Kunden em pfehlungen
Rezensionen von hyakinthos:
Schleifen von Elias Hirschl
Mehr als nur Worte
Der Roman „Schleifen“ von Elias Hirschl ist alles andere als konventionell. Ausgehend von der ungewöhnlichen Idee einer jungen Frau, die Krankheiten entwickelt, sobald sie von ihnen hört, entfaltet sich ein ebenso kluges wie radikales Spiel mit Sprache und Denken. Franziska Denk und der Mathematiker Otto Mandl geraten dabei in ein Geflecht aus Sprachsystemen und Gedankenkonstruktionen, das sich zunehmend verselbstständigt.
Was als originelle Prämisse beginnt, weitet sich zu einem vielschichtigen Experiment aus: Sprachwissenschaft, Philosophie und Mathematik überlagern sich, ernsthafte Reflexion steht neben ironischer Brechung. Manche Passagen (insbesondere die mathematischen) fordern Geduld, doch gerade diese intellektuelle Reibung macht den Reiz des Romans aus.
Der Titel ist dabei Programm: Motive kehren wieder, verschieben sich, kreisen umeinander. Es entsteht ein Text, der weniger geradlinig erzählt als vielmehr Denkbewegungen nachzeichnet.
Nicht jede*r Leser*in wird sich auf dieses Spiel einlassen wollen. Doch wer Freude an Sprachreflexion, theoretischen Gedankenspielen und literarischer Grenzüberschreitung hat, wird hier fündig. Ich persönlich habe das Buch als Sprachliebhaber besonders geschätzt; vor allem die Fragen nach der Wirkmacht von Sprache und der Idee einer „perfekten“ Ausdrucksform haben mich nachhaltig beeindruckt.
„Schleifen“ ist eigenwillig und unverkennbar: ein Roman, der nicht alles erklärt, aber lange nachhallt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Tanzen im Kopf von Zdenka Becker
Eine klare Leseempfehlung!
Mara Balcovà hat bis zu ihrer Pensionierung in einem slowakischen Krankenhaus als Krankenschwester gearbeitet. Ihre Kinder sind erwachsen, der Ehemann ein Alkoholiker und die Pension gering. Sie macht nun das, was viele Frauen ihres Alters machen: Sie nimmt eine Stelle als 24-Stunden-Pflegekraft in Österreich an.
Ihre neue Klientin ist Elvira, einst eine gefeierte Tänzerin und Choreografin, die vor drei Jahren die niederschmetternde Diagnos der tödlichen Nervenkrankheit ALS erhalten hat. Inzwischen ist ihr Körper vollständig gelähmt, dennoch nimmt sie rege an ihrer Umgebung teil. Sie kann nur mehr mit einen durch ihre Augenbewegungen gesteuerten Computer mit ihrer Umwelt kommunizieren, aber im Kopf tanzt sie noch immer.
„Ich habe einen Vogel im Kopf. Er flattert in meinem Schädel herum und bringt alles durcheinander. Und er frisst, was er findet. Er frisst mein Gehirn. Die Hände und Füße sind dann machtlos. Sie tun nicht das, was der Verstand will.“
Die Pflege von Elvira ist trotz aller technischer Hilfsmittel anspruchsvoll. Doch die beiden Frauen kommen einander näher, obwohl sie unter unterschiedlichen Vorraussetzungen aufgewachsen sind. Anders als ihre Kollegin Jolanka, mit der sich Mara alle zwei abwechselt, erzählt Mara Märchen, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Für Jolanka ist der „Aufwand, den Mara mit Elvira treibt, völlig unnötig“. Vor allem, dass Elvira ihr Aussehen wichtig ist und es genießt, geschminkt zu werden, findet Jolanka unpassend. Daher freut sie sich immer, wenn Mara für die nächsten zwei Wochen die Pflege übernimmt.
Mara und Fred, Elviras Vater, schenken Elvira, die Vivi genannt, wird schöne Stunden. So wird mit dem Twin City Liner auf der Donau nach Bratislava gefahren oder ein Ausflug in die Wachau organisiert. Vivi hat eine Bucket-List, die sie gerne erledigen möchte, bevor sie sich dem Unvermeidlichen stellt. Ein Punkt ist der Besuch einer Freundin, die nach einem Bühnenunfall auf den Rollstuhl angewiesen ist und in London lebt. Doch Fliegen lässt Vivs Gesundheitszustand, der noch dazu durch die aktuelle Covid-Pandemie bedroht ist, nicht zu.
Allerdings machen wir auch regelmäßig Abstecher in Maras Leben in ihrem Heimatort Modrany. Während sie zusätzlich Geld verdient, ergibt sich ihr Ehemann dem Alkohol. Als sie zu Weihnachten wegen des Dienstes nicht nach Hause kann, eskaliert die ohnehin angespannte Atmosphäre. Als dann wegen der Covid-Pandemie der mehrwöchige Lockdown verhängt wird, und Mara nicht nach Modrany fahren kann, fasst sie einen Entschluss ...
Meine Meinung:
Zdenka Becker spricht in diesem Roman gleich mehrere Themen an: Da ist z.B. die tägliche Arbeit der slowakischen Pflegekräfte bei ihren Klienten und Klientinnen, bei der sie häufig auch ausgenützt werden und zu Arbeiten herangezogen werden, die nicht im Vertrag stehen, oder die Entfremdung ihrer Ehemänner und Kinder in der Heimat. Gleichzeitig zeigt die Autorin, wie liebevoller und empathischer Umgang den Klienten und Klientinnen auch in aussichtlosen Fällen, ein wenig Lebensfreude schenken kann. Die rapide Verschlechterung Elviras Gesundheitszustandes betrübt auch Mara. Nicht nur, weil sie ihre Arbeit verlieren wird, sondern weil sie eine zutiefst empathische Person ist.
Man kann sich nur wünschen, eine Mara als Pflegekraft zu bekommen, wenn es einmal notwendig sein sollte.
Fazit:
Diesem berührenden Roman, der für mindestens eine Person ein neuer Anfang bedeutet, gebe ich gerne 5 Sterne und ein Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Seelenverwandte von Christine Dobretsberger
Eine Leseempfehlung
Christine Dobretsberger hat 18 prominente Paare, die eine Seelenverwandtschaft zu einander verspüren, interviewt. In entspannter Atmosphäre, meistens in einem Kaffeehaus, haben sie zu dritt über diese tiefe Freundschaft gesprochen.
Die meisten Paare haben sich über ihren Beruf gefunden. Interessanterweise sind nur zwei Paare auch privat ein Paar.
Manche Seelenverwandtschaft ist z.B. wegen des großen Altersunterschieds durchaus ungewöhnlich, andere wiederum höchst einleuchtend.
Zu jedem Paar gibt es ca. 12 Seiten Text, die mit zahlreichen Fotos ergänzt werden.
Ich möchte den Beiträgen nicht vorgreifen. Einfach selbst lesen, ist meine Empfehlung. Es lohnt sich! Das Buch ist in gediegener Aufmacheung im Amalthea-Verlag erschienen, einzig ein Lesebändchen hätte ich mir noch gewünscht. Aber das ist Jammern auf höchstem Niveau.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch, das sich bestens als Geschenk eignet, 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Chinas entführte Töchter von Barbara Demick
Eine klare Leseempfehlung!
Barbara Demick, eine bekannte amerikanische Journalistin und Fernost-Korrespondentin der Los Angeles Times, erzählt die Geschichte der chinesischen Zwillinge Fangfang und Shuangjie, die 2000 geboren worden sind. Da sie nicht die ersten Kinder ihrer Eltern sind, sind sie den Behörden, die die strengen Regeln zur Geburtenkontrolle überwachen, ein Dorn im Auge.
Die Familie verbirgt die Zwillinge vor dem Staat, doch der Versuch scheitert. Fangfang wird im Alter von 18 Monaten ihrer Familie entrissen und zur Adoption freigegeben. Von einer christlichen Familie aufgenommen, wächst sie unter dem Namen Esther in Texas auf, ohne zu wissen, dass sie ein Opfer einer staatlichen Entführung ist.
Als sie vom Schicksal der getrennten Zwillinge erfährt, beginnen eine jahrelange Bemühungen das entführte Mädchen ausfindig zumachen und die Schwestern wieder zusammenzubringen. Dabei tauchen zahlreiche Fragen auf: Wie wird die Adoptivfamilie reagiern? Wie Fangfang/Esther? Welche Auswirkungen hat diese grausame Politik auf die Herkunfts- und Adoptivfamilien?
Meine Meinung:
Wie viele von uns im Westen, bin auch ich mit der Propaganda der Ein-Kind-Politik Chinas, um das ausufernde Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen, aufgewachsen. Immer wieder wurde angeprangert, dass weibliche Föten abgetrieben und Mädchen ausgesetzt worden sind, weil in der chinesischen Gesellschaft nur Söhne zählen. Inzwischen erlaubt der Staat wieder die Mehrkind-Familie, weil man feststellen musste, dass Millionen von jungen Männern ohne Frauen bleiben werden ...
Die amerikanische Journalistin und Auslandskorrespondentin in Asien schreibt in diesem Buch, dass es Familien gibt, die sich über die Ein-Kind-Politik, trotz Verbote und Repressalien, hinweg gesetzt haben und, dass auch Töchter geliebt worden sind. Hier könnte man sagen, ja Revoluzzer und Abweichler gab und gibt es immer wieder, auch vereinzelt in China.
Was die Autorin aber aufdeckt ist der wahre Skandal. Über Jahre hinweg werden Familien, die mehr als das eine genehmigte Kind haben, ihre vor allem weiblichen Babys weggenommen, schwangere Frauen zu (oft sehr späten) Abtreibungen sowie und Frauen und Männer zu Tubenligatur bzw. Vasektomie gezwungen. Behördenvertreter, die häufig durch neidische Nachbarn unterstützt werden, durchkämmen Dörfer nach Babys.
Zunächst werden die Babys innerhalb Chinas (gegen eine Gebühr versteht sich) an kinderlose Ehepaare vergeben. Wenig später entwickelt sich ein einträgliches Geschäft mit Auslandsadoptionen, bei dem hunderte Kinder gekidnappt, mit falschen Papieren als Waisen ausgegeben und an zahlungskräftige Familien vorrangig in den USA, aber auch in Europa verkauft werden.
Diese Reportage wirft mehr als einen Schatten auf die Weltmacht China, deren Menschen verachtende Politik ohnehin bekannt ist. Interessant sind die gesellschaftlichen Hintergründe, die Barbara Demick recherchiert hat. In einem Staat, in dem es kein Sozialversicherungssystem wie wir es kennen gibt, sind viele Söhne die einzige Altersvorsorge. Zudem gibt es zahlreiche Vorschriften wie ein gewisses Einkommen und ein Mindestalter um heiraten zu können. Theoretisch ist vorehelicher Geschlechtsverkehr verboten, was natürlich nicht wirklich eingehalten wird, weshalb es zu vielen un- oder vorehelichen Geburten kommt. Ein willkommener Anlass, diese Kinder den Frauen abzunehmen.
Nun, nach vielen Jahren der Einkind-Politik und der Feststellung, dass Millionen von jungen Männern unverheiratet bleiben werden, weil Frauen fehlen, hat eine staatliche Umkehr stattgefunden. Man versucht Frauen dazu zu „bewegen“ wieder mehr Kinder zu bekommen. Dass das mit „Zuckerbrot und Peitsche“ ebenso rabiat durchgesetzt wird, wie die Einkind-Familie, wird wohl niemanden überraschen ...
Fazit:
Das Buch ist eine gute Mischung aus penibel recherchierten Hintergründen, politischen Fakten sowie der Geschichten sowohl der Herkunfts- als auch der Adoptivfamilie der Zwillingsschwestern. Dieser Reportage, die ich beinahe atemlos und stellenweise mit Wut im Bauch gelesen habe, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Claudia R.:
Flüsterwald - Die magische Akademie. Die Rache der Spiegelkrieger (Flüsterwald, Bd. III-4) von Andreas Suchanek
wundervolle Fantasy Reihe
Klappentext / Inhalt:
Das große Finale der III. Staffel – können die Spiegelzwillinge aufgehalten werden?
Die Dunkelheit breitet sich im Flüsterwald aus.
Lukas, Ella und ihre Freunde stehen vor ihrer größten Herausforderung: Ihrem Gegenspieler ist es gelungen, das Portal zur Spiegelseite zu öffnen – und nun strömen alle Spiegelzwillinge herüber, um die magische Akademie zu erobern.
Gemeinsam mit Menok Rani , Katze Punchy und Elfe Felicitas setzen Lukas und Ella alles daran, die Akademie zu retten. Doch je tiefer sie in das Chaos eintauchen, desto klarer wird:
Hinter all dem verbirgt sich ein uraltes, düsteres Geheimnis …
Spannend, magisch, emotional: Der Kampf um die Akademie beginnt!
Mit Story-Game-App: Interaktiver Lesespaß zur Motivation und Vertiefung
Ein Fantasy-Highlight ab 9 Jahren: Freundschaft, Mut & Magie in höchster Form
Der epische Abschluss der III. Staffel – spannungsgeladen, emotional und voller überraschender Wendungen.
Cover:
Das Cover wirkt sehr spannend und abenteuerlich. Zudem ist die Umsetzung etwas düsterer, was zusätzliche Spannung erzeugt. Man kann die verschiedenen Charaktere hier erkennen und es wirkt zudem sehr lebendig und spannungsgeladen. Auch der Wiedererkennungseffekt zu den anderen Covern der Reihe ist auf jeden Fall vorhanden.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den vierten und somit finalen Band der dritten Staffel. Jede Staffel besteht aus vier Bänden und die Geschichte und Handlungen in sich schreiten weiter fort. Da die Handlungen und Geschehnisse aufeinander aufbauen, sollte man diese Reihe auf jeden Fall in Reihenfolge lesen und ein kurzfristiges Einsteigen ist hier eher schwer möglich und nicht zu empfehlen, da Vorkenntnisse vorhanden sein sollten, um dem Verlauf folgen zu können.
Da ich die Reihe von Beginn an mit verfolge, habe ich diesen Band schon heiß ersehnt und war sehr gespannt darauf.
Inhaltlich möchte ich hier nichts verraten, da ich nicht Spoilern möchte und nicht zu viel verraten möchte.
Der Schreibstil ist locker und flüssig lesbar. Es lässt sich wie immer sehr angenehm lesen und man kommt schnell und gut in alles hinein. Zudem wird es sehr bildlich und gut vorstellbar beschrieben. Die Aktionen wirken lebendig und authentisch und auch hier kommt wieder schnell Spannung auf. Aber auch der ganz eigene Humor kommt nicht zu kurz. Im verlauf der Reihe hat man die Charaktere bereits lieb gewonnen und auch diese bleiben sich treu und sorgen immer wieder für tolle Unterhaltung.
Die verschiedenen Perspektiven von Ella und Lukas bringen wieder Spannung und Tempo hinein.
Die einzelnen Abschnitte haben eine gute und angenehme Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Die Anfänge sind sehr schön gestaltet und gut erkennbar. Die schwarz-weiß Illustrationen sind toll umgesetzt und wecken zugleich die Neugier. Die Überschriften sind passend und verraten dabei nicht zu viel. Gliederung und Gestaltung ist auch hier sehr gut gelungen.
Ein wundervolle Kinder Fantasy Reihe, die sehr viel Freude macht und für Spannung, Humor und Unterhaltung sorgt. Auch dieser Band ist klasse und wundervoll umgesetzt und konnte mich wieder vollkommen überzeugen.
Fazit:
Spannend, lebendig und voller Action, aber auch der Humor und die tolle Charktergestaltung kommen hier nicht zu kurz.
Rezensionen von Anjulia :
Dire Bound von Sable Sorensen
Wolfsgebunden
Meryn lebt in einem der ärmeren Viertel des Königreiches Nocturna und sorgt u.a. als Straßenkämpferin für ihre Familie. Als ihre Schwester von vampireartigen Wesen verschleppt wird, mit denen das Königreich seit Jahrhunderten im Krieg liegt, meldet Meryn sich für die Armee. Nach einem gnadenlosen Auswahlverfahren wird Meryn von einer Schattenwölfin auserwählt.
Unfreiwillig muss sie die Ausbildung zur Elitekriegerin beginnen, eine tödliche Selektion in der die schwächsten Mitglieder des Rudels aussortiert werden.
Dire Bound von Sable Sorensen ist Romantasy at its best und für mich auf jeden Fall ein Jahreshighlight. Trotz seiner über 800 Seiten habe ich die Geschichte unglaublich schnell durchgelesen. Das Worldbuilding ist gut gelungen und bekommt hoffentlich im zweiten Teil noch etwas mehr Tiefe. Besonders gut hat mir hier die Bindung zu den Schattenwölfen gefallen. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Die Prüfung, denen sich Meryn stellen muss, sind hart. Die Kämpfe brutal und blutig. In einigen Situationen ist auch Meryn erbarmungslos. Als Bürgerliche ist sie auf die Ausbildungssituation nicht ausreichend vorbereitet. Auch die Kooperation mit ihrer Schattenwölfin gestaltet sich als schwierig. Dazu kommen Plottwists und ein interessantes Love-Interest.
Fazit: Perfekt für alle, die düstere Fantasy, intensive Kämpfe und prickelnde Liebesgeschichten mögen. Eine absolute Leseempfehlung und die Bitte um schnelle Veröffentlichung von Band 2.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Einer flog über das Möwennest von Krischan Koch
Beste Krimiunterhaltung!
Wer sich bei diesem Titel an einen Film mit Jack Nicholson und eine psychiatrische Klinik erinnert fühlt, liegt grundsätzlich richtig. Nur dass wir es hier mit einer kleinen dermatologischen Privatklinik zu tun bekommen, in der Thies Detlefsons Tochter Telje ein Praktikum macht. Auch andere Ähnlichkeiten und Abweichungen sind bewusst gewollt.
Doch der Reihe nach: Bounty und seine Entourage genießen die Idylle am Strand als Annabelle Sunshine (seine vermutliche kleine Tochter) in einem Möwennest eine Urne findet. Die ist dem fliegendem Seebestatter aus dem Flugzeug gefallen und leider nicht in der See gelandet.
Blöderweise kann aus der Asche kein Rückschluss auf die Person geschlossen werden, weil die Identifizierungsmarke fehlt, allerdings findet der neu Gerichtsmediziner Hung Nguyen einen Brillanten in der Asche.
Wenig später sieht man sich in der Klinik ermitteln, denn Maxime, einer der Pfleger mit einem Hang zum Medizinschrank, ist tot. Zuvor hat er Telje gegenüber angedeutet, ihr etwas über die Forschungen und Vorkommnisse zu erzählen. Und überhaupt ist in der Klinik nicht wie in anderen Krankenhäuser. Nur wenige Patientinnen, einige davon in der Station Sieben regelrecht kaserniert, die niemals Besuch bekommen, distanziertes Personal und der ungarische Klinikchef, bei dem Telje ihre Diss schreiben will, ist auffällig oft abwesend.
Nur Brad-Pitt-Verschnitt Tom, der ein Alfa Rosso- Cabrio fährt, verhält sich wie ein Oberarzt in jedem Krankenhaus: Er lässt sich von Fenja, der (zugegeben einzigen) Krankenschwester neben Mildred anschwärmen und brät seinerseits Telje an.
Oberschwester Mildred führt ein strenges Regiment, das sie mit dem Spruch „Wir legen hier Wert auf Ruhe. Das ist ein Krankenhaus und kein Nachtclub“ (S. 20 ff) mehrmals untermauert.
Was in diesem Krankenhaus vor sich geht, müsst ihr schon selbst lesen.
Meine Meinung:
Wie wir es von Krischan Koch gewöhnt sind, adaptiert er Titel und Stoff von Kino-Klassikern für seine Krimis, die allerdings in das beschauliche Leben von Fredenbüll eingebettet werden.
Neben dem Titel nimmt Krischan Koch auch bei den Figuren von Milós Formans Film Anleihen: Neben der Hauptfigur McMurphy finden auch Oberschwester Mildred und der baumlange Chief Bromden oder Dr. Spivy ihre Entsprechung.
Dieser 14. Fall beschert uns ein Wiedersehen mit vielen Bekannten aus den Vorgängern. Neu in der Runde ist der Gerichtsmediziner Hung Nguyen, der die Speisekarte der Hidde Kist mit vietnamesischen Spezialitäten bereichert. Zudem wird er auf Teljes Dating-List aufgenommen, obwohl ihre Mutter Heike eher Jugendfreund Tjark als Schwiegersohn favorisiert. Doch die Entscheidung muss vertagt werden, gilt es doch eine Diss zu schreiben.
Schmunzeln musste ich über Oma Ahlbeck und ihrem Kurt, deren neueste Lieblingssendung „True Traffic“ ist, in der man Staus aus ganz Deutschland und über die Grenze hinaus bis zum Brenner in Echtzeit sehen kann. Dabei entdecken sie nicht nur Ole Mathiesen (ihr wisst schon, der der im Dixi-Klo eingesperrt war) sondern auch ein rotes Cabrio.
Das Cover passt perfekt zu den 13 anderen Krimis.
Fazit:
Ein herrlich skurriler Cosy-Krimi, der mich bestens unterhalten hat, weshalb er 5 Sterne und eine Leseempfehlung erhält. Die gilt übrigens für die ganze Reihe, die am besten von Band 1 gelesen werden sollte.
Rezensionen von Claudia R.:
Morgensonnenglück von Petra Schier
Wohlfühlroman
Klappentext / Inhalt:
Als Holly Flowers' Großvater erkrankt, will er das Familiengut inmitten der Vulkaneifel an seine drei Enkelinnen überschreiben. Doch die Frauen haben völlig verschiedene Leben, und Holly hat Angst, das Gut könnte verkauft werden. Um das Vermächtnis ihres Großvaters zu retten, bringt sie ihre zerstrittene Familie an einen Tisch.
Lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht, und Hollys Leben steht plötzlich kopf. Dass ihre heimliche Jugendliebe Raik sich als Rechtsberater ihres Onkels um die Angelegenheiten des Gutes kümmert, bringt noch mehr Chaos in ihre Gefühle, erst recht, als prickelnde Leidenschaft zwischen ihnen aufflammt.
Kann Holly den Schmerz über die Täuschungen, auf denen große Teile ihres Lebens gründen, überwinden und ihrer Familie und der Liebe noch eine Chance geben?
Cover:
Das Cover ist sehr schön umgesetzt und erzeigt richtige Frühlings-Vibes. Die Schneeglöckchen und auch die Farbgebung machen richtig Lust auf Frühling. Optisch und farblich ist es sehr schön umgesetzt. Das Ha
Meinung:
Ein wundervoller Wohlfühlroman mit viel Atmosphäre, Emotionen und warmherzigem Ambiente. Die Stimmung kommt spürbar herüber und es ist ein toller Roman fürs Herz.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm, locker und leicht lesbar. Schnell findet man sich in Geschehnisse und Charaktere hinein. Emotionen und Gefühle sind gut spürbar und das Ganze wurde sehr emotional, warmherzig und liebevoll umgesetzt. Ein toller Wohlfühlroman mit sehr viel Herz und Emotionen. Es boten sich tolle Lesemomente und auch der Lesefluss hat mir sehr gut gefallen.
Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und auch wenn diese teils etwas länger waren, so lies es sich im Gesamten sehr gut und kurzweilig, sowie flüssig lesen. Die Anfänge waren sehr gut erkennbar und die Kapitel einfach durchnummeriert. Ein toller Lesefluss war hier möglich und die Gliederung und Gestaltung hat mir gut gefallen. Die Story in sich ist rund und sehr emotionsreich umgesetzt.
Eine tolle Atmosphäre wird hier erschaffen und die Emotionen sind spürbar umgesetzt. Die bildlichen Beschreibungen machen es erlebbar. Ein toller Roman und einem wunderschönen Setting und auch das Drumherum wurde sehr schön ausgearbeitet.
Fazit:
Ein wundervoller Wohlfühlroman mit viel Atmosphäre, Emotionen und warmherzigem Ambiente.
Rezensionen von Tara:
Happy Head von Josh Silver
Packend – ein spannender Dilogie-Auftakt
„Happy Head“ ist der erste Band der Near Future Fiction-Thriller-Reihe des in Manchester lebenden Autors und Krankenpfleger für psychische Gesundheit Josh Silver.
HappyHead ist ein Mental-Health-Programm für Jugendliche, in dem diese psychisch gestärkt werden sollen. Die Plätze sind rar und heiß begehrt, zumindest von den Eltern.
Der siebzehnjährige Seb darf als einer von hundert Jugendlichen teilnehmen. Seine Mutter ist der Meinung ist, dass er sich glücklich schätzen sollte und sieht in dem Projekt eine große Chance.
Die Regeln sind streng. Für Gehorsamkeit und Erfolge gibt es Belohnungen.
Dort lernt Seb Finn kennen, zu dem er sich hingezogen fühlt und der gegen das Programm rebelliert.
Der Schreibstil von Josh Silver ist lebendig und fesselnd. Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Seb geschildert, wodurch man beim Lesen das Gefühl bekommt direkt mit dabei zu sein.
Schnell merkt man, dass die Challenges, denen sich die Jugendlichen aussetzen müssen immer bedrohlicher, regelrecht verstörend, werden.
Die Spannung baut sich zunehmend auf und sie Atmosphäre ist düster. Dabei steckt die Handlung voller Action, die aber gleichzeitig mit einer unaufdringliche Liebesgeschichte verwoben ist.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und jeder für sich ist gut ausgearbeitet.
Die Story ist intensiv und unangenehm nah an der Realität. Es geht um Leistungsdruck, Gewalt, Schmerzen, Konkurrenz, Selbstfindung, Macht, Mental Health und vieles mehr.
Leider endet das Buch – wie sollte es bei einer Dilogie auch anders sein – mit einem unangenehmen Cliffhanger, so dass ich es nun kaum noch abwarten kann, bis der zweite Band im Herbst diesen Jahres erscheint.
Rezensionen von DoraLupin:
Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth
Humorvoll gelesen
4,5 Sterne
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch.
Als sein Hausarzt dann auch noch "die Wechseljahre" bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam.
Immerhin passt es ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Der Schreibstil ist frisch und locker und sehr humorvoll, ich hatte daher überhaupt keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden. DIe Geschichte ist ganz klar darauf ausgelegt Spaß zu haben und den Leser oder Hörer zum Lachen zu bringen, dabei vorallem das Thema älter werden bei Männern aufs Korn zu nehmen. Die Geschichte hat aber auch einige emotionale Momente, die ich sehr schön gefunden habe.
Ich mochte den Protagonisten gerne und habe ihn auf dem Weg gerne begleitet, er war teilweise aber auch wirklich allzu naiv und gutgläubig, vorallem wenn es um das ehemalige Haus von ihm und seiner Exfrau geht. Überhaupt war seine Exfrau wirklich unglaublich egoistisch gezeichnet und das sie ihren Kinder so gar nichts gönnt, hat mich etwas traurig gestimmt und hat mir wirklich keinen Spaß gemacht zu hören, ich fand das nicht lustig sondern zutiefst abstoßend.
Ansonsten war die Geschichte aber ein richtig toller Hörspaß und am Ende fiebert man so richtig mit wie die Geschichte endet! Klasse geschrieben.
Herausragend hat aber auch der Sprecher das Hörbuch gelesen und deshalb würde ich bei dieser Geschichte tatsächlich auch ganz klar das Hörbuch empfehlen, denn Christoph Maria Herbst reisst es einfach nochmal etwas mehr raus und liest einfach FANTASTISCH!











