Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nessabo:
Das Geschenk von Gaea Schoeters
Unglaublich effizient geschriebene Gesellschaftssatire
An den Anfang meiner Rezension stellen möchte ich meine absolute Genervtheit angesichts des Covers. KI-generierte Cover sind meiner Meinung nach ein Albtraum für die Literaturlandschaft, künstliche Intelligenz hat in diesem Feld mal so gar nichts verloren - auch nicht bei der künstlerischen Gestaltung eines Buches.
Das k*tzt mich also sowieso schon an, in Kontrast zum gesellschaftskritischen Ton des Textes ist die Wahl des deutschen Verlags aber noch einmal besonders absurd. Einen halben Stern ziehe ich dafür ab.
Nun aber zum Buch: Es war mein erstes von Gaea Schoeters und sicher nicht das letzte! Die Autorin hat mich enorm begeistert mit ihrer präzisen Sprache, die doch gleichzeitig so viel Raum für Doppeldeutigkeiten lässt.
Ich möchte eigentlich gar nicht so viel zum Inhalt sagen, denn mit seinen 140 Seiten ist das Werk meines Erachtens eines, bei dem mensch nicht wirklich etwas falsch machen kann. Wir befinden uns stets an der Seite von Bundeskanzler Winkler und damit mitten in einem Machtzentrum. Entsprechende Dynamiken sowie Diplomatie finde ich sehr authentisch und zugleich unkompliziert herausgearbeitet. Ich hing einfach an Schoeters Worten, anders kann ich es nicht sagen.
Die Doppeldeutigkeiten nehmen auch kein Ende. Klar, es geht hier um 20.000 Elefanten, mit denen Deutschland nun zu leben lernen muss. Ich sehe hier sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen und sicher ist das von der Autorin auch so gewollt. Ich habe z. B. einige Parallelen zum Umgang mit Geflüchteten gesehen. Das Ganze lässt sich aber problemlos auch übertragen auf einen allgemeinen Umgang sogenannter westlicher Staaten mit globalen Krisen: immer schön wegreden und symptomatisch bekämpfen. Welche Tragweite eine kleine Entscheidung heute in der Zukunft haben kann, wird hier mehr als deutlich.
Ich bin begeistert von Schoeters intelligentem Schreiben, ihrem Gespür für Komplexität und der gleichzeitigen Gabe, diese Dinge verständlich zu formulieren. Die Antagonistin unseres Protagonisten ist eine wirklich toll geschriebene Person, die mich beeindruckt und ermutigt hat.
„Das Geschenk“ ist inhaltlich kein Buch, das ich als leicht bezeichnen würde. Es ist ein Paukenschlag, der jedoch mit einem guten Maß an Humor und einer enormen Sogkraft daherkommt. Der Roman lässt sich zwar super leicht weglesen, hallt aber definitiv nach und zwingt uns dazu, uns mit unserer globalen Verantwortung auseinanderzusetzen. Eine Satire, die alles andere als platt ist und deren Lektüre ich allen dringend ans Herz lege.
4,5 Sterne
Rezensionen von qq:
Geniale Frauen, geniale Forschung von Frances Durkin; Ute Löwenberg
interessante Frauen in der Wissenschaft
interessante Frauen in der Wissenschaft
Das Buch „Geniale Frauen, geniale Forschung“ zeigt viele kluge Frauen, die wichtige Entdeckungen gemacht haben. Es ist ein Sachbuch für Kinder und Jugendliche. Die Autorin erzählt von Forscherinnen aus verschiedenen Zeiten und Ländern.
Beim Lesen haben wir oft gestaunt.
So viele Frauen, von denen wir noch nie gehört haben, haben große Dinge entdeckt (wie zum Beispiel die chinesische Nobelpreisträgerin Tu Youyou) – und trotzdem kennt man sie bei uns nicht wirklich. Das Buch gibt ihnen endlich eine absolut verdiente Stimme. Aber auch bekannte Forscherinnen werden vorgestellt, wie zum Beispiel Marie Curie, die mit Strahlung geforscht hat.
Das Buch ist in meinen Augen nicht nur für Mädels interessant, sondern durchaus sicherlich für Jungs.
Der Schreibstil ist passend für die Altersgruppe.
Von uns gibt es eine Weiterempfehlung.
Rezensionen von Anilam:
Erwachsen von Tobias Glück
Einfühlsam, klug und wirklich hilfreich
Ein wirklich inspirierendes Buch, das mich sofort gepackt hat! Tobias Glück schreibt klar, einfühlsam und ohne Fachchinesisch über ein Thema, das uns alle betrifft – wie unsere Kindheit uns bis heute prägt und wie wir lernen können, wirklich erwachsen zu werden. Gerade für Menschen die sich bereits mit dem inneren Kind auseinandergesetzt haben, eine tolle Ergänzung und auch Wiederauffrischung.
Besonders gut gefällt mir, dass das Buch nicht nur theoretisch bleibt, sondern viele anschauliche Beispiele aus der Praxis enthält. So erkennt man sich an manchen Stellen selbst wieder.
Auch die Gestaltung des Buches finde ich sehr gelungen: Die Abschnitte sind übersichtlich aufgebaut, angenehm kurz und gut gegliedert, sodass man immer wieder gerne weiterliest. Außerdem ist es eines dieser Bücher, in die man auch später immer mal wieder reinblättern kann, um sich an bestimmte Gedanken oder Impulse zu erinnern. Insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt, Mut macht und einem das Gefühl gibt, sich selbst ein Stück besser zu verstehen – absolut lesenswert!
Rezensionen von yellowdog:
Matcha Tee am Montag von Michiko Aoyama
Die Königin des japanischen Wohlfühlroman
Aus der momentanen Flut der Wohlfühlbücher aus Japan ragt Michiko Aoyama als der Star heraus. „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ war ein großer Erfolg, der die Welle trägt.
Matcha Tee am Montag wurde übersetzt von Sabine Mangold und ist wiederum episodenhaft aufgebaut. Die Figuren wechseln rasch mit den Kapiteln.
Trotz des Wohlfühlanspruchs haben eigentlich fast alle Figuren auch so ihre Probleme, große wie kleine.
So anspruchslos ist es also nicht.
Leider fehlt es den Figuren ein wenig an Tiefe, weil sie alle nur so kurz auftauchen. Dadurch ähneln sich die Figuren zu sehr. Das gilt natürlich nicht, wenn es sich z.B. um Großmutter und Enkelin handelt. Einmal ist sogar eine Katze die Erzählerin.
Viele der Geschichten sind angenehm zu hören.
Das ist auch dem bewährten Sprecherteam Jana Kozewa und Tim Gössler zu verdanken.
Rezensionen von Julia:
Die Prinzen des Winters von K. T. Steen
Für mich ist dieses Buch ein rundum gelungener Auftakt in die Welt von Estraora. Wir begleiten Eyra auf ihrem Weg, Teil der Brautschau rund um die drei Prinzen zu werden – die ausgerechnet das verkörpern, was Eyra als Feuermädchen am meisten verabsc
Für mich ist dieses Buch ein rundum gelungener Auftakt in die Welt von Estraora.
Wir begleiten Eyra auf ihrem Weg, Teil der Brautschau rund um die drei Prinzen zu werden – die ausgerechnet das verkörpern, was Eyra als Feuermädchen am meisten verabscheut: WInterelfen.
Nicht nur die Welt von Estraora hat mich sofort in ihren Bann gezogen, sondern auch die liebevolle Ausarbeitung der unterschiedlichen Charaktere.
Jeder von ihnen bringt eigene Stärken, Schwächen und besondere Fähigkeiten mit, die sie einzigartig machen. Auch Eyra erkennt schon bald, dass hinter den Prinzen weit mehr steckt als die Vorurteile, mit denen sie ihnen begegnet. Und plötzlich verschwimmen die Grenzen: Wer gehört eigentlich zu den Guten – und wer zu den Bösen?
Der Schreibstil ist fesselnd und bildhaft, die Geschichte klug aufgebaut. Obwohl es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, fühlt sich das Ende rund und befriedigend an. Ein Handlungsbogen wird abgeschlossen – und gleichzeitig spürt man, dass noch Großes bevorsteht.
Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und freue mich schon sehr darauf, die weiteren Bände zu lesen und Eyra, ihre Familie sowie die Prinzen weiter zu begleiten.
Rezensionen von LeserinLu :
Reisehandbuch Europa mit dem Zug von Cindy Ruch; Reisedepeschen
Inspirierend
Schon das Cover ist ein echter Hingucker – fast ein kleines Kunstwerk für sich. Es lädt sofort zum Träumen ein und spiegelt genau das wider, was dieses Reisehandbuch verspricht: Sehnsucht nach Unterwegssein, Entdeckungslust und ein wenig Zugromantik. Auch haptisch ist das Buch hochwertig gestaltet und die liebevolle Gestaltung machen es zu einem guten Geschenk – nicht nur für überzeugte Bahnreisende, sondern auch für alle, die es werden wollen.
Inhaltlich überzeugt das Buch durch klare Struktur und Übersichtlichkeit. Die Kapitel sind thematisch gut gegliedert, und auch innerhalb der einzelnen Abschnitte findet man sich dank des wiederkehrenden Seitenaufbaus schnell zurecht. Besonders gelungen sind die Kategorien wie „Lieblingsstrecken“ und „Geheimtipps“. Das Buch bietet damit jede Menge spannendes „Nerdwissen“ für Bahnreisefans – von historischen Strecken über außergewöhnliche Zugverbindungen bis zu nachhaltigen Reiseideen. Es eignet sich hervorragend als Inspirationsquelle: Man bekommt viele neue Anregungen und kann danach mit anderen Reiseführern gezielter in die Planung gehen. Ich selbst habe z. B. durch dieses Buch erst richtig Lust bekommen, einmal eine Bahnreise durch die Schweiz zu machen.
Ein kleiner Wermutstropfen sind für mich die Karten. Zwar sind sie ansprechend gestaltet, wirken aber inhaltlich etwas unausgewogen: Maßstäbe fehlen, Streckenlängen lassen sich kaum abschätzen, und nicht alle im Text erwähnten Bahnhöfe tauchen auch auf den Karten auf. Auch wäre es hilfreich, wenn interessante Orte oder Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Bahnhöfe markiert wären – so ließe sich die Reise noch leichter planen. Hier könnte man zugunsten der Funktionalität etwas Design opfern. Das Kapitel über Reisen mit Kindern fand ich gelungen, hätte mir aber gewünscht, dass dieses Thema in allen Kapiteln präsenter wäre, statt nur in einem eigenen Abschnitt behandelt zu werden.
Insgesamt ist „Europa mit dem Zug“ ein inspirierendes und informatives Reisehandbuch, das Lust auf entschleunigtes Reisen macht – perfekt zum Stöbern und für eine erste Grobplanung.
Rezensionen von Ele:
So war die Welt von Louise Erdrich
Eine kleine Stadt in North Dakota
So war die Welt, Roman von Louise Erdrich, EBook, Aufbau-Verlag
Ein schwermütiger Roman
Kismet lebt mit ihren Eltern in Argus, eine kleine Stadt im amerikanischen mittleren Westen. Crystal, ihre Mutter, arbeitet Tag und Nacht um Kismet die Highschool zu ermöglichen, derweil für ihren Vater Martin nichts elegant und gut genug sein kann.
Plötzlich interessiert sich Gary für das Mädchen, er ist der Footballstar der Schule und Sohn reicher Eltern, die mit dem Anbau von Zuckerrüben das große Geschäft machen. Das Mädchen fühlt sich von Garys Werben geehrt, aber sie mag auch den belesenen Hugo. Dann macht Gary ihr einen Antrag, den Kismet annimmt, obwohl sie sich ganz und gar nicht sicher ist. Crystal ist entsetzt über diese frühe Heirat. Am Tag der Hochzeit verschwindet Martin mit dem Geld aus dem Spendenfond, der für die Renovierung der Kirche vorgesehen ist. Die Geschehnisse überstürzen sich.
Das Buch gliedert sich in 5 Teile, die einzelnen kurzen Kapitel tragen eine zusammenfassende Überschrift. Die Autorin schreibt ausgesprochen bildhaft, das Setting läuft während der Lektüre wie Kino im Kopf ab. Die Sprache an sich, ist ausdrucksstark und der Plot atmosphärisch dicht. Die dystopische beklemmende Stimmung ist gänzlich auf mich übergegangen, esoterische Züge sind dabei, doch zwischendurch gibt es auch humoristische Szenen. Der Stil ist auktorial verfasst, abwechselnd aus der Sicht verschiedener Charaktere. Ein umfassendes Bild und eine tiefe Innenansicht der Figuren sind dadurch möglich.
Zusätzlich finde ich, geht es um die Nachteile und Gefahren des konventionellen Anbaus, mit Herbiziden, Pestiziden und Düngemitteln und es wird nachvollziehbar aufgezeigt, welchen Schaden Mensch und Tier dadurch langfristig angerichtet wird. Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht: „Aber unter passenden Bedingungen lässt sich alles vom Antlitz der Erde tilgen.“ Diese Ansichten passen gut zu diesem Buch, hätte ich auf diese Weise in einem Roman aber nicht erwartet. Das erinnert mich an das Klimaquartett von Maja Lunde.
Abgesehen vom Umweltaspekt, hat die Geschichte genügend Geschehnisse, esoterische Szenen sind ebenfalls eingearbeitet, sodass es mir alles in allem, ein wenig viel erscheint. Der Leser muss hier viel zwischen den Zeilen lesen und sich einiges erahnen können.
Die Figuren sind hervorragend und überzeugend charakterisiert, Crystal ist eine wahnsinnig starke Frau, sie hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, auch Hugo hat sich enorm entwickelt, ist immer stärker geworden, auch Martin hat mich überraschen können, eigentlich haben sich alle Figuren verändert, meist zu ihrem Besten, das macht sie authentisch. Einzig Kismet hat mich enttäuscht von ihr hätte ich mir mehr Entwicklung gewünscht. Ihre Unentschlossenheit ist selbst im Epilog noch deutlich.
Eine gute Unterhaltung war es allemal, es ist jedoch kein Buch welches man schnell in eine paar Stunden liest, vieles hat mich innehalten und über das gelesene nachdenken lassen. Mich hat es sehr gefordert, die dystopischen Szenen haben mir tatsächlich Angst gemacht. Auch in meiner Heimat werden Zuckerrüben angebaut, eine Zuckerfabrik ist in der Nähe. Noch ein Satz den man sich merken sollte: „Ebenso lauert in jedem Löffel (Zucker) der pragmatische Nihilismus des industriellen Zuckeranbaus auf Kosten unseres Lebensraums auf Erden. Das ist die Süßigkeit die unsere Sinne besticht.“
Wer sich für den biologischen Anbau als Alternative, bzw. Umweltschutz interessiert, oder auch Fans der Autorin und ihren speziellen Schreibstil, sollte hier zugreifen. Ich vergebe 4 Sterne
Rezensionen von Anilam:
Divisio von Elena Weber
Ein faszinierendes Spiel mit Identität, Vertrauen und Kontrolle
Was für eine Geschichte! Schon die Idee hat mich total gepackt – ein Erpresservideo, eine Doppelgängerin und eine Hauptfigur, die plötzlich nicht mehr weiß, wer sie eigentlich ist. Das ist so spannend, so beunruhigend und gleichzeitig total faszinierend!
Ich mochte die Atmosphäre richtig gern – dieses leicht Beklemmende, das einen beim Lesen immer begleitet.
Die Science-Fiction-Elemente sind so geschickt eingebaut, dass man sich ständig fragt, wie weit wir in der Realität eigentlich noch davon entfernt sind. An manchen Stellen hatte ich wirklich Gänsehaut!
Raya war für mich eine richtig starke Figur. Ich habe so mit ihr mitgefühlt und konnte ihre Verwirrung und Angst total nachvollziehen. Das ganze Thema Identität und Vertrauen ist super spannend umgesetzt und hat mich beim Lesen echt zum Nachdenken gebracht.
Das Ende fand ich passend und rund. Es bleibt spannend, aber auch emotional – genau die Mischung, die ich mag. Insgesamt ein starkes Buch, das mich überrascht und begeistert hat! ????
Rezensionen von mo.ni.books:
Eisbrechen für Anfänger von Lara Amorelli
Liebesgeschichte in Sternmoos
Eisbrechen für Anfänger ist eine Liebesgeschichte in der Weihnachtszeit im kleinen Örtchen Sternmoos von der Autorin Lara Amorelli. Es gehört zur Reihe Der kleine Weihnachtsmarkt in den Bergen der Südtiroler HerzAss-Autorinnen.
In diesem Band der Reihe kehrt Lena von Köln nach Sternmoos zurück.
Sie hat ihren Job verloren und weiß nicht recht wohin mit ihrer Zukunft. Da trifft sie wie aus dem Nichts den unsymphatischen Weihnachtshasser Jack, den neuen Starspieler der Hunters. Schon auf den ersten Blick weiß Lena, dass sie ihm keine Symphatien entgegen bringen wird. Doch hinter seinem abweisenden Auftreten verbirgt sich mehr....als er bereit ist jemanden zu zeigen.
Die Autorin hat es geschafft mich mit Lena und Jack mit nach Sternmoos zu nehmen. Gemeinsam mit der Stricker-Mutti und Mia habe ich mitgefiebert, wie sich die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt. Sie hat die Emotionen der Figuren gekonnt beschrieben und konnte mich mit einem angenehmen und flüssigen Schreibstil begeistern.
Rezensionen von rewareni:
Zwei Leben: Das Versprechen von Astrid Korten
Hoffen und glauben
Zu spät hat Juna gemerkt, dass sie mit ihrem Leben nicht mehr zufrieden ist und so muss sie nach einem Burn-out leiser treten. Damit ihre Tage wieder einen Sinn bekommen, meldet sie sich bei einer Freiwilligenorganisation an, wo sie schon bald als Buddy für den alten und schweigsamen Vincent Molin tätig ist.
Aus den anfänglichen kurzen und eher unpersönlichen Besuchen entwickelt sich mit der Zeit eine besondere Vertrautheit und Juna taucht gemeinsam mit Vincent in eine Vergangenheit ein, die sie immer tiefer in eine Zeit blicken lässt, die für ihn scheinbar vergessen war und nun wieder mit erschreckender Klarheit ans Licht kommt.
Ich glaube, ich habe noch nie einen so stillen Roman gelesen, der aber unglaublich laut ist und danach schreit, dass man ihn lesen muss.
Die Autorin Astrid Korten hat in ,, Zwei Leben- Das Versprechen“ einen historischen Familienroman geschrieben.
Der Roman erzählt aus zwei Perspektiven, wo Juna und der alte Vincent sich im Jahr 2014 in Brügge begegnen. Juna wird sich im Laufe der Geschichte verändern, wo zuvor Einsamkeit und mangelndes Selbstwertgefühl geherrscht hat, werden diese weichen und dank der Erzählungen von Vincent spürt sie, wo ihr Platz im Leben ist und es an ihr liegt glücklich und zufrieden zu werden.
Wenn man Vincent begleitet spürt man so viel an Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, wo er sich immer wieder fragt, ob er damals im Jahr 1942, als er die Jüdin Esther kennen und lieben gelernt hat, zu wenig getan hat, damit sie zusammen bleiben hätten können.
Immer wenn Juna und Vincent eine Reise zu einem Ort machen, an dem er damals gewesen ist, findet man sich in der Vergangenheit wieder und man erfährt wie es Esther als Jüdin in der NAZI Zeit ergangen ist . Das Geschick der Autorin liegt darin den Leser an Orte mit zu nehmen, die man eigentlich gar nicht besuchen möchte, man aber so von der Geschichte gefangen ist, dass man unweigerlich eintauchen muss in eine grauenvolle Zeit. Ganz intensiv erlebt man dabei Ereignisse, die so furchtbar sind, dass man die Protagonisten einfach in den Arm nehmen möchte um sie zu beschützen.
Besonders berührend sind dabei Szenen die zeigen, wie Juden als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden und wenn man bedenkt, dass wir heute schon wieder in einer Zeit leben wo jüdische Menschen oftmals in Angst leben müssen, dann macht einem die Geschichte noch betroffener.
Man findet aber auch in dem Roman Menschen, die trotz schwerer Schicksalsschläge nie ihre Menschlichkeit verloren haben und selbstlos ihr Leben für andere aufs Spiel gesetzt haben.
In der Geschichte fehlen einem oft die Worte ob der Grausamkeit, wie Menschen andere behandelt haben.
Wenn man zum berührenden Ende gelangt ist wirkt das Cover mit den Babyschuhen noch intensiver und mit Tränen in den Augen findet man aber trotzdem einen versöhnlichen Abschluss der Geschichte.











