Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gabiliest:
Unsere Baumhausstadt von Gideon Sterer
Komm mit in eine magische Welt
Mit “Unsere Baumhausstadt” hat der New York Times Bestsellerautor Gideon Sterer ein fröhliches Wimmelbuch vorgelegt, das durch die phantasievollen Illustrationen von Charlie Mylie die kleinen Lesenden in eine phantastische und friedliche Welt entführt. Schon das umlaufende Hardcover dieses hochwertig ausgestatteten Buches zeigt die Vielfalt und Freude der Figuren.
Sie laden die Kinder ein, in die Baumhausstadt mitzukommen. Das Buch ist für Kinder ab vier Jahren geeignet.
In der Baumhausstadt haben alle Bewohner ihre Berechtigung, es gibt keine Unterschiede zwischen Ethnien und Religionen. Inklusion wird vorgelebt, ein Kind im Rollstuhl ist immer wieder in den einzelnen Szenen zu finden. Dieses gelungene Wimmelbuch entführt in eine magische Welt. Mensch und Tier haben gleichermaßen ihren Platz, die Werte Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft werden durch die Vielfalt der Bilder und Szenerien immer wieder vermittelt. Auch Feste mit Musik und Tanz verbreiten heitere Stimmung. Die Bilder regen die Phantasie der Kinder an, soziales Verhalten wird groß geschrieben. So lernen die Kinder, dass Vielfalt eine Bereicherung des eigenen Lebens ist. Die Figuren erleben im Buch einen Zirkusbesuch, ein gemeinsames Festessen und den Besuch der Baumhausbücherei, aber auch einen Sturm, der vieles durcheinander wirbelt. Doch bald ist alles wieder gut, hier bekommt auch negatives Geschehen schnell einen positiven Ausblick.
Die Texte sind kurz und in Reimform, etwas, das Kinder mögen und das sich gut einprägt. Da Eltern und Kinder dieses gelungene und Optimismus verbreitende Bilderbuch sicher öfter zur Hand nehmen werden sind die Seiten aus dickem Papier ein großer Vorteil. Auch Geschwisterkinder werden an diesem Buch noch ihre Freude haben. Durch seinen Detailreichtum wird es der ganzen Familie immer wieder Spaß machen, in diese phantastischen Bilderwelten einzutauchen.
Mein Fazit:
Unsere Baumhausstadt ist ein phantasievolles Wimmelbuch mit vielfältigen Illustrationen, das wichtige soziale Werte betont und die Kinder zu kreativem Denken anregt. Es vermittelt eine friedliche und fröhliche Welt, in der jeder seinen Platz hat. So bieten die einzelnen Szenen der bunten Illustrationen immer wieder die Möglichkeit, Neues zu entdecken und mit den Kindern darüber zu sprechen. Ich kann dieses Buch gerne empfehlen und bewerte es mit fünf Sternen.
Rezensionen von BarbaraM:
Gute Nacht, Zoo von Sophie Schoenwald
Sanfte Tierträume, liebevolle Bilder, ein behütetes Gefühl
Wenn ich „Gute Nacht, Zoo“ von Sophie Schoenwald vorlese, beginnt für uns beide ein ganz besonderer Abendmoment. Auf jeder Doppelseite darf mein Kind ein Tierkind entdecken, das sich an Mama oder Papa schmiegt und langsam einschläft. Besonders mag ich die Szene mit dem Faultier, das sich an die Brust kuschelt – da sehe ich uns selbst ein kleines bisschen wieder.
Der kleine Elefant hält sich fest am großen Rüssel, das Giraffenkind bettet seinen Kopf auf ein weiches Wolkenkissen und die Nilpferdfamilie gähnt uns so herzlich entgegen, dass wir automatisch mitgähnen müssen.
Die Geschichte ist so eindeutig und einfühlsam geschrieben, dass mein Kind sofort versteht, was passiert. Ich merke jedes Mal, wie es mit jeder Seite ruhiger wird – oft kuschelt es sich an mich, während wir den Tieren beim Einschlafen zusehen.
Auch die Illustrationen von Günther Jakobs gefallen mir sehr. Die gedeckten, harmonischen Farben sind nicht überladen und schaffen eine wohltuende Ruhe. Gerade am Abend passt das perfekt – es wirkt fast so, als würden die Bilder selbst ein kleines Schlaflied singen.
Für mich ist „Gute Nacht, Zoo“ ein sehr gelungenes Vorlesebuch und super geeignet für die allabendliche Bettroutine. Es schafft einen Moment voller Nähe und Geborgenheit.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die sündigen Bordelle von Paris | 9 geile erotische Geschichten von Lucy Eva Gonzalez
Besondere Einblicke
Ich bin mit Henry und Adrien, Pierre und Richard und anderen Personen in den Bordellen von Paris unterwegs und spiele Mäuschen, wenn sie sich verwöhnen lassen. Und ich beobachte die Damen aus dem Gewerbe, wie sie den Herren außergewöhnliche Lustmomenten bescheren.
Mir hat der leichte, lockere, sehr freizügige Erzählstil der Autorin mit dem sie mir ihre gut vorstellbaren Geschichten erzählt ohne anstößig zu sein oder derb unter die Gürtellinie zu gehen, sehr gut gefallen.
Mit ihren Geschichten knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann heiß läuft und mir tolle Bilder aus den Bordellen von Paris liefert. Meinen Geschmack hat sie mit ihren leidenschaftlichen, erotischen und abwechslungsreichen Geschichten sehr gut getroffen und ich würde gerne mehr von ihr lesen.
Zum Abschluss bekomme ich wie immer als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte, diesmal von Lucy Eva Gonzalez als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und auch bei diesem Buch ist ein passendes Lesezeichen mit dabei.
Rezensionen von PucKker:
Organisch von Giulia Enders
Ernst und wehmütig
Das erste Buch von Giulia Enders, „Darm mit Charme“, habe ich regelrecht verschlungen – locker, witzig, informativ und mit viel Liebe zum Detail. Deshalb war klar: „Organisch“ musste ich unbedingt lesen.
Diesmal widmet sich Enders anderen Organen – Lunge, Immunsystem, Haut, Muskeln und Gehirn.
Jedes Kapitel beginnt mit einer sehr persönlichen Erinnerung, meist aus ihrer Familie, über ihre Oma, Verlust oder das Leben an sich. Danach folgt eine kurze, eher einführende Darstellung der wissenschaftlichen Aspekte. Tiefergehende Erklärungen bleiben dabei aber oft aus. Vieles hat man schon einmal gehört, und die Kürze der Kapitel lässt kaum Raum, wirklich in ein Thema einzutauchen.
Auch der Ton ist ganz anders als im Vorgänger: weniger verspielt und humorvoll, dafür sachlicher, manchmal sogar wehmütig. Für mich wollte das nicht so recht zusammenpassen – die intimen persönlichen Einblicke und der eher oberflächliche Sachbuchteil harmonieren nicht.
Insgesamt hat mich das Buch eher traurig und etwas ratlos zurückgelassen. Vielleicht ist es ein ehrlicher Einblick in das, was aus einer jungen, enthusiastischen Medizinerin wird, wenn sie älter und ernster wird. Aber als Leserin, die sich auf den Esprit und die Leichtigkeit von „Darm mit Charme“ gefreut hatte, hat mir hier genau das gefehlt.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Signora Commissaria und die kalte Rache von Alexander Oetker
Ein Stalker verunsichert Florenz
In Florenz folgt nachts ein Unbekannter jungen Frauen auf dem Heimweg. Zuhause angekommen, ist jede einzelne Frau froh, dass nichts passiert ist und sie in Sicherheit ist. Bis sie am nächsten Morgen vor ihrer Haustüre Vermisstenplakate entdecken, mit aktuellen Fotos samt Adressen der Frauen versehen - gruselig.
Giulia und Enzo sind alarmiert, und Luigi wird von ihnen alsbald aus seiner Bar in Sante Croce abgeholt.
Die drei setzen Puzzlesteine zusammen, machen Fortschritte und Rückschritte, bis Luigi einen flüchtigen Gedanken, der ihm seit Tagen im Kopf herum spukt, endlich fassen kann. Keine Sekunde zu früh, denn niemand weiss, wie weit der unbekannte Täter noch gehen wird.
Während Enzo und Luigi hervorragende Arbeit leisten, ist Giulia auf einmal gedanklich abwesend: die Geschichte vom Unfall ihrer Eltern beschäftigt sie bekanntermassen immer wieder, doch jetzt gibt es diesbezüglich plötzlich eine krasse Wendung. Bisher wurde von Giulias Familie dezent erzählt, doch nun, mit den neuen Entwicklungen, nimmt die Sache mehr Raum ein als bisher. Es ist gerade noch im akzeptablen Bereich, mehr hätte mich gestört, denn ich mag es nicht so, wenn ein normaler Kriminalfall von solchen Hintergrundgeschichten, von denen immer nur ein bisschen erzählt wird, unterbrochen wird. Deshalb bin ich gespannt, ob sich Band 4 dann nur darum oder noch um einen anderen Fall drehen wird. Ich hoffe auf Ersteres, damit Giulias Vergangenheit abgeschlossen wird - auch wenn es interessant ist -, damit man sich auf das jetzt und hier konzentrieren kann.
Der Fall um "Die kalte Rache" ist gut erzählt, vor allem die abendlichen Szenen sind bildhaft geschildert, so dass man mit den jungen Frauen mitfühlen kann und das nicht nur, weil wahrscheinlich jede Frau ähnliche Szenarien aus eigener Erfahrung kennt. Schmunzeln musste ich bei den Verfolgungsszenen im Ruderclub und bei Giulias temperamentvoller Störung eines geschäftlichen Mittagessen.
Die Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter. Hier, wie oben geschrieben, ist es vor allem Giulia. Enzo ist nach wie vor mein Lieblingscharakter in dieser Reihe. Beeindruckend, wie er zwischenmenschliche Schwingungen wahrnimmt und durch seine genaue innerliche Beobachtungsgabe Dinge wahrnimmt, die Sehende nicht bemerken.
Wie bereits im Vorgängerband beinhaltet der Krimi einige Rezepte, die Luigis Frau Carla kocht. Dieses Mal runden sie die jeweiligen Kapitel ab und werden sogar mit dazu passender Weinempfehlung aufgewertet.
Fazit: Ein gelungener Lesespass dank dem gewohnt tollen Schreibstil des Autors, verbunden mit einem interessanten Fall.
4 Sterne.
Rezensionen von Alo:
Die Tage im Café Torunka von Satoshi Yagisawa
Yagisawa enttäuscht nie
Nachdem ich bereits die anderen Werke von Satoshi Yagisawa gelesen und sehr geschätzt habe, war für mich klar: Auch sein neues Buch möchte ich unbedingt lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Tage im Café Torunka ist ein stilles, warmes Buch, das genau das richtige ist, wenn man nach einer Geschichte zum Wohlfühlen sucht.
Es liest sich leicht und kurzweilig, entfaltet aber gleichzeitig eine wohltuende Tiefe, die zum Nachdenken anregt.
Das Buch ist in drei gleich lange Teile gegliedert, die jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt werden. Alle drei Geschichten spielen rund um das Café. Zuerst begegnen wir einem Studenten, der im Café aushilft. Danach lernen wir einen älteren Stammgast kennen, bevor im dritten Teil die Tochter des Cafébesitzers im Mittelpunkt steht. Allen gemeinsam ist, dass sie während ihrer Zeit im Café nicht nur viel über die Liebe lernen, sondern auch über Freundschaft, Selbstliebe und das Leben an sich.
Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, glaubwürdig und auf Anhieb sympathisch. Man begleitet sie gerne auf ihrem Weg, teilt ihre kleinen Sorgen und Freuden und verlässt das Buch am Ende mit einem warmen Gefühl im Herzen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Liebesrausch von Charlotte von Feyerabend
Hat mich leider nicht überzeugt
Als die mit Hugh „Hugo“ Parker Guiler verheiratete Anaïs Nin (1903-1977) 1931 in Paris auf den amerikanischen Schriftsteller Henry Miller (1891-1980) trifft, entspinnt sich eine amour fou, die alle Konventionen sprengt.
„Etwas sagt mir, dass ich dich an ihn verlieren werde. Aber das werde ich nicht zulassen.
Anaïs, du gehörst zu mir! Auch wenn ich weiß, dass du seinen Verstand anziehend findest.“ (S. 41)
Denn nicht nur, weil Anaïs Nin ihrem Eheman Hugo, der sie finanziell großzügig unterstützt, in einer konventionellen Ehe verbunden bleibt, sondern weil Henrys Ehefrau June zu dieser menage à trois als vierte dazukommt, auch wenn diese Konstellation nicht allzu lange bestehen bleibt.
Ob es an Anaïs‘ toxischer Beziehung zu ihrem Vater liegt, dass sie sich auf Henry Miller, der nimmt, was kommt (und ihm nützlich ist) einlässt?
Eine Antwort bietet dieser Roman nicht, zumal er im Jahr 1936 endet. Die Beziehung zu Henry Miller wird noch einige Jahre andauern.
Meine Meinung:
Autorin Charlotte von Feyerabend erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Sowohl aus der Sicht von Anaïs als auch jener Henrys. So richtig kann ich mich mit den handelnden Personen nicht anfreunden. Vor allem Hugo bleibt für mich persönlich sehr blass. Warum lässt er sich das alles gefallen? IHenry und Anaïs leben in einer Blase von Sex, Drugs und Lügen, die der gute Hugo finanziert.
Der Tanz auf dem Vulkan, den vor allem Henry und Anaïs jahrelang zelebrieren, mag der Herkunft beider geschuldet sein.
Außerdem fehlt mit ein bisschen das historische Umfeld mit der politischen Entwicklung in Deutschland in der Erzählung. Okay, Hugo erwähnt, dass er ein Jobangebot in London hat und er dunkle Wolken heraufziehen zieht. Aber sonst?
Vor vielen Jahren habe ich Anaïs Nins Buch Das Delta der Venus gelesen. Vielleicht sollte ich dieses bzw. eines ihrer anderen Bücher lesen.
Fazit:
Leider hat mich dieser Roman der Person Anaïs Nin nicht wirklich näher gebracht, daher gibt es nur 3 Sterne.
Rezensionen von effa:
Aufsteiger von Peter Huth
Wunderbare Darstellung der Gesellschaft
Peter Huth hat mich mit seinem zweiten Roman (den ersten den ich von ihm lese) "Aufsteiger" sofort in seinen Bann gezogen. Das Cover knüpft perfekt an sein erstes Roman-Cover an, die zwei passen gut zusammen. Und dazu der unerwartete Beginn der Geschichte - nach Lesen des Klappentextes wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass der Grundstein für die folgende Erzählung in der Gerichtsmedizin gelegt wird.
Felix Lichts beschauliches und finanzstarkes Leben wird ordentlich durchgerüttelt, als nicht er sondern seine ehemalige Praktikantin Zoe Rauch die Redaktionsleitung seines Magazins bekommt - und das aus Gründen, die in unserer Gesellschaft für Zündstoff sorgen: er ist ein Mann, zu alt und weiß. Das Magazin möchte sich verändern, mit der unattraktiven Vergangenheit abschließen - und mit ihm seine Besitzer, das Ehepaar Berg. Gleichzeit wittert ein ehemaliger, gehörnter Anwalt seine Chance, in seinem hetzerischen Blog neue zahlungskräftige Follower zu gewinnen, indem er sich Felix Licht als Anwalt gegen den Verlag anbietet.
Ich finde das Buch wunderbar. Die verschiedenen politischen Ansichten und Eitelkeiten werden so treffend beschrieben, dass ich den jeweiligen Personen gar nicht richtig böse sein kann und einfach nur gespannt bin, wie sie das sich immer schneller drehende Rad der Wut, Verletztheit und gekränktem Stolz stoppen können - oder fährt es einfach gegen die Wand und zerschellt?
Treffendster Satz, der das zugrunde liegende Problem in Felix Lichts Leben und auch der Realität am besten beschreibt:
"Felix Lichts Schmerz spiegelte den Schmerz einer ganzen Generation von Männern, die sich dagegenstemmten, älter zu werden, und die nicht einsehen wollten, dass sie und ihre Deutungshoheit über die Welt abgelöst würde."
Peter Huth, ein alter, weißer Mann, schreibt über alte, weiße Männer. Macht Freude.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Am Semmering von Tanja Paar
Hat mir gut gefallen
Tanja Paar entführt ihre Leser in die Sommerfrische-Idylle am Zauberberg der Wiener, den Semmering. Man schreibt das Jahr 1928. Die Donaumonarchie und der Adel sind längst Geschichte. Das neue jüdische Bürgertum hat den Hausberg als Sommerfrische auserkoren. Bekannte Architekten bauen Villen für sie, damit sie, wenn sie mit Sack und Pack über den Sommer einziehen, die selbe Bequemlichkeiten haben, wie in der großen Stadt, nur mit sauberer Luft.
Doch es ist nicht die Herrschaft, die hier beschrieben wird, sondern die einfachen Leute wie das Postfräulein Negrelli, die Bauern, deren Kinder statt in die Schule zu gehen auf dem Hof schuften müssen, das Dienstpersonal der großen Hotels, die Holzknechte oder die Köchin Rahel, die für die jüdischen Gäste koscher kocht sowie der Pianist Szabo. Es ist auch eine Geschichte der Einheimischen und der Zugezogenen, wie dem Eisenbahner Bertl und seiner Frau Klara, die im Bahnwärterhaus an der Südbahn wohnen. Bertl bekleidet nun den Posten eines Fahrdienstleiters. Das Paar ist dankbar für sein kleines Glück, dem nur noch ein Kind fehlt, das sich partout nicht einstellen will.
Nach der Weltwirtschaftskrise 1929, die auch vor der Sommerfrischenidylle am Semmering nicht Halt macht, beginnen die politischen Spannungen spürbar zu werden. Bertl, als Eisenbahner ein Sozialist, kann mit den frömmelnden Einheimischen wenig anfangen, und umgekehrt. Und doch ist der Semmering eine winzige Insel der Seligen, in der Klara sogar Tennis spielen lernt und ihrerseits versucht, Szabo das Eislaufen beizubringen.
Als die Heimwehr sich immer stärker in Szene setzt, legt auch der republikanische Schutzbund nach, bis die Situation im Februar 1934 im Bürgerkrieg eskaliert. Niemand kann so recht glauben, dass illegale Nazis und Sozialisten gemeinsam im Anhaltelager Wöllersdorf in Haft sind.
Dann kommt das Jahr 1938 und die heile Welt am Semmering gerät vollends aus den Fugen. Zuerst verschwindet das Fräulein Negrelli und dann Rahel ...
Meine Meinung:
Dieser historische Roman, der auf den Erinnerungen ihre Großeltern Klara und Bertl, sowie dem mysteriösen Erbe einer Porzellanpuppe, in deren Reifrock ein Schaijtel, also jene Perücke, die orthodoxe Jüdinnen nach ihrer Heirat, tragen (müssen), basiert, zeichnet die Jahre zwischen 1928 und 1945 sehr feinfühlig nach.
Zwischen den einzelnen Episoden sind Gedanken des schlechten Gewissen sowohl von Klara als auch von Szabo zu lesen, der sich Vorwürfe macht, Rahel nicht besser unterstützt zu haben. Er steht stellvertretend für alle, die lange, zu lange gezögert haben, jüdischen Bekannten und Freunden zu helfen. Offen bleibt der Verbleib des Fräulein Negrelli, während das Schicksal von Rahel klar ist.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Roman 5 Sterne.
Rezensionen von ReiShimura:
Rewitched von Lucy Jane Wood
Zauberhaft, aber nicht verzaubert
Bereits seit meiner Kindheit bin ich fasziniert von Hexen und Magie. Diese Faszination ist mit zunehmendem Alter zwar ein wenig geschrumpft, aber gegen eine gute Geschichte über eine moderne Hexe habe ich nichts einzuwenden. Lucy Jane Woods Roman hat mir ein paar vergnügliche Lesestunden beschert, aber zum Lesehighlight hat es nicht gereicht.
Dabei hat die Autorin es geschafft viele Kleinigkeiten, die ich mag in ihrem Buch zu vereinen. Dazu zählt selbstverständlich Magie und Hexenkunst. Auch wenn dies für manche vielleicht einfallslos oder langweilig klingt, aber ich habe mich gefreut, endlich wieder einmal über ganz klassische Hexenkunst zu lesen. Ich bewundere alle Fantasyautorinnen und -autoren für ihre kreativen Einfälle, aber manchmal will man einfach nur ursprüngliches und althergebrachtes. Lucy Jane Wood hat dieses alte Wissen sehr gut in die moderne Welt eingebunden und vor allem die kleinen Zauber in der Buchhandlung fand ich herzallerliebst. Wobei Buchhandlung ein gutes Stichwort ist. Auch für die Wahl des Handlungsortes bekommt die die Autorin von mir Pluspunkte. Ebenso für die interessanten und leicht kauzigen Nebencharaktere.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und gerade der erste Teil des Buches ist nur so an mir vorbeigeflogen. Die herbstliche Stimmung war klar und deutlich spürbar und auch die verschiedenen Emotionen konnte ich fühlen und nachempfinden. Ich konnte von der ersten Seite weg richtiggehend in die Geschichte eintauchen und hätte am liebsten den Platz mit Belle getauscht. Auch gegen Ende hin, als sich die Ereignisse förmlich fast überschlagen haben, war ich tief versunken in den Vorkommnissen. Leider gab es aber auch den Mittelteil, beidem ich oft das Gefühl hatte, dass das Buch nie ein Ende finden würde. Obwohl auch dort viel passiert und es eigentlich nie langweilig wird, hat sich dieser für mich ein wenig gezogen.
Wenig begeistern konnte ich mich auch für die Liebesgeschichte. Dies liegt aber nicht daran, dass ich prinzipiell etwas gegen Liebesgeschichten habe, sondern eher daran, dass der Funke einfach nicht übergesprungen ist. Es zwar meiner Meinung nach zwar schon relativ früh im Buch klar, zwischen welchen Personen sich etwas entwickeln wird, aber richtig gespürt habe ich das Ganze nicht. Obwohl ich an vielen anderen Stellen die Gefühle von Belle gut nachvollziehen konnte, vor allem, was ihr mangelndes Selbstvertrauen betrifft, war die aufkeimende Liebe für mich einfach nicht glaubhaft.
Wie bereits erwähnt, konnte Lucy Jane Wood bei mir Punkte sammeln für ihre Charaktere. Dazu zählt vor allem Belle, immerhin geht es in dieser Geschichte um sie und ihre Hexenmagie. Besonders hervorheben möchte ich, dass sich die Autorin nicht nur darauf beschränkt hat die Entwicklung der Kräfte zu beschreiben, sondern Belle auch als Persönlichkeit im Laufe des Buches gewachsen ist und eine deutliche Charakterentwicklung durchgemacht hat.
Der Hexenzirkel, dessen Mitglieder und die Beschreibungen des Ganzen habe ich sehr interessant gefunden und der Großteil davon war auch sehr gelungen. Allerdings gab es auch hier einige Punkte, die ich nicht ganz verstanden habe bzw. die für mich nicht logisch waren.
Alles in allem war dieses Buch wie gesagt, eine durchaus angenehme Leseerfahrung. Allerdings konnte ich mich die Geschichte nicht so begeistern und mitreißen wie ich es mir erhofft und erwartet habe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem für das Buch aussprechen, und zwar für all jene, die eine Einstimmung auf den Herbst haben möchten und die, so wie ich, ein Faible für Hexenmagie haben.











