Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gute_Laune:
Knochenkälte David Hunter von Simon Beckett
Von der Außenwelt abgeschnitten
Dr. David Hunter hat sich im dichten Nebel verfahren und strandet in einer extrem unwegsamen Gegend. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als im eigentlich geschlossenen Forest Hotel zu übernachten. Die Eigentümer sind seltsam und als Hunter am nächsten Morgen im nahen Wald bei der Suche nach einem Platz, an dem sein Handy Empfang hat, Knochen findet und er feststellt, dass das Dorf durch den Sturm definitiv von der Außenwelt abgeschnitten ist, erwachen längst vergessene Geister zum Leben.
Nach einem echt großen Anlauf nimmt die Story dann doch noch Fahrt auf. Sie ist sehr dicht gewebt, alles wird ausführlich und bildstark geschildert. Die Figuren werden dadurch sehr klar gezeichnet und greifbar. Allerdings zieht sich die Story dadurch streckenweise auch etwas. Simon Becket lenkt sehr geschickt die Sympathien und Antipathien der Leser und Hörer auf seine Figuren und bringt damit falsche Fährten ins Spiel. Auch bedient er sich ordentlich an der Klischeekiste, aber ich stelle fest, es passt gut zusammen und macht auch auf besondere Weise Spaß.
Ganz besonders amüsiert haben mich die echt schrägen Bewohner, die allen Fremden gegenüber nicht gerade freundlich gestimmt sind und noch dazu untereinander zwei Lager gebildet haben. Hillbilly lässt grüßen. Dass es Hunter da ganz besonders schwer hat, hat schon wieder eine komische Komponente, vor allem, weil er sich geduldig alles gefallen lässt.
Für mich war das Krimiunterhaltung der ganz speziellen und besonderen Art. Becket spielt hier mit dem Genre und dem Leser, geht den Fall mal ganz anders an und das mag ich. Vielleicht ist dies kein Meisterwerk, aber doch richtig gute Unterhaltung. Daher gebe ich vier Sterne.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Glimmer von Bernhard Tewes
Gutes Werk zum Einstieg in die Thematik
"Warum reden wir eigentlich so viel über das, was uns belastet, und so wenig über das, was uns Kraft gibt? Wo kommen die positiven Trigger vor - und wie können sie uns helfen, etwas mehr Licht in unser Leben zu bringen?"
2025 war für mich ein Jahr voller privater Veränderungen, was sich auch auf mein Leseverhalten ausgewirkt hat.
Natürlich liebe ich nach wie vor eine gute Romanze, doch insbesondere Sachbücher und Ratgeber haben mich in den letzten Monaten begeistern können (z.B. "Die Let Them Theorie" von Mel Robbins).
Nun gönnte ich mir also "Glimmer" - und finde nur positive Worte dafür. Freut euch auf:
❏ eine klare, übersichtliche Strukturierung der drei Abschnitte
❏ kurze, nachvollziehbare Fallbeispiele sowie persönliche Erfahrungen des Autors
❏ präzise formulierte Fragen, Tipps und praktische Übungsbeispiele für euren Alltag
❏ interessante Informationen aus Psychologie und Neurowissenschaften, leicht verständlich erklärt
❏ die simple, aber elementare Grundidee: "[…] richte deinen Fokus auf das, was dir guttut" - so wahr, so wichtig!
❏ den angenehmen Erzählton des Autors.
Zudem werden auch potentielle Herausforderungen/Hindernisse angesprochen, wie Glimmerblindheit oder Fake-Glimmer.
Vieles war mir bereits bekannt, sei es die Ankertheorie, die positive Wirkung eines Lächelns in neutralen Momenten oder die Verbindung von Düften bzw. Musik mit Erinnerungen/Emotionen. All dies habe ich nun ein wenig vertiefen können. Übrigens: Ohne es zu ahnen, hatte ich schon eine persönliche "Glimmer-Playlist" angelegt, die nun stetig wächst.
Fazit: Dieses knapp 270 Seiten umfassende Büchlein eignet sich ideal als Einstieg in die Thematik, daher empfehle ich es gerne weiter.
Rezensionen von brauneye29:
Lebensbande,1 Audio-CD, 1 MP3 von Mechtild Borrmann
Sehr interessant
Zum Inhalt:
Aus Fremden werden Freunde, die auch Risiken auf sich nehmen um den andern zu helfen. So setzt zum Beispiel Krankenschwester Nora alles daran, den Sohn von Lene zu retten, der wegen eines Handicaps als "Reichsausschusskind" gilt. Als Nora und Lieselotte nach Russland verschleppt werden und zunächst nur Lieselotte frei kommt, setzt sie alles daran auch Nora die Heimkehr zu ermöglichen
Meine Meinung:
Zum Teil spielt das Buch ja am Niederrhein, eine Gegend die ich gut kenne, das hat mich natürlich mit bewogen, dieses Buch lesen beziehungsweise hören zu wollen und das war ein gute Entscheidung.
Es ist eine Geschichte, die ich förmlich verschlungen habe, denn das was die Frau samt ihrer Familien in den Kriegsjahren bis hin zum Mauerfall erlebten, war äußerst interessant geschrieben und wenn man sich dann noch vorstellt, dass es von echten Geschichten inspiriert ist, um so besser. Ich hatte die Hörbuchversion und fand das Buch gut gelesen.
Fazit:
Sehr interessant
Rezensionen von Eternal-Hope:
Der Fluch der Falodun Frauen von Oyinkan Braithwaite
Kann der alte Familienfluch gebrochen werden?
Auf den Frauen der nigerianischen Yoruba-Familie Falodun scheint seit langem ein Fluch zu lasten: seit eine Urahnin im Kampf um einen Mann von dessen erster Frau verwünscht wurde, gibt es kein andauerndes Liebesglück mehr für die Frauen aus dieser Familie: die Männer verlassen sie früh, kommen um oder die Frauen finden erst gar keinen passenden Partner: "Für dich wird es niemals gut ausgehen.
Kein Mann soll dein Haus je sein Heim nennen. Wenn einer es versucht, wird er keinen Frieden finden. Mögen deine Töchter verflucht sein. Sie werden den Männern nachstellen, aber die Männer werden ihnen wie Wasser durch die Finger rinnen. Deine Enkelinnen werden unglücklich lieben. Deine Urenkelinnen werden sich vergeblich um Anerkennung bemühen. Deine Töchter, die Töchter deiner Töchter und alle Frauen nach ihnen werden der Männer wegen leiden." (S. 37)
Das ist nun schon viele Generationen her, doch die Geschichten über das mangelnde Liebesglück der bisherigen weiblichen Ahninnen werden in der Familie weitererzählt. Nun sind moderne Zeiten angebrochen, auch in Nigeria, und insbesondere in dieser sonst eigentlich sehr aufgeklärten und wohlhabenden Oberschichtfamilie, die in einem großen Haus lebt und bei der es normal ist, dass auch Frauen eine qualitativ hochwertige und lange Ausbildung genießen und dann in anspruchsvollen Berufen arbeiten.
Der Roman wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die zu unterschiedlichen Zeiten spielen: Ebun ist im Jahr 2000 eine junge Frau, lebt noch im großen, alten Falodun-Familienhaus, gemeinsam mit ihrer Mutter Kemi, ihrer Tante Bunmi, ihrer Cousine Monife und ihrem Cousin, und ist schwanger. Über den Vater des Babys spricht sie nicht, sie wird eine ledige Single-Mutter werden, unterstützt von ihrer Verwandtschaft. Doch noch während Ebuns Schwangerschaft geht ihre Cousine Monife eines Nachts in tiefer Verzweiflung nach einer unglücklichen Liebe ins Meer, um sich das Leben zu nehmen. Als Ebun schließlich ihre Tochter zur Welt bringt, sind alle komplett erstaunt: das neugeborene Baby sieht exakt so aus wie die verstorbene Monife, die Cousine ihrer Mutter.
Die Mutter der Verstorbenen möchte das Kind ihrer Nichte deshalb am liebsten "Motitunde" ("Ich bin wieder da") nennen, doch Ebun setzt sich durch, will ihre Tochter davor bewahren, nur im Schatten einer Verstorbenen leben zu müssen und nennt sie "Eniiyi": "Sie hätte alles gegeben, um Mo wiederzusehen. Sie hatte Mo geliebt. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass sie fortan ohne sie durchs Leben gehen musste. Aber ihr Kind würde nicht das Gefäß sein, das ihre Cousine nutzen konnte, um in dieses Leben zurückzukehren. Man bekam nur ein einziges Leben, und Mo hatte entschieden, was sie mit ihrem machen wollte." (S. 42)
Auch später wird die kleine Eniiyi ihrer verstorbenen Verwandten exakt ähneln, sich bewegen wie sie, sprechen wie sie, eine ähnliche Persönlichkeit zeigen,... sodass nicht nur die Frauen aus der Familie, sondern auch viele andere Menschen, die Monife gekannt haben, völlig erstaunt sind und einige meinen, sie sei die zurückgekehrte Monife. Eine schwere psychische Last, mit der das Mädchen aufwächst - nur ihre Mutter Ebun versucht, sie zu bestärken, sie selbst zu sein.
Auch Monife lernen wir aus ihrer eigenen Perspektive kennen, in den Jahren 1994 bis zu ihrem tragischen Tod im Jahr 2000. Eine sehr selbstbestimmte junge Frau, die sich ihr Leben gestaltet, nicht auf den Mund gefallen und mutig ist. Von dem alten Familienfluch hat sie gehört und doch hat sie erst einmal mit "juju", dem afrikanischen Glauben an Hexerei und Flüche, nichts am Hut und fordert sogar selbstbewusst von einer Mamalawo, einer Art Hellseherin, bei der ihre Mutter viel Geld gelassen hat, dieses zurück... und doch werden sich am Ende die Geschehnisse rund um eine tragische Liebesgeschichte mit einem jungen Igbo-Mann aus einem sehr reichen Elternhaus so zuspitzen, dass sie keinen Ausweg mehr sieht, als ins Meer zu gehen (das ist übrigens die allererste Szene des Buches, also kein Spoiler).
Eine besonders interessante Perspektive war für mich die der heranwachsenden Eniiyi, die wir sowohl als kleines Mädchen zwischen 2006 und 2012 als auch als junge Frau 2024 bis 2025 kennen lernen. Schwer lasten die tragische Familiengeschichte und die Erzählung des Fluches auf ihr, doch mutig versucht sie, sich davon zu befreien, erkennt schon als Jugendliche, dass es ihr nicht gut tut, so viel Zeit mit ihren Verwandten zu verbringen und wünscht sich, ins Internat gehen zu dürfen, was ihr auch gewährt wird. Als junge Erwachsene studiert sie und will nach ihrem Masterabschluss als genetische Beraterin arbeiten, hat also einen naturwissenschaftlichen Hintergrund. Das macht den Roman ganz besonders spannend, denn hier handelt es sich eigentlich um eine aufgeklärte und naturwissenschaftlich denkende junge Frau in der heutigen Zeit, die sich eben nicht von einem alten Familienaberglauben definieren lassen will, aber dennoch ständig von ihrer Umwelt damit konfrontiert wird, dass sie sie so sehr an die verstorbene Monife erinnert.
Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt wie mit diesem Buch. Es ist sehr interessant und abwechslungsreich erzählt, alle Szenen sind relevant und es ist keine einzige Sekunde auch nur das kleinste Fünkchen Langeweile beim Lesen aufgekommen. Gleichzeitig habe ich wie nebenbei einiges über das Leben von Oberschichtfrauen im modernen Lagos/Nigeria gelernt und insbesondere das Spannungsfeld zwischen den Resten des Glaubens an alte Hexerei-Traditionen und andererseits einem modernen, aufgeklärten Leben, insbesondere bei den jüngeren Frauengenerationen, sehr interessant gefunden.
Um die Geschichte plausibel zu finden, muss man übrigens nicht unbedingt an Hexerei glauben - die meisten Geschehnisse wären auch problemlos durch die Weitergabe dysfunktionaler familiärer Muster in Bezug auf die Partnerwahl und durch die Macht selbsterfüllender Prophezeiungen (Beziehungen scheitern natürlich eher, wenn man von vornherein davon ausgeht, dass sie zum Scheitern verurteilt sein müssen) erklären.
Ich kann das Buch allen, die eine gute Unterhaltung wünschen, die gerne Familiengeschichten lesen und sich für das Nigeria der heutigen Zeit interessieren, wärmstens empfehlen.
Rezensionen von brauneye29:
Tod zur Teestunde (Susan Ryeland ermittelt 3) von Anthony Horowitz
Gute Grundidee
Zum Inhalt:
Susan bekommt ein Manuskript von einem jungen Autoren namens Eliot Crace in dem es um den plötzlichen Tod von Lady Chalfont geht, die anscheinend von einem Familienmitglied vergiftet wurde. Susan taucht in die Geschichte ein und ihr wird klar, dass es die Geschichte des Autoren ist, der sich selbst immer merkwürdiger verhält.
Als er dann bei einem Unfall mit Fahrerflucht stirbt, gerät Susan plötzlich selbst in die Mitte der Geschehen.
Meine Meinung:
Allein diese Idee, des Buchs im Buch hat schon was. Dennoch hatte ich zunächst echt Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen und im Gegensatz zu den Vorgängerbüchern hatte ich auch nicht so viel Spaß bei der Lektüre, wobei ich nicht mal so genau sagen könnte, woran das eigentlich lag. Was mir grundsätzlich gefallen hat, ist der Schreibstil, der auch so einen Touch von frühere Agatha Christie Büchern hat, aber diesmal war ich nicht komplett überzeugt.
Fazit:
Gute Grundidee
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies
Eine Leseempfehlung
„Die Gefahr ist sicherer als die Sicherheit!“
Zu Autor Florian Illies habe ich, ebenso wie zur Familie Mann ein zwiespältiges Verhältnis. Der Besuch der Buch Wien, bei der ich Florian Illies bei einem Interview zu seinem neusten Buch erleben durfte, hat mich dazu bewogen, mich sowohl mit ihm selbst, als auch mit der Familie Mann nochmals zu beschäftigen.
Florian Illies lässt in diesem, seinem neusten Buch die Monate Februar bis September 1933, die für die Familie Mann (und Tausende andere) weitreichende Folgen haben wird, Revue passieren. Er lässt uns einen Anteil haben am Leben der Familie Mann, das in diesen Monaten zu einem Leben in absoluter Fassungs- und Hilflosigkeit erstarrt. Dabei verabsäumt er nicht, darzustellen, wie sich - vor allem Thomas Mann - in einer Blase von Egozentrik und Selbstgefälligkeit befindet, aus der es kaum ein Entrinnen gibt. Wie ein Herrscher gebietet er seinen Kindern Erika und Golo, Manuskripte, Briefe, Geld sowie zahlreiche Wertgegenstände aus der Münchener Villa nach Sanary-sur-Mer, wo sie aktuell leben, zu schaffen. Beide bemühen sich, stets auch in Gefahr zu sein von der Gestapo verhaftet zu werden, doch der Dank oder wenigstens eine Anerkennung ihrer Leistungen seitens des Vaters bleibt aus.
Obwohl die Familie Mann ihr Schicksal mit Dutzenden anderer Literaten wie Eva Herrmann, Aldous Huxley, Lion Feuchtwanger, Arnold Zweig usw. teilt, scheint Thomas Mann vor allem persönlich beleidigt zu sein. Er, der Literaturnobelpreisträger von 1929 wird einfach ausgebürgert und mit Verhaftung bedroht! Manns Empörung ist deutlich spürbar, gleichzeitig verschließt er, im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich seine Augen vor den politischen Umwälzungen in Deutschland. Dies führt letztendlich zu einem Konflikt zwischen Thomas Mann und seinem Sohn Klaus, für dessen Empfinden Thomas nicht eindeutig genug Stellung gegen das NS-Reich bezieht.
Geschickt zeigt uns Autor Florian Illies wie die Mitglieder der Familie Mann mit dem Gefühl der Entwurzelung umgeht. Dazu zitiert er aus zahlreichen Briefen und Tagebüchern, anhand derer er die Charaktere der Familienmitglieder beschreibt. Das schließt unter anderem die Drogensucht von Klaus mit ein. Ehrlich gesagt ist mir nach wie vor kein Familienmitglied so richtig sympathisch, am ehesten Katja Mann, geborene Pringsheim, die im Hintergrund die Fäden in der Hand hält.
Das Buch ist keine durchgehende Biografie der Familie Mann. Eine solche würde wohl den Rahmen sprengen. Das Buch ist eine mehrmonatige Momentaufnahme, die manchmal kühl beobachtend und durchaus ironisch ist. Immer wieder sorgen Aussprüche von Thomas Mann bei mir für Kopfschütteln, wenn er sich beinahe weinerlich um seinem zurückgelassenen Besitz sorgt und die verlorene Bequemlichkeit beklagt. Schmunzeln musste ich bei der Vorstellung, Thomas und Heinrich Mann gehen hanseatisch, sommerlich gekleidet am Stand von Sanary spazieren - weißer Dreiteiler bei 30 Grad im Schatten.
Sehr gut gefällt mir der Abschnitt „danach“, in dem die weiteren Lebenswege der einzelnen Familienmitglieder gut und prägnant zusammengefasst sind. So wird Thomas Mann später in Zürich alle seine Bücherkisten und (fast) all seine geliebten Dinge wiederfinden. Nur seine Heimat, die hat er verloren.
„Wir sind eine erlauchte Versammlung - aber einen Knacks hat jeder.“ schreibt Thomas Mann in seinem Tagebuch.
Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.
Fazit:
Ich bin nach wie vor kein großer Fan der Familie Mann, doch diese unterhaltsame Lektüre hat sie mir ein wenig zugänglicher gemacht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Meli:
Die Spur der Vertrauten von Christelle Dabos
Wenn der Instinkt stärker ist als der Verstand
Jeder Mensch hat einen Instinkt, der ihn dazu treibt, der Menschheit zu dienen. Manche wollen perfekte Gastgeber sein, andere wollen kaputte Dinge reparieren und wieder andere würden sich selbst in Gefahr bringen, um ein anderes Leben zu retten. Und wer Leben rettet, wird belohnt und verehrt. Goliath hat schon zehn Leben gerettet und hat noch einen Monat Zeit, um ein elftes Leben zu retten und damit einen Rang aufzusteigen.
Als er von verschwundenen Studenten erfährt, sieht er seine Chance. Aber auch Claire ist diesem Mysterium auf der Spur.
Claire ist eine Vertraute und ich fand es etwas schade, dass nicht genau erklärt wird, was diese Art von Instinkt genau bedeutet und warum es dazu noch besondere Regeln gibt, wie andere Menschen mit ihnen umgehen dürfen. Aber Vertraute zu sein bedeutet wohl, aufmerksam zuzuhören, auch wenn man es eigentlich nicht möchte. Claire hilft den Menschen gerne, geht dabei aber über die Grenzen des Angemessenen hinaus und zieht deswegen Aufmerksamkeit auf sich, was sie eigentlich vermeiden möchte.
Goliath will zwar Leben retten und damit ein Tugendhafter werden, aber er ist dabei nicht nur zielstrebig, sondern auch etwas egoistisch, denn ihm ist wichtig, dass die geretteten Leben auch auf sein Konto gehen. Er hat aber auch das Gefühl, dass er der Welt die geretteten Leben schuldig ist und hat immer den Drang, seinen eigenen Wert zu beweisen. Claire ist für ihn anfangs schon ein Hindernis, aber während ihres Abenteuers lernt er auch, die Vertrauten mit anderen Augen zu sehen.
Die verschiedenen Instinkte fand ich sehr interessant, besonders die Schwierigkeiten, die sie mit sich bringen, da die Menschen ihren Instinkten nicht widerstehen können. Während einige komplett zufrieden mit ihrem Leben sind, leiden manche, weil ihre durch den Instinkt erzwungenen Leistungen ihre Kräfte übersteigen können.
Ab der Hälfte des Buches entwickelt sich die Geschichte anders weiter und das fand ich spannend und unvorhersehbar, auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas anderes gewünscht hätte. Zwischendurch fand ich schon, dass es sich ein bisschen in die Länge zieht, trotzdem hat mir das ganze Buch gut gefallen; ich fand die Ideen schon originell und die Handlung insgesamt spannend.
Rezensionen von Daggy:
Kater Klaus vermisst die Maus von Kathrin Rohmann
Märchenhafte Weihnachtsgeschichte
Eine nette kleine Truppe wohnt da zusammen Großvater Vasilis, Kater Klaus und die kleine Maus. Es geht auf Weihnachten zu und der Großvater möchte ein besonderes Geschenk für seinen Enkel Niko. Da helfen ihm die beiden Tiere uns machen ihn auf den Zapfen aufmerksam, der so gut duftet und den Vasilis zum Verfeuern nutzt.
So wird der Zapfen in Geschenkpapier gepackt und der Großvater bringt ihn zur Post. Leider fehlt ihm das Geld für das Porto, so geht er betrübt wieder heim. Klaus hat eine Idee und überredet die Maus zusammen mit dem Geschenk zu Nikko zu reisen. So wird eine kleine Tür ins Geschenkpapier geschnitten, damit sich die Maus hineinsetzen kann. Klaus bringt das Geschenk zum Hirsch und hängt es ans Geweih. So macht sich der Hirsch auf den Weg. Der Dachs ist der nächste Transporteur, weiter geht es mit dem Wolf. Inzwischen erfahren wir wie es Kater Klaus ergeht, denn er macht sich Sorgen um die kleine Maus. Natürlich geht es am Ende gut aus und die kleine Maus erlebt so viele spannende Abenteuer, dass sie am Ende keine kleine Maus mehr ist.
Die Geschichte spielt in Griechenland und wir erfahren einiges von den dortigen Bräuchen. Während sich Klaus sorgt und beim Großvater die Vorweihnachtszeit erlebt, wird die Maus immer mutiger, am Ende traut sie sich sogar wieder heimzufliegen, obwohl sie das vorher kategorisch abgelehnt hatte.
Eine weihnachtliche Geschichte über Mut, Freundschaft und ungewöhnlichen Abenteuern. Die Illustrationen sind sehr passend gezeichnet, ein wenig altmodisch und ein wenig griechisch.
Rezensionen von Daggy:
Und dann? von Heinz Janisch
Wut greifbar gemacht
Auf dem Cover sehen wir die beiden Kinder am Wasser sitzen und angeln. Bei diesem Buch ist es ganz wichtig die allerersten Seiten anzuschauen, denn dort erfahren wir, dass das Mädchen viele Dinge aus dem Wasser angelt, während der Junge erfolglos bleibt und schließlich aufsteht und geht. Auf der nächsten Seite sehen wir sehr groß seinen Kopf und sein Gesicht spiegelt seine Wut und deshalb macht er einen Knoten in den Leuchtturm.
Und dann kommt die Titelfrage, die sich auf jeder Seite weiderholt. „Was dann?“ Dann trinkt er das Meer leer, setzt sich eine furchtbare Maske auf und alle fürchten sich vor ihm. Als alle weg sind, wird es still, er nimmt die Maske ab und ist am Ende froh, dass er wieder neben seiner Freundin sitzen und angeln kann.
Die Wut, die sich immer weiter durch diese „Und dann?“ steigert, kenn wohl die meisten Kinder, wie schön, wenn danach alle wieder gut wird. Das gibt uns die Sicherheit, dass wir auch mal ausflippen dürfen. Der Text ist sehr reduziert, dafür zeigen uns die eindrucksvollen Illustrationen die Gefühle des Jungen sehr intensiv.
Rezensionen von froschman:
Düsteres Tal von Ruth Lillegraven
Die Vergangenheit holt dich ein!
Clara Lofthus ist jahrelang in Nairobi in der Entwicklungshilfe tätig und ermöglicht so die Ausbildung von Mädchen. Hier hofft sie auch, ihr früheres Leben hinter sich lassen zu können. Bei einem Terroranschlag auf den norwegischen Entwicklungshilfeminister kann sie eine ganze Schulklasse retten.
In Norwegen wird dies als heldenhafte Tat angesehen. Sie kehrt zurück nach Oslo und wird kurze Zeit darauf Justizministerin. Jetzt will sie vor allem für ein Gesetz kämpfen, das Frauen und Kinder im familiären Umfeld vor Gewalt schützen soll. Die enorme mediale Aufmerksamkeit hilft ihr dabei. Doch bei Umbauarbeiten in einer aufgelassenen Fabrik wird eine Leiche gefunden, eine Podcast-Redaktion beginnt zu recherchieren und kommt der Ministerin samt ihrer dunklen Vergangenheit auf die Spur, ihr Leben gerät erneut ins Wanken.
Ruth Lillegravens Schreibstil mit den kurzen Kapiteln, die zwischen verschiedenen Perspektiven wechseln, ermöglicht es, die Spannung stetig zu steigern. Die Beschreibung von Clara und wie nach und nach ihre Vergangenheit bekannt wird, lässt einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Clara ist egoistisch, rücksichtslos, aber in der Politik erfolgreich. Zum Ende überschlagen sich die Ereignisse. Auch das Cover ist ein Hingucker, es spiegelt die düstere Stimmung des Thrillers wider.











