Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
3 Streuner und der sprechende Berg von Anja Fröhlich
tierisch gut
Klappentext/ Inhalt:
Die Streuner gehen zusammen durch dick und dünn, auch wenn sie knietief in der … äh, im Mist stecken. Wobei knietief für jeden etwas anderes bedeutet.
Schule für Menschenkinder? Aus Sicht der drei ehemaligen Straßenhunde King Kerl, Big Ben und Flirty eine sehr seltsame Einrichtung! Warum müssen Joy und ihre Freundinnen und Freunde denn die ganze Zeit stillsitzen? Wie gut, dass es eine Wohlfühlwoche gibt, zu der sie mitkommen dürfen.
Eigentlich war nur King Kerl eingeplant, aber zu dritt ist es natürlich viel lustiger. Außerdem können sie so besser herausfinden, warum dieser Junge mit dem Namen Pepe Joy so überhaupt nicht leiden kann.
Alle Abenteuer der 3 Streuner:
Band 1: 3 Streuner wittern das Abenteuer
Band 2: 3 Streuner und der sprechende Berg
Band 3: 3 Streuner werden Filmstars
Cover:
Das Cover ist sehr niedlich und liebevoll umgesetzt. Darauf sind drei Hunde und eine Schildkröte erkennbar. Wobei die Hunde etwas überrascht aussehen und die Schildkröte einen sehr aufgeweckten Eindruck macht. Optisch und farblich ist das Ganze sehr schön umgesetzt und auch der Wiedererkennungseffekt zum ersten Band ist hier erkennbar.
Meinung:
Es handelt sich hier um eine Fortsetzung, aber auch ohne den ersten Band zu kennen, findet man sich recht gut hinein, da die Bücher in sich mit einer eigenen Geschichte geschlossen sind. Band 1 war mir bekannt, aber schon ein Weilchen her und dennoch war ich schnell wieder im Geschehen.
King Kerl, Big Ben und Flirty begleiteten ihren Lieblingsmenschen Joy mit in die Schule, denn dort steht eine Wohlfühlwoche an. Was sie dabei alles erleben und herausfinden, das lest ihr am besten selbst.
Denn an dieser Stelle möchte ich noch nicht zu viel verraten und halten mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr locker, leicht und flüssig lesen. Man findet sich schnell in die drei Streuner hinein. Es wird aus Sicht von King Kerl in der Ich-Perspektive beschrieben, so bekommt man die Hundeeinblicke sehr gut mit und versetzt sich schnell in diese, was zudem auch sehr humorvoll und witzig herüber gebracht wird. Neben den 3 Streunern ist diesmal auch die Landschildkröte Schildegard mit von der Partie und kann so manche Weisheiten beitragen.
Schildegard habe ich gleich sehr lieb gewonnen und diese bereichert das tierische Trio zugleich mit ihrer tollen Art.
Die einzelnen Absätze und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge und lassen sich locker lesen. Durch die angenehme Kapitellänge wird ein guter Lesefluss ermöglicht. Die Anfänge der Kapitel ist sehr gut erkennbar. Gliederung und Gestaltung hat mir gut gefallen.
Die schwarz-weiß Illustrationen zwischendurch runden das Ganze sehr gut ab. Diese geben die beschriebenen Situationen gut wieder und veranschaulichen das Gelesene. Die Bilder setzen das Ganze sehr gut um und auch hier kann man den Charakteren ihre Emotionen und die entsprechende Stimmung gut ansehen. Die schwarz-weiß Bilder sind toll und passend umgesetzt.
Die Geschichte selbst ist super unterhaltsam und zugleich auch sehr kurzweilig. Man kommt gut voran. Auch Themen, wie Freundschaft, gegenseitige Achtung und Zusammenhalt werden hier mit eingebaut.
Fazit:
Ein tierisches Abenteuer mit liebenswerten Charakteren und spannendem Verlauf.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Evi Werkl:
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Pubertät inside
In „Himmel ohne Ende“ müht sich die 15-jährige Charlie durch die anstrengende, beängstigende und grundsätzlich furchtbare Zeit der Pubertät. Zu Beginn stellt sich die Hauptdarstellerin als typischer Teenager-Kaktus unserer Zeit dar, der mit seiner Wut und seiner Verschlossenheit alle – auch mich – zur Verzweiflung bringt und Nerven kostet.
Mit dem Verlauf der Geschichte kann man dem Mädchen quasi dabei zusehen, wie sie ihren Charakter, ihren Witz und Tiefgang zu entfalten beginnt.
Julia Engelmann beschreibt den ganz normalen Wahnsinn, alle Unsicherheiten und Sehnsüchte mit sehr viel Charme und einer wundervollen Sprache, die mühelos zwischen flapsig und poetisch wechseln kann. Die handelnden Figuren werden allesamt vielschichtig gezeichnet und früher oder später mit einem liebevollen Blick bedacht.
Insgesamt sehr unterhaltsam und auch berührend, lustig zu lesen, absolut zu empfehlen, besonders für Eltern mit pubertierenden Teenagern!
Rezensionen von lectrice:
Heart of the Damned - Ihr Versprechen ist sein Untergang von Julia Pauss
Dämonisch
Für mich muss ein gutes Buch nicht unbedingt ein gutes Cover oder gar einen Farbschnitt haben, aber hier hat mir beides sehr gut gefallen und so passend für dieses Buch, weswegen ich es lobend hervorheben möchte.
Auch der Klappentext macht schon richtig Lust auf das Buch: Dämonen und Gestaltwandler, eine Diebin, ein König und viele Geheimnisse - das ist eine bunte Mischung, die einen hier erwartet und das wurde auch so erfüllt.
Sowohl Scarlett als auch König Laurentius Highcross spielen anfangs definitiv nicht mit offenen Karten und es gibt viel mehr Geheimnisse, als man denkt.
Das Buch brauchte ein wenig, um Fahrt aufzunehmen, aber dann ging es richtig los. Die Lektüre hat mir Spaß gemacht und war überaus kurzweilig. Vor allem Scarletts Humor war klasse und hat mich so oft grinsen lassen. Ich mag es, wenn Fantasy sich nicht immer so super ernst nimmt und das ist hier der Fall.
Auf den Folgeband der Dilogie freue ich mich schon.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Katabasis von R. F. Kuang
Abstieg in die Hölle
R.F. Kuang ist für mich so eine Autorin, von der ich inzwischen alles lesen würde, einfach weil ihre Bücher immer wahnsinnig besonders sind. So auch wieder dieses Werk, es ist unbequem, teilweise wirklich fordernd und mit seiner pseudowissenschaftlichen Art nicht immer ganz leicht zu lesen. Aber ich mag diese Herausforderung echt gerne.
Das Buch hat vor allem zu Anfang einen ganz schön negativen und unangenehmen Touch, der maßgeblich zur Stimmung innerhalb der Geschichte beiträgt. Auch Protagonistin Alice ist keine Sympathieträgerin, aber das macht sie auch do unfassbar spannend. Sie ist (heraus)fordernd, hast schon selbstzerstörerisch und absolut starrköpfig. Auch auch unfassbar begabt, getrieben und aufopfernd. Man will unbedingt wissen, was sie ausmacht und bewegt.
Die Hölle selbst bzw. ihr Aufbau war ganz anders als von mir erwartet und ein bisschen hab ich mich mit diesem Konzept schwergetan, weil es manchmal etwas willkürlich wirkte und es mir schwerfällt, das nicht zu hinterfragen. Das Magiekonzept fand ich eigentlich ganz cool und auch die eingestreuten Fachtexte zu Anfang haben mir gut gefallen.
Am Ende ging es mir alles etwas zu schnell. Hier hätte ich mir gerne ein paar Seiten mehr gewünscht, ein bisschen mehr Reibung und weniger willkürliches Zufliegen der gesuchten Lösung. Das hat die vorherige Reise für mich ein bisschen ad absurdum geführt. Was mir aber richtig gut gefallen hat, das war die charakterliche Entwicklung, die Alice und Peter durchmachen.
Das Buch ist eine echte Wucht und ich müsste es vermutlich noch mindestens ein weiteres Mal lesen, um alles zu erfassen, was die Autorin hier für ihre Leser platziert hat. Von der Storyline her fand Ichs gut, was mich aber wieder völlig überzeugt hat, war der Schreibtsil. Innere Konflikte kommen gut zur Geltung, das Worldbuilding ist absolut heftig und ich mochte die gekonnten Wechsel zwischen nüchternen Betrachtungen und emotional aufgeladenen Reflexionen.
Das Buch lädt mit einigen interessanten Denkanstößen rund um die Themen Wert des Lebens/Tod und Wiedergeburt zum philosophieren und mitdenken ein und auch was das Unisetting und Alices ganz eigene Position an der Universität betrifft, ist das Buch eine geniale Basis für Reflexion und Diskussion.
Mochte es wieder richtig gerne.
Rezensionen von Cellissima:
Spookily Yours von Jennifer Chipman
Was für ein Reinfall!
Willow ist eine Hexe, die in Pleasant Grove lebt. Sie führt zusammen mit ihrer Schwester ein Café, ist aber traurig, weil ihre geliebte Katze vor einiger Zeit gestorben ist. Daher entscheidet sie sich eines Tages für eine neue Katze - eine schwarze, die sprechen kann und ein verzauberter Dämon ist.
Dem hat die Autorin den Damien gegeben - das allein hätte mich schon stutzig werden lassen sollen, was das (nicht vorhandene) Niveau dieser Geschichte betrifft ...
Sie verwandelt ihn zurück in einen Menschen, und natürlich ist das ihr absoluter Traummann, Willow Damiens absolute Traumfrau, der Inhalt besteht schon nach wenigen Seiten eigentlich nur noch daraus, dass die beiden unentwegt Sex miteinander haben an allen möglichen und unmöglichen Orten, unsterblich ineinander verliebt sind, sofort heiraten wollen und so weiter und so fort ...
Wie gesagt, schon die Tatsache, dass ein Dämon Damien heißt, hätte mich warnen sollen. Schon da hätte ich die Finger von diesem Buch lassen sollen. Ich habe es leider nicht getan - und es bereut.
"Spookily Yours" ist wirklich mit großem Abstand DER Reinfall des Jahres für mich, und ich bin absolut sicher, dass kein Buch das noch toppen kann ...
Stil und Sprache der Autorin sind absolut simpel. Immerhin liest sich die Geschichte dadurch schnell, so dass man nicht allzu viel Zeit damit verschwendet.
Die ersten Seiten fand ich noch süß, die Atmosphäre nett - aber dann wurde es unfassbar schnell unfassbar schlecht. Ich wollte das Buch mehrmals abbrechen.
Es gibt so viele Kritikpunkte ... etwa das fehlende Niveau, die fehlende Handlung. Die Figuren sind auch überhaupt nicht ausgereift.
Damien hat mich sehr schnell unglaublich genervt. Gefühlt jeder zweite Satz von ihm beginnt mit dem Wort fuck, sowohl beim Sex als auch sonst. Das kommt beim Leser nicht gut an, sondern bewirkt das genaue Gegenteil, ist einfach nur nervig und zum Fremdschämen.
Spicy Geschichten können nett sein - wenn es im Rahmen bleibt. Hier ist es einfach ausgeufert, war too much, völlig unpassend, völlig konstruiert, zum Fremdschämen und/oder sogar etwas eklig, etwa wenn er seine Körperflüssigkeiten in sie zurückschiebt.
Es hat alles einfach überhaupt nicht gepasst.
Auch sonst gab es Widersprüche, etwa auf S. 157. Willow hat noch nie ohne Komdom mit jemandem geschlafen, hatte schon ewig keine Beziehung mehr, nicht mal ein Date - nimmt dann aber die Pille?! Natürlich ist damit alles perfekt, sie können sofort Sex miteinander haben, der ersten heißen Szene steht nichts mehr im Wege ...
-Mal abgesehen davon, dass das auf mich total widersprüchlich, konstruiert und unglaubwürdig wirkte, sehe ich es vor allem auch deshalb sehr kritisch, weil das gerade für junge Leserinnen alles andere als ein gutes Vorbild ist ...
Damiens Verwandlung funktioniert so schnell, dass man sie kaum mitbekommt. Sie schwafeln viel zu schnell von Liebe und Heirat.
Wie gesagt, ich könnte noch lange weitere Kritikpunkte aufzählen.
Es hätte wenigstens eine nette Geschichte für den Herbst und gerade auch für Oktober und Halloween sein können, aber es ist einfach nur ein absoluter Reinfall und die Verschwendung wertvoller Lesezeit.
"Spookily Yours" ist leider eines der wenigen Bücher, die ich beim besten Willen nicht empfehlen kann und will, sondern von denen ich nur abraten kann.
Schade, da ich die Bücher aus dem HarperCollins-Verlag bisher eigentlich ohne Ausnahme toll fand. Hoffentlich war das nur ein Ausreißer ...
Rezensionen von Claudia R.:
Finale von Friedrich Kalpenstein
humorvoll
Klappentext / Inhalt:
Ein neuer Herbert-Roman von Kindle-#1- und BILD-Bestsellerautor Friedrich Kalpenstein
»Spieglein, Spieglein an der Wand – wer ist das beste Grillteam im Land?«
Diese Frage stellt sich Herbert, nachdem er sich und seinen Kumpel Hans bei einer Meisterschaft angemeldet hat.
Wie schön wäre es, sich nur darauf konzentrieren zu können. Doch die Realität sieht anders aus. Das Leben stellt ihn vor große Herausforderungen. Lehrer, die in seinem Sohn Oskar großes Potenzial sehen, das gilt, gefunden zu werden. Neue Nachbarn, die seine Frau Anja dazu anstacheln, das Maximum an einem nachhaltigen Zuhause herauszuholen. Und nicht zuletzt ein Kater, der eigentlich ein Hund hätte werden sollen. Und der nun mit dem Vorzeige-Vierbeiner der neuen Nachbarn in direkter Konkurrenz steht.
Einmal mehr zieht Herbert in den Kampf gegen seine Alltagsgegner und beweist, dass es auch fernab seines Grills ordentlich heiß hergehen kann.
Cover:
Ein Mann am Grill und eine Katze daneben stellen die Situation gut dar. Die grell leuchtende Farbe des Hintergrundes zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Optisch und farblich ist es toll umgesetzt und der Wiedererkennungseffekt zu den anderen Bänden und Covern der Reihe ist gut erkennbar.
Meinung:
Es handelt sich hier zwar um den achten Band der Reihe, aber man kann hier auch durchaus quer einsteigen, da die Geschichten in sich recht abgeschlossen sind und man sich auch hier sehr schnell und gut hineinfindet.
Herbert ist schon so ein Typ für sich und die Situationskomik wird hier klasse umgesetzt und dargestellt. Ein toller Roman, nicht nur für Grillfans, sorgt hier für locker leichte und humorvolle Unterhaltung.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr locker, gut und flüssig lesen. Der Autor war mir bereits durch seine anderen Reihen und Bücher bekannt. Die Herbert-Reihe hingegen war mir neu. Anfangs brauchte ich ein wenig, um mit den Charakteren Bindung einzugehen, aber dies ging dann doch recht schnell und so habe ich diese dann auch lieb gewonnen.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine angenehme Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Auch der Humor kommt hier keineswegs zu kurz und die Beschreibungen sind bildlich und gut vorstellbar erläutert. Alltags- und Situationskomik werden hier gut eingebunden. Die Kapitelanfänge sind gut erkennbar und die wähl der Überschriften ist passend und macht neugierig auf mehr, ohne dabei zu viel zu verraten.
Die Geschichte selbst lebt vom Moment und den Charakteren. man wird gut unterhalten, jedoch können mich die Salute- und Prost-Reihe mehr überzeugen.
Fazit:
Humorvolle Unterhaltung für Zwischendurch.
Rezensionen von Emmmbeee:
Der Krabbenfischer von Benjamin Wood
Muss es wie im Gestern bleiben?
Zwei Tage lang sind Lesende mit Thomas Flett auf Krabbenfang unterwegs. Er lebt wie in einer Traumwelt, zuckelt mit Pferd und Karren so dahin und achtet lediglich auf die gefährlichen Sandlöcher. Das alles ohne langes Nachdenken, kritisches Hinterfragen oder höhere Wünsche, in sich zurückgezogen, zufrieden und bescheiden.
Von seiner Mutter lässt er sich herumscheuchen, um des Hausfriedens willen. Erst ein angereister Regisseur, der sich wegen seiner Filme für Toms Arbeit interessiert, öffnet ihm das Fenster in eine andere Welt. Wie wäre es dort draußen? Was für Möglichkeiten gäbe es dort für ihn? Muss denn wirklich alles so bleiben wie zur Zeit von Grandpa?
Ein nahegehender Roman, verfasst in schöner stimmungsvoller Sprache. Ich kann die widerstreitenden Gedanken des jungen Mannes sehr gut nachvollziehen, und die Geschichte ist so gut erzählt, dass ich mich mittendrin befand.
Dreimal begleiten wir Thomas in den sandigen Meeresstrand hinaus, und jedes Mal ist das entsprechende Kapitel mit Erstes Niedrigwasser, Zweites und dann nochmals Erstes Niedrigwasser überschrieben: eine Besonderheit.
Der Autor verzichtet auf Drive, der hätte hier nur gestört. Er lässt dem Handlungsfluß seinen Lauf, ähnlich der sanften Brandung des Meeres gegen die flache Sandküste. Vergleichbar auch der Gangart des angeschirrten Pferdes. Dass der Roman in der Gegenwart geschrieben wurde, verstärkt noch den Eindruck der Entschleunigung.
Die Story lässt dem Leser ein Open End, und das ist gut so, denn auf diese Art bleibt Raum für eigene Gedanken und selbstständiges Weiterführen eines möglichen weiteren Weges. Was aber etwas mühsam war: Über viele Strecken liest es sich etwas zäh, zudem wird mit optischen Auflockerungen sehr sparsam umgegangen.
Das Cover wirkt so, wie die Atmosphäre geschildert ist, dämmrig, verregnet, nass und kalt. Ich habe beim Lesen gefröstelt. Meine Empfehlung deshalb: Bei einer heißen großen Tasse Tee lesen! Das Werk als einen literarisch-poetischen Spaziergang betrachten, mit Pausen lesen, vielleicht abwechselnd mit einem spannenden Roman?
Rezensionen von Ameland:
GRRRIZZLY von Hervé Le Goff
Ungleiche, aber gute Freunde
Schon auf dem Cover begegnen uns die ungleichen Freunde. Der missmutige Grizzly stapft über die Blumenwiese, während der quirlige und gut gelaunte Waschbär vorneweg läuft. Letzterem fallen viele Tätigkeiten ein, die man an einem so herrlichen Sommertag machen kann. Der Grizzly hat an allem etwas auszusetzen, macht aber mit und merkt dann wie schön es doch ist.
Ist wie bei uns Menschen, erst etwas unwillig nörgeln und am Ende froh sein, es getan zu haben. Manchmal muss man zu seinem Glück überredet werden.
Toll wie das Buch fast ganz ohne Text auskommt und die Bilder für sich sprechen. Die Illustrationen sind in kräftigen Farben und eher minimalistisch gehalten, dadurch lenken sie nicht von der Aussage der Bilder ab.
Ein tolles Bilderbuch über Freundschaft zweier unterschiedlicher Figuren, bei dem ich immer wieder schmunzeln musste.
Rezensionen von bus:
Das Lied des Vogelhändlers von Ralf H. Dorweiler
Eine aufregende und spannende Zeitreise!
Was für ein fesselnder und unterhaltsamer Roman über Kreuzritter, Minnesang und einen herzlosen Verrat!
Der Autor nimmt seine Leser mit in längst vergangene Zeiten um 1190. Wir lernen Walter von der Vogelweide kennen, gehen auf Kreuzzug und bekommen Einblicke in die Welt der Vogelhändler.
Erzählt wird anfangs aus zwei verschiedenen Perspektiven und Zeiten, bis beide Stränge zusammenlaufen.
Franziska von Hellenau und der Vogelhändler Wigbert spielen neben ein paar anderen Figuren die Hauptrollen dieser Geschichte. Beide sind interessante Charaktere und haben mich gleich in ihren Bann gezogen. Es war aufregend sie zu begleiten und mit ihnen die damalige Zeit gemeinsam zu erleben.
Der Autor hat einen tollen Schreibstil, der einen direkt mitnimmt und Bilder im Kopf zaubert. Die Einbindung realer Personen und Geschehnisse in diesem fiktivem Roman ist gut gelungen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, einiges an Wissen vermittelt und aufregende Lesestunden beschert.
Es ist eines von denen, die ich auf jeden Fall später noch einmal lesen werde!
Rezensionen von Kwinsu:
Öffnet sich der Himmel von Seán Hewitt
Liebe ohne Kitsch
James kämpft als schwuler Teenager mit dem engen Korsett eines nordenglischen Dorfes. Nach seinem Outing zieht er sich zurück und macht sich selbst zum Außenseiter. Getragen durch seine Fantasie, ändert sich alles, als er den eigenwilligen und störrischen Luke kennenlernt. Mit ihm erlebt er das erste Mal, was es heißt zu lieben, auch wenn er nicht weiß, ob Luke seine Gefühle erwidert.
Ich kann nicht umher, "Öffnet sich der Himmel" als literarische Wucht zu bezeichnen. Seán Hewitt haucht seinem Protagonisten so viel Begehren, Unsicherheit, Verlangen, sozialisierten Anstand ein, dass ich mehrere Tage nach Beenden des Buches immer noch in James' Gefühlswelt gefangen bin. Der Autor erzählt die Geschichte ohne pathetisch zu sein und frei von jedem Kitsch, zudem ist es auch vollkommen egal, wem seine Liebe gilt, denn sie ist vollkommen. Zugegebenermaßen sind James' Gedanken und Reflexionen fast zu reif für einen Teenager, jedoch bettet Hewitt das Erzählte in eine Rückschau aus Erwachsenensicht - der nunmehr erwachsene James kehrt Jahre nach dem Geschehen in die Ortschaft zurück und schildert so das Jahr, das ihn für immer verändert hat - und wird somit authentisch.
Die Sprache des Erzählers ist dicht und eindringlich, oft habe ich beim Lesen vergessen zu atmen. Mitunter hat der Text seine Längen und das Fortkommen scheint zäh und langsam, allerdings sind die Worte so gesetzt, dass jedes Einzelne seinen treffsicheren Platz hat, nichts erscheint unnötig, um einen in die Gefühlswelt hineinzuversetzen. Andererseits beherrscht der Autor auch nachhaltige Bilder zu erzeugen, die wohl dauerhaft im Kopf verweilen werden. Ganz nebenbei, aber natürlich, wird auch das Thema Armut angesprochen und wie es sich auf das Leben eines Teenagers auswirkt.
Mein Fazit: "Öffnet sich der Himmel" ist ein beeindruckend authentisch erzählter Roman über die erste und prägendste Liebe, die all ihre Fassetten - von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt - durchspielt, ohne dabei kitschig zu sein. Den Protagonisten lernt man dabei so gut kennen, dass es fast schade ist, nicht mehr aus dem weiteren Verlauf seines Lebens zu erfahren. Die stellenweisen Längen sind nicht störend, sondern unterstreichen die Authentizität des Protagonisten - eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich in die Gefühlswelt eines Teenagers mitreißen lassen wollen.











