Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewareni:
Nachkoloriert von Patricia Malcher
Für einen Neuanfang ist es nie zu spät
Seit 50 Jahren ist Irma mehr oder weniger glücklich mit Hermann verheiratet, obwohl er ein guter Mann ist, fühlt sie sich im Alltagstrott gefangen. Sie hat auf vieles im Leben ihm zu liebe verzichtet und nun spürt sie aber immer öfter eine innere Unruhe. Bis zu dem Tag, als sie die Brüder Vincent und Simon kennen lernt, die einen entflogenen Beo einfangen und mit nehmen.
Als es kurz darauf zu einem folgenschweren Verkehrsunfall kommt erwacht in Irma ein neuer Lebensmut und bringt nicht nur für sie eine große Veränderung mit sich.
Der Roman ,,Nachkoloriert“ erzählt eine emotionale und berührende Geschichte. Die Autorin Patricia Malcher bedient sich dabei einem besonderen Schreibstil, den ich so noch nie wirklich gekannt habe, der mich aber tief berührt hat. Sie lässt Irma ihre Lebensgeschichte nicht in der ICH Form erzählen, sondern mit dem kleinen Wörtchen ,,man“. So bekommt man als Leser zwar einen eher distanzierten Einblick in das Leben von ihr, aber auch Irma grenzt sich dadurch ein wenig ab, von Ereignissen oder Erinnerungen, die nicht immer schön für sie waren.
Sie führt zwar eine gute Ehe, aber ihre Bedürfnisse und Wünsche sind nie wirklich beachtet worden. Sie hat dabei auf vieles verzichtet, wo sie im Nachhinein immer wieder reflektiert und sich fragt, ob sie nicht doch einmal gegen Hermanns Entscheidungen sein hätte sollen und wie ihr Leben statt dessen gewesen wäre.
Schön war dann, als sie auf Vincent und den Beo trifft und sie gespürt hat, dass sie sehr wohl eigene Entscheidungen treffen kann, auch wenn sie Hermann nicht gefallen.
Entzückend waren die Kapitel, in denen der Beo seine Bedürfnisse, Ängste und Beobachtungen kundtun durfte, wo er eine wundervolle tierische Empathie gezeigt hat. Dass er auch gekonnt Stimmen nachmachen konnte und oft einen unpassenden Spruch los gelassen hat, war einfach herrlich.
Schön zu sehen war, wie sich der 10 jährige Vincent und die 72 jährige Irma immer mehr aneinander gewöhnt haben und beide jeweils für den anderen ein rettender Anker geworden ist. Sie sind eine Symbiose eingegangen, die beiden aus einer Krise heraus geholfen hat. Jeder hat dem anderen mit Mut, Vertrauen, Verständnis und Hoffnung Kraft gegeben auf einem neuen Weg.
Auch wenn die Geschichte zeitweise traurig und berührend ist, so gibt es immer wieder humorvolle und witzige Momente, die die Geschichte auflockern.
Ein toller Roman, wo man als stiller Beobachter mit Irma weinen, lachen und vor allem hoffen kann, dass jeder seinen Weg findet, der ihn glücklich macht.
Rezensionen von Katzenmicha:
Achtsam jammern von Daniela Nagel; Heike Abidi
Mit Humor ertappt
Die beiden Autorinnen Heike Abidi und Daniela Nagel zeigen mit ihrem Buch ,wie es um das Jammern steht-dabei kommt auf keinen Fall der Humor zu kurz.Was schon mal gut ist-es ist kein trockener Ratgeber, kein Gute Rat Sachbuch, sondern ein Buch, das man lustig liest und dabei einiges lernen kann.Den Jammern gehört zum Leben und macht es durch das gelegendlich Jammern auch für viele einfacher.
Es sollte nur ein gesunden Anteil des Jammerns sein.Ich fand das Buch bringt es auf den Punkt und hilft dem einen oder Anderen mal sein Jammern zu überdenken.
Die beiden Autorinen Heike Abidi und Daniela Nagel haben mit ihren frischen und durchweg auch heiteren Schreibstil ein wirkliche nicht trockenes Thema super umgesetzt-sehr gerne 5 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Hauch von Xaver Bayer
Dora und Veit, Stadt und Land
Eigentlich bin ich kein Fan von Briefromanen, aber die Prosa von Xaver Bayer interessiert mich, seit er mit einem Erzählungsband den Österreichischen Buchpreis gewann.
Dora und Veit schreiben sich Briefe, dabei spielt Stadt versus Landleben eine Rolle. Einerseits Lärm und Gedränge, andererseits Stille und Abgeschiedenheit.
Dieser Aspekt ist dann aber nicht so entscheidend, schliesslich ist Veit kein Bauer. Er ist Schriftsteller und sucht die Ruhe, wobei er auch die Kraft der Natur spürt. Gegenwartsverdossenheit ist bei beiden zu spüren.
Intensiv berichten sie sich gegenseitig ihre Befindlichkeiten und Träume.
Xaver Bayer gelingt es, die Verbundenheit der beiden trotz räumlicher Trennung zu zeigen.
Rezensionen von nil_liest:
Gamechanger Abnehmspritze von Gerald Jahl; Herbert Hirschler
Mehr als ein Trend: Wenn Medizin das Abnehmen neu denkt
Mit Gamechanger Abnehmspritze – Nachhaltig schlank mit moderner Medizin liefern Gerald Jahl und Herbert Hirschler ein Sachbuch, das ein hochaktuelles Thema aufgreift: die sogenannte Abnehmspritze und ihren möglichen Einfluss auf den Umgang mit Übergewicht. Doch wer hier eine reine Anleitung zum schnellen Gewichtsverlust erwartet, wird überrascht sein – dieses Buch geht deutlich tiefer und ist nicht der schnelle Weg zu weniger Pfunde.
Der medizinische Kern des Buches liegt in der verständlichen Erklärung moderner Therapien rund um sogenannte GLP-1-Medikamente. DDr. Jahl beleuchtet dabei sehr anschaulich, wie komplex unser Körper eigentlich funktioniert: Stoffwechselprozesse, hormonelle Steuerung, genetische Voraussetzungen und die Rolle von Nährstoffen greifen ineinander wie Zahnräder. Besonders deutlich wird dabei, dass Abnehmen eben nicht nur eine Frage von Disziplin oder Kalorienreduktion ist. Viele physiologische Faktoren bestimmen mit, ob ein Körper Gewicht verliert oder festhält. Und das entlastet die Psyche doch sehr!
Gerade dieser wissenschaftliche Blickwinkel macht den großen Mehrwert des Buches aus. Komplexe medizinische Zusammenhänge werden so erklärt, dass auch Leserinnen und Leser ohne medizinisches Vorwissen folgen können. Themen wie hormonelle Steuerung des Hungergefühls, Stoffwechselmechanismen oder das viel diskutierte „Gedankenkarussell rund ums Essen“ werden nachvollziehbar eingeordnet. Dabei wird auch klar: Die Spritze ist kein Wunderheilmittel, sondern ein medizinisches Werkzeug, das nur im Zusammenspiel mit Lebensstiländerungen sinnvoll eingesetzt werden kann.
Einen besonders lebendigen Gegenpol zur sachlichen Erklärung bildet der persönliche Erfahrungsbericht von Herbert Hirschler. Seine Reise durch die Behandlung zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und macht deutlich, wie sich Theorie und Praxis verbinden. Diese persönlichen Episoden lockern die Informationsfülle angenehm auf und geben einen ehrlichen Einblick in die emotionale Seite des Themas.
Hilfreich sind zudem die praktischen Elemente am Ende des Buches: Checklisten, Orientierungshilfen und Fragenkataloge für Arztgespräche helfen dabei, die eigene Situation besser einzuschätzen. Dadurch wird das Buch nicht nur zu einer Informationsquelle, sondern zu einem echten Begleiter für Menschen, die sich mit der Therapie auseinandersetzen möchten.
Besonders wertvoll fand ich, dass die Autoren versuchen, mit verbreiteten Vorurteilen aufzuräumen. Übergewicht wird hier nicht moralisch bewertet, sondern als komplexe gesundheitliche Herausforderung betrachtet. Genau dieser Perspektivwechsel macht das Buch so wichtig – und zeigt, wie sehr sich die Medizin in diesem Bereich weiterentwickelt.
Fazit:
Gamechanger Abnehmspritze ist weit mehr als ein Buch über ein neues Medikament. Es ist eine verständliche Einführung in die medizinischen Hintergründe von Übergewicht, kombiniert mit persönlichen Erfahrungen und praktischen Orientierungshilfen. Wer sich für die moderne Behandlung von Adipositas interessiert oder einfach besser verstehen möchte, wie unser Körper Gewicht reguliert, findet hier eine äußerst informative und zugleich überraschend zugängliche Lektüre.
Rezensionen von Ulgu1978:
Rückkehr nach Budapest von Nikoletta Kiss
Toxische Dreiecksbeziehung
Márta fährt zur Beerdigung ihrer Cousine Theresa, mit der sie während ihrer Jugend- und Studentenzeit eng befreundet war. Márta lebte zu der Zeit in Budapest bei ihrem alkoholkranken Vater und haderte damit, dass ihre Mutter die Familie verlassen hat. Theresa wohnte in der damaligen DDR.
Der Roman erzählt in langen Rückblicken wie Márta und Theresa damals Konstantin in der DDR kennenlernten und sich beide in ihn verliebten.
Ich hatte mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, weil ich mich mit keiner der Hauptfiguren anfreunden konnte. Im Gegenteil, es hat mich genervt wie naiv Márta oftmals agierte. Die unsympathischste Person war für mich Konstantin und es ist mir von Anfang bis Ende unbegreiflich geblieben wie beide Frauen ihm verfallen konnten.
Interessant war allerdings die Beschreibung der Geschehnisse in der damaligen DDR und wie sie Schriftsteller behandelten, die nicht der dortigen "Norm" entsprachen. Dafür kann ich guten Gewissens drei Sterne vergeben.
Rezensionen von ekiam:
Fake Date Me. Neun Hochzeiten zum Verlieben von Michaela Tiedemann
Fake Dating in der Hochzeitssaison
Lilys Freundeskreis gehört zur High Society – nur sie leider nicht. Als eine Hochzeit die nächste jagt, kosten diese und die dazugehörigen Junggesellinnenabschiede eine Menge Geld. Thomas von Sternenfels, ebenfalls Teil des Freundeskreises und gerade medienwirksam von seiner Influencer-Freundin verlassen worden, ist plötzlich wieder begehrter Junggeselle.
Er macht Lily daher ein ungewöhnliches Angebot: Er übernimmt die Kosten für Junggesellinnenabschiede und Hochzeiten, wenn sie im Gegenzug seine Freundin spielt. Eine Zweckgemeinschaft ohne Gefühle – mit klarem Enddatum.
Fortan begleiten sich die beiden zu einer Feier nach der anderen, die sich gegenseitig an Opulenz übertreffen. Doch während Lily versucht, ihre Rolle überzeugend zu spielen, merkt sie schnell, dass Thomas ganz anders ist, als sie zunächst dachte. Doch er hat sehr deutlich klargemacht, dass er keine neue Beziehung möchte.
Michaela Tiedemanns Schreibstil macht unglaublich viel Spaß. Er ist locker, flüssig und voller Charme, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Besonders Lilys bodenständiger Blick auf die Welt der Reichen sorgt immer wieder für humorvolle Momente. Die High Society wird mit einem liebevollen Augenzwinkern aufs Korn genommen – und die Kassenstürze am Ende jedes Kapitels mit Lilys Kommentaren zu den Ausgaben sind einfach herrlich und haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht.
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gelungen. Lilys beste Freundin Nina sowie Thomas’ Geschwister Valerie und Nick bringen zusätzliche Dynamik in die Geschichte und tragen spürbar zur Entwicklung zwischen Lily und Thomas bei.
Ein klein wenig unsicher wirkt Lily im Verlauf der Handlung manchmal, was für mich nicht ganz zu ihrem anfänglichen Auftreten passt – dem Lesespaß tut das aber kaum einen Abbruch.
Für mich ist dieses Buch ein absolutes Wohlfühl-Highlight: romantisch, humorvoll und mit einer wunderbar unterhaltsamen Hochzeitskulisse. Definitiv eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe!
Rezensionen von nil_liest:
Wasser, Felsen, Wut von Sara Pütter; Reisedepeschen
Besinnen beim Lesen auf das Wesentliche
Ich lese viel. Ich lese gerne. Ich lese auch gerne Texte und Romane, die fern ab meiner täglichen Realität spielen. Mich mitnehmen in Gegenden, die ich nicht kenne. Die mich in Situationen schleudern, die ich nicht möchte. Überforderung in gedruckter Form macht auch resilienter, im Kopf leidet man mit.
Auch das Gegenteil ist der Fall, freudige Ereignisse durchlebt man gerne mit Protagonisten/innen und die Neuronen feuern auch hier bei mir im Hirn.
Warum die lange Vorrede zu diesem Buch? Um es einzuordnen. Sara Püttner nimmt uns mit auf einen außergewöhnlichen Trip nach British Columbia in Kanada und schließt sich dort (fast zufällig) zwei Männern an, die zum Jagen in die nördliche Wildnis aufbrechen. In Gegenden in denen die Natur noch die Oberhand hat und jeder Ausflug, jede tierische Begegnung oder Verstrickung im Dickicht den Tod bedeuten können.
Das Buch ist wie ein Tagebuch geschrieben, sehr detailliert in dem was sie tut, warum sie es tun und wie die Tage verlaufe mit den emotionalen Höhen und Tiefen. Und hier ist das befriedende Element des Buches. Es liegt keine Wertung vor, es wird kein Roman mit Spannungsbogen erzählt, sondern ein Abbild eines Lebens geschildert, dass wir in Deutschland, tief in der Zivilisation nicht kennen und spüren.
Als Bettlektüre vor dem Einschlafen sehr zu empfehlen um dem täglichen Rauschen der viel zu vielen Eindrücke zu entrinnen und sich dem Wesentlichen wieder anzunähern. Sara Püttner beschreibt auch diese Entkoppelung von Mensch und Natur – aus ihrer Perspektive – sehr treffend. Auch wie Balsam für die Seele sind die meist gelungenen Begegnungen mit fremden Menschen, die sich hier offen auf einander einlassen.
Kein Roman, eine entspannende Lektüre und aus meiner Sicht ein Minimalismus-Plädoyer mit offenen Armen der Welt und vor allem der Natur zu begegnen.
Rezensionen von katl2:
Die Liste der Lebenden von Stefan Kutzenberger
Leise Worte mit großer Wirkung
Der schlichte, beinahe etwas skizzenhafte Cover verbirgt, welch starke Geschichte sich hinter diesem verbirgt.
Nach dem größten Schiffsunglück des 19. Jahrhunderts, dem Brand und anschließendem Untergang der "Austria" treibt Henriette Wulff allein auf einer Holztür auf den erbarmungslosen Wogen des Meeres.
In Gedanken ist sie dabei aber Meilenweit weg, bei ihrem Freund, Hans Christian Andersen, bekannt für seine wunderschönen, aber unendlich traurigen Märchen.
Dieselbe Melancholie fängt auch der Autor Stefan Kutzenberger ein. Sie ist das Grundgerüst, auf dem diese Geschichte steht, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem macht.
Als Briefdialog verfasst berichten Henriette und Andersen abwechselnd von ihren Gedanken und Gefühlen: zu dem Unglück, zu den politischen Turbulenzen der Zeit, die Hoffnung, welche Amerika damals für die Menschen noch verkörperte, bis hin zu ihren Emotionen und Wünschen.
Meilenweit getrennt treffen sich ihre Gedanken und weben eine fiktive Geschichte mitten hinein in die wahren Begebenheiten der Zeit. Denn all dies, das Schiffsunglück, die Protagonisten, den freundschaftlichen Briefwechsel davor. Das alles gab es wirklich. Nur dieser letzte Gedankenaustausch, in seiner mutigen Verletzlichkeit, den gab es nicht.
"Die Liste der Lebenden" gab es, gibt es immer noch, doch wie Anderson es richtig erkannte, braucht es Mut, diese zu lesen. Denn mit der Gewissheit stirbt auch die Hoffnung.
Es ist ein unglaublich berührendes Buch und ein Muss für all jene, die historische Begebenheiten in Romanform gegossen lieben. Doch trotz seiner wenig anmutenden Seiten dauert es, dieses Buch zu lesen. Denn die Geschichte fordert die Zeit ein, die sie braucht, um anzukommen und verstanden zu werden.
Rezensionen von Anndlich:
Ein Zuhause im Frühling von Julie Caplin
Auszeit in Wilsgrave
Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat.
Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.
Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.
Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.
Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!
Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Was dein Leben leichter macht von Sina Haghiri
Wichtige Erkenntnisse der Psychologie allgemeinverständlich vermittelt
Sina Haghiri arbeitet als psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Schon in seinem ersten Buch "Mit Nachsicht" (Taschenbuchtitel: "Besser als du denkst") hat er wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig humorvoll, persönlich und praxisnah aktuelle psychologische Erkenntnisse an ein breites Publikum vermittelt.
Diesem Ansatz bleibt er auch in diesem neuen Werk treu. Diesmal geht es um zwanzig wichtige Erkenntnisse aus der Psychologie, die leicht verständlich vermittelt werden und die jede/r für sich im eigenen Leben anwenden kann, um ein glücklicheres, psychisch gesundes und als sinnvoll erlebtes Leben zu führen.
Das Buch ist in vier große Überkapitel geteilt: Alltag, Psyche, Gesellschaft und Gesundheit, die sich wiederum in je fünf Themenkapitel zu einem Erkenntnisaspekt aufteilen. Oft sind die Erkenntnisse vordergründig ganz simple, die dabei aber sehr wirkungsvoll sein können: es geht zum Beispiel um einen Mann mit Erektionsschwierigkeiten und Kinderwunsch, der schon alles versucht hat, und dem ein unkonventioneller Tipp schlussendlich hilft, sein Problem zu bewältigen.
Zum Thema Schlafen wird erklärt, dass viele Menschen ein falsches Bild vom gesunden Schlaf haben (evolutionär betrachtet ist es üblich, viele Male in der Nacht zu erwachen, oft, ohne dass wir uns später daran erinnern) und es bei vielen Schlafproblemen hilfreich sein kann, sich nicht zwingen zu wollen, eine bestimmte Anzahl an Stunden durchzuschlafen, ohne aufzuwachen. Dann geht es um Achtsamkeit und ganz im Moment sein, und zwar fernab jeglicher Esoterik, vermittelt am Beispiel des legendären Piloten, der eine sichere Landung am Hudson-River schaffte, indem er alle Ablenkungen ausblendete und sich ganz auf sein Ziel konzentrierte.
Auch die Gemeinsamkeiten von Therapie und Religion und was erstere von letztere angepasst an die moderne Zeit lernen könnte, ist ein Thema, genauso wie praktische Tipps zum regelmäßigen Überprüfen des eigenen psychischen Zustandes ("Seelen-TÜV"), um frühe Warnzeichen zu entdecken und der Wert des Erkennen des eigenen Vermächtnisses im Sinne der Generativität für einen friedvollen Rückblick und Abschied, wenn sich das Leben dem Ende zuneigt.
Das waren nur ein paar Beispiele für die vielen spannenden in diesem Buch vermittelten Erkenntnisse. Das Buch liest sich sehr leicht und angenehm, der Autor erzählt in einem persönlichen Stil, mit vielen Beispielen aus der Forschung und aus seiner eigenen Praxis. Das macht die Inhalte gut verständlich, unterhaltsam, leicht zu verstehen und ins eigene Leben zu integrieren. Es ist ein Buch, das ich auch vielbeschäftigten Menschen empfehlen kann, weil die Kapitel jeweils für sich stehen und sich gut ein Kapitel in wenigen Minuten vor dem Einschlafen, unterwegs oder in einer Pause lesen lässt, um dann die Erkenntnisse wirken zu lassen und darüber nachzudenken.
Selbst für mich, die ich selbst studierte Psychologin bin, war so einiges Neues dabei bzw. wurden mir bekannte Inhalte in einem neuen Kontext betrachtet. Primär richtet sich das Buch aber natürlich an Menschen, die noch nicht viel Vorwissen im Bereich Psychologie haben und sich für Persönlichkeitsentwicklung, Selbsterkenntnis und psychische Gesundheit interessieren. Es ist ein wertvolles Werk, um psychologische Erkenntnisse aus Forschung und Praxis allgemeinzugänglich zu machen. Absolute Leseempfehlung!











