Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Havers:
Wir jagen Schatten (Wir finden Mörder-Serie 2) von Richard Osman
Lesevergnügen à la Osman
Richard Osmans Krimis lese ich nicht, weil ich superspannende Fälle erwarte, sondern weil ich mich in erster Linie auf seine humorvollen Beschreibungen der Protagonisten und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen freue. Ganz gleich, ob das nun die Ermittlungen der scharfsinnigen Hobbydetektive des „Donnerstagsmordclubs“ aus Coppers Chase oder die des Trios der „Wir finden Mörder-Detektei“ sind, beide bieten in erster Linie einen hohen Unterhaltungswert, den Spannungsfaktor würde ich deshalb aus den genannten Gründen in der Tat weiter hinten einreihen.
Auftragsflaute beim Team. Die Personenschützerin Amy langweilt sich, ihr Schwiegervater und Ex-Cop Steve hat zumindest seine Pub Quiz Clique. Nur Rosie, die erfolgreichste Thriller-Autorin der Welt (wenn man Freida McFadden außen vor lässt) hat die Flaute genutzt und ihren neuen Reißer „Da senkt der Teufel den Blick“ beendet. Und natürlich lässt sie sich die Chance nicht entgehen, bei ihrer Buchpräsentation in London darauf hinzuweisen, dass ihre Detektei Kapazitäten frei hat, zumal ihr Buch nicht die erwarteten Erlöse generiert.
Glücklicherweise schaut Vern zu, ein zwielichtiger Halbkrimineller, der mit wirkungslosen Supplements ein Vermögen gemacht hat und um sein Leben fürchtet, nachdem einer seiner Leibwächter gekillt wurde. Also beauftragt er Amy, Steve und Rosie damit, den Mörder zu finden und unschädlich zu machen Die Zeit drängt, die Hatz beginnt, denn offensichtlich ist nicht nur Vern jemandem in die Quere gekommen…
Auch wenn immer wieder Zwischenkapitel aus wechselnden Perspektiven und Lokalitäten eingeschoben sind, konzentriert sich Osman doch im Wesentlichen auf seine drei Protagonisten, deren Dialoge und die Suche nach dem Bösewicht. Das ist anfangs zwar wortwitzig, abwechslungs- und temporeich, verliert aber durch die zunehmenden Wiederholungen leider dann doch etwas an Schwung. Und die Auflösung war dann auch mangels der eingeschränkten Anzahl der Verdächtigen und der "unerwarteten" Zufälle eher so la la.
Dennoch hat „Wir jagen Schatten“ über weite Strecken meine Erwartung erfüllt. Eine überschaubare Story ohne blutige Details, mit viel englischem Humor und sympathischen Protagonisten – ein Wohlfühl-Krimi eben.
(3,5* von 5, aufgerundet)
Rezensionen von Bibibabby:
Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) von Emma Carroll
Schöne Geschichte für junge Vampir-Fans
Dies ist eine wirklich schöne Vampirgeschichte für junge Leser ab etwa 10 Jahren.
Die Geschichte ist interessant und spannend. Sie spielt in einer kleinen Stadt, die vor 20 Jahren von einer Vampirepidemie heimgesucht wurde. Als Mina feststellt, dass gerade ein neuer Ausbruch begonnen hat und ihr Freund Varney gebissen wurde, muss sie mit ihrem gerade erst kennengelernten Cousine zusammenarbeiten, um ihren Freund zu retten und die Epidemie aufzuhalten.
Die Handlung passt gut zur Zielgruppe und enthält viele Überraschungen und Wendungen. Der Schreibstil ist sehr actionorientiert, sodass keine Langeweile aufkommt. Dabei ist die Geschichte weder blutig noch besonders gewalttätig. Ich lese normalerweise nicht viele Vampirgeschichten, deshalb fand ich die Idee, dass die Vampire entstehen, weil sie unter schwierigen Umständen gestorben, ziemlich originell.
Beim Lesen des Klappentextes fand ich es zunächst amüsant, dass die drei Hauptfiguren Mina, Buffy und Bella Namen tragen, die offensichtlich auf Figuren aus bekannten Vampirgeschichten anspielen. Allerdings sind praktisch alle Figuren in diesem Buch solche Anspielungen: Mr. Helsing, Mr. Stoker, Varney und so weiter. Irgendwann wird das etwas ablenkend und ich habe das Gefühl, dass dadurch ein wenig die Originalität der Geschichte verloren geht.
Insgesamt aber eine tolle Geschichte für junge Leser.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Rettung aus dem Eis von Frank Hucke
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Wenn heute Bergsteiger (und solche die sich dafür halten) mittels Hubschrauber der alpinen Flugrettung aus ihrer misslichen Lage, die oft selbst verschuldet ist, gerettet werden, so ist dies einer Pionierleistung zweier Piloten der Schweizer Armee zu verdanken.
Aber nun zum Buch:
Die Schweiz blieb, als eines der wenigen Länder Europas, von Kriegshandlungen oder gar einer Besetzung verschont, stand aber am Kriegsende als willige Unterstützer von Nazideutschland da.
Die Schweiz war nach dem Sieg der Alliierten außenpolitisch fast völlig isoliert, weshalb auch der Luftraum über dem Land für ausländische Flugzeuge geschlossen ist.
Deshalb nimmt die DC-53 von der US-Airbase Tulln-Langenlebarn bei Wien die Route über München und Marseille, um am 18. November 1946 nach Pisa zu fliegen. Nach mehrmaligen witterungsbedingten Kurskorrekturen gerät das Flugzeug in den Schweizer Luftraum und strandet auf dem Gauligletscher. Das Flugzeug ist nur leicht beschädigt, ein paar Insassen verletzt und das Funkgerät funktioniert.
Allerdings kann zunächst niemand die Position der Maschine eindeutig orten. Peilversuche via Marseille geben kaum Anhaltspunkte. Es dauert beinahe ewig, bis klar ist, dass man trotz Flugverbots in der Schweiz suchen muss. Nachdem die Maschine aus der Luft geortet werden kann, werden sofort die ersten Bergsteiger in Marsch gesetzt, die rund 13 Stunden auf den Gauligletscher brauchen. Doch erst die beiden Schweizer Piloten, die es wagen, den Verunglückten mit ihren umgebauten Fieseler Störchen zu Hilfe zu kommen, lassen den Flugunfall glimpflich ausgehen. Insgesamt dauert die Rettungsaktion sechs Tage.
Meine Meinung:
Ich habe die Tatsachen rund um diesen Flugunfall am Gauligletscher bereits aus dem Buch „Die alpine Flugrettung“ gekannt. Denn diese Pionierleistung der beiden Schweizer Militärpiloten mündet in die Gründung nationaler Flugrettungsdienste.
Rund um dieses Ereignis generiert Frank Hucke einen fesselnden historischen Roman, der aus mehreren Blickwinkeln erzählt wird. Da ist zum einen (eh klar) die Sicht der Insassen der DC-53, die Sicht jener, die über Funk, der glücklicherweise noch funktioniert, versuchen das Flugzeug orten und die ersten Rettungsmaßnahmen durch Bergsteiger in die Wege zu leiten, sowie die Gespräche der beiden Schweizer Piloten, die mit ihren umgebauten Fieseler Störchen letztlich dafür sorgen, dass die Verunglückten gerettet werden können.
Geschickt mischt der Autor Fakten und Fiktion. Interessant sind die Passagiere der DC-53 angelegt.
In einer Nebenhandlung, in der eine Journalistin ein Rolle spielt, gibt es noch Einblicke in den Journalismus rund um die gerade stattfindenden Kriegsverbrecherprozesse von Nürnberg.
Fazit:
Diesem spannenden Roman der auf Basis eines realen Ereignisses und einer bemerkenswerten Pionierleistung, die wenig später in die Gründung der Luftrettung mündet, gebe ich gerne eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Rezensionen von Katrin:
Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück
Geheimnisse der Musik
Das Cover und der Farbschnitt sind wahre Hingucker. Ich finde beides extrem gut gelungen und wunderschön.
Story:
Alize arbeitet in einem Musiklaben. Sie soll zu einem Junior werden, einziges Manko, sie hat nach 2 Jahren harter Arbeit "erst" einen Künstler unter Vertrag. Dieser Umstand ist einer mysteriösen Band geschuldet, welche Alize unbedingt in das Label holen möchte, nur leider verkauft diese Band keine Tickets, sondern man muss sich online dafür registrieren und wird mit etwas Glück eingeladen.
Silentbound ist etwas ganz besonderes, die Musik, der Gesang, einfach alles hat Alize in ihren Bann gezogen, denn auch sie ist ganz besonders.
Was sie so besonders macht und ob sie die Band trifft oder sogar unter Vertrag nehmen kann? Lest selbst...
Fazit:
Ich konnte dieses Buch kaum mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil, die Hauptprotagonisten, es ist alles einfach so unfassbar stimmig und es hat mich quasi wie Alize total in den Bann gezogen. Es war ein absolutes Lesehighlight und ich freue mich auf Band 2. Klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Versuch über meinen Vater von Christina Nöbauer
Eine klare Leseempfehlung!
Als der Vater der Autorin, Felix Nöbauer, Jahrgang 1916, nach neun Jahren in der Uniform der Wehrmacht 1946 augenscheinlich unverletzt nach Hause zurückkehrt, ist nichts mehr wie zuvor. Obwohl er keine sichtbaren Narben davongetragen hat, ist seine Seele verletzt, die bis zu seinem Tod nicht heilen wird.
Zudem wird er, wie Abertausende Soldaten nicht über den Krieg sprechen. Allerdings, und das ist erstaunlich für einen Mann aus einfachsten Verhältnissen, der kaum Schulbildung erhalten hat, führt Felix Nöbauer eine Art Tagebuch. Diese teils handschriftlich vorhanden Skizzen seines Lebens bilden die Grundlage dieses Buches, das durch genaue Recherchen von Nöbauers Tochter Christina (Jahrgang 1948) in diversen Archiven nun in gediegener Form als Hardcover mit Lesebändchen vorliegt.
Dass dieses Buch erscheinen konnte, ist vor allem der Neugier und dem Verstehen-wollen von Tochter Christina zu verdanken. Zu Lebzeiten hat Felix Nöbauer eher unwirsch auf Fragen nach den Kriegsjahren reagiert. Etwas, was viele Töchter und Söhne von Weltkriegssoldaten erleben mussten, bis man das Fragen eingestellt hat und, bei weiterem Interesse, andere Quellen angezapft hat. Dass hierbei manches unrichtig interpretiert worden ist, lässt sich gut nachvollziehen.
Christina Nöbauer geht mit der gebotenen Sorgfalt, Empathie und gleichzeitig kritischer Distanz an die Aufgabe heran. Hier kommt ihr der eigene Lebensweg als Erwachsenenbildnerin, Sozialarbeiterin und ihr emanzipatorische Frauenbild zu Gute. Zahlreiche Fotos, von denen einige von Felix Nöbauer beschriftet worden sind, finden sich in seinem Nachlass und sind in diesem Buch abgebildet.
Christina Nöbauer hat mit diesem Buch nicht nur ihrem Vater eine Stimme verliehen, sondern auch ihre persönliche Familiengeschichte, die durch das Schweigen des Vaters in Mitleidenschaft gezogen worden ist, aufgearbeitet. Trotzdem bleibt ein wenig Wehmut über. Denn genau wie der Titel - als Satz - unvollendet scheint, wird auch Christina Nöbauers Versuch, das Leben ihres Vaters vollends erkundet zu haben, letztendlich nicht vollendet werden.
Dennoch glaubt Christina Nöbauer, dass es nie zu spät ist, sich mit der eigenen Familiengeschichte zu befassen.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser großartigen Spurensuche nach einem Vater 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Ulgu1978:
Nach der Sonne schauen von Martina Hefter
In der Einöde
Iona Bartschok ist Installationskünstlerin und begibt sich in eine Halle im ehemaligen Leipziger Tagebaugebiet. Ihr Ziel ist es, dort die dortige Umgebung als Modell in viertausend Jahren nachzubilden. Einzige Gesellschaft ist anfangs der digitale Hund Robyn, für den sie sich nur zeitweise erwärmen kann.
Anders verhält es sich mit Bella, ein lebendiger Hund, der ihr zuläuft. Sie kümmert sich rührend um das Tier und "vergisst", ihn beim Tierheim abzugeben. Schließlich stößt auch noch Nova zu ihr, die Nichte ihres Vermieters, mit der sie sich nach anfänglichem Zögern anfreundet.
Iona Bartschok erinnert sich während ihres Aufenthaltes dort in dieser menschenleeren Gegend an ihre Eltern und ihre Kindheit auf der Alm. Besonders zu schaffen macht ihr aber, dass ihre Installation "Das Baumhaus" mit einem Schimpfwort besprüht wurde. Sie kommt gedanklich immer wieder auf dieses Ereignis zurück, das sie viel mehr berührt als sie es sich selbst gegenüber zugeben will.
"Nach der Sonne schauen" ist ein ruhiger Roman, der zeigt, dass der Mensch Gesellschaft braucht, auch wenn er es nicht zugeben will. Auch wird deutlich, wie sehr es in einem Menschen nachhallt, wenn er Beleidigungen erfährt. Und hier ist die Beleidigung mit einer Beschädigung verbunden, die nicht ausgebessert werden kann. Da Iona unvermutet immer wieder auf dieses Thema zurückkommt, wird deutlich, wie sehr sie dieses Ereignis beschäftigt.
Besonders der Schreibstil von Martina Hefter hat mir gut gefallen. Auch wenn ich nicht immer alles nachvollziehen konnte was die Protagonistin bewegte, war sie mir doch sehr sympathisch.
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
Der Ritualmörder
Der dänische Autor Tobias Bukkehave hat mit "Der Prätorianer" den Beginn einer neuen Serie verfasst, deren 1. Band hier vorliegt.
Die hellblauen Eisplatten des Covers mit der blutverschmierten Fliege wecken bereits die Neugierde auf diesen Thriller.
Er handelt von einem von der römischen Antike besessenen Serienmörder, der seine Ritualmorde mit akribischer Grausamkeit immer weiter steigert.
Die Ermittler versuchen verzweifelt ihn zu fassen und seine Motivation zu ergründen. Dazu müssen sie tief in ihre eigene dunkle Vergangenheit eintauchen. Als sich ein Verdächtiger herauskristallisiert scheint man auf der richtigen Spur zu sein.
Der Autor versteht es mit seinem Schreibstil zu fesseln und auf falsche Fährten zu locken, was den Rätselfreunden unter den Lesern zugute kommt.
Dieses Buch hätte ein spannender Psychothriller werden können, wenn nicht das ziemlich überzogene und unrealistische Ende den guten Gesamteindruck zunichte gemacht hätte. Ein actionreiches Finale reicht eben nicht, wenn die Logik dabei auf der Strecke bleibt.
Aus diesem Grund kann ich nur mittelmäßige 3 Sterne vergeben und eine eingeschränkte Leseempfehlung. Da Geschmäcker jedoch glücklicherweise unterschiedlich sind, sollte sich jeder selbst einen Eindruck davon verschaffen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Metzina von Rebekka Salm
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Die Schweizer Autorin Rebekka Salm entführt uns in dieser Erzählung in das Dorf Olten im heutigen Kanton Solothurn. Es ist eine wahre Begebenheit, die die Grundlage dieses historischen Romans bildet.
1383 belagern Truppen aus Bern und Solothurn das Dorf als ein gewaltiges Unwetter über Olten hereinbricht, den Fluss über die Ufer treten lässt und die Belagerung im Chaos endet, müssen die Truppen unverrichteter Dinge abziehen.
Wenig später verbreitet sich das Gerücht, das Unwetter sei von einer Hexe herbeigezaubert worden, das auch die siegreichen Kyburger dankbar (?) als Erklärung für die glückliche Fügung aufgreifen, während die Solothurner jemanden suchen, den sie für ihre Niederlage verantwortlich machen können. In beiden Lagern fällt der Verdacht auf Metzina. Sie ist eine Zugewanderte aus der Klus, die keiner wirklich kennt, lebt alleine und ist als heilkundige Hebamme sowieso verdächtig.
Die geneigte Leserschaft wird ahnen, was nun folgt: Metzina flieht, wird gefasst und in den krummen Turm von Olten geworfen. Der Scheiterhaufen wird aufgeschichtet. Bald soll sie als Hexe brennen.
Im Dunkel des Kerkers erzählt sie ihre Lebensgeschichte, die tragisch genug ist. So ist von ihrer Kindheit, der Flucht aus Klus sowie vom Ertrinkungstod ihres Sohnes die Rede und von ihrer Arbeit als Hebamme, bei der sie Geheimnisse erfährt, die besser unentdeckt geblieben wären. Nicht immer können Mutter und Kind gerettet werden. Doch die Schuld an deren Tod gibt man immer der Hebamme.
Der Tag der Hinrichtung bricht an. Doch dann erkennt Metzina, dass den Herrschenden eine Lüge mehr Wert ist, als die Wahrheit, setzt sie diese bewusst ein.
Meine Meinung:
Ich konnte diese eindringliche Erzählung nicht aus der Hand legen. Rebekka Salm gelingt es, die Spannung bis zur letzten Seite hin zu steigern. Man kann förmlich den modrigen Geruch der feuchten Kerkermauern riechen, die bigotten Schwafeleien der Priesters, der sich wohl nur am Leid der Gefangenen ergötzt, hören und gleichzeitig atemlos Metzinas Lebensgeschichte lauschen.
Die Autorin verknüpft geschickt die historische Überlieferung mit ihrer Fantasie und erzählt damit die Geschichte einer unbequemen und klugen Frau aus dem 14. Jahrhundert, die sich nicht beugen will. Doch zwischen dörflichem Aberglauben und kirchlicher Indoktrination ist für Frauen wie Metzina kaum Platz. Es wird noch bis 1782 (!) dauern, bis mit Anna Göldi (1734-1782) die letzte Frau in der Schweiz als Hexe hingerichtet wird. Anna Göldi wird, wenn man es als Fortschritt sehen will, mit dem Schwert hingerichtet, anstatt auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser eindringlichen Erzählung über eine kräuterkundige Frau, die der Frauen- und Fremdenfeindlichkeit des 14. Jahrhunderts zum Opfer gefallen ist, 5 Sterne.
Rezensionen von April1985 :
Reap & Sow von Charlotte B. Plumb
Dämonen, Seelenhandel und eine Tension, die heißer brennt als jeder Spice.
Worum geht es?
Eda Shaw ist eine Seelenhändlerin.
Durch einen Pakt an den Dämon Mr Night gebunden, müssen sie und ihre Brüder Menschen finden, die bereit sind, ihre Lebensjahre gegen ihre tiefsten Wünsche einzutauschen. Nur noch zehn Jahre fehlen, dann wäre die Schuld der Familie endlich beglichen.
Die Freiheit scheint zum Greifen nah.
Doch dann fliegen die Geschwister auf. Edas Brüder werden wegen des Paktierens mit Dämonen festgenommen, während Eda fliehen kann.
Um ihre Brüder vor der Hinrichtung zu retten, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: Sie muss selbst einen Pakt mit einem Dämon eingehen. Und dieser Dämon ist Kit’rath. Gerissen, gefährlich, unberechenbar.
Meine Gedanken:
Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt.
Dämonen. Seelenhandel. Spiegel, die als Portale in eine Anderswelt führen. Das Spiel mit dem Verbotenen und die Frage, wie weit ein Mensch gehen würde, wenn die Verzweiflung groß genug ist. Genau diese Mischung hat mich sofort fasziniert.
Denn eigentlich wissen die Menschen, dass ein Handel mit einem Dämon niemals ohne Konsequenzen bleibt. Trotzdem lässt sich immer jemand darauf ein. Man weiß, dass etwas falsch ist – und trotzdem kann Verzweiflung uns Menschen zum Narren machen. Genau darauf basiert das Geschäft von Eda und ihren Brüdern. Nicht einmal freiwillig, sondern aufgrund einer Schuld, die sie von ihrem Vater geerbt haben.
Und allein diese Ausgangslage hatte mich schon komplett.
Eda – Wölfin im Schafspelz:
Ich liebe Eda. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen. Ja, sie trifft fragwürdige Entscheidungen. Ja, bei manchen davon möchte man sie vermutlich kurz schütteln.
Aber ich verzeihe es ihr. Eda ist tough, willensstark und bereit, unglaublich große Opfer zu bringen, um ihre Brüder zu retten. Gleichzeitig ist sie keine makellose Heldin. Sie kennt die dunklen Seiten von Blackbridge und hat selbst lange genug mit ihnen gearbeitet. Und genau deshalb fand ich sie so spannend. Eda ist keine klassische Heldin – und möchte wahrscheinlich auch gar keine sein.
Kit – Dämon mit Allüren:
I am obsessed with this demon!
Ja. Ich bin offiziell ein Kit-Fangirlie. Kit ist einfach kein typischer Klischeedämon. Er ist erfrischend anders, hat Stil und liebt Mode, Musik und Tanz. Und ganz ehrlich? Ich habe ihn dafür gefeiert. Noch besser wird es durch seinen ganz besonderen Sidekick. Da warten einige wirklich unterhaltsame Gespräche. Aber so charmant und exzentrisch Kit auch wirkt: Man darf nie ganz vergessen, was er ist. Ein Dämon.
Und genau diese Mischung aus gefährlich, unberechenbar und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam hat bei mir hervorragend funktioniert.
Tension statt Spice:
Die Dynamik zwischen Eda und Kit ist für mich ganz großes Kino. Der Banter. Die Wortgefechte. Diese ständige Spannung.
Ich hatte Herzklopfen. Dabei ist die Geschichte eigentlich gar nicht besonders spicy. Aber braucht es hier überhaupt mehr?
Für mich nicht. Denn die Atmosphäre zwischen den beiden ist feurig heiß, ohne dass ständig etwas passieren muss.
Blicke, Worte und kleine Momente reichen vollkommen. Manchmal ist Tension eben einfach heißer als jede explizite Szene.
Blackbridge:
Und dann diese Welt. Düster. Nebelig. Bedrohlich. Blackbridge ist ein Schmelztiegel aus dunklen Machenschaften, Verrat und Lügen. Dabei sind längst nicht nur die Dämonen das Problem. Teilweise sind die Menschen mindestens genauso schlimm. Jeder scheint nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Macht, Gier und Reichtum bestimmen vieles – und selbst die Ordenshüter und der Bischof sind davon nicht ausgenommen.
Die Kirche spielt eine tragende Rolle im Kampf gegen alles, was sie als ungläubig oder verboten betrachtet. Und natürlich steckt noch deutlich mehr dahinter.
Ich hatte beim Lesen sofort Bilder im Kopf:
Dunkle, verwinkelte Gassen. Pflastersteine. Düstere Straßenlaternen, die lange Schatten an die Häuser werfen. Viktorianisch anmutende Gebäude neben heruntergekommenen Ladengeschäften. Und über allem thront die Heilige Kirche.
Genau so muss Worldbuilding für mich funktionieren. Nicht einfach nur als Kulisse, sondern so, dass ich das Gefühl habe, selbst durch diese Straßen zu laufen.
Gewichtige Enthüllungen & dunkle Machenschaften:
Auch erzählerisch verliert das Buch für mich kaum Zeit. Die Geschichte wird in einem ziemlich rasanten Tempo erzählt und die ersten Twists lassen nicht lange auf sich warten. Ich war ab den ersten Kapiteln gefesselt. Intrigen, Verrat, Machtspiele und neue Enthüllungen sorgen immer wieder dafür, dass man hinterfragen muss, wem überhaupt zu trauen ist.
Und natürlich wollte ich vor allem wissen, was hinter Mr Night, Kit, der Kirche und Edas Familiengeschichte wirklich steckt.
Ich konnte einfach nicht aufhören, mit Eda und Kit mitzufiebern.
Schreibstil:
Auch sprachlich hat mich Reap & Sow komplett bekommen. Charlotte B. Plumb schreibt sehr einnehmend und gleichzeitig unglaublich bildhaft. Dieses Buch hat mir eine richtige Bilderflut beschert. Ich konnte Blackbridge sehen. Den Nebel. Die Gassen. Die Spiegel. Die dunklen Häuser. Diese ganze Welt fühlte sich für mich lebendig und greifbar an.
Und gerade zusammen mit dem schnellen Tempo hat das dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Geschichte geflogen bin.
Was bleibt?
Highlight! Reap & Sow hatte einfach so viele Dinge, die genau mein Beuteschema treffen.
Dämonen. Seelenhandel. Verbotene Magie.
Eine düstere Stadt voller Lügen und Korruption.
Eine toughe, moralisch graue Protagonistin.
Und Kit. Vor allem Kit. ????
Die Chemie zwischen Eda und ihm hat mich komplett bekommen, obwohl das Buch gar nicht viel Spice braucht. Der Banter, die Tension und diese unglaublich dichte Atmosphäre haben vollkommen gereicht.
Dazu kommen rasante Wendungen, ein faszinierendes Worldbuilding und ein Schreibstil, der mir Blackbridge direkt vor Augen gezaubert hat.
Ich war von der ersten Seite an drin – und wollte nicht mehr raus.
???????????????????? / 5
Spice: ???????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5
Fünf Eulen für Dämonen, dunkle Pakte, eine Stadt voller Geheimnisse und einen Dämon, bei dem ich offenbar freiwillig jede Vernunft an der Tür abgegeben habe. ????????✨
Rezensionen von April1985:
Reap & Sow von Charlotte B. Plumb
Dämonen, Seelenhandel und eine Tension, die heißer brennt als jeder Spice.
Worum geht es?
Eda Shaw ist eine Seelenhändlerin.
Durch einen Pakt an den Dämon Mr Night gebunden, müssen sie und ihre Brüder Menschen finden, die bereit sind, ihre Lebensjahre gegen ihre tiefsten Wünsche einzutauschen. Nur noch zehn Jahre fehlen, dann wäre die Schuld der Familie endlich beglichen.
Die Freiheit scheint zum Greifen nah.
Doch dann fliegen die Geschwister auf. Edas Brüder werden wegen des Paktierens mit Dämonen festgenommen, während Eda fliehen kann.
Um ihre Brüder vor der Hinrichtung zu retten, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: Sie muss selbst einen Pakt mit einem Dämon eingehen. Und dieser Dämon ist Kit’rath. Gerissen, gefährlich, unberechenbar.
Meine Gedanken:
Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt.
Dämonen. Seelenhandel. Spiegel, die als Portale in eine Anderswelt führen. Das Spiel mit dem Verbotenen und die Frage, wie weit ein Mensch gehen würde, wenn die Verzweiflung groß genug ist. Genau diese Mischung hat mich sofort fasziniert.
Denn eigentlich wissen die Menschen, dass ein Handel mit einem Dämon niemals ohne Konsequenzen bleibt. Trotzdem lässt sich immer jemand darauf ein. Man weiß, dass etwas falsch ist – und trotzdem kann Verzweiflung uns Menschen zum Narren machen. Genau darauf basiert das Geschäft von Eda und ihren Brüdern. Nicht einmal freiwillig, sondern aufgrund einer Schuld, die sie von ihrem Vater geerbt haben.
Und allein diese Ausgangslage hatte mich schon komplett.
Eda – Wölfin im Schafspelz:
Ich liebe Eda. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen. Ja, sie trifft fragwürdige Entscheidungen. Ja, bei manchen davon möchte man sie vermutlich kurz schütteln.
Aber ich verzeihe es ihr. Eda ist tough, willensstark und bereit, unglaublich große Opfer zu bringen, um ihre Brüder zu retten. Gleichzeitig ist sie keine makellose Heldin. Sie kennt die dunklen Seiten von Blackbridge und hat selbst lange genug mit ihnen gearbeitet. Und genau deshalb fand ich sie so spannend. Eda ist keine klassische Heldin – und möchte wahrscheinlich auch gar keine sein.
Kit – Dämon mit Allüren:
I am obsessed with this demon!
Ja. Ich bin offiziell ein Kit-Fangirlie. Kit ist einfach kein typischer Klischeedämon. Er ist erfrischend anders, hat Stil und liebt Mode, Musik und Tanz. Und ganz ehrlich? Ich habe ihn dafür gefeiert. Noch besser wird es durch seinen ganz besonderen Sidekick. Da warten einige wirklich unterhaltsame Gespräche. Aber so charmant und exzentrisch Kit auch wirkt: Man darf nie ganz vergessen, was er ist. Ein Dämon.
Und genau diese Mischung aus gefährlich, unberechenbar und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam hat bei mir hervorragend funktioniert.
Tension statt Spice:
Die Dynamik zwischen Eda und Kit ist für mich ganz großes Kino. Der Banter. Die Wortgefechte. Diese ständige Spannung.
Ich hatte Herzklopfen. Dabei ist die Geschichte eigentlich gar nicht besonders spicy. Aber braucht es hier überhaupt mehr?
Für mich nicht. Denn die Atmosphäre zwischen den beiden ist feurig heiß, ohne dass ständig etwas passieren muss.
Blicke, Worte und kleine Momente reichen vollkommen. Manchmal ist Tension eben einfach heißer als jede explizite Szene.
Blackbridge:
Und dann diese Welt. Düster. Nebelig. Bedrohlich. Blackbridge ist ein Schmelztiegel aus dunklen Machenschaften, Verrat und Lügen. Dabei sind längst nicht nur die Dämonen das Problem. Teilweise sind die Menschen mindestens genauso schlimm. Jeder scheint nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Macht, Gier und Reichtum bestimmen vieles – und selbst die Ordenshüter und der Bischof sind davon nicht ausgenommen.
Die Kirche spielt eine tragende Rolle im Kampf gegen alles, was sie als ungläubig oder verboten betrachtet. Und natürlich steckt noch deutlich mehr dahinter.
Ich hatte beim Lesen sofort Bilder im Kopf:
Dunkle, verwinkelte Gassen. Pflastersteine. Düstere Straßenlaternen, die lange Schatten an die Häuser werfen. Viktorianisch anmutende Gebäude neben heruntergekommenen Ladengeschäften. Und über allem thront die Heilige Kirche.
Genau so muss Worldbuilding für mich funktionieren. Nicht einfach nur als Kulisse, sondern so, dass ich das Gefühl habe, selbst durch diese Straßen zu laufen.
Gewichtige Enthüllungen & dunkle Machenschaften:
Auch erzählerisch verliert das Buch für mich kaum Zeit. Die Geschichte wird in einem ziemlich rasanten Tempo erzählt und die ersten Twists lassen nicht lange auf sich warten. Ich war ab den ersten Kapiteln gefesselt. Intrigen, Verrat, Machtspiele und neue Enthüllungen sorgen immer wieder dafür, dass man hinterfragen muss, wem überhaupt zu trauen ist.
Und natürlich wollte ich vor allem wissen, was hinter Mr Night, Kit, der Kirche und Edas Familiengeschichte wirklich steckt.
Ich konnte einfach nicht aufhören, mit Eda und Kit mitzufiebern.
Schreibstil:
Auch sprachlich hat mich Reap & Sow komplett bekommen. Charlotte B. Plumb schreibt sehr einnehmend und gleichzeitig unglaublich bildhaft. Dieses Buch hat mir eine richtige Bilderflut beschert. Ich konnte Blackbridge sehen. Den Nebel. Die Gassen. Die Spiegel. Die dunklen Häuser. Diese ganze Welt fühlte sich für mich lebendig und greifbar an.
Und gerade zusammen mit dem schnellen Tempo hat das dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Geschichte geflogen bin.
Was bleibt?
Highlight! Reap & Sow hatte einfach so viele Dinge, die genau mein Beuteschema treffen.
Dämonen. Seelenhandel. Verbotene Magie.
Eine düstere Stadt voller Lügen und Korruption.
Eine toughe, moralisch graue Protagonistin.
Und Kit. Vor allem Kit. ????
Die Chemie zwischen Eda und ihm hat mich komplett bekommen, obwohl das Buch gar nicht viel Spice braucht. Der Banter, die Tension und diese unglaublich dichte Atmosphäre haben vollkommen gereicht.
Dazu kommen rasante Wendungen, ein faszinierendes Worldbuilding und ein Schreibstil, der mir Blackbridge direkt vor Augen gezaubert hat.
Ich war von der ersten Seite an drin – und wollte nicht mehr raus.
???????????????????? / 5
Spice: ???????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5
Fünf Eulen für Dämonen, dunkle Pakte, eine Stadt voller Geheimnisse und einen Dämon, bei dem ich offenbar freiwillig jede Vernunft an der Tür abgegeben habe. ????????✨










