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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von verhei:

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A Serial Killer's Guide to Marriage von Asia Mackay

Serienmörder- Paare wie du und ich

Ein Kind verändert das Leben der Eltern und die Paarbeziehung immer. Besonders gilt dies allerdings, wenn die Eltern in Wahrheit Serienkiller sind und sich dem Kind zuliebe aus ihrer bisherigen Profession zurückziehen. Beide Partner in diesem Buch versuchen damit auf ihre Weise umzugehen und den Fokus neu zu legen.

Eines Abends verliert Haze, der weibliche Part des Serienkiller Duos, jedoch die Kontrolle und tötet einen bedrohlichen Passanten. Und nun steht sie vor dem Problem, den Mord einerseits vor der Polizei und andererseits ihrem Mann zu verbergen.

Die Geschichte ist skurril, makaber, schwarzhumorig und oft absurd, beschäftigt sich aber im Kern mit Themen, die alle Paare und in den speziellen Eltern betreffen. Was gebe ich alles für andere Personen (Partner, Kinder) auf, wie schaffe ich es trotzdem ich zu bleiben. Wie weit geht man für die Liebe?

Den schwarzhumorige Erzählstil der Autorin fand ich sehr gelungen. Durch die abwechselnde Schilderung der beiden Partner und die Rückblicke kam Spannung auf, ob es Haze gelingt, den Mord zu vertuschen. Man taucht direkt in ihre absurde Welt, mit viel schwarzem Humor ein und erkennt dabei, dass die beiden sich trotz allen Hindernissen immer noch lieben.

Das Buch ist definitiv eigenwillig und nicht unbedingt realitätsnah. Ein bisschen fühlt ich mich an Mr. and Mrs. Smith, Desperate Housewives und Dexter erinnert. Alle Charaktere, ja auch die der Serienmörder, fand ich sympathisch- vielleicht auch gerade wegen deren trocknen Humors.

Wer ein etwas anderes, ja skurriles und schwarzhumoriges Buch sucht, das jetzt nicht ein klassischer Krimi ist, ist hier definitiv gut bedient.

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A Serial Killer's Guide to Marriage

Rezensionen von peedee:

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Obsession Falls von Claire Kingsley

Toller Einstieg

Die Haven Brothers, Band 1: Audrey Young hat ihren Job verloren, da die Firma Mitarbeiter abbauen musste. Nie hätte sie erwartet, wieder nach Tilikum zurückzukehren, denn es fühlt sich für sie wie ein Versagen an. Die Rechnungen wollen bezahlt werden, daher ist der neue Job bei der Lokalzeitung Tilikum Tribune dennoch willkommen.

Josiah Haven arbeitet beim Nachbarhaus: Ein attraktiver, sehr schweigsamer Holzfäller-Typ, den sie als äusserst kommunikative Frau unwiderstehlich findet. Doch für Liebe hat sie keine Zeit, denn sie hat ein Problem: Sie hat das Gefühl, beobachtet zu werden, was sich bestätigt, als ein totes Eichhörnchen vor der Tür mit einer Botschaft liegt…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut; aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.

Es hat mir sehr gefallen, über den grummeligen Josiah und die immer optimistische Audrey zu lesen. Ich musste wirklich über Josiah schmunzeln, als er immer wieder für sich – beinahe mantramässig – wiederholte “Sie war nicht mein Problem“. Nur um dann festzustellen, dass sie es eben doch war. Herrlich! Und dann Audrey: Ist es nicht süss, wenn sie sich mehr um die Eichhörnchen sorgte als um ihre eigene Sicherheit? Es muss schlimm sein, wenn jemand gestalkt wird. Dummerweise ist der Stalker den anderen immer um zwei, drei Schritte voraus! Wer hat es auf Audrey abgesehen? Und vor allem: weshalb? Josiah hat gleich einen Verdacht, nämlich den Ex-Freund von Audrey. Sie haben sich vor zig Jahren getrennt, woraufhin er kurz danach geheiratet hat. Audrey kann sich nicht vorstellen, weshalb er etwas gegen sie haben sollte. Aber sie sieht auch immer nur das Gute in den anderen…

Mir hat die Familie Haven, inklusiv der verkupplungswütigen Tante Louise, sehr gefallen. Und Max, Audreys Hund, war natürlich Zucker! Ganz und gar kein Wachhund, denn er sieht in allen Menschen nur potenzielle Spiel- und Kuschelpartner. Auch das Kleinstadtfeeling hat mir sehr gefallen.
Familie, Angst, Stalking, Optimismus, Pessimismus, Neuanfang, Liebe – dies sind einige der behandelten Stichworte des Beginns der Reihe um die Haven Brothers. Da ich ja nur ein klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig bin, ist mir natürlich klar, dass ich die anderen Bände auch werde lesen „müssen“. Und dazu kommt noch die Reihe um die Bailey Brothers, die ich auch noch lesen „muss“. Spass beiseite, ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt, vergebe sehr gerne 5 Sterne und freue mich auf weitere Lektüre.

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Obsession Falls

Rezensionen von leopol:

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Ein kleines Lied über das Sterben von Timo Blunck

Faszinierend skurriler Thriller, mit schwarzem Humor-nichts für zarte Nerven

Tom Mangold, ein in Ungnade gefallener, ehemaliger Mordermittler, arbeitet als Hausmeister in der Laubenkolonie, in der er illegalerweise auch wohnt. Eine Aufgabe, einen streunenden Hund einzufangen, doch dieser verhält sich eigen und man fragt sich, ob er Zuschauer bei einem Verbrechen war.

Eines vorweg, ein Buch wie dieses kannte ich noch nicht.

Beworben als Kriminalroman, mit abgründigem Humor und einem brutalen Mord, würde ich auch Horror und Thriller in die Beschreibung hinzufügen. Ohne zu viel der Handlung preiszugeben, lässt sich das allerdings nicht ausreichend erklären. Jedoch wenn man zartbesaitet ist, sollte man eher die Finger davonlassen, denn es wird eben blutrünstig und nimmt auch Folter auf.

Das Setting ist modern, vollkommen in der derzeitigen modernen Gesellschaft verwachsen, auch wenn das Cover vielleicht einen 70er Jahre Krimi erwarten lassen würde.

Man wird in einen Strudel an Ereignissen geworfen, und tut sich schwer das Buch beiseitezulegen, auch auf Grund des lebendigen oft bildhaften Erzählstils. Man wird von (schwarzem) Humor unterhalten, und ruhige Szenen wechseln sich mit actionreichen, teils grotesken Szenen ab, alle paar Kapitel eine neue Überraschung. Eben ein wilder Ritt. Gut unterstützt wird dies durch die aus wechselnder Perspektive erzählten Kapitel, die dem Leser im Gegensatz zur Figur natürlich einen Wissensvorsprung geben und damit noch mehr mitfiebern lassen.

Ich mochte die Charaktere, ihre Dialoge und die Beziehungen untereinander. Speziell der gefallene Held/Antiheld Tom Mangold und der kleine Hund sind mir ans Herz gewachsen.

Ein großartiger Lesespaß und eine Mischung die ich so bisher noch nicht kannte. Jedoch nichts für schwache Nerven.

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Ein kleines Lied  über das Sterben

Rezensionen von Shilo:

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Weißes Licht von Eric Puchner

Entscheidungen mit Folgen über Generationen

„Weißes Licht“ von Eric Puchner erzählt die Geschichte von Garret und seinen beiden Freunden über mehrere Generationen hinweg. Der Roman schildert, wie ein Verrat das Leben aller Beteiligten verändert und wie Entscheidungen die Beziehungen zwischen Freunden und Familien beeinflussen können. Garrets Alltag in Montana wirkt zunächst ruhig und beinahe unspektakulär, doch das Buch zeigt sehr deutlich, wie Vergangenheit und Verantwortung auf das gegenwärtige Leben einwirken.

Der Autor schreibt klar und präzise, mit einer feinen Beobachtungsgabe für Zwischentöne in menschlichen Beziehungen. Die Entwicklung der Figuren ist glaubwürdig, ihre Konflikte nachvollziehbar, auch wenn manche Szenen etwas ausführlicher erzählt werden, als nötig. Besonders interessant fand ich, wie die Folgen einer Entscheidung über die Generationen hinweg sichtbar werden, ohne dass der Roman dabei moralisch belehrend wirkt.
Der Spannungsbogen entsteht weniger durch äußere Ereignisse, sondern durch die inneren Konflikte der Figuren. Das macht das Buch nachdrücklich, aber nicht aufdringlich. Trotz kleinerer Längen bleibt der Roman durchgehend stimmig und überzeugend in seinem Blick auf Freundschaft, Liebe und die Auswirkungen von Handlungen auf das Leben anderer.
Insgesamt ist „Weißes Licht“ ein sorgfältig erzählter Mehrgenerationenroman, der die Dynamik zwischen Menschen auf feine Weise beleuchtet. Vier Sterne von mir, da die ruhige Erzählweise zwar gut zum Stil passt, aber an manchen Stellen etwas straffer hätte sein können.

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Weißes Licht

Rezensionen von yellowdog:

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Der Inselcop von L. A. von Michael Connelly

Catalina Island

Michael Connelly legt mit Der Inselcop von L. A. Den Anfang einer neuen Reihe vor. Der erste Fall für Detective Stilwell.
Der Originaltitel ist Nightshade. Übersetzt von Sepp Leeb
Michael Connelly schreibt routiniert. Er erfindet das Genre nicht neu, aber für eine spannende neue Krimireihe reicht es.

Hauptfigur Detective Stilwell ist ein geradliniger Typ, der sich nicht schnell einschüchtern lässt.
Interessant ist der Schauplatz: Catalina Island
Für Fans des Genres geeignetes Lesefutter.

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Der Inselcop von L. A.

Rezensionen von ReiShimura:

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Das Jahr von Jonas Tjäder; Maja Knochenhauer

Ein Jahr voller Geschichten – Ein Wimmelbuch, das mitwächst

Zu meiner großen Freude hat mein kleiner Leser meine Liebe zu Büchern übernommen und kann gar nicht genug davon bekommen. Daher bin ich einerseits ständig am Vorlesen, da er es selbst noch nicht kann, andererseits aber auch immer auf der Suche nach neuen Büchern. Die gemeinsame Vorlesezeit wird aber leider manchmal durch so Dinge wie Haushalt machen und Kochen gestört.

Da bieten sich dann meiner Meinung nach Wimmelbücher perfekt an. Da kann der kleine Leser sich selbst beschäftigen und in aller Ruhe die Bilder betrachten.
Bei diesem Buch hat mich vor allem die Idee angesprochen, dass hier am Beispiel einer kleinen Stadt dargestellt wird, wie sich die Jahreszeiten verändern und was in einem Jahr so passieren kann.
Gezeigt werden drei verschiedene Ansichten aus der Stadt und diese Ansichten wiederholen sich dann wiederrum vier Mal, so dass alle zwölf Monate des Jahres abgedeckt sind. Zusätzlich zu den Bildern gibt es auch einen kleinen Text pro Monat. Dieser ist in Reimform verfasst, was mir, gerade beim Vorlesen besonders gut gefällt. Die Reime sind im Großen und Ganzen sehr gut gemacht und sauber gereimt. Den einen oder anderen holprigen Reim habe ich aber doch entdeckt. Wobei ich vermute, dass dies der Übersetzung geschuldet ist, da es sich hierbei um ein schwedisches Buch handelt. Ich gebe ehrlich zu, dass ich zu Beginn ein wenig gebraucht habe, um in den Flow beim Vorlesen zu kommen, aber wenn man den Dreh einmal raushat, lässt sich das Buch wunderbar vorlesen.
Im Text wird auf die Besonderheiten der jeweiligen Monate und vor allem auf die Feste, die in diesem Monat gefeiert werden, eingegangen. Da es sich wie bereits erwähnt um ein schwedisches Buch handelt, werden auch Feierlichkeiten erwähnt, die in Österreich oder Deutschland nicht so gängig sind. Doch gerade diese Vielfalt macht für mich das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Die Bilder sind ausdrucksstark und wie bei einem Wimmelbuch äußerste detailreich. Obwohl der kleine Leser und ich uns das Buch bereits mehrmals angesehen haben, glaube ich nicht, dass wir bereits alle Details entdecken konnten. Aus dem Grund nehmen wir das Buch auch immer wieder gerne zur Hand und schauen, was wir dieses Mal Neues entdecken. Besonders gut gefällt mir, dass man nicht nur mitverfolgen kann, wie sich die Jahreszeiten und daher die Natur verändert, sondern auch die Personen. So sieht man zum Beispiel im Jänner eine schwangere Frau und kann ein paar Monate später sehen, wie das Baby krabbelt.
Die Illustrationen heben sich vom Stil deutlich von anderen Büchern ab. Manche Dinge sind äußerst realistisch dargestellt andere eher weniger detailreich und fast comichaft. Es ist eine bunte Mischung, die auf den ersten Blick nicht zusammenpasst. Geht man aber möglichst unvoreingenommen an die Sache heran, erkennt man, dass das ganze doch eine runde Sache ist. Wenn auch vielleicht nicht den Geschmack von jedem treffen wird. Sehr spannend finde ich, dass gerade die Personen in diesem Buch wenig detailreich dargestellt sind.
Am Beginn und am Ende werden noch einmal die verschiedenen Figuren, die in diesem Buch vorkommen gezeigt. Zusätzlich gibt es auch Fragen und Aufgaben auf diesen Seiten. So erzählt ein Kind zum Beispiel, dass es Torten liebt und fragt wie viele Torten man in diesem Buch finden kann.
Das Buch hat ein empfohlenes Lesealter von 4 Jahren, aber auch der knapp 2,5 jährige kleine Leser hat schon viel Freude mit dem Buch und ich denke, dass es uns auch noch viele Jahre begleiten wird. Von unserer Seite gibt es für dieses Buch auf jeden Fall eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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Das Jahr

Rezensionen von Katyleh:

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Die Sekundenochs von Markus Hennig

Rum trödeln

Ich habe mich in "Die Sekundenochs" von Markus Hennig und Nikolai Renger verliebt! Die Geschichte von Smilla, die ständig unter Druck steht, und Tjörge, der einfach nur trödeln will, hat mich total angesprochen. Ich kann mich so gut in Smillas Situation hineinversetzen - immer diese Hektik und der Stress, nie genug Zeit für sich selbst zu haben.

Die Illustrationen von Nikolai Renger sind einfach fantastisch! Die Farben sind so lebendig und die Details sind einfach zum Entdecken da. Ich habe mich in den Bildern der Sekundenochs und ihrer Welt total verloren. Es ist so schön, wie die Geschichte die Gegensätze zwischen Smillas Leben und dem der Sekundenochs herausarbeitet.

Ich denke, dieses Buch ist ein wichtiger Fingerzeig für uns Erwachsene. Wir sollten uns öfter mal Zeit nehmen, um einfach zu trödeln und uns nicht so sehr von der Hektik des Alltags bestimmen lassen. Die Botschaft des Buches ist so wichtig und aktuell.

Ich gebe diesem Buch 4 Sterne, weil es mich einfach berührt hat. Die Geschichte ist herzerwärmend und die Illustrationen sind wunderschön. Ich kann es jedem empfehlen, der sich nach einem stressfreien Leben sehnt.

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Die Sekundenochs

Rezensionen von yellowdog:

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Die Party von Tessa Hadley

Evelyn und Moira

Es ist ein kurzes Buch, eine echte und elegant gemachte Novelle.
Tessa Hadley siedelt die Handlung im Nachkriegs-Bristol der fünfziger Jahre an. Da gibt es noch vom Krieg zerstörte Häuser.
Evelyn und ihre Schwester Mira sind Schwestern und Studentinnen. Sie wollen etwas erleben und gehen zu einer Party in eine verrufenen Gegend und lernen da Männer kennen.

Die Beschreibungen sind stilistisch brillant und treffsicher.
Tessa Hadley schafft es, eine Sprache zu finden, die ganz in diese Zeit passt. Man glaubt beim Lesen, das Buch wäre in dieser Zeit geschrieben.

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Die Party

Rezensionen von C.P.:

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Im Leben nebenan von Anne Sauer

Wirklich toll, aber leider etwas zu viel Drama-Potpourri


Auch wenn dieses Buch in keiner Weise meine Lebensrealität widerspiegelt, so finden sich doch viele Dinge wieder, die in meinem Umfeld immer mehr Menschen beschäftigen. Mit Anfang 30 ist irgendwie in meinem Freundeskreis nochmals Umbruch zu spüren. Paare trennen sich, heiraten, bekommen Kinder, wollen keine bekommen, können keine bekommen.

Das Leben ist einfach facettenreich.
Und da fand ich die Prämisse des Buches so spannend, eben zwei Facetten eines Lebens zu beleuchten. Jedes Leben besteht aus so vielen Entscheidungen und Richtungen, in diesem Buch wurde auf gerade einmal 272 Seiten nur eine Entscheidung als Aufhänger genommen. Das "wie wäre es gewesen, wenn...?".
Denn wie wäre Tonis Leben verlaufen, wenn sie sich damals vor dem Studium nicht von ihrem Freund getrennt hätte?
Über Nacht wird Toni plötzlich in ein anderes Leben geworfen, wird zu Antonia mit Neugeborenem, Mann und Haus in ihrem Heimatort und ist nicht länger Toni mit Jakob in der Altbauwohnung in der Großstadt und mit Kinderwunsch.
Parallel wird ab dem Zeitpunkt die Geschichte von Antonia und Toni beleuchtet. Das Spielen mit den beiden Perspektiven fand ich wirklich toll. Etwas irritiert hat mich am Anfang, dass nur eine der beiden in ein neues Leben geworfen wurde. Tonis Leben läuft sozusagen einfach weiter, während Toni II den Platz von Antonia einnimmt. Mit all ihren Erinnerungen an Jakob und wie ihr Leben verlaufen ist. Anfangs hat es mich doch etwas gestört, dass nur eine der beiden Erzählstimmen mehr in der Vergangenheit hing, an einem Leben, das sie vermisste und das nicht mehr das jetzige war. Während Toni ungeahnt ihr Leben weiterlebte. Aber der Erzählsprung wäre natürlich niemals der selbe gewesen, wenn eine Frau, die gerade frisch entbunden hat, plötzlich ohne ihr Kind in eine vollkommen fremden Leben aufwachen würde und sich zurecht finden müsste.

Die Themen, die in diesem Buch durch die Vermischung beider Leben aufgegriffen werden, sind echt wuchtig, wurden mir aber leider teilweise etwas zu oberflächlich behandelt. Auf den wenigen Seiten ist es aber auch schwer, mehr in die Tiefe zu gehen. Postpartale Depression und unerfüllter Kinderwunsch sind dabei schon die beiden größten Felder. Es geht aber auch um die Veränderung von Freundschaften, wenn die eigene Lebensrealität nicht mehr ganz zu der einer Freundin passt - lässt für mich dabei nur leider etwas aus, das man als Freundinnen den Spagat sehr wohl auch gut schaffen kann. Die Belastung, die eine Beziehung aushalten muss, wenn eine Person arbeitslos wird. Das Verhältnis zu den eigenen Eltern, wenn man entweder "nebenan" oder weiter entfernt lebt. Es wird sehr viel in einen Topf geworfen und so konnte leider nicht allen Themen gerecht werden. Und irgendwie fühlte es sich ein wenig nach zu viel negativem an. Ja, manchmal kann das Leben echt ganz schön aus den Bahnen laufen, aber irgendwie war hier alles ein wenig zu dunkel getrübt und ein wenig weniger Drama hätte den Grundton der Geschichte nicht wirklich verändert.
So reicht es für mich nicht für 5 Sterne, insgesamt ist das Buch aber wirklich toll gewesen und ich bin sowohl Toni als auch Antonia gerne gefolgt.

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Im Leben nebenan

Rezensionen von Sternzauber:

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Spät am Tag von Kristin Vego

Zart und innig, aber sprunghaft

„Spät am Tag“ von Kristin Vego ziert ein wunderschönes Cover, das mich sehr begeistert: Ich liebe das impressionistisch anmutende Bild von der lesenden Frau im Garten! Es erzeugt eine zauberhafte Sommerstimmung, die mich zum Lesen einlädt und mich neugierig macht auf das Buch. Auch die Kombination mit dem Titel ist für meinen Geschmack sehr gut gelungen.

Den Inhalt des Buches zusammen zu fassen finde ich gar nicht so leicht… Auf den ersten Blick geht es um die Geschichte der Schriftstellerin Johanne, die aus der Stadt flieht und sich bei einem Mann und seiner kleinen Tochter auf dem Land in ein Zimmer einmietet. Im Laufe der Zeit werden die Beiden ein Paar, leben mit Mikaels Tochter und der sehr präsenten Exfrau in mitten der Natur und Johanne schreibt, liebt und lebt. Siebzehn Jahre später schaut Johanne zurück auf ihr Leben und wir dürfen ihre Gedanken begleiten.

Und dieses Zurückschauen, Gedankenblitze, Erinnerungsfragmente und nachträgliche Einordnungen, all das steht für mich eher an erster Stelle dieses Buches. Kristin Vego entführt uns in die Gedanken, in das Erleben und Nachspüren Johannes und lässt uns teilhaben an ihren Empfindungen. Oft Sprunghaft und nur grob geordnet ergibt sich dadurch eine sehr unruhige und treibende Erzählstruktur, die für mich teilweise etwas anstrengend war.

Auf der anderen Seite sind es jedoch leise Betrachtungen und stille Einblicke, die wir miterleben und die ohne Aufregung oder Drama auskommen. Die Autorin erzählt oft poetisch und in ruhiger Art, was dem Text einem sanften Zauber schenk und was ich häufig in skandinavischer Literatur finde und sehr schätze.

Dieses Buch ist ein sehr intimer, ein sehr naher und fokussierter Einblick in Johannes Seelenleben, in ihr Erleben und ihr ihre Erinnerungswelt. Dieses sehr innige hat mich fasziniert und es gefiel mir sehr, mir der Sprunghaftigkeit und den teils wirren Gedanken war ich jedoch nicht so glücklich. Insgesamt erhält dieses schmale Buch von 140 Seiten von mir 4 Sterne, da ich es trotz der Kritikpunkte in weiten Teilen als bereichernde Lektüre erlebt habe – viel Freude allen LeserInnen damit!

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Spät am Tag