Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ulla:
Trag das Feuer weiter von Leïla Slimani
was ist Heimat, wo gehört man hin?
Mia Daoud ist eine erfolgreiche Schriftstellerin in einer Krise. Ihr Neurologe rät ihr, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und so fährt sie von Paris in ihr Geburtsland Marokko. Diese Rahmenhandlung gibt uns die Möglichkeit, in die Familiengeschichte der Daouds einzutauchen. Durch die Großmutter Mathilde, die aus dem Elsass stammt und mit ihrem Mann eine Farm bewirtschaftet haben Mia wie auch ihre jüngere Schwester Ines auch die französische Staatsbürgerschaft, in ihrer Familie wird französisch gesprochen, arabisch versteht sie kaum.
Ihre Mutter arbeitet als Gynäkologin, ihr Vater ist ein angesehener Banker in Rabat. Sie haben Personal, keinerlei Geldsorgen und auf eine gute Schulbildung wird Wert gelegt. Ihnen geht es anders als den meisten ihrer Landesgenossen.
Wir erleben die Zeit von 1980 bis in 2000er Jahre hinein, die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Landes und das Verhältnis Marokkos zum Ausland. Leila Slimani versteht es ganz hervorragend, Familiengeschichte mit ihren Alltäglichkeiten und den wechselnden politischen Verhältnissen in einer poetischen und fantasievollen Sprache zu vermitteln. Der Konflikt, welcher Kultur und welchem Land man sich zugehörig fühlt, wird beleuchtet. Es ist der dritte und abschließende Roman der Trilogie, es ist jedoch nicht erforderlich die beiden ersten Teile zu kennen.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
You Make Me Feel Like Christmas von Emma Bishop
Weihnachtliches Schottland
Emma Bishop hat für ihren Weihnachtsroman erneut den Schauplatz Schottland gewählt. Diesmal keine kleine Insel wie in der "Isle of Mull"-Reihe, sondern eine kleine Ortschaft namens Fairlie - mit einer Bibliothek. Dort arbeiten unter anderem Annie und Sybil, die leider keinen Kontakt mehr mit ihrem Sohn hat.
Als sie ins Spital muss, sucht Annie Sybils Sohn Marc, der erfolgreich in London arbeitet und lebt. Er kommt daraufhin in sein Heimatdorf zurück, und möchte sich endlich mit seiner Mutter, die er quasi nicht kennt, aussprechen.
Nun ist die Leserschaft im Vorteil, denn sie kennen beide Sichten, die von Sybil und die von Marc. Annie blickt langsam auch durch, doch pocht sie darauf, dass Marc sich Sybils Schilderung selbst anhört. Doch Sybil muss sich erst noch schonen und so vergehen einige Wochen, die Marc vor Ort verbringt. Er übernimmt einige von Sybils Schichten in der Bibliothek, während die anderen Mitarbeiterinnen versuchen, Annie und Marc zu verkuppeln, was beim Lesen oft zum Schmunzeln führt. Als ob sie nicht von sich aus flirten könnten, aber beide sind nunmal gerne Singles und haben ihre jeweiligen Gründe dafür, trotzdem verbringen sie gerne Zeit zusammen.
Gemeinsam mit Annie und Marc erleben wir die Weihnachtszeit in Fairlie. Marc überlegt sich mit der Zeit tatsächlich, ob es hier nicht doch lebenswerter wäre als in London. Beim Lesen würde man sich jedenfalls sofort für Fairlie entscheiden, denn Emma Bishops Schreibstil beschreibt die Ortschaft, die weihnachtlichen Aktivitäten der Bewohner und deren Zusammenleben stimmungsvoll.
Der Buchtitel stammt von einem Lied, das im Roman eine Rolle spielen wird. Ich hab es mir gleich auf meine Christmas Songs Playlist gepackt und während dem Lesen öfters gehört.
Sehr schön fand ich die vor jedem Kapitel stehenden Zitate, die alle etwas mit Büchern oder Lesen zu tun haben. Das passt hervorragend zu der Geschichte, denn die Bibliothek und das Bücher schreiben nehmen viel Platz ein in diesem kurzweiligen Roman.
Fazit: Ein schöner weihnachtlicher Schmöker.
4 Sterne.
Rezensionen von Ulla:
Wir dachten, das Leben kommt noch von Elisabeth Sandmann
britische Agentinnen in Frankreich
Gwen erhält als Mitarbeiterin der BBC den Auftrag, ein Buch über die SOE Agentinnen zu schreiben. Diese britische Spezialeinheit schickte französisch sprechende Agenten zur Zeit des zweiten Weltkrieges an Paris, darunter auch einige Frauen. Sie waren Funkerinnen, spionierten und sabotierten gegen die deutsche Besatzungsmacht, teils auch mit eigenem Engagement.
Gwen reist zu Recherchen nach Paris, auch, weil ihre vor 3 Jahren verstorbene Großmutter, eine österreichische Adelige, in dieser Zeit dort gelebt hat und ein Geheimnis hatte.
Eine dieser Agentinnen war Pat, die nun, im Jahr 1998, durch einen Anruf Gwens wieder an diese Zeit erinnert wird und versucht, sie zurück zu versetzen.
Wir erleben das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln aus der Jetztzeit 1998 und aus der Sicht Pats aus den 1940er Jahren.
Diese Agentinnen haben damals einen wichtigen Beitrag geleistet, doch nach Kriegsende hat man sich noch für die Heldentaten der Männer interessiert.
Der Roman erzählt von vergessenen Frauen, gut recherchiert und geschrieben. Leider werden besonders im Umfeld Gwens sehr viele Personen kurz vorgestellt, über die man nichts weiter erfährt. Die ganzen Freundinnen und Familienangehörigen bis hin zu nur einmal auftretenden Nebenpersonen hätte man besser verzichtet. Das erschwert das Verständnis und auf Grund der Vielzahl an Namen verwirrt es nur.
Rezensionen von Ulla:
The Business Trip von Jessie Garcia
reich und arm
Im Flug vom Madison nach Denver sitzen Jasmine und Stephanie nebeneinander. Jasmine hat ihr mühsam erspartes Geld in ihre Flucht von ihrem gewalttätigen und eifersüchtigen Freund Glenn investiert, Stephanie ist auf dem Weg zu einer Konferenz mit Nachrichtenkollegen. Sie selbst leitet einen Fernsehnachrichtensender, ist geschieden und ihr erwachsener Sohn entfremdet sich immer mehr von ihr.
Die beiden Frauen stellen fest, wie ähnlich sie sich sehen und so sieht Jasmine die Chance auf ein besseres Leben, wenn sie sich als Stephanie ausgibt. Sie stiehlt den Ausweis, doch wie soll sie an das Geld, die Kreditkarten herankommen? Sie muss auch auf die Konferenz und trifft dort auf Trent, ebenso Nachrichtenchef, reich, eingebildet und genauso sexistisch wie Glenn. Sie entwickelt einen perfiden Plan. Doch dann sind beide Frauen verschwunden.
Aus verschiedenen Perspektiven wird die Geschichte erzählt, zuerst aus Sicht von Stephanie und Jasmine, später kommen Kollegen, der katzensittende Nachbar, eine Freundin und Glenn und Trend hinzu. Wobei sich vieles wiederholt und aus anderer Sicht erneut erzählt wird. Es gibt viele Wendungen und nicht alles ist logisch, ganz besonders hat mich der Schluss und die Auflösung des Falles gestört. Das war eine Wendung zu viel um noch glaubhaft zu sein. Der Schreibstil und die Spannung hingegen haben mir sehr gut gefallen.
Rezensionen von Ulla:
Bad Actors von Mick Herron
komplexe Handlung mit Wendungen
Die Slow Horses mit ihren Chef Jackson Lamb sind eine Gruppe abgehalfterter Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, teils aus dem aktiven Bereich, teils aus dem Bereich Recherche. Was sie eint ist die Versetzung aufs Abstellgleis, alle haben irgendeine Art von Dreck am Stecken, durch schlecht ausgeübte Arbeit oder persönliche Probleme mit Alkohol, Drogen oder mangelnder Impulskontrolle.
Sympathieträger ist jedenfalls keiner von ihnen. Für wichtige Dinge im Geheimdienst werden sie nicht benötigt, wie jetzt, da die Regierungsberaterin, die Schweizerin Dr. Sophie de Greer spurlos verschwunden ist. Bei einem offiziellen Treffen erscheint der Leiter des russischen Geheimdienstes, der sich seit Tagen unentdeckt in London aufhält und von dem keiner weiß, was er in diesen Tagen dort gemacht hat und wen er getroffen hat. Doch die Slow Horses finden eine Spur und mischen auch ansonsten mit, auf sehr unkonventionelle Weise.
Es ist von Vorteil die Vorgängerbände zu kennen um die unangepassten Charaktere besser zu verstehen. Die Handlung ist komplex und mit aktueller Politik aus dem Jahr 2022 versehen, was ein sehr aufmerksames Lesen erfordert. Immer neue Wendungen sorgen für Spannung und der berühmte trockene Humor kommt nicht zu kurz.
Rezensionen von Ulla:
Die weiße Nacht von Anne Stern
Morde im Nachkriegsberlin
Es ist kurz vor Weihnachten im zerstörten Berlin 1946. Fast alles liegt noch in Trümmern, es ist eisig kalt und tief verschneit und die Menschen hungern und frieren. Lou Faber, die im Widerstand war und außer Bruno, mit dem sie sich eine Wohnung teilt, alle ihre Freunde verloren hat, streift auf der Suche nach guten Fotos durch die Stadt um sie an eine Zeitung zu verkaufen.
Mitten im Schnee liegt eine weibliche Leiche wie aufgebahrt, mit gefalteten Händen. Für die Ermittlungen ist der Kriminalkommissar Alfred König zuständig, die auf Lous Fotos angewiesen ist und auch im weiteren Verlauf immer wieder mit ihr zusammen kommt. Die Polizei ist im Neuaufbau, man sucht nach Polizisten ohne Nazivergangenheit und so ist der ehemalige Soldat, der sich weigerte, bei einem Erschießungskommando einen Schuss abzugeben und in der Haft ein Auge verloren hat, die richtige Person.
Neben der Klärung der Morde erleben wir den Wiederaufbau im Nachkriegsberlin, den Überlebenskampf der Bevölkerung, die ohne dem verbotenen Schwarzmarkt keine Chance hätten. Die Sektoren, die zur Teilung der Stadt führen und die damit komplizierte Polizeiarbeit sind ebenso Thema wie die Aufarbeitung der Nazizeit und Reflexionen über eigene Versäumnisse und Schuld. Der Kriminalfall sorgt für Spannung und die gesellschaftliche und politische Situation dieser Zeit wurde ganz hervorragend beschrieben. Ich freue mich schon auf weitere Fälle von König und Faber.
Rezensionen von EvaLiest:
Trag das Feuer weiter von Leïla Slimani
Anders als der Klappentext vermuten lässt
Trag das Feuer weiter von Leïla Slimani
Das Buch öffnet mit der Perspektive von Mia als Erwachsene, die an Covid erkrankt und im Anschluss daran große Probleme hat, sich zu konzentrieren und klare Gedanken zu fassen. Das fand ich eine sehr spannende Prämisse, doch leider wird die Thematik im Folgenden gar nicht weiterverfolgt, sondern die Geschichte von Mia erzählt (die ist auch sehr interessant, aber eben nicht das, was ich aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe erwartet hätte).
Der Erzählstrang der Vergangenheit setzt ein, als Mia sechs Jahre alt ist und ihre Schwester Inés geboren wird. Vor dem Hintergrund politischer Instabilität, Rassismus, Klassismus und internationaler Entwicklungen begleiten wir die Familienmitglieder über mehrere Jahrzehnte. Dabei wechselt die Perspektive häufig, was in den meisten Fällen stimmig ist, aber ab und an (wenn von der dritten in die erste Person gewechselt wird) zu kurzfristiger Verwirrung führen kann.
Trag das Feuer weiter liest sich flüssig, ohne große Künstelei, was die Geschichte in den Vordergrund rückt und zu einem angenehmen Leseerlebnis führt. Einige Begriffe bleiben dabei in der Originalsprache, werden aber von der Übersetzerin erklärt, was ich sehr gelungen fand.
Grundsätzlich habe ich das Buch gerne gelesen und bin recht schnell recht tief in die Geschichte eingetaucht. Dennoch war es kein Highlight für mich, was vermutlich vor allem an zwei Gründen lag: zum einen an den Erwartungen, die ich aufgrund der Beschreibung hatte und die einfach nicht erfüllt wurden, und zum anderen daran, dass das Buch der Abschluss einer Trilogie ist. Leider wurde das weder in der Leseprobe noch bei der Beschreibung erwähnt, was ich ein bisschen schade finde, denn es macht für die Leseerfahrung schon einen Unterschied, ob man die beiden vorherigen Bände gelesen hat oder nicht.
Rezensionen von brauneye29:
Nichtraucher in 90 Minuten von Jan Becker
Tolles Buch
Sicherlich hat schon so mancher Raucher ein Buch gelesen, weil er Tipps wollte, wie er aufhören kann und zwar auf die schnelle und möglichst einfach Art und sind wir ehrlich, meist funktioniert es nicht. Ich bin zwar aktuell noch kein Nichtraucher mit dem Buch geworden, aber ich habe es auch erstmal einfach nur gelesen ohne irgendwelche der Aufgaben überhaupt zu machen.
Ich bin aber tatsächlich davon überzeugt, dass man es mit den Tipps dieses Buches schafft wird und für mich steht fest, ich habe das Buch nicht das letzte Mal gelesen haben und ich werde bald sagen können: Ich rauche nicht!
Fazit:
Tolles Buch
Rezensionen von LesenIstLeben:
Female Power Food von Monica Meier-Ivancan
Frauengesundheit und tolle Rezepte
„Female Power Food“ von Monica Meier – Ivancan ist ein großartiges Buch für Frauen, die mehr über die Besonderheiten und Power ihres Körpers, gepaart mit wundervollen Rezepten kennenlernen wollen.
Das Buch ist nicht nur ein Buch voller Rezepte, sondern auch ein Ratgeber und Wissensvermittler auf dem Gebiet der Frauengesundheit und Frauenernährung.
„Frauen sind keine kleinen Männer“ und bedürfen somit auch eine ausführliche und genaue Betrachtung.
Im ersten Teil des Buches schafft es die Autorin mit treffenden Worten die unterschiedlichen Bereiche des weiblichen Körpers näher zu beleuchten, Tipps und Hinweise zu geben und dabei das „normale Leben“ nicht zu vergessen. Vom Thema Hormone über Muskelaufbau und Darmgesundheit ist alles dabei. Der zweite und deutlich umfangreichere Teil, sind die Rezepte. Diese sind nach den Mahlzeiten des Tages sortiert. Die Zutatenliste ist machbar und nicht zu kompliziert, man kann eigentlich sofort starten. Besonders hat mir der Abschnitt „meine Basics“ gefallen. Dort stellt uns die Autorin ihre Allrounder vor, die sich durch das ganze Jahr begleiten, vielseitig einsetzbar und unkompliziert sind.
Das nicht zu große Format ist handlich und praktisch für den Einsatz in der Küche und fühlt sich gut an. Auch das Buchcover, die Gestaltung der Innenseiten und der einzelnen Kapitel sind sehr ansprechend gestaltet. Die Auswahl der Bilder und die „Reset – Woche“ für den Neustart in eine bewusste Frauenernährung sind ein echtes Highlight.
„Female Power Food“ von Monica Meier – Ivancan ist ein sehr gelungenes Buch voller Energie und neuen Ideen, nicht nur für Frauen, die auf der Suche nach neuen Rezepten sind.
Rezensionen von Bekenner:
Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun
Selbstwert
Deinen Selbstwert bestimmst nur du. Logisch oder? Nicht ganz, wenigstens bei vielen von uns. Dieses Buch ist ein sehr klar geschriebenes und erstaunlich wohltuendes Buch über etwas, woran viele von uns leise leiden, den eigenen Wert ständig von äußeren Rückmeldungen abhängig zu machen. Dr. Yoon Hong Gyun erklärt verständlich, woher dieses Muster kommt, wie es sich im Alltag zeigt und vor allem wie man wieder zu einem Selbstwert zurückfindet, der von innen getragen ist.
Besonders gefallen hat mir, dass das Buch weder belehrend noch esoterisch wirkt. Die Ansätze sind psychologisch fundiert, aber alltagsnah genug, um sie tatsächlich anwenden zu können. Es beginnt beim Hinterfragen automatischer Glaubenssätze bis hin zu Entscheidungsstrategien, die aus Stärke statt aus Mangel getroffen werden. Man fühlt sich beim Lesen nicht kritisiert, sondern begleitet.
Meiner Meinung nach, ist es ein ruhiger, kluger und hilfreicher Wegweiser für alle, die ihren Selbstwert nicht länger von äußeren Erwartungen oder Anerkennung abhängig machen möchten.










