Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LeserinLu :
Just Watch Me von Lior Torenberg
Erschreckend realistisch
„Just Watch Me“ ist tatsächlich wie eine Folge von Black Mirror: beklemmend, überspitzt und gleichzeitig erschreckend nah an der Realität. Dell entschließt sich, Geld für die Versorgung ihrer im Koma liegenden Schwester zu sammeln, indem sie auf einer Plattform dauerhaft streamt und absurde Wünsche ihrer Zuschauer:innen gegen Spenden erfüllt.
Der Roman entwickelt ein Szenario, das beim Lesen immer unangenehmer wird, gerade weil man ständig denkt, dass solche Dinge tatsächlich genauso jetzt gerade passieren.
Dell war für mich dabei eine großartige Protagonistin, weil sie wütend, verletzlich und oft ziemlich kratzbürstig ist. Obwohl sie andere Menschen immer wieder vor den Kopf stößt und sich zunehmend in der öffentlichen Aufmerksamkeit verliert, habe ich die ganze Zeit mit ihr mitgefiebert. Ihre impulsive Art macht viele ihrer Entscheidungen nachvollziehbar, selbst wenn der Livestream und die zunehmende Selbstinszenierung immer extremere Formen annehmen. Besonders gelungen fand ich, wie spannend und gleichzeitig bedrückend der Roman erzählt ist. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und entwickelt schnell einen Sog. Mit jedem Kapitel wird deutlicher, wie sehr soziale Medien, öffentliche Aufmerksamkeit und digitale Selbstdarstellung Menschen vereinnahmen können.
Trotz der düsteren Themen bleibt das Buch trotzdem immer unterhaltsam. Für mich war „Just Watch Me“ ein intensiver und unangenehm realistischer Roman über Sichtbarkeit, Ausbeutung und die Mechanismen des Internets.
Rezensionen von yellowdog:
Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami
Nadims Leben und die Frauen seines Lebens
Der große deutsch-syrische Geschichtenerzähler Rafik Schami wird 80 Jahre alt und hat einen neuen Roman. Mit Nadim Suri hat er eine Hauptfigur, die einige Merkmale seiner selbst trägt, z.B. dass er aus Syrien nach Deutschland gekommen ist und schreibt. Nadim erzählt von seinem Leben und vor allen von den Frauen seines Lebens.
Das sind einige und sie haben unterschiedliche Schickale. Sie werden aber eher distanziert geschildert, so dass sie mir als Figuren fremd bleiben.
Nadim ist ein Erzähler, der oft und gerne abschweift.
Es fehlt die Lebendigkeit früherer Texte von Rafik Schami. Ein Merkmal eines Alterswerk, aber immerhin hat er alles gegeben und viel in den Roman gesteckt. Es gibt die gewohnte Detailfülle, auch den Wortwitz. Es ist somit immer noch ein guter Roman.
Rezensionen von Merri:
Emmis großes Campingabenteuer von Esther van den Berg
Ein mäusestarkes Campingabenteuer
Camping ist längst im Familienalltag angekommen, doch Emmis großes Campingabenteuer zeigt uns das Thema aus der Tierperspektive. Emmi fährt mit ihrer Familie zum Camping. Dort erlebt sie den typischen Campingurlaub in der Natur, lernt neue Freunde kennen und erfährt typische Campingaktivitäten. Die Geschichte ist wahnsinnig charmant gestaltet, wie die Tiere einen alten Tetrapak als Campingvan nutzen oder die Hamster in ihrer Laufkugel zelten.
Diese originellen Details machen das Buch zu einer Entdeckungsreise. Dass Emmis Kuscheltier präsenter ist als das Babygeschwisterchen, war für mich etwas seltsam, aber das ist eine kleine Randnotiz in dieser liebevollen Welt, in der eben alles etwas anders funktioniert.
Ein wunderbares Buch für Campingneulinge, das zeigt, wie viel Abenteuer in in solch einem Urlaub stecken kann!
Rezensionen von Ameland:
Die Grünen Piraten - Anschlag auf die Baumriesen von Andrea Poßberg; Corinna Böckmann
Jeder Baum ist eine kleine Fabrik
Sowohl das Cover als auch der Titel verraten schon um was sich die grünen Piraten dieses Mal kümmern müssen. Die Piraten sind Pauline, Lennart, Flora, Jannik und Ben. Alle fünf setzen sich sehr für Umwelt und Naturschutz ein. So ist auch klar, dass sie die Baumriesen an ihrer Straße retten wollen, als sie erfahren, dass diese gefällt werden sollen.
Ich mag diese Reihe von Andrea Poßberg und Corinna Böckmann aus dem Südpol-Verlag sehr. Die Kinderkrimis sind immer spannend und bieten beste Unterhaltung nicht nur für die junge Leserschaft. Mir gefällt zum einen der Zusammenhalt unter und die Freundschaft zwischen den Kindern und zum anderen die unterschiedlichen Umweltthemen. Die Geschichten zeigen, dass jeder etwas bewegen kann und vermitteln wichtiges und interessantes Wissen.
Welchen Nutzen Bäume nicht nur für den Wald und die dort wohnende Tiere, sondern auch für uns Menschen haben, erfahren wir auf den Extraseiten der grünen Piraten am Ende des Buches. Hier finden wir auch wie gewohnt Bastelideen und Vorschläge für eigene Experimente.
Ich kann diese Reihe von ganzem Herzen empfehlen und würde mir wünschen, dass die Bücher Einzug in den Schulunterricht halten.
Rezensionen von Tara:
Chasing Hearts von Grace Newman
Süß & rasant!
„Chasing Hearts“ ist der erste Band der „Love at Full Speed“-Reihe der Autorin Grace Newman.
Georgia Dubois brennt für den Motorsport und träumt davon, Formel-1-Weltmeisterin zu werden. Dass dieser Sport von Männern dominiert wird, bekommt sie bei jedem Rennen zu spüren.
Luca Rossi - einer ihrer Konkurrenten - ist gerade dabei sich seinen Ruf als verantwortungsvoller Fahrer zu ruinieren.
Nachdem die beiden zusammen von einem Paparazzi fotografiert werden und die PR-Teams merken, dass sie die Chance nutzen können, um Lucas Ruf zu retten und um Sponsoren für Georgia zu bekommen, sollen Georgia und Luca eine Fake-Beziehung spielen. Das ist keine leichte Aufgabe für die beiden Konkurrenten.
Der Schreibstil von Grace Newman ist lebendig und mitreißend. Da die Handlung im Wechsel aus der Perspektive von Georgia und Luca erzählt wird, bekommt man schnell einen guten Überblick über die Ereignisse. Dabei werden auch interessante Informationen rund um den Motorsport vermittelt.
Georgia ist eine großartige Protagonistin. Man merkt von Beginn an, dass sie für den Motorsport brennt, ihre Begeisterung und ihr Kampfgeist kamen direkt bei mir an. Dabei wird auch deutlich, wie hart sie sich in dieser Männerdomäne behaupten muss.
Luca ist verschlossener als Georgia, entwickelt sich aber schnell zu einem Protagonisten, den man ebenfalls mögen muss. Es macht einfach Spaß, die Dynamik zwischen den beiden zu verfolgen.
Ich bin weder begeisterter Formel-1-Fan, noch gehören Fake Datings zu meinen bevorzugten Genres, aber an diesem Buch hatte ich Spaß. Es ist eine rasante Story, die zeigt, dass Gleichberechtigung längst noch nicht überall angekommen ist.
Rezensionen von Peachybookdreams :
Kein Bild von mir von Ludwig Volbeda
Das Selbstporträt
-Ich muss gestehen, als Autistin mit einem Spezialinteresse an Insekten hat mich alleine das Buchcover schon richtig geködert und ich bin echt dankbar dafür, denn sonst wäre ich nicht auf dieses wunderbare Buch gestoßen.-
Der Schreibstil ist außergewöhnlich und für einige sicher gewöhnungsbedürftig.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass man das Buch aus zwei verschiedenen Perspektiven lesen kann. Protagonist Jip richtet sich im Stil von Tagebucheinträgen in der Du-Form an den neuen Schüler. Diese kann man nun entweder als der geheime Beobachter oder als der Schüler selbst wahrnehmen, was den Verlauf der Geschichte noch intimer macht. Der Autor nutzt das Thema Insekten auf kreative und humorvolle Weise und verwebt Entomology mit Jips poetischer und einzigartiger Sichtweise auf das Leben. Was mir auch sehr gefallen hat, waren die zahlreichen Zeichnungen von Jip, welche die Buchseiten zwischen den Kapiteln zieren, besonders die letzte hat mich emotional gemacht. Es gab einen Twist, der das Thema der Geschichte in ein komplett anderes Licht gerückt hat.
Jip ist ein Protagonist, in dem ich so viel von mir selbst gesehen habe. Es wurde zwar nie explizit erwähnt, aber ich bin mir sehr sicher, dass Jip neurodivergent ist. Die Liebe zu Insekten und sich darüber Wissen anzueignen und anderen davon zu erzählen, auch wenn es niemanden zu interessieren scheint. Die kleinen Details wahrzunehmen und sie auch wertschätzen zu können. Das sind Eigenschaften, die mir Jip sofort sympathisch gemacht haben. Viele von Jips Gedankengängen regen zum Sinnieren an, und obwohl manche Kapitel sehr kurz sind, habe ich mich immer wieder dabei ertappt, über sie zu schwelgen, bevor ich weiter gelesen habe.
Fazit: Kein Bild von mir ist eine Geschichte, die ich all jenen ans Herz legen möchte, die sich schon einmal nicht ganz sicher waren, wer sie sind und vor allem, wie sie gesehen werden möchten. Ich wünschte mir, ich hätte dieses Buch in meiner Jugend lesen können, denn ich fühlte mich in meinem Wesen erkannt.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Die Namen von Florence Knapp
Großartiger Debütroman, der unter die Haut geht
In ihrem Debütroman "Die Namen" erzählt die britische Autorin Florence Knapp in drei unterschiedlichen Versionen die Geschichte einer Familie über einen Zeitraum von 35 Jahren.
Zu Beginn des Buches, wir schreiben das Jahr 1987, lernen wir Cora Atkin kennen, die mit ihrem Mann Gordon, einem angesehenen und beliebten Allgemeinmediziner, verheiratet ist.
Das Paar hat zwei Kinder: die neunjährige Maia und den neugeborenen Sohn. Cora ist nicht glücklich in ihrer Ehe, Gordon dominiert und kontrolliert sie nicht nur, er schreckt auch vor gewalttätigen Übergriffen nicht zurück. Wegen des anstehenden Besuchs seiner Eltern beauftragt er seine Frau, den Kleinen beim Standesamt anzumelden. Traditionsgemäß soll er Gordon heißen wie sein Vater und sein Großvater. Doch der Name gefällt Cora nicht, sie findet "Julian" viel schöner, während Maia den Namen "Bear" favorisiert. Cora trifft eine folgenschwere Entscheidung ....
In den drei sich abwechselnden Erzählsträngen "Bear", "Julian" und "Gordon" begleiten wir Cora und ihre Familie auf drei vollkommen unterschiedlichen Lebenswegen. Im ersten Strang meldet sie ihr Baby unter dem Namen "Bear" an, weil Maia den Namen kuschelig, weich und lieb findet, gleichzeitig aber auch mutig und stark. Im zweiten Strang heißt der Junge "Julian". Diesen Namen hat Cora für ihn gewählt, weil er "Himmelsvater" bedeutet. Auf der dritten Erzählebene meldet sie das Neugeborene nach dem Willen ihres Mannes als "Gordon" an.
Jeder Erzählstrang beginnt mit der Anmeldung des Kindes auf einen der drei Namen und der darauffolgenden Reaktion von Coras Ehemann. In 7-Jahres-Abständen gewährt die Autorin intensive Einblicke in den Alltag und das Leben der Protagonisten. Sie beschreibt wichtige und prägende Ereignisse innerhalb der Familie, bis der Junge 35 Jahre alt ist.
Es war einerseits spannend, die drei unterschiedlichen Lebenswege der Familie zu verfolgen, auf der anderen Seite war das zentrale Thema Häusliche Gewalt für mich nur sehr schwer zu ertragen. Gordon ist äußerst brutal, Demütigungen sowie physische und psychische Verletzungen gehören für seine Frau zum traurigen Alltag.
Die Charakterzeichnung der Figuren ist der Autorin hervorragend gelungen. Mit der hilflosen und in ihrer toxischen Ehe gefangenen Cora hatte ich großes Mitleid und habe mir oft gewünscht, dass sie endlich den Mut findet, Gordon zu verlassen. Meine Lieblingsfiguren waren Bear, Julian und Maia, ich fand ihre Entwicklung über die Jahre sehr gut und authentisch dargestellt. Das fesselnde Buch ist mir unter die Haut gegangen, es hat mich zutiefst berührt, zugleich hat es mich aber auch wütend und sehr nachdenklich gemacht.
Absolute Leseempfehlung für alle Leserinnen und Leser, die vor dem ernsten Thema Häusliche Gewalt nicht zurückschrecken.
Rezensionen von gerlisch:
Firewatch von Colin Hadler
Sehr gelungene Suspence-Romance
Firewatch ist von der ersten Seite an fesselnd, ein perfekter Mix aus Thriller, Suspense und einer queeren Lovestory, die mich mit Feingefühl und Atmosphäre überzeugt hat.
Der Roman lebt von seinem starken Aufbau: Durch die Rückblenden lernen wir Aaron kennen, während der Gegenwartspart Robin gehört.
Dieser Wechsel zwischen Zeitebenen und Perspektiven sorgt für eine permanent steigende Spannung. Jede Szene öffnet neue Fragen, jede Enthüllung zieht die nächste nach sich.
Die Liebesgeschichte ist queer, sensibel erzählt und emotional vielschichtig. Sie wirkt nie aufgesetzt, sondern ist perfekt in die Handlung eingebettet. Besonders gelungen ist die dort geschaffene Atmosphäre, die ein ständiges Knistern erzeugt, aber den Suspense nicht in den Hintergrund drängt.
Der Mix aus Thriller und Lovestory hat mir unglaublich gut gefallen, das hat der Autor gewöhnlich gut umgesetzt. Die Spannung bleibt klar im Vordergrund, aber die emotionalen Momente geben der Geschichte Tiefe und Menschlichkeit.
Die Charaktere sind komplex. Robin hat mir hier am besten gefallen, von Trauer, Wut und innerer Zerrissenheit geprägt, aber gleichzeitig stark und berührend authentisch. Kian bleibt lange undurchsichtig, was ihn unglaublich spannend macht. Auch die Nebenfiguren wirken lebendig und tragen zur Dichte der Handlung bei.
Ein Buch, das man kaum aus der Hand legt und das noch lange nachhallt.
Rezensionen von Miro:
Die Gesetze von Liebe und Logik von Debra Curtis
Eine wunderschöne und tragische Geschichte
Lily ist noch sehr jung, als ihre Mutter den Kampf gegen den Krebs verliert. Der Vater bemüht sich seine Kinder liebevoll großzuziehen, aber der Verlust hinterlässt Spuren in den beiden Mädchen.
Während Lily schnell eine erste Liebe findet, schaltet Jane immer öfter mit Alkohol auf Partys ab.
Lily findet eine Stütze in dem Jungen, der sie fest verankert und Jane flüchtet regelmäßig aus der Realität.
Lily und der Junge planen auf die selbe Universität zu gehen und der Junge möchte sie unbedingt heiraten. Doch es kommt alles anders. Eine Party eskaliert und eine gemeinsame Zukunft wird unmöglich. Ein weiterer Verlust, den Lily verarbeiten muss. In ihrem späteren Ehemann Marshall findet Lily wieder einen Gefährten, der ihr auf Augenhöhe begegnet, sie unterstützt, wo sie es braucht und auch für ihre Schwester Jane da ist, die immer mehr mit ihrer Sucht zu kämpfen hat.
Aber es bleibt immer die Frage nach dem was wäre wenn. Wie wäre das Leben verlaufen, wenn es diesen einen Abend nicht gegeben hätte. Lily liebt ihren Mann, aber sie hält auch ihr Leben lang an der Erinnerung an den Jungen fest. Sie lebt ein aufregendes Leben, der Forschung und Bildung gewidmet, bleibt offen für Neues und wendet sich immer wieder neuen Themen zu.
Das Spannungsfeld zwischen Liebe und Logik wird auf mehreren Ebenen behandelt. Wir haben einerseits, das der Wissenschaft gewidmete Leben und die Liebe zu einem Wissenschaftler. Und wir finden das Spannungsfeld zwischen emotionalen und rationalen Entscheidung, die nicht immer Hand in Hand gehen.
Debra Curtis ist mit diesem Roman ein großes Familienepos gelungen. Mit feinsinnigem Gespür widmet sie sich ihren Figuren und gibt den Charakteren detailreiche Tiefe. Beim Lesen fühlte ich mich der Protagonistin Lily sehr nah und manche Schauplätze sind so bildhaft beschrieben, dass es fast filmisch wirkt. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und die Tragik des Schicksals konnte mich sehr berühren ohne dabei kitschig zu wirken. Ich bin ausgesprochen begeistert von diesem Debüt und freue mich jetzt schon auf weitere Romane der Autorin!
Rezensionen von Stern567:
Wenn kleine Igel mutig sind von Sandra Grimm
Ein schönes Buch für die Kleinsten!
"Wenn kleine Igel mutig sind" von Sandra Grimm und Matthias Derenbach aus dem Ravensburger Verlag ist ein bezauberndes Pappbilderbuch für die Kleinsten. Die Geschichte rund um den kleinen Igel vermittelt auf liebevolle Weise, dass jeder seinen eigenen Weg finden kann, mutig zu sein. Besonders hervorzuheben sind die wunderschönen Illustrationen: Die sanfte Farbgebung schafft eine warme und beruhigende Atmosphäre, während die niedlich gezeichneten Tiere sofort ins Herz geschlossen werden.
Jede Seite wirkt liebevoll gestaltet und lädt Kinder dazu ein, die Bilder immer wieder zu entdecken. Auch sprachlich überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Der Text ist angenehm kurz, leicht verständlich und perfekt auf junge Zuhörer abgestimmt. Dadurch bleiben selbst die Kleinsten aufmerksam und verfolgen gespannt, wie der kleine Igel seine Angst überwindet. Ein herzerwärmendes Vorlesebuch, das Geborgenheit vermittelt und Kindern Mut macht.











