Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ingri:
Dr. No von Percival Everett
unterhaltsam verrückte, mathematische Bond Sartire
Wala Kitu forscht an der renommierten Brown Universität an nichts, an dem Nichts. John Sill möchte ins US-amerikanische Fort Knox, dem Golddepot der USA einbrechen, um das angeblich dort gelagerte Nichts zu stehlen. Wala Kitu wird engagiert, um Sill im Umgang damit zu unterstützen.
Das Buch kann man getrost als eine Mischung aus Spionageroman, Science-Fiction, Satire und philosophische Betrachtung bezeichnen.
Man hat einen eher verrückten Professor, „Dr. No“ der das Nichts erforscht. Einen klassischen Schurken, den Milliardär John Will, ein Bond Girl Eigen und Gloria, ein Roboter. Speziell den Professor fand ich auf Grund seiner Unbedarftheit und Schrullen – gut er ist im Spektrum- faszinierend und es erlaubt damit der Geschichte, den Lauf, den sie nimmt. Alle Figuren sind satirisch entsprechend überzeichnet und man findet Elemente aus diversen Actionfilmen wieder, wie Men in Black, also sonderlich glaubhaft ist die Geschichte nicht.
Die philosophisch mathematischen Ergüsse vor allem zu Beginn, führen schon mal leicht zu Kopfschmerzen, wenn man nicht vom Fach ist, jedoch können diese Stellen auch getrost übersprungen sein.
Hintergründig läuft immer etwas Systemkritik an den Vereinigten Staaten mit, den Ressentiments und Problemen die Schwarze in den USA ausgesetzt sind und auch das Luxusleben der Superreichen allgemein wird thematisiert. Andere Werke des Autors haben aber vielleicht eine größere gesellschaftlichere Relevanz, da sie diverse Probleme in den USA stärker thematisieren.
Man erhält hierbei also einen unterhaltsam geschriebenen Schurkenroman, gewürzt mit mathematischen und philosophischen Überlegungen zum Nichts.
Rezensionen von Bibibabby:
A Heart of Wind and Earth von Laura Nick
Unterhaltsam, aber nicht fesselnd
Dieses Buch finde ich leider nur durchschnittlich. Die Geschichte ist zwar unterhaltsam, zieht sich jedoch stellenweise in die Länge. Erst nach dem ersten Viertel kommt die Handlung richtig in Gang.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Farina und Finn erzählt. Das erlaubt zwar Einblicke in die Gedanken der Figuren, doch ich hätte mich immer wieder etwas mehr Tiefe in ihren Motivationen gewünscht.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und die Spannung bleibt über das ganze Buch hinweg erhalten. Der Hochpunkt ist ein Kuss, also die Beziehung bleibt ziemlich zurückhaltend, sodass ich das Buch bedenkenlos auch jungeren Leser empfehlen kann.
Die Fantasiewelt mit ihren Elementarkräften und Monstern ist interessant, doch das Worldbuilding wirkt eher oberflächlich. Das könnte aber daran liegen, dass es sich um den zweiten Band der Reihe handelt, und die Welt bereits im ersten Band ausführlicher erklärt wurde.
An einigen Stellen fand ich Erklärungen oder Handlungsstränge nicht ganz überzeugend. Z.b., dass ein Eisriese spurlos durch einen Wald laufen könnte, oder dass in einem so dichten Wald, in dem kein Sonnenschein den Boden erreicht, man einfach einen beliebigen Baum hochklettern und über das Blätterdach hinweg einen zwei Tagesmärche entfernten Vogelschwarm erkennen kann.
Fazit: unterhaltsam genug, aber konnte mich nicht richtig packen.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Aufsteiger von Peter Huth
Großartiger und packender Gesellschaftsroman
In seinem neuen Roman "Aufsteiger" erzählt Peter Huth die Geschichte des 48-jährigen Felix Licht. Dieser ist seit 20 Jahren mit seiner Frau Sarah verheiratet, die beiden haben eine gemeinsame Tochter, die 10-jährige Emilia. Felix ist seit über 10 Jahren als Journalist für ein Wochenmagazin tätig und wartet ungeduldig auf einen Termin bei Christian Berg, dem Eigentümer des Magazins.
Endlich ist es soweit, er hofft, zum Chefredakteur berufen zu werden und malt sich seine Zukunft in den schönsten Farben aus. Er wird seinen Freund und derzeitigen Chefredakteur Richard Leck ablösen, einen "Mann von gestern", dessen Zeit vorbei ist. Felix' Enttäuschung ist riesig, als nicht er berufen wird, sondern ausgerechnet die attraktive Zoe Rauch, deren Mentor, Freund und Vertrauter er vor 12 Jahren war ...
Die Geschichte ist in intelligenter und klarer Sprache erzählt und liest sich sehr flüssig. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, die Charaktere bildhaft und authentisch zu skizzieren. Wir lernen den ehrgeizigen Felix Licht kennen, erleben seine Enttäuschung und Resignation, die er im Alkohol zu ertränken versucht, blicken tief in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Seine Ehe droht zu scheitern, ein ehemaliger Anwalt, der vom Leben enttäuscht und nun als Hassblogger tätig ist, bietet ihm juristischen Beistand an.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es hat mich von Beginn an gefesselt und berührt. Ich fand es spannend, hinter die Kulissen eines Verlags und dessen Machenschaften zu schauen. Auch die juristischen Aspekte des Falls sind interessant, Verfahrensabläufe werden beschrieben, der Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit deutlich gemacht. Ich mochte Felix, der für seine Karriere beim Magazin auf so vieles verzichtet hatte, seine Familie und Freundschaften vernachlässigte, und dessen Welt von einem Tag auf den anderen zusammenbricht, weil er nun selbst der "Mann von gestern" ist. Ich mochte auch die junge Zoe, die es trotz ihres selbstbewussten Auftretens nicht leicht hat, in ihrem neuen beruflichen Umfeld andere Wege zu gehen und dabei auch Persönliches mit Beruflichem zu verknüpfen versucht.
Es hat mir gut gefallen, dass das Buch viele wichtige Themen beinhaltet. Es geht nicht nur um gescheiterte Zukunftspläne und die Macht eines Chefredakteurs, sondern auch um Klimakleber, um einen Kriegstanz, der einen neuen Namen erhält, und es geht um Feminismus, Manipulation durch die sozialen Medien, Diskriminierung und queere Themen. Es gibt verschiedene Wendungen - wobei allerdings eine Wendung infolge des Prologs etwas zu früh zu erahnen ist -, ehe die Handlung auf ihr dramatisches Finale zusteuert.
Absolute Leseempfehlung für diesen großartig geschriebenen gesellschaftskritischen Roman mit Tiefgang, der mich bestens unterhalten hat!
Rezensionen von FogandBooks:
Honeybridge. All Mine von Pippa Nixon
Wohlfühl-Atmosphäre mit kleinen Schwächen
Der Einstieg in die Geschichte war für mich gar nicht so einfach. Obwohl mir der Schreibstil grundsätzlich gefällt, kam ich mit der Erzählweise in der dritten Person nicht sofort zurecht. Die sehr kurzen Sätze haben es mir zusätzlich schwer gemacht, wirklich in den Lesefluss zu finden. Trotzdem gab es gleich zu Beginn einige Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und Figuren, die ich sofort ins Herz geschlossen habe.
Besonders die Atmosphäre im Buchladen hat mir richtig gut gefallen und auch Amber ist einfach zuckersüß.
Nach und nach hat sich das Bild für mich gewandelt. Je weiter ich gelesen habe, desto wohler habe ich mich in Honeybridge gefühlt. Es entstand dieses ganz besondere Smalltown-Feeling, das mich sofort an meine liebsten Wohlfühlserien erinnert hat. Es gibt viele charmante Momente, die eine Mischung aus Humor, Romantik und Herzenswärme entstehen lassen. Die Charaktere bekommen mehr Tiefe, und ich habe angefangen, sie richtig gern zu begleiten. Besonders schön fand ich, wie sich diese Kleinstadt langsam vor meinen Augen entfaltet hat und ich das Gefühl bekam, mittendrin zu sein.
Gegen Ende hatte ich jedoch das Gefühl, dass nicht alles so rund ineinandergriff, wie ich es mir gewünscht hätte. Manche Entwicklungen wirkten etwas zu schnell erzählt, was mich leider ein wenig aus der Geschichte herausgerissen hat. Dennoch gab es genug berührende Szenen, die das Herz wärmen und mich neugierig auf das machen, was noch in Honeybridge passieren wird.
Insgesamt ist Honeybridge – All Mine für mich ein Buch, das vor allem durch seine cozy Atmosphäre und die liebenswerten Figuren punktet. Es ist nicht perfekt, aber es schenkt ein gutes Gefühl beim Lesen und macht Lust, wieder nach Honeybridge zurückzukehren.
Rezensionen von clematis:
Die Töchter von Usedom - Im Sturm der Zeiten von Jessica Weber
Die Büchner-Frauen
Swinemünde an der Ostsee, 1870: Das Schicksal hat entschieden: Nach einem Unfall bleiben Großmutter Elfriede und die Cousinen Ella und Lina Büchner allein zurück und führen fortan gemeinsam eine kleine Pension, in welcher sie drei Zimmer an Gäste vermieten. Während Lina immer den Kopf in den Wolken hat und vom Theater träumt, ist Ella die bodenständige, die stets das Geschäft vor Augen hat, ja sogar expandieren möchte.
Jede der drei Büchner-Frauen hat eigene Träume und Vorstellungen vom Leben, dieses bringt aber manchmal etwas ganz anderes.
Dieser großartige Roman erzählt höchst lebendig von den beiden jungen Fräulein Ella und Lina, die nach dem Tod ihrer Eltern wie Schwestern bei der liebevollen aber doch gestrengen Großmutter aufwachsen. Als der fahrende Zirkus in den Ort kommt, steht für Lina das Leben auf dem Kopf. Und auch Ella muss weitreichende Entscheidungen treffen. Voller Bilder und Emotionen sprüht diese Geschichte, offenbart tiefe Gefühle und weht ab und zu auch einmal eine steife Brise von der Ostsee ins Land. Anfangs wohlbehütet, müssen die Cousinen sich aber bald der mitunter rauen Lebensrealität stellen und mit den Herausforderungen wachsen.
Jessica Weber packt mit viel Liebe zum Detail historische Begebenheiten aus der Kaiserzeit in einen flotten, unterhaltsamen Roman und weckt Neugierde auf mehr rund um die Büchner-Frauen Lina, Ella und Elfriede. Schön, dass die Fortsetzung bereits bereitliegt, denn Band 1 der Ostsee-Familiensaga kann ich schon einmal guten Gewissens empfehlen.
Rezensionen von tinten_fischchen:
Das Lexikon gruseliger Tiere von Philip Bunting
Witzige Wissensvermittlung
Sachbücher für Kinder sind eine eigene Kunst. Allein die Auswahl der Stichpunkte, die es ins Buch schaffen, ist nicht leicht. Was ist wichtig? Was ist interessant genug?
Das Lexikon der gruseligen Tiere kommt gruselig daher. Das Cover stimmt den Betrachter schon ein wenig auf Halloween ein.
Inhaltlich bietet es vor allem Angeberwissen – sogenanntes unnützes Wissen.
Genau die Dinge, die Kindern im Gedächtnis bleiben, weil sie einen Wow-Effekt haben. Dazu kommen scherzhafte, oft absurde Bemerkungen, wie „Hat schon als Kleinkind Kampfsport trainiert“ oder „Der beste Staubsauger von Mutter Natur“.
Leider stimmen nicht alle Fakten. z.B. ist die Aussage, dass wir 60% unserer Gene mit Bananen teilen falsch. Tatsächlich haben etwa 60% unsere Gene ein Gegenstück im Bananengenom. Das ist etwas anderes.
Der Text ist gut ansonsten gut aufbereitet. Für Größenangaben werden regelmäßig Alltagsgegenstände zum Vergleich herangezogen. Der Autor wendet sich direkt an die Leser, wodurch der Stil sehr kindgerecht und keineswegs trocken ist. Layout und Bilder gefallen uns ebenfalls: Die Zeichnungen sind klasse, und die liebevollen Details machen Spaß.
Fazit: Das Lexikon der gruseligen Tiere bietet humorvolle Wissensvermittlung. Der Humor steht eindeutig im Vordergrund, da darf auch ruhig ein wenig Quatsch im Buch vorkommen. Auch Erwachsene können mit dem Buch Spaß haben und Neues lernen.
Rezensionen von Piet1990:
The Island - Auf der Flucht von Nicola Martin
Spannung pur
The Island – Auf der Flucht hat mich sofort durch das Cover angesprochen: tropisch, düster und geheimnisvoll – genau die Mischung, die mich bei einem Thriller neugierig macht. Das Setting eines luxuriösen Inselresorts, kombiniert mit einer dunklen Vergangenheit, klang nach einer spannenden Ausgangslage, und genau das habe ich auch bekommen.
Im Mittelpunkt steht Lola, die auf Keeper Island als Hotelmanagerin neu anfängt. Die paradiesische Kulisse steht dabei im starken Kontrast zu den düsteren Ereignissen, die sich bald entwickeln. Eine Leiche wird entdeckt und schnell wird klar, dass Lola ihre Vergangenheit nicht so leicht hinter sich lassen kann. Die Handlung baut sich spannend auf, bleibt dabei aber stets nachvollziehbar und logisch.
Gut gefallen hat mir der Schreibstil. Flüssig, atmosphärisch dicht und schafft es, die tropische Umgebung genauso lebendig zu machen wie die wachsende Bedrohung. Ich konnte mich gut in die Situation hineinversetzen, auch wenn ich mir bei einigen Nebenfiguren etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Lola dagegen fand ich sehr authentisch – sie ist keine Stereotypin, sondern vielschichtig, mit Ecken und Kanten, was sie umso glaubwürdiger macht.
Mich hat das Buch vor allem wegen des ungewöhnlichen Schauplatzes und der Mischung aus psychologischem Thriller und klassischer Spannung angesprochen. Es hebt sich von anderen Inselthrillern ab, ohne zu übertreiben. Auch wenn nicht jede Wendung komplett überrascht, ist die Geschichte spannend genug, um bis zum Ende dranzubleiben.
Fazit:
The Island – Auf der Flucht ist ein packender Thriller mit tropischem Flair und einer starken Hauptfigur. Wer Geschichten mag, die Spannung mit einem exotischen Setting kombinieren, wird hier auf seine Kosten kommen. Trotz kleiner Schwächen in der Figurenzeichnung kann ich das Buch absolut weiterempfehlen.
The Island – Auf der Flucht hat mich sofort durch das Cover angesprochen: tropisch, düster und geheimnisvoll – genau die Mischung, die mich bei einem Thriller neugierig macht. Das Setting eines luxuriösen Inselresorts, kombiniert mit einer dunklen Vergangenheit, klang nach einer spannenden Ausgangslage, und genau das habe ich auch bekommen.
Im Mittelpunkt steht Lola, die auf Keeper Island als Hotelmanagerin neu anfängt. Die paradiesische Kulisse steht dabei im starken Kontrast zu den düsteren Ereignissen, die sich bald entwickeln. Eine Leiche wird entdeckt und schnell wird klar, dass Lola ihre Vergangenheit nicht so leicht hinter sich lassen kann. Die Handlung baut sich spannend auf, bleibt dabei aber stets nachvollziehbar und logisch.
Gut gefallen hat mir der Schreibstil. Flüssig, atmosphärisch dicht und schafft es, die tropische Umgebung genauso lebendig zu machen wie die wachsende Bedrohung. Ich konnte mich gut in die Situation hineinversetzen, auch wenn ich mir bei einigen Nebenfiguren etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Lola dagegen fand ich sehr authentisch – sie ist keine Stereotypin, sondern vielschichtig, mit Ecken und Kanten, was sie umso glaubwürdiger macht.
Mich hat das Buch vor allem wegen des ungewöhnlichen Schauplatzes und der Mischung aus psychologischem Thriller und klassischer Spannung angesprochen. Es hebt sich von anderen Inselthrillern ab, ohne zu übertreiben. Auch wenn nicht jede Wendung komplett überrascht, ist die Geschichte spannend genug, um bis zum Ende dranzubleiben.
Fazit:
The Island – Auf der Flucht ist ein packender Thriller mit tropischem Flair und einer starken Hauptfigur. Wer Geschichten mag, die Spannung mit einem exotischen Setting kombinieren, wird hier auf seine Kosten kommen. Trotz kleiner Schwächen in der Figurenzeichnung kann ich das Buch absolut weiterempfehlen.
Rezensionen von Piet1990:
Shark Heart von Emily Habeck
Poetisch, bewegend – aber nicht immer greifbar
Shark Heart ist eines dieser Bücher, das mich schon durch sein ungewöhnliches Konzept neugierig gemacht hat. Die Idee, eine körperliche Verwandlung als Metapher für Veränderung, Verlust und Krankheit zu nutzen, finde ich mutig und originell. Das Cover hat genau die richtige Mischung aus Schlichtheit und Symbolik – es passt perfekt zum Ton des Buches.
Die Geschichte selbst ist berührend und hat viele emotionale Tiefen. Besonders die Beziehung der Hauptfiguren hat mich bewegt, weil sie nicht romantisch verklärt, sondern ehrlich und mit Ecken und Kanten erzählt wird. Die Autorin trifft oft genau den richtigen Ton, wenn es um Schmerz, Hoffnung und das Loslassen geht.
Was ich besonders stark fand, war der Sprachstil: ruhig, bildhaft, beinahe poetisch. Manche Abschnitte haben mich innehalten lassen – nicht wegen ihrer Dramatik, sondern wegen der emotionalen Wucht, die sich langsam entfaltet. Auch die Struktur des Romans, mit Rückblenden und Perspektivwechseln, fand ich gelungen, weil sie die Figuren vielschichtiger macht.
Allerdings muss ich auch sagen: Nicht alles hat mich gleichermaßen überzeugt. Die Metapher der Verwandlung, so kraftvoll sie im Kern ist, wirkte auf mich an manchen Stellen ein wenig überfrachtet oder zu künstlich – fast so, als müsste die Symbolik durchgedrückt werden, statt sich natürlich zu entfalten. Gerade wer einen klassisch erzählten Roman erwartet, könnte sich anfangs schwer tun, Zugang zu finden.
Zudem bleiben einige Nebenfiguren recht blass, obwohl sie viel Potenzial für emotionale Tiefe hätten. Ich hätte mir da mehr Entwicklung gewünscht – nicht jeder Handlungsstrang fühlt sich am Ende vollständig an.
Fazit:
Shark Heart ist ein literarisch anspruchsvoller, tief emotionaler Roman mit einem außergewöhnlichen Konzept. Wer offen für symbolische Erzählformen ist und sich auf eine ungewöhnliche Perspektive einlassen kann, wird hier mit einem bewegenden Leseerlebnis belohnt. Nicht alles wirkt immer ganz rund, aber gerade in seiner Unvollkommenheit liegt auch eine gewisse Schönheit. Eine klare Empfehlung für Leser:innen, die Bücher jenseits des Gewöhnlichen schätzen.
Rezensionen von Piet1990:
Die Hummerfrauen von Beatrix Gerstberger
Atmosphäre ja – Tiefgang leider nicht
„Die Hummerfrauen“ von Beatrix Gerstberger hat mich durch das ungewöhnliche Setting in einem kleinen Fischerdorf in Maine neugierig gemacht – und gerade die Atmosphäre ist auch tatsächlich eine der Stärken des Buches. Ich mochte die bildhafte Sprache und konnte mir das raue Leben am Meer sehr gut vorstellen.
Auch das Cover mit dem Hummer ist gelungen und passend zur Geschichte.
Im Zentrum stehen drei Frauen aus unterschiedlichen Generationen: Ann, Julie und Mina. Während mir Ann mit ihrer stoischen Art und ihrem Hummer „Mr. Darcy“ sofort sympathisch war, blieb mir vor allem Mina überraschend blass. Ihre innere Zerrissenheit wurde zwar angedeutet, aber für meinen Geschmack nicht ausreichend greifbar gemacht. Einige Beziehungen – besonders zwischen Mina und ihrer Mutter – wurden angerissen, aber nicht wirklich vertieft. Schade, denn hier hätte viel Potenzial für emotionale Tiefe gelegen.
Der Schreibstil ist klar und ruhig, aber teilweise auch etwas zu distanziert. Ich hatte häufig das Gefühl, durch Szenen geführt zu werden, ohne wirklich emotional involviert zu sein. Auch dramaturgisch blieb das Buch für mich zu zurückhaltend – einzelne interessante Fäden verlaufen im Nichts, und die Spannungskurve flacht oft ab, bevor sie überhaupt richtig Fahrt aufnehmen kann.
Trotzdem: Die Beschreibungen des Alltags, das maritime Flair und die weiblichen Perspektiven haben etwas Beruhigendes. Es ist ein ruhiger Roman mit viel Atmosphäre – nur leider hat mir am Ende das Gefühl gefehlt, dass etwas wirklich bewegt wurde.
Fazit:
Ein Buch mit viel Atmosphäre und starker Kulisse, das aber erzählerisch und emotional nicht voll überzeugt. Wer Lust auf ruhige, feinfühlige Sommerlektüre mit Küstenflair hat, wird hier fündig. Wer Tiefe, Spannung oder komplexe Figurenentwicklung sucht, wird vermutlich enttäuscht.
Rezensionen von Piet1990:
Zwischen zwei Leben von Minna Rytisalo
Still, ehrlich und überraschend kraftvoll
„Zwischen zwei Leben“ von Minna Rytisalo hat mich mit seiner ruhigen, fast unspektakulären Art überrascht – im besten Sinne. Es ist kein Buch, das mit großen Wendungen oder lauten Momenten auffällt, sondern eines, das sich langsam entfaltet und gerade dadurch Wirkung zeigt.
Im Mittelpunkt steht Jenny, eine Frau in der Mitte ihres Lebens, deren Alltag zwischen Familie, Verpflichtungen und innerer Leere festgefahren ist.
Ihr stiller Neuanfang, ihr Abwägen zwischen Gewohntem und Unbekanntem, hat mich sehr berührt. Es geht nicht um Eskalation, sondern um ehrliche, nachvollziehbare Veränderung – und genau das macht das Buch so authentisch.
Der Schreibstil ist reduziert, klar und trotzdem poetisch. Die Sprache ist nicht spektakulär, aber sehr präzise. Man merkt der Autorin an, dass sie genau weiß, wann sie etwas aussprechen und wann sie etwas unausgesprochen lassen muss. Das gibt dem Text Tiefe, ohne ihn schwer zu machen.
Auch Jennys Gedankenwelt hat mir gefallen. Sie ist keine „Heldin“ im klassischen Sinn, sondern einfach eine Frau, die sich selbst wiederfindet – leise, tastend, aber mit wachsender Entschlossenheit. Diese leise Stärke hat mich beeindruckt. Die Märchenfiguren, die immer wieder auftauchen, fand ich originell und gelungen – ein schönes literarisches Stilmittel, das den gesellschaftlichen Druck kommentiert, ohne platt zu wirken.
Was mir besonders gut gefallen hat: Das Buch bewertet nichts. Es beschreibt. Es begleitet. Es nimmt ernst. Und es traut seiner Hauptfigur zu, Entscheidungen zu treffen – ganz ohne Pathos.
Fazit:
Ein stilles Buch über große Veränderungen. Wer schnelle Handlung oder Dramatik sucht, wird hier nicht fündig. Aber wer sich auf eine leise, ehrliche Geschichte über Selbstfindung, weibliche Lebensrealitäten und den Mut zum Neuanfang einlassen will, sollte „Zwischen zwei Leben“ unbedingt lesen. Mich hat es noch lange beschäftigt.











