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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gaby 2707:

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TodesScheibe von Susanne Schieble

Das Spiel ist aus...

… heißt es für den herausragenden, aufstrebenden deutschen Dartspieler David Malcom Dunst, genannt „The Fog“, als er plötzlich bei einem Showevent in Hannover tot auf der Bühne des Eventsaales Catch 42 zusammenbricht und stirbt. Für Hauptkommissarin Wilhelmine Williamson, die einen entspannten Abend mit ihrem Mann Bernd-Karl verbringen wollte, ist sofort klar, dass hier ein Verbrechen vorliegt.

Mit ihren beiden Kollegen OK Elena Grifo und OK Sascha Baron Cohen macht sie sich auf Spurensuche, was bei der derzeitigen Menschenmenge im Saal gar nicht so einfach ist. Sie konzentrieren sich auf die Spieler, von denen jeder sein eigenes Image hat und dieses auch strikt verfolgt und pflegt. Als es auch noch einen weiteren Spieler „erwischt“ kommen sie langsam an ihre Grenzen. Denn gerade Wilhelmine hat neben dem neuen Fall auch mit Problemen mit ihrer Tochter Nicola und einem anderen Kollegen zu kämpfen.

Eine interessante Geschichte, bei der ich gerade am Anfang der Ermittlungen einiges über den Dartsport und seine Hintergründe erfahren habe. Hier geht es auf und vor der Bühne laut, trashig und total verrückt zu. Mit schrulligen, skurrilen, extravaganten Typen, die ich mir durch die bildhaften Beschreibungen sehr gut vorstellen konnte. Hier geht es um sehr viel Geld, Gier und vor allem auch Neid.
Die enge, vertraute Verbindung der Ermittler kommt bei mir sehr gut vorstellbar an. Vor allem mit Wilhelmine mit ihrem kölschen Slang, der immer wieder gut verständlich einfließt, habe ich mich sofort sehr gut verstanden. Sie ist schon eine eigenwillige Persönlichkeit, die mit Empathie und Geduld zu kämpfen hat. Aber da kommen Elena und Sascha ins Spiel, die mich mit ihrem sehr akribischen Arbeiten und ihrer Kollegialität überzeugt haben.
Der Erzählstil lässt sehr schnell Bilder in meinem Kopf entstehen und ich sehe mich direkt vor der Bühne stehen und ich stehe auch bei den Ermittlungen immer nebenan. Ich habe mir genau wie die Ermittler lange nicht vorstellen können, warum der junge Mann hat sterben müssen. Die Indizien für einen Mord waren mir einfach zu dünn. Aber ganz langsam setzen die Ermittler einen Puzzlestein nach dem anderen an die richtige Stelle und ich war total baff, was dabei heraus kommt. Und vor allem, wie naiv und blauäugig einige hier waren. Aber auch ich hätte mir die Vorgänge, die hier ans langsam Licht kommen, so nicht vorstellen können.

Mit „Todesscheibe“ hat mich Autorin Susanne Schieble in eine ganz eigene Welt mitgenommen. Ich habe mitfiebern und mit ermitteln können. Ich war am Ende zwar überrascht, aber auch völlig zufrieden mit der Auflösung der beiden Verbrechen.
Eine Geschichte aus der Welt des Dartsports, die mich einerseits nachdenklich gemacht, andererseits aber auch sehr gut unterhalten hat. Vielleicht schaue ich mir nun das ein oder andere Spiel der Darter auch mal im TV an.

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TodesScheibe

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Peggy Guggenheim von Mona Horncastle

Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

In diesem 10. Band aus der Serie „Reihenweise kluge Frauen“, die im Verlag Styria erschienen ist, beschäftigt sich die Kunsthistorikerin Mona Horncastle mit Peggy Guggenheim. Aber nicht mit ihr als Ehefrau, Geliebte oder Mutter, sondern als Erbin, Fluchthelferin, Kunstsammlerin und Mäzenin. Mona Horncastle erzählt den Werdegang der Kunstsammlerin als wäre sie ein Mann, denn Mäzene fragt man nicht nach Frau und Kind.

Die Autorin ist für ihre penibel recherchierten Frauen-Biografien bekannt.

Peggy Guggenheim (1898-1979) ist ein Kind ihrer Zeit, das durch den frühen Tod ihres Vaters zur reichen Erbin wird, sich allerdings den jüdischen Konventionen widersetzt. Sie geht mit ihrem damaligen Mann nach Europa, lernt dort in der Zwischenkriegszeit die Avantgarde der Literatur und bildenden Künste kennen, kauft Werke noch unbekannter Künstler oder von jenen, deren Bilder als unverkäuflich gelten, weil nicht dem Geschmack potenzieller Käufer entsprechen. Als Hitler Europa mit Krieg überzieht, wird sie durch ihr Vermögen zur Fluchthelferin. Sie kann sich und auch ihre eigene Kunstsammlung aus dem besetzten Frankreich in die USA retten. Nach dem Krieg kehrt sie nach Europa zurück, kauft einen Palazzo in Venedig und errichtet die Collezione Peggy Guggenheim.

Meine Meinung:

Die 224 Seiten starke Biografie gliedert sich in sechs große (Lebens)Abschnitte, die von einem „Intro“ sowie “Echo“ und Nachwort umrahmt sind. Zahlreiche Fotos, Zitate und Ausschnitte aus ihren Briefen ergänzen Peggy Guggenheims Lebensgeschichte:

Intro
Herkunft
Emanzipation
Neuanfang
Warclouds
Art of This Century
Collezione Peggy Guggenheim
Eine Art Nachwort

Kunsthistorikerin Mona Horncastle kenne ich schon durch ihre Biografien über Gustav Klimt, Hedy Lamarr, Josephine Baker und Margarete Schütte-Lihotzky. Die beiden Frauen-Biografien sind ebenfalls Teil der Reihe „Reihenweise kluge Frauen“. Das Buch über Peggy Guggeheim passt durch sein Format und seine gediegene Aufmachung perfekt zu den neun anderen Frauen-Biografien.

Mona Horncastle Schreibstil ist schnörkellos, knapp und präzise, was ich sehr gerne mag. Anders als in anderen Biografien oder biografischen Romanen wird Peggy Guggenheim nicht auf ihr, von vielen Zeitgenoss:innen als skandalös empfundenen, Privatleben reduziert. Mona Horncastle klammert ihre private Rolle als Ehefrau, Geliebte und Mutter auf weiten Strecken bewusst aus. Deutlich kommt hervor, dass sie von ihrer Entourage häufig als Geldmaschine gesehen wird, von der man bequem leben kann. Besonders deutlich kommt das durch ihren ersten Ehemann Laurence Vail, den sie auch nach der Scheidung und seiner Wiederverheiratung weiterhin finanziert hat. Auch Max Ernst profitiert vom Geld und den Verbindungen seiner (dritten) Ehefrau.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Peggy Guggenheim neben der Rolle als Mäzenin und Kunstliebhaberin auch die der nützlichen Idiotin, auf deren Kosten man bequem leben kann, gespielt hat. Ob sie sich dessen bewusst war?

Fazit:
Gerne gebe ich dieser Biografie einer Frau, die nicht auf ihre unkonventionelle Lebensweise reduziert werden sollte, 5 Sterne.

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Peggy Guggenheim

Rezensionen von ReiShimura:

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GRRRIZZLY von Hervé Le Goff

Wenige Worte, große Wirkung

"Grrrizzly" und ich hatten einen eher schwierigen Start. Denn beim ersten Lesen oder viel mehr Anschauen war ich ein wenig enttäuscht, denn dieses Buch kommt mit wenigen Worten daher. Doch die Reaktionen meines kleinen Lesers haben mir vor Augen geführt, dass weniger manchmal mehr ist.
Besonders spannend fand ich die Reaktion, weil der kleine Leser mittlerweile darauf besteht, dass Bücher nicht mehr nur angesehen, sondern gelesen werden.

Bilderbücher sind für Babys und er ist ja schon ein großer Bub. Bei diesem Buch war dies aber anders.
Ich denke, dass liegt an der sehr gelungenen Kombination aus unglaublich ausdrucksstarken und großartigen Illustrationen und den kleinen Texthappen dazwischen. Denn in diesem Buch gibt es nur auf jeder zweiten Doppelseite Text. Somit bleibt hier viel der Fantasy des (Vor-)lesenden überlassen. Man kann sich die Bilder einfach nur anschauen und wirken lassen oder selbst Worte finden, um die Szenen zu beschreiben. In unserem Fall ist es eine Mischung aus beidem. Zu Beginn habe ich noch erklärt was passiert, aber ab einem gewissen Punkt haben wir uns einfach nur gemeinsam über die schönen Zeichnungen gefreut.
Gerade bei einem Buch, das mit so wenigen Worten auskommt und trotzdem so viele Emotionen vermittelt sind die Bilder ausschlaggebend. Deswegen werde ich auch nicht müde zu betonen, wie gelungen diese sind. Die Zusammenstellung der Farben ist harmonisch und stimmungsvoll; detailreich und trotzdem minimalistisch. Letzteres klingt nach einem Widerspruch und ist es wahrscheinlich auch. Dennoch trifft für mich beides zu. Die Bilder beschränken sich auf das Wesentliche, so dass die Kinder nicht von zu vielen unnötigen Details abgelenkt werden. Trotzdem gibt es in den Illustrationen viel zu entdecken und es wird nicht langweilig sie zu betrachten. Das eine oder andere Bild könnte ich mir auch gut als Poster im Kinderzimmer vorstellen.
Bei all der Lobhudelei auf die Zeichenkünste darf man aber nicht vergessen, dass dieses Buch auch noch Text besitzt und eine Botschaft vermitteln möchte. Wie bereits erwähnt hält sich die Menge an Text sehr in Grenzen. Dies sollte man unbedingt vor dem Kauf berücksichtigen, denn aufgrund dieser Tatsache ist dieses Buch sicher nicht für jedes Kind geeignet.
Der Text ist einfach gehalten, aber auf jeden Fall kindgerecht und bringt den Kern der Geschichte auf den Punkt. Das Zusammenspiel des grummeligen Grizzlybären und des kleinen, quirligen Waschbären ist einfach zuckersüß. Sowohl durch den Text, viel mehr aber noch durch die Illustrationen werden die Unterschiede der beiden Tiere herausgearbeitet. Doch trotz oder vielleicht auch wegen der Unterschiedlichkeit der beiden spürt man in jedem Wort die Liebe, Freundschaft und die tiefe Verbundenheit der beiden.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es sich hierbei um ein wirklich gelungenes kleines Kinderbuchkunstwerk handelt, welches zum Nachdenken anregt, aber auch zum Träumen, Schmunzeln und Lachen. Es ist definitiv nicht für jedes Kind geeignet, aber das sind meiner Meinung nach die wenigsten Bücher. Für uns ist es aber eine sehr gute Wahl gewesen und ich empfehle das Buch wirklich gerne von Herzen weiter.

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GRRRIZZLY

Rezensionen von rainbowly:

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Die Sprache der Drachen von S. F. Williamson

Spannend

Inhalt
Vivien Featherswallow möchte unbedingt an der Akademie für Drachensprache studieren. Dafür arbeitet sie hart und ihr Ziel ist zum Greifen nah. Doch als ihre Eltern plötzlich verhaftet und als Rebellen enttarnt werden, bricht für Viv alles zusammen. Um ihre Familie zu retten, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: den Drachen-Code zu entschlüsseln.

Sprache
S.F. Williamson hat hier wirklich eine tolle Welt erschaffen. Schon auf den ersten Seiten habe ich eine Anspannung und eine drohende Gefahr gespürt, die mich sofort gepackt hat. Die Situation, in die Vivian gerät, wird von Kapitel zu Kapitel verzwickter. Sie manövriert sich wirklich von einem Problem in das Nächste. Ihre Entscheidungen und Ideen zur Lösung der Probleme konnte ich allerdings oftmals nicht logisch nachvollziehen. Es gibt einfach viele Gegner, die kompliziert miteinander verstrickt sind, so dass ich manchmal den Überblick verloren und keinen Ausweg mehr gesehen habe. Die Figuren haben dann Pläne geschmiedet bei denen von Anfang an klar war, dass sie scheitern würden. Das war oft einfach naiv und ohne wirklich über die Folgen ihres Handelns nach zu denken. Trotzdem war es eine rasante Geschichte. Die auch sehr actionreich, emotional und manchmal brutal war.
Der Aspekt der Drachen und der Entschlüsselung ihrer Sprache hat mir besonders gut gefallen. Ich mochte die Gedankengänge rund um Übersetzung und Kommunikation sehr gern. Hier lag auch absolut die Stärke der Protagonistin.
Zwischen den Zeilen findet sich auch einiges an Gesellschaftskritik, für mich in perfektem Maß - es regt zum Nachdenken an, gewährt Einblick in andere Leben, ohne zu belehren oder zurechtzuweisen.

Charaktere
Vivien ist ein schwieriger Charakter. Sie ist sehr privilegiert aufgewachsen und tut sich schwer daran zu erkennen, dass nicht alles wahr ist, was ihre früheren Idole sagen und nicht alles richtig ist, was sie tun.
Ich habe ihre Sorge, um ihre Familie verstanden, aber sie handelt wirklich oft sehr naiv und vertraut Versprechen von Personen, die sich schon als nicht vertrauenswürdig gezeigt haben.
Die Nebencharaktere waren spannend. Es gab da so einige Überraschungen, die mir gut gefallen haben.
Die Drachen waren beeindruckend und hätten gerne eine noch größere Rolle spielen dürfen. Sie waren oft nur im Hintergrund aktiv.

Fazit
Eine faszinierende Kombi aus Linguistik und Action.

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Die Sprache der Drachen

Rezensionen von yellowdog:

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Zur Zeit der Schneefälle von Hanno Millesi

Ein Loch in der Wand

Dieses Buch konnte mich leider nicht so ganz erreichen. Zu sehr bleibt die Idee in Ansätzen stecken und damit belanglos. Zu schematisch und emotionslos wirken die Figuren. Das Buch ist arm an Dialogen und wenn es welche gibt, sind sie sehr verhalten. Vermutlich ist das Absicht des Autors Hanno Millesi.

Es gehört zu seinem Programm, das mich wenig begeistert. So meine Lesermeinung, aber vielleicht verstehe ich Das Buch auch nur nicht.

Zugestehen kann man dem Roman aber eine starke kammerspielsartige Wirkung.

Die Zeit der Schneefälle ist auf der Longlist des Österreichischen Buchpreis, doch ich halte seine Chancen für gering.

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Zur Zeit der Schneefälle

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Sophie. Die Kaisermacherin von Michaela Baumgartner

Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

Wer an Erzherzogin Sophie (1805-1872) denkt, hat unwillkürlich ihre Darstellung als Schwiegermutter durch Vilma Degischer als Kontrapunkt zur blutjungen Romy Schneider in der Ernst-Marischka-Trilogie rund um Kaiserin Sissi vor Augen, wie der Prolog dieses historischen Romans auch andeutet.

Wie man heute weiß, ist der Mythos um die böse Schwiegermutter im Nachhinein handgestrickt, auch wenn sich die reale Sophie bewusst war, eine schlechte Nachrede zu bekommen.

Nun wie war sie wirklich?

Michaela Baumgartner beleuchtet in ihrem historischen Roman rund um Erzherzogin Sophie, die als Tochter des von Napoleons Gnaden zum König von Bayern avancierten Maximilian I. geboren worden ist, eine andere Seite dieser ehrgeizigen Frau. Geschickt verquickt sie dabei Fakten und Fiktion.

Fakt ist, dass sie nach zahlreichen Fehlgeburten (insgesamt war sie elf Mal schwanger) und Kuraufenthalten in Bad Ischl erst sechs Jahre nach ihrer Hochzeit, also im Jahr 1830, ihr erstes überlebendes Kind zur Welt bringt: Franz Joseph (1830-1916). Der wird, da längst klar ist, dass nach dem Tod ihres Schwiegervaters Franz II./I. (1768-1835) auf Grund der herrschenden Primogenitur, dessen Sohn als Ferdinand I. (1793-1875) als Nachfolger feststeht, obwohl er wegen seiner zahlreichen Einschränkungen wie z.B. Epilepsie eigentlich nicht regierungsfähig ist, von Sophie systematisch und konsequent als Thronfolger aufgebaut. Ihren Ehemann Franz Karl (1802-1878), Bruder von Ferdinand, übergeht sie geflissentlich in ihren Überlegungen, da dieser wenig Interesse an den Regierungsgeschäften zeigt und lieber jagen geht.

Sophie geht hier strategisch geschickt vor, verbündet sich zeitweise mit Staatskanzler Metternich, obwohl die beiden sich nicht ausstehen können, und hat auch für ihre anderen Söhne Maximilian (1832-1867), Karl Ludwig (1833-1863) und Ludwig Viktor (1842-1919) Großes vor. Die einzige Tochter Maria Anna (1835-1840) leidet wie ihr Onkel Ferdinand an Epilepsie und stirbt mit knapp fünf Jahren.

Als nach den Revolutionen von 1848 Ferdinand zum Amtsverzicht gezwungen wird, hievt Sophie ihren Erstgeborenen Franz Joseph auf den Thron. Der unerfahrene Kaiser vertraut auf seine Mutter als Ratgeberin. Nur bei der Wahl seiner Ehefrau hört er nicht auf sie. Statt seine Cousine Helene von Bayern, wählt er ihre Schwester Elisabeth, damals noch keine 15 Jahre alt. Hier verschätzt sich Sophie, was ihren Einfluss auf die Schwiegertochter, die zugleich ihre Nichte ist. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Sophie, intelligent, ehrgeizig und pflichtbewusst bis zur Selbstaufgabe und jugendlich unbekümmert Elisabeth. Dass hier knirschen muss, ist selbstverständlich.

Meine Meinung:

Autorin Michaela Baumgartner kenne ich durch ihre anderen historischen Romane, die alle in der Donaumonarchie spielen.

Für diesen historischen Roman um Erzherzogin Sophie, der man nachsagt während der Regierungszeit von Ferdinand „der einzige Mann im Kaiserhaus“ gewesen zu sein, hat sie penibel recherchiert. Ihr Schreibstil ist angenehm und leicht lesbar. Wie es sich für einen historischen Roman gehört, tummelt sich auch hier das „Who-is-Who“ der Donaumonarchie, was vielleicht jene Leser:innen, die mit der Welt des österreichischen Adels nicht so vertraut sind, ein wenig überfordern könnte. Hier kann das Personenverzeichnis am Ende des Romans für Klarheit schaffen. Für Interessierte gibt es noch ein ausführliches Quellenverzeichnis.

Ich finde es immer wieder spannend, Biografien oder biografische Romane von verschiedenen Autor:innen zu lesen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln die porträtierte Person betrachten. So habe ich über Erzherzogin Sophie schon einiges aus den Biografien von Ingrid Haslinger sowie Anna Ehrlich und Christine Bauer erfahren. Daneben ist sie immer wieder Bestandteil in den Biografien ihrer Söhne und auch von Schwiegertochter Elisabeth.

Um noch einmal auf die Sissi-Trilogie zurückzukommen. Die ist ein gutes Beispiel dafür, dass man nur sieht, was man sehen will oder einem zu sehen vorgesetzt wird. Allerdings muss man diese Film im Kontext der Nachkriegszeit sehen, in der man die Menschen durch einen Ausflug in eine glitzernde Traumwelt von der tristen Wirklichkeit ablenken wollte. Und was eignet sich hier besser als der Konflikt zwischen einer Mutter und ihrer Schwiegertochter?

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der versucht mit dem Mythos von der bösen Schwiegermutter aufzuräumen, 5 Sterne.

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Sophie. Die Kaisermacherin

Rezensionen von DoraLupin:

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Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister von Sabrina Schmohl

In Nebelheim sind die Geister los

Ich bin immer wieder auf der Suche nach gutem Lesestoff für meinen 8-jährigen Sohn. Als ich von diesem Buch hier erfahren habe, war ich gleich sehr neugierig darauf, denn der Klappentext hat mich schon einmal überzeugt und da mein Sohn alles mit Fantasy liebt und es auch ruhig mal ein wenig gruselig sein darf, ist das natürlich ein weiterer Pluspunkt gewesen.

Die Story dreht sich und Bodhi, dessen Familie nach Neu-Nebelheim umgesiedelt wurde, seitdem vermisst der Elfjährige sein altes Dorf Nebelheim, dem der Abriss bevorsteht. Bei einem letzten Besuch entdeckt er dort Geister. Auf der Suche nach ihren sterblichen Überresten, die ungefragt nach Neu-Nebelheim umgebettet wurden, spuken sie durch das verlassene Dorf und wollen den Arbeitern aus dem Kohleloch ihre Körper stehlen. Gemeinsam mit der Gespenster-Expertin Joe will Bodhi das Unheil abwenden. Dafür müssen sie die Geister „nur“ nach Neu-Nebelheim bringen – ein Abenteuer voller Freundschaft und neuer Hoffnung beginnt.

In die Geschichte haben mein Sohn und ich ohne Probleme hineingefunden. Der Schreibstil ist altersgerecht und es hat sich ein schöner Lesefluss ergeben, wir hatten das Buch deshalb auch in wenigen Tagen durchgesuchtet. Die Kapitel haben zudem eine angenehme Länge. Außerdem sind die Illustrationen schön anzusehen auch wenn diese etwas unterschiedlicher hätten sein dürfen, dennoch bringen sie eine schöne, gruselige Atmosphäre mit. Nebelheim und die Geister werden bildlich beschrieben und wir konnten und alles gut vorstellen.

Generell bleibt die Geschichte von Anfang bis zum Ende spannend und mitreißend. Die einzelnen Charaktere – allen voran Bodhi und Joe – sind meinem Sohn auch mit der Zeit richtig ans Herz gewachsen. Sie wurden beide authentisch beschrieben und durch ihre Stärken und Schwächen haben sie noch lebendiger gewirkt. Ausserdem fanden wir es richtig toll, dass das Thema "Zuhause" und Umzug im Buch wirklich toll behandelt wurden und zum nachdenken und diskutieren anregt. Wir wurden auf jeden Fall gut von der Geschichte unterhalten und vergeben gute 4,5 von 5 Sterne.

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Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert von Marie von den Benken

Von dem steinigen Weg zum Wunschkind

Marie von den Benken weiß schon früh, dass sie unbedingt eigene Kinder haben will. Sie findet außerdem schon jung den Partner, mit dem sie sich Kinder vorstellen kann. Und so beginnen Marie und Alex schon mit Mitte 20, in der eigentlich noch besten Zeit statistisch höchster Fruchtbarkeit, damit, zu versuchen, ein Baby zu bekommen.

Doch nichts passiert, jahrelang, sodass sie schließlich die Unterstützung der Kinderwunschklinik in Anspruch nehmen, erst mit Inseminationen, dann mit IVFs. Nach einem langen, harten und steinigen Weg kommen die beiden schließlich mit dieser Unterstützung acht Jahre später zu ihrem Wunschkind (was für ein Durchhaltevermögen, wow!).

Diesen Weg beschreibt die Influencerin und Autorin Marie in diesem Buch. Nahbar und persönlich legt sie ausgewählte Tagebucheinträge aus dieser schwierigen Zeit offen und erzählt von ihrem Leben, ihrer Beziehung, den Hoffnungen und Träumen, den Auf und Abs, der gewaltigen Belastung, die diese Herausforderung für eine Beziehung herausstellt und von ihrer großen Freude, als sie dann doch noch Eltern werden.

Jedes der Kapitel beginnt mit ihrer persönlichen Geschichte und wird dann durch wissenschaftliche Fakten, statistische Daten und Interviews mit anderen Betroffenen oder mit Kinderwunschexperten ergänzt. So ist das Buch weit mehr als Maries und Alex' persönliche Kinderwunschgeschichte, sondern auch eine Schatzkiste an Informationen für andere Paare, die mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Abgerundet wird das Buch mit weiteren Kapiteln zu Spezialthemen wie Endometriose, Egg Freezing und späte Mutterschaft, mit denen die Autorin persönlich keine Erfahrung hatte, aber die für andere Kinderwunschbetroffene relevant sein könnten. Auch hierzu finden sich wertvolle Informationen in dem Buch.

Insgesamt ist es ein nahbar und persönlich geschriebenes Werk, das Betroffenen helfen kann, sich verstanden zu fühlen und ihnen gleichzeitig wie nebenbei eine Menge wertvolles Wissen zum Thema Kinderwunsch und Kinderwunschbehandlung an die Hand gibt. Leseempfehlung für alle Betroffenen und alle, die Betroffene kennen oder sich sonst für dieses Thema interessieren!

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Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert

Rezensionen von yellowdog:

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Der große UFA-Bluff von Anton Leiss-Huber

Nach einer wahren Begebenheit

Mit diesem Roman von Anton Leiss-Huber begibt man sich auf eine Zeitreise in eine schreckliche Zeit, aus filmhistorischer Sicht aber auch eine interessante. Es vermischte sich Kunst mit Politik, wurde oft zu Propaganda.
Der Krieg ging 1944/1945 in eine finale Phase. Viele Filmschaffende hatten Angst eingezogen und verheizt zu werden.

Der Roman zeigt die waghalsige Idee einer Gruppe von Filmschaffenden, vorzugeben in Südtirol einen Film zu drehen, um sich entziehen zu können.
Der Autor hat meines Eindruck nach gut recherchiert und schafft einen Ton der Zeit. Das zeigt sich zum Beispiel auch in den Sprechweisen der Figuren. Ein paar prominente wirken auch mit, wie Erich Kästner und Marika Rökk.
Den fiktiven Figuren fehlt es ein wenig an Tiefe, aber der Gesamteindruck stimmt. Die Handlung geht mit Tempo voran und alle hoffen auf das Kriegsende.
Ein interessanter und niveauvoller Roman, den man schnell durchlesen kann.

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Der große UFA-Bluff

Rezensionen von Julchentim:

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Die Bibliothek meines Großvaters von Masateru Konishi

Ein japanischer Kriminalroman mit Herz und Verstand

Masateru Konishi verbindet in Die Bibliothek meines Großvaters Familiengeschichte und Krimielemente auf eine besondere Weise. Im Mittelpunkt stehen die junge Lehrerin Kaede und ihr an Demenz erkrankter Großvater. Was sie verbindet, ist die Liebe zur Literatur und das Lösen von Rätseln. Kaede bringt ihm kleine Fälle aus ihrem Alltag mit und er überrascht trotz Krankheit immer wieder mit Scharfsinn und Kombinationsgabe.

Die Episodenstruktur macht das Buch abwechslungsreich. Jede Geschichte wirkt für sich abgeschlossen, fügt sich aber zugleich in einen größeren Zusammenhang ein. Besonders gelungen fand ich die Mischung aus klassischen Krimianleihen und dem leisen, ruhigen Tonfall, der typisch für japanische Literatur ist. Das lädt zum Miträtseln ein, ohne dass die Figuren in den Hintergrund geraten.

Sehr berührend ist die Beziehung zwischen Enkelin und Großvater. Konishi zeigt, wie Demenz eine Familie belastet, aber auch, wie wichtig Geduld und Zuwendung sind. Wer selbst mit dieser Krankheit zu tun hat(te), wird manches wiedererkennen. Gleichzeitig bleibt klar, dass es sich um Fiktion handelt, die Trost und Hoffnung vermittelt.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass manche Dialoge etwas zu formal wirkten. Dadurch blieb die emotionale Nähe zwischen den Figuren stellenweise auf Distanz. Auch hätte ich mir bei Nebencharakteren wie Iwata und Shiki mehr Tiefe gewünscht.

Trotzdem ist dies ein atmosphärischer Auftakt zu einer Trilogie, der sowohl Krimifans als auch Leser*innen japanischer Literatur anspricht.

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Die Bibliothek meines Großvaters