Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Alo:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Moscow Mule von Maya Rosa

Bittersüß und pointiert: Maya Rosas Blick auf Russland

„Nichts machte uns zynischer als genau diese Weisheit, nämlich, dass man nur ein Leben hat und dass es nicht schlecht wäre, es woanders zu verbringen, wo man immer noch die Möglichkeit hätte, sich an eine vertraute Birke anzulehnen, ohne zwischendurch im Kerker zu landen. Bürgerrechte zu haben.

Sich bei keinen Behörden anzubiedern und nirgendwo Schmiergeld zu zahlen.“ (Moscow Mule, S. 22)

Karina ist Studentin und wohnt in Moskau, die wünscht sich nichts sehnlicher als mit ihrer Freundin Tonya auszuwandern. Allerdings scheitert dieses Vorhaben an ihren finanziellen Möglichkeiten und an den politischen Gegebenheiten.

Die Themen in diesem Buch sind vielfältig. Es geht um beispielweise Freundschaft, Familie und man bekommt einen Einblick in die russische Gesellschaft. Aber in aller erster Linie geht es hier um weibliche Selbstbestimmung.

Beim Lesen musste ich öfter schlucken, es ist bittersüß. Obwohl das im Russland von vor 20 Jahren spielt, ist es aktueller den je und die Situation hat sich vor Ort durch den Ukrainekrieg höchstens noch verschärft. Dieser Einblick war für mich total spannend und ich habe die zwei Protagonistinnen gerne begleitet.

Am besten hat mir aber der Schreibstil von Maya Rosa gefallen. Sie schreibt unglaublich pointiert und mit ganz viel Wortwitz. Ich hoffe, wird dürfen noch ganz viel von ihr lesen. Empfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Alo
Moscow Mule

Rezensionen von nessabo:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Hieb und Strich von Margaret Atwood

Eine unterhaltsame Kurzgeschichte auf literarischem Topniveau

Ich habe von Margaret Atwood vorher tatsächlich noch nichts gelesen, aber zu Kurzgeschichten kann ich nur schwer Nein sagen. Und was soll ich sagen: Schreiben kann diese Frau auf jeden Fall!

Atwood erzählt auf einem sehr hohen literarischen Niveau, was diese Kurzgeschichte wirklich sehr dicht macht.

Manche Sätze sind so lang und verschachtelt, dass ich sie doppelt lesen musste. Aber insgesamt fand ich das in dem Umfang sehr in Ordnung, einen 300-Seiten-Roman hätte ich so eher ungern gelesen.

Besonders gefallen hat mir auch Atwoods Humor. Eine feine Ironie zieht sich durch die Handlung und die ernsthaften Elemente des Textes dabei keineswegs ins Lächerliche, sondern ergänzt sie um eine unterhaltsame Komponente.

Dass Menschen hier mehr Crime erwartet hätten, kann ich aufgrund des Klappentextes verstehen. Ich bin kein Krimi-Fan, sodass diese Abweichung für mich durchaus positiv war.

Gespickt ist der Text mit ein paar politischen Überlegungen. Manche Elemente habe ich nicht ganz verstanden, etwa die (eventuelle?) Infragestellung von Gender. Hier konnte ich nämlich nicht wirklich rauslesen, ob es sich um die Einstellung der Autorin oder eine ironische Überspitzung handelt. Insgesamt nimmt das alles jedoch weniger Raum ein als die Solidarität unter Freundinnen - aber auch Fragen rund um Schuld und Rache bzw. Wiedergutmachung.

Am Ende lässt die Kurzgeschichte so manches offen und ist doch gleichzeitig handlungstechnisch abgeschlossen. Ein solides und kurzweiliges Werk der Autorin, die mich mit ihrem literarischen Talent und feinen Humor neugierig auf Mehr gemacht hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nessabo
Hieb und Strich

Rezensionen von nishi93:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli

bollywood Fantasy

A Heart of night and Fire erzählt die Geschichte unserer Protagonistin Zee, die abgeschottet von der restlichen Welt aufwächst. Als ihr Beschützer verschwindet, kann sie endlich raus in die Welt und erlebt vieles zum ersten Mal. Sie findet gleich Anschluss an Kreaturen, die ich mir nur als Vampire vorstellen konnte.

Die Geschichte spielt in einem Land, das mit indischer Kultur eng verbandelt ist. Das merkt man bei der Beschreibung der mystischen Wesen, der Nahrung, der Kleidung.
Es gibt am Ende des Buchs (wobei mein, nicht am Ende, da ist eine Leseprobe, aber eben davor...) einen Glossar, leider wird aber keiner der indischen Begriffe ausreichend erklärt. Ständig habe ich mich gefragt, wie denn dieses und jenes Kleidungsstück aussieht oder was für eine Kreatur da jetzt gerade Ärger macht, deren Namen ich noch nie gehört habe.
Die Romance in dem ganzen Konstrukt war für mich viel zu Bollywood Drama mäßig und ich konnte es wirklich gar nicht nachvollziehen. Ebenfalls gab es insgesamt viel Familiendrama, das ebenfalls an Bollywood erinnert
Alles in allem muss ich leider sagen, dass es mich nicht überzeugt hat

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nishi93
Heart of Night and Fire

Rezensionen von Immenhof:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

National Geographic Kids - Jenseits der Unendlichkeit von Hald Katja

Tolle Bilder

„Jenseits der Unendlichkeit“ ist ein Buch von National Geographic Kids, einer Reihe, die ich zuvor nicht kannte. Schon die ersten Seiten beeindrucken mit tollen Bildern, die sofort neugierig machen. Dazu kommen viele spannende Fragen und Themenüberschriften wie „Wie entstand das Universum?“ oder „Eine wachsende Galaxie“, die Lust aufs Weiterlesen wecken.

Sehr gelungen finde ich auch die Übersicht über verschiedene Teleskope sowie den Blick in die Zukunft der Raumfahrt. Die Texte sind bewusst kürzer gehalten, sodass sie auch von jüngeren Lesern gut verstanden werden können, und die zahlreichen Abbildungen veranschaulichen die Inhalte eindrucksvoll. Sprachlich ist das Buch gut für Kinder geeignet, bleibt aber gleichzeitig informativ genug, um auch Erwachsene zu fesseln. Die Altersangabe „ab 8 Jahren“ kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Besonders praktisch: Das Werk ist durch seine klare Struktur und den hohen Informationsgehalt auch gut im Unterricht einsetzbar. Ein beliebtes, lehrreiches und optisch starkes Sachbuch!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Immenhof
National Geographic Kids - Jenseits der Unendlichkeit

Rezensionen von Ulla:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Onigiri von Yuko Kuhn

Familie mit Problemen

Aki ist die Tochter einer Japanerin und eines Deutschen, geboren und aufgewachsen in Süddeutschland. Damit befindet sie sich bereits zwischen zwei verschiedenen Welten. Ihre Mutter Keiko hat als junge Frau auf einer Busreise durch Europa die Freiheiten der westlichen Kultur genossen und beschlossen, deutsch und englisch zu lernen und nach Deutschland auszuwandern.

Hier traf sie auf Karl, deutlich jünger als sie selbst und, wie sich später herausstellte, deutlich reicher als sie. Die Ehe hielt nicht lange und Keiko kümmerte sich alleine um die beiden Kinder.
Aus der Sicht von Aki erleben wir mit, wie Keiko immer mehr in die Demenz verfällt, immer mehr vergisst. Sie beschließt, mit ihrer Mutter ein letztes Mal in deren alte Heimat zu Familie und Freunden zu reisen. Doch ist das mit dieser Krankheit überhaupt sinnvoll?
In episodenhaften Rückblenden wird Akis Leben geschildert, einerseits bei ihrer Mutter, andererseits in der herrschaftlichen Villa ihrer väterlichen Großeltern mit einer völlig anderen Kultur und Lebensart.
Auf wenigen Seiten werden hier ganz unterschiedliche Welten aufgezeigt, intensiv und emotional geschrieben. Eine Familie mit Problemen, aber wer hat die nicht.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ulla
Onigiri

Rezensionen von Gavroche:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Rabenthron von Rebecca Gablé

Highlight

Ein neuer fesselnder Roman aus der Feder von Rebecca Gablé, deren Romane mich schon seit vielen Jahren begeistern.
Dieses Mal spielt die Handlung von 1013 bis 1041, wobei es zwischendurch immer mal wieder Zeitsprünge gibt.
Neben den historisch verbürgten Personen stehen hier Ælfric of Helmsby und seine Familie, vor allem sein Sohn Penda, und Hakon, erst dänischer Gefangener und dann Freun von Ælfric of Helmsby im Mittelpunkt der turbulenten Geschichte.

Nach der Lektüre habe ich zumindest diesen Teil der englischen Geschichte oder besser Geschichte der Könige besser verstanden und im Anschluss habe ich - angeregt durch den Roman - einiges über die historisch verbürgten Personen, unter Anderem über Königin Emma, nachgelesen.
Ein richtig dicker, toller Schmöker, bei dem einfach keine Langeweile aufkommt und trotz der fast 900 Seiten immer wieder interessante und unvorhergesehene Dinge geschehen. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert, gehofft und gebangt.
Rebecca Gablé gehört für mich zu den Besten - sehr gut recherchiert und die Lücken in der historischen Überlieferung sinnvoll gefüllt, interessante Charaktere und auch über das Alltagsleben erfährt man sehr viel, quasi nebenbei, ohne die Handlung zu unterbrechen. So muss es sein. Und im Nachwort erfährt man auch noch einiges über den historischen Kontext.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche
Rabenthron

Rezensionen von Ulla:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Cosmix von Laurent Schafer

informativ und humorvoll

Die Aufmachung dieses Sachbuches ist äußerst gelungen und springt einem sofort ins Auge. Doch das lustige Cover täuscht, das Buch ist keine einfache Kost, es ist nicht leicht zu lesen. In 222 Seiten wird die Entstehung des Universums, der Erde, Leben auf der Erde bis hin zum Menschen in Comicformat erzählt.

Eine Gruppe von alltäglichen Menschen nimmt uns mit auf diese Reise, in der aus Nichts alles entsteht. Das Rühren der Ursuppe in einer Fernsehkochshow wird sehr humorvoll erzählt und vieles kann man auch gut nachvollziehen, leider jedoch nicht alles. Es wird einiges an Wissen vorausgesetzt, viele Fremdwörter und Fachbegriffe benutzt von denen nur wenige mit Sternchen erläutert werden. Die Wahrscheinlichkeit bzw. Unwahrscheinlichkeit der Entstehung unseres Sonnensystems, der Erde und somit auch wir kommt immer wieder zur Sprache und wie ein Flügelschlag alles hätte ändern können.
Es wird sehr viel an Wissen vermittelt, meiner Ansicht nach jedoch ein wenig zu oberflächlich erklärt um für mich in allen Teilen verständlich zu sein. So hatte ich beim Lesen immer wieder Verständnislücken, kam aber in einem neuen Abschnitt wieder hinein. Die Art der Darstellung in Form der Graphic Novel ist hervorragend gelungen und die Protagonisten, die einen durch das Buch geleiten immer nahbar. Informativ und humorvoll.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ulla
Cosmix

Rezensionen von Ulla:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Ihr werdet sie nicht finden von Andreas Winkelmann

Angst vor dem Sandgräber

Seit vor sieben Jahren seine Tochter Isabell auf einer Teenagerparty spurlos verschwand, ist das Leben von des Polizisten Jonas aus den Fugen geraten. Er und seine Kolleginnen und Kollegen suchten und ermitteln, bis sie einen Tatverdächtigen fanden. Jonas glaubte an die Schuld dieses Mannes und erstach ihn.

Jetzt ist er aus dem Gefängnis entlassen worden und will weiter nach den Gebeinen seiner Tochter suchen. Hilfe erhält er von der Privatdetektivin Franka. Diese erhielt den Auftrag einer älteren Frau ihre verschwundene Enkelin Silvia zu suchen. Die Autistin Silvia hatte nur eine Freundin, Isabell, und sie ist die Tochter des von Jonas getöteten Verdächtigen. Die finden Silvia schnell, doch eine Befragung der Autistin, die erst vor kurzem aus einer Therapieeinrichtung heraus ist, gestaltet sich schwierig. Sie hat Angst vor dem Sandgräber. Findet sich dort in der Sandgrube Isabells Leiche?
Der Thriller wird mal aus Sicht von Jonas, mal von Franka erzählt, mal in der Jetztzeit, dann wieder mit den Geschehnisse von vor sieben Jahren. Spannung ist da, es gibt jedoch aus ein paar Längen in der Handlung. Sehr gut werden die Charaktere der Protagonisten geschildert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ulla
Ihr werdet sie nicht finden

Rezensionen von Ulla:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Anna oder: Was von einem Leben bleibt von Henning Sußebach

Annas Leben im Kontext der Zeit von 1866 bis 1932

Der Autor Henning Sußebach hat über das Leben seiner Urgroßmutter Anna Kalthoff recherchiert und daraus einen wunderbaren Roman geschrieben. Es ist ein Roman und keine Biografie, das wird immer wieder ausdrücklich erwähnt, da es viele Leerstellen in ihrem Lebenslauf gibt und diese in der Erzählung mit der damaligen Zeit und dem Leben in dieser Zeit gefüllt werden.

Anna wird 1866 geboren, mit 12 Jahren stirbt ihr Vater und ihre Mutter drängt sie zu einer Ausbildung als Lehrerin. In der Kleinstadt Cobbenrode im Sauerland beginnt sie ihre Lehrtätigkeit, wie damals üblich mit der Verpflichtung, ledig zu bleiben. Sie verliebt sich in den 4 Jahre jüngeren Clemens, gutaussehend, begehrt und durch sein Elternhaus gutbegütert. Beiden wird ihre Liebe verwehrt, erst 12 Jahre später, als Clemens Vater stirbt, gibt sie ihre Stelle auf und sie können heiraten. Statt in der Schule zu unterrichten kümmert sich Anna nun mit ihrem Mann um einen großen Haushalt, um die Landwirtschaft, das Gasthaus und die Post. Im Dorf ist sie die Fremde, mit einem jüngeren Mann verheiratet und packt überall mit an. Unüblich in dieser Zeit. Doch das Leben hat noch viele Wendungen und Schicksalsschläge für sie bereit.
Das vieles nur hätte sein können stört überhaupt nicht, man kann sich wunderbar in Anna hineinversetzen, mit ihr leben, lieben und leiden. Das Besondere an diesem Buch ist jedoch, das die Lebenszeit Annas von 1866 bis 1932 im Kontext zu historischen Ereignissen, Entdeckungen und Forschung gesetzt wird. Man erlebt eine Zeitreise in die deutsche Geschichte, lebendig erzählt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ulla
Anna oder: Was von einem Leben bleibt

Rezensionen von Ulla:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Deckname: Bird von Louise Doughty

man flieht und leidet mit Bird

Heathers Karriere bei der Armee endete als sie sich mit einem Offizier, der ihre Freundin Flavia schwängerte und sitzen ließ, gewaltsam anlegte. Nach einigen Umwegen und der Fürsprache von Richard, einem Freund ihres Vaters, landete sie beim Geheimdienst. Inzwischen ist sie in den 50er Jahren und wurde von Richard in die neu gegründete Abteilung zur Untersuchung korrupter Geheimdienstler nach Birmingham versetzt.

Mit ihrem dort gekauften Traumhaus hat sie sich mächtig übernommen, da ist es gut, dass ihr Vorgesetzter Kieron Blythe ihr finanziell hilft. Bis man ihr selbst unterstellt, korrupt zu sein. Sofort hat sie zu verschwinden um ihre Unschuld und die Schuld ihres Chefs zu beweisen.
Wir erleben ihre Flucht detailliert mit, die lauernden Gefahren, die Einsamkeit, das Versteckspiel und die Angst vor Verfolgung. Wem kann sie trauen, sitzt im Cafe ein Agent, kann sie es wagen, telefonisch Kontakt aufzunehmen?
Während der Reiseepisoden gibt es immer wieder Rückblenden in früheres Leben mit ihren Eltern, mit ihrer Freundin Flavia und deren Tochter Adelina, in ihr Leben in London.
Es mehr ein spannender Roman als ein Thriller, man kann sich hervorragend in Heather, bzw. Bird, wie sie von ihrem Vater genannt wurde, hineinversetzen, man flieht, man lebt, man leidet mit ihr.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ulla
Deckname: Bird