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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lesender:

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Im Schatten unserer Birken von Oliver Ohmann

Berliner Familiengeschichte

Was für ein spannendes und informatives Buch!

Die Lebenswege einer ganz normalen Familie, über sechs Generationen hinweg , verwoben mit dem Schicksal einer Stadt. Das hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht. Kommt noch dazu, dass es in Berlin spielt.

Oliver Ohmann entführt uns nicht nur in das Leben seiner Familie, seiner Vorfahren, er nimmt uns auch mit in die Geschichte einer Stadt, die so vielfältig ist, so viel zu erzählen hat.

Zweihundert Jahre, von 1892, über die Kaiserzeit, beide Weltkriege, geteilte Stadt, Wiedervereinigung bis in die Gegenwart. Mir gefällt besonders, dass es kein Roman ist, eher ein bisschen wie eine Reportage, eine Dokumentation.

Die schwarz-weiß Fotos der Personen spiegeln den Zeitgeist wider und die Dokumente und Briefe, zum Teil in altdeutscher Schrift, sind sehr informativ.

Lebendiger Geschichtsunterricht, unterhaltsam und auch aufregend auf eine Art. Zeitgeschichte zum Eintauchen, Politik, Gesellschaft, Stadtgeschichte... ein Buch für alle Berliner, da werden Erinnerungen wach.

Wer Familienbiografien, historische Berichte, Aufzeichnungen oder Stadtgeschichten mag, der ist hier genau richtig. Dieses Buch hat viel zu bieten und ich empfehle es sehr gerne weiter!!!

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Im Schatten unserer Birken

Rezensionen von Carolin:

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Im Bann des Erlkönigs von Mina Roth

Nicht überzeugend

Die Geschichte startet spannend, indem man mitten ins Geschehen hinein geworfen wird. Normalerweise mag ich solche Anfänge, weil sie einen neugierig auf die weitere Handlung machen, aber hier war dies für mich fast schon überfordert. Zu Beginn werden viele Begrifflichkeiten genutzt, die nicht hinreichend erklärt werden.

Der Anfang wird dadurch zäh und man muss sich etwas durchkämpfen. Ein paar mehr Erklärungen oder ein Glossar hätten diesbezüglich gut getan. Die Hauptfiguren Zora, Kilian und Silas waren für mich nachvollziehbar, da diese Charaktere Tiefe entwickeln konnten. Leider kann man dies über übrige Charaktere nicht in gleichem Maße behaupten. Sie blieben oberflächlich und die Geschichte insgesamt dadurch meiner Einschätzung nach unter ihren Möglichkeiten. Die Geschichte hat durchaus Potential, aber Band 1 weist Schwächen auf, die mir den Lesespaß erschwert haben.

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Im Bann des Erlkönigs

Rezensionen von Sassy:

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Unshame von Louisa Dellert

Jede Falte in meinem Gesicht ist ein Mittelfinger ans Patriarchat

Das Cover finde ich einfach genial. Endlich ein weiblicher Körper, wie er wirklich aussieht und wunderschön ist.
Die Stimme der Sprecherin ist sehr angenehm und ich hätte ihr Ewigkeiten zuhören können.
Hier wird Klartext gesprochen. Die Autorin ist unglaublich ehrlich und selbstreflektiert. Als ehemalige Fitnessinfluencerin kennt die sich aus mit Schönheitstrends, social Media und benennt ihre eigene Schuld in diesem ungesunden Spiel ganz klar.

Es geht um verzerrte Schönheitsideale, die natürlich von Männern festgelegt werden. Und dieses Schönheitsideale sind nicht mal gemeingültig oder zeitbeständig. Sie haben nur das einzige Ziel, Frauen klein und unsicher zu halten.
Außerdem ist die Kosmetikindustrie immer daran interessiert, Unsicherheiten von Frauen zu schürren und so Milliarden Umsätze zu machen.
Das ist schon lange genau mein Thema. Frauen werden von Anfang an darauf trainiert, schön zu sein und zu gefallen. So kommt es, dass selbst Frauen sich immer durch Männeraugen beurteilen, sich ständig vergleichen und zueinander in Konkurrenz treten. Ich unterwerfen mich seit der Geburt meines Sohnes überhaupt nicht mehr diesem Diktat und ich muss sagen, dass mir das überwiegend sehr gut tut. Seit ich auch eine Tochter habe, ist das Thema nochmal mehr in meinen Fokus gekommen. Ich hoffe, ich schaffe es, meine Tochter frei von diesen Rollenbildern aufwachsen zu lassen. Wenn ich mir Kleidung und Spielsachen anschaue, ist das tatsächlich ziemlich schwer. Aber möglich, solange sie noch nicht in der Kita gehen. Spätestens dann werden sie von der Gemeinschaft schön in die richtige Schublade gestopft. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, obwohl wir schon viele Schritte in die richtige Richtung gegangen sind. Kinder sind so unglaublich empfänglich für das, was wir ihnen vorleben. Wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen und vor allem unsere Sprache hinterfragen.
Besonders gut fand ich die Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels und die Tipps für weitere Lektüre, Podcast uns social Media Kanäle.
Ein Aufforderung an alle Frauen endlich wertschätzend mit ihrem Körper und solidarische miteinander umzugehen. Ein unglaublich starkes und wertvolles Buch. Berührend, traurig auf der einen Seite, aber auch stärkend und mutmachend auf der anderen Seite.
Ein absolutes Must read für wirklich jede Frau

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Unshame

Rezensionen von skiaddict7:

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Die Mitternachtsreise von Matt Haig

Sehr spannende Idee

Wilbur Budd stirbt kurz vor Mitternacht. Er erinnert sich nicht mehr allzu genau daran, was davor passiert ist. Plötzlich wird er von einem Zug abgeholt. Der Mitternachtszug. Dieser bringt Menschen nach dem Tod an verschiedene, wichtige Stationen ihres Lebens, um diese noch einmal zu erleben. Bei Wilbur sind das ganz schön viele Stationen.

Begonnen als Säugling, der Vater im Krieg gefallen, die Mutter schlägt sich so durch mit ihm und seinem grösseren Bruder. So geht es weiter, Wilbur wächst auf, geht gern zur Schule, möchte nach Oxford gehen. Zudem entdeckt er seine Liebe zu den Büchern. Und irgendwann auch zu Maggie, seiner grossen Liebe...

Ich fand die Idee hinter dem Buch sehr spannend. Allerdings ist mir die Geschichte teils zu stereotypisch und die Charaktere zum Teil etwas flach. Ich habe trotzdem gerne zugehört und Wilbur auf seiner Reise begleitet. Vermutlich hätte es mir im englischen Original etwas besser gefallen.

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Die Mitternachtsreise

Rezensionen von skiaddict7:

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Die Mitternachtsreise von Matt Haig

Sehr spannende Idee

Wilbur Budd stirbt kurz vor Mitternacht. Er erinnert sich nicht mehr allzu genau daran, was davor passiert ist. Plötzlich wird er von einem Zug abgeholt. Der Mitternachtszug. Dieser bringt Menschen nach dem Tod an verschiedene, wichtige Stationen ihres Lebens, um diese noch einmal zu erleben. Bei Wilbur sind das ganz schön viele Stationen.

Begonnen als Säugling, der Vater im Krieg gefallen, die Mutter schlägt sich so durch mit ihm und seinem grösseren Bruder. So geht es weiter, Wilbur wächst auf, geht gern zur Schule, möchte nach Oxford gehen. Zudem entdeckt er seine Liebe zu den Büchern. Und irgendwann auch zu Maggie, seiner grossen Liebe...

Ich fand die Idee hinter dem Buch sehr spannend. Allerdings ist mir die Geschichte teils zu stereotypisch und die Charaktere zum Teil etwas flach. Ich habe trotzdem gerne zugehört und Wilbur auf seiner Reise begleitet. Vermutlich hätte es mir im englischen Original etwas besser gefallen.

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Die Mitternachtsreise

Rezensionen von skiaddict7:

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Unshame von Louisa Dellert

Ein wichtiges Buch



"Unshame" von Louisa Dellert ist eins von mehreren aktuellen Büchern zu einem ähnlichen Thema. Louisa erzählt dabei sehr ehrlich von ihrer Kindheit und Jugend, Gedanken, nie genug zu sein, und dem Beginn als Influencerin, wie sie immer weniger gegessen und mehr Sport gemacht hat. Hier werden auch patriarchale Strukturen reflektiert und analysiert.

Ich finde das Thema sehr interessant und auch wichtig. Dennoch wurden mir manche Themen nur etwas zu oberflächlich angesprochen, manches war für mich sowieso klar und daher nichts neues. Manche Meinungen konnte ich nicht teilen. Als Beispiel die Aussage, dass es keine anti aging Produkte gibt, die wirken, zeigt, dass die Autorin hier keinen Überblick hat, was als Laie aber auch schwierig ist. Hier sollte man vielleicht mehr die influencer und beauty Industrie kritisieren als pauschal zu sagen, dass es keine wirksamen Inhaltsstoffe gibt.

Wer sich schon viel mit dem Thema beschäftigt hat wird hier eventuell nicht allzu viel neues entdecken. Ich würde sagen, es lohnt sich trotzdem! Dieses Buch sollte idealerweise jede Frau und nach Möglichkeit jeder Mann lesen - wie auch andere Bücher zum Thema. Lest "Unshame" und verinnerlicht es. Danke, Louisa, für diesen wichtigen Titel.

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Unshame

Rezensionen von skiaddict7:

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Unshame von Louisa Dellert

Ein wichtiges Buch



"Unshame" von Louisa Dellert ist eins von mehreren aktuellen Büchern zu einem ähnlichen Thema. Louisa erzählt dabei sehr ehrlich von ihrer Kindheit und Jugend, Gedanken, nie genug zu sein, und dem Beginn als Influencerin, wie sie immer weniger gegessen und mehr Sport gemacht hat. Hier werden auch patriarchale Strukturen reflektiert und analysiert.

Ich finde das Thema sehr interessant und auch wichtig. Dennoch wurden mir manche Themen nur etwas zu oberflächlich angesprochen, manches war für mich sowieso klar und daher nichts neues. Manche Meinungen konnte ich nicht teilen. Als Beispiel die Aussage, dass es keine anti aging Produkte gibt, die wirken, zeigt, dass die Autorin hier keinen Überblick hat, was als Laie aber auch schwierig ist. Hier sollte man vielleicht mehr die influencer und beauty Industrie kritisieren als pauschal zu sagen, dass es keine wirksamen Inhaltsstoffe gibt.

Wer sich schon viel mit dem Thema beschäftigt hat wird hier eventuell nicht allzu viel neues entdecken. Ich würde sagen, es lohnt sich trotzdem! Dieses Buch sollte idealerweise jede Frau und nach Möglichkeit jeder Mann lesen - wie auch andere Bücher zum Thema. Lest "Unshame" und verinnerlicht es. Danke, Louisa, für diesen wichtigen Titel.

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Unshame

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Ein Königreich für eine Schnecke von Maria Reva

Genreübergreifendes Meisterwerk zu Krieg, Schnecken, Heiratsindustrie und Autorinnensein

Die ukrainische-kanadische Autorin war gerade dabei, ein Buch über den Heiratstourismus hoffnungsvoller Junggesellen aus westlichen Ländern in die Ukraine zu schreiben, als im Februar 2022, nach einigen Vorboten im Jahrzehnt davor und dennoch unerwartet und schockierend, Russland die Ukraine überfiel und in einen seitdem bestehenden Krieg verwickelte.

Was macht man als Autorin in so einem Fall?
Einfach weiterschreiben, als ob nichts geschehen wäre? Unmöglich!
Das bestehende Romanvorhaben aufgeben? Das wäre doch schade gewesen.

Stattdessen ist der begabten und für die Longlist des Man Booker Prize 2025 nominierten Autorin ein ganz besonderes Kunststück gelungen: ihr bestehendes Romanfragment um die in die Gegenwart einbrechenden Ereignisse zu erweitern und daraus ein überzeugendes, genial konstruiertes, genreübergreifendes Meisterwerk aus beklemmender, tiefschwarzer Gesellschaftssatire mit naturwissenschaftlichen Einsprengseln zum Artensterben am Beispiel der Schnecke, kombiniert mit der Vermittlung von Wissen über die aktuelle Situation der Ukraine und als Sahnehäubchen einer intensiven Selbstreflexion des Schaffensprozesses als Autorin, zu erschaffen, das literarisch auf hohem Niveau und gleichzeitig äußerst unterhaltsam und damit zugänglich geschrieben ist.

Mit diesem Werk hat die Autorin etwas ganz Neues geschaffen, das ich auf diese Art noch nicht gelesen habe und meine Perspektiven auf die Ukraine, aber auch auf Schnecken, den internationalen kommerziellen Heiratsmarkt und auf die Art, wie eine Autorin in Kontakt mit ihren Themen und mit sich selbst geht, in vielfacher Weise erweitert hat.

Was lesen wir, wenn wir dieses Buch lesen?

Zuerst einmal einen scheinbar "normalen", schwarzhumoristisch geschriebenen und detailliert betrachteten, unterhaltsamen ersten Teil über Männer aus westlich geprägten Ländern, die in ihren Heimatländern nicht viel Erfolg mit der Suche nach einer Partnerin hatten und denen die angeblich so perfekten ukrainischen Frauen von den jeweiligen Agenturen in den schillerndsten Tönen gezeichnet wurden:

„Sehen Sie her! schrien die Internetseiten. Bestaunen Sie das Phänomen der ukrainischen Frau! Gut gepflegt, mit den Beinen einer Antilope und den Augen einer Katze. Das Haar der ukrainischen Frau ist lang und ihr Körper ist schlank, aber sie hat einen Masterabschluss und beherrscht mehrere Musikinstrumente! Ein ehemaliger US-Präsident und Eigner des Miss-Universe-Wettbewerbs bestätigte, die Ukraine sei unter den Teilnehmerinnen stets gut vertreten.“ (S. 77)

Dabei werden die Junggesellen durchaus differenziert dargestellt und es gibt auch den einen oder anderen Sympathieträger unter ihnen, etwa Pascha, in Kanada lebend und selbst mit ukrainischen Wurzeln und auf der Suche nach der großen Liebe:

„Auf seinem Bildschirm lockten die Sirenen mit ihrem wallenden Haar und ihren meerblauen Augen. Natürlich war er nicht dumm. Er wusste, dass nicht alle Frauen in seinem Heimatland so aussahen. Aber was konnte es schon schaden, sich die Website anzusehen?“ (S. 139)

Vor allem aber lernen wir die Frauen kennen, die dort eine Rolle vorspielen, aber gar nicht diesem Klischee entsprechen und bei denen es sich um sehr intelligente, unabhängige und selbstbewusste Frauen handelt, die teilweise sehr mit sich kämpfen müssen, um sich zu verstellen:

„Das Problematische war ihr Gesicht. Nicht sein Aussehen an sich – mit dem richtigen Make-up hatte Nastja nie Schwierigkeiten, bei den Touren angenommen zu werden -, sondern wozu es in der Lage war. Obwohl sie sich intensiv mit dem warmherzigen Gemüt der ukrainischen Frau auseinandergesetzt hatte, das diese Junggesellen erwarteten, fiel es ihr schwer, diese Erwartungen zu erfüllen.“ (S. 69)

Eine davon ist Schneckenforscherin Jewa. Eigentlich asexuell und nicht wirklich interessiert an einer Beziehung, verdient sie sich mit den Hoffnungen der Junggesellen das Geld, das ihre naturwissenschaftliche Berufung nicht abwirft. In Wirklichkeit schlägt ihr Herz nur für ein Thema: möglichst viele Schneckenarten vor dem Aussterben zu bewahren. Wenn das letzte Exemplar einer Spezies stirbt, dann wird das wie folgt vermerkt: „Ein Zeitstempel. Genauer gesagt, ein Todeszeitstempel. Der Moment, in dem eine Art für immer verschwand.“ (S. 31)

Dieses "Buch im Buch" endet mitten im Buch abrupt. Mit Abschluss und Danksagung. So, wie der bisherige Alltag der Ukrainerinnen und Ukrainer im Februar 2022 für immer endete, plötzlich und schockierend.

Dann ist auf einmal alles anders, außer erst einmal die Realität der Junggesellen in deren Köpfen, denn da kommt es zu Täuschungen und Verwirrspielen, auf die sich die wohlstandsverwöhnten Männer, die nicht mit einem plötzlichen Krieg rechnen, nur allzu bereit einlassen und lieber an "den Weihnachtsmann", also einen landesweit stattfindenden Pyrotechnikwettbewerb glauben wollen, der die plötzlichen Explosionen erkläre, als an einen tatsächlichen Krieg, weil nicht sein kann, was nicht sein darf:

„Heute sei ein besonderer Tag, hatte die sanfte Frauenstimme den Junggesellen über die Lautsprecheranlage des Wohnmobils mitgeteilt. Jedes Jahr finde in der Ukraine ein landesweiter Pyrotechnik-Wettbewerb statt. Das hätten die Männer drei Stunden nach Beginn ihrer Reise zu hören bekommen – die Feuerwerker versuchten sich gegenseitig zu übertrumpfen; landauf, landab verlobten sich Liebende unter dem funkelnden Firmament. Was könnte romantischer sein?“ (S. 220)

Ab da entwickelt sich die Handlung rasant weiter, doch Details verrate ich natürlich keine, um nicht zu spoilern. Sehr gefallen haben mir aber auch die eingeschobenen kurzen Zwischenkapitel der Autorin zu ihrem Schreibprozess und zur Beantragung von Förderungen dafür in ihrem kanadischen Heimatland, die oft die Absurdität des Autorinnendaseins in Verbindung mit einem Land, in dem Krieg herrscht, so deutlich aufzeigen, hierzu noch eine Stelle:

„Schildern Sie im Detail, wie Sie durch die Einhaltung der Covid-19-Sicherheitsvorschriften sichere Arbeitsbedingungen für sich selbst und andere gewährleisten werden:

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ziehen sich die russischen Truppen aus Kyjiw zurück, um ihren Angriff auf die Donbass-Region im Osten zu konzentrieren, wodurch der Zugang zu Covid-19-Testkliniken, soweit es sie noch gibt, wieder möglich wird. (…) Sollte ich mich während eines Luftangriffs mit nicht meinem Haushalt angehörenden Personen zusammen in einem Schutzraum befinden, werde ich den angemessenen Abstand von anderhalb Metern einhalten und die Menschen in meiner Umgebung aktiv dabei unterstützen, dies ebenfalls zu tun; für ein wenig Aufklärung über öffentliche Gesundheit ist kein Moment unpassend.“ (S. 187/188)

Aus diesem Buch habe ich außergewöhnlich viel zitiert, weil es mir wichtig war, Interessierten einen Einblick in die Schreibweise und Themenvielfalt dieses ganz besonderen Werkes zu geben.

Insgesamt kann ich sagen, dass es definitiv eines meiner Jahreshighlights und ein ganz besonderes Buch war, das nicht nur mit seinen Themen, sondern mit der außergewöhnlichen Art und Weise, wie es sich diesen annähert, bei mir intellektuell und emotional noch lange nachhallen wird und das ich allen für neue Schreibweisen offen eingestellten Menschen, die sich für das aktuelle Weltgeschehen interessieren und gerne tolle Literatur dazu lesen, absolut empfehlen kann!

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Ein Königreich für eine Schnecke

Rezensionen von peedee:

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Edward von Stechowsky von Moritz Neumeier

Hab Träume!

Kennst Du Edward von Stechowsky? Er ist eine ganz besondere Mücke, denn er will einfach nicht einfach so stechen, wie seine Kolleginnen und Kollegen. Sie sagen, er sei verrückt. Dabei hat er doch einen Traum. Einen grossen Traum. Er will etwas ganz Grosses stechen! Per Zufall sieht er Werbung für einen Zoo und schmuggelt sich sogleich in ein Auto, das dorthin fährt.

Dort hat es viele Tiere: kleine, mittlere und ganz Grosse. Im Elefantenhaus soll sein Traum in Erfüllung gehen… Eine Geschichte in Reimform für Kinder ab 5 Jahren. Illustriert von Timo Zett.

Edward will also nicht stechen. Als Mücke! Gibt’s denn sowas? Ja, und das ist auch richtig so. Es muss nicht jeder das Gleiche machen oder gut finden. Wenn man Träume hat, soll man diese auch verfolgen. Es kann zwar nicht jeder Traum in Erfüllung gehen, aber der von Edward schon!

„Glaub mir, unter all den Mücken
haben viele sich empört.
Manche hinter seinem Rücken.
Manche so, dass er sie hört.“

Die Geschichte über Edward ist nicht sehr lange und die Texte halten sich auch in Grenzen – meines Erachtens passend für Kinder ab 5 Jahren. Das Büchlein ist liebevoll illustriert und zeigt u.a. den Alltag einer Mücke: sie muss also auch einkaufen, aufräumen, den Müll rausbringen. Die Illustrationen lassen viel Platz für eigene fantasievolle Erzählungen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Edward von Stechowsky

Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :

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Love Letter Agency von Janina Lorenz

Eigentlich zwei Liebesgeschichten

Ich hab an diesem Buch ziemlich lange für meine Verhältnisse gelesen, weil ich mich immer wieder dazu ermutigen musste, weiterzulesen und ich anfangs nicht so recht in diese Geschichte fand. Das wurde aber mit der Zeit besser und es wurde dann eine richtig nette Geschichte. Eigentlich sind es ja zwei Pärchen, die dereb Geschichte dann auch miteinander zusammenhängt und deren Dynamik untereinander auch bis zum Schluss eine Spannung aufbaut, was mir dann gut gefallen hat.

Einer der Pärchen hat einen Pdarrer als Prota, was dann mehr Raum einnahm, als ich erwartet habe und für mich dadurch auch kein Buch zum Abschalten wurde. Wer damit kein Abrollen hat und auch eine Liebesgeschichte abseits von ganz klassisch abgearbeiteten Tropes sucht, wird mit dieser Geschichte sicher gut unterhalten werden.

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Love Letter Agency