Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Arosa - wo auch Gauner Urlaub machen von Andreas Russenberger
Winterliche Gaunergschichten
Mit dieser Sammlung von Kurzkrimis ist Andreas Russenberger eine witzige, winterliche Anthologie gelungen, die im Schweizer Ferien- und Luftkurort Arosa, spielt. Normalerweise bin ich ja nicht so der Fan von Kurzgeschichten, doch diesmal hat mich der überwiegende Teil zum Schmunzeln gebracht. Zudem gibt es einzelne Geschichten, die zum Nachdenken anregen.
Besonders die „Spaghetti-Ski mit den Parablacks“ haben mich erheitert - lang und schmal mit dem Kunststoffgupferln. Slalomläufer wie Hansi Hinterseer sind damals damit gefahren. Aber, wer sie erfunden hat, weiß ich nicht mehr. Die Geierschnäbel an den Spitzen sind von Erwin Stricker.
Der Name des Skiortes erinnert mich an meine Kindheit, in der die Grazer Firma Englhofer, die mit Schokolade gefüllten Pfefferminzzuckerl namens Firn, auch jene (für meinen damaligen Geschmack) extra scharfen Zuckerl (ohne Schoki) mit dem Namen Arosa erzeugt hat. Hier hat der Wintersportort Pate gestanden. Beide in einem rechteckigen Format und in Silberpapier gewickelt. Die Firn-Zuckerl gibt es ohne nennenswerte Unterbrechung seit rund 100 Jahren, die Arosa sollen Gerüchten zufolge wieder erzeugt werden. Aber, das ist eine andere Geschichte!
Das Cover, das an eines der alten Plakate des Fremdenverkehrsvereines erinnert, lädt ein, diese Krimis zu lesen. Nicht immer stirbt jemand. Lachen musste ich über die (erfundene ?) Anekdote über Arthur Conan Doyle und seine Rutschpartie auf dem Hosenboden.
Fazit:
Winterliche Mordgeschichten, die sich bei einer heißen Schokolade oder Tee recht schnell lesen lassen und dafür 4 Sterne erhalten.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten von Davide Morosinotto
Ein gelungener Jugendkrimi
Die schier unglaubliche Geschichte des Kaspar Hauser (vermutlich 1812-1833) hat den Jugendbuchautor Davide Morosinotto inspiriert, eine fiktive, historische Detektivgeschichte zu schreiben.
Im Mittelpunkt seiner Geschichte, in der wir neben Kaspar Hauser weiteren historisch belegten Figuren wie den Nürnberger Bürgermeister Jakob Friedrich Binder, Stadtgerichtsarzt Dr.
Preu und Georg Friedrich Daumer begegnen, steht die fiktive Greta Grimaldi, die 1829 mit ihrem Vater, dem Detektiv und Arzt Dr. Grimaldi, nach Nürnberg gereist ist, um das rätselhafte Schicksal von Kaspar Hauser zu ergründen. Dabei gerät Greta tief in ein Netz aus Täuschung, Geheimnissen und gefährlichen Wahrheiten.
Meine Meinung:
Geschickt verquickt Autor Davide Morosinotto Fakten und Fiktion zu einer spannenden Detektivgeschichte für Leserinnen und Leser ab ca. zwölf Jahren. Der Jugendkrimi lässt sich flüssig lesen und regt ein wenig zum Nachdenken an. Ist der erste Eindruck immer der richtige? Hat Dr. Grimaldi Recht, wenn er behauptet, die richtige Lösung ist die einfachste?
Das rätselhafte Schicksal des Kaspar Hauser hat seit seinem Auftauchen am Pfingstmontag des Jahres 1828 Anlass zu Spekulationen zu seiner Person gegeben. War er ein der versteckt Sohn des Kurfürsten von Baden? Oder doch ein Hochstapler und Betrüger? Oder war er ein Überlebender eines Experimentes? Man wird es wohl nie erfahren.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Jugendkrimi, der die düstere Stimmung jener Epoche sehr gut wiedergibt, 4 Sterne.
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Das Internet von Larissa Suzuki
Großartiger Text, ablenkende Illustration und schwer lesbare Schrift
"Das Internet - Wie funktioniert das?" von Prof. Dr. Larissa Suzuku, illustriert von Harriet Russel, ist ein Sachbuch für Kinder ab 8 Jahren.
Inhaltlich ist das Buch hervorragend und auch didaktisch gut aufbereitet. Auf jeder Doppelseite wird ein Thema kindgerecht mit kurzen und gut verständlichen Textbausteinen erklärt.
Insgesamt umfasst das Buch 64 A4-Seiten, so dass sowohl technische Aspekte, wie auch die soziale Interaktion in Zeiten der weltweiten Vernetzung thematisiert werden.
Auch Genderaspekte werden aufgegriffen, so werden z.B. auf Seite 15 sowohl "die Väter des Internets" wie auch "die Mutter des Internets" genannt.
Als Figur führt ein Tablet mit 6 Beinen durch "das Netz". Diese Illustrationsidee finde ich witzig, das ist aber leider das einzig Positive, was ich zur Illustration sagen kann.
Farblich finde ich das Buch überladen, denn das neue Farbkonzept auf jeder Doppelseite und die vielen grellen Grafiken lenken von der, ohnehin schon sehr schwer lesbaren, Schrift noch weiter ab. Hier hat man ganz klar an der Zielgruppe vorbei gearbeitet, denn gerade für Kinder im Erstlesealter und den Jahren danach sollte die gute Lesbarkeit der Schrift und eine möglichst gut strukturierte und ablenkungsarme Grafik selbstverständlich sein.
Für schwache Leser:innen würde ich das Buch gar nicht empfehlen, außer, man liest das Buch gemeinsam mit den Eltern / der Lehrperson. Ebenso bei Kindern mit Schwierigkeiten wie Legasthenie oder AD(H)S empfehle ich dieses Buch auch für die Altersgruppe 10 - 12 nicht.
Für Lehrpersonen, die sich einen Überblick über das Thema verschaffen wollen und aus den Informationen eigene (optisch reduzierte) Inhalte erstellen möchten, kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Fazit: großartig aufbereitetes Thema mit ablenkender Illustration und schwer lesbarer Schrift.
Rezensionen von Gaby 2707:
SUPERLESER! Star Wars(TM) Die Abenteuer der jungen Jedi - Die Suche nach dem Aschehund von Emeli Juhlin
Lesen lernen mit ganz viel Abenteuer
Unser Enkel geht in die zweite Klasse in der Schule und er liebt die vielfältige Buchauswahl aus der Superleser!-Reihe. Egal, ob es die extra leichte Ausgabe ist, die 1. Lesestufe oder sogar schon die Lesestufe 2. Und er liebt Star Wars Geschichten, weshalb wir diesmal dieses Buch gelesen haben.
„Die Suche nach dem Aschehund“ von Emelin Juhlin aus dem DK Verlag–Kids ist ein Buch aus der Superleser!-Reihe, die die Kinder ab 6 Jahren anhand der Silbentrennung beim Lesen lernen sehr gut unterstützen kann.
Da macht das Lesen lernen nicht nur Spaß, sondern wird zu einem richtigen Abenteuer.
Hier geht es um Bell Zettifar und seine Aschehündin Ember, die Feuer spuckt, wenn sie aufgeregt ist. Hier erleben beide einige Abenteuer.
In diesem SUPERLESER!-Lesebuch der Stufe 1 erfahren neugierige Leseanfänger*innen ab 6 Jahren in kindgerechter, einfacher Sprache einiges über die Abenteuer der Jungen Jedi aus der Star Wars Welt. Genau so, dass die jungen Leser der Geschichte gut folgen und in sie eintauchen können.
Bei der Silbenmethode, die hier zum Lesen lernen angewandt wird, erleichtern farbig markiert Silben das erkennen und lesen von Wörtern. Durch diese viel bessere Übersichtlichkeit wird das Lesen schnell zu einem positiven Erlebnis und kann so auch das Selbstbewusstsein der Kinder fördern. Dazu tragen auch die große Schrift und die kurzen Sätze bei.
Die glänzenden großen Bilder gehen auf das Gelesene ein und tragen so dazu bei, dass die Kinder die Welt der Jedi noch besser aufnehmen und verstehen.
Im Anschluss an die Geschichte werden verschiedene Begriffe noch mal ausführlicher erklärt. Durch ein Star Wars-Quiz mit 10 Fragen kann man heraus finden, ob das Gelesene auch richtig aufgenommen wurde. Die Antworten dazu werden (auf den Kopf gestellt) gleich mitgeliefert. Und für Eltern bekommt man noch einige Tipps zur Leseförderung.
Durch die etwas verstärkten Seiten und das Lesebändchen vermittelt das Buch einen hochwertigen Eindruck und lässt sich mit seinem humanen Preis auch sehr gut verschenken.
Mit diesem tollen Mix aus Erzählung & Sachwissen, wunderbaren detailreichen Bildern und dem kniffligen Star Wars-Quiz macht das Lesen üben gleich richtig viel Spaß. Ein empfehlenswertes Buch - nicht nur für kleine Star Wars Fans.
Rezensionen von ReiShimura:
Geld und Gloria - Rente ohne Roulette von Anette Weiß; Anette Weiß
Ruhestand mit Plan: Was Gloria uns beibringt
Über dieses Buch habe ich im Vorfeld schon viel gehört und es wird immer wieder mal in diversen Finanzforen als Lektüre empfohlen. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, ob es wirklich das richtige Buch für mich ist und habe daher diverse andere Ratgeber zum Thema Geld und Finanz gelesen. Manche davon konnte mich überzeugen und andere eher weniger.
Einer der Gründe, warum ich bezüglich dieses Buches unsicher war ist, dass ich in Österreich lebe und die Befürchtung hatte, dass die Informationen zu stark auf das deutsche Rentensystem zu geschnitten sind. Glücklicherweise habe ich mich dann doch für die Lektüre entschieden.
Mit nur 192 Seiten ist dieses Buch überraschend dünn und dennoch vollgestopft mit vielen wichtigen Informationen. Sehr spannend und auch äußerst ansprechend fand ich die Kombination aus Roman und Ratgeber. Wir dürfen in diesem Buch nämlich die Hauptperson Gloria begleiten, die versucht sich auf ihre Rente vorzubereiten. Durch die Romanform ist der Text angenehm zu lesen und es wird an keiner Stelle langweilig. Wenn man sich nicht damit aufhält als für einen selbst zu berechnen, wobei ich dieses Vorgehen nicht empfehlen würde, hat man das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen.
Doch dies sollte man eben nicht machen. Auch wenn die ganzen Berechnungen und Zahlen auf den ersten Blick vielleicht abschreckend wirken können, ist dies das Berechnen und sich vorbereiten, genau der Grund, warum man dieses Buch liest.
Autorin Anette Weiß nimmt einen mit diesem Buch wirklich an der Hand und führt Schritt für Schritt durch die Zahlen, Rechnungen und Fakten. Allen Mathemuffeln und Formel-Phobikern kann ich hier auch gleich die Angst nehmen, denn die meisten Berechnungen werden mit Rechner aus dem Internet erstellt. Man braucht nur Schritt für Schritt der Anleitung folgen und seine Zahlen in den Rechner eingeben.
Wie erwartet gibt es einige Informationen zu dem Rentensystem in Deutschland, diese waren für mich zwar nicht relevant, aber dennoch interessant. Positiv hervorheben möchte ich aber, dass dieses Buch auch für Österreicher und Schweizer durchaus interessant und vor allem relevant ist. Denn auch wenn das Pensions- oder Rentensystem der Länder sich unterscheidet, so sind die Rechnungen von Anette Weiß für alle Personen zutreffend. Man muss sich dann nur mehr Gedanken machen, wo man diese Zahlen herbekommt.
Ich kann nun sehr gut verstehen, warum dieses Buch so häufig in Finanzgruppen und vor allem in weiblichen Finanzgruppen empfohlen wird. Auch ich stimme jetzt in diesen Lobgesang ein und werde das Buch gerne weiterempfehlen, vor allem an die jüngere Generation. Denn man kann gar nicht früh genug anfangen sich auf seinen Ruhestand vorzubereiten.
Rezensionen von Tara:
Reisehandbuch Europa mit dem Zug von Cindy Ruch; Reisedepeschen
Hier wird Reiselust geweckt
Das „Reisehandbuch Europa mit dem Zug“ bietet viele inspirierende Ideen und abwechslungsreiche Routen, die Reiselust wecken.
Zunächst gibt es Informationen was vor der Reise zu beachten ist, was insbesondere dann hilfreich ist, wenn man seine erste Tour plant.
Im Anschluß findet man in kurzen Kapitel die wichtigsten Informationen für die Länder Europas.
Diese sind immer gleich aufgebaut. Es gibt Details über Fakten zu dem jeweiligen Land, Lieblingsstrecken, Streckennetz, Züge, Preise und Fahrkarten, Anreise, Bahnlektüre, Streckeninfos und Stationen.
Zudem enthält jedes Kapitel eine kleine Karte, die für Orientierung sorgt und es gibt Fotos, die einen Eindruck des jeweiligen Ziels vermitteln und für die entsprechende Atmosphäre sorgen.
Ich finde das Buch rundum gelungen. Es macht Lust darauf Europa mit der Bahn zu erleben und schon das Planen macht einfach Spaß.
Rezensionen von Lilli33:
Lügennebel von Viveca Sten
Heiße Verbrechen eiskalt serviert
Heiße Verbrechen eiskalt serviert
Inhalt:
Sechs Studierende aus Uppsala, zwei Frauen und vier Männer, wollen in einem Luxus-Ferienhaus in Åre ihre Skiferien verbringen. Schon auf der Zugfahrt gibt es Hinweise auf Spannungen in der Gruppe. Unmengen von Alkohol und Drogen machen die Sache nicht besser.
Und dann liegt eine der Frauen morgens halbnackt und mausetot im Schnee vor dem Haus. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog von der Polizei rennen gegen eine Mauer von Lügen an.
Meine Meinung:
Zunächst einmal vielen Dank an den Verlag, dass die Reihe nun unter „Die Åre-Morde“ läuft und nicht mehr unter „Polarkreis-Krimi“, denn die Handlungsorte sind doch noch sehr weit vom Polarkreis entfernt.
„Lügennebel“ ist bereits Band 4 der Reihe um die Polizisten Hanna Ahlander und Daniel Lindkog, kann jedoch auch problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen; Notwendiges zum Privatleben der Ermittler*innen wird noch einmal kurz angerissen.
Viveca Sten schreibt unheimlich fesselnd und atmosphärisch. Die beschriebenen tiefen Minusgrade im Januar kriechen einem sogar beim Lesen im warmen heimischen Wohnzimmer unter die Haut. Vielleicht lag meine Gänsehaut aber auch an den üblen Ereignissen, die sich hier abspielen? Jedenfalls wirken die Vorkommnisse wie auch die polizeilichen Ermittlungen sehr realistisch.
Die Autorin versteht es, falsche Fährten zu legen und so die Lesenden an der Nase herumzuführen. Erst nach und nach fallen die wahren Puzzleteilchen an ihren Platz und ergeben zuletzt ein für mich überraschendes Bild, das jedoch in sich absolut logisch ist. Ich konnte also wunderbar miträtseln, ohne dass zu früh bekannt wurde, wer hinter den Taten steckt. Genau so wünsche ich mir das bei einem Kriminalroman.
Doch nicht nur der Kriminalfall hat mich begeistert, sondern auch die privaten Verwicklungen der Polizisten. Beziehungen und Gefühle, von denen niemand wissen soll, Probleme mit der Trennung von der Partnerin, ein unmöglich erscheinendes Outing. All dies erleichtert den Ermittler*innen ihre Arbeit nicht gerade. Dass sie am Ende doch erfolgreich sein werden, ist unter anderem ihrem tollen Teamgeist geschuldet.
Fazit:
Auch Band 4 der Reihe konnte mich vollauf begeistern. Ich hatte spannende Lesestunden mit einem sympathischen Ermittlerteam und freue mich schon auf den nächsten Fall für Hanna Ahlander.
Die Åre-Morde:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
4. Lügennebel
Rezensionen von Daggy:
Bahnhof Nord von Andrea Behnke
Schicksale, die zu Herzen gehen
Es gab keinen Festakt 1874 zur Eröffnung des Bahnhof Nord, der damals noch Rheinischer Bahnhof hieß, da öffnet der zuständige Landrat ganz alle eine kleine Flasche am Gleis und trinkt ein Glas mit sich. Schon in der nächsten Geschichte geht es um die Namensänderung des Bahnhofs. 1914 zieht der Jude Waldemar für Deutschland in den Krieg.
Zum Ende des 1. Weltkriegs fahren die Bochumerinnen mit dem Zug zum Hamstern aufs Land. Die Familie kommt 1935 von der Cranger Kirmes zurück, die heute noch ein besonderes Volksfest ist. In einer Erzählung begegnen wir Fräulein Hirschberg, die Lehrerin an der jüdischen Schule, die wir aus Andrea Behnkes Kinderbuch „Die Verknöpften“ kennen. Jüdische Menschen, Sinti und Roma und ein homosexueller Mann fahren von diesem Bahnhof während der NS-Zeit zu ungewissen Zielen. Sogar die Möbel, die diese Menschen zurücklassen müssen, gehen vom Bahnhof Nord auf die Schiene. 1945 kehren Kinder, die „verschickt“ wurden, wieder heim in ein fremdes, zerstörtes Bochum. 1953 besuchen Vater und Sohn das neueröffnete Schauspielhaus und schwärmen von „Peterchens Mondfahrt“. Eymen muss nach dem Besuch bei seinen Eltern wieder zurück in die Türkei reisen, so ging es den Kinder der ersten „Gastarbeiter“. 1979 endet die Geschichte des Bahnhof, der dank eines Vereins sehr schon erhalten wird.
Der Gedanke anhand eines Bahnhofs die Geschichte der Stadt Bochum, stellvertretend für viele Städte im Ruhrgebiet zu erzählen, ist wirklich brillant. Viele kleine Schicksale, traurige, erfreuliche und hoffnungsvolle Begegnungen mit vielen Menschen stecken in den meist nur zwei oder drei Seiten langen Texten, sie gehen zu Herzen und bleiben mir noch lange in Erinnerung.
Rezensionen von Danislesestube:
Der Flügelschlag des Paarfalters von Andreas Rainer
Ein wundervolles und humorvolles Buch über das Leben
Es gibt Momente im Leben, in denen sich ein unsichtbarer Schalter umlegt und man beginnt, seine bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen. Anschließend folgt die nächste Frage: Habe ich etwas verpasst? Hätte ich mich irgendwann anders entscheiden sollen? Diesen und vielen weiteren Fragen gehen Jonas durch den Kopf, als er nicht wie geplant in die USA fliegt, sondern zurück in die Stadt Wien fährt.
Nach dieser Entscheidung beginnt er mit offeneren Augen durch seine Heimat zu laufen und entdeckt Dinge, die er bisher übersehen oder ignoriert hat. Aber ganz ehrlich: Wer interessiert sich wirklich für Menschen in seinem Umfeld, die nicht zum Freundes-, Arbeits- oder Familienkreis gehören? Eben. Zugegeben, oft hat das zeitliche Gründe, oder Hemmungen sind auch oft dafür verantwortlich. Jonas hingegen erkundet in diesem Buch bewusst Teile von Wien, unterhält sich mit Menschen, die scheinbar nur eine Nebenrolle spielen, aber dennoch viel zu erzählen haben.
Das Buch ist voll von Situationen, in denen jeder von uns schon einmal gewesen ist. Gerade diese Tatsache macht das Buch umso zugänglicher. Ich verstand so ziemlich jede Handlung und fast jeden Gedankengang von Jonas. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, über scheinbar belanglose Dinge nachzudenken, können sich einem plötzlich andere Welten eröffnen. Die einen nennen es sich vom Umfeld inspirieren lassen, die anderen tun es als „Hirnschaß“ ab, weil Gedanken wohl zu ineffizient sind. Interessant waren auch die Situationen zum Thema „es muss nicht immer alles einen Sinn haben, oft reicht es einfach da zu sein und zu schauen, was kommt“. Gerade diese Passagen haben mir am meisten gefallen. So macht das Leben doch viel mehr Spaß, oder? Wie Jonas sein weiteres Leben bestreiten wird, bleibt ein Geheimnis. Das ist okay. Insgesamt hatte ich eine wundervolle Zeit mit diesem Buch. Und ja, was ein Paarfalter ist, wird natürlich erklärt. ????
Den Autor dieses Buches kannte ich bisher nur vom Instagram-Account Wiener Alltagspoeten, dem ich schon seit einer Weile folge und mir mit so ziemlich jedem Beitrag ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Danke für dieses Buch und deine Mühe, lieber Andreas.
Rezensionen von Daggy:
Wir alle von Heike Faller; Valerio Vidali
Hervorend zu lesen und anzuschauen
Das Cover ziert unzählige Menschen, bunt gekleidet in Gewänder aus allen Epochen.
„Hast du dich schon einmal gefragt…wo wir herkommen?“ so beginnt das Buch und diese Frage stellen uns schon Kitakinder.
Auf dem ersten Bild sehen wir einen Marienkäfer in zwei geöffneten Händen sitzen. Ein sehr schönes friedliches Bild.
Danach liegen zwei Kinderhände in den großen Händen und der Marienkäfer hat seine Flügel geöffnet.
Dann kommen wir zu ersten Antwort, denn zunächst stammen alle Kinder von ihren Eltern ab. „Was, wenn sie sich nicht getroffen hätten?“ Eine Frage, die sich auch bei den Generationen davor ebenfalls stellt. Ist es da nicht wunderbar, dass wir am Ende entstanden sind? Schon tauchen die Großeltern auf und wir werden gefragt, was wir über sie wissen. Und schon sind wir im Jahr 1940, die Urgroßeltern erleben den Krieg. 1920 steht der Opa mit dem Kind im Zoo und beim Blick auf die Affen sagt er „Vor 280.000 Generationen hatten wir einen gemeinsamen Vorfahren.“ So weit geht dieses Buch in immer größeren Schritten zurück, bis vor vier bis sechs Millionen Jahren. Da sehen wir eines der erste Menschen an der Hand seiner Mutter. Ganz am Ende des Buches tauchen noch einmal die Hände in der gleichen Haltung auf nur diesmal sind die behaart und etwas anders geformt. Ein kleiner Informationsteil erklärt uns zusätzlich den Ablauf der Geschichte.
Rückblickend schauen wir in diesem Buch auf all die Menschen, die vor uns waren. Die Texte sind kurz, informativ und regen zum Nachdenken an. Die Illustrationen sind meist auf weißen Hintergrund, aber manchmal auch doppelseitig gezeichnet. Sie zeigen uns die Menschheitsgeschichte in klaren Formen.
Ein hervorragendes Buch, das mit Gefühl zeigt, wie toll es ist, dass wir als Menschen hier leben und was alles passieren musste, damit es so ist. Auch kleine Kinder werden an diesem Buch schon Freunde haben, aber Erwachsene werden es lieben.











