Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nil_liest:
Unser Haus mit Rutsche von Safia Al Bagdadi
Chanel Nº5 und Tigris-Träumen
Es gibt Familien, die wirken wie ein Roman – und dann gibt es Familien, die so schillernd sind, dass selbst ein Roman kaum mit ihnen mithalten kann. Genau so eine Familie steht im Zentrum von Unser Haus mit Rutsche von Safia Al Bagdadi.
Layla wächst in Saarbrücken zwischen zwei Welten auf: Ihr Vater, ein irakischer Visionär mit unerschöpflichem Charme und ständig neuen – meist grandios scheiternden – Geschäftsideen, verspricht seiner Familie eine Zukunft voller Glanz.
Vielleicht ein Umzug nach New York. Vielleicht ein Haus mit Rutsche direkt in den Tigris. Vielleicht alles auf einmal. Ihre französische Mutter dagegen stammt aus einer vornehmen bürgerlichen Familie, rebelliert gegen deren Konventionen – und bleibt ihnen doch auf elegante Weise verbunden. Zwischen diesen beiden Polen erlebt Layla eine Kindheit, die gleichermaßen chaotisch, fantasievoll und wunderbar leicht wirkt.
Besonders stark ist der Roman dort, wo er diese frühen Jahre einfängt. Die Erinnerungen an Wohnzimmerabenteuer, an absurde Familienmomente oder an festliche, zugleich spannungsgeladene Besuche bei den Großeltern sind voller Wärme, Humor und genauer Beobachtung. Man spürt beim Lesen, wie diese Kindheit zugleich magisch und brüchig ist.
Doch der Ton verändert sich, als Anfang der 1990er-Jahre der Golfkrieg ausbricht. Die politischen Ereignisse greifen plötzlich direkt in das Leben der Familie ein. Der Vater, zuvor Mittelpunkt und Träumer, verliert zunehmend Halt. Aus großen Visionen werden unerfüllte Versprechen, aus dem schillernden Liebespaar der Eltern ein konfliktreiches Gespann. Für Layla bedeutet das nicht nur den Verlust von Sicherheit, sondern auch den Beginn einer langen Suche nach sich selbst.
Erzählerisch gelingt Safia Al Bagdadi etwas Besonderes: Ihr Stil wirkt leicht, fast verspielt, während er gleichzeitig sehr präzise von Melancholie, Identitätsfragen und familiären Spannungen erzählt. Die Sprache fließt mühelos, voller feiner Ironie und lebendiger Dialoge. Man liest schnell, weil alles so selbstverständlich wirkt – und merkt erst im Nachhinein, wie viele komplexe Themen hier berührt werden: Migration, Zugehörigkeit, familiäre Rollenbilder und die Frage, wo man eigentlich zuhause ist.
Auch die Figuren bleiben im Gedächtnis. Der Vater als charismatischer Träumer, der an seinen eigenen Versprechen scheitert. Die Mutter, stark und kontrolliert, aber ebenfalls voller innerer Widersprüche. Und Layla selbst, die als Erwachsene mit Selbstzweifeln, Melancholie und dem Gefühl kämpft, nie wirklich angekommen zu sein. Besonders interessant ist dabei der Blick zurück aus der Perspektive der erwachsenen Layla, die in Therapiesitzungen versucht zu verstehen, wie sehr ihre Kindheit sie geprägt hat.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für mich das Ende, das relativ knapp ausfällt. Nach all den emotionalen Entwicklungen hätte ich mir gewünscht, noch etwas länger in dieser Geschichte zu verweilen und die offenen Fäden ausführlicher nachklingen zu lassen.
Trotzdem bleibt Unser Haus mit Rutsche ein eindrucksvoller, kluger und oft überraschend humorvoller Roman über eine Kindheit zwischen Kulturen, über große Versprechen und über die Frage, wie sehr unsere Familiengeschichten uns ein Leben lang begleiten.
Rezensionen von Goejos:
39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen
Probleme
Hannah Krause-Bendix, Schriftstellerin, ist mit ihrem versprochenen Buch im Rückstand, das heißt, sie hat noch gar nicht angefangen damit. Außerdem hat sie Liebesprobleme. Eine verheiratete Frau mit zwei Kindern, das ist etwas problematisch. Ihr Lektor schickt sie daher kurzentschlossen nach Sizilien in ein wunderschönes Haus.
Hier soll sie die Ideen für ihr neues Buch finden. Aber sie findet ganz was Anderes. Eines Morgens liegt im Haus einer neuen Bekanntschaft die Hausherrin tot am Boden und der Hausherr ist verschwunden. Und nun beginnen die echten Probleme. Die Polizei hält sie und den verschwundenen Mann für die Tatverdächtigen. Hannah wert sich mit allen Mitteln. Sie versucht ihre Unschuld zu beweisen, verstrickt sich aber immer mehr in den Fall. Außerdem weckt sie unbekannte Gegner, sodass auch ihr Leben in Gefahr gerät. Dann taucht auch noch ein "befreundeter" Schriftsteller auf, welcher sich als der Hauseigentümer ausgibt. Zusammen steuern sie auf ein mehr als gefährliches Finale zu. Abwechslungsreicher und genial geschriebenes Stück. Flüssig zu lesen, Spannung wird bis zum Ende hochgehalten. Nur zu empfehlen.
Rezensionen von goejos:
39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen
Probleme
Hannah Krause-Bendix, Schriftstellerin, ist mit ihrem versprochenen Buch im Rückstand, das heißt, sie hat noch gar nicht angefangen damit. Außerdem hat sie Liebesprobleme. Eine verheiratete Frau mit zwei Kindern, das ist etwas problematisch. Ihr Lektor schickt sie daher kurzentschlossen nach Sizilien in ein wunderschönes Haus.
Hier soll sie die Ideen für ihr neues Buch finden. Aber sie findet ganz was Anderes. Eines Morgens liegt im Haus einer neuen Bekanntschaft die Hausherrin tot am Boden und der Hausherr ist verschwunden. Und nun beginnen die echten Probleme. Die Polizei hält sie und den verschwundenen Mann für die Tatverdächtigen. Hannah wert sich mit allen Mitteln. Sie versucht ihre Unschuld zu beweisen, verstrickt sich aber immer mehr in den Fall. Außerdem weckt sie unbekannte Gegner, sodass auch ihr Leben in Gefahr gerät. Dann taucht auch noch ein "befreundeter" Schriftsteller auf, welcher sich als der Hauseigentümer ausgibt. Zusammen steuern sie auf ein mehr als gefährliches Finale zu. Abwechslungsreicher und genial geschriebenes Stück. Flüssig zu lesen, Spannung wird bis zum Ende hochgehalten. Nur zu empfehlen.
Rezensionen von Goejos:
39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen
Probleme
Hannah Krause-Bendix, Schriftstellerin, ist mit ihrem versprochenen Buch im Rückstand, das heißt, sie hat noch gar nicht angefangen damit. Außerdem hat sie Liebesprobleme. Eine verheiratete Frau mit zwei Kindern, das ist etwas problematisch. Ihr Lektor schickt sie daher kurzentschlossen nach Sizilien in ein wunderschönes Haus.
Hier soll sie die Ideen für ihr neues Buch finden. Aber sie findet ganz was Anderes. Eines Morgens liegt im Haus einer neuen Bekanntschaft die Hausherrin tot am Boden und der Hausherr ist verschwunden. Und nun beginnen die echten Probleme. Die Polizei hält sie und den verschwundenen Mann für die Tatverdächtigen. Hannah wert sich mit allen Mitteln. Sie versucht ihre Unschuld zu beweisen, verstrickt sich aber immer mehr in den Fall. Außerdem weckt sie unbekannte Gegner, sodass auch ihr Leben in Gefahr gerät. Dann taucht auch noch ein "befreundeter" Schriftsteller auf, welcher sich als der Hauseigentümer ausgibt. Zusammen steuern sie auf ein mehr als gefährliches Finale zu. Abwechslungsreicher und genial geschriebenes Stück. Flüssig zu lesen, Spannung wird bis zum Ende hochgehalten. Nur zu empfehlen.
Rezensionen von nuean:
Cooking for Family von Julia Lanzke
Schnelle, leckere Rezepte für die Familie
Ich liebe Kochbücher und gerade schnelle Rezepte, die man in der Woche zwischen Arbeit und Haushalt mal schnell zubereiten kann. Ich kannte den „mamiblock“ noch nicht, aber fand die Eindrücke der Leseprobe schon sehr spannend.
Das Buch wirkt von weitem nicht unbedingt wie ein Kochbuch, aber es springt aufgrund seiner grellen Farben sofort ins Auge.
In der Einleitung stellt sich die Autorin kurz vor und ich hatte sofort ein Sympathiegefühl. Danach folgen ein paar Safety Tipps und Kinder -Küchen-Tricks, die ich wirklich genial finde, nicht unbedingt nur für Kinder. Danach folgen Beispiele für einen Wochenplan, was den Kochstreß etwas reduziert und tolle Tipps zur Restverwertung. Auch Tipps für Meal Prep ohne, dass es langweilig wird findet man in der Einleitung, sowie Tipps für den Vorratsschrank.
Danach folgt der Rezeptteil unterteilt in Frühstück, Hauptgerichte, kleinen Hunger zwischendurch und Desserts. Nach jedem Rezeptteil folgen noch Lifehacks.
Ich bin sehr begeistert von diesem Buch. Ich liebe die Lifehacks. Die Rezeptbilder sehen so lecker und ansprechend aus, dass man sofort loslegen möchte. Es gibt tolle, schnelle und abwechslungsreiche Rezepte, da sollte für jeden etwas dabei sein. Aber für Kinder ist es wirklich genial, sowohl zum Helfen als dann auch zum Essen.
Ich finde das Buch wirklich sehr durchdacht und liebe gerade den Teil „Für Tage ohne Nerven“. Ich fühle mich angesprochen, abgeholt und freue mich darauf alles auszuprobieren.
Fazit: Ein sehr gelungenes Familienkochbuch, für die schnelle leckere Mahlzeit in der Woche.
Rezensionen von FogandBooks:
Open Hearts von Roxy Dunn
Zwischen Freiheit und Verlorensein
Manchmal beginnt eine Geschichte genau dort, wo das Leben gerade auseinanderfällt. Misty steht plötzlich wieder am Anfang. Nach der Trennung landet sie zurück in ihrem alten Kinderzimmer und fühlt sich, als wäre sie im Leben ihrer eigenen Generation einen Schritt zu spät. Genau in dieser Phase begegnet sie Christopher und damit auch einer Beziehungsform, die so gar nicht zu ihren ursprünglichen Vorstellungen passt.
Was diesen Roman spannend macht, ist weniger eine klassische Liebesgeschichte als vielmehr die Frage, wie unterschiedlich Menschen Beziehungen definieren. Die offene Partnerschaft wird hier weder romantisiert noch verurteilt. Stattdessen entsteht ein Blick auf verschiedene Lebensentwürfe und darauf, wie kompliziert Nähe sein kann, wenn Erwartungen nicht zusammenpassen. Christopher wirkt dabei oft sehr kontrolliert und rational, während Misty deutlich suchender durch die Geschichte geht. Gerade diese Dynamik sorgt immer wieder für Reibung und lässt viele Gespräche etwas unausgeglichen erscheinen.
Mit Misty hatte ich persönlich ein eher wechselhaftes Verhältnis. Anfangs wirkt sie nahbar und humorvoll, doch im Verlauf der Geschichte trifft sie Entscheidungen, die ich nicht immer nachvollziehen konnte. Gleichzeitig steckt genau darin vielleicht auch der Kern des Buches. Es geht weniger darum, perfekte Figuren zu zeigen, sondern Menschen, die sich ausprobieren, scheitern und erst langsam verstehen, was sie eigentlich wollen. Manche Handlungsstränge wirkten für mich etwas unfertig und kleinere Ungereimtheiten haben meinen Lesefluss gelegentlich gestört.
Trotzdem bleibt etwas von dieser Geschichte hängen. Nicht unbedingt wegen großer romantischer Momente, sondern wegen der Fragen, die sie aufwirft. Wie viel Freiheit verträgt Liebe und wie leicht verliert man sich selbst, wenn man versucht in ein Leben zu passen, das eigentlich nicht zu einem gehört.
Rezensionen von Petra Sch.:
Mumien morden mittwochs nie von Tatjana Kruse
mittwochs-mordende Mumien
Polly (Dr. Apollonia Obermoser) scheint einen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht zu haben, als sie bei der Ausstellungseröffnung im Museum die Artefakte aus der siebenten Dynastie um Pharao Teti III. präsentieren darf.
Doch dann stirbt einer nach dem anderen, die Ausgänge sind verschlossen - gibt es den Fluch der Mumie tatsächlich, so wie Daphne, die Tochter der Museumsinhaberin, fest davon überzeugt ist?
Die Story ist, wie man es von Tatjana Kruse kennt, humorvoll-unterhaltsam.
Nicht umsonst nennt sie ihr Genre "Krimödie".
Sowohl die Figuren, als auch die Handlung, sind oftmals sehr überzogen, aber genau das macht den Charme aus.
Manche Personen handeln so unlogisch, dass man Pollys Verzweiflung auch richtig spüren kann - vor allem im Umgang mit der naiv-dümmlichen, millionenschweren Daphne (über deren feste Überzeugung, dass eine Mumie mordend durchs Museum schleicht, man nur den Kopf schütteln kann).
Doch nichts und niemand ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Daphne hat mich wirklich überrascht!
Man fiebert mit Polly mit, als das Museum versperrt ist und kein Kontakt zur Außenwelt möglich ist. Und dann noch die übernatürlichen Phänomene, wo man manchmal wirklich denkt: hat Daphne Recht? Gibt es den Fluch des Pharaos tatsächlich?
Man kann bei diesem Museums-Locked-Room-Krimi sehr gut miträtseln und es macht großen Spaß!
Fazit:
Eine manchmal überzogene, doch humorige, gruselig-mystische und wundervoll unterhaltsame Krimödie mit skurrilen Figuren und einer taffen Protagonistin, mit der man einfach mitfiebern muss - und einer Mumie!
Rezensionen von LeserinLu :
Das Ende vom Lied von Michael Wildenhain
Zu konstruiert
Der Roman „Das Ende vom Lied“ spielt im West-Berlin Ende der 60er Jahre, nicht bei den bekannten Bildern der Studentenbewegung, sondern bei den einfachen Jugendlichen auf der Straße. Im Mittelpunkt steht ein Junge, der mit seinen Eltern in die Belziger Straße zieht – in eine Welt, die von den Traumata des Krieges, von sozialer Härte und von der Gewalt der Straße geprägt ist.
Während der Vater mit einer Prothese aus dem Krieg zurückgekehrt ist und die Mutter ihre eigenen Traumata aus Gewalterfahrungen mit sich trägt, muss der Erzähler früh lernen, sich allein zurechtzufinden. Besonders wichtig wird die Nähe zu Körschi, dem Anführer einer Jugendgruppe und erfolgreichen Boxer. Gleichzeitig verliebt sich der Erzähler in dessen Freundin Alina.
Der Roman möchte ein Bild einer Gesellschaft zeichnen, in der persönliche Traumata und politische Spannungen ineinandergreifen. Aus meiner Sicht gelingt dies jedoch leider nicht. Einige Passagen waren zwar sehr zugänglich und atmosphärisch, doch andere Kapitel fand ich deutlich anstrengender. Der Stil orientiert sich einerseits stark an der Wahrnehmung des jugendlichen Erzählers: sprunghaft, verträumt, oft abschweifend. Andererseits ist der Text sprachlich recht anspruchsvoll, es gibt immer wieder unerklärte Zeitsprünge und oft kleine Gedichte als Kommentare des Geschehens. Dadurch wirkt der Text stellenweise verworren, und es bleiben lange Zeit viele Fragen offen. Auch die kursiven Kapitel und Perspektivwechsel rund um einen Spionagehandlungsstrang waren für mich schwer einzuordnen. Gegen Ende wird deutlicher, auf welche politischen Hintergründe anspielt. Diese historische Dimension fand ich sehr spannend. Ohne entsprechendes Vorwissen hätte ich viele Hinweise allerdings kaum verstanden. Die Abschnitte rund um die Gewalt unter Jugendlichen empfand ich dagegen als langatmig und teilweise einfach als schwer auszuhalten.
So bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck. „Das Ende vom Lied“ greift interessante historische und gesellschaftliche Themen auf und enthält einige interessante Episoden. Gleichzeitig wirkt der Stil stellenweise sehr konstruiert, so, als ob vor allem für das Feuilleton geschrieben worden wäre.
Rezensionen von milky:
You and Me - Die zweite erste Liebe von Josie Lloyd; Emlyn Rees
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Der Roman "You and Me, Die zweite erste Liebe" handelt vom Ehepaar Adam und Jules. Beide fühlen sich im Alltagstrott gefangen und fühlen sich nicht mehr verbunden. Nach einem Streit entdeckt Adam durch Zufall eine Möglichkeit, mittels deren alten Mixtapes in die Vergangenheit zu reisen.
Einerseits ist die Geschichte an sich in meinen Augen leider nicht spannend und unterscheidet sich im Grunde von anderen Romanen oder Filmen über das Thema Zeitreise kaum.
Deshalb gibt es wenige unerwartete Wendungen und auch das Ende war für mich wenig überraschend.
Andererseits hat es mir trotzdem viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen, da mir der Schreibstil gut gefallen hat. Ich konnte das Buch jederzeit flüssig lesen und es wurde nie langweilig dabei. Dass jedes Kapitel abwechselnd aus Sicht von Jules und Adam erzählt wurde, hat mir gut gefallen und hat das Ganze aufgelockert.
Fazit: Wer eine Ablenkung sucht und gut unterhalten werden möchte, ist hier genau richtig. Wer allerdings eine spannende und unerwartete Geschichte sucht, sollte dieses Buch lieber nicht lesen.
Rezensionen von FogandBooks:
Limerence von H. C. Dolores
Zwischen Dunkelheit und Unentschlossenheit
Optisch ist Limerence ein absolutes Highlight. Das florale Cover mit dem Schädel als Kontrast wirkt zart und ästhetisch, der Farbschnitt ist wunderschön gestaltet und insgesamt ist es eines dieser Bücher, das sofort ins Auge fällt. Gerade deshalb erwartet man inhaltlich vielleicht etwas ebenso Intensives wie das Äußere verspricht.
Die Geschichte setzt auf eine direkte, ungefilterte Erzählweise und eine unterschwellige Spannung, die sich eher aus der Figurenkonstellation als aus äußeren Ereignissen speist. Man ist sehr nah an der Protagonistin und erlebt ihre Gedanken unmittelbar mit, was für Nähe sorgt, stellenweise aber auch kantig wirkt.
Besonders im Zusammenspiel mit der männlichen Hauptfigur entsteht eine Dynamik, die deutlich im moralischen Graubereich angesiedelt ist. Für mich blieb jedoch ein durchgehendes Gefühl der Irritation zurück, allerdings nicht im Sinne von mutig oder verstörend, sondern eher in der Frage, was dieses Buch eigentlich sein möchte. Es scheint Dark Romance verkörpern zu wollen, bleibt für mein Empfinden jedoch deutlich hinter dem zurück, was ich aus diesem Genre kenne. Die Intensität, die emotionale Tiefe und die konsequente Dunkelheit, die Dark Romance normalerweise auszeichnen, werden hier eher angedeutet als wirklich ausgeschöpft.
Auch die Beziehung zwischen den Hauptfiguren fühlt sich weniger wie eine gewachsene Liebesgeschichte an, sondern eher wie eine Konstellation aus Macht, Kontrolle und emotionaler Unklarheit. Manche Entwicklungen erscheinen sehr dicht aufeinanderfolgend, ohne dass sie für mich psychologisch vollständig ausgearbeitet wirken, wodurch stellenweise ein fast unwirklicher Eindruck entsteht, der mich eher ratlos als gefesselt zurückgelassen hat. Am Ende bleibt kein starkes Nachhallen, sondern eher ein seltsamer Zwischenton. Limerence ist für mich kein klassischer Dark-Romance-Titel, aber auch kein klares Beziehungsdrama, sondern bewegt sich irgendwo dazwischen und bleibt dadurch schwer greifbar. Wer eine wirklich intensive, kompromisslose Dark Romance erwartet, wird hier vermutlich nicht vollständig auf seine Kosten kommen.









