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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Advent im Grandhotel von Beate Maly

Hat mich gut unterhalten

Ernestine Kirsch und Anton Böck haben eine Einladung zu einer Kunstausstellung erhalten, bei der das eine oder andre Bild zugunsten einer Hilfsorganisation für Kriegswaisenkinder versteigert werden soll. Die Veranstaltung findet am Semmering im legendären Südbahnhotel statt, das nicht ganz so mondän wie das Panhans ist, in den sich Ernestine und Anton kennengelernt haben.

Und weil Antons Tochter Heide in wenigen Wochen das zweite Kind erwartet, nehmen die beiden Antons Enkelin Rosa und ihren Freund Fritzi mit, denn die Aussicht auf Zuckerwatte, Lebkuchen und eine winterliche Schlittenfahrt, lassen auf ein gemütliches Wochenende schließen.

Wer Beate Maly kennt, kann sich ausrechnen, dass es nicht ganz so gemütlich wird, denn zum einem gibt es Reibereien unter den Ausstellern, nörgelnde Hotelgäste und antisemitische Sprüche und zum anderen verschwinden zwei jener Bilder, die versteigert werden sollen.

Nun ist der Spürsinn von Ernestine wieder gefragt ...

Meine Meinung:

Wie mir Autorin Beate Maly, die ich am vergangenen Wochenende bei einer Lesung getroffen habe, erklärt hat, ist dieser historische Roman kein Krimi sondern eine Adventgeschichte. Daher wird mehr Wert auf das vorweihnachtliche Ambiente gelegt, denn auf Spannung. Wir streifen durch das Südbahnhotel, das seine besten Jahre schon hinter sich hat . Direktor Silberstein erhofft sich von der Veranstaltung neues Klientel. Wie wir unschwer erraten können, erfüllen sich seine Erwartungen nicht, denn im Jahr 1926 haben die wenigsten Leute Geld für Urlaub.

Natürlich dürfen Rosa und Fritzi ihren Beitrag zur Aufklärung beitragen. Eine Nebenhandlung beschäftigt sich mit dem harten Los der Dienstmädchen sowie den Übergriffen, denen Balletttänzerinnen ausgesetzt sind.

Das Cover passt mit seinen an den Jugendstil angelehnten Elementen perfekt zur Krimi-Reihe.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem vorweihnachtlichen Roman, der uns in die Zwischenkriegszeit auf den Semmering entführt, 4 Sterne. Für mich hätten es durchaus ein paar Seiten mehr sein dürfen.

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Advent im Grandhotel

Rezensionen von fantasia:

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Weißes Licht von Eric Puchner

Zu viel gewollt?

Diese Frage stellt sich mir nach über 500 Seiten dieses Romans. Eric Puchner, der bislang vor allem Kurzgeschichten verfasste, hat in dieses umfangreiche Werk eine Fülle an Themen gepackt: neben Freundschaft, Liebe und Tod auch Klimakatastrophen, Waldbrände, Umweltzerstörung, Aussterben von Tieren, Traumata, Schuld, Homosexualität, Drogenabhängigkeit und deren fatale Folgen, Suizid, Alzheimer, Pflegeheim.

Mir war das zu viel.
Als störend empfand ich zudem auch die ab und an eingesetzte Fäkalspreche. Das passte gar nicht zu den leisen Tönen, mit denen Puchner Stimmungen und die Landschaft Montanas einfühlsam beschreibt.
Die Rahmenhandlung entfaltet sich in großen zeitlichen Abständen und wechselnden Perspektiven - dabei bleiben allerdings Lücken.
Bewegt hat mich die Darstellung des männlichen Protagonisten Garret, seine Wärme und Bereitschaft für etwas einzustehen und Verantwortung zu übernehmen: nicht zuletzt sein bedingungsloses Kümmern um seine Frau am Ende ihres Lebens. Hätte Puchner den Roman stärker auf diesen Strang konzentriert - auf Garret, die Beziehung zu seinem Freund und die Liebe zu seiner Frau -, wäre mir das Buch weitaus nähergegangen. Auffällig ist, dass auch in der offiziellen Zusammenfassung des Romans ausschließlich dieser Handlungsstrang hervorgehoben wird …

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Weißes Licht

Rezensionen von Allie:

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One On One von Jamie Harrow

Gelungene Rom-Com mit ernsten Tönen

“One on one” ist Jamie Harrows Debütroman und spielt am Rande des Basketballfelds, dort wo auch die Autorin (laut Klappentext) aufgewachsen ist.

Annie kehrt nach acht Jahren zu ihrer alten Universität zurück, um beim Basketball-Team als Social-Media-Managerin zu arbeiten und vor allem Videos rund um das Team zu drehen.

Als Studentin hatte sie schon für das Team gearbeitet, dann aber aufgrund eines Vorfalls alles hingeschmissen. Ihr ehemaliger Kollege Ben arbeitet heute noch für das Team, er ist mittlerweile zum Datenanalyst aufgestiegen. Früher waren Ben und Annie ein gutes Team und bei der Arbeit kaum voneinander zu trennen. Privat hatten sie allerdings nie viel miteinander zu tun. Heute scheint nicht mehr viel davon übrig geblieben zu sein, Annie hat jedenfalls das Gefühl, dass Ben sie möglichst schnell wieder loswerden will und möchte sich auf gar keinen Fall näher mit ihm beschäftigen.
Nur doof, dass alle anderen Ben absolut toll finden und die Saison lang ist.

Ich hatte von Anfang an viel Spaß beim Lesen und habe den kleinen Ausflug ans College genossen. Das Buch liest sich leicht und flüssig und ist immer mal wieder mit einer Prise Humor gespickt. Annie ist zum Glück sehr selbstbewusst und liefert sich einige wirklich nette Dialoge mit Ben, bei denen das Lesen Spaß macht. Generell sind die Charaktere gut beschrieben und handeln mehr oder weniger nachvollziehbar. Besonders letzteres finde ich wichtig, da mir sonst oft zu viel unnötiges Drama entsteht.

An Stelle des Beziehungsdramas tritt hier ein ernstes Thema, das sich allerdings erstaunlich gut in die locker-flockige Rom-Com einfügt. Ich will hier gar nicht zu viel dazu schreiben, lest das Buch am besten einfach selbst!

Ach ja, und zum Thema Sports-Romance: ich finde die Autorin schafft es uns Leser:innen eine realistische Darstellung der Welt rund um ein College Basketball Team zu geben. Ich bin zwar keine Expertin, aber immerhin kam mir das alles plausibel vor und sehr viel realistischer als in vielen anderen Romanen.

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One On One

Rezensionen von tinten_fischchen:

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Schwanentage von Zhang Yueran

Böser Roman mit Sogwirkung

Die Geschichte spielt innerhalb weniger Tage. Tage nach denen nichts so sein wird zuvor.

Alles beginnt mit einer versuchten Entführung. Yu Ling, eine Frau die jede Minute ihres Lebens zu Geld macht und in einem fremden Haus, unter Fremden, lebt und arbeitet, plant ein neues Leben. Ein anderes Leben.

Eines das ihr gehört, in dem sie tun und lassen kann was sie will. Aber will sie das überhaupt?

Auch wenn Yu Ling im Zentrum der Geschichte steht, werde ich aus ihr nicht schlau. Mit einer stoischen Gleichgültigkeit scheint sie vieles einfach nur hinzunehmen. Mitunter wirkt sie naiv. Ihre Motive bleiben rätselhaft. Während die anderen Figure im Roman, abgesehen von dem kleinen Jungen, auf ihren eigenen Vorteil aus sind, lügen und betrügen, macht Yu Ling Dinge scheinbar ohne Eigennutz.

Dadurch wirkt sie wie ein Fremdkörper in einer Gesellschaft durchzogen von Korruption und Ungerechtigkeit. Dass ihr ständig Unrecht widerfährt scheint sie nicht oder kaum zu korrumpieren.

Zhang Yueran schafft es durch interessante Beobachtungen und Sätze das Leben auf dem Haltegleis einer Hausangestellten zu beschreiben. Ihre Überlegungen zum Thema Backofen waren erhellend.

Die Geschichte entwickelt sich in eine Richtung die ich nicht erwartet habe. Unerwartete Figuren treten auf, es gibt auch Momente die man als beißende Satire auf Chinas Klassimus betrachten kann. Auch Yu Lings teilweise sehr böse Bemerkungen und Gedanken bieten viel Potential zum schmunzeln. Wobei einem doch auch des öfteren das Lachen im Halse stecken bleibt.

Der Schreibstil ist flüssig. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages fertig gelesen. Das Ende hat mich unbefriedigt zurückgelassen. Ich habe es aber auch erst am nächsten Tag kapiert. Denke ich..

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Schwanentage

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Ungebetene Gäste von Ayelet Gundar-Goshen

Bruchstellen der eigenen Moral

Ayelet Gundar-Goshen ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und in erster Linie Psychologin, die sich vor allem mit der Behandlung von traumatisierten Menschen beschäftigt.
In einem Interview erklärte sie, dass es vor allem die dunklen Seiten des Menschen sind, die sie interessieren. Jene verborgenen Gefühle also, über die niemand gerne spricht, weil sie das eigene Selbstbild permanent in Frage stellen.

Angst, Vorurteile, Alltagsrassismus, Scham, ungeliebte Erinnerungen, Schweigen, Lügen, Schuld, Gewalt, Rache… - all diese Gefühle sind die ungebetenen Gäste, die die Leben der Protagonisten dieses Romans grundlegend verändern.

Aber die Autorin wertet oder urteilt nicht – sie beobachtet genau und erzählt eine komplexe Geschichte, die keine einfache Einteilung in gut/böse erlaubt. Damit überlässt sie aber die Leserin diesem seltsamen Gefühlsdurcheinander, wo im Wechsel von Mitgefühl bis hin zu völligem Unverständnis alles möglich ist. Also ungefähr jene Gefühle, die ich bei den aktuellen Nachrichten aus dem Nahen Osten habe – Ratlosigkeit, Hilflosigkeit, Mitgefühl und Unverständnis gegenüber allen Beteiligten.
Lesenswert!

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Ungebetene Gäste

Rezensionen von Harakiri:

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Todesstimme von Elias Haller

Tara Kronberg in ihrem schwierigsten Fall.

Tara Kronberg in ihrem schwierigsten Fall. Nach einem Podcast häufen sich die Selbstmorde in Leipzig – und Tara soll den Täter finden. Doch wie? Die Stimme ist verzerrt und auch sonst gibt es wenig Anhaltspunkte.
Von Anfang an ist der Spannungsbogen deshalb hoch, weil man sich nicht vorstellen kann, wie die Handlung aufgeklärt werden könnte.

Doch akribisch werden Zeugen vernommen, Spuren verfolgt und die neueste Technik zum Einsatz gebracht.
Haller ist selbst Polizist und das merkt man beim Schreiben. Die Ausdrucksweise und auch der Fortgang und der Aufbau der Ermittlungen. Das gefällt mir wieder sehr gut.
Teilweise ist die Story relativ grausam, aber ich mag es, wenn es auch einmal etwas härter zugeht in einem Thriller. Hallers Schreibweise ist ansonsten flüssig und mitreißend und es macht einfach Spaß, seine Bücher zu lesen.
Fazit: ich bin schon sehr gespannt auf die angedeuteten Härtefälle, mit der das Dezernat Signalrot im nächsten Band betraut werden wird.

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Todesstimme

Rezensionen von LeserinLu :

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Wir kommen zurecht von Annika Büsing

Zerrüttete Familie

Annika Büsing erzählt in „Wir kommen zurecht“ die Geschichte des fast 18-jährigen Philipp, der inmitten einer zerrütteten Familie seinen Weg sucht. Zwischen einem überforderten Vater, der in Arbeit und neuer Beziehung aufgeht, einer psychisch erkrankten Mutter, die immer wieder verschwindet, und einer unsicheren ersten Liebe, versucht Philipp nebenbei sein Abi zu machen.

Glücklicherweise hat er noch seinen besten Freund Lorenz, mit dem er alles teilt – oder fast alles.

Büsing gelingt es, das Innenleben ihrer Figuren feinfühlig und unaufgeregt einzufangen. Die klare Sprache, die ohne unnötige Ausschmückungen auskommt und Sprachbilder sehr gezielt einsetzt, hat mir richtig gut gefallen. Auch die Atmosphäre im Schulalltag kurz vor dem Abi ist überzeugend beschrieben.

Allerdings bleibt die Handlung insgesamt eher spannungsarm. Viele Konflikte zeichnen sich früh ab, insbesondere die Rolle der psychischen Erkrankung der Mutter, und entwickeln sich kaum weiter. So liest sich das Buch eher wie ein stilles Beobachten als wie eine mitreißende Geschichte. Für mich war der Roman damit – ganz im Sinne seines Titels – solide, aber kein Highlight, wie Büsings ersten beiden Romane es für mich waren.

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Wir kommen zurecht

Rezensionen von Marw76:

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Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge von Andy Griffiths

Witzig, spannend und mitreißend

Cover: Das Cover hat uns ein wenig an Minecraft erinnert und mein Sohn war gleich sehr gespannt darauf! Es wirkt cool in dem Comicstil und stimmt schon bestens auf das ungewöhnliche Abenteuer ein!

Inhalt: "Weißt du noch, wie wir ohne Rakete zum Mond geflogen sind? Und einen Berg auf Rollschuhen bestiegen haben? Und wie das war, als wir uns im Land der verlorenen Dinge verirrten? Was? Du erinnerst dich nicht mehr? Dann muss ich dir diese Geschichte noch mal erzählen .

.." Und diese Geschichte ist ein einziges großes, skurriles Abenteuer mit einem unkaputtbaren Superhelden-Auto, fliegenden Socken, einem Hasenpiraten und zwei Übeltätern, von denen einer mit einer Badewanne in die Luft steigt. Klingt abgefahren? Ist es auch! Deshalb: Schnallt euch an und kommt mit in das Land der verlorenen Dinge und erlebt Abenteuer OHNE ENDE.

Unsere Meinung: Mein 8jähriger Sohn und ich haben sehr gut in die Geschichte reingefunden und obwohl das Buch erst einmal mit 300 Seiten für ein Kinderbuch ein ziemlicher Wälzer ist, kommt man im Buch sehr flott voran! Die Schrift ist schön groß und klar und eignet sich daher ideal für Leser ab circa 8 Jahren. Auf jeder Seite des Buches sind viele schöne Illustrationen zu finden, die die Geschichte auflockern und auch super zum Inhalt passen. Die Geschichte selbst ist sehr abwechslungsreich geschrieben, es gibt nicht nur immer wieder ungewöhnliche, spannende Abenteuer, sondern die Textform variiert manches mal. So gibt es im Buch nicht nur Fließtext, sondern auch mal einen Comic, mal gibt es einzelne Sprechblasen in den Bildern und immer wieder finden sich kleine Witze in den Bildern, als kleine Überraschungen. Das Abenteuer ist wirklich witzig und spannend und sehr originell geschrieben und hat uns immer Spaß gemacht. Hoffentlich wird es bald eine Fortsetzung geben, denn die Geschichte hat auf jeden Fall Potential für weitere Bände – und Abenteuer. Wir vergeben für das Buch gute 4,5 von 5 Sternen und eine Leseempfelung.

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Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge

Rezensionen von Jule:

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Death at Morning House von Maureen Johnson

Miträtseln erwünscht

"Death at Morning House" von Maureen Johnson ist ein Buch, das nach und nach die verschiedensten Facetten offenbart. Gegenwart und Vergangenheit verschmelzen miteinander und es werden mehr Geheimnisse und Verbrechen aufgedeckt, als man erwartet. Denn im Morning House ist nicht alles so wie es scheint.

Maureen Johnson hat es auch mit diesem Buch wieder geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Zwar zieht sich die Geschichte rund um Marlowe, besonders auf den ersten Seiten, etwas, dennoch schafft sie es besonders das Ende sehr aufschlussreich und spannend zu gestalten.
Mithilfe ihres Schreibstils lässt sie zudem alles rund um Morning House sehr lebendig wirken. Jedes Detail passt und auch sonst kann man sich gut in die Situation und die Umgebung reinfühlen.
Ebenfalls lernt man Marlowe im Verlauf der Geschichte immer besser kennen und auch das, was sie ausmacht. Am Anfang ist es zwar etwas holprig mit ihr, aber das bleibt definitiv nicht so. Die anderen Protagonisten bleiben dagegen – zumindest in manchen Fällen – recht blass. Allerdings hat trotzdem jeder so seinen bestimmten Platz. Deshalb kommt das Ende auch überraschend und ist nicht unbedingt erwartbar.

Besonders hervorzuheben ist allerdings die Verschmelzung von Gegenwart und Vergangenheit. Beides wird hier auf besondere Weise verbunden und auf sehr logische Weise aufgelöst. Logikfehler sind definitiv nicht zu finden.
Schlussendlich bleibt zu sagen, dass das Buch wirklich gut zum Miträtseln ist, aber insbesondere der Start sehr holprig und nicht so spannend ist.

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Death at Morning House

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Alte Wut von Caro Matzko

Auf den Spuren der Vergangenheit

Caroline Caro Matzko, die im deutschen Fernsehen bekannte Moderatorin, hat in ihrem Leben bereits einige Therapien gemacht, Klinikaufenthalte inklusive, um unter anderem ihre Magersucht, ihre Depression und ein Burn-out in den Griff zu bekommen.

Zudem herrscht in der Familie eine angespannte Stimmung in der der Vater, Jahrgang 1934, wie ein Feldwebel agiert.

Während ihr zehn Jahre älterer Bruder recht bald auszieht, muss die kleine Caro den Vater aushalten. Ungefragt erzählt er jedem, über seine Flucht als Zehnjähriger aus Ostpreußen, erzählt, wie er mehrmals dem Tod gerade noch entkommt, wie er in die Mündung eines deutschen und auch eines russischen Gewehrs schauen muss und was er alles auf der Flucht erlebt hat. Er erzählt, dass sein Vater von den Russen abtransportiert worden ist. Jahre später kommt eine trockene Karte mit der Meldung über seinen Tod in einem Arbeitslager. Das kann ein Kind kaum verarbeiten, zumal man vor allem den Jungs damals Emotionen abtrainiert hat. Der „Erfolg“? Eine Generation von Kriegskindern und in weiterer Folge Kriegsenkel, die ihre Traumata mit sich herum schleppen und mehrheitlich nicht wissen, warum sie so sind, wie sie sind.

Es scheint, als wären die vererbten Traumata ihres Vaters, eine der Ursachen von Caros eigenen Problemen. Nach Rücksprache mit einer ihrer Therapeutinnen packt Caro Matzko ihren Mann Rainer, die Tochter Fanny sowie den Familienhund und begibt sich auf ein dreiwöchige Reise zu den Orten, die ihr Vater einst als Heimat bezeichnet hat.

Stadt für Stadt, Dorf für Dorf bereisen sie seine Fluchtroute in die Vergangenheit zurück, bis sie in Osterode ankommen, wo Ekkehart Matzko mit seiner Familie gelebt hat und just in dem Hotel absteigen, das gegenüber dem 2016 abgerissenen Hotels der Matzkos errichtet worden ist und in dessen Treppenhaus das alte Hotel als Fototapete grüßt.

Die Reise ist für Caroline Matko nicht ganz einfach, hat sie doch selbst einige Vorurteile ihres Vaters im Gepäck, obwohl sie dessen politische Ansicht und Meinung nicht teilt. Doch beinahe überall begegnet sie Menschen, die ihr weiterhelfen, so wie die 90-jährige Roza, die einst Rosemarie hieß und ihren Namen in die polnische Variante ändern musste, um nicht vertrieben zu werden.

Wie es Touristen häufig machen, nimmt Caro Matzko ein paar Steine, die sie für Überreste des alten Hotels hält, sowie ein Sackerl voll (Heimat)Erde mit nach Hause, ohne zu wissen, dass sie damit ihrem Vater seinen Herzenswunsch erfüllt.

Nach der Rückkehr nach Deutschland, schreibt sie dieses Buch, in dem sie auch über Therapieansätze und Erfolge berichtet. Es scheint, dass sich dabei einige Knoten bei ihr gelöst haben.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem schnörkellosen und dennoch emotionalen Einblick in eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung 5 Sterne.

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Alte Wut