Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rainbowly:
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Poetisch und tragisch
Inhalt
Um Lisavet zu beschützen, versteckt sie ihr Vater in einer riesigen, geheimen Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert. Dort steckt sie dann aber fest und wandelt durch die Erinnerungen anderer Menschen, bis sie auf den Zeithüter Ernest trifft, der ihr Leben auf den Kopf stellt.
Sprache
Die Leseprobe dieses Buches hat mich sofort gefesselt. Durch den poetischen Schreibstil wird eine ganz besondere Stimmung vermittelt. Man fühlt sich eingehüllt und irgendwie genauso losgelöst von der Zeit wie Lisavet. Die Beschreibungen des Zeitraums in dem Lisavet sich aufhält haben mir besonders gut gefallen.
Und dann springt man in einen zweiten Handlungsstrang in die Zukunft und versteht erstmal gar nicht wie diese beiden Erzählungen zusammengehören. Erst nach und nach tut sich eine Verbindung auf. Die Verknüpfung dieser beiden Erzählstränge zu entdecken, hat mich sehr gefesselt.
Und so verzaubert ich auch jedes Mal war, wenn ich weiter gelesen habe, so schwer habe ich mich getan, das Buch überhaupt wieder zur Hand zu nehmen. Ich kann gar nicht genau erklären warum. Aber man muss sich schon auf das Lesen dieser Geschichte einlassen und die unglaublich langen Kapitel haben sicher auch ihren Teil dazu beigetragen. Wenn ich im Voraus weiß, ein Kapitel geht locker mal 30 Seiten, ist das für mich eine Hürde.
Die Geschichte an sich hat mir aber gut gefallen. Sie war einfühlsam, ein bisschen magisch und auch sehr tragisch. Und sie bringt einen zum Nachdenken - Welche Erinnerungen sind lohnenswert zu erhalten und welche nicht? Und wer entscheidet das? Was zählt im Leben wirklich?
Charaktere
Lisavet ist eine besondere Protagonistin, aber sie macht in dem Buch eine Entwicklung durch, die ich schwierig nachzuvollziehen fand. Ich kann darauf nicht näher eingehen, um nicht zu spoilern. Aber sie trifft einige Entscheidungen, die ich nicht gut fand und das führt auch irgendwie zu dieser Entwicklung, die mir nicht so gut gefallen hat - wahrscheinlich, weil ich die Lisavet vom Anfang so gern mochte.
Fazit
Eine wirklich tragische Geschichte, die sehr poetisch erzählt wird.
Rezensionen von lesemaus:
Sturmtage von Sibel Daniel
toller Auftaktroman
Johanna wächst behütet auf einem Gut in Mecklenburg auf. Sie besucht 1932 ihren Bruder in Berlin, der dort für die SPD arbeitet. Unter seinen Freunden ist der Norweger Sven und die Frau Ruth. Auf Grund der politischen Situation in Deutschland entscheidet sich Johanna mit ihrem Bruder zu Sven nach Norwegen zu gehen.
Hier finden Sven und Johanna zueinander. Aber alles entwickelt sich anders als erwartet…
Ich durfte hier einen fulminanten ersten Teil einer Trilogie lesen. Ich finde die Historie wurde sehr gut wiedergegeben. Gute Recherchen und sehr authentisch.
Der Stil klar und flüssig, angenehmes Lesen. Spannend geschrieben und die Wendungen machen es für mich noch spannender. Auf den Fortgang der Geschichte bin ich sehr gespannt.
Mir hat der Auftaktroman sehr gut gefallen. Eine klare Leseempfehlung für historisch Interessierte der deutschen Geschichte.
Rezensionen von lesemaus:
Marzipan und Winterküsse von Frieda Lamberti
schöner Roman fürs Herz
Frieda Lamberti entführte mich im wundervollen Winter-Wohlfühl-Roman in die Hansestadt Lübeck.
Das Cover kommt so schön winterlich daher, sofort komme ich in die winterliche Stimmung.
Im Roman „Marzipan und Winterküsse“ lerne ich zum einen Linda kennen, die sich sofort in mein Herz gekocht hat.
Sie arbeitet nämlich als Köchin. Mit viel Fantasie und Liebe zaubert sie tolle Gerichte. Beim Lesen bekam ich schon mal Hunger, der Ablauf in der Küche ist so bildhaft.
Dann ist da noch Cora, ihre Nachbarin. Als alleinerziehende Mutti und Geschäftsfrau hat auch sie viele Hürden zu meistern.
Beides sind sehr taffe Frauen und liebenswert. Sie meistern ihren Alltag, jede auf ihre Art.
Aber welche Hürden es sind und warum… und ob am Ende sogar die Liebe siegt, möchte ich hier nicht vorwegnehmen. Das darf der Leser gern selbst herausfinden…
Frieda Lamberti beschreibt die Stadt Lübeck mit so viel Herz und Charme, dass ich mich inmitten der verschneiten Stadt stehen sehe. Wie immer steckt in ihren wundervollen Büchern viel Herzblut und Liebe zum Detail. Dieser Roman ist genauso warmherzig wie „Apfelzeit auf dem Deich“. Ich mag den Schreibstil sehr gern. Klar und flüssig geschrieben und ich als Leser habe immer den Drang Seite um Seite weiterzulesen. Der Roman ist daher sehr kurzweilig und ich kann mich gut in die Stimmung einfühlen. Die Charaktere sind mir sehr sympathisch und der Roman authentisch. Nicht kitschig oder überzogen. Und gerade in der Winter- und Weihnachtszeit sehnen wir uns einmal mehr nach Harmonie. Ein Blick in die News des Tages reißt uns sofort aus den Träumen.
Und ab und an braucht man auch mal ein Buch für die Seele.
Mir hat der Roman sehr gefallen und gebe eine klare Leseempfehlung um etwas Licht, Liebe und Herz in die dunkle Jahresszeit zu holen.
Rezensionen von lesemaus:
Marzipan und Winterküsse von Frieda Lamberti
wundervoller Winter-Wohlfühl-Roman
Frieda Lamberti entführte mich im wundervollen Winter-Wohlfühl-Roman in die Hansestadt Lübeck.
Das Cover kommt so schön winterlich daher, sofort komme ich in die winterliche Stimmung.
Im Roman „Marzipan und Winterküsse“ lerne ich zum einen Linda kennen, die sich sofort in mein Herz gekocht hat.
Sie arbeitet nämlich als Köchin. Mit viel Fantasie und Liebe zaubert sie tolle Gerichte. Beim Lesen bekam ich schon mal Hunger, der Ablauf in der Küche ist so bildhaft.
Dann ist da noch Cora, ihre Nachbarin. Als alleinerziehende Mutti und Geschäftsfrau hat auch sie viele Hürden zu meistern.
Beides sind sehr taffe Frauen und liebenswert. Sie meistern ihren Alltag, jede auf ihre Art.
Aber welche Hürden es sind und warum… und ob am Ende sogar die Liebe siegt, möchte ich hier nicht vorwegnehmen. Das darf der Leser gern selbst herausfinden…
Frieda Lamberti beschreibt die Stadt Lübeck mit so viel Herz und Charme, dass ich mich inmitten der verschneiten Stadt stehen sehe. Wie immer steckt in ihren wundervollen Büchern viel Herzblut und Liebe zum Detail. Dieser Roman ist genauso warmherzig wie „Apfelzeit auf dem Deich“. Ich mag den Schreibstil sehr gern. Klar und flüssig geschrieben und ich als Leser habe immer den Drang Seite um Seite weiterzulesen. Der Roman ist daher sehr kurzweilig und ich kann mich gut in die Stimmung einfühlen. Die Charaktere sind mir sehr sympathisch und der Roman authentisch. Nicht kitschig oder überzogen. Und gerade in der Winter- und Weihnachtszeit sehnen wir uns einmal mehr nach Harmonie. Ein Blick in die News des Tages reißt uns sofort aus den Träumen.
Und ab und an braucht man auch mal ein Buch für die Seele.
Mir hat der Roman sehr gefallen und gebe eine klare Leseempfehlung um etwas Licht, Liebe und Herz in die dunkle Jahresszeit zu holen.
Rezensionen von gabiliest:
Sieben Jahre von Tanja Kinkel
Macht und Unterwerfung
Die vielfach preisgekrönte SPIEGEL Bestseller-Autorin Tanja Kinkel hat mit “Sieben Jahre” ein beeindruckendes Werk geschaffen, das nicht nur historisches Geschehen, sondern auch menschliches Denken und Fühlen behandelt.
Im Mittelpunkt stehen zwei Mitglieder der Königlichen Familie, ab 1740 Friedrich II.
(der Große), König in Preußen und sein vierzehn Jahre jüngerer Bruder Heinrich, dessen Blickwinkel den Roman bestimmt. Der Schutzumschlag des Buches ist im Stil der Zeit gestaltet, zeigt auf pastösem, sepiabraunem Hintergrund zwei Frauen in der Kleidung der Zeit, jedoch ohne Gesicht. Damit wird bereits angedeutet, welche Rolle Friedrich, aber auch sein Bruder Heinrich den Frauen zudachten.
Preußen ist unter Friedrichs Vater Friedrich Wilhelm I. ein gut verwaltetes Königreich mit herausragendem Heer. Doch als Vater ist Friedrich Wilhelm I. ein brutaler Tyrann, der seine Kinder verprügelt. Als Friedrichs Homosexualität offenbar wird und er vor seinem Vater fliehen will, nimmt ihn dieser in Festungshaft und richtet seinen Liebhaber hin. Nur knapp entgeht Friedrich der Todesstrafe. Da ist Heinrich vier Jahre alt und versteht die Zusammenhänge noch nicht. Doch später wird er selbst neben seinem Bruder nicht nur Teile des Heeres befehligen, sondern auch seine gleichgeschlechtlichen Neigungen teilen. Die sexuelle Orientierung der Brüder ist ein Thema, das sich durch das ganze Buch zieht. So, wie Friedrich von seinem Vater als Zeichen der Unterwerfung zu einer Heirat gezwungen wurde, zwingt er nun Heinrich zu einer verhassten Ehe. Beide Männer verachten ihre Frauen, die sie ständig an ihre Demütigung erinnern und leben nicht einmal im selben Haushalt mit ihnen.
Als Friedrich 1740 König in Preußen wird, beginnt in Wien die Herrschaft Maria Theresias, die Friedrich zwar verächtlich als Gebärmaschine, wenig geistreich, stolz, aber als “einzigen Mann” im Geschlecht der Habsburger bezeichnet. Als 1756 Preußen ohne Kriegserklärung in Sachsen einfällt, ist das der Beginn des siebenjährigen Krieges, Preußen ist mit England verbündet, Österreich aber verfügt über die größere Streitmacht, denn seine Bündnispartner sind Frankreich, Russland und Schweden. Das Schlachten kann beginnen.
Tanja Kinkel schildert in sechs Abschnitten dieses herausragenden historischen Romans den Kriegsverlauf, aber vor allem das Verhältnis zwischen Friedrich, Heinrich und dem designierten Thronfolger Wilhelm. Friedrich liebt nur einen Menschen, seine ältere Schwester Wilhelmine, mit der er aufgewachsen ist. Als diese schwer erkrankt, denkt er, dass er sie dem Tod abspenstig machen kann, wenn er in seiner Schlacht siegt. Doch Wilhelmine verstirbt.
Heinrich wiederum liebt seinen vier Jahre älteren Bruder Wilhelm und bezeichnet ihn als guten Menschen, der keinen Angriffskrieg führen würde. Auch Wilhelm ist unglücklich verheiratet, hat aber Kinder, die die Linie fortsetzen werden. Als Wilhelm das Kommando über einen Heeresteil übernimmt und in der Schlacht unterliegt demütigt ihn Friedrich öffentlich. Kurz darauf stirbt Wilhelm. Ab diesem Zeitpunkt hasst Heinrich seinen Bruder Friedrich abgrundtief.
Friedrich und Heinrich sind beide große Feldherren, jedoch mit anderer Taktik. Während Friedrich überzeugt ist, auch gegen die Warnung seiner Generäle in die Schlacht zu ziehen, ist Heinrich der eher defensive Stratege. Friedrichs Kriegsführung fügt der Armee bei Kunersdorf so hohe Verluste zu, dass er zeitweilig den Tod herbeisehnt. Heinrich wird Oberbefehlshaber des Heeres und überlegt an einer Stelle, ob man das Leben seines Bruders nicht gegen die Leben der vielen Soldaten, die vielleicht gerettet werden könnten, aufrechnen könne.
“Sieben Jahre” beleuchtet das Kriegsgeschehen aus einer menschlichen Perspektive, denn die Grundlage des Buches sind die historisch belegten Briefe der Brüder Heinrich und Friedrich. Friedrich, der zynisch schreibt, der Bruder möge seine Zeit nicht mit Nichtigkeiten- gemeint sind seine Amouren- vergeuden, sondern dem Staat dienen. Heinrich, der sich immer bewusst ist, dass er Friedrich Gehorsam schuldet und auch wenn er ihn hasst, muss er erkennen, dass er ihm immer ähnlicher wird. Tanja Kinkel erschafft aus historischen Figuren Menschen mit Bedürfnissen und Gefühlen, Geschichtszahlen werden zu Schicksalen. Nur in ihrer Liebe zur Musik gleichen die Geschwister einander.
Dieser epische Roman beleuchtet einen Ausschnitt aus der Zeit der Herrschaft Friedrichs des Großen und seiner Familie, aber deckt dadurch nicht das ganze Spektrum seiner Regentschaft ab. Auch Maria Theresia und die Verbündeten bekommen wenig Raum. Erst am Schluss des Buches hadert vor allem Heinrich mit den ungeheuren Opfern an gefallenen Soldaten, die dieser Krieg verursacht hat. Dennoch ist nur wenig Bedauern zu spüren. Auch Maria Theresia meint bloß, sie werde für die Soldaten beten. Wer dieses Buch liest, erkennt, dass die Herrschenden das einfache Volk immer als Kanonenfutter betrachtet haben und Menschlichkeit hinter den Kriegszielen zurückstand.
Als Nebenhandlung wird das Leben von Amalie, einer Schwester Friedrichs geschildert, die pro forma Äbtissin des Stiftes Quedlinburg war, aber ein freies Leben führte und sich zum weiblichen Geschlecht hingezogen fühlte. Die Lebensumstände des Volkes in der damaligen Zeit werden kaum geschildert, nur Hannibal, der Kammermoor, steht für einen eigenen Strang der Erzählung. Da damals die Herrschenden von Exoten begeistert waren und Menagerien errichteten, denen auch Mooren angehörten, diente Hannibal verschiedenen Mitgliedern des Königshauses. Da der Name des damaligen preußischen Kammermohren nicht überliefert ist, lieh sich Tanja Kinkel des Namen seines Zeitgenossen Angelo Soliman, dessen Haut nach seinem Tod präpariert und im Kaiserlichen Naturalienkabinett ausgestellt wurde.
Am Beginn des schön mit Vor- und Nachsatzblättern und mit dreiseitigem Farbschnitt gestalteten Buches findet sich ein Personenverzeichnis, das die Orientierung erleichtert. Tanja Kinkel hat ein ausführliches Nachwort verfasst, das die geschichtlichen Zusammenhänge darlegt und ihre Quellen nennt. “Sieben Jahre” ist ein bemerkenswertes Buch, das die Lesenden Geschichte aus einem anderen Blickwinkel erleben lässt, eine gelungene Buchpremiere, die durch ihre Ausführlichkeit besticht und es möglich macht, auf die Menschen hinter den Archiven zu blicken. Geschichtlich Interessierten mit ausreichenden Zeitbudget- das Buch ist im besten Sinne des Wortes gewichtig und umfasst 848 Seiten- kann ich diesen außergewöhnlichen, hervorragenden, gut und flüssig erzählten Roman absolut empfehlen.
Rezensionen von Nele33:
Saal 210 - Wenn Menschen morden von Hariett Drack
faszinierende Fälle
Harriett Dracks "Saal 210, wenn Menschen morden" bietet einen verstörenden, aber auch distanzierten Einblick in wahre Verbrechen.
Als True Crime Fan war ich sehr gespannt auf das genannte Buch. Die Autorin fasst hier sehr detailliert die Fälle aus dem Kölner Schwurgerichtssaal am Landgerichts 210 auf beeindruckende Weise zusammen.
Der Schreibstil ist nüchtern und distanziert, was ich bei diesem Thema sehr bevorzuge. Es ist für mich erschreckend gewesen, wie viele grausame Verbrechen an Kindern begannen werden, dies ausschließlich im familiären Umfeld. Darum würde ich das Buch nicht für empfindliche Leser empfehlen.
Ein wenig haben mir die tieferen psychologischen Aspekte der Taten gefehlt. Das Buch wird abgerundet durch kuriose Fälle des Kölner Amtsgerichtes, die mich dann zum Abschluss echt noch schmunzeln lassen hat.
Insgesamt ein faszinierendes und auch erschütterndes Werk, welches in die Abgründe der menschlichen Taten blicken lässt.
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Geschichte des Universums von Günther Hasinger
Das Universum – Vom Anfang bis zum Ende ... empfehlenswert
Günther Hasinger beschreibt in elf Kapiteln auf 128 Seiten in leicht lesbarer Form das Werden und Vergehen unseres Universums. Wir erleben seine Geschichte von der Quarksuppe über die Ausformung der Materie, die Entstehung der Galaxien und Planeten bis zu seinem Vergehen. Zwei Kapitel sind dem Entstehen von Sternen und ihren Endstadien gewidmet.
Killer-Asteroiden und ihrer Abwehr ist der Abschnitt sechs gewidmet. In Kapitel elf behandelt er ungelöste Forschungsfragen zum Weltall, wie die Frage, wo die Dunkle Materie eigentlich herkäme. Spannend.
Das Buch ist so geschrieben, dass man jedes Kapitel für sich lesen kann. Ich selbst habe etwa mit dem letzten Kapitel über die ungelösten Forschungsfragen begonnen und mich dann auf die Endstadien der Sternentwicklung gestürzt.
Fazit: Empfehlenswert.
Rezensionen von Murksy:
Durchblick Künstliche Intelligenz von Brian Clegg
Der Mensch bleibt Mensch
Wie auf dem leuchtenden Cover des Sachbuches zu lesen ist, richtet sich diese Lektüre an all jene Menschen, die von KI noch nicht allzu viel wissen oder sich einfach einlesen wollen. Auch das Innenleben des Buches ist bunt gehalten. Weiße Seiten wechseln sich mit blauen, gelben und orangen ab.
Auf diese Form der Gliederung hätte ich gut verzichten können, da ich vor allem bei weniger Licht auf dem orangen Hintergrund Leseprobleme habe. Ein durchgehendes Weiß hätte genügt, auch wären vermutlich die Produktionskosten geringer gewesen. Zudem sind reinweiße Seiten umweltschonender in der Herstellung.
Zu Beginn jedes Kapitels wird mit Hilfe von Flussdiagrammen versucht, die kommenden Begriffe kurz anzukündigen. Diese Übersichten wirken aber eher umstrukturiert und sorgen auf keinen Fall für mehr Verständnis. Diese Seitenfüller hätte man sich besser gespart und die freiwerdenden Seiten für genauere oder tiefer gehende Erklärungen genutzt. Einfache Erklärungen für ein möglichst breites Publikum sind in Ordnung, aber teilweise fehlt eine genauere Erklärung. Zumindest gibt es für Interessierte am Ende des Buches eine Seite mit Quellen und weiterführenden links. Das Buch behandelt durchaus die meisten Aspekte der KI. Aber der enorme Energieverbrauch und die Kritiker kommen zu wenig ins Spiel. Gerade was die Gefahren der KI betrifft, bleibt das Buch recht oberflächlich. Gerade im Bereich der Kriegsführung ist die Wirtschaft leider schon deutlich weiter, als es das Kapitel im Buch vermittelt. Gesichtserkennung und gezielte Tötung sind leider kein Zukunftsszenario. Das Thema Spiegelmoleküle wird nicht erwähnt. Spiegelbakterien könnten mit KI deutlich leichter erzeugt werden, mit unvorhersehbaren Folgen. Gleiches gilt für B- und C-Waffen. Was ist mit tausenden Büchern und Songs, die das Internet fluten und alle KI-generiert sind? Oder unzählige Schauspieler, Sprecher, Autoren, die um ihren Job bangen? Vieles bleibt unerwähnt oder nur angerissen.
Das Buch darf man als Einsteigerbuch sehen, das einen groben Überblick vermittelt, mehr nicht. Mehr als ein umrissener Überblick bleibt nicht übrig, vieles davon wird aus anderen Medien bekannt sein. Zum Schluss noch ein persönliches Fazit. Meiner Meinung nach ist KI nicht auf dem Wege, den Menschen zu ersetzen. Dafür fehlt Bewusstsein, Moral, Gewissen oder nennen wir es Seele. Aber genau darin liegt die Gefahr. Ein System, das einzig zweckgebunden agiert, kann frei der oben genannten Attribute zu einer Bedrohung werden. Leider gibt es genügend Mächte und Gruppierungen, die in eigenem Interesse, quasi ohne Rücksicht auf internationale Gesetze oder Menschenrechte KI einsetzen. Der Mensch bleibt Mensch. Das ist die Hoffnung und Sorge zugleich. Solange wir uns unsere Menschlichkeit bewahren und unsere Werte verteidigen, bleibt KI ein nützliches Instrument. Leider ist aber auch Teil unserer Menschlichkeit, dass wir die Technik nutzen, um Vorteile zu erlangen. Davor werden uns auch keine Gesetze schützen. Die Büchse der Pandora ist offen.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste von Kelly Mullen
Dies ist kein Spiel
"This is not a game" - Dies ist kein Spiel, genau wie der Originaltitel es sagt. Doch für Mimis (Rosemary) Enkelin Addie, die Gameentwicklerin ist, ist es genau das. Nur in echt. Als sie ihre Grossmutter zu einer Party zu einer Nachbarin - amerikanische Nachbars-Abstände nicht mitteleuropäische - begleitet und dort Gastgeberin Jane tot aufgefunden wird, wird ihnen schnell klar, dass die Einladungsnotiz nicht von Jane sein kann.
In dieser Notiz geht es um ein Geheimnis, dass Mimi bewahrt. Sie geht davon aus, dass auch alle anderen Gäste erpresst werden und eine solche Notiz erhalten haben. Mimi und Addie versuchen dem ganzen Rätsel auf die Spur zu kommen. Kontakt zur Aussenwelt gibt es keinen, da der Schneesturm am Lake Hurron auf Mackinac Island so stark war, dass niemand zu ihnen gelangen kann. Das Haus, eher eine moderne Burg, hat eine Schmugglervergangenheit und verfügt über etliche Geheimgänge und - zimmer, die die beiden aufspüren wollen.
Addie ist dabei in ihrem Element und während sie Rätsel um Rätsel löst, blüht sie nicht nur auf, sondern löst sich auch immer mehr von ihrem Ex-Partner Brian, gegen den sie gerichtlich angehen will, weil er sie mit der gemeinsamen Firma betrogen hat.
Die Grundidee fand ich nicht schlecht, aber mit dem Cast konnte ich nichts anfangen: weder konnten mich Mimi und Addie überzeugen, noch die restlichen Gäste und auch nicht das Hauspersonal. Ausnahmslos alle waren verdächtig und ausnahmslos alle fand ich leider unsympathisch.
Das macht es natürlich schwer, dann auch die Geschichte gut zu finden. Einige Ermittlungserkenntnisse fand ich nicht sehr logisch. Aber das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich zwar sehr gerne mit rätsle, wer in Krimis die Täter sind, aber mich weder Play Station reizen noch Escape-Rooms cool finde. Hier aber ging es eben um solche Ideen ("Wie komm ich aus diesem Zimmer raus?") und ich hatte ständig das Gefühl, dass sie gleich, wenn sie ein weitere Geheimnis der Gäste herausfinden, von irgendwoher Bonuspunkte bekommen. Dass ich eher vor einem Bildschirm sitze und das Spiel verfolge, als einen Krimi zu lesen. Von daher kann man immerhin sagen, dass der Schreibstil von Kelly Mullen sehr bildlich ist und man sich gut einfühlen kann in die Szenerie. Vielleicht ist es eher ein Krimi für Menschen, die gerne Computerspiele spielen.
Fazit: Zwar humorvoll und sehr ideenreich geschrieben, mir war es ein aber zu viel an unsympathischen Charakteren und generell zu vielen Personen (zwei oder drei weniger hätten für mich besser funktioniert), ein zu spezielles Setting (Schneesturm plus abgelegener Ort), und zu viel Game-Stuff.
3 Sterne.
Rezensionen von Ele:
Pompejis letzter Sommer von Gabriel Zuchtriegel
Die verschüttete Stadt am Vesuv
Pompejis letzter Sommer – Als die Götter die Welt verließen von Gabriel Zuchtriegel, Ullstein EBook.
Eine völlig neue Perspektive auf Pompeji
79 n.Chr. bricht der Vesuv aus und Pompeji trifft der pyroklastische Strom, sodass das Leben in der Stadt erstarrt. Als die Grabungen beginnen, die bis in die heutige Zeit andauern kommen immer mehr Einblicke zutage, die zeigen, dass die Zeit beim Ausbruch hier einfach stehengeblieben ist.
Entdecke das Leben im alten Pompeji, denn hinter den alten Mauern verbirgt sich eine Welt voller Konflikte und Wandel.
Wie genau der Ausbruch stattfand, auch das hat der Autor, der Direktor des Archäologischen Parks Pompeji ist, sehr anschaulich erzählt.
79. v. Chr. Die alten Götter sind ein wenig aus der Mode gekommen, obwohl die Römer immer tolerant gegenüber Andersgläubigen waren. Das Christentum steckt in den Kinderschuhen und hat sich noch nicht etabliert, von dieser Zeit des Umbruchs weiß Zuchtriegel interessant zu erzählen.
Das Leben wie es vermutlich zu dieser Zeit stattgefunden hat, ist hier deutlich und nachvollziehbar erklärt, obwohl ich hier keine klassischen Spannungsmomente erwartet habe, liest sich das Buch in manchen Abschnitten eher wie ein Krimi. Kinderzeichnungen die Szenen aus der Arena darstellen, das Leben des Sklaven, die ein Drittel der Bevölkerung ausmachten, die Stellung der Frauen zu jener Zeit. All das wurde mir verblüffend anschaulich nahegebracht.
Die Megalographien im Haus des Thiasos, denen ein eigenes Kapitel gewidmet ist, sind hier sehr ausführlich erklärt und interpretiert, griechische Mythologie über viele Seiten hinweg, das war mir zu viel, hier hat der Autor sehr weit ausgeholt, er studierte in Berlin und Rom Archäologie und griechische Literaturgeschichte, das wird an dieser Stelle deutlich.
Das Buch besteht aus sechs Teilen untergliedert in diverse Kapitel die eine den Inhalt zusammenfassende Überschrift tragen. Durch die bildhafte Erzählweise des Autors entsteht beim Lesen eine Welt, die Stück für Stück langsam wieder an die Oberfläche kommt. Der Bildteil im Anschluss vertieft die Erklärungen, die durch den visualisierenden Erzählstil in meinem Kopf entstanden sind. Die Bilder hätte ich mir an den passenden Stellen im Ebook gewünscht. Beschämende Zoten die an die Wände des Lupanars (Bordell) geschrieben stehen, sind mit * gekennzeichnet, diese und andere brisante Stellen im Buch können somit ausgelassen werden.
Mit dem Autor bin ich gerne durch die Ruinen gewandert. Durch die Ausgrabungen, sind diese Artefakte, dem Verfall ausgesetzt. Es wird aktuell nur so viel freigelegt wie auch konserviert werden kann, das war zu Beginn der Ausgrabungen leider nicht so. Nur 7 % sind bisher überdacht. Die Kosten sind enorm hoch, Pompeji ist ein interessanter Ort, der noch voller Überraschungen steckt. Wer sich dafür interessiert, hat hier ein Buch in dem die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft dieser alten Stadt von allen Seiten beleuchtet wird.
Von mir 4 Sterne.











