Kunden em pfehlungen
Rezensionen von manu63:
London Underground von Nadine Erdmann
Neues von den Hunts
London Underground 13 Jahre später ist ein Sequel zur Totenbändiger Reihe der Autorin Nadine Erdmann. Die neuen Bände können ohne Vorkenntnisse der Reihe gelesen werden, da einiges im Laufe der Geschichte erklärt wird. Zum vollen Lesevergnügen mit viel Hintergrundwissen kann ich das Lesen der Totenbändiger Reihe ab Band 1 empfehlen.
Es steht ein neues unheiliges Jahr bevor in dem Toby und Leo sich ihrer Vergangenheit stellen müssen. Dabei gehen beide sehr unterschiedlich an dieses Aufgabe heran. Unterstützt werden sie dabei von der ganzen Familie und diese Szenen fand ich sehr gut lesbar und sie erzeugten Herzenswärme im Buch.
Insgesamt wird das Familienleben untereinander sehr harmonisch dar gestellt und das erzeugt immer wieder ruhige Momente nach gefährlichen Szenen und Kämpfen. Diese Mischung hat mir schon in der ganzen Reihe gefallen und es rundet die Geschichten harmonisch ab.
Wer die Vorreihe nicht kennt bekommt immer wieder Informationen zum Verständnis und das reicht auch aus, um dem Ganzen folgen zu können.
Neue Charaktere werden hinzugefügt und gerade Jen als Neueinstieg ist vielversprechend und ich fand sie gut getroffen.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut lesbar, die unterschiedlichen Perspektiven ergeben gute Einblicke in die Charaktere.
Das es mit Toby und Leo zwei sehr unterschiedliche Charaktere gibt finde ich für diese Geschichte interessant. Auch die unterschiedlichen Verhaltensmuster ergeben spannende Momente.
Die Geschichte endet mit einen ordentlichen Cliffhanger und ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Reihe.
Gut finde ich auch das Personenregister am Ende des Buches.
Rezensionen von Gaby 2707:
Schneeflöckchen, Weißpfötchen von Petra Schier
Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte
Es weihnachtet sehr und Santa Claus ist ganz schön im Stress. Er hat nämlich einen Weihnachtswunsch gefunden, den er im vergangenen Jahr nicht erfüllt hat. Er hat ihn schlichtweg vergessen. Daher tut er alles damit Xanders Gefühle für seine langjährige Freundin Ellie auch von ihr erwidert werden.
Es scheint auch zu klappen. Aber dann taucht der smarte Anwalt Patrice auf und wirbelt alles wieder durcheinander. Da greift Santa ein und schickt die weiße Schäferhündin Amara als Liebesbotin zu den Beiden. Ob sie es schafft, dass es diesmal ein Fest der großen Liebe wird?
Die Weihnachtsbücher mit Hund von Petra Schier gehören für mich schon seit Jahren zu Weihnachten dazu. Da die Geschichte aus 25 Kapitel besteht, kann man sie auch sehr gut als Adventskalender lesen. Ich selbst habe es allerdings noch nie geschafft, das Buch so lange liegen zu lassen. Dazu sind die Geschichten einfach zu zauberhaft.
Auch diesmal habe ich mit Fotograf und Reiseblogger Xander gehofft und gebangt, ob seine große Liebe Ellie endlich merkt, dass auch sie ohne ihren besten Freund nicht mehr sein will und die Liebe zwischen den Beiden endlich aufblüht. Dabei helfen soll die weiße Schäferhündin Amara. Nur, dass Ellie als Kind von einem Hund angefallen und schwer verletzt wurde. Ob Amara trotzdem helfen kann und dabei auch wieder eine neue Familie findet? Auch hier werden die Gedanken des Hundes in kursiv dargestellt und ich finde es so schön zu lesen, wie sie über ihre beiden neuen „Besitzer“ denkt und ihr bestes tut um sie zueinander zu bringen.
Natürlich sind neben Santa Claus und seiner Frau auch die verschiedenen Elfen und Rentiere wieder am Start. Die sorgen immer wieder für humorvolle Dialoge und versuchen, alles in die richtige Richtung zu lenken.
Auch die vorweihnachtliche Stimmung wird durch einen Besuch am Weihnachtsmarkt mit dem alten romantischen Karussell und den verschiedenen kulinarischen Köstlichkeiten sehr gut wiedergegeben. Da habe ich mich trotz der Kälte richtig wohl gefühlt.
Auch der diesjährige weihnachtliche Roman mit Hund hat mir wieder sehr gut gefallen. Xander, Ellie und ihre Freunde sind aber auch alle so liebenswerte Menschen, dass man gar nicht anders kann, als sie ins Herz zu schließen. Vor allem gibt es auch diesmal wieder ein richtig schönes Happy End.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Wem du traust von Petra Johann
unheimlich
Ich bin ja großer Fan von so Suspense-Romanen, bei denen nie ganz klar ist, wem man eigentlich trauen kann, weil sich die Verdachtsmomente gegen zentrale Figuren anhäufen. und genau so ein Buch ist das hier. Es fängt erstmal ruhig und überschaubar an: Familienidylle, ein beschauliches Leben. Doch dann wird die Welt von zwei Familien erschüttert, als ein junges Mädchen scheinbar spurlos verschwindet.
Ich fand schon, dass die Geschichte den Leser gezielt manipulieren soll, da die Hinweise doch recht prägnant in eine Richtung zeigen, die aber irgendwie gleichzeitig zu offensichtlich scheint. Trotzdem nehmen die Spannungen zischen den Figuren schnell zu und der Leser merkt, dass sie alle Geheimnisse bewahren. Doch wer von ihnen hat mit Sofias Verschwinden zu tun?
Die Kapitel sind kurz und dadurch angenehm zu lesen. Es gibt drei Hauptperspektiven, zwischen denen gewechselt wird. Anfangs ist nicht so ganz klar, ob es hier überhaupt einen Fall gibt, aber dann zieht die Geschichte immer größere Kreise und plötzlich scheint auch eine Verbindung zu einem ungeklärten Cold Case möglich. Die Polizeiarbeit wirkt manchmal etwas behäbig, gleichzeitig ist genau das vermutlich sogar realistisch.
Die Geschichte lebt von den zwischenmenschlichen Spannungen, dem Misstrauen und dem Betrug von den Menschen, die einem am nächsten stehen. vor allem Heidi und Eva werden sehr plastisch herausgearbeitet und waren nahbare, authentische Figuren.
Ich bin relativ zügig durch die Seiten gekommen, einfach weil ich wissen wollte, ob ich mit meinen Verdächtigungen richtig lag und mit Sofias Schicksal durchaus mitgefiebert habe. Die Geschichte hatte auf jeden Fall ein paar unheimliche, packende Momente.
Rezensionen von e_kieh:
Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft - Kindergarten von Mönch Rebecca
Idealer Einstieg für kleine Stickerfans
Die Sticker sind groß genug für kleine Kinderhände, können leider für jüngere Kinder nicht besonders gut abgelöst werden ohne zu reißen. Um den Anfang zu machen benötigt mein Zweijähriger noch etwas Hilfe von uns Erwachsenen. Hier löse ich dann einen winzigen Teil des Stickers ab, sodass das Kind den Sticker mit Zeigefinger und Daumen zu greifen bekommt.
Die Orientierung ist mit diversen Symbolen und farbigem Hintergrund sehr übersichtlich gestaltet und daher gut gelöst. So hat man einen hervorragenden Überblick, welche Stickergruppen zu welchen Seiten gehören. Die Sticker und dargestellten Alltagssituation im Stickerbuch sind realitätsnah und die kurzen Textpassagen leicht verständlich.
Auch das Format hat mich positiv überrascht. Es bietet wirklich viel Platz für die Sticker. Das Highlight für meinen Sohn sind die Ausklappseiten.
Auch hier enttäuscht die Ravensburger Wieso? Weshalb? Warum? Reihe nicht, denn es sind auch im junior Stickerheft Kindergarten viele thematisch passende Informationen und kindgerecht aufbereitetes Wissen enthalten. Ein empfehlenswertes Buch zum Einstieg in die Stickerwelt. Das können mit etwas Hilfe und Unterstützung auch schon 2 jährige Kinder.
Rezensionen von e_kieh:
Wieso? Weshalb? Warum? junior Stickerheft - Kindergarten von Mönch Rebecca
Idealer Einstieg für kleine Stickerfans
Die Sticker sind groß genug für kleine Kinderhände, können leider für jüngere Kinder nicht besonders gut abgelöst werden ohne zu reißen. Um den Anfang zu machen benötigt mein Zweijähriger noch etwas Hilfe von uns Erwachsenen. Hier löse ich dann einen winzigen Teil des Stickers ab, sodass das Kind den Sticker mit Zeigefinger und Daumen zu greifen bekommt.
Die Orientierung ist mit diversen Symbolen und farbigem Hintergrund sehr übersichtlich gestaltet und daher gut gelöst. So hat man einen hervorragenden Überblick, welche Stickergruppen zu welchen Seiten gehören. Die Sticker und dargestellten Alltagssituation im Stickerbuch sind realitätsnah und die kurzen Textpassagen leicht verständlich.
Auch das Format hat mich positiv überrascht. Es bietet wirklich viel Platz für die Sticker. Das Highlight für meinen Sohn sind die Ausklappseiten.
Auch hier enttäuscht die Ravensburger Wieso? Weshalb? Warum? Reihe nicht, denn es sind auch im junior Stickerheft Kindergarten viele thematisch passende Informationen und kindgerecht aufbereitetes Wissen enthalten. Ein empfehlenswertes Buch zum Einstieg in die Stickerwelt. Das können mit etwas Hilfe und Unterstützung auch schon 2 jährige Kinder.
Rezensionen von peedee:
Asterix - Die Tochter des Vercingetorix von Jean-Yves Ferri; Didier Conrad
Auf Krawall gebürstet
Asterix, Band 38: Die Gallier kriegen Besuch zweier Arverner-Häuptlinge. In ihrer Begleitung ist Adrenaline, die stolze Tochter des grossen Gallier-Häuptlings Vercingetorix. Sie ist auf der Flucht vor den Römern; Julias Cäsar will sie zwangsromanisieren. Die altgedienten Häuptlinge wissen, dass sie im Dorf von Majestix in Sicherheit ist.
Das Mädchen ist jedoch wenig begeistert, dass sie dableiben soll. Die Jugendlichen des Dorfes wollen Adrenaline beistehen…
Erster Eindruck: Auf dem Cover ist das Trio Asterix, Obelix und Idefix zusammen mit einem sehr stolz dreinblickenden Mädchen – gefällt mir.
Ich fand es witzig, dass die Arverner-Häuptlinge das Mädchen in Majestix‘ Obhut lassen, nicht ohne wiederholt zu vermerken, dass sie gerne ausbüxt. Tja, diese Bemerkung war auch gleich das Programm von Adrenaline. Sie trägt einen Ring um den Hals, den andere unbedingt haben möchten – so eben auch Cäsars Leute. Adrenaline ist richtig auf Krawall gebürstet. Die Jugendlichen „unseres“ Dorfes kommen hier so richtig in Erscheinung, insbesondere Aspix, der Sohn des Fischhändlers, sowie Selfix, der Sohn des Schmieds. Die Kinder gehen in Condate zur Schule, machen aber derzeit ein Praktikum bei ihren Eltern (Berufsbildung im Jahre 50 v. Chr.!).
Früh übt sich: Die Jugendlichen wissen um die Kraft des Zaubertranks und wollen auch mal kosten. Nur so ein klitzekleines Schlückchen… das kann doch nicht schaden, oder? Oh, es kann sehr wohl…
Die Geschichte war unterhaltsam, aber es passierte eigentlich nicht viel: Adrenaline wurde ins Dorf gebracht – sie büxte aus – sie wurde gefunden – ein paar „im Weg stehende Römer“ – Ende, Festmahl. Von mir gibt es 3 Sterne.
Rezensionen von Philiene :
Sündflut 1784 von Marco Hasenkopf
Naturkatastrophen und Hexenwahn
Sündflut 1784 schließt unmittelvar an den Roman Eisflut 1784 an und für das einfachere Verständnis sist es ratsam den ersten Teil gelesen zu haben. Allerdings eird zu Beginn auch einiges aus fiesem erklärt.
In fiesem Teil kämpfen die Überlebenden mit den Folgen der Flut und wie so oft, wenn sich die Menschen etwas n7cht wirklich erklären können, brauchen sie eonen Sündenbock.
Hier ist es die Apothekerin Witwe Anna Maria..Sie wird als Hexe angeklagt und für die Flut und noch einiges andere angeklagt. Amtmann Henrik van Venray tut alles um Anna Maria zu retten, doch bald stößt er auf eine unglaubliche Intrige.
Der Roman ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Für mich war es die perfekte Mischung aus historischem und Krimi. Mir hat es sehr gut gefallen, das die Missstände der damaligen Gerichtsbarkeit sehr anschaulich darstellt worden sind. Wenn der Gewaltrichter sein Urteil gefällt hatte, gab es eigentlich keine Chance mehr. Und auch die Behandlung der Verurteilten war furchtbar. Hier war das sehr realistisch dargestellt ohne dabei zu grausam zu sein.
Der Fall und dessen Aufklärung hat mich gefesselt und ich war einfach nur begeistert.
Rezensionen von nessabo:
Der Rache Glanz von Maud Ventura
Anstrengend - auf die unterhaltsamste und süchtigmachenste Art
Maud Ventura hatte mich schon mit ihrem Debüt „Mein Mann“ an der Angel. Und auch, wenn beide Bücher keine Highlights für mich sind, bin ich beeindruckt davon, wie gut diese junge Autorin eine ganz bestimmte Art von Geschichten schreiben kann!
Während es im Debüt um eine völlig in ihren Mann vernarrte Frau ging, begleiten wir im aktuellen Roman die zu Beginn aufstrebende und später sehr erfolgreiche Sängerin Cléo.
Am Anfang habe ich ein bisschen gestruggelt und etwas Zeit gebraucht, um mich in die Handlung einsaugen zu lassen. Wer aber den zäheren Anfangsteil durchhält, wird mit einer extrem immersiven, wenn auch gleichzeitig abstoßenden Geschichte belohnt.
Ventura ist wirklich schon jetzt eine Meisterin der unsympathischen, übertriebenen, fast grotesken Protagonistinnen. Cléo ist selbstgerecht, machtversessen und berechnend - also wirklich unausstehlich. Doch die Autorin schafft es sehr geschickt, auch Verständnisraum zu schaffen für ihre Hauptfigur. Wir bekommen ein Gefühl für die Selbstaufgabe, die mit dem Weg zum Ruhm einhergeht. Die Aufgabe scheinbar jeglichen Rechts auf Selbstbestimmung und Ruhe. Ohne die Protagonistin für ihren Machtmissbrauch und ihre Verantwortungslosigkeit in Schutz zu nehmen, vermittelt uns Ventura doch auch kritische Elemente des öffentlichen Interesses an einer berühmten Person.
Auch die Industrie selbst wird wie mit Peitschenschlägen entzaubert. Die Einblicke in die Maschinerie hinter Top-Promis sind so detailliert, dass ich mich frage, ob Ventura einfach nur sehr gut recherchieren bzw. fiktionalisieren kann oder ob sie lebensechte Quellen hat. Aber ungeachtet der Hintergründe seziert die Autorin hier wirklich gnadenlos die Menschen und das System.
Die Geschichte spitzt sich wie schon im Debüt konsequent zu. Das sorgt für ein Lesen mit angehaltenem Atem, ist aber auch durchaus anstrengend. Ein entspannter oder gar cozy read zum Abschalten ist es keinesfalls. Und scheinbar will die Autorin das auch nicht, sondern stattdessen Werke, die zum Nachdenken anregen. Das gelingt ihr aus meiner Sicht gut, denn auch die ein oder andere Gesellschaftskritik steckt in dem Roman. Denn nur, weil es eine Frau ist, die ganz an der Spitze der Machtpyramide steht, macht es das noch lange nicht feministisch oder überhaupt besser.
Ich würde aber schon sagen, dass das Werk vor allem unterhalten möchte - wenn auch auf eine Weise, die es von vielen anderen abhebt. Einen Roman gänzlich ohne Sympathieträger*innen muss mensch schon wollen, aber wenn das etwas für euch ist, dann ist Ventura schlicht perfekt! Und nicht zuletzt: Meine Güte, was kann die Frau für Plot-Twists schreiben?! Der ihres Debüts war zwar ein schlicht unübertrefflicher Banger, aber auch hier habe ich ihn nicht kommen sehen.
Für mich ein bemerkenswertes Stück Literatur, das thrillerhafte Elemente in dieses Genre einbringt und sich so wirklich einen Platz in den Regalen verdient. Und auch, wenn es für mich kein Wohlfühlwerk war und ich es gern etwas mehr gestrafft gehabt hätte, hat es einen besonderes Stellenwert und ich werde mich noch eine Weile daran erinnern.
PS: In der Widmung des Buches steht "Für Mein Mann" (kein grammatikalischer Fehler) und ich liebe es?! <3
Rezensionen von Pusteblümchen:
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Eine traurige und ergreifende Lebensgeschichte
Bo ist bereits 89 Jahre befindet sich in seinem letzten Lebensabschnitt und lebt gemeinsam mit mit seinem Hund Sixten in einem recht abgelegenem Teil Nordschwedens. Seine Frau ist dement, lebt im Heim und sein Sohn Hans besucht ihn nur selten. Hans denkt, dass Bo sich nicht mehr angemessen um Sixten kümmern kann und will ihm den Hund wegnehmen.
Aber Bo braucht Sixten. Er beginnt sein Leben zu überdenken, erinnert sich an seine Jugend und die Momente, die für ihn wichtig waren.
Das Buch steckt voller Leben und Menschlichkeit. Es schildert das trostlose Leben von Bo in der Gegenwart, zeigt die schwierige Beziehung zwischen ihm und seinen Sohn und lässt Momente der Vergangenheit lebendig werden.
Es gab Szenen, in denen mir die Tränen kamen, aber auch solche, in denen ich schmunzeln musste und leise vor mich hingelacht habe.
Lisa Ridzén hat die volle Bandbreite aller Emotionen, die das Leben bietet in ihr Buch gepackt und mich damit sehr berührt.
Es ist ein Buch über das Leben, das Älter werden, die Herausforderungen, denen wir uns dabei stellen müssen und gleichzeitig auch ein Bild unserer Gesellschaft.
Dieser Roman hallt nach und er wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Rezensionen von nessabo:
Standing Ovations von Charlotte Runcie
Starker Auftakt, verlor für mich am Ende aber an Fokus
Es ist nicht mein erstes Buch über Machtmissbrauch, sodass ich die verschiedenen Werke wohl ganz gut vergleichen kann. Und grundsätzlich hat mir Runcies Geschichte gut gefallen, allerdings ging sie nicht so stark zu Ende wie sie angefangen hat.
Ich fand es durchaus reizvoll und innovativ gestaltet, dass wir das Geschehen durch eine dem zentralen Mann nahestehende Frauenfigur geschildert bekommen.
Sophie hegt so einige Sympathien für den Theaterkritiker Alex Lyons, was eine manchmal abstoßende, aber grundlegend wirklich interessant zu lesende Perspektive ist. Dass mit Tätern auch sympathisiert wird, lässt sich ja nicht leugnen und so können wir beim Lesen wirklich gut in uns selbst hineinfühlen. Nach und nach sieht Sophie durch den Kontakt mit vielen betroffenen Frauen, denen Alex mit seinen herabwürdigenden Kritiken das Leben schwerer gemacht hat, ihren Kollegen auch mit anderen Augen, stellt sich meinem Empfinden nach aber nie klar auf eine Seite.
Das kann mensch nun mögen oder nicht, ich fand es in Ordnung. Grundsätzlich habe ich feministische Protas, die sich solidarisch an die Seite der Betroffenen stellen, schon lieber. Aber eine diesbezüglich weniger klar abgegrenzte Hauptfigur finde ich literarisch im positiven Sinne herausfordernd. Ebenso positiv fand ich die Entwicklung Sophies, die als Alex’ Nachfolgerin im weiteren Verlauf der Handlung selbst in einen beruflichen Zwiespalt gerät. Ob sie ihre Macht dabei missbraucht, muss wohl jede*r selbst für sich einordnen.
Ich mochte also generell das Feld rund um Kritiker*innen. Ich stehe denen selbst nämlich auch eher kritisch gegenüber, weil ihre Macht teils immens ist und sie als eine Art objektive Institution angesehen werden, die ja durchaus über den Fortbestand einer Karriere entscheiden kann. Und all das, obwohl doch IMMER ein gewisses Maß an Subjektivität und vielleicht sogar Voreingenommenheit besteht.
Doch trotz aller positiven Aspekte, bin ich vom Verlauf der Geschichte etwas ernüchtert. Die erste betroffene Frau startet total stark und geht in den öffentlichen, lauten Widerstand. Zu lesen, dass so etwas wirken kann, fand ich sehr ermutigend. Dabei lässt Runcie ihren Leser*innen aber immer auch Raum, um sich selbst eine Meinung über diesen präzisen Fall der sogenannten Cancel Culture zu bilden.
Im letzten Drittel verlor die Handlung für mich jedoch zunehmend an Fokus und ich habe irgendwann kein Gefühl mehr dafür gehabt, was der Roman denn nun konkret aussagen will. Auch die Beziehung zwischen Alex und Sophie sowie das Ende waren mir zu unpassend, weil sie vom Kern des Themas ablenken.
Ich vergebe dennoch wohlmeinende 4 Sterne, weil mir das Thema so gut gefallen hat und es für mich auch innovativ war. Die Autorin hätte für meinen Geschmack aber durchaus noch einen Ticken schärfer sein dürfen und zumindest am Ende auch klarer. Ich weiß nicht, ob die Aussage des Romans ohne eine gewisse feministische und machtkritische Vorbildung so richtig ankommt.










