Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sheilo:
Willow-Falls-Reihe, Band 3 - Wait For Me in Willow Falls von Greta Milán
Eine emotionale Rückkehr nach Willow Falls
Owen, dessen Herz schon seit Jahren für Reese schlägt, hat ein Missverständnis nie aufgeklärt, welches ihm nun um die Ohren fliegt, als sein Bruder Hunter bei ihm auftaucht. Er denkt, Reese und Owen seien verlobt. Reese erklärt sich bereit, sich als Owens Verlobte auszugeben, obwohl sie seit der herunterreißenden Trennung von Vance überzeugte Single ist.
Nur vor einem hat sie Angst, dass auch sie von ihren Empfindungen für Owen überrollt werden könnte.
"Wait for me in Willow Falls" ist der dritte Band der idyllischen Kleinstadt-Reihe und ich selbst kehre gerne dahin zurück. Der Schreibstil von Greta Milán ist sehr mitreißend und es fiel mir wirklich schwer, dass Buch beim Lesen zur Seite zu legen. Die Charakter sind einfach so wundervoll und man wäre doch am liebsten selbst Teil der Gemeinschaft.
Reese hat seit des unerwarteten Endes ihrer Beziehung zu Vance hohe Schutzmauern um sich herum errichtet. Denn wenn sie keinen Mann an sich heran lässt, kann ihr auch niemand das Herz brechen - dachte sie. Nur eine gemeinsame Nacht mit Owen sorgt dafür, dass sie ihn unbedingt auf Abstand halten muss, weil es sich zu gut angefühlt hat. Sie stürzt sich in ihre Arbeit als Ärztin, welche sie sehr liebt. Doch ein ungewollter Einzug bei Owen bringt alles ins Wanken.
Owen ist ein wahrer Familienmensch, der alles für seine Liebsten tun würde. Und seine Familie würde er am liebsten um eine ganz bestimmte Frau erweitern.
Beim Lesen versprühen Reese und Owen ganz besondere Vibes, da man das Knistern zwischen ihnen ganz deutlich spürt. Ich mag es sehr, wie sie miteinander umgehen und sich gegenseitig unterstützen. Sowohl Reese als auch Owen sind für mich Protagonisten, bei denen nicht alles nach Drehbuch läuft und was es umso interessanter macht.
Natürlich habe ich mich auch riesig gefreut, dass die bekannte Willow Falls Clique wieder mit dabei war, da gerade sie diese Buchreihe zu etwas ganz besonderem machen. Die letzten Seiten des Buches sorgen bei mir jetzt schon für Vorfreude, denn es wird auch noch einen vierten Band der Reihe geben. Wer herbstliche Romance mit ein wenig Herzschmerz liebt, der sollte "Wait for me in Willow Falls" auf jeden Fall lesen. Ich finde, dass man diesen Band auch sehr gut unabhängig von den anderen Bänden lesen kann.
Rezensionen von brauneye29:
Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub
Hat mir sehr gut gefallen
Zum Inhalt:
Hier wird die Geschichte von Stolz und Vorurteil neu erzählt aus der Sicht der jüngsten Tochter, die besondere Fähigkeiten hat und nicht nur das, sie ist eigenwillig, ihre liebste Schwester ist eine Katze und sie selbst eine Hexe.
Meine Meinung:
Wer kennt es nicht, das Buch Stolz und Vorurteil von Jane Austin.
Aber das man aus einer eigentlich bekannten Geschichte etwas völlig neues macht, ist schon ein genialer Einfall. Im Wesentlichen geht es um die jüngste der Bennet-Schwestern, die besonders ist. Ihre liebste Schwester ist eigentlich eine Katze und keiner in der Familie merkt es. Ihr Liebhaber ist ein Dämon und sie selbst eine Hexe. Das Buch ist eine fabelhafte Neuinterpretation, die Witz hat, Intrigen bietet, aber auch Romantik. Aus der Sicht von Lydia erzählt bekommt man neue Einblicke sowohl in der Gegenwart, aber auch mit Rückblicken. Der Schreibstil war sehr gut, das Buch ist echt gelungen.
Fazit:
Hat mir sehr gut gefallen
Rezensionen von Michaela:
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Berührend und nachdenklich machend
In 'Und mittendrin der Birnbaum' begleiten wir Dora, die als betagte Frau in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Ein Ort, den sie vor vielen Jahren verlassen hat. Mit der Rückkehr kommen verdrängte Erinnerungen an längst vergangene Zeiten hoch – auch an sehr dunkle.
Ute Mank nimmt uns auf eine sehr berührende Art mit in dieses Erinnern.
Sie zeichnet bildhaft, wie Dora mit ihren Erinnerungen kämpft – den Guten und den Schlechten, und sich dabei auch selbst hinterfragt. Hätte sie anders handeln können und müssen. Dabei ist Pina, eine junge Erwachsene, ein gelungener Gegenpart zu Dora. Sie sucht unbelastet nach der Vergangenheit ihres Elternhauses und sticht damit teilweise unbewusst in alte Wunden.
Die kurzen Kapitel sind gut zu lesen und lassen einen tief in die Geschichte eintauchen. Man wird auf eine sanfte Art zur Auseinandersetzung mit dem Leben der Menschen in der Zeit der Judenverfolgung gestoßen. In Zeiten wie diesen ein sehr wichtiges Buch.
Rezensionen von Thorsten:
Schwestern. Trotz allem von Max Moor
Kindheitstrauma
Das Buch von Max Moor – Schwestern trotz allem – hat mich nach dem Lesen noch lange Zeit beschäftigt. Max Moor erzählt den Lebensweg dreier Mädchen ( Hansi, Rudi und Gerti ), die nach dem Tod der Mutter und dem Verschwinden des Vaters voneinander getrennt wurden. Zwei Mädchen kamen in ein Kinderheim, die Älteste wuchs bei ihren Großeltern auf.
Sie haben einander nie vergessen und Gerti hat als Andenken an ihre Kindheit drei Knöpfe von ihrer damaligen Jungmädchen Uniform aufbewahrt. Ein Knopf für jede Schwester. Die Lebenswege der Schwestern sind sehr unterschiedlich und keine hat das große Los getroffen. Jede Schwester versucht ihr Glück im Leben zu finden, vergisst dabei aber nie die eigene Herkunft und vor allem nicht ihre Schwestern. Max Moor schreibt sehr intensiv und detailliert. Manchmal fast schon ein bisschen zu ausführlich. Das Fazit des Romans : Wir werden ein Leben lang durch unsere Kindheit geprägt.
Rezensionen von peppi:
To Die For von Jedrzej Golecki
Die Welt der Giftpilze
Wenn man etwas über dieses Buch schreibt, muss man einfach mit der Gestaltung anfangen. Schon das auffällige Cover macht deutlich, dass es sich hier um weit mehr als ein gewöhnliches Pilzbuch handelt. Die hochwertige Aufmachung und die stimmige Bebilderung laden sofort zum Blättern ein .
Im Buch geht es um Giftpilze, es ist aber kein klassisches Pilzbestimmungbuch. Zu jedem vorgestellten Pilz gibt es einen ausführlichen Steckbrief. Besonder interessant ist hier auch die volkstümliche Bezeichnung in unterschiedlichen Sprachen, die auch jeweils in deutsch übersetzt ist. Dazu präsentiert der Autor zahlreiche Geschichten, die zeigen welche Rolle Giftpilze in verschiedenen Kulturen spielen und warum sie bis heute so eine starke Faszination ausüben. Das macht das Buch auch für Leser interessant, die Pilze an sich nicht so spannend finden.
Leseempfehlung!
Rezensionen von Martje:
Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel
In zwei Tagen durchgelesen
In dem Buch „Die Lüge in ihrem Gesicht“ von Anne Keßel geht es um eine Frau, deren Identität und Vergangenheit keiner kennt und keiner verstehen mag. Sie sitzt in einem Verhörraum der Hamburger Polizei. Sie soll einen Mann getötet haben, aus Notwehr?
Die Frau möchte sich zu diesen Ereignissen aber nicht äußern und schweigt beharrlich.
Deswegen wird die Expertin Marlene Niesen dazu gerufen. Diese ist die unschlagbare Expertin für Mikroexpressionen. Diese sieht Schuld und keine Unschuld in dem Gesicht der Frau, als sie versucht mit ihr zu reden. Doch das interessiert niemanden so richtig, da es ein Video gibt, was es als Notwehr zeigt.
Deswegen wird die Frau freigesprochen, obwohl sie einen Mann getötet haben soll, laut Marlene. Deswegen heftet Marlene sich an ihre Fersen, um die Wahrheit rauszufinden.
Doch was ist die Wahrheit? Und wenn es keine Notwehr war, wieso wurde dann der Mann getötet?
Ein sehr, sehr spannendes Buch, was mir sehr gut gefallen hat! Ich habe es in zwei Tagen verschlungen und konnte es nicht weglegen. Das Cover und der Schreibstil haben mich sofort angesprochen.
Rezensionen von Dragon:
Lucy Hell von Britta Sabbag
Girl-Power aus der Hölle
Dieses Buch hat mich tatsächlich schon beim ersten Blick auf das Cover überzeugt. Die Illustrationen von Sarah Friede sind einfach ein echter Hingucker: frech, modern und cool und genau passend zu Lucy, die alles andere als ein braves kleines Mädchen ist. Auch im Inneren gibt es jede Menge Schwarz-Weiß-Illustrationen und Vignetten sowie farbige Vorsatzbilder, die die Geschichte wunderbar ergänzen.
Lucy ist die Tochter des Teufels und kann es kaum erwarten, eines Tages die Hölle zu übernehmen. Schließlich hat ihr Vater beschlossen, in Rente zu gehen und für Lucy steht fest, dass sie natürlich seine Nachfolgerin wird! Doch der konservative Höllenvorstand sieht das ganz anders. Ein Mädchen als Höllenchefin? Und dann ist Lucy vielleicht auch noch nicht böse genug? Das lässt sich die selbstbewusste Teufelstochter natürlich nicht gefallen und macht sich kurzerhand auf den Weg zur verbotenen Erde, um zu beweisen, was in ihr steckt.
Beim Lesen musste ich immer wieder schmunzeln. Britta Sabbag erzählt mit viel Humor und einem wunderbar frechen Schreibstil, der meiner Meinung nach perfekt zur Zielgruppe ab 8 Jahren passt. Besonders die Höllensprüche, verdrehten Sprichwörter und die teilweise herrlich skurrilen Namen der Figuren haben mir richtig gut gefallen.
Mein persönlicher Lieblingscharakter war allerdings Schnups. Der kleine Basilisk ist Lucys treuer Sidekick, kann sprechen und wird ausgerechnet ständig für eine Ratte gehalten. Allein seine Auftritte sorgen für einige witzige Momente und machen ihn einfach unglaublich sympathisch.
Was mir an der Geschichte besonders gefallen hat, ist die Botschaft, die ganz selbstverständlich mitschwingt: Nur weil jemandem etwas nicht zugetraut wird, bedeutet das noch lange nicht, dass er es nicht schaffen kann. Lucy lässt sich nicht in eine Rolle drängen, die andere für sie vorgesehen haben, sondern geht ihren eigenen Weg. Dabei spielen auch Freundschaft, Mut und Zusammenhalt eine wichtige Rolle. Für mich ist das ein richtig schönes Buch über Girl-Power, Selbstvertrauen und Freundschaft, verpackt in eine lustige und fantasievolle Geschichte. Die Kombination aus der höllisch guten Story und den tollen Illustrationen macht das Buch zu einem echten Wohlfühl-Leseerlebnis für junge Leserinnen und Leser.
Für alle ab 8 Jahren, die starke Mädchen, witzige Geschichten, außergewöhnliche Figuren und eine ordentliche Portion Teufelei mögen kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Hier steckt jede Menge Girl-Power zwischen den Seiten!
Rezensionen von nil_liest:
Winterschlaf von Mario Petuzzi
Ein poetisches Märchen zwischen Traum und Abgrund
Buch-Vibe…
Ein abgelegenes Tal, eine Mutter, die den Winter im Keller verschläft, ein Großvater, der aus ihren Träumen Kapital schlägt, und zwei Kinder, die langsam beginnen, die Regeln ihrer Welt infrage zu stellen. Poetisch, eigenwillig, entrückt und mit einer düsteren Märchenstimmung, die sich zunehmend in etwas Unheilvolles verwandelt.
Lies dieses Buch, wenn…
…du literarische Experimente magst und auf abgefahrene Ideen stehst, dich auf ungewöhnliche Erzählwelten einlassen kannst und beim Lesen nicht unbedingt jede Antwort serviert bekommen möchtest. Wenn du Geschichten liebst, die mehr Fragen hinterlassen als Gewissheiten – und deren Atmosphäre mindestens so wichtig ist wie die Handlung.
Der Roman ist gut in folgendem emotionalem Zustand…
Wenn du Lust auf eine intensive, entschleunigte Leseerfahrung hast und bereit bist, dich vollständig auf ein surreales Setting einzulassen. Nichts für einen überfüllten Alltag zwischen zwei Terminen – hier sollte man schon ein wenig Zeit und innere Ruhe mitbringen.
Geeignet für Leser:innen, die…
…poetische Sprache, moderne Märchen, surreale Familienkonstellationen und Geschichten mit Interpretationsspielraum mögen. Wer klare Figurenzeichnungen, rasante Handlung und eindeutige Erklärungen sucht, könnte hingegen etwas ratlos zurückbleiben.
Der Roman ist…
…kurz, aber keineswegs leicht. Sprachlich dicht, atmosphärisch und inhaltlich überraschend komplex. Für mich stellenweise allerdings etwas zu behäbig erzählt. Man muss sich wirklich darauf einlassen und darf nicht erwarten, den Roman nebenbei lesen zu können.
Ein Satz zum Verfasser…
Mario Petuzzi, geboren 1989 in Hall in Tirol, verbindet sein Studium von Wirtschaft und Management mit Vergleichender Literaturwissenschaft. Winterschlaf ist sein bemerkenswertes Debüt.
Spielt in diesem Land: Österreich, in einem zeitlich entrückten alpinen Tal
Zu dieser Zeit: In einer nicht eindeutig festgelegten Gegenwart
Typ Buch: Poetisches, surreales Familienmärchen
Genre: Literarischer Roman, modernes Märchen, psychologische und gesellschaftliche Parabel
Sterne: ⭐⭐⭐✨ 3,5 von 5
Rezensionen von nessabo:
Gib mir alles von Alexandra-Maria Pipos
Ein beeindruckendes Debüt mit hohem Anspruch
Vor diesem Debüt kann ich nur meinen imaginären Hut ziehen! Alexandra-Maria Pipos schreibt auf literarisch hohem Niveau, verlangt wirklich einiges an Eigeninterpretation von ihren Leser*innen ab und verfällt dabei doch nie in eine elitäre Sprache.
Das erste und letzte Drittel des Romans fand ich dabei deutlich stärker als den Mittelteil.
Die ausufernde Schilderung der drei Totenwache-Tage war für mich nämlich einfach zu intensiv. Ich habe mich mit der Beschreibung des Settings, der Gerüche und Geräusche unwohl gefühlt. Beerdigungen und Co. sind eh nicht mein Fall und das ging schon arg an meine Grenze. Das ist sicherlich Geschmacksache, denn einen authentischen Einblick in die Trauertraditionen eines anderen Landes gibt uns dieser Teil des Buches natürlich schon.
Zu Beginn und am Ende geht es wieder mehr um die Protagonistin Ioana, was mir deutlich besser gefallen hat. Sie kämpft sich weit über ihre Kapazitäten hinaus in ihrem Bullshit-Job durch, um die nächste Karrierestufe erklimmen zu können - wird dabei aber spürbar ausgebeutet. Ähnlich ausgenutzt, wenn auch auf andere Art, wird sie von ihrer Familie. Und nicht nur an dieser Stelle steht sie zwischen den Stühlen, sondern auch das Thema der eigenen Identität als Mensch mit Migrationserfahrung wird hier eindrücklich dargestellt.
Überraschend toll fand ich die Ikonen-Kapitel. Hier wird der Geschichte eine auktoriale Perspektive geschenkt. Wir erhalten aus Sicht der Heiligenfiguren, die auf verschiedene Arten die Figuren begleiten, weitere Einblicke in deren Gefühlswelt oder Vergangenheit. Ein klug gewählter Kniff, um das Werk nicht zu komplex zu gestalten und dennoch ein umfassendes Bild zeichnen zu können.
Ebenfalls sehr angenehm: Die Autorin bewertet nicht. Sie lässt Einblicke in Tradition und Kultur, aber auch die Schwierigkeiten des Landes einfließen, ohne sie zu bewerten oder mit anderen zu vergleichen. Ich konnte meinen Horizont erweitern, auch wenn mehr Vorwissen zur Geschichte Rumäniens sicherlich hilfreich gewesen wäre.
Sehr lieb fand ich die familiären Bande, die sich zum Ende hin ausbilden, allerdings kamen die doch auch recht spät und lassen nun vieles offen. Wir erfahren nicht, wie Ioanas Geschichte weitergeht. Ob sie sich von ihrem Job und/oder den Erwartungen ihrer Familie lösen kann, bleibt der Interpretation der Lesenden vorbehalten. Ein offenes Ende, das der Geschichte angemessen ist, mich aber auch nicht völlig zufrieden hinterlässt.
Ich hatte insgesamt schon eine spürbare Enge und Beklemmung beim Lesen, die irgendwann nur noch schwer für mich auszuhalten war und mir die Lektüre auch erschwert hat. Gleichzeitig ist die Autorin literarisch wirklich elegant und gut verständlich unterwegs, wenn es mir auch manchmal im Hin und Her etwas zu chaotisch war. Die stressige Situation Ioanas war deutlich spürbar, dafür haben die Ikonen-Kapitel etwas Ruhe reingebracht.
Ein beeindruckendes Werk mit hohem Anspruch, das ich vor allem Menschen empfehle, die gern selbst interpretieren und beim Lesen gefordert werden möchten.
Rezensionen von Ele:
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Vom Wissen und Wegschauen
Und mittendrin der Birnbaum, Roman von Ute Mank, 334 Seiten, erschienen im dtv-Verlag.
Ein Mädchen dessen Spur sich verliert, eine Freundin die sich erinnert
Dora kehrt nach dem Tod ihres Mannes und nach vielen Jahren in ihren Heimatort zurück, in eine Seniorenresidenz. Auf ihren Streifzügen durch den Ort entdeckt sie vor einem Haus, das ehemals in jüdischen Besitz war, vier Stolpersteine eingelassen.
Doch eigentlich sollten es fünf sein, der Stein für ihre frühere Schulkameradin und beste Freundin Fanny fehlt. Zusammen mit der Enkelin der ehemaligen Käufer, Pina macht sie sich auf die Suche um zu erfahren was mit Fanny geschehen ist.
Schon im Prolog fühlte ich mich in der Geschichte angekommen. Auch die ersten Abschnitte sind so interessant geschildert, dass sich sofort Lesefluss eingestellt hat, dann konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn erst am Ende wird das Schicksal von Fanny offenbar. Die Autorin erzählt ihren Roman in zwei Zeitebenen. Zurück in die dunkelste Vergangenheit deutscher Geschichte, abwechselnd mit den Geschehnissen in der Gegenwart, das hält den Leser nah dran an der Geschichte, erst nach und nach baut sich Fannys Schicksal, Stück für Stück für den Leser auf, der Spannungsbogen ist gleichbleibend hoch, erzählt aus der Sicht Doras bekommt man das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein. Der Schreibstil ist ruhig, tiefgründig und voller leiser Zwischentöne. Die Hausnamen der Dorfbewohner und Eigennamen sind kursiv hervorgehoben, das hat mir gefallen denn auch bei uns im Ort gibt es noch Hausnamen, die Bedeutung dahinter ist oftmals spannend. Das Setting ist gut beschrieben, ich konnte mir den Ort und auch die Personen perfekt vorstellen.
Die Figuren sind brillant charakterisiert, ihre Handlungen sind glaubhaft und nachvollziehbar. Die Protagonistin Dora ist eine, von der Vergangenheit, belastete Frau, manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie sich hier eine Schuld einredet, für die sie m. M. nach wirklich nicht verantwortlich ist, sie waren zu der Zeit noch Kinder, die Schuld liegt hier bei anderen. Pina war mir sehr sympathisch die junge empathische Frau hilft Dora hartnäckig, die verdrängte Vergangenheit freizulegen. Fanny symbolisiert das Schicksal der Opfer. Dass es damals auch Menschen mit Mitgefühl gab, zeigt die Familie Schomber. Die Szene auf dem Dorfplatz als die Juden abgeholt wurden, und die Bevölkerung dann, also ob nichts geschehen ist, in die Kirche ging, hat mich zu Tränen gerührt. Tief berührt hat mich der Roman zurückgelassen. Es zeigt, dass die Jugend die Erinnerung der Alten braucht und auch die Alten auf die Unvoreingenommenheit der Jugend bauen können.
Auch in unserem Garten wächst eine „Köstliche von Charneux“, sie wird mich noch oft ans Buch erinnern.
Ute Mank gelang hier ein tiefgründiger und emotionaler Roman über Schuld und Vergebung. Eine absolute Lese- und Kaufempfehlung und 5 Sterne










