Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Reiseweise:
Im Leben nebenan von Anne Sauer
Zum Nachdenken
Zwei Versionen derselben Frau erleben zwei Versionen ihres Lebens - zum einen Toni, deren Kinderwunschbehandlungen sie zweifeln lassen, ob sie das wirklich alles so will und zum anderen Antonia, in deren Leben Toni plötzlich aufwacht: Als Mutter eines kleinen Babys, mit der Jugendliebe verheiratet und im spießigen Dorf geblieben.
Beide, Toni und Antonia, hadern mit ihren Lebensversionen, sie erleben Momente des Glücks und der Leichtigkeit ebenso wie Momente der Überforderung und der Frage, was sie eigentlich wollen vom Leben. Vor allem begegnen sie immer wieder Situationen, in denen andere von ihnen verlangen, sich zur Mutterschaft zu verhalten, eine Rolle anzunehmen und gefälligst genau zu wissen, wie man sich verhält, obwohl sie das nicht wollen oder können.
Sprachlich geschickt und zum Nachdenken anregend ist dies ein Debutroman, den auch auf jeden Fall Männer lesen sollten, zumal Bücher zu diesem Thema aus Männerperspektive vollständig fehlen.
Rezensionen von Sonne89:
Einschlafrituale für dein Kind von Ksenija Rodos
Chakra, Aura und Achtsamkeit
Achtsamkeit ist meiner Meinung nach etwas, was sich auch Kinder gut aneignen können und den Alltag entschleunigt – das wird in der heutigen Zeit immer wichtiger, da das Stresslevel steigt.
Ksenija Rodos leitet durch das Buch, indem sie die verschiedenen Schlafphasen vorstellt, die Bedeutung des Schlafes aufzeigt und Rituale vorschlägt die beim einschlafen helfen können.
Das Buch ist für Eltern von Kindern von 0 bis 10 Jahren ausgelegt.
Zuerst hat mich das Buch sehr begeistert, da ich die Infos zum Schlaf wissenschaftlich fundiert als sehr wertvoll erachte.
Im Booklet befinden sich noch Affirmationskarten zur Stärkung, sowie Atemübungen. Außerdem befindet sich im Buch noch ein QR-Code mit dem man kostenfreie Meditationen anhören kann.
Insgesamt muss ich aber sagen, dass mir das Buch zu spirituell ist. Es wird auf den Energieaustausch zwischen Eltern und Kind, die Aura und Ängste eingegangen. Beispielsweise soll man seine Energie reinigen, bevor man das Baby ins Bett bringt.
Ich finde es durchaus sinnvoll Atemübungen zu machen, um Ruhe rein zu bringen und selbst runter zu fahren. Nur die Art, wie hier dieses runterkommen aufgezeigt wird (z.B. 10-15 Minuten meditieren am besten ohne Baby, notfalls auch mit oder mit 6-10 Jahren ein Dankbarkeitstagebuch zu führen), ist nicht wirklich mein Thema, für mich schwer umsetzbar und konnte mich auch nicht abholen. Für Familien mit mehr als einem Kind nicht so leicht umzusetzen.
Gut finde ich, dass die Einschlafrituale altersmäßig unterteilt wurden 0-2 Jahre 2-4 Jahre, 4-6 Jahre, 6-10 Jahre.
Allerdings hätte ich mir auch hier mehr Inspirationen erwartet in praktischer Sicht und weniger spirituell, bzw. besser durchgemischt.
Die Autorin ist unter anderem Expertin für Energie- und Chakraverteilung und das merkt man dem Buch sehr an.
Rezensionen von praja:
Zeitbrand: Genesis von Eryx Vail
Eine unfassbar düstere Fantasy!
Also ich bin ehrlich, ich hab nicht mit dem gerechnet, was ich da gelesen habe.
Das Buch ist wirklich gut geschrieben. Der Schreibstil passt perfekt zum düsteren Setting.
Man steigt hier in eine Welt ein, in der Krieg herrscht zwischen 2 Nationen. Ein Krieg der auf einen Glauben und die Schöpfung selbst gestützt wird und damit auch gerechtfertigt wird.
Und dieser Glauben wird auf beiden Seiten des Krieges durch Gewalt und Perversion gerechtfertigt. Auf jeder einzelnen Seite wird man daran erinnert, dass beide Nationen der Schöpfung entsprechend unterschiedlichen Philosophien dienen und nach diesen leben.
Dem Glauben, dass alles im Leben einen Wert hat und man Dinge mit Zahlen und Formeln kalkulieren kann.
Und auf der anderen Seite dem Glauben an Gemeinschaft und daran, dass man immer füreinander einstehen muss.
Tja... mag ja jetzt nicht so schlimm klingen, aber in den Köpfen der Menschen hat sich eine derartig verdrehte Version dieser Glaubenssätze abgebildet um ihren Durst nach Macht zu stillen, dass es mich zwischendurch schon echt geschüttelt hat.
Jede Seite voller Gewalt, Tod, Misshandlungen, den leiden des Krieges, Selbstgefälligkeit und Machtgier.
Zwischendurch hätte ich das, was ich da gelesen habe, gerne als Fiebertraum eines ominösen Sektenmitglieds beschrieben. Denn holy moly, diese Szenarien teilweise und vor allem diese Bestrafungsmethoden hätte ich mir eher in irgendwelchen Kellern eben solcher ominöser Sekten vorstellen können, aber nicht auf Marktplätzen und gesellschaftlich anerkannt.
Over all, ist dieses Buch wirklich gut geschrieben und ich will das dem Autor auch nicht nehmen. Man hat sich einfinden können, wurde auf jeder Seite an die Zustände da erinnert und an das, was Glauben aus Menschen machen kann und man hat nicht aus den Augen verloren, um was es da eigentlich geht. Keine Sekunde dieses Buches.
Aber es war halt einfach nicht mein Buch - nicht mein Thema. Wirklich nicht.
Deshalb bitte nehmt nicht meine Sternewertung als ausschlaggebenden Faktor, sondern das, was ich schreibe.
Rezensionen von Piet1990:
Flapp lernt fliegen von Lu Fraser
Mutig werden ist gar nicht so schwer
„Flapp lernt fliegen“ ist ein Bilderbuch, das mich sofort begeistert hat. Schon das Cover mit der kleinen Fledermaus, die neugierig und gleichzeitig etwas unsicher schaut, macht Lust aufs Aufschlagen. Die Illustrationen sind durchweg liebevoll, farbenfroh und kindgerecht, ohne überladen zu wirken – genau die richtige Mischung, um auch beim mehrmaligen Vorlesen Freude zu bereiten.
Die Geschichte von Flapp ist simpel, aber sehr wirkungsvoll: eine kleine Fledermaus, die sich nicht traut, loszufliegen, und Schritt für Schritt den Mut dazu findet. Gerade diese Kombination aus Angst, Unterstützung und schließlich Erfolg ist für Kinder leicht nachvollziehbar und macht das Buch zu einer echten Mutmach-Geschichte.
Mir gefällt besonders, dass die Botschaft nicht mit erhobenem Zeigefinger kommt, sondern spielerisch vermittelt wird: Selbstvertrauen und kleine Schritte führen ans Ziel. Der Text ist klar und eingängig, perfekt zum Vorlesen, und gleichzeitig warmherzig genug, dass auch Erwachsene sich angesprochen fühlen.
Rezensionen von Anja:
Kinder von fern von Martine Letterie
Wichtiges, aber auch bedrückendes Buch
Im Nachwort beschreibt die Autorin, wie sie regelmäßig mit Schulklassen über ihre Bücher zum Zweiten Weltkrieg spricht. Der Auslöser für „Kinder von fern“ waren Kinder in diesen Klassen, die selbst Krieg erlebt haben und vor Krieg geflohen sind.
Und so erzählt das Buch die Geschichte von 4 Kindern, 2 aus Syrien, 2 aus Afghanistan, die ihre Heimat verlassen mussten und dabei nicht nur ihr Hab und Gut verloren haben, sondern teilweise auch Familienangehörige zurücklassen mussten.
Mehrere Kapitel zu jedem Kind geben zunächst einen kurzen Einblick zum Leben in ihrem Herkunftsland, bevor die unterschiedlichen Fluchtgründe und -wege mit ihren Zwischenstationen geschildert werden. Alle Geschichten enden zunächst irgendwo auf dem Weg und bleiben damit erstmal offen.
Im letzten Drittel des Buches gibt es dann zu jedem der Kinder nochmal wenige Seiten, die ihr späteres Leben in Flüchtlingsunterkünften in den Niederlanden beschreiben, mit ihren Hoffnungen, Wünschen, aber auch mit den allgegenwärtigen Ängsten, Traumata und Gedanken an die Zurückgelassenen. Mit der Ankunft in einem sicheren Land ist ihre Reise noch lange nicht vorbei…
Ein wichtiges Thema für ein Kinderbuch, nicht nur um diesen Kindern eine Stimme zu geben, sondern auch um deutschen Kindern einen Eindruck zu vermitteln, was ihre neuen Mitschüler:innen erlebt haben könnten, aber vielleicht noch nicht erzählen können oder wollen. Oder einfach, um für das Thema zu sensibilisieren, über andere Länder und Kulturen zu informieren und einen Blick über den eignen Tellerrand zu schaffen.
Die Sprache ist einfach und kindgerecht gehalten, während es das Thema nicht immer ist: die Kinder erleben Bombenangriffe mit, ein Vater wird gefoltert, ein Geschwisterpaar nimmt den Weg übers Mittelmeer, ohne schwimmen zu können. Die Schrecken und Beklemmungen schwingen durchweg mit, auch wenn sie nicht immer explizit benannt werden. Nicht nur auf dem Weg, sondern beispielsweise auch wenn die Familien in den Niederlanden erstmals Silvester erleben und zu den Geräuschen ganz eigene Assoziationen haben.
Das Buch enthält viele farbige Illustrationen, teilweise doppelseitig, teilweise kleine Bilder im Text, die farbenfrohe, traditionelle Gewänder zeigen, aber mit teils düsteren Zeichnungen auch das Geschehen auf der Flucht unterstreichen.
Fazit
Ein wichtiges Thema, eindringlich, und dennoch sensibel kindgerecht umgesetzt.
Rezensionen von Piet1990:
Lázár von Nelio Biedermann
Sprachgewaltig & atmosphärisch
„Lázár“ hat mich sofort durch seine besondere Sprache und Atmosphäre in den Bann gezogen. Nelio Biedermann erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie über mehrere Generationen hinweg – von den goldenen Zeiten über Kriegsjahre bis hin zum Zerfall. Mich hat beeindruckt, wie poetisch und zugleich eindringlich er schreibt.
Gerade in der ersten Hälfte fand ich die Mischung aus Familiensaga, historischem Hintergrund und fast märchenhaften Elementen unglaublich stark.
Das Cover mit dem Schimmel passt für mich perfekt: edel, geheimnisvoll, ein Symbol für Tradition und Macht, die langsam bröckeln. Es fängt die Stimmung des Romans sehr gut ein.
Besonders berührt hat mich Lajos’ Kindheit, in der schon viel von der späteren Tragik spürbar ist. Biedermann gelingt es, mit wenigen Bildern eine ganze Welt entstehen zu lassen. Allerdings muss ich sagen, dass die zweite Hälfte für mich nicht mehr ganz die gleiche Kraft hatte. Manche Passagen wirkten fragmentarisch, die Episoden verloren etwas an Spannung, und ich hatte stellenweise Mühe, die gleiche Intensität wie zu Beginn aufrechtzuerhalten.
Trotz dieser Schwäche bleibt der Gesamteindruck stark. Für einen so jungen Autor ist es bemerkenswert, wie sicher er mit Sprache und Atmosphäre umgeht.
Fazit:
Ein außergewöhnliches Debüt, das viel Mut und literarisches Talent zeigt. Wer große, sprachlich dichte Familiengeschichten mag und sich auch auf mystische Zwischentöne einlassen kann, sollte „Lázár“ unbedingt lesen. Nicht alles wirkt perfekt ausgearbeitet, aber die poetische Wucht des Textes bleibt im Gedächtnis.
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Die Tage im Café Torunka von Satoshi Yagisawa
Begegnungen im Café Torunka
Ähnlich wie schon in den anderen Büchern von Satoshi Yagisawa, die sich um die Buchhandlung Morisaki drehen, geht es auch in diesem Roman um besondere Begegnungen zwischen Menschen, die einander prägen, ihre Leben nachhaltig beeinflussen und einander tief im Herzen bewegen.
Der Autor bleibt sich in seinem Erzählstil treu und so besteht auch dieses Buch aus Einzelgeschichten, die sich in und um das Café abspielen.
Ich muss sagen, dass ich dieses mal nicht die selbe Verbindung aufbauen konnte, wie bei der Buchhandlung. Denn obwohl es ein paar Kaffeeweisheiten/ Cafébezüge gab, rückte das ganze derart in den Hintergrund, dass es für die Handlung kaum eine Rolle spielte.
Ich fand auch den Ton der Geschichten eher melancholisch, es sind Geschichten von Schmerz und Reue, Wut und Bitterkeit. Es entsteht zwar immer auch etwas positives aus diesen Begegnungen, aber trotzdem drückten die Geschichten mir ziemlich aufs Gemüt. Vielleicht hat mich das Buch in der falschen Stimmung erwischt aber Stand jetzt würde ich auch keinen zweiten Leseanlauf starten, da mich dir Handlung auch sich einfach nicht erreicht hat.











