
Say You'll Remember Me von Abby Jimenez
Herzergeifende Romance
Samantha möchte ihrer Familie bei der Pflege ihrer an Demenz erkrankten Mutter unterstützen und plant deshalb ihren Umzug quer durch die USA. Doch gerade den Abend vor ihrem Fortgang hat sie ein unvergessliches Date mit Xavier, einem leidenschaftlichen Tierarzt und einem Mann, der alles vereint, was sich Samantha von einem Partner wünscht.
Eine Fernbeziehung ist auf den ersten Blick keine Option für die beiden, doch sie können einander einfach nicht vergessen.
"Say You'll Remember Me" ist eine wahnsinnig tiefgreifende und emotionale Liebesgeschichte von Abby Jimenez, die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Der Autorin ist es gelungen, so viele bedeutende Themen wie Familienzusammenhalt, seelischer Missbrauch in der Kindheit, eine Demenzerkrankung und deren Folgen für alle Nahestehenden in der Handlung zu vereinen, dass ich das ein oder andere Mal zu Tränen gerührt war. Ich finde die Aufklärung von Abby wirklich toll und auch, wie schnell man sich aufgrund des flüssigen Schreibstils im Buch verliert.
Samantha spürt erst nach und nach, wie viel Arbeit und Verantwortung mit der Pflege ihrer Mutter einher geht. Gleichzeitig vermisst sie Xavier und muss noch so manchen Schicksalsschlag durchmachen. Ich finde, sie ist eine sehr starke Protagonistin und gesteht sich auch ein, wenn sie an ihre Grenzen gerät.
Xavier wirkte zu Beginn wie ein grummeliger Tierarzt, doch im Verlauf der Handlung lässt er immer mehr seine Fassade fallen. Er arbeitet hart, um seine Ziele zu erreichen, jedoch verliert er dabei auch selbst aus den Augen.
Ich liebe es, wie Xavier und Samantha sich immer näher kommen und wie sie zusammen die Achterbahnfahrt ihrer Gefühle bestreiten. Sie sind so ein tolles Paar und zusammen können sie in meinen Augen alles schaffen. Wer herzergreifende Liebesgeschichten mag, der wird von "Say You'll Remember Me" begeistert sein.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Mutters Sprache von Wlada Kolosowa
Eine Reise durch die vielen Facetten der Mutterschaft in einem konservativ-autoritären Staat
Lisa ist als Kind mit ihrer Mutter aus der Russischen Förderation nach Deutschland ausgewandert. Nun hat sie selbst gerade mit ihrem Partner eine kleine Tochter bekommen. Da erfährt sie, dass ihre russische Hebamme Aljona demnächst in den hohen Norden Russlands fahren will, ins Grenzgebiet bei Nikel, nahe dem Weißmeer.
Dieselbe Gegend, aus der auch Lisa stammt, und in der immer noch ihre sehr alte Oma lebt, die ihr telefonisch mitteilt, dass sie wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben hat. So entschließt sich Lisa, gemeinsam mit Aljona und mit der kleinen Babytochter Eva die Reise in die Gegend über dem Polarkreis anzutreten.
Wir befinden uns in der Gegenwart, nach dem Beginn der russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, also in einer Zeit, in der man nicht mehr so einfach von Deutschland direkt nach Russland fliegen kann. Wer nach Russland möchte, muss teure Flüge über die Türkei buchen oder - wie diese Frauen es machen - nach Helsinki oder ins Baltikum fliegen und von dort mit dem Bus weiter nach St. Petersburg fahren, von wo aus Züge weiter in den Norden fahren. Eine anspruchsvolle Reise mit einem kleinen Baby, auch wenn man Russisch kann. Zumindest muss Lisa aber als Frau im konservativen Russland der Gegenwart nicht fürchten, an die ukrainische Front geschickt zu werden. Es ist eine Zeit, in der auch wegen dieser Gefahr aus dem Ausland fast nur Frauen die Reise nach Russland wagen und diese sehen dann in Russland allgegenwärtig Plakate mit Propaganda für den Einsatz an der Front, denn dieser sei extrem gut bezahlt und nur dann sei man ein echter Mann, wird verbreitet.
Auch den Frauen wird eine klare Rolle zugeschrieben: die Verbesserung der enorm niedrigen Geburtenrate: in Werbespots vermitteln süße Kinder die Botschaft, wie schön es wäre, wenn es wieder mehr von ihnen geben würde. Homosexuelle Menschen wiederum werden im Russland der Gegenwart verfolgt: sie stehen ständig mit mindestens einem Bein im Gefängnis, denn "Propaganda für nicht-traditionelle Partnerschaften" ist unter der aktuellen Regierung strafbar geworden. Zwei Frauen in einer lesbischen Beziehung trauen sich auf der Straße kaum einander zu umarmen, denn das ist gesellschaftlich nur Verwandten oder Heterosexuellen gestattet. Unglaublich, wie schnell sich eine Gesellschaft, die noch vor gar nicht so langer Zeit das lesbische Frauenduo t.A.T.u. zum Eurovision Songcontext schicken konnte, nun in eine extrem konservative und autoritäre Richtung entwickelt hat!
Bei der Lektüre lernt man also wie nebenbei sehr viel über die Atmosphäre und das Leben im Russland der Gegenwart, aber nicht nur darüber: insgesamt gibt es drei Erzählstränge: den von Lisa, den von Aljona und den von Taja. Während Lisas und Aljonas Perspektiven in der jetzigen Zeit spielen, nimmt Taja uns mit in das Leben als junge Frau in Russland in der Zeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion: als alte Verbindungen und Privilegien nichts mehr galten, die Wirtschaft erst einmal zusammenbrach, viele Menschen im Rahmen von Privatisierung und Pyramidenspielen alles verloren, eine kurze Zeit der Anarchie, aber auch der Möglichkeit zur starken Gesellschaftskritik herrschte, aber auch viel Gewalt verbreitet war. Im hohen Norden mit all seinen klimatischen Einschränkungen und geringen wirtschaftlichen Perspektiven war das Leben noch eine Spur härter als in vielen anderen Regionen.
Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, ist das der Mutterschaft in ihren vielen Facetten: nicht nur Lisa als junge Mutter und Teil eines heterosexuellen Paares, sondern auch unkonventionelle Familienstrukturen, lesbische Liebe, Leihmutterschaft, Samenspende, künstliche Befruchtung und vieles andere sind Teil der Erzählung und werden differenziert und facettenreich betrachtet. Dabei ist insgesamt eine sehr spannende und gut lesbare Geschichte entstanden, bei der man wie nebenbei sehr viel lernt, zum Nachdenken angeregt wird und gleichzeitig bestens unterhalten wird.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es mit viel Freude und Interesse gelesen. Die Einblicke in das Leben in der russischen Polarregion waren sehr interessant für mich und wirkten auch authentisch geschildert, von einer Autorin, die selbst aus dieser Region stammt. Die momentanen Entwicklungen in Russland machen sehr nachdenklich und zeigen auf, wie wichtig es ist, für Freiheit und Vielfalt in unserer Gesellschaft in Mitteleuropa einzutreten, solange das noch möglich ist.
Insgesamt kann ich dieses wichtige und gut geschriebene Buch einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen. Auch für mich wird es sicher nicht das letzte Buch dieser großartigen Autorin gewesen sein.
Rezensionen von Immenhof:
Wieso? Weshalb? Warum? Leuchte und entdecke - Weltraum von Carola von Kessel
Andere Aufmachung
Ich bin ein grosser Fan, der "Wieso, weshalb, warum-Reihe". Die Leuchtbücher kannte ich in diesem Format jedoch noch nicht. Als Kind habe ich diese Art von Büchern aber geliebt und finde es toll, dass die Reihe nun um diese ergänzt wurde. Fast jede Doppelseite enthält Elemente zum Ausleuchten.
Die Lampe ist auf einer der letzten Seiten zum Heraustrennen im Karton enthalten. Ansonsten hat es Klappen, wie man es aus den anderen Büchern der Reihe kennt.
Das Buch befasst sich thematisch mit Sternbildern, Planeten und sehr vielen Elementen zum Thema Raumfahrt. Persönlich wäre mir ein Fokus mehr auf Sternbilder und Planeten lieber gewesen, aber das ist sicherlich individuell und insgesamt sind auch die Kapitel zur Raumfahrt, Robotern etc. sehr spannend gestaltet. Das einzige, was mich wirklich stört, ist dass die Planetenbahnen kreisförmig wirken. Diese in der Skizze ellipsenförmig dazustellen, wäre sicherlich graphisch kein Problem gewesen.
Rezensionen von Immenhof:
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 81 - Der Kran von Andrea Erne
Lehrreich
Wir sind grosse Fans der "Wieso, weshalb, warum" Reihe. Insbesondere bei den Juniorexemplaren ist es mir wichtig, dass neben dem Wissensbezug auch ein Alltagsbezug sichtbar ist. Kräne kommen so oft im Alltag vor, dass dies sicherlich gegeben ist. Bei den meisten Bänden dieser Reihe verfüge ich, als erwachsene Person, über viel Fachwissen.
Über Kräne ist mein Wissen ausserhalb von physikalischen Fakten eher gering, so dass auch ich einiges an Fachbegriffen lernen kann. Insbesondere die beschriftete Zeichnung gefällt mir sehr gut. Auch die verschiedenen Kräne und ihre Einsatzorte finde ich sehr interessant und vielfältig. Mir fehlt jedoch das Backgroungwissen um zu Beurteilen, ob der Querschnitt gut gewählt wurde. Besonders gefällt mir die Stelle an der das Pferd aus dem Fluss geholt wird. Als Pferdefan sicherlich wenig verwunderlich, aber mir gefällt diese Illustration sehr gut.
Insgesamt ein weiteres tolles Exemplar mit den bekannten Klappen, welches sehr viel spannendes Fachwissen kindgerecht vermittelt.
Rezensionen von Immenhof:
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 80 - Mein erstes Fahrrad von Carola von Kessel
Alltagsnah
Ich schätze an der Wieso, washalb, warum?-Junior Reihe besonders die alltagsnahen Bände. Gerade das erste Fahrrad ist in diesem Alter ein besonderes Thema. Gelungen finde ich auch, dass mit dem Ausflug direkt erzählerische Elemente einfliessen, mit denen sich das Kind identifizieren kann und von eigenen Erfahrungen erzählen kann.
Wichtig finde ich auch, dass dem Thema "Sicherheit" durch den Helmkauf eine Seite gewidmet wird. Leider sehe ich immer wieder Kinder ohne Helm fahren bzw. mit einem nicht passenden Velohelm. Ich finde es auch schön, dass inzwischen die Personen in den Büchern sehr vielfältig dargestellt werden und unsere Gesellschaft gut widerspiegeln. Für alle Kleinkinder, welche ihr erstes Fahrrad bekommen, finde ich es ein ideales Ergänzungsgeschenk. Es ist natürlich aber auch als Vorbereitung gut einsetzbar, wenn man den Fahrradkauf thematisieren möchte.
Rezensionen von yellowdog:
Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev
Ein Buch wie ein deftiger Eintopf
Der in Bulgarien geborene Österreicher Dimitre Dinev hat mit seinem Roman Zeit der Mutigen den Österreichischen Buchpreis gewonnen.
Eine überbordende Freude an Sprache und Erzählen kennzeichnet diesen Roman.
Es ist ein groß angelegter Roman mit Figuren, die Stärke und Haltung in schwierigen Zeiten zeigen.
Dabei bleiben sie alle irgendwie eigenwillige Sonderlinge und Außenseiter.
Das Buch zeigt das zwanzigste Jahrhundert in Deutschland, Österreich und Bulgarien. Mit zunehmender Dauer kommen Figuren hinzu, aber es gibt immer Bindeglieder und so bleibt der Text im Fluss.
Meine Sternewertung: 4,5











