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Rezensionen von clematis:

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Die Papierschöpferin von Anna Thaler

Mutige Sofia

Corrado di Maderno, Besitzer einer Papiermühle am Gardasee, kehrt von seiner Reise nach Venedig nicht mehr zurück. Er sei an der Pest verstorben, heißt die Nachricht an seine Familie, wodurch Tochter Sofia mit ihren jüngeren Geschwistern auf sich allein gestellt ist, denn die Mutter lebt auch nicht mehr.

Am liebsten würde Sofia selbst die Geschicke der Papiermühle weiterführen, aber das ist im 15. Jahrhundert natürlich nicht denkbar. Frate Sebastiano als Vormund unterstützt sie daher, um einen geeigneten Heiratskandidaten zu finden und in der Zwischenzeit für die Kinder zu sorgen. Eine Reise nach Augsburg und ein junger Novize sorgen dabei für Aufregung.

Sehr überzeugend malt Anna Thaler ihr Bild der damaligen Zeit, beschreibt eindrücklich das Handwerk des Papierschöpfens und die Not der zurückbleibenden Geschwister nach dem Tod der Eltern. Aus freundlich gesinnten Nachbarn werden plötzlich Konkurrenten, welche die einst gut gehende Papiermühle als Trophäe vor Augen haben. Und auch Menschen, welche es gut meinen mit Sofia, legen oftmals nur ihre eigenen Weltvorstellungen als Maßstab an, während sie übersehen, was für die talentierte junge Dame das Beste ist. Denn auch wenn ihr keine besondere Bildung zuteil geworden ist, so spürt sie im Herzen, wie ihre Zukunft aussehen sollte. Umso schöner ist es, mitzuerleben, wie Sofia an den Herausforderungen wächst, sie mit Verstand und Mut nach Augsburg und Venedig reist, wo sie eine gefährliche Information erhält.

Ohne überbordende Emotionen fließt die Geschichte gleichmäßig dahin, bringt viel Interessantes über die Papierherstellung und den Buchdruck, eine leise Romanze ergibt sich wie nebenbei. Das Bild der damaligen Zeit fühlt sich stimmig an und bietet gute Unterhaltung.

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Die Papierschöpferin

Rezensionen von Streiflicht:

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MARCO POLO Reiseführer Lofoten & Vesterålen von Michael Möbius; Annette Ster

Klein, aber oho

Schon seit Langem finde ich den Norden Europas sehr spannend und als Reiseziel faszinierend. Leider habe ich es bisher trotzdem noch nicht geschafft. Nun haben meine Schwester und ich aber eine TV-Dokumentation über die Lofoten gesehen und sind beide hin und weg. Am liebsten wären wir gleich losgefahren … Um mehr über diese ganz besonderen Inseln zu erfahren, lesen wir nun gerne Reiseführer.

Dieser hier kommt schmal daher, sehr praktisch für jede Tasche und zugleich voller Infos. Außerdem gibt es noch eine extra Faltkarte zum Herausnehmen, das mag ich sehr. So kann man schnell sehen, was wo liegt, wie weit die Wege sind, wie man hinkommen kann, was alles in eine Reise oder einen Urlaubstag passt.
Toll finde ich auch solche Hinweise wie beispielsweise für den schmalen Geldbeutel oder wo man besonders gut und schön übernachten kann. Die Bucketlist im Klappendeckel und weitere Infos, die man sich über die App holen kann, sind tolle Ergänzungen. Bei diesem Buch trifft der Spruch „Klein, aber oho!“

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MARCO POLO Reiseführer Lofoten & Vesterålen

Rezensionen von Streiflicht:

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DUMONT Reise-Taschenbuch Reiseführer Fuerteventura von Susanne Lipps

Richtig viele Tipps und Infos

Wir waren schon viele Male auf den Kanaren, vor allem auf Fuerteventura und lieben die Insel sehr. Natürlich kennen wir deswegen auch schon einiges, denn wir sind dann auch gerne vor Ort mit dem Mietwagen unterwegs. So haben wir schon viel Schönes, Sehenswertes und Besonderes entdeckt. Da wir gerne Bekanntes sehen, aber auch Neues kennenlernen möchten, war ich natürlich total gespannt auf diesen neuen Reiseführer.

Und ich hab mich auch gefragt, ob ich da überhaupt noch was Neues finden kann?
Die Antwort ist ganz eindeutig ja! Auch wenn ich beim ersten Durchblättern und im Register Bekanntes sehe, habe ich doch auch noch einiges für mich entdecken können. Teilweise Sehenswürdigkeiten, von denen ich nur mal gehört hatte, aber noch nicht da war, aber auch einiges, was mir bisher noch nicht bekannt war. Das hat mich sehr gefreut und nochmal ganz neu neugierig auf diese besondere Insel gemacht. Die Autorin Susanne Lipps wird als „unverbesserlicher Inselfan“ bezeichnet, das passt auch perfekt auf uns. Und nun haben wir wieder extraviel Lust, nach Fuerteventura zu reisen. Nachdem es aktuell dort viel geregnet hat, sieht es sowieso ganz anders aus – alles bunt, grün und voller Blüten und Blumen. Da würde man am liebsten sofort die Koffer packen …
Ein tolles Buch im praktischen Format, mit Tipps, die sicherlich auch noch Inselkenner überraschen können, einer ausfaltbaren Landkarte, einem Magazin mit schönen Geschichten zum Lesen, Tourenvorschlägen, Adresse für besondere Orte, Hotels, Einkaufsmöglichkeiten, Lokale, Restaurants und mehr! Lieblingsorte neu entdecken oder neue Highlights finden, das ist mit diesem wirklich guten Reiseführer nicht schwer.

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DUMONT Reise-Taschenbuch Reiseführer Fuerteventura

Rezensionen von Streiflicht:

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Brightsand Bay - Zeit für Hoffnung von Jo Weil

Sehr gefühlvoll

Wer auf gefühlvolle, spannende und unterhaltsame Romane steht, der wird mit Brightsand Bay. Zeit für Hoffnung tolle Lesestunden haben. Jo Weil hat mit diesem Reihenauftakt auf jeden Fall ein Wohlfühlbuch geschrieben. Der Cliffhanger am Ende ist hart, aber verständlich, wenn es darum geht, Neugier auf den zweiten Teil der Serie zu machen.

Meistens lese ich Spannungsliteratur, als bevorzugt Krimis und Thriller, aber ich mache auch immer wieder gerne Ausflüge in andere Genres. Dieser Kurztrip hat mir viel Spaß gemacht. Sommer, Sonne, Meer und Strand, viel Liebe und Leidenschaft – auch für die Gegend in Cornwall -, Lokalkolorit, gute Laune und eine ordentliche Portion Spannung haben mir gut gefallen. Nun bin ich natürlich sehr gespannt, wie es weitergeht und was nicht nur der zweite Band, sondern auch Teil drei zu bieten hat.

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Brightsand Bay - Zeit für Hoffnung

Rezensionen von Nele33:

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Das falsche Versprechen von Alexander Hartung

Spannung pur

"Das falsche Versprechen" des Autors Alexander Hartung führt die Reihe um den Privatermittler Nik Pohl und seine Ermittlerfreunde: Jon, der Hacker mit Zugang zum Darknet, und Balthasar, der eigenwillige und doch nahbare Pathologe, konsequent und spannend fort.

Diesmal bewegt sich das ungleiche und dadurch gerade so geniale Team im Bereich der Pharmazie und deren dunkle und gefährliche Machenschaften.

Professor Ulken bittet Nik um Hilfe, doch schon bevor Nik sich damit auseinandersetzen kann, wird der Professor bei einem angeblichen Raubüberfall getötet. Dies macht Nik stutzig und er beginnt zu ermitteln. Auf welche Machenschaften er damit stößt, hätte er sich vorher nicht ausmalen können. Sein nächster Informant segnet auch bald das zeitliche und die Zeit wird für das eingespielte Team knapp.

Auch der mittlerweile achte Band um Nik Pohl konnte mich durch Spannung und Aktualität auf ganzer Linie überzeugen. Der Schreibstil von Alexander Hartung ist wie gewohnt spannend, präzise und genau auf den Punkt. Ebenso sind die Kapitel nicht zu lang, sodass ein guter Lesefluss entsteht.
Die Brisanz, die in diesem komplexen Thema Pharmazie steckt, schreit förmlich nach einer Fortsetzung, welche eventuell durch den Epilog schon angekündigt wird.

Es ist von Vorteil die ersten Bände gelesen zu haben, aber nicht zwingend notwendig.

Eine klare Leseempfehlung von mir.

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Das falsche Versprechen

Rezensionen von Ele:

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Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen von Peter Dempf

Augsburg im ausgehenden Mittelalter

Im Auftrag der Fugger: Teufelsreigen. Historischer Roman von Peter Dempf, 576 Seiten, erschienen im Lübbe-Verlag.
Der zweite Band der Reihe „Im Auftrag der Fugger“
Augsburg 1505, das Leben pulsiert im Heiligen Römischen Reich und mittendrin der Finanzier der Reichen und Mächtigen – Jakob Fugger, der Reiche.

selbst König Maximilian I, lässt sich seine Reisen durchs Reich von Jakob dem Reichen finanzieren. Doch Lagerhäuser der Fugger werden zerstört, Warentransporte werden ausgeraubt, die Boten und Fuhrleute werden ermordet. Wer will den reichen Handelsleuten schaden? Sind Jakob und seine Brüder etwa sogar in Lebensgefahr? Dies alles soll das mittelalterliche Ermittlerteam Afra und Herwart, die Boten Fuggers, ergründen. Wer steckt hinter den Anschlägen und aus welchem Grund werden sie verübt?
Im Vergleich zum Historiker hat es der Schriftsteller leichter. Er kann Fantasie und Realität vermischen und zu einer unterhaltsamen Geschichte verweben.
Der Roman teilt sich in vier Bücher, die aus nummerierten Kapiteln bestehen, die Bücher haben Titel, die Kapitel sind mit Ort und Datum versehen. Die Figuren der Handlung sind am Anfang des Buches erklärt, was sehr hilfreich war, historische Personen sind kursiv versetzt. Am Ende des Bandes befindet sich das Glossar darin werden mittelaltertypische Begriffe für den Leser erklärt.
In diesem Buch wird das ausgehende Hochmittelalter so greifbar und echt dargestellt, immer wieder findet sich der Leser mittendrin im Geschehen. Dies hat Dempf in seiner detailgetreuen und gut recherchierten Arbeit mit dazu flüssigem Schreibstil gut geschafft. Das Geschehen läuft im Kopfkino mit, ob auf Reisen, im goldenen Kontor oder im Fuggergarten, der Leser ist mittendrin und dabei. Die Figuren sind lebensecht geschildert, z.B. Jakob der Reiche, die Art an seiner Mütze zu nesteln, Zeno der Weißgesichtige und seine gruselige Erscheinung, sogar „Fugger“ Afras Hund, alles sehr authentisch. Ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar.
Was mir zu schaffen gemacht hat war die Länge der Handlung, die Wiederholung der immer gleichen Situationen, Afra und Herwart in der Klemme, der Hund greift ein, alle sind gerettet. Zeno erscheint, ist er wohl gut oder böse, er kommt wie immer davon. Bis zum Ende konnte ich das für mich nicht ganz endgültig entscheiden, Jakob selbst und Familienmitglieder geraten in Verdacht, und die Eggenbergerin verwitwete Gossembrotin, sie hat auf meiner Verdächtigen-Liste ein dauerndes auf und ab. Warum ihr letztendlich nicht Einhalt geboten wird habe ich nicht verstanden. Der Plot war für meinen Geschmacks etwas sehr verworren.
Im Nachwort wird dargestellt, wieviel der Vorkommnisse tatsächliche in Augsburg und im Reich in der damaligen Zeit geschehen sind. Dempf ist es gelungen daraus einen Historischen Kriminalroman zwar authentisch und zeitgemäß doch mit unnötigen Wiederholungen und Ungereimtheiten zu machen.
Für Leser die Historische Romane mögen zu empfehlen. Von mir 3 Sterne.

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Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen

Rezensionen von Streiflicht:

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Blütenpracht und Ernteglück - Dein Weg zum Traumgarten von Svenja Breuer

Tolle Hilfe für Anfänger

Du hast einen Garten, aber keine Ahnung, wie Du in bepflanzen sollst? Schon länger würdest Du gerne mal Gemüse ernten oder im Schatten eines kleinen Bäumchens sitzen. Welches andere Gebmüse passt denn nun neben die Tomaten? Sollen Hortensien lieber in die Sonne oder mögen sie gerne ein schattiges Plätzchen? Und was kann ich eigentlich pflanzen, wenn ich Insekten anlocken und verwöhnen möchte.

Wer sich alle diese und noch viele andere Fragen stellt, der ist bei diesem Buch genau richtig. Ich finde es toll, wie Gartenanfänger hier an die Hand genommen werden. Los geht es bei Gartengeräten, ihrem Sinn und der Handhabung. Außerdem gibt es viele konkrete Tipps, an welchen Orten im Garten was gerne und gut gedeiht. Hier werden alle Grundlagen gut und auch bebildert erklärt. Sehr gerne mochte ich auch die Pflanzenporträts und die Infos über die Nützlinge. Das finde ich in unserer modernen Welt, in der viele Steine für Garten halten und der Artenschwund immer weiter geht, sehr wichtig.
Monatspläne helfen bei der Umsetzung, genauso wie eine Bauanleitung für ein einfaches, günstiges Hochbeet. Und vieles mehr. Die schönen Bilder machen Lust, das Buch immer wieder mal durchzublättern und sorgen für Inspiration. Ein schönes Gartenbuch!

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Blütenpracht und Ernteglück - Dein Weg zum Traumgarten

Rezensionen von Streiflicht:

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Helden der Weide - Haggelbärri Schlimm von Marin Rosa

Witzig und unterhaltsam

Nach Möge das Horn mit Dir sein, habe ich die Reihe aus den Augen verloren, obwohl mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Nun bin ich durch Zufall über Haggelbärri Schlimm, die neusten Abenteuer der Helden der Weide, gestolpert und hab mich sehr auf das Buch gefreut.
Ich war gleich wieder mittendrin im Geschehen auf dem Rosmarinhof, wie schön, die ganzen Tiere wiederzutreffen.

Und dann auch noch ein neues Gesicht, das Schönheitsschaf. Da musste ich echt grinsen, was für eine lustige Idee. Und die Bilder, die die Geschichte illustrieren, sind einfach zu nett. Wie schön, dass alle Tiere vorne im Umschlag nochmal mit Namen vorgestellt werden. Perfekt für alle Neueinsteiger oder die, deren Lektüre eines der anderen Bücher aus der Reihe schon ein wenig her ist, wie bei mir. Hinten im Buchdeckel sehen wir eine Karte des Rosmarinhofs, das gefällt mir auch sehr. Sowas sind immer nette „Dreingaben“ bei Büchern, finde ich.
Die Geschichte selbst hat mir ebenfalls wieder gut gefallen. Auch wenn sich nicht alle Tiere immer grün sind, vertragen sie sich am Ende doch wieder und merken, dass es gemeinsam besser geht. Jeder hat seine Stärken und Schwächen und bringt sie ein. Eine schöne Botschaft und dazu noch witzig geschrieben und durch die besondere Buchgestaltung und die Illustration besonders unterhaltsam.

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Helden der Weide - Haggelbärri Schlimm

Rezensionen von Streiflicht:

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Alma von Federica Manzon

Schwer zu lesen und ziemlich melancholisch

Normalerweise fällt es mir leicht, meine Meinung zu einem Buch zu beschreiben. Hier aber tue ich mich echt schwer. Daher lag das Buch nun auch ein paar Tage, obwohl ich schon mit der Lektüre fertig war. Ich kann nicht sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Aber es war wirklich schwer zu lesen und hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich es wohl recht schnell weggelegt.

Irgendwie bin ich froh, dass ich das nicht getan habe, aber gleichzeitig bin ich auch erleichtert gewesen, als das Buch zu Ende war. Der relativ positive Schluss hat mich wieder ein bisschen versöhnt, aber zwischendrin fand ich es schon sehr melancholisch.
Ja, ich bin hin- und hergerissen - immer noch. Ich hatte auf ein Buch gehofft, dass in Triest spielt - wie es auch mit dem Teaser der Repubblica angekündigt war: "Wer etwas wissen möchte über Triest und Italiens östliche Grenze, der muss Alma lesen. Ein perfekter Roman." Daher war ich überrascht, dass es eigentlich vor allem um den Jugoslawienkrieg geht. Das fand ich zwar schon interessant, aber ich hatte es nicht erwartet und außerdem hatte ich wohl zu wenig Hintergrundwissen. Das habe ich mir dann nebenbei angelesen, dadurch dauerte die Lektüre natürlich noch länger.
Gleichzeitig fand ich die Schreibweise der Autorin sehr distanziert. Es wird von der Hauptstadt gesprochen, nicht von Rom, von der Stadt, aber nicht von Triest. Und so weiter. Gleiches gilt für die Figuren, die ähnlich ferngehalten werden vom Leser. Dadurch fiel es mir noch schwerer, mich darauf einzulassen. Insgesamt keine einfache Lektüre, die trotzdem aber irgendwie einen Sog entwickelt hat.

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Alma

Rezensionen von Verena:

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Real Americans von Rachel Khong

Mehr als nur ein Mehrgenerationenroman

„Real Americans“ von Rachel Khong ist ja wohl eines der Hype-Bücher des Jahres und ich muss zugeben, auch mich hat’s total geflasht. Ich war von Anfang an drin in dieser Geschichte, die zunächst wie ein klassischer Mehrgenerationenroman wirkt, sich dann aber zu etwas deutlich Größerem entwickelt.

Wir beginnen in New York City an Silvester 1999: Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und schlägt sich als unbezahlte Praktikantin durch. Als sie Matthew kennenlernt prallen zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander, denn er ist nicht nur der Neffe ihres Chefs, sondern auch Teil einer äußerst wohlhabenden Familie. Mehr als zwanzig Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt, dass ihm ein Teil seiner Geschichte fehlt, doch seine Mutter hält sich bedeckt. Dennoch schafft es Nick nach und nach, das Geheimnis aufzudecken, die Motivation seiner Mutter, aber auch die seiner Großmutter, zu verstehen.
Die Familiengeschichte an sich ist schon super interessant; es geht um Herkunft, soziale Unterschiede, Migration, Identität und auch die Frage, wie sehr unsere Familien unser Leben prägen. Aber der Roman ist eben noch mehr. Nach und nach kristallisiert sich eine weitere Ebene heraus und die Fragen, mit denen Nick, Lily und auch May konfrontiert sind, erhalten eine ethische Dimension.
Ich will nicht spoilern, deshalb kann ich nur sagen, dass der Roman diese Fragen darüber, was uns zu dem macht, wer wir sind, sehr klug erörtert. Natur, Umwelt, Herkunft, gezielte Entscheidungen, den Einfluss der Wissenschaft – all diese Punkte arbeitet Rachel Khong nicht nur beispielhaft ab, sondern bettet sie authentisch in die Handlungen, Entscheidungen und Leben ihrer Figuren ein.
Dadurch erhalten viele Aspekte des Romans im Laufe der Geschichte eine zweite Bedeutung. Dinge, Informationen, die zunächst nebensächlich wirken, entfalten später eine Art Metaebene. Es zieht sich von der ersten Seite an ein roter Faden durch den Roman, den man teilweise erst viel später wirklich erkennt. Das ist geschickt konstruiert wirkt aber gleichzeitig nicht künstlich, was ein Kunststück für sich ist.
Für mich war „Real Americans“ eine echte Überraschung und ich kann’s nur wärmstens weiterempfehlen.

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Real Americans