Kunden em pfehlungen
Rezensionen von bine525:
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Leider ganz und gar nicht mein Fall
Nach der Leseprobe und dem Klappentext freute ich mich unglaublich auf dieses Buch der anderen Art. Doch selten bin ich so enttäuscht worden wie diesmal. Das Thema die Zeit zurückdrehen zu können ist faszinierend, allerdings ist mir das Buch zu sehr mit belastenden Themen der vergangenen Zeit gespickt Russland, Juden und der zurückliegende Krieg haben meine Familie geprägt und manches darüber zu lesen, ist immer noch zu aufrührend und belastend.
Ich erhoffte mir eine Art von Märchen für Erwachsene doch das ist leider nicht zutreffend. Es tut mir sehr leid, ich habe selten ein Buch nicht zu Ende gelesen aber dieses hier habe ich nach der 50. Buchseite beendet.
Optisch hätte mir das Buch sehr gut gefallen, vor allem die Vorankündigung eines Buchschnittes in Gold finde ich eine gelungene Idee. Dennoch kann ich bei diesem Buch nur drei Sterne vergeben, da mich der Inhalt leider überhaupt nicht überzeugen konnte.
Rezensionen von ReiShimura:
OTTO fährt los - Weihnachten in Finnland von Madlen Ottenschläger
Mit gemischten Gefühlen durch den Schnee
"Es geht wieder los!"
Bereits zum vierten Mal macht sich Otto, der sprechende Zauberbus mit einer Ferienfamilie auf den Weg in den Urlaub. Wir dürfen ihn nun bereits zum zweiten Mal begleiten. Wer bereits Bücher von und mit Otto kennt, weiß bereits was ihn erwarten wird. Denn das Konzept ist im Großen und Ganzen immer das gleiche.
Daher gleich mein Rat zu Beginn, wer bereits nicht so positive Erfahrungen mit Otto gemacht hat, sollte von diesem Buch lieber die Finger lassen.
Unser erstes Abenteuer mit Otto war ein klein wenig durchwachsen. Die Geschichte selbst fanden wir zwar sehr schön und auch interessant, aber ich hatte das Gefühl, dass alles ein wenig zu schnell abgehandelt wurde. Ich schob dies damals auf den Fakt, dass im dritten Teil gleich drei Länder bereist und damit beschrieben wurden. Daher habe ich mir von diesem Buch mehr erhofft. Leider haben sich meine Hoffnungen nicht wirklich erfüllt.
Mittlerweile bin ich mir relativ sicher, dass dies einfach ein Teil von Madlen Ottenschlägers Stil ist. Die Übergänge von einer Seite zur nächsten sind manchmal äußerst sprunghaft und man hat das Gefühl, dass man eine Seite überblättert hat. Inzwischen habe ich mich zwar an den Stil gewöhnt, so richtig begeistert davon bin ich aber nicht. Mir wäre oft lieber, wenn das eine oder andere Themen weggelassen, dafür der Rest ausführlicher beschrieben worden wäre.
Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle wieder die äußerst gelungenen Illustrationen von Stefanie Reich. Die Bilder sind stimmungsvoll und es kam bei uns definitiv Weihnachtsstimmung auf. Die gedeckten Farben passen wieder wunderbar ins Gesamtkonzept und das ganze Buch strahlt einen unvergleichlichen Retrocharme aus, so wie eben Otto selbst auch.
Madlen Ottenschläger hält sich in diesem Buch mit den Beschreibungen der Reiseroute sehr zurück. Dies finde ich sehr schade, denn wir hätten gerne mehr über Finnland erfahren und wo die Familie genau unterwegs ist. Dafür gibt sie den finnischen Traditionen und Bräuchen viel Raum. Und natürlich auch dem Thema Weihnachten. So darf natürlich ein Besuch im Dorf des Weihnachtsmannes nicht fehlen. Herausfordernd, aber auch sehr authentisch, fand ich, dass die Autorin an vielen Stellen finnische Begriffe verwendet.
Beim vorherigen Otto Buch hatten der kleine Leser und ich eine geteilte Meinung. Da mich die Sprunghaftigkeit in der Erzählung doch sehr störte griff ich nicht gerne zu dem Buch. Der kleine Leser hat es aber immer wieder aus dem Regal herausgeholt und wollte es vorgelesen bekommen. Was ich dann natürlich auch getan habe.
Dieses Mal sind wir aber beide nicht wirklich begeistert, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass bereits der Einstieg in das Buch ein wenig holprig ist. Eine sanfte Einführung wie im vorherigen Band sucht man hier nämlich vergeblich. Denn Otto, Mama Rike, Papa Jakob und Anton sind bereits auf dem Weg nach Finnland, wenn wir zu ihnen stoßen. Ich denke, dass dies alles dazu führt, dass das Buch eher ein trauriges Dasein im Bücherregal des kleinen Lesers fristen muss.
Als Fazit kann ich sagen, dass Freunde von Otto auch in diesem Band wieder voll auf ihre Kosten kommen werden, da sich das Duo Madlen Ottenschläger und Stefanie Reich mehr oder weniger an das gewohnte Konzept haltet.
Wir waren zwar gerne ein zweites Mal mit Otto auf Reisen, musste dabei aber einige Abstriche in Kauf nehmen. Daher bezweifle ich, dass wir Otto noch auf weiteren Reisen begleiten werden.
Rezensionen von Pearl:
Ungezügelt von Susanne Fröhlich
Ungezügelt der neue Roman von der bekannten Autorin Susanne Fröhlich ist wieder sehr humorvoll gestaltet, doch leider konnte er mich nicht ganz überzeugen, man braucht schon lange bis man in die Handlung, die eher als eine Erzählung daherkommt. Andrea lebt mit ihrem zweiten Ehemann Paul einem Couch Potato zusammen und möchte eigentlich noch was erleben.
Nachdem sie ihrem Job verloren hat kümmert sie sich um die Enkelkinder, sie will aber mehr und entschließt sich eine Young Adult Roman die zur Zeit sehr angesagt sind, für eine ältere Generation zu schreiben.
Fazit:
Manches ist doch überzogen, wogegen andere Dinge, wie das Ansprechen auf Demenz doch sehr nachdenklich stimmen. Das Cover erschliest sich mir warum der Hase, auch nicht so ganz
Rezensionen von Blackcat:
The Witch Collector von Charissa Weaks
Guter Auftakt einer vielversprechenden Reihe - wenn auch Potenzial nicht ganz ausgeschöpft.
✨3,5/5✨
Charissa Weaks erschafft mit „The Witch Collector“ eine fantastische Welt, mit einzigartiger Magie, tollen Charakteren und größtenteils spannenden Handlungen.
Raina Bloodgood überzeugt vom 1. Kapitel an und ist eine außergewöhnliche Protagonistin, mit der ich von Anfang bis Ende mitgefiebert habe.
Die Gebärdensprache macht sie zu etwas Außergewöhnlichen und nimmt ihr nichts von ihrem hitzigen Charakter, der perfekt mit dem des Witch Collectors harmoniert. Die beiden müssen trotz ihrer Feindseligkeit zusammenarbeiten und kommen sich immer näher, eine für mich sehr gelungene Enemys to Lovers Romantasy!
Das Wordbuilding war sehr komplex. Die Magie, die sich auf einzigartige Weise in die Geschichte einbringt, dann noch die Legenden zu den Göttern und der düstere Wald - eine einzigartige Welt, die ich mir allerdings noch umfassender gewünscht hätte. Denn eigentlich ist der Wald der einzige Schauplatz, obwohl es Potenzial für mehrere Orte gegeben hätte, die der Geschichte nochmal mehr Schwung verleihen würden.
Auch bei der Handlung hätte es mehr Potenzial gegeben. Der Anfang und das Ende waren von spannenden Kämpfen und überraschenden Wendungen geprägt, doch der Mittelteil zieht sich ziemlich dahin. Hin und wieder passiert etwas, doch man hat das Gefühl, die beiden würden ihr Ziel nie erreichen und es nimmt dem Buch seine Spannung.
Trotzdem freue ich mich schon sehr auf den 2. Teil der Reihe, da dort hoffentlich mehr von der Welt gezeigt wird und ich die Charaktere wirklich geliebt habe.
➡️ Ich würde das Buch weiterempfehlen, da es trotz langezogenem Mittelteil eine tolle Geschichte ist, mit Charakteren, die man einfach lieben muss, einzigartiger Magie und einem fantastischen Wordbuilding. Ich habe hohe Erwartungen in den nächsten Band, der hoffentlich die Kritikpunkte des ersten nicht teilt und uns noch tiefer in diese Welt führt.
Rezensionen von ReiShimura:
Wir zwei - Geschichten zum Einkuscheln von Michael Engler
Ein Platz im Herzen – Mit Hase und Igel durch emotionale Herbstgeschichten
Obwohl es von Hase und Igel, den beiden ungleichen Freunden, schon einige Bücher gibt, sind wir bis dato noch nie mit ihnen in Berührung gekommen. Dies hat sich nun geändert und die beiden haben sich einen Platz in unserem Herzen erobert, wenn auch mit einem etwas holprigem Start.
Der erste Eindruck des Buches war durchwegs positiv.
Das Cover vermittelt bereits einen sehr guten Eindruck in welchem Stil die Illustrationen des Buches sein werden. Grelle und schreiende Farben sucht man hier vergeblich, dafür bekommt man liebe- und stimmungsvolle Bilder, die Wärme und Geborgenheit ausstrahlen. Die Tiere sind sehr realistisch dargestellt und es kommen nie Zweifel auf um welches Tier es sich denn handelt. Die gedämpften Farben passen hervorragend zu den Geschichten und vermitteln eine wundervolle und kuschlige Herbststimmung.
Im Buch sind elf Geschichten enthalten die sich, je nach Alter des Kindes, entweder zum Vorlesen oder auch zum Selbstlesen eignen. Aufgrund des Titels "Geschichten zum Einkuscheln" dachte ich, dass es sich bei diesem Buch um ein Gute Nacht Buch handeln würde. Allerdings musste ich feststellen, dass es sich, zumindest für uns, eher um ein Buch für einen kuschligen Nachmittag handelt. Ich habe es zwar als Einschlafbuch probiert, allerdings wurde dies am zweiten Tag vom kleinen Leser kategorisch abgelehnt. So schade ich dies auch fand, kann ich den kleinen Leser doch auch verstehen.
Viele der Geschichten beginnen mit einem melancholischen und träumerischen Unterton und auch die Themen, die behandelt werden, sind nicht ganz einfach. Denn es geht um Angst, Wut, um Unsicherheiten, Trauer, aber natürlich auch um Zusammenhalt und Freundschaft. Gerade für sehr feinfühlige Kinder können diese Themen gerade vor dem Schlafengehen zu aufwühlend sein. Das Buch bietet viel Raum für Gespräche mit dem Kind, man kann die Geschichten aber natürlich auch einfach nur lesen und wirken lassen.
Besonders hervorheben möchte ich, dass der Autor Michael Engler in diesem Buch zwar viele emotional schwierige Themen anspricht, dies aber auf eine sehr feinfühlige und kindgerechte Art und Weise macht. Es gibt weder einen erhobenen Zeigefinger noch wird einem alles mit dem Holzhammer eingetrichtert. Die Geschichten sind zauberhaft, durchdacht und auch für Erwachsenen ansprechend, berührend und lehrreich.
Die Altersempfehlung des Buches ist mit 5 Jahren angegeben und dies finde ich sehr passend. Der kleine Leser unterschreitet das empfohlene Lesealter deutlich und ich habe gemerkt, dass der Erklärungs- und Redebedarf nach dem Lesen sehr groß war. Ich möchte damit sagen, dass man das Buch durchaus auch mit jüngeren Kindern lesen kann, allerdings sollte man sich auf jedem Fall im Anschluss die Zeit nehmen, um das Gelesene mit dem Kind zu besprechen.
Normalerweise gebe ich kein Statement zum Preis eines Buches ab. In diesem Fall möchte ich allerdings eine Ausnahme machen, da ich über den im Vergleich niedrigen Preis überrascht und begeistert bin. Vor allem wenn man die hochwertige Verarbeitung des Buches berücksichtigt und die Länge der einzelnen Geschichten. Außerdem ist dies meiner Meinung nach ein Mitwachsbuch. Damit meine ich, dass dies ein Buch ist, dass ein Kind sehr lange durch die Kindheit begleiten kann, ohne langweilig zu werden. Je nach Alter des Kindes wird es die angesprochenen Themen anders auffassen und verarbeiten, aber immer eine Menge daraus lernen und nicht zu vergessen, eine kuschlige Zeit haben.
Trotz eines etwas holprigen Starts mit dem Buch sind wir mittlerweile absolut begeistert und ich möchte dieses Buch wirklich aus ganzem Herzen weiterempfehlen.
Rezensionen von MarcoL:
Die Schattenfängerin von Michael Stavaric
Die Sehnsucht nach dem Unbekannten – ein modernes Märchen warmherzig erzählt
Stella ist fünfzehn, als ihr alleinerziehender Vater stirbt. Er hatte für sie gesorgt, das Haus ist in Ordnung, und finanziell muss sie sich keine Sorgen machen. Die Beerdigung läuft so ab, wie es auf dem Land so üblich ist. Ein paar tröstende Worte, weniger helfende Hände, und zahlreiche Säufer beim obligatorischen Leichenschmaus.
Er sei schon immer etwas sonderbar gewesen, ihr Herr Vater. So die Meinung – und seine Tochter, naja, wie soll man sagen, … Getratsche der Menschen, allen voran der Herr Pfarrer, der es sich auch hin und wieder nicht nehmen lässt, sein Hände und Augen dort zu positionieren, wo sie nicht sein sollen.
Zumindest auf das Wohlwollen des Bürgermeisters kann sie sich voll und ganz verlassen.
Stellas Vater war besessen von den Sonnenfinsternissen. So oft es ihm möglich war, reiste er über den ganzen Globus, um dem himmlischen Spektakel beizuwohnen. Das dauerte oftmals einen Monat, und er verabsäumte es nicht, alles genau zu dokumentieren, sodass Stella alles nachlesen konnte. Die Faszination schlägt über, und auch Stella begibt sich auf eine Reise zur Verdunkelung der Sonne in den Kongo.
Das ist der große Rahmen, aber dazwischen finden wir in den Zeilen dieses modernen Märchens so viel mehr. Wissen um den Planeten in seiner vielfältigen Form, fein verpackt in eine, ich möchte sagen, beinahe einfache Sprache. Das Leben von Stella – und ihre besondere Beziehung zu den Schatten.
Der Roman strahlt eine angenehme Ruhe aus, kommt mit einem großen Maß an Empathie daher und rührt in unserem Inneren ein wenig um. Was ist denn wichtig im Leben, neben all den Nebenschauplätzen, die das Überleben sicheren? Auf was kommt es an?
S.98: „Afrika lässt in Wahrheit bis heute mein Herz höherschlagen, auch wenn ich lange Zeit nicht ahnte, warum. Vielleicht hat ein jeder im Leben einen geheimen Sehnsuchtsort, von dem er sich erwartet, dort irgendwann mehr über sich selbst zu erfahren.“ Ob es ihr gelingt, verrate ich natürlich nicht …
S.164: „Eines der größten Mysterien der Kindheit war, mir ernsthaft vorzustellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt den ganzen Mond überblickte, sondern nur eine, uns Erdbewohnern zugewandte Seite.“
Auch das ist für so ein Satz, der in einem umrührt und ein Sehnsucht nach dem Unbekannten weckt. Und nur, so glaube ich, wer die Welt mit Kinderaugen betrachtet, wird tatsächlich all die Wunder entdecken können, die sich offenbaren.
Die Sprache ist einfach gewählt, leicht und flüssig, aus Sicht von Stella erzählt – und erinnert uns tatsächlich an ein Märchen – oder einen Coming-of-Age Roman mit (Vor)Zügen des magischen Realismus'.
Das Buch habe ich sehr gerne gelesen, und gebe eine große Leseempfehlung – Licht und Schatten – und wenn wir einen Schatten sehen, ist immer Licht im Spiel.
Rezensionen von Murksy:
Aus! Die Wissenschaft vom Ende von Science Busters
Das Ende vom Lied
Die Autoren des Buches, das sich auf dem Cover schlicht mit einem Schalter präsentiert, sind eine bunte Truppe aus Wissenschaftlern und Kabarettisten, die auch auf Tour zu bewundern sind. Ihre Wissenschaftsbücher sind demzufolge nicht bierernst, obwohl es die Themen sind. Dieses Mal, wie der Titel kurz und bündig aussagt, geht es um das Aus, also das Ende von allem.
Von allem? Das ist eine berechtigte Frage. Gibt es eine Unendlichkeit? Zumindest Atome scheinen ewig zu existieren. Endet das Universum oder die Zeit? Wieder berechtigte Fragen, die in diesem unterhaltsamen und lehrreichen Buch behandelt werden. Als Kind habe ich versucht ein Blatt Papier so lange zu zerschneiden, bis es weg war. Mein Gedanke war simple. Wenn die Schnipsel immer kleiner würden, wäre doch irgendwann alles weg. Aus dieser Neugier ist möglicherweise mein späterer Beruf als Wissenschaftler entstanden. Als Kind sieht man in eine unbegrenzte Zukunft. Wird man älter, ändert sich das. Wer glaubt, ewig Zeit zu haben, nehme sich ein Maßband. Man schneidet das Band bei der durchschnittlichen Lebenserwartung ab. Dann schneidet man sein Alter in cm ab. Und schließlich vom Rest noch ca. ein Drittel, denn so lange schläft man ungefähr am Tag. Die Zentimeter, die jetzt noch da sind, zeigen ungefähr die Lebenszeit, die bleibt, um seine Träume zu verwirklichen. Pessimismus? Nein, Realismus. Genauso verhält es sich mit diesem Buch. Das Ende der Menschheit, das kommen wird, denn Dinosaurier und unzählige ausgestorbene Arten geben uns ein Beispiel, wird auf humoristische Weise behandelt. Die Abstrakte Unendlichkeit des Universums, etwas, das wir nicht greifen können, wird zumindest so erklärt, dass auch Nicht-Physiker einigermaßen damit zurecht kommen. Ein Buch, das viele Aspekte des Endes aufgreift, dabei österreichischen Schmäh mit Fakten verbindet, die leider immer noch zu oft ignoriert werden. Die momentane Klimamüdigkeit ist ein gutes Beispiel dafür, warum der Mensch nicht wirklich zur Problemlösung solcher komplexer Dinge geeignet ist. Was unseren Zeithorizont übersteigt, wird ignoriert. Schafft das Buch eine positive Stimmung? Am Ende sicher nicht. Wie auch? Aber der Weg dorthin ist amüsant, spannend, informativ und kurzweilig.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von rainbowly:
The Academy von Elin Hilderbrand; Shelby Cunningham
Geheimnisse
Inhalt
Man begleitet ein Schuljahr an der Eliteschule Tiffin, Egal ob Lehrer oder Schüler jeder bringt seine Vergangenheit und Geheimnisse mit. Und als eine App beginnt diese aufzudecken und die Tiffin überraschend von Platz 17 auf Platz 2 der Ratings springt, wird das Schuljahr besonders herausfordernd.
Sprache
Die Geschichte ist in der Erzählerperspektive geschrieben und man beleuchtet den Verlauf der Geschichte immer wieder aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch erfährt man viele Details über die einzelnen Charaktere der Geschichte.
Es gibt auch einige Kapitel die mit „Tiffin hautnah“ überschrieben sind und dort wechselt irgendwie der Erzählton, aber ich habe ehrlich gesagt nicht verstanden warum.
Das Internatssetting hat mich sehr gereizt, vor allem weil die Geschichte nicht in den Jugendbuchbereich fällt, in dem ich solche Geschichten schon häufiger gelesen habe.
Und es war auch wirklich anders - der Fokus lag weniger auf dem Drama zwischen den Schülerinnen und Schülern, sondern eher auf den Auswirkungen die die Geheimnisse und deren Enthüllungen verursachen und dem Internatsalltag mit all seinen Traditionen. Ich hätte mir dabei etwas mehr Spannung gewünscht.
Für mich war die Gefahr, die von der App ausging nicht so stark, denn natürlich hatten die Personen Sorge, dass ihr Geheimnis herauskommen könnte (denn alle haben eins), aber da man die meisten Geheimnisse als Leser bereits kannte, brachten die Enthüllungen keinen besonderen Überraschungseffekt. Ich habe allerdings die ganze Zeit gerätselt, wer hinter der App steckt und auf die Auflösung bin ich wirklich nicht gekommen. Das fand ich sehr gelungen.
Da noch nicht alle Rätsel aufgelöst sind und in der Danksagung angedeutet wird, dass Mutter und Tochter gemeinsam weiter schreiben, wird es wohl einen zweiten Band an der Tiffin geben.
Charaktere
Man trifft an dem Internat natürlich viele verschiedene Schüler und Lehrkräfte. Für mich stechen dabei die Rektorin Audre Robinson, die Schüler East, Charlotte, Dub und die Lehrkräfte Simone Bergeron und Rhode Rivera heraus.
Simone, die als Geschichtslehrerin neu an die Schule kommt, ging mir leider sehr auf die Nerven. Sie ist einfach unprofessionell und sehr anstrengend. Und ich habe nur gehofft, dass sie endlich auffliegt.
Die Charaktere sind alle sehr vielschichtig. Keiner ist einfach nur gut oder nur schlecht. Die verschiedenen Facetten der Persönlichkeiten waren gut ausgearbeitet.
Fazit
Eine gute Geschichte bei der mir ein wenig die Spannungskurve gefehlt hat.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Der Plattenspieler unter der Dachschräge von Herbert Dutzler
Erinnerungen an die eigene Jugend
Wir begleiten Siegfrid „Sigi“ Niedermayr seit er zehn Jahre alt ist und in die erste Klasse des Gymnasium kommt. Nun, in diesem 4. Band ist er 16 Jahre alt und seine Welt ist steter Veränderung unterworfen. Das einzige, das sich nicht ändert sind seine Liebe zu Büchern und gutes Essen, das er sich nun selbst kochen kann, obwohl er deswegen von seinem Vater gehänselt wird.
Wie schon in den Vorgängern erinnert sich der erwachsene Sigi beim Digitalisieren der zahlreichen Dias aus seiner Kindheit und Jugend, die er beim Ausräumen des Hauses seiner verstorbenen Mutter, entdeckt hat.
So führt er uns an bei der Betrachtung der Fotos in seine Welt von damals zurück. Eine Welt, die sich um die Schule, Mädchen und schicke Klamotten (beides beinahe unerreichbar) sowie das Erwachsenwerden in einem oberösterreichischen Dorf dreht. Es gibt kaum Unterhaltung und für Vergnügungen außerhalb fehlt Sigi das Geld. Deshalb zieht sich Sigi mit seiner Stereoanlage, die er sich von seinem Lohn aus dem Ferialjob gekauft hat, in sein Zimmer unter der Dachschräge zurück und hört die Rockmusik der 1970er. Statt wie früher Karl May liest er nun Peter Handke und Perry Rhodan. Der erste Bartflaum sprießt wie die Pickel und Sigi beginnt abzunehmen.
Sigi entwickelt sich zu einem selbstbewussten Schüler (mit durchwachsenem Noten), der seinen Mund noch nicht halten kann, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Schließlich wird er zum Klassensprecher gewählt und findet sich in einer undankbaren Situation wieder.
Doch nicht alles geht glatt in seinem jungen Leben: Die Eltern trennen sich, nachdem der Vater betrunken einen Autounfall verursacht hat und nicht Sigis Mutter auf der Beifahrerseite gesessen ist. Auch seine geliebte Großmutter wird von Woche zu Woche vergesslicher. Mit der häuslichen Situation ist Sigi ziemlich überfordert. Da tritt mit Tante Irmgard endlich eine Person in seine Welt, die ihn und seine Sorgen ernst nimmt und ihm einige gute Ratschläge (bezüglich Frauen) mit auf seinen weiteren Lebensweg geben kann. Ob er sich daran hält, werden wir hoffentlich in einem nächste Band lesen können.
Meine Meinung:
Wie schon bei den Vorgängern erzählt Autor Herbert Dutzler die Episoden aus Sigis (und vermutlich seiner eigenen) Jugend mit ein wenig Augenzwinkern.
Für alle jene, die die rund um 1960 geboren sind, ist dieses Buch eine Reminiszenz an die eigene Jugend: Nachprüfung in der Schule, Liebeskummer, (Hard)Rock hören sowie erste Jeans und Glockenhosen, inklusive. Einige werden sich vermutlich mit Abscheu an das Brummen des Schädels nach übermäßigem Konsum von Bier oder Wein und dem Rauchen erinnern.
Jetzt eben, beim Rezension schreiben, habe ich Deep Purple (Made in Japan, Machine Head) sowie Black Sabbath und Uriah Heep gehört.
Fazit:
Gerne bin ich mit Sigi wieder in die 1970er-Jahre eingetaucht, auch, wenn die eine oder andere Erinnerung für mich persönlich nicht so angenehm gewesen ist (verpatzte Nachprüfung in Französisch und sitzenbleiben). Aber, das ist eine andere Geschichte. Für die von Sigi gibt es jedenfalls 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Sieben Jahre von Tanja Kinkel
Penibel recherchiert und gekonnt erzählt
Wer kennt sie nicht, die Erzählungen über die Schlesischen Kriege, deren dritter als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingegangen ist? Ursprünglich als österreichischer Erbfolgekrieg geführt, um die Pragmatische Sanktion, die der österreichischen Erzherzogin Maria Theresia ihre Recht auf den Thron sichern sollte, und sich zu einem Machtkampf in Europa entwickelt, weil jeder Herrscher glaubt, vertragsbrüchig werden zu müssen und der jungen Regentin Gebiete entreißen zu können.
Und in genau jene Epoche entführt uns Tanja Kinkel nun. Dabei geht es ihr nicht ausschließlich um militärische und politische Erfolge, sondern auch um das Selbstverständnis der Herrscherfiguren. Als Österreicherin liegen ja meine Sympathien bei Maria Theresia, die nie gekrönte Kaiserin von Österreich sondern Erzherzogin der österreichischen Erblande, Königin von Böhmen und Mähren sowie Königin von Ungarn und Herrscherin über Dutzende andere (kleine) Reiche, die hier zu erwähnen, den Rahmen sprengen würden. Kaiserin ist sie nur als Gemahlin von Franz Stephan von Lothringen, der als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zum KAISER desselben gewählt worden ist. Friedrich spricht auch in diesem Buch von Maria Theresia immer abschätzig als Königin von Ungarn. Nach ihrem Tod im Jahr 1780 wird er in einem Brief an d’Alembert 1781 schreiben.
„Sie hat ihrem Thron und ihrem Geschlecht Ehre gemacht.“
Geschickt und bildhaft versucht Tanja Kinkel die komplexe Person Friedrich, der sich 1756 am Zenit seiner Macht befindet, zu beschreiben. Wir lesen von seiner bekannten Beziehung zu seinem Vater, der ihn und seinen Freund Katte wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt, das Urteil dann aber doch nur an Katte vollstrecken lässt, aber Friedrich zum Zuschauen zwingt. Was das mit einer ohnehin schwierigen Vater-Sohn-Beziehung macht, kann man sich ausrechnen bzw. in weiterer Folge zum Beispiel an Hand seines Verhaltens seinem Neffen Friedrich Wilhelm gegenüber, den er zum Thronfolger bestimmt, aber gleichzeitig ziemlich ruppig behandelt, nachlesen.
Wir erfahren aber auch um andere, höchst emotionale Beziehungen innerhalb der Familie der Hohenzollern. Ich habe vor einigen Jahren das Buch von Katrin Feuerstein-Praßer Friedrich der Große und seine Schwestern gelesen, in dem das innige Verhältnis zu seinen Schwestern beschrieben wird. Zu den Brüdern Heinrich und August Wilhelm ist das Verhältnis ein wenig schwieriger, besteht es doch aus einem komplexen Geflecht aus Loyalität und Rivalität.
Was ich an Tanja Kinkel schätze, ist ihr Gespür für die Sprache in jener Zeit, in der das Werk spielt sowie das geschickte Verknüpfen von historischen Fakten und Fiktion. Dazu ist genaue Recherche erforderlich, die Tanja Kinkel perfekt beherrscht.
Zudem kommen hier mehrfach Perspektivenwechsel zum Einsatz, so dass ein und dieselbe Situation von unterschiedlichen Blickwinkel betrachtet werden. Das gefällt mir, weil sich si ein mehrdimensionales Bild der entsprechenden Lage ergibt.
Am Beginn dieses rund 850 Seiten starken historischen Romans finden wir ein Personenverzeichnis, das uns hilft die zahlreiche Mitglieder der Hohenzollern, ihre Feinde und Freund (auch in wechselnden Allianzen) auseinander zu halten.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem penibel recherchierten und opulent erzählten historischen Roman, der weder vom Umfang noch vom Inhalt ein Leichtgewicht ist, 5 Sterne.











