Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Morten:
Oishii! von Stefan Braun
Japans kulinarischer Alltag (mit Rezepten)
Ist es ein Kochbuch? In Teilen. Eigentlich ist Stefan Brauns Oishii eine Reise in den kulinarischen Alltag Japans. Wundervoll bebildert, charmant beschrieben. Und mit einzelnen, auch in Europa leicht nachkochbaren Rezepten ergänzt. Kleine Abzüge gibt es allerdings in der B-Note. Dazu später mehr.
Oishii ist japanisch und heißt so viel wie lecker.
Was im Buch selbst, wenn ich es nicht überblättert habe, gar nicht aufgelöst wird. Stattdessen geht es um den Tagesablauf der Japaner:innen und was diese dabei essen – auf dem Weg zur Arbeit, in der Pause und nach Feierabend. Und ganz besonders um letzteres, um die Izakayas, eine Art gemütlicher Gastro-Pubs, in denen einfache, leckere Speisen und Bier serviert werden. Auch schon mittags übrigens.
Was mir gut gefällt: Stefan Braun, renommierter Fotograf, zeigt das Leben in den Gaststätten mit wunderbaren Fotos. Die Menschen, die dort sitzen, essen und trinken. Er erklärt die Gewohnheiten, Begriffe, Bräuche und Sitten. Und er gibt ganz am Ende auch ein paar persönliche Tipps für die Suche nach den besten Izakayas. Davon hätte ich mir fast ein bisschen mehr gewünscht, aber er nennt auch passende Instagram Seiten, um Japans Kulinarik abseits der großen, teuren Restaurants zu entdecken.
Ich mag auch sehr die Vielfalt der Rezepte, vom Rührei für die Bentobox über gebratene Nudeln mit Hackfleisch bis zu Ramen und gefüllten Kroketten. Sachen, die in die Pausenbox oder für ein Picknick passen. Oder für ein familiäres Mittag- und Abendessen. Kein Rezept braucht exotische Zutaten, vieles findet sich in gut sortierten Super- oder wenigstens in anliegenden Asia-Märkten. Manche Rezepte setzen auf Fertigprodukte, was vielleicht in einem Kochbuch erst einmal befremdlich wirkt, aber mit Blick auf eine schnelle Zubereitung sinnvoll ist.
Ein (klitzeklein) wenig störend ist die Tatsache, dass sich manches wiederholt. So behandeln gleich zwei Doppelseiten, eine in der ersten Hälfte, eine gegen Ende, die Shokuhin Sampuru, Nachbildungen von Speisen vor Restaurants aus Kunststoff. Das ist interessant, aber eben auch leicht repetitiv. Und Leser:innen sollten wissen, dass Oishii kein klassisches Kochbuch ist. Dafür sind einfach zu wenige Rezepte enthalten. Eher ein schönes, toll inszeniertes Coffee Table Book über den kulinarischen Tag der Japaner:innen. Und das ist vielleicht ja auch ein Alleinstellungsmerkmal. Ein richtig gutes.
Rezensionen von brauneye29:
Protokoll eines Verschwindens von Alexander Rupflin
Interessanter Mix
Zum Inhalt:
Die Ärztin Isabella überzeugt ihren Bruder Gabriel aus der Favela Rios zu ihr nach Deutschland zu kommen. Erst funktioniert auch alles für Gabriel. Er findet einen Job, verliebt sich. Doch dann verschwindet er spurlos. Für Isabella beginnt eine verzweifelte Suche. Gleichzeitig versucht Fabio sein unauffälliges Leben weiterzuführen, während in seinem Gästezimmer eine Leiche vor sich hin verwest.
Meine Meinung:
Das Erschreckende an dem Buch, dass die ganze Geschichte auf einem wahren Fall beruht. Ja, die Namen sind angepasst und natürlich ist das ein oder andere sicherlich für den Romanfluss angepasst worden, aber den wahren Fall hat man schnell gegoogelt und die Geschichte ist schon nah am Geschehenen wie es scheint. Der Autor hat viel recherchiert. Was ich schon erstaunlich fand, dass dies ein Erstlingsroman ist, das finde ich schon bemerkenswert, wieviel Mühe der Autor sich gemacht hat und wie einerseits sachlich berichtet wird, anderseits doch auch die Personen nahbar werden und das selbst beim Täter. Ich hatte auch die Hörbuchversion, da musste ich mich schon ein wenig an die Art des Vortrags gewöhnen, aber am Ende gefielen mir beide Varianten.
Fazit:
Interessanter Mix
Rezensionen von Katrin:
Im Dickicht der Erinnerungen von Ursel Schmid
Eine Journalistin auf Selbstfindung
Das Cover fand ich persönlich sehr ansprechend. Beim Lesen wurde mir dann erst bewusst, dass es den verstorbenen Charakter der Musikerin Loulou zeigt und eventuell angedeutetes Blut.
Story:
Dora ist Journalistin. Sie ist von Selbstzweifel und Traumata ihrer Kindheit und Jugendzeit geplagt. Ihr Verlag möchte, dass sie einen Artikel über eine Sängerin und ehemalige Schulfreundin namens Loulou schreibt, doch bevor sie das Interview führen kann, stürtz Loulou in den Tod.
Selbstmord, Unfall, oder wurde eventuell sogar "nachgeholfen"?
Dora klagt in einer Bar der Wirtin ihr Leid. Ein Mann der nur flüchtig erwähnt wurde, war nicht nur stummer Zuhörer, sondern ebenfalls Journalist, ein Konkurrent. Harry, er war ein Mann von bärenhafter Figur, stellte sich Dora vor und gegen aller Skepsis Vertraute sie ihm beinahe augenblicklich. Er half ihr mit seinen Verbindungen und beide waren fortan befreundet. Eine sehr vertraute Dynamik entstand zwischen den Beiden.
Dora führte einige Interviews mit Zeitzeugen der Sängerin. Obgleich es ein Ex-Geliebter, Bandkollege oder sogar die Physiotherapeutin war, jeder hatte einen anderen Blick und andere Ansichten auf das Leben der großartigen Loulou.
Am Weg den Tod ihrer Freundin aufzuklären, fand sie sich immer wieder in einem Dickicht aus Erinnerungen, die vor ihren inneren Augen aufflammte wieder. Dora war kurz davor sich selbst in den Gedanken an ihre Probleme in der Familie/ Freunde und den starken Selbstzweifel zu verlieren, doch Harry stärkte sie ungemein.
Werden sie Zusammen die Puzzleteile der Interviews aneinanderreihen und so herausfinden was Loulous Tod heraufbeschworen hatte? Werden Harry und Dora ein Paar? Kann Dora ihre Selbstzweifel hinter sich lassen?
Viele Fragen, deren Antworten sich im Buch verbergen und die es sich herauszufinden lohnt.
Fazit:
Anders als die Romane die ich sonst lese, ist diese Geschichte sehr ruhig. Viele Seiten mit jede menge Details, aber eigentlich sehr wenig Inhalt. Die Rund 230 Seiten sind dennoch sehr schnell gelesen. Trotz eigentlich wenig Story verliert man weder Lust noch Faden. Ich persönlich fand die zweite Hälfte des Buches besser als die erste. Auch das Ende fand ich wunderbar.
Die Autorin Ursel Schmid hat meiner Meinung nach, sehr viel Liebe zum Detail in beide Hauptcharaktere Dora und Harry gelegt. Ich mochte die Dynamik zwischen ihnen sehr gerne. Was mir nicht gefiel, das Englisch-Deutsche Interview. Mir wäre da entweder oder lieber gewesen.
Auch wenn mich das Buch nicht 100% überzeugt hat und ich mir dann doch noch mehr in Richtung Krimi und Aufklärung des "Falles Loulou" gewunschen hätte, war es für mich eine willkommene Abwechslung es zu lesen.
Von mir gibt es 4 von 5 Sterne, weil mir Schreibweise und Handlung sehr gut gefallen hat.
Rezensionen von Petra Sch.:
Aber bitte mit Sonne von Angelika Schwarzhuber
trotz ernstem Thema ein wundervoller Wohlfühlroman
4,5 Sterne
Die 29jährige Lucy glaubt plötzlich, bald sterben zu müssen. Denn sie ist familiär vorbelastet.
Um den Rest ihres Lebens lieber schön zu verbringen anstatt sich mit Behandlungen zu quälen, beschließt sie zu kündigen und ihren Traum wahr zu machen: eine Reise in die Karibik!
Doch das Leben macht ihr einen Strich durch die Rechnung.
Aufgrund eines Unfalls kann sie nicht reisen und muss mit einem Gipsbein bei ihrem Onkel Mike in Bayern bleiben. - Doch Mike hat einen neuen Koch aus Italien, Matteo, und den hält sie nicht länger aus.
Die Geschichte ist in Ich-Form aus Sicht von Lucy geschrieben, wodurch man noch tiefer in ihre Gedanken- und Gefühlswelt abtauchen kann.
Die Erzählweise ist lebendig, authentisch und mitreißend; und man fühlt so sehr mit Lucy mit!
Auch die Kabbeleien zwischen ihr und Matteo konnte ich gut nachvollziehen und waren teilweise humorig; und ich war genauso wie Lucy überrascht, als Matteo sich plötzlich als so achtsam und einfühlsam entpuppt, und durch die verschiedenen Einfälle, Karibik-Feeling in Lucys Leben zu bringen, ihre Stimmung heben will.
Und auch Onkel Mike (der mein heimlicher Favorit war) ist so ein besonderer Mensch, denn er kümmert sich liebevoll um seine erwachsene Nichte.
Die ganze Geschichte, die Atmosphäre ist so wundervoll, doch ich hatte einen großen Kritikpunkt: mich hat soo geärgert, dass Lucy einfach etwas angenommen hat, ohne sich überhaupt untersuchen zu lassen. Da hätte ich sie gerne mal geschüttelt - ja, ich kann ihre Angst durchaus nachvollziehen, aber gerade deshalb sucht man in so einem Fall doch so rasch wie möglich einen Arzt auf!
Fazit:
Ein humorvoller, sommerlicher Wohlfühlroman mit einem ersten Thema - doch Lucy hätte ich öfter mal schütteln wollen.
Rezensionen von Miro:
Plant Lady von Minyoung Kang
Das Ende der toxischen Männlichkeit
Yu-hee hat genug von ihrem Bürojob, der sie nicht erfüllt und stürzt sich in ihrem Traum, einen eigenen Pflanzenshop zu eröffnen. Schnell wird dieser zu einer grünen Ruheoase und von Menschen aus allen Ecken der Stadt aufgesucht. Vor allem Frauen finden in dem Laden einen Platz zum Ausruhen und bei Yu-hee ein offenes Ohr für ihre Nöte.
Yu-hee hat keine guten Erfahrungen gemacht mit Männern. Schon als Teenager war sie Mobbing-Attacken ausgesetzt und als Erwachsene ist sie auch immer wieder an Männer geraten, die in ihr ein leicht manipulierbares Opfer sahen. Doch irgendwann wollte Yu-hee auch aus diesem patriarchalen Gesellschaftsgefüge aussteigen und begann an der toxischen Männlichkeit Rache zu nehmen. Männer sind ein guter Dünger und ihre Pflanzen gedeihen hervorragend!
Als Leserin kann ich ein bisschen mit Yu-hee mitfühlen, aber die Brutalität ihrer Taten geht doch über bloßen Rachegedanken weit hinaus. Es ist diese Ambivalenz, die diesen Roman so spannend macht. Da ist einerseits die gefühlvolle Pflege der Pflanzen, ihre Geduld und Empathie, wenn es um das Leid anderer Frauen geht und andererseits die kaltblütige Mörderin, die vor nichts zurückschreckt und nie Spuren hinterlässt.
Die Motive sind klar und die Opfer haben Strafe verdient, aber Selbstjustiz kann man natürlich niemals gutheißen. Somit lädt der Roman dazu ein, über Geschlechterrollen, Gerechtigkeit, Schuld und Verantwortung nachzudenken. Und das mit einer brise schwarzem Humor. Hat mir ausgesprochen gut gefallen!
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Die Assistentin von Caroline Wahl
Durchwachsen
"Die Assistentin" von Caroline Wahl ist in der Hörbuchfassung von der Autorin selbst gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit kommen die Eigenheiten von Wahls Stimme klar heraus.
Stimmen sind unterschiedlich und indivduell, Sprechweisen unterscheiden sich voneinander. Insbeonsondere, wenn die sprechende Person kein professionelles Sprechtraining absolviert hat. Das wird bei der Vertonung dieses Buches deutlich und daher sollte jede Person vorab über die Hörprobe entscheiden, ob es sich für den individuellen Geschmack gut anhört oder nicht. Ich persönlich habe mich im Verlauf des Buches immer besser an die individuelle Sprechweise der Autorin gerwöhnt und habe keine negativen Auswirkungen aufs Gesamterlebnis empfunden.
Die Handlung selbst hat mir gefallen, auch wenn es einige Längen und auch ungewöhnliche Stilmittel im Buch gab. Die Handlung "zoomt" immer Mal heraus und als lesende/hörende Person wird man direkt angesprochen, es wird auf Zeitsprünge, Raffungen oder "dazu später mehr" verwiesen. Teils haben diese Stilmittel gut funktioniert, teils haben sie den Lesefluss eher gestört, als etwas für die Handlung zu tun. Grundsätzlich hat mir die Handlung um Charlotte gefallen, sie ist mir sympathisch gewesen, wenngleich sie insgesamt etwas eindimensional gezeichnet wurde. C. wirkt damit auch häufig passiv, scheint wenig Einfluss auf ihre eigene Situation zu nehmen. Gefühlt habe ich mehr Auseinandersetzung mit Cathy Hummels als mit sich selbst gelesen - möglichweise eine Persiflage auf aktuelle Social-Media-Trends und der Überhöhung des dortigen Inhaltes, aber für mich nicht gelungen. Viel eher las es sich teils misogyn und auf persönlicher Ebene abwertend, das ist schade (aber leider auch oft realistisch). Auch die Beziehung zur Mutter ist nicht durch Herzlichkeit und Vertrauen geprägt, auch hier ist viel Abwertung und negative Bewertung der anderen Person vorherschend. Dieses Muster scheint sich durch viele persönliche Beziehungen von Protagonistin Charlotte zu ziehen.
Die Charakterisierung des Verlegers hingegen habe ich als sehr gelungen gefunden, musste auch öfter schmunzeln und viel öfter empört den Kopf schütteln. Hier finde ich die Überspitzung gelungen und auch die fortwährende Übergriffigkeit ggü. C. gut dargestellt. Wenngleich das Hörbuch als ein ein Hörbuch über Resilienz und Überleben beworben wird, habe ich nur wenig beschriebene Reilienz vorgefunden....
Ich komme nicht umhin "Die Assistentin" mit den zwei vorangegangenen Büchern der Autorin zu vergleichen, auch wenn sie inhaltlich nicht vergleichbar sind. Dennoch habe ich in diesem Buch eine weniger starke Charakterdarstellung und einen weniger gelungenen Spannungsaufbau empfunden. Insgesamt ein solides Buch mit netter Storry - aber eher ein Buch für zwischendurch und nichts, was nachhaltig in meinen Gedanken bleibt.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Gym von Verena Keßler
Obsession
An diesem Buch haben mich schon das Cover und der Klappentext neugierig gemacht. Ich habe im Vorfeld auch schon viel Gutes über Bücher der Autorin Verena Keßler gehört, bisher aber noch keines von ihr gelesen. "Gym" ist mit weniger als 200 Seiten von übersichtlicher Länge und entwickelt schnell einen enormen Sog, so dass es sich leicht innerhalb kürzester Zeit lesen lässt.
Das Buch ist in drei Sätze unterteilt, ähnlich den üblichen Einheiten beim Kraftsport, was zum übergeordneten Thema dieses Buches passt.
Keßler hat eine Protagonistin geschaffen, die ich sehr gern verfolgt und begleitet habe. Dabei wird im Laufe des Buches immer klarer, dass sie einige Päckchen mit sich trägt. Den Spannungsaufbau fand ich insbesondere im zweiten Satz sehr gut gelungen.
In der kürze des Buches sind ausführliche Charakterbeschreibungen, insbesondere der Nebencharaktere nicht zu erwarten. Oberflächliche Nebencharaktere passen jedoch auch zur egozentrischen Wahrnehmung der Protagonistin. Sie ist ganz in ihrer Wahrnehmung gefangen. Und für mich macht gerade diese Fixierung und Entfremdung der Protagonistin den Reiz des Buches aus. Dennoch hätte ich mir ein etwas ausführlicheres Ende gewünscht.
Insgesamt ließ sich "Gym" hervorragend lesen und hat einen ganz eigenen Sog entwickeln können.
Rezensionen von manu63:
How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren (Fate Dilogie, Bd. 1) von Saskia Louis
Liebe oder Schicksal
How to fight fate ist der erste Band der Fate Dilogie geschrieben von der Autorin Saskia Louis. Kiana ist Schicksalsnovizin und hofft darauf das sich alles für sie ändern wird wenn sie ihren Seelenpartner bekommt. Sie will danach die Welt verändern und vor allen Dingen den Krieg beenden der ihre Heimat zu zerstören droht.
Doch alles kommt anders, ihr Seelenpartner wird noch vor der Bindungszeremonie getötet und Kiana soll zur Front reisen um dort zu kämpfen. Dieses Schicksal will Kiana nicht annehmen und sieht sich dann plötzlich an der Seite von Tyron und Nevin die auch beide Schicksalsbrecher sind wie sie. Auf der gemeinsamen Flucht muss Kiana erkennen das ihre Welt nicht so ist wie sie gedacht hat.
Die Geschichte wird gut erzählt und die verschiedenen Perspektiven, die hauptsächlich aus der Sicht von Tyron und Kiana erzählt werden, ergeben gute Einblicke in die Gedanken-und Gefühlswelt der beiden. Die Entwicklungen der Charaktere können so gut nach vollzogen werden.
Kiana fand ich anfangs eher naiv und in ihrer Welt verhaftet, nach und nach bekommt sie eine bessere Sicht auf ihre Welt und ändert sich dadurch zu einer jungen Frau die stärker ist als sie gedacht hat.
Tyron ist ein wenig zu durchschauender Charakter, aufgewachsen als Kriegsnovize liegt ihm eher Kampf und Härte als Mitgefühl und Weichheit. Durch Kiana wird ihm klar das ihm im Leben etwas fehlt.
Nevin ist bisher eher ein Nebencharakter und einfach nur liebenswert. Er hat wenig Selbstwertgefühl und ist der engste Freund von Tyron.
Die Geschichte ist flüssig lesbar und die Spannungsbögen sind gut gesetzt.
Zum Ende hin gewinnt die Geschichte eine hohe Dynamik und der Cliffhanger am Ende des Bandes ist sehr heftig und unerwartet und lässt mich nun neugierig auf Band zwei warten.
Rezensionen von Sheilo:
Copenhagen Cinnamon 1. Delicate von Stefanie Neeb
Herzergreifende Romance, die perfekt zur Herbstzeit passt
Jonna fällt es schwer zu entscheiden, welchen Job sie in der Zukunft für sich sieht. Bisher war das kein Problem, da sie von ihrem erfolgreichen Anwaltsvater unterstützt wurde. Doch dieser zieht nun einen Schlussstrich und Jonna ist von heute auf morgen auf sich selbst gestellt. Als Jonna im Copenhagen Cinnamon für einen Kaffee vorbei schaut, eröffnet sich für sie eine Chance.
Sie erhält einen Job im Café und lernt so auch dem attraktiven Chef Mads kennen, der sie nicht im Stich lässt.
"Copenhagen Cinnamon: Delicate" ist ein wunderschöner herbstlicher Liebesroman von Stefanie Neeb, der in mir ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst hat. Die emotionalen Szenen sowie die Aufs und Abs der Geschichte schaffen eine tolle Spannung im Buch und die Plot-Twists der Handlung haben mir sehr gefallen. Man taucht beim Lesen richtig in die Geschichte ein, was auch an dem tollen, bildlichen Schreibstil der Autorin liegt und am liebsten würde ich selbst Kopenhagen im nächsten Urlaub einen Besuch abstatten.
Jonna ist eine unfassbar sympathische Frau, die zu ihren Entscheidungen steht und sich nicht unterkriegen lässt. Ich mag ihre offene Art, aber auch, wie sie Mads immer wieder schlagfertige Antworten gibt. Man spürt im Buch sehr schnell, welche Verlustängste sie aufgrund ihrer Vergangenheit hat. Doch im Laufe der Geschichte ist sehr gut spürbar, wie sie sich charakterlich weiterentwickelt und wie auch ihr Selbstwertgefühl steigt.
Mads hat ebenfalls so einiges auf seinen Schultern zu tragen, vor allem aufgrund von Selbstvorwürfen und Enttäuschungen. Trotz seines jungen Alters leitet er das "Copenhagen Cinnamon" sehr erfolgreich und kümmert sich liebevoll um Knud, den ehemaligen Besitzer des Cafés. Mads Stimmungen schwanken immer wieder sehr, doch seine Gefühle und Empfindungen versteckt er sehr gerne unter seiner Fassade.
Ich liebe die Vibes zwischen Mads und Jonna total, die beiden ergänzen sich perfekt und es ist so schön zu sehen, wie sie sich immer mehr einander öffnen. Die Gefühlsachterbahn bleibt dabei nicht aus und die Emotionen der beiden machen das Buch zu etwas ganz besonderen. Neben Mads und Jonna als Protagonisten habe ich eine Reihe von Nebencharaktern ebenfalls sehr ins Herz geschlossen. Ich selbst freue mich schon riesig auf die Fortsetzung mit Nicolaj und Freja, die jeweils besten Freunde von Mads und Jonna, denn diese Geschichte wird sicherlich eine ganz besondere.
Insgesamt ist für mich "Copenhagen Cinnamon: Delicate" ein richtig toller, cozy Liebesroman, der perfekt zur beginnenden Herbstzeit passt. Wer tiefgründige Liebesromane liebt, sollte hier auf jeden Fall zugreifen.
Rezensionen von ReiShimura:
Die Bibliothek meines Großvaters von Masateru Konishi
Ein Roman der einen miträtseln, mitfühlen und mitfiebern lässt
Dieses Buch hat mich auf ganz vielen Ebenen überrascht und um das gleich vorwegzunehmen, es hat mich auf eine positive Art und Weise überrascht. Romane von asiatischen Autorinnen und Autoren sind zu meiner großen Freude schon lange keine Seltenheit mehr auf dem deutschsprachigen Markt. Doch die meisten sind entweder Wohlfühlromane oder Bücher, die einen mit einem eher bedrückenden Gefühl zurücklassen.
Dieser Roman kann ich weder in die eine noch in die andere Kategorie einordnen.
Eine weitere Überraschung für mich war, als ich die Informationen über den Autor in dem Buch las, dass es sich bei diesem Buch um einen Teil einer Trilogie handelt. Glücklicherweise habe ich dies erst erfahren, als ich das Buch bereits in Händen hatte. Denn ich vermute, dass ich von dem Buch Abstand genommen hätte, wenn ich dies vorher gewusst hätte, da ich bereits zu viele angefangene Reihen habe, bei denen ich auf die Nachfolgebände warte. Mir ist nun allerdings bewusst, dass ich sehr viel verpasst hätte, denke mir aber andererseits, dass diese Information für andere Leserinnen und Leser eventuell wichtig sein könnte.
Bereits aus dem Klappentext des Buches war ersichtlich, dass der Großvater von Kaede, der Protagonistin dieses Buches, an Demenz erkrankt ist. Hier hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass dieses Thema das Buch dominieren wird und zu einer bedrückenden Stimmung führen könnte. Alle meine Befürchtungen waren allerdings unbegründet. Natürlich wird die Krankheit thematisiert und beeinflusst die Handlung maßgeblich. Dennoch dreht sich nicht alles um die Demenzerkrankung, aber einige Verhaltensweisen und Handlungsstränge lassen sich nur durch die Krankheit plausibel erklären.
Obwohl ich in meinem Umfeld Personen mit einer Demenzerkrankung habe, muss ich zugeben, dass sich mein Wissenstand über die Krankheit eher in Grenzen hält. Daher fand ich die Beschreibungen und Erklärungen zum Thema Demenz äußerst interessant und aufschlussreich. Mir war bis dato zum Beispiel nicht bewusst, dass es mehrere Arten von Demenz gibt.
Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen und ich wollte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Trotzdem habe ich immer wieder kleine Pausen eingelegt und über die verschiedenen Kriminalfälle und Rätsel nachgedacht. Denn das Tolle an der Art wie das Buch aufgebaut ist, ist, dass man wirklich die Möglichkeit hat mitzuraten, zu knobeln und zu kombinieren. Man kann versuchen das Rätsel als erster zu knacken. In vielen Fällen habe ich mich, gleich wie Kaede-san ablenken lassen, wichtige Details übersehen und das große Ganze aus den Augen verloren. An anderer Stelle war die Lösung des Rätsels für mich sonnenklar.
Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass es sich hierbei um eine Familiengeschichte handelt. Wagt man einen zweiten Blick, kommt die Vermutung auf, dass es sicher vielleicht doch eher um einen Krimi handelt. Hat man das Buch gelesen ist man sich nicht mehr sicher, ob man den Roman eindeutig dem einen oder anderen Genre zuordnen kann. Denn beides trifft zu, Familiengeschichte und Kriminalroman und dennoch ist dieses Buch noch ein wenig mehr. Es ist eine Hommage an die traditionellen Kriminalromane, es ist eine Ode auf die Literatur, ein Gesellschaftsroman und eine Aufarbeitung von persönlichen Erfahrungen.
Obwohl das Buch ein Teil einer Trilogie ist, finde ich, dass man es auch als eigenständigen Roman lesen kann. Dennoch möchte ich die Warnung aussprechen, dass man es nicht dabei belassen möchte. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich kann es kaum erwarten, dass die anderen Bücher von Masateru Konishi endlich fertig geschrieben und übersetzt sind, denn ich will mehr davon und am liebsten jetzt sofort.











