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Rezensionen von buchina:

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Swing Time von Smith Zadie

Zu viel gewollt

Dieses Buch ist ein echter Hingucker. Drei starke Farben, eine passende Schriftart und sonst nichts. Im Minimalismus steckt die Stärke des Covers. Aber es sagt nichts über den Inhalt aus, was auch nicht so einfach ist, denn für mich fehlte dem Buch ein wirklicher roter Faden.
Zum einen geht es um das Erwachsen werden der Ich-Erzählerin, es um eine langjährige Freundschaft, die ambivalent ist.

Es geht um Schwarz vs. Weiß, Chancengleichheit, das England der 90er erfolgreich und hipp. Viele politische Fragen werden gestellt. Für mich war es zuviel, denn die Autorin konnte sich nicht wirklich auf etwas konzentrieren, vielleicht wollte sie soviel wie möglich einbringen und vergaß darüber eine spannende Geschichte zu erzählen. Ich wartete vergeblich auf einen richtigen Spannungsbogen, er schien oft zum Greifen nahe, aber der Faden wurde nicht fortgeführt und sich wieder auf etwas anderes konzentriert. Das Lesen viel mir entsprechend schwer. Und am Ende blieb ich unbefriedigt und etwas ratlos zurück.
Auch die Protagonistin konnte bei mir nicht Punkten. Sie war mir nicht sympathisch, blieb unzugänglich für mich. Ich konnte nicht wirklich mitfiebern mit ihr. Auch die anderen Charaktere rissen mich nicht mit, keiner wurde mir sympathisch. Zum Teil wirkten sie sehr überzogen.
Wie viele andere schon anmerkten, ist der Schreibstil das große Plus des Romans. Die Autorin benutzt eine sehr bildhafte Sprache, die einzelnen Sätze versprechen Tiefe. Zadie Smith kann schreiben, weshalb ich sie auch weiter verfolgen werde und einfach hoffe, dass sie in ihrem nächsten Roman der Handlung mehr Aufmerksamkeit schenken wird.

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Swing Time

Rezensionen von Ambermoon:

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Swing Time von Smith Zadie

Ein erschütternder und beklemmender Roman über Rache und die Folgen einer erfolgsorientierten Erziehung

Rezensionsexemplar

Ein erschütternder und beklemmender Roman über Rache und die Folgen einer erfolgsorientierten Erziehung


Die kleine Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben.

Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt. (Klappentext)

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Nach Beendigung dieses Romans bin ich immer noch erschüttert und er wird mich sicher noch lange Zeit nicht loslassen.
Ein Roman der im heutigen Japan angesiedelt ist und sich mit der dort herrschenden und sehr ausgeprägten erfolgsorientierten Erziehung von Kindern, sowie deren möglichen Folgen beschäftigt.
Zugegeben, es ist ein Horrorszenario, der Supergau, doch wie wir wissen nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dies beweisen die zunehmenden Berichte von Jugendlichen, die scheinbar aus dem Nichts austicken...sie werden immer jünger und es betrifft nicht nur Japan. Denn diese Erfolgsorientiertheit ist schon längst zu uns übergeschwappt.

In diesem Roman blickt der Leser hinter die Kulissen. Wie diese Art der Erziehung die Kinder beeinflusst und was sie aus ihnen machen kann. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, der Druck unter dem sie stehen, bis sie von Opfern zu Tätern werden, getrieben von dem Gefühl der Rache, jedoch aus unterschiedlichen Gründen.
Doch nicht nur die Jugendlichen kennen dieses Rachegefühl, sondern auch die Mutter des ermordeten Kindes. Sie, selbst in gewisser Weise Opfer, wird zur Täterin, zwar auf etwas subtilere Art, doch auch getrieben von Rache.

Dieser Roman unterscheidet sich von anderen dadurch, dass man von Anfang an weiß was vorgefallen ist und wer die Täter sind. Doch durch die wechselnden Erzählperspektiven dringt man immer tiefer in die Geschehnisse und deren Auslöser ein. Mit jeder wechselnden Sichtweise erfährt man mehr Details, welche einem als Leser erschüttern.

Der Schreibstil ist nüchtern, ja nahezu emotionslos. Dies verstärkt jedoch das beklemmende Gefühl während des Lesens, da dadurch die Kaltblütigkeit in der hier agiert und reagiert wird, perfekt transportiert wird. Mit jeder gelesenen Seite wird man tiefer in den Sumpf der Rache gezogen, aus dem man erst auftaucht, wenn man am Ende des Buches angelangt ist.

Fazit:
Ein absolut packender Roman, der durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil besticht und einem gerade dadurch lange nicht loslässt. Erschütternd, grausam und beklemmend, aber mit einer überaus wichtigen Message. Ein Roman, der gerade in der heutigen erfolgsorientierten Welt gelesen werden sollte. Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung!

© Pink Anemone

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Swing Time

Rezensionen von yellowdog:

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Durch alle Zeiten von Hammer Helga

Lebens- wie Liebesgeschichte

Zeitlich sinnvoll versetzte Handlungsabschnitte zeigen das Leben von Elisabeth, der Protagonistin dieses Buches. Eine Lebens- wie Liebesgeschichte.
Die fünfziger und sechziger Jahre zeigen Kindheit und Jugend.
Es ist ein Leben mit Höhen und Tiefen. Die Kindheit in Armut, eine unglücklich verlaufende erste Liebe zu Niklas aber auch die schöne Zeit als sie durchsetzen konnte, auf die Haushaltsschule in England gehen zu können, schließlich auch eine Affäre, dann die Heimkehr schwanger.

Heirat und Kinder.
Und all die Jahre immer wieder Niklas, obwohl sie beide mit anderen verheiratet sind.
Dass im Ablauf des Erzählens zeitlich hin- und hergesprungen wird ist effektiv, und zeigt, wie alles miteinander zusammen hängt.

Dieses Frauenportrait ist sehr realistisch, mit ihrer Stärke und ihren Fehlern, und in der jeweiligen Zeit glaubhaft verankert,

Prägend ist natürlich auch die Bergwelt, in der Elisabeth mit Ausnahme des kurzen Englandabschnitts ihr Leben verbringt.

Mich beeindruckt auch die wirklich schön gemachte, genaue Sprache, die nicht zu viel und nicht zu wenig Mittel einsetzt. Kein Wunder, dass die 1940 geborene Autorin mit Ullstein fünf einen Verlag gefunden hat, der sich intensiv um neue deutsche Literatur kümmert.
Da ist der Anspruch: Zitat: „klassisch gut erzählen, vertraute Lebenswelten erschließen, uns aber auch in Teile unserer Welt führen, über die wir wenig wissen.“. Diesen Anspruch erfüllt Helga Hammer in hohen Maße.

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Durch alle Zeiten

Rezensionen von Ambermoon:

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DER FÜNFTE ERZENGEL von Andreas Gruber

In dieser Anthologie begegnen einem Grusel, Ekel, Übernatürliches, Ur-Ängste und noch mehr.

Andreas Gruber serviert ein deftiges 15-Gänge-Menü phantastischen Schreckens und menschlicher Abgründe. Treten Sie ein in Friedhöfe, Nervenheilanstalten, verlassene Herrenhäuser und düstere Altbauten, in denen der Wahnsinn nistet. Seien Sie gefasst auf ein unheimliches Brüderpaar, einen geheimnisvollen Fahrstuhl, eine heimtückische Seuche, eine tödliche Buchpräsentation, einen verhängnisvollen Urlaub in das Herzen Marokkos und den finalen Horror biblischen Ausmaßes.

(Klappentext)

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Dies ist bereits die 2. Grusel-Anthologie von Andreas Gruber und wie schon in der Ersten ist auch hier für jeden etwas dabei. Angefangen vom klassischen Grusel im E.A. Poe-Stil, über ekelhafte Geschichten, bis hin zu SciFi-Horror.
Manche Geschichten sind mal mehr, mal weniger unheimlich, manche bis zum Erbrechen ekelerregend, andere beschäftigen sich mit der Ur-Angst des Menschen oder sind einfach "nur" Psycho-Horror. Aber eines haben all die Geschichten gemeinsam - die sich stetig steigernde Spannung in einem unglaublich mitreißendem Schreibstil und den Leser so in den Bann zieht.

Andreas Gruber ist meines Erachtens der Meister der Kurzgeschichten, denn selbst auf den nur wenigen Seiten einer Short-Story schafft er es ein unglaubliches Setting zu erschaffen und die Charaktere keineswegs blass wirken zu lassen.Wie gewohnt fehlt es hier auch nicht an morbirdem und/oder sarkastischem Humor, ebenso werden Klischees durch den Kakao gezogen und dies alles in einer unheimlichen und morbiden Atmosphäre.

Und was wäre eine Andreas Gruber-Anthologie ohne Vorwort. Selbst die Einleitung ist eine Geschichte für sich. Weiters wird jede Geschichte durch ein Vorwort eingeleitet und jedes verdient besondere Aufmerksamkeit. Diese enthalten nämlich viel Autobiographisches vom Autor selbst und lässt einem die Geschichte hinter der Geschichte kennenlernen. Das ist zum Einen interessant und zum Andren auch sehr amüsant zu lesen.

Fazit:
Wer sich kurzweiligen und angenehmen Grusel aussetzen oder sich für Halloween einstimmen möchte, dem sei diese Grusel-Anthologie ans Herz zu legen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Also tretet ein in die Welt des Makaberen und lasst euch etwas Gänsehaut bescheren.

© Pink Anemone / www.pinkanemoneblog.wordpress.com

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DER FÜNFTE ERZENGEL

Rezensionen von rewa:

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DER FÜNFTE ERZENGEL von Andreas Gruber

Ein bunter Genren Mix

,, Der letzte Turm vor dem Niemandsland´´ ist die dritte Anthologie des www.fantasyguide.de. Der Leser wird mit einem Genre Mix von Horror, SF und Fantasy beglückt. Die bunte Mischung macht es aus, dass man sich aus jedem Themengebiet seine Lieblingsgeschichte heraussuchen kann, dass einem nicht jede Kurzgeschichte gefällt ist klar, aber dafür bekommt man ja eine herrliche Abwechslung.

Das Cover ist für mich ein wenig irreführend, da man einen ,,Rambo´´ ähnlichen Hühnen mit Schwert, Drachen und Totenköpfen präsentiert bekommt, wo man eher an einen ,,kitschigen´´ Fantasy Roman denkt. Dabei stecken aber sehr gute und originelle Geschichten in der Anthologie.
Da ich nicht jede einzelne Geschichte hervorheben kann, werde ich aus jedem Themengebiet eine Lieblingsgeschichte erwähnen.
Fantasy- von Achim Hildebrand – Froschzauber: Wenn ein Falschspieler an dubiose Gestalten gerät, die er aus den Fängen eines mächtigen Ungeheuers rettet und sie sich gemeinsam auf den Weg machen, damit sie aus dem gefährlichen Urwald herauskommen, sollte es doch eigentlich ein gutes Ende haben. Oder nicht?
Horror- von Karin Reddemann – Marthe : Wenn man ein Mittel hat , wie man seine Jugend vorübergehend zurück holen kann und wenn sich aber Dinge dabei entwickeln, die so nicht geplant waren, dann kann es ein tragisches Ende nehmen.
SF -Christian Weis ( der Autor ist leider 2017 verstorben ) - Neu Eden : Auf gerade einmal vier Seiten, hat der Autor es geschafft eine Roboter Geschichte zu erzählen, die einem als Leser Gänsehaut verschafft.
Crossover- Diane Dirt - Meister Shini : Eine herrliche und witzige Geschichte, in dem eine aufmüpfige Maid mit ihrem Ruhrpott Dialekt, ein amouröses Abenteuer in einer Parallelwelt erlebt, in der es sogar einen Zwerg gibt.
Von humorvoll über geheimnisvoll, von gruselig bis unheimlich, von utopisch bis unglaublich reichen die Geschichten aus der Anthologie ,, Der letzte Turm vor dem Niemandsland´´.

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DER FÜNFTE ERZENGEL

Rezensionen von begine:

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Winterengel,6 Audio-CD von Corina Bomann

Wie ein Märchen

Corina Bomann lese ich besonders gerne und als Hörbuch passt es wieder sehr gut. Die Sprecherin Anne Abendroth hat eine gute angenehme Stimme, die sie immer in der richtigen Stimmung einbringt, das wertet den Roman noch auf.
Die 19jährige Anna Härtel ist eine nette liebenswerte Protagonistin.
Ihr Vater hatte im schwäbischen eine Glasfabrik, leider ist er gestorben und hinterlässt nur Schulden.

Doch hatte er Anna schon früh, als seine Nachfolgerin ausgebildet. So kommt sie bei einem Kollegen ihres Vaters unter und kann den Lebensunterhalt für ihre kranke Mutter und die 12jährige Schwester Elisabeth verdienen. Corina Bomann beschreibt die Arbeit als Glasgießerin und die Herstellung der Glasengel so bildhaft, das ich sie fast nachmachen kann. So einen Glasengel würde ich ihr gerne abkaufen
Das ist eben die Kunst der Autorin, das mich ihre Romane immer wieder faszinieren.
Als Anna dann der englischen Königin Viktoria ihre Glasengel bringen soll, bin ich wieder mit auf der Reise.
John Evans soll sie nach London bringen.
Da empfinde ich nur, die silbernen Augen sind eine seltsame Übertreibung. Ich kenne da nur den Silberblick, der ist ja wohl nicht gemeint
Natürlich gibt es am Schluss wieder ein schönes Happy End. Da lässt mich der Roman zufrieden und gut unterhalten zurück.
Ein typischer Corina Bomann Roman, wie ich ihn mag, er passt jetzt auch gut in die Vorweihnachtszeit.

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Winterengel,6 Audio-CD

Rezensionen von heinoko:

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Winterengel,6 Audio-CD von Corina Bomann

Starker Anfang, schwaches Ende

„Ein Paris-Krimi“ heißt es im Untertitel. Von Paris wird man allerdings kaum etwas lesen, vielleicht ein paar Straßennamen, ein Metroschild, ein Park. Mehr nicht.

Claire und Philippe – ein Ehepaar nach klassischem Modell. Er verdient gutes Geld in seinem Job, sie sorgt perfekt für Haushalt und Kinder.

25 Jahre lang. Bis Philippe sich in Isabelle verliebt und mit ihr ein neues Leben anfangen will. Die alte Geschichte. Aber Claire spielt nicht mit…

Der Roman beginnt überaus spannend, fesselnd. Kurze Kapitel intensivieren das Geschehen. Die geschilderten Personen sind – erst einmal – glaubhaft dargestellt und das Grausame schleicht sich quasi durch die Hintertür in die Handlung. Der Leser liest atemlos Seite um Seite. Und dann wird es zunehmend unglaubwürdig. Die Handlung hebt ab und der mitdenkende Leser rückt ab. Zu viele sachliche Fehler (z. B. Übelkeit bei weit fortgeschrittener Schwangerschaft??) und ein Plot, der sich ins Abstruse verliert, lassen die Freude am Buch zunehmend geringer werden. Ein überraschendes Ende, ja – aber der Leser ging schon viele Seiten vorher verloren. Wie schade. Dass die Autorin richtig gut schreiben kann, beweist sie eindrücklich. Wo war hier das Lektorat, das noch Einiges hätte retten können – am Plot, an Details, an Logik?

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Winterengel,6 Audio-CD

Rezensionen von Schlaflos:

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Nachts am Brenner von Lenz Koppelstätter

Düstere Geschehnisse am Brenner

Zur Leseerfahrung
In diesen Krimi wurde so ziemlich alles reingepackt, was man sich vorstellen kann: Wir bekommen es mit einem grausamen Mord zu tun mit Verbindung zu Grauners Vergangenheit, aber auch Schmuggel, Drogen, Flüchtlinge und deutsche Vergangenheit sucht man nicht vergebens. Die einzelnen Aspekte für sich fand ich sehr spannend, allerdings zu viel für einen einzigen Band.

Dadurch wurden sie alle nur kurz am Rand angerissen und wirkten teilweise etwas zu konstruiert.
Die Charaktere sind eine Stärke von Lenz Koppelstätter. Besonders den Commissario Grauner schließt man mit seinen Ecken und Kanten schnell ins Herz. Was bei diesem Fall etwas schade ist, dass die Protagonisten größtenteils auf eigene Faust handeln. Ich hätte mich über mehr Zusammenarbeit von Grauner mit seinem neapolitanischen Kollege Saltepete und der Sekretärin Tappeiner gefreut, weil die Charaktere sehr unterschiedlich sind. Bei einer Zusammenarbeit wäre das sicher interessant geworden.
Die Krimis des KiWi-Verlags mag ich besonders aufgrund der atmosphärischen Lokalitäten sehr gerne. Auch bei diesem Band wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht: Koppelstätter versteht es, eine düstere, unheimliche Stimmung entstehen zu lassen, in der die Nacht noch ein bisschen schwärzer erscheint.

Zum Fazit
Dieser Krimi hatte großes Potenzial, welches leider nicht gänzlich ausgeschöpft wurde. Trotzdem freue ich mich auf den vierten Band, der durch einen geschickten Cliffhanger im Epilog versprochen wurde.

Zu den Eckdaten
Titel: Nachts am Brenner
Autor: Lenz Koppelstätter
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3462050080
Seiten: 325
Preis: 10,30 €

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Nachts am Brenner

Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:

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Die Mutter meiner Mutter von Sabine Rennefanz

Ein Frauenschicksal...


Sabine Rennefanz erzählt die dramatische Geschichte ihrer Großmutter Anna. Sie wurde als Kind aus ihrer Heimat vertrieben, war monatelang auf der Flucht und landete schließlich in dem kleinen Ort Kosakenberg. Dort wird sie den größten Teil ihres Lebens verbringen: sie heiratet, eine Familie wird gegründet.

Der Großvater ist freundlich, lustig und für Sabine ein wirkliches Vorbild. Die Großmutter dagegen ist eher unnahbar und distanziert. Aber Sabine und ihre Mutter erfahren so nach und nach die wahre Geschichte ihrer Familie, die grausamen Geheimnisse, die hinter dem befremdlichen Verhalten der Großmutter stehen. Geheimnisse, die das bisherige Bild der eigenen Familie völlig auf den Kopf stellen.

Der Stil der Autorin ist klar und unkompliziert. Die einzelnen Situationen werden bildhaft und genau beschrieben und mehrfache Perspektivenwechsel erlauben es dem Leser, die Standpunkte von Sabine, ihrer Mutter und ihrer Großmutter besser zu verstehen.

Es ist eine wahre und sehr persönliche Geschichte, die uns die Autorin da erzählt. Eine Geschichte über Leiden, Gewalt und Scham, aber auch über die Kraft des Überlebens und die manchmal sehr versteckten Beweise für Liebe!
Lesenswert!

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Die Mutter meiner Mutter

Rezensionen von PFIFF:

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Die Farbe von Milch von Nell Leyshon

Keine Chance für ein einfaches Landmädchen in England im 19.Jhdt.


1830 schreibt in England die junge Mary ihre kurze Lebensgeschichte auf.
Sie ist das jüngste von vier Mädchen einer armen Bauernfamilie und muss hart arbeiten.
Ihr Vater ist streng und grob. Trotzdem ist Mary nicht erfreut, als sie ihr Vater dem Pastor als Haushaltshilfe übergibt. Ihr Lohn hilft dem Bauern aus seinen Geldnöten.

Sie vermisst ihr gewohnetes Leben im Kreise ihrer Familie.
Mary soll sich hauptsächlich um die kränkliche Gattin des Pfarrers kümmern und eckt mit ihrer offenen und direkten Art an. Sie ist es nicht gewohnt, diplomatisch zu sein. Trotzdem schließt die Kranke Mary ins Herz und vertraut sich ihr an.
Als die Pastorengattin stirbt, macht sich der Pastor an Mary heran, unterrichtet sie Lesen und Schreiben und missbraucht sie. Als er sie wieder einmal grob nehmen will, bringt sie ihn im Affekt um und ergibt sich in ihr Schicksal. Sie weiß, dass sie schwanger ist und dass sie und das Kind keine Chancen haben.
Als Rechtfertigung für ihre Tat schreibt sie alle Geschehnisse auf.
Berührend, traurig und einfach menschlich.

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Die Farbe von Milch