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Rezensionen von PMelittaM:

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Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli

Nichts für mich

Seit sie denken kann wurde Zarya von Row in einem begrenzten Bereich durch eine magische Grenze gefangengehalten, außer ihm hatte sie nur Kontakt zu seinem Assistenten. Nun ist Row seit einiger Zeit verschwunden, und Zarya stellt fest, dass die magische Grenze verschwunden ist. Gleich bei ihrem ersten Ausflug trifft sie auf zwei junge Männer, die von Nagas angegriffen werden, eilt ihnen zu Hilfe, und begleitet sie anschließend in die nächste Stadt, einen Ort, der von Dämonen belagert wird.

Leider war der Roman so gar nicht meins. Schon die Protagonistin kam mir nicht nahe, nervte mich eher. Ich mochte sie nicht, und somit konnte ich auch nicht mit ihr mitfühlen oder mich um sie sorgen. Natürlich hat sie wenig Erfahrung im Umgang mit anderen Menschen, mir war sie aber oft viel zu aggressiv im Umgang. Auch einige ihrer Handlungen oder Gedanken konnte ich nicht nachvollziehen. Vielleicht wäre es besser gewesen, Zarya selbst in Ich-Form erzählen zu lassen, da man sowieso alles aus ihrer Perspektive sieht. Es gibt eine ganze Reihe anderer Charaktere, manche davon sehr interessant, denn die wenigsten sind Menschen, doch leider blieben auch sie mir alle zu blass, auch sie kamen mir zu wenig nahe.

Nicht gefallen hat mir die Erzählsprache, ich empfand sie oft als unpassend und teiweise auch zu flapsig. Der Roman spielt in einem eher mittelalterlichen, indienähnlichen Setting, da hätte eine schöne, blumige Sprache für mich gut gepasst, Worte wie zum Beispiel „F*ck“ will ich da nicht lesen.

Auch die Geschichte selbst lies für mich zu wünschen übrig, sie hat mich nicht berührt. Manche Passagen habe ich nur oberflächlich gelesen, da sie mich langweilten. Es wechseln sich einigermaßen spannende, kämpferische Szenen mit sehr langatmigen, eher störenden ab. Vieles passte für mich nicht zu der Bedrohung, der, nicht nur, die Stadt ausgesetzt ist. Es werden Partys gefeiert, man lebt so weiter vor sich hin, auch Zarya und andere handelnde Charaktere. Teilweise muss auch einige Zeit vergangen sein, ohne dass das recht klar wird. Vieles schien mir vorhersehbar, nur weniges konnte mich etwas überraschen.

Die Magie ist recht interessant, aber auch sie ist mir zu oberflächlich, genauso wie die Welt an sich. Sicher, das wird vielleicht noch in den weiteren Bänden weiter ausgearbeitet, es lockt mich aber nicht.

Und dann gibt es natürlich noch die „Liebesgeschichte“, die auf mich unnötig und aufgesetzt wirkte. Dass alle wunderschön sind, muss ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen.

Der Roman ist der erste Band eines Vierteilers, für mich ist aber hier zu Ende, mich lockt leider gar nichts. Sicher wird auch dieses Buch seine Fans haben, ich gehöre leider nicht dazu. Schade, mich hatte das Setting sehr angesprochen.

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Heart of Night and Fire

Rezensionen von Bibibabby:

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Das krasseste Tier der Erde von Kai Lüftner

Schönes Buch über ein ungewöhnliches Tierchen

Das krasseste Tier der Erde wird oft übersehen: Es ist der kleine Regenwurm. In diesem Buch wird das kleine Tier unterhaltsam vorgestellt.
Der Titel ist meinem Kind sofort ins Auge gefallen: Gerade ist bei ihm alles "krass".
Die Illustrationen im Buch sind richtig toll: bunt und detailreich.

Sie wirken ein bisschen wie Wimmelbilder und man hat Spaß daran, kleine Details zu entdecken.
Die Texte sind ziemlich kurz und in Reimen geschrieben, was bei meinen Kindern immer gut ankommt. Ganz am Ende des Buches gibt es auch eine Doppelseite, wo es erklärt wird, warum der Regenwurm für die Natur so wichtig ist.
An sich ist dieses Buch kein Sachbuch, also sollte man nicht erwarten, dass allzu viel Sachwissen übermittelt wird. Es dient eher dazu, ein ungewöhnliches Tier grob vorzustellen. Als Erwachsene merke ich, dass es in Städten viel weniger Regenwürmer gibt, als wenn ich noch Kind war. Ich finde es eigentlich ein bisschen traurig, dass meine Kinder den Wurm erst durch ein solches Buch kennenlernen, aber es ist dann toll, dass es sowas gibt.

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Das krasseste Tier der Erde

Rezensionen von Bibibabby:

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QUID+ Ich will aber! von

Hilfreich für Kinder und Erwachsene

Dieses Buch ist eine tolle Sammlung von 14 Vorlesegeschichten zu den Themen Wut und Frustration, aber es hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt.
Was mir gefallen hat: Die Themen sind vielfältig und beziehen sich auf vielen Alltagssituationen, die bei Kleinkindern häufig auftreten. Es geht unter anderem um Kinder, die nicht verlieren können, schnell entmutigt sind, die beißen, schreien, oder hauen.

Die Geschichten sind schön und kurz, aber bieten leider an sich wenige Lösungen an. Sie dienen eher als Anregung, um mit dem Kind ins Gespräch zu kommen. Am Ende jeder Geschichte gibt es einen kurzen Text für die Erwachsenen, der erklärt, warum Kinder sich so verhalten und wie man ihnen helfen kann, besser mit der Situation umzugehen.
Ich finde die Erklärungen allerdings ein bisschen zu theoretisch und allgemein. Es ist leicht gesagt, dass Eltern ihrem Kind bei einer Niederlage dabei helfen sollen, die Erfahrung zu verstehen und daraus zu lernen. Aber was mache ich konkret, wenn mein Kind z.B. bei einem Sport gar nicht mehr mitspielen möchte, weil er es nicht schafft, ein Tor zu schießen, und auch nicht darüber reden will?

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QUID+ Ich will aber!

Rezensionen von PeWie:

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Ring the Bells von C. K. McDonnell

Weihnachtswunder

Auch in Manchester weihnachtet es sehr. In der Zeitung ist das Weihnachtswunder das einmal pünktlich ohne Stress fertig sind. Da es Wunder aber leider nur sehr selten gibt. Taucht ein Computer Virus auf und die Freude ist zu Ende. So chaotisch wie wir alle die Zeitung mittlerweile kennen, geht es weiter.

Weihnachten das Fest des Friedens scheint nicht allen zu gefallen, irgendwer muss Chaos stiften. Das die Zeitungsleute mittlerweile als Spezialisten für Ungewöhnliches gelten, macht ihren Aufgabenbereich nur größer und arbeitsintensiver.

In diesem Band sind wieder alle vereint die wir aus den vergangenen Bänden lieben gelernt haben und es kommen ein paar Figuren hinzu. Ob man sich über die eine oder andere Type nur freuen kann oder sich auch ärgern wird sich mit den nächsten Bänden noch heraus stellen. Aber trotz allem möchte ich auf niemanden verzichten.

Auffallend in diesem Buch ist der Bezug zur Realität, nicht nur Weihnachten sondern auch das Thema Krieg hat hier seinen Platz gefunden. Auf eine besondere Art beschreibt der Autor die Folgen für die Menschen im Krieg aber auch für die nachfolgenden Generationen.

Das der Autor auch Ernsthaftigkeit und Respekt vor den Menschen zeigt, in einem Buch das voller schwarzen Humor, Satire und Leichtigkeit ist, lässt mich ihm gegenüber Respekt empfinden.

Diese Geschichte bringt einem dazu fast im Dauerzustand zu lachen und dann kommen Szenen die genau das Gegenteil bewirken, aber beide Gefühlszustände passen gut zueinander, es ist wie im wirklichen Leben. Bei aller Absurdität der Geschehnisse, wie Vorsicht bei dem was man sich wünscht, ist doch ein Fünkchen Hoffnung das Herzenswünsche in Erfülllung gehen.

Gewohnte Charaktere können sich auch in der Stranger Times ändern nur eben nicht so ganz. Zum Glück.

Denn ich möchte Bancroft nicht missen und alle anderen auch nicht, ernsthafte Figuren gibt es genug, aktuelle und professionelle Zeitungen gibt es auch genügend. Möge die Stranger Times noch lange erscheinen.

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Ring the Bells

Rezensionen von v_buecherwurm:

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Schwarze Tage mit ein bisschen Gold von Troi Heidi

Kinderbuch über Verlust, Trauer und Hoffnung

Inhalt
Der junge Hundewelpe hat Julias geliebten Teddy Einhorn zerkaut. Er war ihr ständiger Begleiter und bester Tröster in der Not. Wie soll es jetzt ohne ihren unersetzbaren Lieblingsteddy weitergehen? Von ihren Eltern nicht wirklich verstanden, igelt sie sich in ihrem Bauhaus ein und versucht mit ihren Gefühlen irgendwie zurecht zu kommen.

Wie gut, dass Samba ein wahrer Freund ist und sich nicht abwimmeln lässt, sondern ihr verständnisvoll und mutmachend zur Seite steht.

Meinung
Heidi Troi hat in einfachen Worten wichtige Themen wie Verlust, Trauer, Gefühle, Hoffnung und Freundschaft in einer gut nachvollziehbaren Geschichte vereint, die auch schon junge Leser verstehen werden. Die wunderbaren, ausdrucksstarken Illustrationen von Renate Felderer machen es noch leichter beim Lesen. Sambas Verhalten, Julia durch ihren grauen, belastenden Tag zu helfen und Hoffnung zu machen, hat mir sehr gut gefallen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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Schwarze Tage mit ein bisschen Gold

Rezensionen von Wiener Bücherwurm:

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Mein Opa erzählt von Gerald Blaich

Ich hoffe das dieses Buch den ihm gebührenden Erfolg erhält!

„Mein Opa erzählt“ von Gerald Blaich hat mich von der ersten Seite an begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Die Familiengeschichte der Linzbauers im Weinviertel ist nicht nur spannend, sondern auch berührend und unglaublich menschlich erzählt, zugleich aber auch ein Stück österreichischer Geschichte.

Besonders beeindruckt hat mich, wie es dem Autor gelingt, große historische Umbrüche durch das Leben einer „ganz normalen“ Familie spürbar zu machen. Man merkt jeder Seite an, dass hier echte Erinnerungen und Erzählungen eines Großvaters die Grundlage bilden, das gibt dem Buch eine Wärme und Authentizität, die lange nachklingt.

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Mein Opa erzählt

Rezensionen von Ameland:

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Verstummte Narben: Thriller von Catherine Shepherd

Alte Wunden werden aufgerissen

Als die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz von Kriminalkommissar Florian Kessler, der auch ihr Lebensgefährte ist, zu dem Fundort einer toten Frau auf einem Friedhof gerufen wird, ahnt sie, dass dieser Mord etwas mit ihr zu tun hat. Ein Detail bei der Obduktion verstärkt ihre Vermutung und für sie beginnt eine albtraumhafte Zeit.

Bei den Thrillern von Catherine Shepherd ist immer Spannung und Rätselraten garantiert. So ist es auch bei diesem 10. Fall mit der sympathischen Rechtsmedizinerin. Schon der Prolog hat mich gepackt und mir Gänsehaut verursacht. Neben der Angst der Opfer konnte ich Julias Zerrissenheit nachempfinden. Einerseits wollte sie die nächste Frau retten und andererseits wollte sie sich ungern auf die Psychospiele des Mörders ihres Bruders einlassen, eine echte Zwickmühle. Immer wieder erschreckend finde ich öffentliche Sympathiebekundungen für Mörder. Verstehe einer z. B. die Frauen, die bereit sind einen Kindermörder zu heiraten. Mir ist das zu hoch.

Auch dieses Mal ließ mich Catherine lange zappeln bis die Katze aus dem Sack bzw. der Täter enttarnt war. Auch wenn ich inzwischen weiß, dass ihre Täter meist Nebenfiguren sind, hatte ich ihn nur kurz im Visier gehabt.

Als Fazit kann ich nur wieder schreiben, dass Catherine ihr Handwerk beherrscht und weiß wie sie ihre Leserschaft fesseln kann. Lesern dieses Genres kann ich diese Reihe nur ans Herz legen.

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Verstummte Narben: Thriller

Rezensionen von Vobabooks:

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Die weiße Nacht von Anne Stern

Eindrücklicher Nachkriegskrimi

„Die weiße Nacht“ von Anne Stern ist der erste Fall in der Krimireihe von Lou und König. Das Buch spielt im Dezember 1946 in Berlin. Die junge und eifrige Fotografin Lou stößt bei ihrer Motivsuche auf eine Leiche. Der brummige Kommissar König beginnt zu ermitteln - eine Ermittlung die auch in die Vergangenheit führt…
4.

5 ⭐️ Ein eindrücklicher Nachkriegskrimi - feinfühlig und authentisch geschrieben. Das Erzähltempo ist eher gediegen, dennoch spannend zu lesen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die damaligen furchtbaren Lebensumstände im eiskalten Winter sind samt Grauen, Nöten, Sorgen und Träumen sehr real beschrieben. Mitunter heftig zu lesen. Lou und König fand ich ein ungleiches Ermittlerduo, das sich irgendwie in der Not charmant ergänzt hat. Ich freue mich auf weitere Fälle der Beiden!

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Die weiße Nacht

Rezensionen von clematis:

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Saal 210 - Wenn Menschen morden von Hariett Drack

Vor Gericht

Wahre Verbrechensfälle im Portrait liefert Hariett Drack dem Leser ins Haus, ohne Aufputz und Drumherum schildert sie sachlich eine ganze Reihe an Morddelikten und Gerichtsentscheiden in anderen Streitsachen. Von skurrilen Momenten bis hin zum beklemmenden Atemanhalten ist hier alles dabei, was auch Staatsanwälten, Richtern und Zeugen täglich unterkommt.

In kurze übersichtliche Kapitel geordnet sammelt dieses Büchlein allerhand Kurioses und Unfassbares zusammen, da geht es um verheimlichte Schwangerschaften und Tötung des Neugeborenen genauso wie um einen Sack voller Leichenteile oder um extrem unterernährte Kinder und vergiftete Ehefrauen. Die Bandbreite zieht sich hin bis zum Nachbarschaftsstreit aufgrund von lauter Musik oder quietschenden Klodeckeln. Besonders erschütternd sind natürlich jene Fälle, in denen es um Kinder geht, aber auch alle anderen Geschichten sorgen für Erstaunen, wozu der Mensch fähig ist. Immer wieder stellt sich die Frage nach dem Warum, was führt dazu, dass jemand anderen Personen Leid antut oder sie gar tötet? Hätte man eine Tat verhindern können und wenn ja, wodurch? Niemandem wird Schuld zugewiesen, auch wenn da und dort ein Versagen von Behörden oder Institutionen augenscheinlich ist, aber oft sind es auch Bürokratie und Vorschriften, welche zu überwinden wären, denn nach Bauchgefühl alleine kann im Staat nicht gehandelt werden.

Interessante, abscheuliche und schier unglaubliche Szenen wechseln einander in rascher Folge ab, treffende Urteile und solche, die man vielleicht anders gefällt hätte, beenden jede einzelne Geschichte. Ein umfassender Einblick in den Gerichtssaal Kölns, wo sich diese Prozesse tatsächlich abgespielt haben.

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Saal 210 - Wenn Menschen morden

Rezensionen von Herwig Oberlerchner:

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Königin Esther von John Irving

Hard Rain in der Badewanne

Wie gerne John Irving im aktuellen Buch am Erfolg und Tiefgang seiner früheren Romane anknüpfen möchte, erkennt man schon daran, dass er Dr. Larch aus „Des Teufels Werk und Gottes Beitrag“ auferstehen lässt, den mittleren Teil des Buches nach Wien verlegt und wie immer seine Protagonist*innen in queer-verwirrenden Familienverhältnissen ihre Identität suchen lässt.

Es gibt wie gewohnt schräge Beziehungen, schräge Charaktere, schräge Lebensumstände. Soweit bewährte Zutaten und alte Rezepte. Neu hingegen eine mythologische Rahmenhandlung rund um Königin Est(h)er, die - nachzulesen im alten Testament - das jüdische Volk rettet. Esther, Tochter einer ermordeten Jüdin und im Buch adoptiert in die bunte Familie Winslow, gebiert die Hauptperson James Winslow, geht dann nach Israel und kämpft für ihr Volk, wo und wie deutet Irving nur an. James (Jimmy) versucht seine Geschichte zu entqueeren, reinszeniert sie aber in der eigenen Generation und bereitet die nächste Verwirrung vor. Die Herkunftsgeschichte seiner Tochter Vienna wird noch bizarrer. In den früheren Büchern Irvings konnte man mitfühlend und belustigt den humorvollen Sinn- und Identitätssuchen der Protagonist*innen folgen, jetzt bleibt einem oft das Lachen im Hals stecken, muss man an transgenerationale Traumata denken, an unreflektiertes Weitergeben von Schiefheilungen durch irritierte Menschen. Die Auswirkungen solcher Entwicklungsbedingungen verleugnet und bagatellisiert John Irving. Dieses Zulassen von allen konstruierten oder unbewusst entstandenen Eventualitäten wird metaphorisch dargestellt durch den von allen akzeptierten und über mehrere Kapitel angekündigten Durchfall des herumgereichtes Hundes Hard Rain während Gewitter in der Badewanne. Dazu kommt es aber Gott sei Dank nicht. James wird Schriftsteller, schreibt die Bücher John Irvings und hat großen Erfolg. Warum auch immer.

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Königin Esther