Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gabiliest:
Rache ist süß - Eine bitterböse Überraschung von Katharina Reschke
Du bist richtig, wie du bist
Die bekannte Kinderbuch- und Drehbuchautorin Katharina Reschke hat mit “Rache ist süß- Eine bitterböse Überraschung” ein Kinderbuch geschrieben, das aufzeigt, dass es manchmal ganz vernünftig sein kann, nicht alle Regeln zu befolgen. Schon das fröhliche Hardcover ist mit seinen leuchtenden Farben und dem reliefartigen Druck ein echter Hingucker und fällt in der Buchhandlung sofort auf.
Zwei lächelnde und neugierige Kinder erwarten die jungen Lesenden. Mathilda und Finn füttern gerade die Freundin von Mathilda, eine fleischfressende Pflanze.
Mathilda zieht mit ihren Eltern in das Städtchen Wülsten an der Löhne zu ihren Großeltern. Doch wo ist Opa? Alle erzählen, dass Opa eine Weltreise macht. Aber stimmt das? Möglich wäre es ja, denn Opa verkauft in seinem Truck Süßigkeiten aus vielen verschiedenen Ländern. Aber nicht nur Opa, auch der Truck ist verschwunden. Doch Mathilda hat schon eine Idee…
In der Schule wird Mathilda nicht gut aufgenommen, denn sie spricht mit ihren fleischfressenden Topfpflanzen, die jedoch nur Gemüse mögen. Aber in der Stadt gibt es sowieso nur ein Gesprächsthema: Der Wettbewerb, wie man Wülsten noch schöner machen kann. Erfinder Finn, der Sohn des Bürgermeisters, freundet sich mit Mathilda an. Ihr Gegner ist Sören, Schulsprecher, Sohn des Sparkassendirektors und richtig gemein. Doch Mathilda lässt sich nichts gefallen, sie nimmt kein Blatt vor den Mund und tritt mutig für sich und andere ein. Als plötzlich alle Werke verschwinden, die die Kinder im Wettbewerb einreichen wollen, fragt Mathilda ihren Opa um Rat, denn sie hat ihn und den Truck natürlich längst gefunden.
“Rache ist süß- Eine bitterböse Überraschung” überzeugt mit einer spannend und kindgerecht geschriebenen Geschichte, die Kinder ermutigen soll, Regeln zu hinterfragen und einen eigenen Weg zu finden. Auch ist es wichtig, gegen Ungerechtigkeit einzutreten. Mit Witz und Köpfchen gelingt es Mathilda und Finn, den eingebildeten und missgünstigen Sören zu überlisten. Die Geschichte enthält auch Tipps für kleine Rebellen. So soll man auf seinen Bauch und seine Nase hören und sich füreinander einsetzten. Katharina Reschke hat ein fröhliches und leicht lesbares Kinderbuch geschrieben, die phantasievollen schwarz- weiß Illustrationen stammen von Vera Schmidt. Das Buch wird für Kinder ab neun Jahren empfohlen. Durch die große Schrift und die kurzen Kapitel eignet sich dieses charmante Buch auch für Lesemuffel.
Ich habe das Buch mit meiner neun Jahre alten Enkelin gelesen, sie war von der selbstbewussten und schlagfertigen Mathilda sehr angetan. Uns hat das Buch wirklich gefallen und wir hatten viel Spaß beim Lesen, daher empfehlen wir es gerne weiter.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
Gelungener Auftakt
Die Bücher von Andreas Winkelmann sind eine Garantie für Hochspannung und so war ich sehr neugierig und schon gespannt auf „Moorland“, den Auftakt einer neuen Thriller-Reihe von ihm :
Die ersten Seiten sind gelesen und : schon bin ich mitten drin ! Spannung, eine Atmosphäre, die einem Gänsehaut bereitet – Andreas Winkelmann versteht es perfekt, den Leser/die Leserin in seinen Bann zu ziehen und das schon nach kürzester Zeit.
Kommissarin Malia Gold steckt mitten in den Ermittlungen zu zwei verschwundenen Teenagern, den Zwillingen Nike und Jana. Mitten im Moor sind sie verschwunden und trotz intensiver Suche, können die beiden nicht gefunden werden. Da erscheinen plötzlich auf einem socialMedia Account von Jana Bilder und Malia versucht mit ihrem Team die Ermittlungen voran zu bringen. Um die beiden Schwestern zu finden, muss Malia viel geben, denn Lügen und Geheimnisse behindern die Ermittlungen – und auch Malia muss sich mit dunklen Geheimnissen aus ihrem Leben auseinandersetzen.
Sehr atmosphärisch hat Andreas Winkelmann hier eine Kulisse geschaffen, die gruseliger nicht sein könnte – was ganz sicher auch an seinen authentischen und bildhaften Beschreibungen liegt. Die Charaktere passen perfekt in die düstere Moorlandschaft und den Fall um Nike und Jana und so bin ich Seite um Seite durch das Buch geflogen, weil ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
Die neue Thriller Reihe startet mit einem genialen Auftakt, der perfekt gelungen ist und mich voller Vorfreude auf den nächsten Band um Malia Gold warten lässt !
Rezensionen von Vicky:
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Das Unbekannte ist einfach nur unbekannt
'The Ordeals' von Rachel Greenlaw ist der erste Band der 'Killmarth Academy'-Reihe. Es handelt sich dabei um einen Fantasyroman. Das Cover ist wunderschön gestaltet, es ist mir sofort ins Auge gesprungen.
Das Buch umfasst fünf Teile mit insgesamt 35 Kapiteln. Wir würden die Hauptfigure Sophia De Winter bei ihrer Reise zur und in der magischen Elite-Akademie Killmarth begleiten.
Die bekannten Wirkarten hier in der Geschichte sind Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten - diese bieten viel Spielraum und versprechen große Abenteuer.
Ich hätte mir zwischendurch öfterst eine Karte von Killmarth gewünscht. Dadurch wäre es manchmal bestimmt klarer gewesen um sich zurecht zu finden.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und die Seiten fliegen nur so dahin. Die Geschichte ist ungemein spannend, ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand geben und habe die Geschiche verschlungen. Der Humor kommt auch nicht zu kurz - in dem Sinne ein Zitat aus dem Buch: Lügen ist der größe Spaß, den man bekleidet haben kann.
Fazit: Ein absolut geniales Buch einer unglaublichen Autorin. Ich bin sehr gespannt wie die Geschichte weiter geht und hoffe nicht all zu lange auf dnen nächsten Band warten zu müssen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Tschechische Wurzeln österreichischer Marken von Jana Gerslová
Erfolgreich zugewandert
Zur Zeit der Monarchie, „als Böhmen noch bei Österreich war“ (wie es Heinz Conrads besungen hat), da war die Haupt- und Residenzstadt Wien ein begehrtes Ziel für Leute, die es zu etwas bringen wollten. Im 19.und 20. Jahrhundert sind gerade aus den böhmischen Ländern viele Zuwanderer gekommen, die später erfolgreich waren, die Wien und Österreich geprägt haben, und deren Firmen man bis heute kennt:
Von der Konditorei Aida bis zum Bauunternehmen Wienerberger, von Meinl oder Mautner-Markhof bis zur Ottakringer Brauerei, von Kastner & Öhler bis Swarowsky – lauter namhafte österreichische Betriebe mit tschechischen Wurzeln.
Auch Josef Hlávka, der Baumeister der Wiener Oper, oder Ludwig Hatschek, der das Eternit erfunden hat, stammen aus Tschechien.
Jana Geršlová ist Professorin für Volkswirtschaft an der Europäischen Forschungsuniversität Ostrava und hat sich mit rund 30 Firmengeschichten eingehend auseinandergesetzt. In einigen Fällen ist es gleichzeitig auch die Familiengeschichte, die mit dem Unternehmen eng verknüpft ist und die in dem vorliegenden Band umfassend beschrieben wird. Die Unternehmen der Familie Mautner-Markhof aus dem Bezirk Königgrätz/Hradec Králové zum Beispiel waren 7 Generationen lang in Familienhand, im Schweizerhaus im Prater wird das Bier seit mehr als 100 Jahren von der Familie Kolarik, früher Kolařik, ausgeschenkt, die Geschichte der Glashersteller Riedel beginnt in den Glashütten Nordböhmens im Isergebirge/ Jizerské hory….
Familiensinn, Geschäftstüchtigkeit, fachliches Können und Erfindergeist sind oft die Garanten für den Geschäftserfolg, politisch und wirtschaftlich schwierige Zeiten sorgen aber immer wieder für Umbrüche, auch die dunklen Kapitel werden nicht ausgespart.
Jana Geršlová hat keine trockene Wirtschaftsgeschichte verfasst, sondern erzählt in spannenden Kapiteln von den engen Verbindungen zwischen Österreich und den Böhmischen Ländern, also Böhmen, Mähren und dem Teil Schlesiens, der heute zu Tschechien gehört. Ein interessantes Buch, das man gründlich lesen, fast studieren sollte, denn auch die zahlreichen Fußnoten bieten noch eine Fülle von weiterführenden Informationen und Einblicke in die Geschichte zweier Nachbarländer.
Rezensionen von Philiene :
Der Fährmann von Regina Denk
Wow
Der Fuhrmann spielt vor und während des ersten Weltkrieges an einem Grenzfluß zwischen Deutschland und Österreich. Im Fokus der Geschichte stehen der Fuhrmann Hannes, die Wirtstochter Annemarie, ihre Freundin Elisabeth und der Bauerensohn Joseph. Es geht um Liebe die nicht erwidert wird oder die nicht sein darf.
Es geht um Frauen die nicht über ihr Leben bestimmen dürfen und von Anferen in eine Rolle gesteckt werden, erschreckend und schonungslos erzählt Regina Denk davon wie junge Mädchen in eine Rolle gedrängt worden sind, wie sie nichts gegen die Eltern ausrichten konnten und wie dominant die Männer damals waren.
Der Roman zieht einen in seinen Bann und obwohl eigentlich kein schönes Leben beschrieben wird so ist er doch so packend das ich nicht aufhören konnte zu lesen. Ihre Figuren sind so lebensecht beschrieben das sie mich nicht losgelassen haben, niemand wird hier zum Helden gemacht, alle sind ganz normale Menschen, alle haben Fehler. Einige vielleicht zu viele.
Der Roman beschreibt vor allem das Leben der jungen Frauen mit all seinen Schwierigkeiten, man leidet mit den Beiden mit.
Aber vor allem hat der Roman eine wichtige Aussage die nicht nur für die damaligen Zeit zählt, sondern bis heute eichttig ist. Und diese ist, das man nicht weggehen darf.
Rezensionen von Bücherwurm78:
Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers von Gabriella Engelmann
Gelungene Fortsetzung
Anna kehrt nach Sylt zurück um dort auf Listland der 85-jährigen Bücherfrau Fenja Lorenzen helfen möchte das Geheimnis um deren Schwester Martje zu lüften. Diese ist seit 1958 verschwunden.
Der Duft des Strandhafers ist Band 2 der Sylt-Dilogie um die Bücherfrauen von Listland.
Diesmal geht es vor allem um die Suche nach der verschwundenen Schwester von Fenja, Martje, die seit 1958 verschollen ist.
Das Vorgängerbuch hat mir schon gut gefallen, Teil 2 fand ich sogar noch besser.
Die Geschichte spielt einmal im Heute und dann geht man mit Martje auf die Reise durch die Zeit, beginnen im Jahr 1958. Die Kapitel waren immer überschrieben mit der jeweiligen Person und dem Jahr, so dass man sich leicht hineindenken konnte. Ich mag Geschichten die auf 2 oder mehreren Ebenen spielen. Der Schreibstil hat mir wieder gut gefallen, es ist flüssig geschrieben und es gab keine langwierigen Passagen. Die Story ist gut durchdacht und umgesetzt im Buch. Es blieb bis zum Schluss spannend ob es ein Wiedersehen der Schwestern gibt. Man konnte mit Fenja und Martje mitfühlen.
Was aber natürlich wirklich wieder sehr schön ist, ist das Cover des Buches. Es ist super schön gestaltet und spricht mich sehr an.
Fazit: Eine sehr gute Fortsetzung, klare Leseempfehlung.
Rezensionen von @beautybooks (Instagram):
Das schönste aller Leben von Betty Boras
Interessant, aber hat so seine Schwächen und Längen!
Das Buch „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras erzählt die bewegende Geschichte eines jungen Mädchens, das in einer schwierigen und von gesellschaftlichen Zwängen geprägten Zeit aufwächst.
Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin, die von ihrer Kindheit und Jugend berichtet. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf, erlebt Armut, familiäre Spannungen und die strengen moralischen Vorstellungen ihrer Umgebung.
Schon früh muss sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und mit Enttäuschungen umzugehen. Trotz vieler Hindernisse bewahrt sie sich jedoch ihre Sehnsucht nach einem besseren, selbstbestimmten Leben.
Ein wichtiger Bestandteil der Handlung ist ihre erste große Liebe, die ihr Hoffnung gibt, aber auch mit Schmerz und Verlust verbunden ist. Diese Erfahrungen lassen sie innerlich reifen. Schritt für Schritt beginnt sie, sich von Erwartungen anderer zu lösen und ihren eigenen Weg zu suchen. Dabei spielen Themen wie Selbstfindung, Durchhaltevermögen und der Wunsch nach Freiheit eine zentrale Rolle.
Der Titel „Das schönste aller Leben“ wirkt zunächst fast widersprüchlich, da die Hauptfigur viele schwierige Situationen durchstehen muss. Doch im Verlauf der Geschichte wird deutlich, dass gerade die Mischung aus Leid, Hoffnung, Liebe und persönlichem Wachstum das Leben wertvoll und „schön“ macht.
.
Meine persönliche Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an das Buch, da man bereits Wochen vor Erscheinen auf Instagram ja regelrecht bombardiert worden ist, mit Werbung von diesem Debütroman. Vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen, denn ganz so packen konnte mich das Buch leider nicht. Anfangs brauchte ich so meine Zeit, um richtig rein- bzw. anzukommen in der Geschichte. Stellenweise fand ich die Story richtig gut und dann zog sich für mich auch alles wieder ein bisschen in die Länge. Erzählart und Schreibstil fand ich allerdings richtig schön. Problematisch fand ich zum Teil die Perspektive der Erwachsenen Vio, die ihre Tochter nicht mehr als ihre Tochter ansehen kann, seitdem sie wegen eines Unfalls Narben im Gesicht trägt. Da habe ich doch ein wenig geschluckt. Andere Themen, die in diesem Roman eine große Rolle spielen, wurden wiederum sehr flach gehalten und da hätte ich mir von Anfang an ein wenig mehr Tiefe erhofft. Ich fand das Buch nicht schlecht und habe es dennoch sehr interessant gefunden, aber ganz so gecatcht hat es mich eben nicht. Das Buch und ich haben einfach nicht so gut zueinander gepasst aber wie man sieht, konnte es bereits sehr viele von euch so richtig begeistern und das freut mich!
Rezensionen von Tara:
3 Grad mehr von Klaus Wiegandt
Es ist noch nicht zu spät
„3 Grad mehr“ ist ein aktuelles und alarmierendes Sachbuch des Gründers der Stiftung „Forum für Verantwortung“ Klaus Wiegandt.
Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran. Diese Feststellung dürfte für niemanden eine Überraschung sein. Oftmals habe ich das Gefühl, dass wir vollkommen hilflos davorstehen und nichts unternehmen können.
So wurden die Ziele - die Erderwärmung auf maximal 2°C, möglichst auf 1,5°C zu begrenzen - des Klimagipfels 2015 in Paris verfehlt und ein Ende der steigenden Temperaturen ist nicht abzusehen.
In diesem Buch haben sich zahlreiche, namhafte Experten der Klimawissenschaften zusammengetan und ausgeführt, dass es nicht zu spät ist, wir aber dringend handeln müssen, da die Folgen nicht linear verlaufen.
Das Buch besteht aus drei Teilen:
- Heißzeit voraus
Wie eine 3 Grad wärmere Welt aussieht
- Naturbasierte Lösungen
Wie eine 3 Grad wärmere Welt noch verhindern können
- Call to Action
Über die Macht informierter Bürger*innen in der Demokratie
Die hier aufgeführten Fakten sind ebenso umfangreich wie erschreckend, geben aber auch Hoffnung. Diese basiert allerdings darauf, dass wir dringend etwas ändern müssen.
Es geht u.A. darum, die Abholzung der Regenwälder zu stoppen, massiv aufzuforsten, Mooren ihre Wasserspeicherfähigkeit zurückzugeben und für weitere Humustanks zu sorgen.
In dem Buch gibt es zahlreiche Grafiken,Bilder und Fotos, die das Geschriebene verdeutlichen und bildhaft machen. Es ist also kein trockenes Sachbuch, sondern eines, das sich trotz der erschreckenden Thematik gut lesen lässt.
Die Lage ist ernst, aber es ist noch nicht zu spät. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch von möglichst vielen Menschen gelesen wird. Nur, wenn uns allen bewusst ist, wie dringend wir etwas ändern müssen und dass wir heute beginnen müssen, hat unsere Erde noch eine Chance.
Rezensionen von katis zettelchen:
Alma von Federica Manzon
Ein Buch, das mit der Lektüre immer größer wird
Ein großartiges Buch über die Kriege zum Ende Jugoslawiens und über die Sinnlosigkeit von Kriegen im Allgemeinen. Ich bin 58 Jahre alt, ich habe von Tito gehört und von Srbenica, von Karadzic und Mladic und den Prozessen in Den Haag, und in diversen Tatorten, die in Wien spielen von untergetauchten serbischen Kriegsverbrechern.
In den 90er Jahren lebte ich in den USA und habe nur wenig von den Kriegen mitbekommen. Jetzt wohne ich in Österreich, wo viele Serben, Bosnier und Kroaten leben. Ich weiß also so gut wie gar nichts über die Situation in Jugoslawien in den 70er bis 2000er Jahren. Die Lektüre des Romans war oft ziemlich verwirrend – wenn ich mich am Klappentext orientiert habe – Geschichte von Frau, die nach vielen Jahren ihre Heimatstadt Triest wieder besucht und sich mit Vergangenheit auseinandersetzt. Ich versuchte mich an geographischen Punkten zu orientieren, doch sind sie allgemein gehalten, „die Stadt“, „die Stadt im Osten“, „die Hauptstadt“, „die Insel“ und „drüben“. Manchmal gibt es konkretere Hinweise. Nach Wikipedia-Einträgen zu Jugoslawien, Triest, Tito und Jugoslawien-Kriege wurde es klarer. Wenn ich jedoch nicht mit der Erwartung einer konkreten Stadt gelesen hätte, wäre die Lokalisierung auch egal gewesen. Es geht in diesem Roman konkret um die verwirrende Situation der Region nach dem Tod Titos und nach dem Zerfall des Ostblocks. Es war für alle verwirrend, denn in dem Krieg kämpften plötzlich die, die jahrzehntelang meist friedlich miteinander gelebt hatten, der Krieg hatte territoriale und ethnische Ursachen und war damit unbegreiflich und unübersichtlich. Alma, die Protagonistin steht außerhalb des Ganzen und wird bewusst so gehalten – von ihren Eltern, die den Ballast der Geschichte (Habsburger Monarchie, Weltkriege, Diktatur unter Tito usw) von ihr fernhalten wollen, damit sie frei aufwächst, was sie tut, was sie nicht versteht, was sie verwirrt. Ihre Großeltern versuchen sie mit ihrer Geschichte und Gesellschaft zu beeinflussen, sie genießt das schöne Leben, bleibt aber bei ihrer Mutter. Almas Geschichte ist eine persönliche Geschichte – zwischen Großeltern, Eltern, dem Pflegebruder, Freunden – eingebettet in eine sehr komplexe Situation – der Vater ist selten da, er ist meist „drüben“, ohne dass sie weiß, was er dort macht, die Mutter leidet; der Pflegebruder, zu dem sie sich hingezogen fühlt, ist ihr auch oft fremd; den Freunden öffnet sie sich nie ganz, sie bleibt verschlossen in ihrer Welt. Alma ist bis zu einem Grad unpolitisch, sie betrachtet die Menschen, urteilt nach richtigem und falschem Verhalten. Sie lernt mit der Zeit, dass die Regeln im Krieg andere sind, dass viel geschwiegen und verschwiegen wird aus Selbstschutz oder zum Schutz anderer; es gibt Missverständnisse, es ist oft nicht klar, wer gut und wer böse ist, die Grenzen sind fließend. Der Roman ist aber keine Generalentschuldigung für Kriegsverbrechen und Verrat, keine Carte Blanche für fragwürdiges Verhalten. Er liefert eine Außenansicht (von Triest aus, nicht von Belgrad) zur Entstehung und zum Ablauf eines Krieges, von dem keiner genau weiß, warum er geführt wurde, die manchmal eine Innenansicht wird. Durch die weitgehende Anonymisierung sind die Lokalitäten, die Gruppen austauschbar mit denen anderer Kriege. Auf dem kleinsten Nenner ist es das Unverständnis gegenüber Kriegshandlungen und Gewalt. Almas Mutter arbeitet in einer Nervenheilanstalt, einem „Irrenhaus“, die Grenzen zwischen dem Inneren und dem Äußeren dieser Anstalt verwischen sich.
Dies ist ein Roman, bei dem ich Anlaufschwierigkeiten hatte, der mich aber jetzt nicht mehr loslässt. Er hat einen Platz in meinem Regal gefunden, ich werde ihn wieder lesen und kann ihn jedem empfehlen – mit oder ohne Hintergrundwissen. Nach der Lektüre kann ich den dreiteiligen SRF Podcast „Jugoslawiens Zerfall“ empfehlen.
Rezensionen von Anilam:
Zum ersten Mal von Gesina Demes; Annika Prigge
Zwischen Chaos, Körper und Freundschaft
In dem Buch ''Zum ersten Mal'' erzählen zwei Freundinnen von ihrem Aufwachsen – von Pubertät, ersten Erfahrungen, Körperchaos, Freundschaft, Unsicherheiten und diesem ganzen Gefühlsdurcheinander, das irgendwie dazugehört. Es geht um kleine und große Momente, die einen prägen, auch wenn man sie damals vielleicht lieber vergessen hätte.
Der Schreibstil ist super leicht zugänglich. Man kommt sofort rein und kann den Geschichten total gut folgen, weil alles so ehrlich und direkt erzählt wird. Es fühlt sich eher wie eine lange Sprachnachrichten von einer guten Freundin, die einfach offen teilt, was sie erlebt hat.
Ich habe mich in vielen Gedanken und Situationen wiedergefunden – dieses Sich-schämen, dieses Vergleichen, dieses „Bin ich eigentlich normal?“. Genau das macht das Buch so stark: Man merkt beim Lesen, dass man mit vielen Gefühlen eben doch nicht allein ist.
Für mich ein sehr nahbares, ehrliches Buch über das Erwachsenwerden, das Mut macht und vieles ausspricht, worüber man früher vielleicht nicht laut gesprochen hat. Ich persönlich kann mir das Buch zum Beispiel als Geschenk für meine jüngere Schwester sehr gut vorstellen.











