Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Papa von Christian Robinson
Traumschöne Tierbilder und tolle Papas
Recht einfach kommt das Cover mit dem weißen Hintergrund und dem Pinguinpapa mit Kind daher. Allerdings glänzt alles wunderschön lackiert und fällt dadurch auf.
Zunächst werden unterschiedliche Tierväter vorgestellt. Die erste Doppelseite zeigt einen Gorilla mit seinem Kind, zu lesen ist „Papa ist stark“, danach liegen die Jungen beim Fuchs „Papa ist lieb“ seht daneben.
Der graue Gibbon hat sich von seinem Jungen abgewandt, der die Pfote nach ihm ausstreckt und „Papa lässt dich manchmal im Stich“ lautet der Text. Nach dem Wolf, der „eine Geschichte erzählt“ wechseln die Bilder und es werden Menschen gezeigt. „Papa wischt die Tränen ab“ zeigt einen Vater im Rollstuhl, der seinen mit dem Rad gestürzten Jungen tröstet. Danach träumt Papa vom größer werden des Kindes. Zum Schluss gibt es einen Sachtext zu den Tierpapas. Da lesen wir beim Gibbon, dass er sich noch mehr um die Kinder kümmert als die Mütter.
Das Buch zeigt sehr zärtliche Bilder, die die Nähe der Väter zu ihren Jungen abbilden. Sie beschränken sich ebenfalls wie die kurzen Sätze auf das Wesentliche. Obwohl mir die Aussage klar ist, fehlt mir ein wenig der rote Faden und eine Aussage. Wie ich am Beispiel des Gibbon beschrieben habe, finde ich eine solche Aussage beunruhigend, auch wenn sie durch die anderen aufgehoben wird.
Rezensionen von Daggy:
Schule mit Juli von Petra Eimer
Kinder und Tiere sind ein tolles Team
Auf dem Cover sehen wir schon Anna, Paul und Max zusammen mit ihren Tieren. Zunächst hinten mit der Tafel Juli, das Pferd, das Paul zugelaufen ist. Das kleine schwarze Pony ist Juno, ihr kleiner Sohn, der zu Anna gehört und auf dem Tisch Watson, den Max von seiner Oma bekommen hat, als sie ausgewandert ist.
In der Schule gibt es Projekttage unter dem Motto: „Tiere – Was wir von ihnen lernen können“ und zum Start kommt sogar die Bürgermeisterin mit ihrem Therapiehund, der sie bei ihrer Diabetes unterstützt. Die Schüler*innen sollen sich ein Projekt überlegen und es am Ende der Woche präsentieren. Als die Freunde sich zusammentun, erfahren sie davon, dass Max versetzungsgefährdet ist und deshalb muss das Ergebnis besonders gut werden. Zwei andere Freunde wollen sich nicht anschließen, sie hoffen, das KI alles für sie regelt. Schnell ist klar, dass sie eine Art Zirkus einüben wollen und so starten sie bei Herrn Hoppe, dem ehemaligen Besitzer von Juli, ihr Projekt.
Wie immer lebt das Buch von den zauberhaften und so lebendigen Zeichnungen. Der Text der aufgelockert mit unterschiedlichen Schriftbildern gedruckt ist, liest sich auf diese Weise leicht. Natürlich ist es auch spannend, denn es geht immer wieder etwas schief. Zuerst müssen die Kinder und die Tiere eine Möglichkeit finden sich zu verständigen. Aber alle sind hochmotiviert und so wird es am Ende eine großartige Veranstaltung.
Bei jedem neuen Band kommt es mir vor, als würde ich alte Freunde wiedertreffen, denn alle sind mir so vertraut. Ich habe aber auch einiges über Therapietiere erfahren und bin überzeugt, dass diese drei cleveren Tiere einen guten Job machen werden.
Rezensionen von Daggy:
Papafant - Angst im Dunkeln? Ich doch nicht! von Nicola Anker
Wundervolle Gute-Nacht-Geschichte voller Humor
Schon auf dem Cover sehen wir den ängstlichen Papa, der von seinen Kindern getröstet werden muss.
In dem verschachtelten Haus ist einiges zu entdecken, während wir Mama am Computer arbeiten sehen, bringt der Papafant die Kinder ins Bett. Doch als er das Licht löschen möchte, möchten die Kinder wenigstens das Nachlicht anhaben.
Doch Papa, der auch nie klein war, hatte nie Angst im Dunkeln. Also erfindet er Übungen, die die Kinder länger werden lassen sollen. Doch beim Nachmessen hat sich nichts verändert. Danach wird auf den Betten Trampolin gesprungen bis eines unter Papas Gewicht bricht. Papa stellt die zerbrochenen Bretter vors Fenster. Nachdem er noch versucht mit anderen witzigen Ideen die Angst der Kinder zu vertreiben, macht er das Licht aus, um den Kindern zu beweisen, dass nichts passiert. Aber dann ruft er um Hilfe, erst sind die Geräusche unheimlich und dann sieht er eine Art Gespenst am Fenster. Da haben die Kinder Spaß, als sie Papafant zeigen können, dass nur die Bretter vorm Fenster so unheimlich aussahen. Papa sitzt schlotternd mit Decken auf dem Kopf und muss zugeben, dass er doch Angst hatte. Natürlich dürfen die Geschwister jetzt das Nachtlicht anlassen.
Ganz tolle Bilder, voller Dynamik und Gefühl. Dazu eine Geschichte, dessen Ausgangssituation die Kinder sicher alle kennen. Einfach mit verständlichen Worten und total witzig erzählt. Ich freue mich schon, wenn Papafant wütend wird.
Rezensionen von Daggy:
Hiro und der Drache: Die magische Rikscha von Jasmin Schaudinn
Magische Rikscha Reise voller Spannung
Auf dem Cover ist der neunjährige Hiro zusehen, er fährt die Rikscha, die der junge Drache Fuju gebaut hat. Der Stil der Illustration erinnert an japanische Kunst, die Wellen im Hintergrund sogar an Hokusai.
Nach der Vorstellung der Protagonist*innen, steigen wir in die Geschichte ein. Hiros älterer Bruder ist aufgebrochen, um das Glück zu suchen, er fehlt dem Jungen und seiner alten Oma sehr.
Im Wald trainiert Hiro japanische Kampfkunst mit seinem unsichtbaren Bruder, als er ein Geräusch hört. Dann taucht ein Drache auf, der ihn bitte mit ihm die Rikscha aus der Höhle zu holen, denn er will damit ins Tal der flüsternden Winde fliegen. Er lädt Hiro ein ihn zu begleiten und dabei nach seinem Bruder zu suchen. Nach einer Bruchlandung in der Wüste geht es in einem Fluss weiter, denn die magische Rikscha kann auch schwimmen.
Neben der spannenden Geschichte, in der immer neue spannende Wesen auftauchen, gibt es eine Menge Aufgaben zu erfüllen. Wir lernen Schlangenzunge mit der Hand darzustellen, finden Dinge auf Bildern und machen mit beim Abenteuertalenttest. Unten auf der Seite ist ein Streifen ähnlich wie beim eBook zu sehen an dem wir unseren Lesefortschritt erkennen.
Viele Bilder, kleine Comics und die große Spannung, damit lässt sich dieses Buch schnell lesen. Aber vorne im Buch gibt es einen QR-Code mit dem kann man sich das Buch auch vorlesen lassen und dabei den Text mitlesen.
Für mich ein sehr überzeugendes Erstlesebuch, wenn es mit so viel Maggie und Abenteuer nicht klappt, dann habe ich auch keine Idee mehr.
Rezensionen von Daggy:
Mopping! von Cora Gofferjé
Mobbing-Krimi
Carlo kam als Niemandskatze in die Tierpension von Ida und lebt dort nun zusammen mit Fiesemöpp, dem Mops und Amboss, der ängstlichen Dogge. Fiesemöpp nutzt Amboss Ängste aus und versucht den Kater nach wie vor loszuwerden.
Es regnet und Ida wartet auf ein Paket, außerdem backt sie massenhaft Leberwurstmuffins und verspricht den Tieren eine Überraschung für den Nachmittag.
Als der Paketbote endlich kommt, ergibt sich eine günstige Situation für Fiesemöpp und er beißt den armen Mann, der sowieso schon in Angst wegen des Mops lebt, ins Hinterteil. Deshalb soll sich ein Hundetrainer um den Übertäter kümmern. Der macht zunächst Yoga mit Fiesemöpp, dann bekommt er einen Maulkorb. Als sich herausstellt, dass Fiesemöpps Zwillingsschwester, die inzwischen ein gefeierter Filmstar ist, als Überraschung anreist, ist Fiesemöpp entsetzt. Denn diese kapriziöse Hundediva moppt noch schlimmer als er und oft ist er das Opfer. Doch als diese Schwester entführt wird, machen sich unsere drei Helden auf, sie zu retten. Mitten in der Nacht geht es auf dem Rasenmäher der Nachbarn nach Pusemuckel.
Es gibt eine ganze Menge Abenteuer und Spannung in dieser Geschichte, aber wir sehen auch wie bösartig die beiden Möpse, die anderen und sich gegenseitig mobben. Im Nachwort gibt es deshalb viele Ratschläge wie man sich verhalten sollte, wenn Kinder sich überwinden und uns von ihrem Gemoppt werden erzählen. Manche Situationen mögen uns witzig erscheinen, aber wenn Fiesemöpp mit Amboss Angst spielt, dann ist das eine schlimme Sache. Deshalb freuen sich Amboss und Carlo zunächst, dass Fiesemöpp jetzt von seiner Schwester gemoppt wird und sie finden, jetzt weiß er mal, wie sie sich fühlen. Aber das Gefühl kennt er schon seit seiner Kindheit und er will wohl nicht wieder zum Opfer werden und ist lieber der Täter.
Das Buch liest sich wie ein Krimi und wir erfahren einiges über Mobbing, lernen die Gefühle der Mobber und Gemobbten kennen und sehen, wie mutig Amoss auf das Wort „Box“ reagiert. Schaut aufs Cover, da seht ihr die drei Hunde beim Yoga und es ist einfach herrlich, wie die Bilder im Buch die Situationen so real und liebevoll darstellen. Ein besonderes Lob an Christina. Ich kann das Buch von ganzem Herzen empfehlen!
Rezensionen von Ele:
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
Die unsichtbare Schwester
All die Farben, all das Licht, Roman von Cora Wucherer, EBook im Klett-Cotta Verlag
Ein Roman über die oft komplizierte Liebe zweier Schwestern.
Juna und Martha sind Schwestern, Juna ist 17 und Martha 13 sie leben zusammen mit dem Vater, denn die Mutter ist bei Marthas Geburt verstorben. Juna leidet unter dem Usher-Syndrom das bedeutet, dass sie erblinden wird und auch ihr Gehör nimmt immer mehr ab.
Deshalb dreht sich in dieser Familie alles nur um Juna, Martha möchte so gerne aus dem Schatten ihrer Schwester treten, doch bei ihr läuft immer alles ohne besondere Vorkommnisse. Juna ist eine begabte Malerin, ist hübsch und klug. Martha muss sich bemühen überhaupt gesehen zu werden. Als Junas Krankheit fortschreitet, kommen sich die beiden Schwestern endlich näher. Die beiden unternehmen einen Roadtrip nach Schweden, denn Juna möchte ein einziges Mal, die Bilder der von ihr verehrten Lotte Laserstein sehen.
Das Buch besteht aus 30 Kapiteln, die in drei Teile gegliedert sind. Der Anfang kam mir langatmig vor, er war geprägt von den Streitigkeiten und Spannungen die in einer Familie, in der Geld und die Aufmerksamkeit des Vaters knapp sind. Sie teilen sich ein Zimmer und gehen nicht gerade sanft miteinander um, da geht es oft ziemlich heftig ab, sie schenken sich wirklich nichts. Während die ältere Schwester alle Aufmerksamkeit, des Vaters hat, fristet Martha ein Schattendasein als Glaskind. Es wird wichtiges totgeschwiegen über die Mutter erfahren die beiden kaum etwas. Böse Streitigkeiten sind Alltag, mir kommt es fast so vor als ob die eine Schwester der anderen nichts gönnt. Obwohl ich eigentlich Mitleid mit Juna hatte, fand ich sie trotzdem anstrengend und egoistisch. Was es bedeutet zunehmend das Augenlicht zu verlieren, vor allem wenn man Talent dazu hat Malerin zu werden, ist hier allerdings glaubhaft beschrieben, die Verzweiflung kommt sehr gut rüber. Meine Sympathien galten aber Martha, die im Laufe des Buches zu einer gefestigten Persönlichkeit wird. Die in ihrem bisherigen Leben alles alleine mit sich selbst ausmachen musste, die unterschwellig auch Schuld am Tod der Mutter hat. Die Dynamik zwischen den beiden verändert sich langsam, das war interessant zu beobachten.
Die Erzählweise ist abwechselnd aus Sicht der beiden Schwestern. Der bildhafte Schreibstil hat geholfen, mir geschilderte Bilder Personen und das Setting hervorragend festzustellen. Durch dieses Buch habe ich einiges über die Künstlerin Lotte Laserstein erfahren, ich habe mir Bilder von ihr angesehen. Das Usher-Syndrom kannte ich bis dahin auch nicht, auch darüber habe ich mich informiert. Als die beiden Schwestern sich miteinander auf die Reise begeben, zieht die Spannung an, der Vater blieb bis zum Ende blass, er ist das schwächste Glied in der Familiengemeinschaft. Die Nebenfiguren, die die Geschwister auf ihrem Weg begleiten sind gut charakterisiert. Alle Personen handeln authentisch.
Einiges hätte ich mir ausführlicher beschrieben gewünscht, auch das Ende hat mich ratlos zurückgelassen, ich finde das Buch hätte um das ganze rund zu machen, noch einiges an Seiten mehr haben können.
Die Entwicklung der beiden Protagonistinnen, gleichberechtigten Hauptfiguren, fand ich gut, die Informationen die ich über dieses Buch erhalten habe waren interessant. Es war unterhaltsam, spannend besonders nach dem ersten Drittel, sehr emotional und zu Herzen gehend. Dennoch hat mir etwas gefehlt. Deshalb von mir 4 Sterne
Rezensionen von jori1020:
Ist doch schön hier von Miriam Burdelski
Eine berührende Spurensuche
Das Motiv ist kein neues: Eine Protagonistin begibt sich auf die Spuren ihrer eigenen Familiengeschichte, reist in die ehemalige Heimat ihrer Vorfahren und versucht dort, Familiengeheimnisse zu ergründen. Das kennen wir aus der jüngeren Vergangenheit unter anderem aus 'Elbland' von Christina Rikl oder 'Die Verlorene' von Miriam Georg.
Auch Miriam Burdelskis Romandebüt 'Ist doch schön hier' greift dieses Motiv auf und erzählt daraus eine ebenso berührende wie atmosphärische Geschichte.
Im Mittelpunkt steht Liesel, die Anfang zwanzig ist und versucht, ihr Leben neu zu ordnen. Auf der Suche nach ihren familiären Wurzeln macht sie sich gemeinsam mit ihrer demenzkranken Großmutter Emmi und Jasha, einem Mitarbeiter des Pflegeheims, auf den Weg nach Ostpreußen, in Emmis alte Heimat. Auf diesem ungewöhnlichen Roadtrip vermischen sich Emmis verblassende Erinnerungen an Flucht und Vertreibung im Jahr 1945 mit der Gegenwart. Liesel versucht dabei, die Traumata und verschwiegenen Geheimnisse aufzudecken, die sich über drei Generationen von Frauen ziehen – bis ein Anruf alles verändert.
Mich hat der Roman schon im Vorfeld sehr interessiert, da auch meine Großeltern aus dem ehemaligen Ostpreußen stammen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass das Buch meine Erwartungen erfüllen konnte.
Besonders lebt der Roman von seinen Figuren, die ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen habe. Vor allem der Umgang von Liesel und Jasha mit Emmis Demenz ist unglaublich einfühlsam erzählt. Daraus entstehen viele berührende, aber auch überraschend humorvolle Momente. Mal musste ich schmunzeln, wenn Emmi mit ihrer ganz eigenen Logik auf die Welt blickt, mal schlucken, wenn ihre Erinnerungen an Flucht, Verlust und unerfüllte Träume wieder an die Oberfläche kommen. Das Buch ist eine echte Gefühlsachterbahn und hat mir mehr als einmal Tränen in die Augen getrieben.
Auch atmosphärisch konnte mich der Roman vollkommen überzeugen. Beim Lesen spürt man förmlich die Weite der Landschaft, hört das Rauschen der Birkenalleen und meint den Flügelschlag der Störche über den Feldern wahrzunehmen. Für meinen Geschmack hätte es die ein oder andere recht abrupt wirkende Wendung gar nicht gebraucht, die den Roman stellenweise etwas überladen wirkt, dennoch fügt sich am Ende alles zu einer schlüssigen und stimmigen Auflösung zusammen.
'Ist doch schön hier' ist ein warmherziger und bewegender Roman über Erinnerung, Familie und die Frage, wie sehr die Vergangenheit unser heutiges Leben prägt. Für mich eine absolute Leseempfehlung und ein Highlight dieses Bücher-Sommers.
Rezensionen von manu63:
The Witch in the Dead of Night 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley
Macht neugierig auf mehr
The witch in the dead of night ist der erste Band einer Romantasy-Trilogie der Autorin Charlotte Buckley.
Finn Erramun ist eine der letzten Hexen in ihrer Welt und sie versucht ihre Gabe nicht offen zu zeigen. Als der Vampirkönig Mordric auf sie aufmerksam wird, muss sie ihre Fähigkeiten nicht länger verstecken.
Im Gegenteil sie soll mit Hilfe des Prinzen Enhart, Mordrics Bruder, ihre Kräfte stärken und schulen.
Der Schreibstil der Geschichte ist gut lesbar und klar in den Formulierungen und Dialogen. Erst nach uns nach erfährt nicht nur Finn was wirklich in ihr steckt. Auch den Lesenden werden die Geheimnisse nur nach und nach enthüllt. Finn ist ein Charakter der sich gut entwickelt und auch die weiteren Protagonisten passen gut in die Geschichte hinein.
Interessant fand ich die verschiedenen Wendungen die es gibt und mit denen ich nicht gerechnet habe. Der Cliffhanger verspricht interessante weitere Bände und macht neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Finn erzählt und ihre Gedankengänge und Gefühle finde ich treffend beschrieben und auch ihre Entwicklung kann man gut dadurch verstehen. Mordric und Enhart geben nur nach und nach ihr wahres Gesicht zu erkennen und das erhöht die Spannung in diesem Band.
Rezensionen von lorireads:
Halbwach von Sophia Como
Mitten aus dem Leben erzählt
Halbwach hat mich besonders durch das Cover neugierig gemacht. Ich mag diesen gemalten Stil, aber das dennoch moderne Bild. Die Art und Weise, wie die junge Frau auf dem Sessel sitzt, macht nachdenklich und regt dazu an, tiefer in sich hinein zu blicken. Und ich finde, damit passt das Cover wie die Faust aufs Auge zum Inhalt des Romans.
Denn auch Zoe, die Protagonistin des Buches, befindet sich in einem Prozess des Innehaltens. Sie denkt viel über ihr Leben und ihre Ziele nach, die Erwartungen, die sie selbst, aber auch andere an sie haben und den Druck, gesellschaftlichen Normen zu entsprechen. Die Einblicke in ihr Leben regen beim Lesen immer wieder dazu an, auch über die eigene Situation nachzudenken, sich mit Zoe zu vergleichen oder sich auch in einigen Aspekten von ihr zu distanzieren. Aber auch wenn in meinem Leben nicht alles so läuft wie in Zoes, konnte ich mich sehr gut mit ihr identifizieren und mich in sie hineinversetzen. Ihre Gedanken und Handlungen waren stets menschlich und auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht nicht immer logisch erschienen, konnte man durch den tiefen Einblick in ihr inneres immer nachvollziehen, warum sie sich so verhält. Die Nähe, die dadurch zur Protagonistin entstand, hat mir gut gefallen.
Zoe ist Autorin und schreibt über die Liebe und Beziehungen, will sich aber selbst an niemanden binden und stößt jeden von sich, sobald es zu ernst wird. Aber auch ihre Freunde machen ihre ganz eigenen Probleme durch und zeigen dadurch die ganze Bandbreite an Beziehungen in der heutigen Zeit auf. Die Gespräche zwischen Zoe und ihren Freunden fand ich toll und manchmal hat es sich fast so angefühlt, es bekäme man selbst gerade einen Rat von einem guten Freund.
An manchen Stellen hat für mich ein wenig die Spannung gefehlt und Zoes Gedanken haben sich immer wieder um die selben Themen gedreht und sich wiederholt. Aber gleichzeitig wurde das Buch dadurch auch echter, denn die eigene Entwicklung läuft ja auch nicht geradlinig ab und passt nicht immer in das vorgesehene Pacing des Lebens. Trotzdem habe ich dadurch aber länger für das Buch gebraucht als gewöhnlich, weil ich nicht automatisch in jeder freien Minute weiter lesen wollte. Alles in allem hat es mir aber gut gefallen und klingt auch jetzt noch in mir nach.
Rezensionen von PMelittaM:
Noch fünf Tage von Helena Falke
Hat mich enttäuscht
Die Nobelköchin Liselotte Castrop arbeitet bereits seit einigen Jahren für die Milliardärsfamilie Harman, als das Silvesterdinner tödlich endet. Während die vier Familienmitglieder sofort sterben, geben die Ärzte der Köchin noch fünf Tage, in denen sie versucht, dahinter zu kommen, wer das Essen vergiftet hat.
Der Plot klingt originell, ein Opfer, das selbst in Sachen seines eigenen Todes ermittelt, und ich versprach mir spannende Lesestunden. Leider habe ich diese nicht bekommen. Liselotte, von den meisten Lis genannt, ermittelt vom Krankenbett aus, was bedeutet, dass sie in ihren Erinnerungen nach Anhaltspunkten sucht, die jemanden dazu motiviert haben könnten, die Tat zu begehen. Dabei findet sie auch einige mögliche Täter:innen, die sich dann aber nach und nach als unschuldig herausstellen.
Mit Spannung kann der Roman also schon einmal nicht dienen, im Gegenteil, ich empfand ihn, trotz des Zeitdrucks, unter dem Lis steht, als eher langatmig und teilweise sogar langweilig. Was ich dagegen interessant fand, waren die kulinarischen Details. Lis kocht in ihren Erinnerungen sehr viel, und sogar im Krankenhaus kann sie ihr entsprechendes Wissen einbringen. Neben Essen ist, aus gegebenem Anlass, auch der Tod ein Thema, über das viel gesprochen wird, was nachdenklich machen kann.
Womit der Roman leider auch nicht dienen kann, sind Charaktere mit Tiefgang oder wenigsten einer Protagonistin, mit der ich mitfühlen kann, die mir nahe kommt. Obwohl die Autorin Lis selbst in Ich-Form erzählen lässt, blieb diese mir bis zum Schluss ziemlich egal, und das ist wahrscheinlich das schlimmste, was man über ein:en Protagonist:in sagen kann. In Lis‘ Fall drängte zwar die Zeit, es werden Stunden und Tage gezählt, ich kann aber nicht sagen, dass das die Sache spannender machte, zumal Lis selbst wenig Emotionen aufbringt.
Und schließlich die Auflösung, auch sie eher eine Enttäuschung, denn hier ist eher Zufall im Spiel als Lis‘ Ermittlungsarbeit.
Leider hat der Roman meine Erwartungen nicht erfüllen können, lediglich die kulinarischen Momente konnten mich erreichen. Die Protagonistin kam mir nicht nahe und so konnte ich auch nicht mit ihr mitfühlen, außerdem empfand ich den Roman nicht spannend, sondern eher langatmig. Von mir gibt es hier leider keine Empfehlung.











