Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bineira:
Die Straße von Robert Seethaler
Ein spezielles Leseerlebnis
Dieses Buch lässt mich unschlüssig zurück. Auf der einen Seite habe ich Robert Seethalers typischen klaren Schreibstil genossen, gleichzeitig waren mir die Momentaufnahmen einer Straße zu zerrissen, um ihnen ganz folgen zu können.
Der Autor hat sich etwas getraut in seinem neuen Roman.
Er geht eine Straße irgendwo in einer Stadt und zu irgendeiner Zeit entlang. Ein Jahr lang begleitet er die Bewohner und hält ihr Leben in kleinen Passagen fest. Wir lesen Episoden, Briefe und Behördenschriftstücke, lauschen Gesprächen, Gebeten und Erinnerungen. Es geht um unerfüllte Liebe, Einsamkeit, Armut, Krankheit, Alter, Tod, Fremdenfeindlichkeit, Missgunst, Mut, Angst, Wut, Willkür. Nur manchmal blitzen Mitgefühl und Nächstenliebe kurz auf.
Viele der fortlaufenden Textstücke - allesamt ohne Überschrift - konnte ich nach und nach den Protagonisten zuordnen, einiges blieb für mich im Dunkeln. Keine Frage, das Buch verlangt seinen Lesern einiges an Konzentration ab. Die gesamte Handlung ist von einer dicken Schicht Melancholie und Resignation überzogen. Dieses Gefühl war beim Lesen so realistisch, dass ich aufpassen musste, damit es mich nicht runterzieht.
Mein Fazit: Mich hat das Buch wegen seiner Eindringlichkeit und dem virtuosen Sprachgebrauch beeindruckt. Im Vergleich zu anderen Romanen von Seethaler ist es mir jedoch zu düster, und der experimentelle Schreibstil ist nicht ganz meine Sache.
Rezensionen von Thorsten:
Die Träume, die wir hatten von Christiane Hoffmann
Zwei Freundinnen
Das Buch von Christiane Hoffmann „Die Träume, die wir hatten“ ist im Gegensatz zu dem leicht und locker wirkenden Cover kein allzu leichtes Lesevergnügen. Es handelt von einer Freundschaft zwischen zwei Frauen und beginnt mit dem Selbstmord der Freundin der Protagonistin kurz vor Beginn des Krieges zwischen der Ukraine und Russlands.
Das Buch wird von der Trauer um die Freundin beherrscht und zwischendurch werden immer wieder Gedichte von Anna Achmatova zitiert. Die Protagonistin verweilt in ihren Erinnerungen an die Freundschaft zu ihrer Freundin. Denkt über ihr Leben und Arbeiten in Russland und in der Ukraine nach und an ihre gemeinsamen Erlebnisse. Sie schreibt über historische Geschehnisse und welche Bedeutung der heutige Krieg Ukraine/Russland Krieg für sie und die Ukrainer hat.. Die Bedeutung der Freundschaft zu ihrer Freundin gerät dabei zeitweise in den Hintergrund. Das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben. Es wird von der Freundin und deren psychischen Problemen und dann wieder von der politischen Situation in der Ukraine berichtet. Insgesamt gesehen, hat der Roman nicht meinen Erwartungen entsprochen..
Rezensionen von yellowdog:
Popóm von Johanna Sebauer
Die Begegnung
Hendrik Popóm ist ein durchschnittlicher Mann Ende Zwanzig der eines Tages einen älteren Mann sieht und erkennt, das bin ich.
Er spricht ihn an und nach anfänglichen Zögern sprechen sie öfter miteinander.
Diese Begegnungen mit sich selbst führen dazu, dass Hendrik sich in Frage stellt und zu Selbsterkenntnis kommt.
Doch es gibt eine Sache, die Popóm ihm zunächst verheimlicht.
Das ist eine originelle Idee, dass den relativ kurzen Roman trägt. Es bleibt aber auch das Gefühl, das Popóm nach dem großartigen Roman Nincsdorf eher ein kleinerer Versuch ist und nicht lange im Gedächtnis bleibt.
Rezensionen von Anndlich:
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers von Sophie Oldenstein
Der Zirkel
Nicky erhält ein Stipendium für die Ashfield Academy, doch auf dem Weg dorthin merkt sie, dass kaum jemand über die Academy sprechen möchte. Zwischen ihrem neuen Alltag im Internat, den seltsamen Regeln und neuen Bekanntschaften muss Nicky erkennen, dass an diesem Ort irgendwas nicht stimmt. Sie stößt auf einen alten, ungelösten Kriminalfall, den sie gemeinsam mit Agatha, Pauly und Shu lösen möchte.
Doch können die Vier das wirklich schaffen?
Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers ist der erste Band der Reihe von Sophie Oldenstein für Kinder ab 11 Jahren. Die Stimmung des Buches ist eher düster, weswegen ich es vor allem jenen Kindern empfehlen würde, die auf etwas mehr Spannung und Gruselfaktor stehen, denn dann bekommt man auf jeden Fall eine spannende Geschichte.
Die Freundschaft zwischen Nicky, Agatha, Pauly und Shu ist besonders gelungen. Die Inklusion innerhalb der Geschichte ist so selbstverständlich, dass sie eine tolle Wirkung erzielt und Nicky zeigt sich als besonders loyale Protagonistin, die selbst kurze Bekanntschaften für wertvoll erachtet und alles gibt, um behilflich zu sein.
Die Atmosphäre des Buches ist düster, löst sich aber zum Ende hin etwas auf. Ich hätte mir noch mehr Tiefe im Internatsleben bzw. der Beschreibung der Academy gewünscht und damit selbst die Wirkung, die sie auf Ausstehende hat, erlebt. Das ist jedoch meine einzige Kritik am Auftakt der Ashfield Academy.
Rezensionen von Sheilo:
A Business Proposal 1 von Haehwa
Amüsantes K-Drama
Hari ist eine gute Freundin und da sie zudem in Geldnot steckt, lässt sie sich darauf ein, für ihre Freundin Yeongseo ein Blinddate zu besuchen, welche ihre reiche Familie immer wieder für sie organisiert. Doch dort trifft sie ausgerechnet auf ihren Chef Taemu, der sich zuvor in den Kopf gesetzt hat, die Frau zu heiraten, die bei dem Date erscheinen wird.
"A Business Proposal: Liebe braucht keinen Businessplan" ist ein wirklich amüsantes K-Drama von Haehwa und ist die Vorlage der bekannten Serie. Durch den humorvollen Schreibstil fällt einem beim Lesen gar nicht auf, wie schnell die Zeit vergeht und ich habe wirklich sehr viel gelacht beim Lesen. Vor allem die lebhaften Dialoge sind dabei eines meiner Highlight gewesen.
Hari ist eine erfolgreiche Frau, die jedoch neben der Unterstützung ihrer Familie und ihrem Job kaum Zeit mit Dingen verbringt, die ihr wirklich Spaß machen. Noch dazu schwärmt sie seit Jahren für ihren Freund Minu, doch als sie sich treffen ist ausgerechnet die neue Freundin von Minu der Grund dafür und Haris Herz bricht erneut. Doch das ist nichts gegen die Konsequenzen ihres Dates mit Taemu, der einfach nicht von Hari ablässt.
Taemu ist ein interessanter Charakter, zielstrebig und stets bemüht, seine Zeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Die arrangieren Dates seiner Familie sind für ihn vor allem lästig und deshalb will er in Zukunft keine Zeit mehr damit verschwenden und heiraten, wie seine Familie es möchte. Doch das er bei einer Frau abblitzen könnte, damit rechnet er überhaupt nicht.
Es macht viel Spaß, die entstehenden Beziehungen im Buch zu begleiten, voller Missverständnisse und witzigen Gegebenheiten. Auch der Sekretär von Taemu, Seonghun, spielt dabei eine besondere Rolle und er ist trotz des stressigen Alltags wirklich sehr loyal.
Insgesamt mag ich die Geschichte sehr und ich hatte so viel Spaß beim Lesen, wie schon lange nicht mehr. Nur das Ende hätte nach meinem Geschmack ein anderes sein können, aber es gibt einen kleinen Ausblick auf den zweiten Band, der mir Hoffnung macht. Wer eine amüsante Liebesgeschichte sucht, der wird "A Business Proposal" sehr mögen.
Rezensionen von warda:
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
Fesselnd!
In diesem Roman schreibt Eva Kranenburg über Mathilde, eine junge Frau in der DDR und überzeugte Sozialistin. Sie lebt mit ihrem Vater, der aus dem Konzentrationslager nach Hause kam und entsprechend geprägt aus dieser Zeit ist. Sie trifft sich regelmäßig mit ihrer Freundin namens Rena an einem geheimen Ort und tauscht sich gerne mit ihr aus.
Doch eines Tages taucht diese nicht auf. So begibt sich Mathilde auf die Suche nach ihr und merkt, dass vermeintliche Informationen über Rena nicht der Wahrheit entsprechen. Die Schilderungen machen ihr klar, dass Rena nicht die Person ist, die sie vorgab zu sein. Nach und nach fängt Mathilde an, die politischen Leitbilder zu hinterfragen und befasst sich auch mit der Arbeit des Vaters. Der Inhalt wird sehr authentisch dargestellt und der Einblick in das Leben von jungen Menschen zu Zeiten der DDR sind sehr eindrücklich!
Rezensionen von Anndlich:
Sturmland von Miriam Georg
Norderney, 1860.
Hamburg, 1860. Cora nimmt unter falschen Namen eine Stelle als Hauslehrerin bei Familie Klassen an. Gemeinsam mit der erkrankten Emmi und ihrem Vater Alexander macht sie sich auf den Weg nach Norderney und entflieht ihrem alten Leben. Doch dort kommen Emmi und Cora schneller in Gefahr als ihnen lieb ist.
Onnen sieht nicht nur das Unglück, sondern wird den beiden in nächster Zeit auch als helfende Hand zur Seite stehen. Bald ist Onnen nicht nur von der wissbegierigen Emmi verzaubert, sondern auch Cora wird ihm immer sympathischer.
Doch nicht nur Cora trägt eine dunkle Vergangenheit mit sich, auch Onnen hat Geheimnisse auf seiner Heimatinsel Borkum.
Sturmland ist der erste Teil der Sturmland-Saga, welche das Schicksal von Cora Kröger und Onnen Haart erzählt. Wie gewohnt schafft es Miriam Georg eine Welt zu kreieren, die authentisch wirkt, deren kalten Luftzüge man an den eigenen Armen spürt und deren Schicksale ans Herz gehen, auch wenn Sturmland dafür etwas länger gebraucht hat.
Zu Beginn hatte ich meine Schwierigkeiten mit Cora und Onnen warm zu werden. Ich vermutet dass dies an den großen Geheimnissen lag bzw. vor allem bei Cora auf der ‚zweiten Identität‘, die von Beginn an angenommen wird und mir Cora daher etwas distanziert und unnahbar wirken ließ. Im Laufe der Geschichte verflüchtigt sich das Gefühl jedoch bald und die beiden Protagonist:innen werden mit jeder Seite sympathischer.
Insgesamt merkt man trotzdem, dass der erste Band sehr viele Stränge öffnet und nur wenige Fragen in diesem auch beanwortet werden, die ein oder andere Antwort hätte ich mir jedoch bereits gewünscht.
Besonders beeindruckend fand ich die Geschichten zur Norderney und Borkum, die perfekt in die Geschichte eingebunden und eindrücklich erzählt wurden. Wieder einmal ein tolles Werk der Autorin, die es erneut schafft, dass ich mich nicht nur unterhalten fühle, sondern auch geerdet. Ihre Bücher geben den damaligen Zeitgeist mit, zeigen die Strukturen der damaligen Zeit auf und damit auch die Veränderungen. Beeindruckend, wie sie den Geist der Zeit trifft, Gedanken der damaligen Welt widerspiegelt, damit den Fortschritt aufzeigt, aber auch deutlich macht, woher gewisse Strukturen und Denkmuster auch noch heute kommen.
Ein gelungener Auftakt der Sturmland-Saga, dessen Ende mich ganz gespannt auf Salzwind warten lässt.
Rezensionen von Ameland:
MARCO POLO Bildband 100 Wochenendtrips in & um Deutschland von
Die nächsten Trips stehen bereits fest
Mein Mann und ich zählen schon zu den älteren Semestern, was vorteilhaft ist, da wir nicht auf die Wochenenden für unsere Ausflüge und Kurztrips angewiesen sind. Als kleinen Nachteil kann man vielleicht den Umstand bezeichnen, dass wir schon an vielen der vorgestellten Orte gewesen sind. Aber hey, wer sagt denn, dass man nicht mehrmals an ein und denselben Ort fahren darf.
Fast überall gibt es noch etwas Neues zu entdecken, so wie bei unserem Besuch von Lüneburg neulich. Den Wasserturm hätten wir ohne dieses Buch von Marco Polo auch diese Mal nicht betreten.
Die Vorschläge sind nach den vier Himmelsrichtungen kategorisiert und für jede gibt es einen vereinfachten Kartenausschnitt, in dem die vorgeschlagenen Ziele verortet sind. Da es uns fast immer Richtung Meer zieht, war der Beginn mit dem Norden schon ein guter Anfang. Beim Durchblättern mussten wir feststellen, dass der Osten und der Süden von uns bisher sträflich vernachlässigt wurden. Das muss unbedingt geändert werden, denn wir haben bisher etwas verpasst wie uns sowohl die Beschreibungen als auch die vielen Fotos vermitteln.
Egal ob ein Trip ans oder aufs Wasser, ins Grüne oder ein Städtetrip mit Kultur, hier ist für alles und jeden etwas dabei. Und wen es ins benachbarte Ausland zieht, der wird ebenfalls fündig. Was mir gut gefällt, man hat sich jeweils auf wenige Vorschläge begrenzt, so dass auch alles in ein Wochenende passt. Es wurde sogar an eine Alternative für Regentage gedacht, falls das Wetter vielleicht mal nicht mitspielt. Wir werden jedenfalls noch öfter unterwegs sein als bisher!
Rezensionen von Anndlich:
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
Feenabenteuer
Molli Mandala eckt in ihrer Feenwelt an, denn ihr Verhalten ist ganz anders als das der anderen Feen und weil Molli etwas Verbotenes getan hat, bekommt sie Wandelwicht Pepito an ihre Seite. Doch kann er wirklich dafür Sorgen, dass Molli nicht ins nächste Schlamassel schlittert?
Die gute Fee mit der schlechten Laune ist ein kunterbuntes Abenteuer von Emma Flint für Kinder ab acht Jahren.
Die Ich-Perspektive Mollis hat über weite Strecken Spaß gemacht, Molli spricht die Leser:innen direkt an und bringt einen dadurch immer wieder zum Kichern. Jedoch verliert die Geschichte durch die Vergangenheitsform etwas an Lesefluss und mein Lesekind hat sich nicht wirklich wie in einem Abenteuer gefühlt, sondern lediglich das Gefühl, dass von einem berichtet - etwas, das durch die Erzählweise natürlich beabsichtigt war - wurde, was ihr nicht wirklich zugesagt hat.
Die Aufmachung des Buches ist toll, bestimmte Wörter werden besonders durch Schriftgröße und/oder Farbe besonders dargestellt. Auf manchen Seiten ist dadurch extrem viel los, weil außerdem noch kleine pinke Zeichnungen die Seite ausschmücken. Für meinen Geschmack hätte das ein bisschen weniger, dafür jedoch detaillierter sein dürfen.
Insgesamt ein lustiges Buch, das uns aber nicht wirklich neugierig auf mehr macht, auch weil die einzelnen Figuren zu oberflächlich blieben oder es - im Falle vom Wandelwicht Pepito - waren.
Rezensionen von Gute_Laune:
Edward von Stechowsky von Moritz Neumeier
Großes erreichen, auch wenn man klein ist!
Diese Bilderbuchgeschichte in Reimen habe ich tatsächlich zuerst vom Autor selbst gelesen gehört und gesehen, bevor ich über dieses Buch gestolpert bin. Ich finde die Reime so wunderbar, so humorvoll und treffend! Unterlegt mit den Bildern von Timo Zett ist die Geschichte noch mal so gut.
Man mag sie immer und immer wieder ansehen und lesen! Es ist köstlich, wie eine Mücke und ihr Leben und Streben die Menschheit so genial persiflieren können.
Ich bin zwar nicht so ganz sicher, ob die Kids ab 5 Jahren, für die das Buch ist, wirklich den Witz dahinter voll und ganz verstehen, dafür aber die Eltern. Und wenn die Spaß beim Vorlesen haben, kann das ja so verkehrt nicht sein.
Eigentlich ist Edward von Stechowsky gar nicht so anders, aber eben seine Wünsche und Vorstellungen, seine Ziele und sein Weg dahin. Das ist sympathisch und inspirierend, macht Mut und auch stark. Edward trödelt ja nicht ohne Ziel durchs Leben, sondern strebt einfach eines an, das seine Mitmücken für unrealistisch halten. So zeigt er den Kids und den Großen, dass es sich lohnt, auf ein Ziel hinzuarbeiten, selbst dann, wenn kein anderer an den Erfolg glaubt und es ein weiter, harter, herausfordernder Weg ist.
Hier ist einfach alles besonders! Ich kenne kein anderes Buch, bei dem eine Mücke die Hauptperson ist. Auch keines, das so herrliche Reime mit stimmigem Rhythmus hat. Und schon gar keines, das den Kids so viele neue Wörter schenkt! Dazu die wunderschönen Illustrationen, bei denen man immer wieder neues entdeckt. Außerdem gibt es am Ende noch lehrreiche Fakten über Mücken.
Was soll ich sagen? Ich lieb’s! Und die Kids auch! Vorgelesen und für Erstleser mit Unterstützung ein Hit. Ganz klar, volle fünf Sterne!











