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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von DoraLupin:

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Das Lied des Vogelhändlers von Ralf H. Dorweiler

Mitreißender historischer Roman mit interessanten Charakteren

Bereits als ich den Klappentext zu dem Buch gelesen habe, war ich Feuer und Flamme dafür, denn ich lese sehr gerne historische Romane, die auch mit interessanten Charakteren unterhalten. Und ich muss sagen, dass ich wirklich gut von dem Roman unterhalten wurde. Ich kannte den Autor bereits von einem anderen historischen Roman, aber dieser hier hat mir sogar noch einen Tick besser gefallen!

Die Geschichte führt den Leser ins Jahr 1190.

Auf dem dritten Kreuzzug rettet die heilkundige Franziska von Hellenau das Leben des Markgrafen von Baden. Als sie zehn Jahre später aus dem Heiligen Land in die Heimat zurückkehrt, richten die Söhne des Kreuzritters gerade ein großes Turnier aus. Auch der Vogelhändler Wigbert ist angereist. Er hat seltenes Gefieder im Gepäck und hofft darauf, mit den reichen Gästen gute Geschäfte zu machen. Minnesänger Walther von der Vogelweide hat als Gesandter des Königs jedoch anderes mit ihm im Sinn: Wigbert soll helfen, einen gefährlichen Spion zu entlarven. Zusammen mit Franziska stellen sie sich lebensgefährlichen Ränken und einem undurchsichtigen Machtkampf entgegen. Es geht um nicht weniger als den Sturz des Königs.

Anfangs hatte ich etwas Sorge nachdem ich das Personenregister gesehen habe, die ganzen Charaktere, die nach und nach eingeführt wurden, zuzuordnen. Doch ich habe bald gemerkt, dass dies kein Problem war und ich habe richtig mit den Personen mitgefiebert.

Toll fand ich, dass die Geschichte aus der Sicht mehrerer Personen erzählt wird, denn so konnte man das Denken und Handeln der Einzelnen noch besser nachvollziehen. Dabei gab es sympathische Personen, mit denen ich mich identifizieren konnte, aber auch solche, die ich ziemlich verabscheut habe.

Die Story selbst blieb die ganze Zeit immer sehr spannend und interessant. Die historischen Aspekte wurden immer gekonnt in die Handlung integriert und haben ein wirklich tolles Bild der damaligen Zeit geboten. Lebendig und ungeschönt wird über das Zeitalter berichtet und ich durfte einiges dazulernen. Es gab auch immer wieder überraschende Wendungen und am Ende wurde die Spannungsschraube dann richtig nach oben gedreht. Schade, dass das Buch nun zu Ende ist. Ich kann das Buch weiterempfehlen, denn es ist unterhaltsam, aber auch lehrreich hinsichtlich der damaligen Zeit. Ich vergebe gute 4,5 von 5 Sternen dafür.

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Das Lied des Vogelhändlers

Rezensionen von jori1020:

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Vorsehung von Liane Moriarty

Ein interessantes Gedankenexperiment

Eigentlich beginnt alles wie ein ganz normaler Flug, abgesehen von der mehrstündigen Verspätung. Doch plötzlich steht Cherry Lockwood, eine auf den ersten Blick unscheinbare ältere Dame, auf und geht durch die Reihen. Sie offenbart jedem einzelnen Passagier nicht nur den Tag seines Todes, sondern auch die Ursache.

Die Prämisse ist ebenso originell wie verstörend und zwingt einen beim Lesen unweigerlich dazu, über das eigene Leben nachzudenken: Was würde man mit solch einer Prophezeiung anfangen? Genau um diese Frage kreist der Roman, indem er die sehr unterschiedlichen Reaktionen der Mitreisenden nachzeichnet.

Es entfaltet sich eine spannende, stellenweise aber etwas langatmige Geschichte, die sowohl die unmittelbaren Konsequenzen als auch Cherrys Vergangenheit beleuchtet. Manche Themen werden mit Tiefgang verhandelt, manches bleibt an der Oberfläche und durch die häufigen Perspektivwechsel wirken einige Figuren etwas schemenhaft. Doch das Ende entschädigt: geschickt verknüpft, voller überraschender Wendungen und mit Raum für Ungewissheit.

Der Roman liest sich insgesamt leicht und flüssig, verbindet Humor mit ernsten Tönen und wechselt gekonnt zwischen Spannung und Nachdenklichkeit. Sprachlich gibt es viele schöne Passagen, auch wenn die wörtliche Rede manchmal schlicht wirkt. Alles in allem eine kluge und unterhaltsame Geschichte, die allerdings auch mit etwas weniger Umfang nicht an Wirkung verloren hätte.

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Vorsehung

Rezensionen von Sorko:

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Rabenthron von Rebecca Gablé

Die Sanftmütigen besitzen das Erdenreich sicher nicht...

Es geschah vor rund tausend Jahren. England stand vor großen Umbrüchen. Die Dänen überfielen das Land, ein unfähiger König fand kein Mittel gegen die Eindringlinge. Ǣthelred zahlte ihnen hohen Tribut, den er vorher seinem unterdrückten Volk abgepresst hatte, damit die Überfälle aufhörten. Die Dänen nahmen das Geld, doch die Überfälle hörten nicht auf.

Als 1013 schließlich der Dänenführer Sven Gabelbart mit einer größeren Anzahl von Wikingern anrückte, konnte er den Thron relativ mühelos erobern, König Ǣthelred floh in die Normandie, die Heimat seiner jungen Frau Emma. Doch Gabelbart konnte sich an seinem Erfolg nicht lange erfreuen, er starb schon kurze Zeit nach seiner Thronbesteigung. Nach dänischer Sitte sollte sein Sohn Knut im nachfolgen. Aber die Engländer wollten lieber wieder einen englischen König, also holten sie Ǣthelred zurück und setzten ihn erneut ein. 1016 starb Ǣthelred, sein Sohn Edmund Eisenseite wurde sein Nachfolger. Der kämpfte gegen Knut, der immer noch am englischen Thron interessiert war, und er konnte sich zunächst behaupten. Allerdings wurde er kurze Zeit später brutal ermordet. Nun kam Knut, den man später zurecht „den Großen“ nannte, doch noch zu seinem Thron.

Soweit der historische Rahmen, in den Rebecca Gablé eine fiktive Geschichte einwebt. Dabei hält sie sich an die belegten Fakten der Geschichtsschreibung, auch im weiteren Verlauf bis hin zum Jahr 1041. Die fiktive Story beginnt in Helmsby 1013, als der Neffe des Thane gegen den Willen seines Onkels mit einem gefangenen Dänen nach Süden aufbricht, um seinen Gefangenen bei der Obrigkeit abzuliefern. Mehr zufällig landen die beiden, die inzwischen Freunde sind, beim englischen Königshaus und lernen Ǣthelred und seine Frau Emma kennen. Und so werden sie in die historischen Gegebenheiten mit hineingezogen. Es entstehen dramatische Verwicklungen, die für die Beteiligten nicht immer vorteilhaft sind.
Zu lesen ist von fabelhaften Abenteuern an Land und in der Luft, und von brutalen Morden, die tatsächlich so passiert sind. Es bleibt spannend bis fast zum Schluss des Buches. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und mitreißend, die einfühlsamen Darstellungen lassen das englische Mittelalter vor dem Auge des Lesers entstehen. Das kann Rebecca Gablé wirklich sehr gut.

Mit der fiktiven Geschichte konnte ich mich allerdings nicht so ganz anfreunden. Der Held, Ǣlfric of Helmsby, ist ein guter Mensch. Und ein guter Vater. Aber für meinen Geschmack ist er etwas zu gut. Das hätte ihn mehr als ein Mal beinahe sein Leben gekostet. Gerettet wird er fast nie durch sein eigenes Handeln, sondern durch das entschlossene Handeln anderer Personen. Aus meiner Sicht schwer nachvollziehbar, dass sich ein Mensch wirklich so verhalten würde.

Die historisch überlieferte Geschichte weist in diesem Buch noch eine weitere Person aus, die man durchaus auch als Heldin bezeichnen könnte. Das ist Emma von der Normandie, die einzige Frau der Geschichte, die mit zwei Königen verheiratet war und auch die Mutter zweier Könige war. Ihr wirklich nicht einfacher Weg in den Wirren jener Zeit wird von der Autorin gut dargestellt. Auch das Einweben der fiktiven Geschichte in die historischen Abläufe ist meiner Ansicht nach weitgehend gelungen.

Der Schluss kam mir dagegen etwas überstürzt vor. Warum Hardeknud seine Einstellung so plötzlich änderte und Edward als „Mitkönig“ willkommen hieß, wird nicht so richtig erklärt. Auf mich wirkte das so, als musste oder wollte die Autorin hier ganz schnell zum Ende kommen.

Das ausführliche Nachwort klärt wie gewohnt auf über die wahren und die fiktiven Geschehnisse.

„Rabenthron“ gehört zur Helmsby-Reihe und spielt zeitlich vor den beiden Nachfolgern „Das zweite Königreich“ und „Hiobs Brüder“.

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Rabenthron

Rezensionen von Meli:

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Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson

Spannende Sprachen und Geheimnisse der Drachen

Vivien Featherswallow ist eine begabte Linguistin und hofft auf ein prestigeträchtiges Praktikum an der Akademie für Drachensprachen, als unerwartete Ereignisse sie dazu treiben, eine schwere Straftat zu begehen. Sie bekommt aber eine Chance, sich und ihre Familie vor der Strafe zu beschützen: Eine außergewöhnliche Drachensprache könnte viele Geheimnisse der Drachen enthüllen und Vivien soll sie entschlüsseln.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich in der Welt zurechtgefunden habe, in der Drachen und Menschen mehr oder weniger friedlich miteinander leben. Das Klassensystem bietet den Charakteren Motiv und Motivation für einige ihrer Handlungen; entweder sie strengen sich besonders an, um die Vorzüge der ersten oder zweiten Klasse zu behalten, oder sie verachten die Regierung wegen der Ungerechtigkeit, die in diesem System vorherrscht. Dieses System hat mit den Regelungen für Drachen aber gar nicht so viel zu tun, es sorgt nur für zusätzlichen Konflikt in der Geschichte, weil es die Menschen direkt betrifft. Wie zum Beispiel Vivien, die hart daran gearbeitet hat, um sich für ein Studium an der Akademie zu qualifizieren, damit sie in der zweiten Klasse bleibt.

Die Drachen und ihre Sprachen fand ich sehr interessant und auch, wie Vivien daran arbeitet, eine unbekannte Drachensprache zu verstehen. Dabei lernt man viel über die Drachen und nach und nach verändert es auch Viviens Weltbild, denn sie kennt zwar schon zu Beginn des Buches einige Drachensprachen, doch hatte sie bisher kaum Kontakt zu Drachen und sie war auch viel zu sehr mit ihrem Studium beschäftigt, um sich noch um andere Angelegenheiten zu kümmern. Und jetzt ist sie ebenfalls verzweifelt und versucht, ihre Familie zu retten, daher muss sie überlegen, wie sie ihre Prioritäten setzt. Ich konnte ihren inneren Konflikt gut nachvollziehen, denn da kämpfen Emotionen und Angst mit schlechtem Gewissen und dem Wunsch, das Richtige zu tun.

Ich fand ihre Geschichte schon durchgehend spannend, besonders als die Drachen auch ein bisschen mehr Raum in der Handlung eingenommen haben. Vivien fand ich zwischendurch auch ein klein wenig anstrengend, weil sie sich viel Zeit lässt, aber ich hatte auch Verständnis für ihre Gefühle und Taten. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!

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Die Sprache der Drachen

Rezensionen von peedee:

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Das Glück der Bücher von Karin Joachim

Bücherliebe für immer

Lilo Steinbrink ist seit vielen Jahren mit ihrer Buchhandlung in einer münsterländischen Kleinstadt selbstständig. Die jüngste Mieterhöhung kann sie finanziell jedoch nicht mehr stemmen und muss deshalb schweren Herzens die Buchhandlung aufgeben. Nun soll alles zu Ende sein? Was soll sie jetzt tun? In ihrer freien Zeit, von der sie momentan genügend hat, da sie noch keinen neuen Job gefunden hat, kümmert sie sich um den Büchertauschschrank in der Innenstadt.

Sie merkt, wie ihr der Austausch mit anderen bücherliebenden Menschen fehlt…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir ausnehmend gut (es irritiert mich aber, dass beim Buchtitel die ersten beiden Worte kursiv geschrieben sind).

Da ich selbst ein grosser Bücherwurm bin (ohne Buch verlasse ich niemals-nie-unter-gar-keinen-Umständen das Haus!), lese ich auch sehr gerne über Bücher, Buchhandlungen oder auch über Autor:innen. Als ich dieses Buch sah, war mir klar, dass ich es unbedingt lesen „musste“.

Die Buchhandlung zu schliessen ist ein sehr schwerer, aber leider unumgänglicher Schritt für Lilo. Und nun soll sie, Mitte 50, schnellstmöglich einen neuen Job finden. Die junge Frau beim Jobcenter meinte, dass sie schon „recht alt“ sei – na, vielen Dank für diesen „aufmunternden“ Beitrag! Lilo weiss wohl selbst nur zu genau, welches Alter in ihrem Ausweis steht. Und dass es nicht einfach für sie sein wird, einen Job zu finden, der ihr Einkommen sichert und ihr auch noch Freude bereitet. Lilo beschäftigt sich mit den Büchertauschschränken in ihrer Stadt und den Nachbarorten und kommt so mit anderen Menschen ins Gespräch. Das freut sie sehr. Es freut sie jedoch gar nicht, als sie mitbekommt, dass jemand in der Nacht alle Bücher mitgenommen hat oder vandaliert wurde! Das macht sie wütend (mich auch!).

Es ist eine ruhige Geschichte, die zuerst sehr gemächlich, fast in sich gekehrt wirkt, dann aber sogar einige Krimielemente aufweist. Und Aufbruchsstimmung. Aber vor allem: ganz viel Bücherliebe! Am besten gefallen hat mir, dass die Bücherliebe ein verbindendes, nicht zu unterschätzendes starkes Mittel ist. Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen können über die Liebe zum geschriebenen Wort zusammenfinden. Das finde ich sehr schön. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Das Glück der Bücher

Rezensionen von Gaby 2707:

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TodesScheibe von Susanne Schieble

Das Spiel ist aus...

… heißt es für den herausragenden, aufstrebenden deutschen Dartspieler David Malcom Dunst, genannt „The Fog“, als er plötzlich bei einem Showevent in Hannover tot auf der Bühne des Eventsaales Catch 42 zusammenbricht und stirbt. Für Hauptkommissarin Wilhelmine Williamson, die einen entspannten Abend mit ihrem Mann Bernd-Karl verbringen wollte, ist sofort klar, dass hier ein Verbrechen vorliegt.

Mit ihren beiden Kollegen OK Elena Grifo und OK Sascha Baron Cohen macht sie sich auf Spurensuche, was bei der derzeitigen Menschenmenge im Saal gar nicht so einfach ist. Sie konzentrieren sich auf die Spieler, von denen jeder sein eigenes Image hat und dieses auch strikt verfolgt und pflegt. Als es auch noch einen weiteren Spieler „erwischt“ kommen sie langsam an ihre Grenzen. Denn gerade Wilhelmine hat neben dem neuen Fall auch mit Problemen mit ihrer Tochter Nicola und einem anderen Kollegen zu kämpfen.

Eine interessante Geschichte, bei der ich gerade am Anfang der Ermittlungen einiges über den Dartsport und seine Hintergründe erfahren habe. Hier geht es auf und vor der Bühne laut, trashig und total verrückt zu. Mit schrulligen, skurrilen, extravaganten Typen, die ich mir durch die bildhaften Beschreibungen sehr gut vorstellen konnte. Hier geht es um sehr viel Geld, Gier und vor allem auch Neid.
Die enge, vertraute Verbindung der Ermittler kommt bei mir sehr gut vorstellbar an. Vor allem mit Wilhelmine mit ihrem kölschen Slang, der immer wieder gut verständlich einfließt, habe ich mich sofort sehr gut verstanden. Sie ist schon eine eigenwillige Persönlichkeit, die mit Empathie und Geduld zu kämpfen hat. Aber da kommen Elena und Sascha ins Spiel, die mich mit ihrem sehr akribischen Arbeiten und ihrer Kollegialität überzeugt haben.
Der Erzählstil lässt sehr schnell Bilder in meinem Kopf entstehen und ich sehe mich direkt vor der Bühne stehen und ich stehe auch bei den Ermittlungen immer nebenan. Ich habe mir genau wie die Ermittler lange nicht vorstellen können, warum der junge Mann hat sterben müssen. Die Indizien für einen Mord waren mir einfach zu dünn. Aber ganz langsam setzen die Ermittler einen Puzzlestein nach dem anderen an die richtige Stelle und ich war total baff, was dabei heraus kommt. Und vor allem, wie naiv und blauäugig einige hier waren. Aber auch ich hätte mir die Vorgänge, die hier ans langsam Licht kommen, so nicht vorstellen können.

Mit „Todesscheibe“ hat mich Autorin Susanne Schieble in eine ganz eigene Welt mitgenommen. Ich habe mitfiebern und mit ermitteln können. Ich war am Ende zwar überrascht, aber auch völlig zufrieden mit der Auflösung der beiden Verbrechen.
Eine Geschichte aus der Welt des Dartsports, die mich einerseits nachdenklich gemacht, andererseits aber auch sehr gut unterhalten hat. Vielleicht schaue ich mir nun das ein oder andere Spiel der Darter auch mal im TV an.

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TodesScheibe

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Peggy Guggenheim von Mona Horncastle

Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

In diesem 10. Band aus der Serie „Reihenweise kluge Frauen“, die im Verlag Styria erschienen ist, beschäftigt sich die Kunsthistorikerin Mona Horncastle mit Peggy Guggenheim. Aber nicht mit ihr als Ehefrau, Geliebte oder Mutter, sondern als Erbin, Fluchthelferin, Kunstsammlerin und Mäzenin. Mona Horncastle erzählt den Werdegang der Kunstsammlerin als wäre sie ein Mann, denn Mäzene fragt man nicht nach Frau und Kind.

Die Autorin ist für ihre penibel recherchierten Frauen-Biografien bekannt.

Peggy Guggenheim (1898-1979) ist ein Kind ihrer Zeit, das durch den frühen Tod ihres Vaters zur reichen Erbin wird, sich allerdings den jüdischen Konventionen widersetzt. Sie geht mit ihrem damaligen Mann nach Europa, lernt dort in der Zwischenkriegszeit die Avantgarde der Literatur und bildenden Künste kennen, kauft Werke noch unbekannter Künstler oder von jenen, deren Bilder als unverkäuflich gelten, weil nicht dem Geschmack potenzieller Käufer entsprechen. Als Hitler Europa mit Krieg überzieht, wird sie durch ihr Vermögen zur Fluchthelferin. Sie kann sich und auch ihre eigene Kunstsammlung aus dem besetzten Frankreich in die USA retten. Nach dem Krieg kehrt sie nach Europa zurück, kauft einen Palazzo in Venedig und errichtet die Collezione Peggy Guggenheim.

Meine Meinung:

Die 224 Seiten starke Biografie gliedert sich in sechs große (Lebens)Abschnitte, die von einem „Intro“ sowie “Echo“ und Nachwort umrahmt sind. Zahlreiche Fotos, Zitate und Ausschnitte aus ihren Briefen ergänzen Peggy Guggenheims Lebensgeschichte:

Intro
Herkunft
Emanzipation
Neuanfang
Warclouds
Art of This Century
Collezione Peggy Guggenheim
Eine Art Nachwort

Kunsthistorikerin Mona Horncastle kenne ich schon durch ihre Biografien über Gustav Klimt, Hedy Lamarr, Josephine Baker und Margarete Schütte-Lihotzky. Die beiden Frauen-Biografien sind ebenfalls Teil der Reihe „Reihenweise kluge Frauen“. Das Buch über Peggy Guggeheim passt durch sein Format und seine gediegene Aufmachung perfekt zu den neun anderen Frauen-Biografien.

Mona Horncastle Schreibstil ist schnörkellos, knapp und präzise, was ich sehr gerne mag. Anders als in anderen Biografien oder biografischen Romanen wird Peggy Guggenheim nicht auf ihr, von vielen Zeitgenoss:innen als skandalös empfundenen, Privatleben reduziert. Mona Horncastle klammert ihre private Rolle als Ehefrau, Geliebte und Mutter auf weiten Strecken bewusst aus. Deutlich kommt hervor, dass sie von ihrer Entourage häufig als Geldmaschine gesehen wird, von der man bequem leben kann. Besonders deutlich kommt das durch ihren ersten Ehemann Laurence Vail, den sie auch nach der Scheidung und seiner Wiederverheiratung weiterhin finanziert hat. Auch Max Ernst profitiert vom Geld und den Verbindungen seiner (dritten) Ehefrau.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Peggy Guggenheim neben der Rolle als Mäzenin und Kunstliebhaberin auch die der nützlichen Idiotin, auf deren Kosten man bequem leben kann, gespielt hat. Ob sie sich dessen bewusst war?

Fazit:
Gerne gebe ich dieser Biografie einer Frau, die nicht auf ihre unkonventionelle Lebensweise reduziert werden sollte, 5 Sterne.

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Peggy Guggenheim

Rezensionen von ReiShimura:

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GRRRIZZLY von Hervé Le Goff

Wenige Worte, große Wirkung

"Grrrizzly" und ich hatten einen eher schwierigen Start. Denn beim ersten Lesen oder viel mehr Anschauen war ich ein wenig enttäuscht, denn dieses Buch kommt mit wenigen Worten daher. Doch die Reaktionen meines kleinen Lesers haben mir vor Augen geführt, dass weniger manchmal mehr ist.
Besonders spannend fand ich die Reaktion, weil der kleine Leser mittlerweile darauf besteht, dass Bücher nicht mehr nur angesehen, sondern gelesen werden.

Bilderbücher sind für Babys und er ist ja schon ein großer Bub. Bei diesem Buch war dies aber anders.
Ich denke, dass liegt an der sehr gelungenen Kombination aus unglaublich ausdrucksstarken und großartigen Illustrationen und den kleinen Texthappen dazwischen. Denn in diesem Buch gibt es nur auf jeder zweiten Doppelseite Text. Somit bleibt hier viel der Fantasy des (Vor-)lesenden überlassen. Man kann sich die Bilder einfach nur anschauen und wirken lassen oder selbst Worte finden, um die Szenen zu beschreiben. In unserem Fall ist es eine Mischung aus beidem. Zu Beginn habe ich noch erklärt was passiert, aber ab einem gewissen Punkt haben wir uns einfach nur gemeinsam über die schönen Zeichnungen gefreut.
Gerade bei einem Buch, das mit so wenigen Worten auskommt und trotzdem so viele Emotionen vermittelt sind die Bilder ausschlaggebend. Deswegen werde ich auch nicht müde zu betonen, wie gelungen diese sind. Die Zusammenstellung der Farben ist harmonisch und stimmungsvoll; detailreich und trotzdem minimalistisch. Letzteres klingt nach einem Widerspruch und ist es wahrscheinlich auch. Dennoch trifft für mich beides zu. Die Bilder beschränken sich auf das Wesentliche, so dass die Kinder nicht von zu vielen unnötigen Details abgelenkt werden. Trotzdem gibt es in den Illustrationen viel zu entdecken und es wird nicht langweilig sie zu betrachten. Das eine oder andere Bild könnte ich mir auch gut als Poster im Kinderzimmer vorstellen.
Bei all der Lobhudelei auf die Zeichenkünste darf man aber nicht vergessen, dass dieses Buch auch noch Text besitzt und eine Botschaft vermitteln möchte. Wie bereits erwähnt hält sich die Menge an Text sehr in Grenzen. Dies sollte man unbedingt vor dem Kauf berücksichtigen, denn aufgrund dieser Tatsache ist dieses Buch sicher nicht für jedes Kind geeignet.
Der Text ist einfach gehalten, aber auf jeden Fall kindgerecht und bringt den Kern der Geschichte auf den Punkt. Das Zusammenspiel des grummeligen Grizzlybären und des kleinen, quirligen Waschbären ist einfach zuckersüß. Sowohl durch den Text, viel mehr aber noch durch die Illustrationen werden die Unterschiede der beiden Tiere herausgearbeitet. Doch trotz oder vielleicht auch wegen der Unterschiedlichkeit der beiden spürt man in jedem Wort die Liebe, Freundschaft und die tiefe Verbundenheit der beiden.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es sich hierbei um ein wirklich gelungenes kleines Kinderbuchkunstwerk handelt, welches zum Nachdenken anregt, aber auch zum Träumen, Schmunzeln und Lachen. Es ist definitiv nicht für jedes Kind geeignet, aber das sind meiner Meinung nach die wenigsten Bücher. Für uns ist es aber eine sehr gute Wahl gewesen und ich empfehle das Buch wirklich gerne von Herzen weiter.

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GRRRIZZLY

Rezensionen von rainbowly:

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Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson

Spannend

Inhalt
Vivien Featherswallow möchte unbedingt an der Akademie für Drachensprache studieren. Dafür arbeitet sie hart und ihr Ziel ist zum Greifen nah. Doch als ihre Eltern plötzlich verhaftet und als Rebellen enttarnt werden, bricht für Viv alles zusammen. Um ihre Familie zu retten, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: den Drachen-Code zu entschlüsseln.

Sprache
S.F. Williamson hat hier wirklich eine tolle Welt erschaffen. Schon auf den ersten Seiten habe ich eine Anspannung und eine drohende Gefahr gespürt, die mich sofort gepackt hat. Die Situation, in die Vivian gerät, wird von Kapitel zu Kapitel verzwickter. Sie manövriert sich wirklich von einem Problem in das Nächste. Ihre Entscheidungen und Ideen zur Lösung der Probleme konnte ich allerdings oftmals nicht logisch nachvollziehen. Es gibt einfach viele Gegner, die kompliziert miteinander verstrickt sind, so dass ich manchmal den Überblick verloren und keinen Ausweg mehr gesehen habe. Die Figuren haben dann Pläne geschmiedet bei denen von Anfang an klar war, dass sie scheitern würden. Das war oft einfach naiv und ohne wirklich über die Folgen ihres Handelns nach zu denken. Trotzdem war es eine rasante Geschichte. Die auch sehr actionreich, emotional und manchmal brutal war.
Der Aspekt der Drachen und der Entschlüsselung ihrer Sprache hat mir besonders gut gefallen. Ich mochte die Gedankengänge rund um Übersetzung und Kommunikation sehr gern. Hier lag auch absolut die Stärke der Protagonistin.
Zwischen den Zeilen findet sich auch einiges an Gesellschaftskritik, für mich in perfektem Maß - es regt zum Nachdenken an, gewährt Einblick in andere Leben, ohne zu belehren oder zurechtzuweisen.

Charaktere
Vivien ist ein schwieriger Charakter. Sie ist sehr privilegiert aufgewachsen und tut sich schwer daran zu erkennen, dass nicht alles wahr ist, was ihre früheren Idole sagen und nicht alles richtig ist, was sie tun.
Ich habe ihre Sorge, um ihre Familie verstanden, aber sie handelt wirklich oft sehr naiv und vertraut Versprechen von Personen, die sich schon als nicht vertrauenswürdig gezeigt haben.
Die Nebencharaktere waren spannend. Es gab da so einige Überraschungen, die mir gut gefallen haben.
Die Drachen waren beeindruckend und hätten gerne eine noch größere Rolle spielen dürfen. Sie waren oft nur im Hintergrund aktiv.

Fazit
Eine faszinierende Kombi aus Linguistik und Action.

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Die Sprache der Drachen

Rezensionen von yellowdog:

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Zur Zeit der Schneefälle von Hanno Millesi

Ein Loch in der Wand

Dieses Buch konnte mich leider nicht so ganz erreichen. Zu sehr bleibt die Idee in Ansätzen stecken und damit belanglos. Zu schematisch und emotionslos wirken die Figuren. Das Buch ist arm an Dialogen und wenn es welche gibt, sind sie sehr verhalten. Vermutlich ist das Absicht des Autors Hanno Millesi.

Es gehört zu seinem Programm, das mich wenig begeistert. So meine Lesermeinung, aber vielleicht verstehe ich Das Buch auch nur nicht.

Zugestehen kann man dem Roman aber eine starke kammerspielsartige Wirkung.

Die Zeit der Schneefälle ist auf der Longlist des Österreichischen Buchpreis, doch ich halte seine Chancen für gering.

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Zur Zeit der Schneefälle