Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Nächster Halt: Mord - Ein Weihnachtskrimi von Alexandra Fischer-Hunold
Weihnachtlicher Cosy Crime
Rachel soll eine Reisereportage über die Jungfernfahrt des Luxuszuges, "Golden Highlander" ,für ihre Zeitung schreiben.
Dafür bekommt sie von ihrem Chef gleich zwei der begehrten Zugtickets. Mitnehmen wird sie ihre sechszehnjährige Schwester Millie, die auch schon ganz aus dem Häuschen ist.
Aber bald schon entpuppt sich diese Traumreise in einen einzigen Albtraum. Ein Fahrgast wird heimtückisch ermordet. Millie ist fest entschlossen, dem Mörder auf die Spur zu kommen.
Die Bücher von Alexandra Fischer-Hunold sind für mich mittlerweile ein Garant für gemütliche Krimistunden in der Herbst- und Vorweihnachtszeit.
Dieses Mal geht es ins verschneite England. Die Autorin weiß einfach, wie man für eine weihnachtliche Grundstimmung sorgt. Sie beschreibt sehr bildhaft das Gedränge auf den Bahnsteigen, die freudige Vorfreude auf Weihnachten oder das wilde Schneegestöber.
Und den Zug selbst erst! Der ganze Zug ist im Stile der Zwanziger auf altmodisch gemacht und könnte aus einem Agatha-Christie-Roman gefallen sein. Rachel und Millie dürfen sich auf den puren Luxus freuen.
Und wie es sich für einen solchen Roman gehört, lässt der Mordfall auch nicht lange auf sich warten.
Es ist zwar Rachel, die die Tickets für die Fahrt bekommt, erzählt wird aber immer aus Millies Sicht in der Ich-Form.
Ich finde, die Ich-Form liegt der Autorin einfach. Die Stimme, die sie Millie gibt, klingt überzeugend und ist auch passend jugendlich.
Millie ist wild entschlossen, den Mord aufzuklären und tut sich recht schnell mit James, dem Lern-Steward, zusammen. Scherzhaft nennen sie sich gegenseitig Sherlock und Watson, geben zusammen aber ein echt gutes Team ab. Mit Freude stecken sie ihre neugierigen Nasen in die Angelegenheiten fremder Leute und decken so mehr Geheimnisse auf, als sie eigentlich wollten.
Sehr gut gefallen hat mir, dass es eine Vielzahl an mögliche Täter gibt. Eine Menge Leute hätten einen Grund gehabt, das Opfer zu töten und meinen persönlichen Hauptverdächtigen musste ich immer wieder auswechseln. Am Ende lag ich trotzdem falsch. Aber Miträtseln kann man hier hervorragend.
Bei der Auflösung hat mir eine bestimmte Sache nicht gefallen, näher darauf eingehen ohne zu viel zu verraten, kann ich hier leider nicht. Aber es ist der Grund für den einen Stern, den ich abziehe.
Ansonsten kann ich das Buch nur empfehlen an alle, die Lust auf ein paar weihnachtliche und gemütliche Krimistunden haben.
Rezensionen von Anndlich:
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh
Ankunft in Lower Whilby
Jude kommt für die Hochzeit ihrer jüngeren Schwester nach Jahren zurück in das kleine Städtchen Lower Whilby. Das Städtchen, das sie so sehr hasst und ihre schlimmsten Erinnerungen aufwühlt.
Doch Lower Whilby hat sich verändert, da ist dieser Barista James, der seit zwei Jahren seine Heimat in dem Örtchen gefunden hat und der Jude vollkommen aus der Fassung bringt und auch noch der Sohn einer berühmten ehemaligen Band ist.
Ein gefundenes Fressen für Jude, die nebenbei an einem Musikpodcast arbeitet und unbedingt mit seinen Eltern reden möchte. Nur kommen da noch ganz andere Gefühle in ihre hoch.
The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh entführt und in das englische Kleinstädtchen Lower Whilby. Grohs Bücher sind für mich seit Fake Dates and Fireworks ein Must-Read und dementsprechend habe ich mich auch schon auf den ersten Band dieser Reihe gefreut. Eins vorweg, Grohs Schreibstil ist wie immer erste Klasse, der Humor, die zahlreichen Metaphern und die Atmosphäre sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Lower Whilby hat mir ausgesprochen gut gefallen und wirklich Herbstvibes versprüht, die nicht nur auf den Pumpkin Spice Latte zurückzuführen sind. Die Bewohner:innen Lower Whilbys und ihre Strukturen konnte man bereits zu Beginn gut erahnen und einige Nebencharaktere spielen sich schnell ins Herz, sei es der vorlaute Penn oder die toughe Deb. Schnell hat man das Gefühl, dass man selbst in Lower Whilby angekommen ist.
Die Geschichte um Jude und James konnte mich leider aus einigen Gründen weniger abholen. Da haben wir einerseits Jude, die vor allem zu Beginn sehr anstrengend ist. Ihre Gedanken sind wirr, ihr Verhalten teilweise einfach too much. Auch wenn ich sie durchaus verstehen konnte, war die Chemie zwischen ihr und mir nicht die Beste. Das hat sich im Laufe der Geschichte jedoch durchaus gebessert, weil Jude eine Entwicklung durchgemacht hat. James gefiel mir generell besser und ich wurde schneller mit ihm warm, allerdings fand ich seine Gedanken teilweise einfach viel zu früh, viel zu sexuell geladen. Gefallen haben mir jedoch die Dialoge zwischen den beiden, die schlagfertig waren und immer wieder etwas zum Schmunzeln boten.
Schwierig fand ich auch den Fokus der Geschichte. Auch wenn wir die Perspektiven Judes und James’ einnehmen, habe ich das Gefühl, dass es vor allem um das Ankommen in Lower Whilby ging und während des Lesens wurde mir schnell klar, welche Frauen in den Folgebänden ihre Geschichte bekommen, weil sie einen extremen Anspruch an Seiten bekommen (vor allem eine von ihnen) und nur wenig für die Entwicklung zwischen James und Jude, bzw. deren eigene Entwicklung, getan haben. Gefehlt haben mir diese Seiten dann im Bezug auf James und Judes ‚Probleme‘ und so bleibt das Gefühl, dass die beiden sich noch gar nicht richtig kennen, weil kaum darüber gesprochen wurde, warum sie so sind, wie sie sind.
The Pumpkin Spice Latte Disaster konnte mich zwar im Hinblick auf die Lovestory zwischen James und Jude nicht komplett überzeugen, aber am Ende habe ich das Gefühl, dass ich unbedingt in das Städtchen zurückkehren möchte, weil mir dir Dorfgemeinschaft gefällt und ich gerne ihre Entwicklung verfolgen möchte.
Rezensionen von readpassion9:
Garden Girls von Jessica R. Patch
Thriller mit Potential
Der Klappentext sowie die Leseprobe hatten mich angeteasert, leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen. Der Schreibstil ist in Ordnung, teils ist die Übersetzung aber nicht prickelnd. Die Story hat Potential, ist aber alles in allem nicht so spannend wie erwartet. Zeitweise fesselnd, aber wirkliche Hochspannung wie ich sie bei einem Thriller erwarte, kam nicht auf.
Sehr schade.
Das größte Manko sind die Figuren. Ich habe lange gebraucht um mit ihnen warm zu werden und sie auseinanderzuhalten. Tiberius Granger hat einen interessanten Background. Aber: Hier handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe, die ersten beiden Teile der Reihe wurden noch nicht ins deutsche übersetzt. Somit fehlt jegliches Vorwissen, das die Persönlichkeiten abrundet. Sehr schade, mit dem Vorwissen der anderen Titel wäre meine Bewertung sicher besser ausgefallen.
Fazit: Dritter Teil einer Reihe mit Luft nach oben.
Rezensionen von Anjulia :
The Academy von Elin Hilderbrand; Shelby Cunningham
Ein Jahr an der Tiffin-Academy
Handlungsort der Geschichte ist die Tiffin-Academy, eine Elite‐Internatsschule in Neuengland, die es in diesem Jahr auf den zweiten Platz eines bedeutenden Schulrankings geschafft hat. Sehr zur Verwunderung der Schulleiterin, da die Wohnheime nicht in bestem Zustand sind und auch die Sportteams eher unterer Durchschnitt sind.
Ich persönlich mag das Internat/ Campus-Setting sehr gerne. Bereits das Cover gibt eine gute Vorstellung vom Aussehen der Schule. Die vielen unterschiedlichen Perspektiven, machten für mich den Einstieg ins Buch nicht einfach. Trotzdem hat mit der Schreibstil der Autorin und die Geheimnisse, und Probleme der Schüler/innen und Lehrkräfte in ihren Bann gezogen. Innerhalb des geschilderten Jahres taucht man immer tiefer in den Mikrokosmos der Schule und ihrer Bewohner ein. Spätestens als über eine interne App Klatsch und Privates ausgeplaudert wird, stehen nicht nur Freundschaften und Beziehungen auf dem Spiel. Inhaltlich wird vieles verarbeitet: Familienprobleme, Essstörungen, mentale Gesundheit, Alkoholsucht, Ruhm, Erpressung. Vieles, aber nicht alles, klärt sich zum Ende des Schuljahres auf. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.
Rezensionen von readpassion9:
Love, Mom von Iliana Xander
packender Thriller
Als Mackenzie Caspers Mutter bei einem Unfall zu Tode kommt, trauern viele ihrer treuen Fans um die bekannte Autorin von besonders perfiden Thrillern. Die Literaturwelt scheint in Schockstarre. Das Begräbnis wird zum Medienereignis, der Verlag nutzt den Tod von E. V. Renge für Publicity und noch mehr Umsatz.
Mackenzie fühlt weniger Trauer, da sie ihrer immer beschäftigten Mutter nicht nahe stand, nur eine Leere.
Als sie in ihrem Auto einen mysteriösen Brief von "Fan Nr. 1" findet ist Mackenzie schockiert. Im Umschlag befinden sich handgeschriebene Seiten, anscheinend aus dem Tagebuch ihrer Mutter. Und diese Botschaft ist direkt an ihre Tochter Mackenzie gerichtet. Zusammen mit ihrem platonischen besten Freund recherchiert sie in der Vergangenheit ihrer Mutter und deckt ein unglaubliches Geheimnis auf.
Wow, meine Erwartungen waren nicht so groß, aber die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der flapsige Schreibstil passt perfekt zur Figur Mackenzies, die im Gothic-Look unterwegs ist. Aus der Ich-Perspektive ist man an ihren Gefühlen ziemlich nah dran, begleitet sie und ihren Freund bei der Recherche. Ich fand die Wendungen krass, Wendungen mit denen ich nicht gerechnet hätte. Selbst bis zum Schluss gibt es noch Überraschungen.
Fazit: Fesselnder Thriller um ein großes Geheimnis. 4,5 Sterne, aufgerundet auf 5.
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Organisch,2 Audio-CD, 2 MP3 von Giulia Enders
Uneingeschränkt empfehlenswert
"Ich habe einen Körper, aber ich bin nicht mein Körper" - das war eine der erste Lektionen, die ich in der Ausbildung zur Yogalehrerin gehört habe. Und dann waren da noch viele, für mich als Naturwissenschaftlerin sehr esoterische, Inhalte. Wobei mir ja die Kombination aus Spiritualität und Naturwissenschaft sehr gut gefällt.
Daher trifft dieses Buch nicht nur einen Nerv, sondern auch zu 100% meinen Geschmack.
Unseren größten Besitz einmal näher zu betrachten und die Organe ganzheitlich zu betrachten, sich mit deren Entstehungsgeschichte zu beschäftigten, hat mir, ganz besonders bei Lunge und Gehirn, sehr gut gefallen. Und es wird auch der Bogen zur Spiritualität gespannt, wenn es um die Lunge selbst, das Nervensystem aber auch um den Blutdruck geht. Atemübungen werden vorgeschlagen, Meditation thematisiert und neue Studienergebnisse gut aufbereitet präsentiert.
Die Idee, dass die Autorin ihr Buch selbst liest, hat mich anfänglich wenig begeistert. Denn häufig sind professionelle Sprecher:innen leichter über viele Stunden auszuhalten als der Autor oder die Autorin. In diesem Fall jedoch macht die Autorin einen guten Job - und ich hatte das Gefühl, irgenwo zwischen einer Yogafortbildung, einem Fachvortrag und dem Gespräch mit einer Freundin von mir zu sitzen. Das Zuhören war auch mit 1,5-facher Geschwindigkeit noch sehr angenehm möglich.
Besonders gelungen finde ich auch die Suchtthematik, die in diesem Buch aus Sicht der Organe beleuchtet wird und konkrete Hilfestellungen, wie man das Gehirn bei einer Umprogrammierung bestmöglich unterstützten kann. Gerade in Deutschland, wo "betreutes Trinken" ab 14 Jahren gesetzlich erlaubt ist und einer Jugendkultur, in der zwar weniger Menschen trinken und rauchen, aber dafür häufig vampen oder zu sehr gefährlichen neuen Drogen greifen ist es toll, dass auch diese Thematik Einzug gefunden hat.
Ich kann das Hörbuch also allen, die einen Körper haben, uneingeschränkt empfehlen. Auch Kinder können sich beim Zuhören viel mitnehmen und durch die autobiographischen Anteile eine Verbindung aufbauen.
Rezensionen von Skanus:
The Academy von Elin Hilderbrand; Shelby Cunningham
Ein Sprung ins Leben
Eine Geschichte voller Dramatik, menschlicher Schicksale und ersten Versuchen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Eine Auseinandersetzung junger Menschen miteinander und den charakterlichen Eigenheiten eines jeden.
Hochgefühle, Tiefschläge, Enttäuschungen - alles mit dabei. Besonders hat mir gefallen, wie sensibel die Autorin Zwänge beschreibt, in die Menschen geraten, wenn ihre Existenz von der finanziellen Zuwendung dritter abhängt.
Dieses Phänomen fällt besonders in den USA auf, wo so Vieles über Spenden in Millionenhöhe läuft und die Empfänger dadurch auf Spur genbracht werden oder dort gehalten werden. Sie sind in ihrer freien Meinungsäußerung eingeschränkt, aus Angst, die Spenden zu verlieren. Recht wird gedehnt, Dinge kommen nicht zur Sprache, Entgleisungen werden nicht geahndet - Geld regiert die Welt.
Genauso wie Social Media einen immensen Einfluss auf das Handeln der Menschen hat. Auch hier werden sie in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt, weil versierte Menschen sich in fremde Profile einhacken können und an sensible Daten gelangen, die sie gnadenlos gegen den User ausspielen und ihn der Lächerlichkeit anheimfallen lassen. Geheimnisse werden preisgegeben, Menschen an den Pranger gestellt und mit ihren intimsten Gefühlen an die Öffentlichkeit gezerrt.
Der Autorin und ihrer Tochter ist es hervorragend gelungen, die Bedrohungen unserer Zeit (besonders in den USA was Spenden angeht) offenzulegen und die Konsequenzen für die Menschen aufzuzeigen. Aber auch einen Ansatz zu liefern, wie man mit diesen Bedrohungen umgehen kann, um sich zu schützen. Die jungen Leute machen Erfahrungen und lernen fürs Leben. Und sie lernen, anderen zu vergeben und nicht Vorurteilen aufzusitzen, sondern das Verhalten des anderen zu analysieren und zu verstehen. Sie sind in der Lage, ihre Fehler einzugestehen und sich bei anderen zu entschuldigen.
Eine gelungene Lektüre, auch wenn ich mir ein geschlossenes Ende gewünscht hätte.
Rezensionen von Liselottchen:
Das mutige Mädchen von Lotte Römer
Eine junge Frau setzt sich durch
Elsa ist begeisterte Schneiderin und fabriziert auch eigene Kleider. Als ihr der alte Schneider Leopold anbietet, sein Geschäft in Innsbruck zu übernehmen, ist sie Feuer und Flamme. Doch für eine alleinstehende Frau ist dies nicht einfach, vor allem, da der Stiefvater bereits einen Bräutigam für sie ausgesucht hat und die Mutter zu schwach scheint, sich gegen ihren Mann durchzusetzen.
Hilfe bekommt Elsa vom Tuchhändler Clemens, mit dessen Schwester sie befreundet ist und der auch privat Gefühle für sie hegt. Doch Elsas Herz ist schon lange vergeben ...
Auf diesen zweiten Band der »Töchter aus Innsbruck«-Reihe habe ich sehnsüchtig gewartet und Lotte Römer hat wieder einmal alle meine Erwartungen erfüllt. Mit Elsa hat sie eine selbstbewusste junge Frau geschaffen, die für ihre Wünsche und ihr Talent einsteht. Am meisten beeindruckt hat mich die Wandlung der Mutter, die sich Schritt für Schritt in ein neues Leben, unabhängig von ihrem dominanten Ehemann erkämpft. Es gibt auch ein Wiedersehen mit der älteren Schwester Fannerl, es hat mich sehr gefreut, zu erfahren, wie es ihr weiter ergangen ist. Doch man kann diesen zweiten Band auch ohne Vorkenntnisse der ersten lesen.
Der Schreibstil ist wieder gut zu lesen, auch die Nebenfiguren bilden einen perfekten Rahmen für die Story – ein Buch, das ich von Herzen weiterempfehlen kann.
Rezensionen von Liselottchen:
Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies
Ein Sommer der Familie Mann im französischen Exil
Eine Äußerung aus dem Zusammenhang gerissen und der berühmte Dichter und Nobelpreisträger Thomas Mann ist im Nazi-Deutschland nicht mehr willkommen. Weder Reichtum noch Ansehen retten ihn vor der Ächtung. Widerwillig verlässt er Deutschland, lebt zuerst in der Schweiz und danach verbringt er einen Sommer in Sanary, einem kleinen Küstenort Frankreichs.
Mit dabei ist seine Familie, seine Frau und meist auch seine sechs Kinder. Auch anderer Dichter und Künstler teilen sein Schicksal und es kommt zu einer Art Gemeinschaft in dem kleinen Ort.
Der Autor hat hier die Erlebnisse eines Sommers aus den Tagebucheinträgen verschiedener Personen zusammengefasst. Sowohl schrieb Thomas Mann selbst, als auch sein Bruder und seine Kinder, aber auch andere Personen, die eine Zeit lang Weggefährten des Dichters waren. Der Erzählstil ist distanziert, eher kühl gehalten und manchmal ein wenig ironisch. Es gibt keine durchgehende Handlung, es sind vielmehr aneinandergereihte Szenen und Erlebnisse, sowohl von den Mitgliedern der Familie Mann, aber auch von anderen Persönlichkeiten. So werden Aldous Huxley, Lion Feuchtwanger, Eva Herrmann, Arnold Zweig, Paul Valery und andere genannt, teilweise erhält man ebenfalls einen (kurzen) Einblick in deren Leben. Für mich war es teilweise mühsam, das Buch zu lesen, der Autor springt in der Perspektive, vieles wird nur angerissen. Als Beispiel möchte ich hier einen Hund erwähnen, der aus einem Flugzeug geworfen direkt neben Aldous Huxleys Geliebter landet. Eine Aufklärung, wer das getan haben könnte und ob damit ein bestimmtes Ziel verfolgt wurde, bleibt aus.
Bei einigen Szenen fragte ich mich, warum sie erwähnenswert waren, beispielsweise wenn Golo Mann ausnahmsweise nicht mit der Familie früh zu Bett geht, sondern lieber den Sonnenuntergang betrachtet. Denn es kam nichts Aufregendes, außer, dass »gegen 21 Uhr taucht der Sonnenball am fernen Horizont feurig in das Wasser ein ...«
Die Beziehungen untereinander werden ausgebreitet, alle Männer hatten Geliebte, weibliche und/oder männliche.
Das Bild, das hier von Thomas Mann gezeichnet wird, ist kein sympathisches. Er bedauert sein Schicksal, ist lange Zeit unschlüssig, welche Stellung er zum Deutschland der Nazi-Zeit einnehmen soll, und behandelt seine Kinder nicht gleich – hat Lieblingskinder und »Schwarze Schafe«. Von der Familie wurde er »Zauberer« genannt, das zeigt, dass er vermutlich manchmal weltfremd war. Bewundernswert fand ich seine Frau Katia, die felsenfest hinter ihm stand.
Es ist keine Lektüre, die man mal so zwischendurch lesen kann, empfehlen kann ich es auf jeden Fall Thomas Mann-Fans.
Rezensionen von Shilo:
Das unheimliche Herrenhaus von Lynn Messina
Ein leiser Nervenkitzel mit großer Wirkung
Ich habe das Buch mit wachsendem Interesse und leiser Neugier gelesen, denn schon früh spürte ich, dass hinter der glänzenden Fassade etwas Dunkles lauert. Die Geschichte beginnt damit, dass Beatrice Hyde-Clare glaubt, ihr Leben als Duchess of Kesgrave habe sich endlich gefügt – Hochzeit, Titel, Residenz.
Doch statt Ruhe und Sicherheit findet sie Labyrinthe, geheime Räume, seltsame Blicke der Bediensteten und vor allem den Butler Mr. Marlow, dessen Abneigung kaum zu übersehen ist.
Der Fall im Nachbarhaus – der schreckliche Tod des französischen Kochs – zieht sie heraus aus dem Alltag, hinein in Ermittlungen und Fragen, die sich sonst niemand stellt. Beatrice ringt mit Unsicherheit, mit dem Gefühl, nicht dazuzugehören, mit der Angst, man könnte sie belächeln – und gleichzeitig mit dem Drang, Licht ins Dunkel zu bringen.
Was ich besonders mochte, war, wie das Buch Spannung aufbaut, ohne Blut oder Schockeffekte. Stattdessen sind es die leisen Geräusche, Schatten, ein Blick, ein Vorfall im Dunkeln, die mich öfter zusammenzucken ließen. Auch Beatrices innere Stimme zu verfolgen war spannend – wie sie sich selbst hinterfragt, wie sie zwischen Pflicht und Furcht schwankt.
Die Charaktere sind fein gezeichnet: Beatrice, verletzlich und zugleich mutig; Mr. Marlow, unangenehm präsent; der Duke, bemüht, aber gefangen in seinen eigenen Geschäften; und das Herrenhaus selbst – fast wie ein eigener Charakter, mit langen Gängen, dunklen Ecken und Türen, die man nicht sofort öffnen will.
Einige Wendungen haben mich überrascht, andere Hinweise waren geschickt versteckt, sodass ich oft kurz innehielt, um zurückzublicken, ob ich etwas übersehen hatte. Diese Momente, in denen ich hoffte, dass etwas nur Einbildung sei, mochte ich besonders.
Insgesamt hat mich das Buch innerlich oft mitgenommen. Ich spürte Spannung, manchmal Unbehagen, aber auch Sympathie für Beatrice – und eine leise Bewunderung dafür, wie sie sich nicht davon abhalten lässt, nach Wahrheit zu suchen. Der Stil liest sich angenehm flüssig, das Setting ist stilvoll und detailreich, ohne überladen zu wirken.
Mein Fazit: Dieses Buch hat mich mit seiner dichten Atmosphäre gepackt und bis zur letzten Seite nicht losgelassen. Es ist kein lauter Krimi, sondern einer, der leise unter die Haut geht – mit Schatten, Zweifeln und einer Heldin, die man einfach mögen muss. Für mich ein Fünf-Sterne-Erlebnis, das nachklingt.











