Kunden em pfehlungen
Rezensionen von clematis:
Sturmtage von Sibel Daniel
Widerstand
1932 in Berlin: Wohlbehütet wächst die in sich zurückgezogene Johanna von Fehrsburg auf einem Gutshof auf, aus ihrem Schneckenhaus kommt sie erst langsam heraus, als sie ihren Bruder Karl-Georg in Berlin besucht. Der junge SPD-Abgeordnete kämpft entschlossen gegen den aufstrebenden Nationalsozialismus, wodurch sich auch Johanna bald dem Widerstand anschließt und für die Untergrundzeitschrift „Sturmtage“ Karikaturen zeichnet.
Auch der Norweger Sven gehört der Gruppe an und hilft seiner Mitstreiterin schließlich bei der Flucht aus Deutschland.
Inspiriert vom Schicksal eines Familienmitglieds und gestützt auf sorgfältige Recherchen schreibt Sibel Daniel von einer Liebe mitten im politischen Umbruch. Während zu Beginn des Romans viel Zeit verstreicht, um die Figuren zu beschreiben und die geschichtlichen Gegebenheiten darzustellen, ändert sich nach der Flucht die Atmosphäre im Buch, lässt endlich mehr Emotionen zu, sodass Johanna mit ihren zwiespältigen Gefühlen ganz in den Mittelpunkt rückt. Ab diesem Moment hat mich das Buch wirklich erreicht, gefesselt und berührt, obwohl auch die ersten Kapitel durchaus interessant, aber eben etwas zu nüchtern sind, was die Nähe zu den einzelnen Personen betrifft. Ein angenehm flüssiger Schreibstil führt durch die Handlung, wie es weitergeht, erfahren wir im Folgeband „Sturmtage - Augenblick der Wahrheit“. Darauf bin ich natürlich schon gespannt.
Detaillierte Recherche kennzeichnet diesen leider sehr realitätsnahen Roman, die Liebesgeschichte kommt eher knapp daher.
Rezensionen von PMelittaM:
Ich bin der beste Freund des Menschen von Christian Schnalke
Wunderbar!
Der Zeichner und Autor Christian Schnalke nimmt sich dem besten Freund des Menschen an, dem Buch. Ich fühle mich damit sehr angesprochen, für mich sind Bücher tatsächlich sehr gute Freunde, vielleicht sogar meine erste große Liebe …
Mir hat gut gefallen, wie vielfältig die Ideen sind, die Christian Schnalke verarbeitet.
Die in diesem Buch veröffentlichen Cartoons zeigen Bücher in allen möglichen Lebenslagen, einmal ängstigt sie die Massenbuchhaltung einer Bibliothek, dann wieder sehen wir sie in verschiedenen, allgemein bekannten Zusammenhängen, wir finden sogar das Buch des Nikolaus, anstelle des Haus des Nikolaus. Besonders schön finde ich das Nachwort, in dem sich Christian Schnalke direkt an die Bücher wendet.
Ich musste sehr oft schmunzeln, war auch hin und wieder überrascht. Schnalke verwendet auch Bezüge zu Gemälden, zu Filmen (stellt euch den Weißen Hai als Buch vor ...), zu Märchen (oder das Hexenhaus nicht aus Lebkuchen, sondern aus Büchern …). Die arme Lyrik muss betteln gehen, Bilderbücher wollen groß und dann Romane werden – all diese schönen Ideen sind liebevoll illustriert worden, mit und ohne Text. Bücher enthalten oft eine ganze Welt und bringt die Lesenden sogar zu den Sternen, auch das wird hier sehr schön ausgedrückt. Die Cartoons sind wunderbar phantasievoll, wie es Bücher eben auch sind.
Dieses Buch ist ein schönes Geschenk für Lesebegeisterte, man kann es sich natürlich auch selbst kaufen.
Rezensionen von peedee:
Petronella Apfelmus - Hexenschuss und Zaubernuss (Band 13) von Sabine Städing
Wie immer sehr unterhaltsam
Petronella Apfelmus, Band 13: Vor dem Müllerhaus hält ein Bus voller Kryptozoologen – Krypto… wie bitte? Es sind Forscher, die im Haspelwald nach magischen Wesen suchen wollen. Oha! Das gefällt den Waldbewohnern aber gar nicht. Und ausgerechnet jetzt muss Petronella Apfelmus, die Apfelhexe, verreisen.
Lucius, die Apfelmännchen und die Kuchenbrand-Zwillinge halten die Stellung. Als den Forschern wertvolle Gegenstände gestohlen werden, fällt der Verdacht ausgerechnet auf Herrn Kuchenbrand! Wunderbar illustriert von SaBine Büchner.
Erster Eindruck: Ein detailreich gestalteter Einband, im Innern viele schwarz-weisse Zeichnungen – sehr schön!
Dies ist Band 13 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Aber einmal Petronella-Fan, immer Petronella-Fan!
Als ich das Wort „Kryptozoologen“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir nicht auf Anhieb klar, was diese Menschen genau erforschen: Krypto = verborgen; Zoologie = Tierkunde. Okay, aber das scheint mir ein bisschen schwierig für die noch junge Zielgruppe. Forscher, die magische Wesen suchen, wäre aus meiner Sicht ausreichend (und zugleich verständlicher) gewesen.
Petronella muss kurzerhand zu ihrer Grossmutter Roberta in den Schwarzwald reisen: Die Grossmutter hat einen Hexenschuss (!) und benötigt dringend eine Salbe, denn nicht alles lässt sich mit Zauberspruch heilen. Ich fand die Kosenamen der Grossmutter für Petronella süss: Apfelbäckchen und Apfelwürmchen.
Zu Hause spitzt sich die Situation zu: Lucius versucht, die Kristallkugel in Gang zu bringen, um Petronella anzurufen, aber schafft es trotz ihrer Anleitung nicht. Und ihre Grossmutter hat leider kein Telefon! Hexobine Höckerbein muss helfen…
Wie immer war die Geschichte viel zu schnell ausgelesen – 5 Sterne.
Rezensionen von gerlisch:
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die von Julia Dippel
Spannende Runenmagie
In „Velvet Falls“ begleiten wir die Dämonenreiterin Velvet auf ihren Kampf gegen die Dämonen. Die Geschichte ist actionreich und mit einem fesselnden Schreibstil wurde von den Autorinnen eine düstere Atmosphäre geschaffen, die aber auch mit leichtem Humor und witzigen Sprüchen aufgelockert wird.
Vor den Augen des Lesers entsteht eine magische Welt der Hexen, Götter und Dämonen.
Velvet ist eine starke Protagonistin, mit ihrer rauhen Schale und ihrer Wut wirkt sie knallhart, jedoch konnte ich beim Lesen ihren Mut, ihre Unsicherheit und ihre Empathie immer wieder spüren.
Ihre Beziehung zu ihrem Ex Kashmere (Kash) Sinclair baut sich langsam wieder auf und die Rückblenden in die Vergangenheit gingen mir sehr zu Herzen. Die romantischen und intensiven Momente zwischen den beiden habe ich geliebt.
Auch die Nebencharaktere sind bildlich, jeder auf seine Art gut gezeichnet. Ein großes Thema ist Vertrauen, welches von den Autorinnen perfekt in der Story verarbeitet wurde. Aufgrund vielen spannenden Handlungen, Dialogen und Wendungen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein echtes Highlight, eine fesselnde Urban-Fantasy-Geschichte von einer Autorin, von der ich unbedingt noch mehr Bücher lesen muss.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :
Die Passantin von Nina George
Da passt einfach (fast) alles
Mein erstes Buch, das ich von Nina George las … und ab jetzt bin ich ihr Fan! Da passt einfach (fast) alles: Die Story ist ab der ersten Seite spannend und wird von Georges unvergleichlicher Erzählweise getragen. Wie zum Beispiel das wahre, verleugnete Selbst mit dem fremdbestimmten Teil der Hauptfigur kommuniziert, ist ein literarisches Meisterstück.
Auch, wie diese Geschichten der Selbstfindung und - ermächtigung aus der Sicht dreier Frauen geschildert wird und mit ihnen das Schicksal vieler Frauen umfasst. Das nur „fast“ alles passt, bezieht sich auf das Ende, das für mich nach einem Showdown in Zeitlupe dennoch abrupt und viele Fragen offen lassend ist. Als neuer Fan von Nina George vergebe ich natürlich trotzdem 5 Sterne und warte gespannt auf die vielleicht schon geplante Fortsetzung.
Rezensionen von Bernhard Köffler:
Backen. Feiern. Genießen von Celina Hruschka
So mach backen Spaß!
Das beste Backbuch aller Zeiten! Kreativ und ästhetisch!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bernhard KöfflerRezensionen von warda:
Geniale Frauen, geniale Forschung von Frances Durkin; Ute Löwenberg
Pionierinnen
Das Buch „Geniale Frauen, geniale Forschung“ befasst sich mit Frauen, die in der Forschung Bahnbrechendes geleistet haben. Auf jeder Doppelseite werden eine Person und ihre wichtigen Forschungen dargestellt, wobei auch mir einige der aufgeführten Persönlichkeiten bis dato nicht bekannt waren. Die Auswahl ist sehr vielfältig getroffen und zeigt die Bandbreite an Forschungsfeldern auf.
Die Inhalte sind altersgerecht aufgebaut, die Informationen und Illustrationen sind auf einem Niveau, das Kinder und Jugendliche verstehen können. Zudem gibt es viele Experimente, die selbst ausprobiert werden können, um die Forschungsarbeiten besser nachzuvollziehen und selbst in die Rolle als Entdecker zu schlüpfen.
Ein sehr inspirierendes und starkes Sachbuch, das aufzeigt, dass Wissenschaft keinesfalls als Männerdomäne zu verstehen ist.
Rezensionen von Gaby 2707:
Bernsteintränen von Izabelle Jardin
Eine spannende Reise in die Vergangenheit
Dr. Nicola Berger steht mit beiden Beinen fest im Leben, ihre Karriere entwickelt sich prächtig, nur mit der Liebe klappt es nicht. Nach ihrem Beziehungsaus zu ihrem charismatischen Kollegen Morris sieht sie sich schon allein das Neue Jahr begrüßen. Als ihr Chef sie bittet, in Polen Kaufverträge für einen neuen Fertigungsstandort zu verhandeln, nimmt sie den Auftrag an - sie hat ja eh nichts anderes vor.
Mit dem Van ihres Chefs macht sich Nicola auf nach Polen, noch nicht ahnend, was da alles auf sie zu kommen wird.
Mit diesem Buch ist der Autorin wieder ein Werk gelungen, was mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte liest sich so einfühlsam, so lebendig, so menschlich und wirklich, dass ich gleich mitten hinein gezogen wurde. Oft hatte ich das Gefühl, neben Nicola zu stehen und mit ihren Augen sehen zu können. Ich bin jetzt noch ganz hingerissen von der manchmal etwas düsteren, melancholischen, aber meistens doch farbenfrohen Stimmung, die ich fast greifen konnte. Hier und da hatte ich ein Tränchen im Augenwinkel.
Die Protagonisten sind so detailliert characterisiert - ich hatte bald ein recht klares Bild vor Augen. Vor allem Nicolas Oma hätte ich gerne mal in den Arm genommen und feste gedrückt.
Izabelle Jardin hat mich mit nach Polen genommen und es geschafft, dass der Norden dieses Landes jetzt auf meiner "will ich noch sehen"-Liste gelandet ist.
Danke, dass ich bei Nicolas Reise in die Vergangenheit dabei sein durfte. Es war einfach nur schön.
Rezensionen von M.:
Schnitzeljagd Detektiv Kindergeburtstag ab 8 Jahre (Grundschüler) von Birgit Bravo
Keine Farbe
Die Bilder sind nicht wie abgebildet in Farbe gedruckt sondern nur in grau/weiß! Schade um die 18€! Würde ich nicht wieder kaufen!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von M.Rezensionen von Eternal-Hope:
Adama von Lavie Tidhar
Kein Land ohne Blut
"Adama" von Lavie Tidhar ist ein hartes Buch. Die Härte, mit der sich die Überlebenden des Holocausts und die schon früher nach Israel ausgewanderten oder dort geborenen Juden dieses Land mit der Waffe erkämpft haben, wird spürbar. Erzählt wird eine Geschichte über mehrere Generationen.
Gründungsperson dieser Familie ist Ruth, die große Teile ihrer Familie im Holocaust verloren hat und die es geschafft hat, schon vor der Shoah nach Palästina auszuwandern und dort im Kibbuz lebt. Später kommt ihre Schwester Shosh(ana), die ein Konzentrationslager überlebt hat, für eine Weile dazu, außerdem gibt es Kinder und Enkel. Familie soll aber im Kibbuz nicht wirklich gelebt werden, die Kinder werden von Anfang an ihren Eltern entfremdet, gemeinschaftlich aufgezogen und sollen die Eltern nicht "Mama" oder "Papa" nennen, sondern nur beim Vornamen, siehe z.B. diese Stelle: "Yael gehörte ihr nicht, ihr gehörte nichts, jedenfalls nicht, solange sie im Kibbuz lebte. Yael war nur eine von vielen Rotznasen in der Masse der Kinder, unterschied sich durch nichts von Yoram und Ophek, den Kindern ihrer Schwester. Sie gehörten alle dem Kibbuz." (S. 228). Auch deshalb scheint in späteren Generationen, die so nicht mehr leben möchten, der Kibbuz ein aussterbendes Konzept zu sein.
Am interessantesten war für mich an diesem Buch tatsächlich die Schilderung des harten Alltags des Ankommens in Palästina in den späten 1940er Jahren und danach, sowie der kommunistisch organisierte Alltag im Kibbuz, ohne traditionelle Familienstrukturen oder Privateigentum und die extreme Betonung des Werts von Arbeit, siehe z.B. diese Stelle: "Jetzt traf Ruth sich mit all ihren alten Freunden und Freundinnen in einem hübschen, gemütlichen Saal, wo sie Produkte aus der Fabrik verpackten: eine leichte, unanstrengende Arbeit, aber immer noch Arbeit. Und die war im Kibbuz von allerhöchstem Wert. Arbeiter sein. Wer arbeitete, war jemand und war kein Schmarotzer. Ein Wort, das Ruth ausspie wie die schlimmste Beleidigung, schlimmer als alles andere. Wenn man hart arbeitete, spielte es keine Rolle, was man sonst machte." (S. 44)
Und sonst gemacht wird eine Menge, unter anderem mit der Waffe für das Land gekämpft, aber auch, in einer späteren Generation, für Geld Auftragsmorde verübt, und noch so einiges mehr. Es ist eine kalte Zeit, in der arabische Dörfer einfach ausgelöscht werden, denn: "Die Tzabarim waren nicht schwach wie die alten europäischen Juden. Sie waren neu und hart und die Herrscher in diesem Land, diesem "Adama". Sie hatte das Wort im Hebräischunterricht gelernt und hasste es. "Es gibt kein A-d-a-am-a ohne d-a-m", hatte ihr erster Lehrer stolz erklärt. "Dam" war Hebräisch und bedeutete Blut. Kein Land ohne Blut. Shosh hatte Blut satt." (S. 224)
Aber auch jüdische Flüchtlingskinder nicht sicher sind und laufen Gefahr, skrupellosen Menschenhändlern zum Opfer zu fallen, ohne dass es die meisten anderen Menschen besonders kümmert. Stark spürbar sind die tiefen Wunden und Traumatisierungen durch die NS-Zeit, und der starke Wunsch, weiterzuleben und das Leben weiterzugeben, siehe z.B. diese Stelle: "Shosh wünschte sich auch ein Baby. Von wem, spielte keine Rolle. Sie wollte neues Leben in die Welt setzen, neues Leben für all das verlorene. Schon allein, um den Nazis zu sagen, ihr konntet uns nicht alle töten, und jetzt sind wir hier, wir leben noch und wir schaffen neues Leben. Ein Baby zu bekommen, hatte etwas von einem Wunder." (S. 156)
An diesen erwähnten Themen sieht man also: das Buch behandelt wichtige Aspekte der Geschichte Israels und regt zum Nachdenken an. Damit komme ich allerdings auch schon zur Kritik: sprachlich und literarisch ist es weit entfernt davon, ein Meisterwerk zu sein. Die Sprache ist überwiegend sehr einfach, teilweise voll mit übertriebenen, unpassenden Metaphern. Es gibt unzählige für die weitere Handlung irrelevante Szenen zum Rauchen oder Essen, die in wiederholender Art detailliert geschildert werden. Die Charaktere sind simpel konstruiert, keinen davon konnte ich wirklich nachfühlen, insgesamt verbindet sie fast alle nur die Härte, die sie in sich tragen, ansonsten werden sie wenig individuell spürbar. Von der inhaltlichen Konstruktion her sind es auch eher einzelne Szenen, die geschildert werden, als ein in sich schlüssiger Thriller. Spannung kommt auch nicht wirklich auf. Insgesamt ist es also ein bestenfalls mittelmäßiges Buch, das ich nicht wirklich empfehlen kann, denn auch zu oben geschilderten Themen gibt es in der israelischen Literatur weit besseres.











