Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Arachnophobia:
Und es schmilzt von Lize Spit
Das Eis schmilzt
Ich glaube, es ist ein ganz gutes Zeichen, wenn einen ein Buch auch nach dem Auslesen nicht ganz loslässt, man auch Tage danach immer noch über einzelne Szenen nachdenkt, anstatt frisch und fröhlich zur nächsten Lektüre überzugehen. „Und es schmilzt“ der belgischen Newcomerin Lize Spit hatte auf mich genau diesen Effekt.
Der Klappentext verrät erstmal nicht viel vom Inhalt, macht aber neugierig: Eine junge Frau kehrt nach Jahren der Abwesenheit in das Dorf zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Was ist vorgefallen, dass sie so lange den Kontakt abgebrochen hat? Und vor allem: Warum – zur Hölle – hat sie einen riesigen Eisklotz im Gepäck?
Die Geschichte, die letztendlich zur Auflösung führt, entwickelt sich recht langsam, aber stetig und ich habe zu Beginn auch ein wenig gebraucht, um die drei verschiedenen Zeitebenen einzuordnen. Die Gegenwart spielt letztendlich nur an einem einzigen Tag, dem Tag der Rückkehr, und ist durch Uhrzeiten gekennzeichnet – hält die Protagonistin Eva aber nicht davon ab, auch hier gelegentlich in Erinnerungen an das Damals abzudriften. Die Vergangenheit spielt sich zum einen im verhängnisvollen Sommer 2002 ab; der Sommer, in dem Evas Kindheit ein Ende fand. Weitere, nicht chronologisch sortierte Schlüsselszenen aus Evas Kindheit und Jugend werden durch die Szenen beschreibende Überschriften gekennzeichnet. Ich glaube, ich muss das Buch auch ein zweites Mal lesen, um alle kleinen Hinweise und Details aus diesen einzelnen Kapiteln zu erfassen und mit der Geschichte in Verbindung zu bringen.
Die Vorabmeinungen zum Buch waren sich recht einig, dass die Geschichte ziemlich heftig sei und ich muss zugeben: Bis gut über die Hälfte konnte ich das noch nicht ganz nachvollziehen. Natürlich, Eva lebt nicht in einer heilen Welt, wie man sich vielleicht das Dorfleben vorstellen mag. Ihr Elternhaus ist, um es vorsichtig auszudrücken, keineswegs ideal. Liebe erfährt sie nicht von ihren Eltern, dafür saugt sie jede seltene Zuneigung, die ihr von anderen Dorfbewohnern entgegengebracht wird, wie ein Schwamm in sich auf – selbst, wenn sie dafür vorher Schmerzen in Kauf nehmen muss.
Zu Beginn las sich das Buch daher ein wenig wie eine Sozialstudie: Alkoholismus, Depressionen… das ganze Paket. Zwischendrin Eva und ihre Freunde Laurens und Pim, lange Jahre unzertrennlich, die selbsternannten Musketiere – zusammengeschweißt wohl vor allem durch aus Mangel an weiteren gleichaltrigen Kindern. Dann der Sommer 2002. Eva und ihre Freunde sind mittlerweile 14 Jahre alt und was doch relativ „normal“, wenn auch sprachlich ungeschönt und direkt, als Entdeckung der eigenen und fremden Sexualität in der beginnenden Pubertät beginnt, steigert sich irgendwann zu einer stetig abwärts führenden Spirale, aus der es am Ende kein gutes Entkommen mehr gibt. Es gibt, vor allem gegen Ende, Szenen, in denen es schwerfällt, locker drüber hinweg zu lesen, aber gleichzeitig kann man auch nicht wegsehen. Es ist fast wie ein Unfall, der in seiner Morbidität doch irgendwie fasziniert.
Am Schluss laufen letztendlich die Fäden von Vergangenheit und Gegenwart zusammen und auch der Eisblock erhält schließlich seine Daseinsberechtigung. Der Weg bis dorthin war bisweilen inhaltlich etwas steinig, aber durch den Schreibstil dennoch ein Genuss. Die vorkommenden vulgären Ausdrücke passten für meinen Geschmack gut in die Situation und vor allem zur jugendlichen Erzählerin. Weiterhin strotzen die Beschreibungen vor Bildern, die einen sogar manchmal schmunzeln lassen, bis einem dann doch das Lachen im Halse stecken bleibt. Der Erzählstil und die gute Beobachtung alltäglicher und besonderer Situationen sorgten dafür, dass ich auch dann gerne wieder zum Buch gegriffen habe, als inhaltlich doch gar nicht so viel passierte.
Für meinen Geschmack wird „Und es schmilzt“ dem darum aufgebauschten Hype definitiv gerecht und ich möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Und damit es nicht untergeht, möchte ich noch erwähnen, welch optisches Highlight das Buch ist! Ansprechendes Cover, das nichts von seinem erschreckenden Inhalt preisgibt, dazu die geprägten Buchstaben und – wovon ich sowieso bekennender Fan bin – der farbige Buchschnitt. Es fließt zwar nicht in meine Bewertung mit ein, aber das Buch ist in meinen Augen ein richtiges kleines Schmuckstück.
Rezensionen von Sigrid Wierer:
Und es schmilzt von Lize Spit
TOP!!
von einer 10-jährigen für Kinder geschrieben... somit absolut authentisch, gut verständlich und zugleich spannend und fesselnd! Ideal für Erstleser, als Gute-Nacht-Geschichte für Kleinere oder zum Trostspender für kranke Kinder!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sigrid WiererRezensionen von re.maier-henze@web.de:
Mit dir auf dem Weg von Ingrid Penner; Franz Kogler
Ein Geschenk für sich und andere
„Von Gott begleitet durch das Jahr“ - unter diesem Untertitel des vorliegenden Büchleins versteht der Herausgeber in erster Linie einen geistlichen Weg, den er mit der Adventszeit, dem Beginn des katholischen Kirchenjahres, angeht. Ihr Wesen, Hoffen und Warten auf den Erlöser, wird durch besinnliche, in Gedichtform gekleidete Gedanken dem Leser vergegenwärtigt.
Die kommenden kirchlichen Höhepunkte: Weihnachten und Fastenzeit, Ostern und Pfingsten, der Zeitraum danach, auch „ Jahreskreis“ genannter Alltag bis hin zu Allerheiligen/Allerseelen werden ebenso wie die Adventszeit von den beiden Hauptautoren und anderen Dichtern feinsinnig erläutert.
Zwei weltliche Gegebenheiten, Fasching und Erntedank, fanden längst Eingang in kirchliches Denken und Handeln.
Hervorragend gelungene Farbfotographien betonen den jeweils links stehenden Text. Unter jedes Bild ist ein den Betrachter weiterführendes Zitat aus der Hl. Schrift gesetzt.
Das Gedankengut dieses Büchleins regt zum Nachdenken an, eignet sich vortrefflich zur Eigenmeditation oder zur Vorbereitung eines Meditationskurses, und könnte auch ein Impuls für eine Predigt, eine kirchliche Ansprache oder eine Inspiration für eine bei anderer Gelegenheit zu haltende Rede sein.
Rezensionen von TheUjulala:
Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte von Pfeffer Anna
Eindrucksvolle und bewegende Geschichte über Mobbing und Freundschaften
Dieses Büchlein habe ich noch auf der Leipziger Buchmesse erworben und meine Tochter hat es mit großer Begeisterung gelesen. Seit dem legt sie mir das immer aufs Nachtkästchen und nun endlich habe ich es gelesen. Da ich von Anna Pfeffer (alias Rose Snow oder besser gesagt Ulli und Carmen) ja schon einige Bücher kenne war ich sehr neugierig auf diesen Titel.
Coverbild
Natürlich geht es nicht um eine echte Maus, die verrutscht. Aber das kleine putzige Tierchen auf dem Cover weckt mein Tierliebe. Es erscheint nicht in dem für Anna Pfeffer typischen „überladenen“ Wimmelbild wie die anderen Werken. Es ist wesentlich schlichter, die Schrift über das gesamte Bild verteilt und schließt mit der Maus ab. Das Cover gefällt mir sehr gut.
Handlung
Die sehr unselbstsichere und schüchterne Flo leidet an der Flolitis. Immer wenn sie etwas vortragen muss, oder in Disputen schlagfertig sein sollte, läuft sie nur knallrot an und es verschlägt ihr die Sprache. Natürlich auch immer dann, wenn es um das Thema Jungs geht. Als sie mitbekommt, dass ihre beste Freundin Anouk anscheinend mit ihrem Schwarm Ben geknutscht haben soll, beginnt sich Flo mit Julia darüber ziemlich aufzuregen. Gemeinsam verfassen sie einen Kummerbrief, in dem sie sich mal richtig über Anouk auslassen. Es war gar nicht geplant, diese Mail abzuschicken, doch aus einem großen Missgeschick wird die Mail veröffentlicht, und plötzlich wenden sich alle ihre Klassenkameraden und Freund gegen Flo. Sie ist dem Haß und dem Spot der Schule ausgesetzt.
Buchlayout / Haptik
Das mit etwas über 250 Seiten kleinformatige Buch ist in angenehme Kapitellängen aufgeteilt. Jedes Kapitel ziert die gleiche Illustration und die Kapitelnummer. Insgesamt ist es ein einfaches Buch, das Papier aus groben Umweltpapier, ohne weiteren besonderen Merkmalen.
Idee / Plot
Wie schnell kann es gehen, dass sich Missverständnisse aufbauen, dass man in den Fokus der Mitmenschen gerät und man sich für seine Handlungen, egal ob gewollt oder ungewollt, verantwortlich zeigen muss. Wie schnell können Freundschaften zu Feindschaften werden und wie schnell mobbt man seine Mitmenschen oder wird man zum selber zum Mobbingopfer. Ganz anschaulich haben das Autorinnenduo dieses Thema in dieser Geschichte gepackt. Wann beginnt ein harmloses Lästern zu einem denunzierendem Cybermobbing zu werden? Auch bei uns gab es damals Mobbing, Keilereien, Freundschaften und Feindschaften. Wir kennen das alle, nur das heutige Ausmaß ist uns Eltern vielleicht nicht so bewußt, alleine durch die herabgesenkte Hemmschwelle durch den Filter Internet. Für mich ein ganz wichtiges Buch für die Jugendlichen, die gerade im Zeitalter der modernen Technik mit WhatsApp und Facebook ganz schnell die Grenzen überschreiten.
Emotionen / Protagonisten
Die Schülerin Flo ist sehr schüchtern, möchte aber zu gerne aus sich herausgehen. Aber das kann sie nicht. Sie himmelt den Schulschwarm Ben an, ist aber nicht fähig ihn anzusprechen. Flo ist etwas älter als meine Tochter, aber ich erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Jugend. Und ich kann mich sehr gut in Flo hineinversetzen. Wir kennen das ja auch aus unserer eigenen Vergangenheit. Sie tut mir unheimlich leid, als sie in den Fokus gerät und wünschte, sie würde mehr aus sich heraus können. Sie stellt sich tapfer ihrem Schicksal, denn was anderes bleibt ihr nicht übrig.
Anouk ist ebenfalls Opfer der Angriffe, und teilt deswegen auch wieder aus. Im Grunde kann man es irgendwie verstehen, obwohl man als vernünftiger Mensch natürlich weiß, dass das nicht in Ordnung ist. Aber als junger Mensch handelt man doch oft sehr impulsiv. Wohingegen ich Julia absolut nicht verstehen kann. Ihr Verhalten ist sehr grenzwertig, und ich weiß nicht, ob ich an Flos Stelle die Entschuldigung so angenommen hätte.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Dieses Buch benötigt keinen überdimensionalen Spannungsbogen. Die Handlung baut sich immer mehr über die Verstrickungen auf. Nach dem Streit mit Anouk und dem Kummerbrief geht für Flo das Leben auf der Schule immer mehr bergab und wird zu einer emotionalen Talfahrt für sie. Trotzdem wird der Leser direkt in den Verlauf eingesogen und leidet auch mit Flo mit. Und wünscht sich, dass Flo aus der Mobbingopferrolle irgendwie hinauskommt. Doch die Schüler, und vor allem Jesse, sind gnadenlos. Doch am Ende klären sich Missverständnisse auf und die Freundinnen bekommen endlich ihre Chance sich auszusprechen. Eine ganz wichtige Message, die dieses Buch transportieren möchte: Redet miteinander!
Szenerie / Setting
Natürlich muss so eine Geschichte in der Schule spielen da es sich hier um 14, 15 jährige Teenager handelt. Mobbing findet nur im sozialen Umfeld statt, deswegen ist das Setting der Schule exakt der richtige Ort. Die Autorinnen schaffen es aber, uns keinen langweiligen Schulalltag zu präsentieren sondern können uns die Umgebung bildhaft näher bringen.
Sprache / Schreibstil
Wie von den Autorinnen gewohnt ist der Sprachstil knackig und dem Alter angemessen. Was ich leider nicht ganz nachvollziehen kann sind die wahnsinnig vielen Klammersätze. Meiner Meinung hätten die nicht sein müssen. Ich habe auch meine Tochter gefragt, und ihr ist es ebenfalls aufgefallen.
FAZIT
Ein sehr interessantes und wichtiges Thema für Teenager in einer eindrücklichen Geschichte dargestellt. Dieses Buch sollte man tatsächlich im Unterricht lesen!
Rezensionen von TheUjulala:
New York zu verschenken von Pfeffer Anna
Spritzig freche Dialoge aber mit sanfter Handlung und sympathischen Protas
Erstmal ein großes Dankeschön an das Autorinnenduo Ulli und Carmendafür, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar geschenkt bekommen habe! Da mir „Für dich soll's tausend Tode regnen“ schon wahnsinnig gut gefallen hat, habe ich mich auf diesen Chatroman schon sehr gefreut. Zumal ich kurz vorher auch Kira Gembris „Nur einen Klick entfernt“ - ebenfalls ein Chatroman - gelesen hatte und sehr begeistert von den hervorragenden Dialogen war, und ich mir einen Chatroman im Stile von Anna Pfeffers pfeffrigen Sprachstil schon sehr gut vorstellen konnte.
Coverbild
Ganz im Stile von „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ gleicht das Cover einem Wimmelbild auf pinken Hintergrund. Da tummeln sich lauter für New York typische Dinge, die die Freiheitsstatue und den Titel umrahmen. Leider wurde hier kein Blindprägedruck verwendet, aber es gefällt mir trotzdem sehr gut.
Handlung
Antons Freundin hat mit ihm Schluß gemacht. Nur blöd, dass er gerade 2 Flugtickets nach New York gekauft hat. Auf seinen Aufruf über Instagram, in dem er nach einer Olivia Lindemann sucht, die das übrige Ticket übernehmen soll, meldet sich nun tatsächlich eine Liv. Aber der WhatsApp Chat entwickelt sich ganz anders, als Anton wohl erwartet hätte.
Buchlayout / Haptik
Irgendwie habe ich eine Einteilung in Kapitel vermisst, so hatte ich keine Punkte, an denen ich immer anhalten konnte. Ich lese gerne von Kapitel zu Kapitel. Was mich aber mehr gestört hat, waren die unübersichtlichen Zeitangaben. Manchmal wurde der Tag und die Uhrzeit genannt, manchmal aber nur eine Zeitspanne. So musste ich ziemlich oft immer wieder zurückblättern, und nachsehen, an welchem Tag wir gerade sind. Das hat mich mehrfach aus meinen Fluss gebracht.
Idee / Plot
Schon seit Kira Gembris Chatroman bin ich begeistert von diesen Chatdialogen. Wie kann man eine Geschichte aufbauen, die nur über Dialoge erzählt wird? Wie kann man den Protagonisten Leben einhauchen, ohne eine wirkliche Handlung spielen zu lassen?
Es gar nicht um die Reise nach New York, sondern darum, jemanden kennen zu lernen ohne ihn persönlich zu treffen. Das geschriebene Wort birgt die Gefahr den anderen misszuverstehen, denn ohne Mimik und Intonation ist es sehr schwer die Gefühle und echte Meinung hinter den Sätzen zu verstehen. Für diesen Zweck werden allzu gerne die Emoji-Smileys eingesetzt. Aber können diese auch wirklich die eigentliche Bedeutung widerspiegeln? Wie leicht fällt es doch durch den Filter des Chattes den unbekannten Gegenüber in eine Schublade zu packen und zu analysieren. Vor allem, weil man die Reaktionen seines Gegenüber ebenfalls gefiltert durch den Whatsapp-Chat erhält und man sich die Zeit nehmen kann sich die Worte zurecht zu legen.
Emotionen / Protagonisten
Anton ist ein sehr von sich überzeugter und sehr selbstsicherer junger Mann, vom Beruf Sohn, hat also Geld wie Heu. Aber er genießt das Leben, das Geld schert ihn nicht und er lebt mehr oder weniger spontan in seinen Alltag hinein. Er kann ein ganz schöner Macho sein, aber trotzdem blitzen da immer wieder ganz feine Momente in ihm durch. Vor allem, wenn er sich wirklich Sorgen um Liv macht. Das gefällt mir. Er ist lustig - klopft zwar manchmal heftige Machosprüche - aber ich hatte immer das Gefühl, dass er das mit einem zwinkernden Auge geschrieben hat.
Liv ist ganz anders als Anton. Man bekommt sehr schnell mit, dass sie zu Hause große Probleme hat. Ihre Mutter ist Alkoholikerin und Liv musste sehr früh Verantwortung für sich und ihre kleine Schwester Jilly übernehmen. Das macht sie zu einem sehr liebenswerten Menschen. Sie schafft es auch, Anton nachdenklich zu machen und mehr aus ihm heraus zu holen. Sie weigert sich aber stur Anton noch vor der gemeinsamen Abreise persönlich kennenzulernen.
Anna Pfeffer haben es für mich dennoch geschafft, die digitalen Personen Anton und Liv zum Leben zu erwecken und ihnen Persönlichkeit eingehaucht, die für mich wirklich authentisch rüberkommt. Ich kann Liv in ihrer Handlung sehr gut verstehen. Aber auch Antons Reaktion ist für mich absolut nachvollziehbar.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Gar nicht so einfach, eine Handlung aufzubauen nur in Dialogen. Zumal sich die Protagonisten auch nicht begegnen. Die Handlung an sich ist deswegen auch eher sanft. Es gibt keine überdimensionalen Höhepunkte, aber die Spannung spielt sich vielmehr dezent ab. Da hätte ich mir vielleicht etwas mehr erwartet, trotzdem baut sich es über das Buch immer mehr auf. Und das Ende passt dafür perfekt. Es gibt einige Leser, die gerne ein-zwei Seiten mehr gehabt hätten, aber mich hat es am Ende noch mal richtig gepackt und tatsächlich auch ergriffen. Und es passte genauso, wie es ist. Mehr will und brauche ich nicht.
Szenerie / Setting
Die Szenerie zu beschreiben fällt etwas schwer, da wir uns im luftleeren Raum von Bits und Bites befinden. Dass sich die Protagonisten in Hamburg aufhalten ist schnell kein Geheimnis. Und trotzdem fühlt man sich in dem Setting gleich wohl, kennt man doch selber das Chatten und weiß, wie schnell Wörter geschrieben und abgeschickt sind. Ob man sie so nun meint oder nicht.
Sprache / Schreibstil
Sprachlich ist es mal wieder top. Die Autorinnen Ulli und Carmen haben es verstanden spritzige, freche und sarkastische Dialoge zu schreiben. Aber auch sehr intensive und tiefgründige Passagen geben einem immer wieder zum Nachdenken.
FAZIT
Meine Erwartungen an das Buch wurden zum großen Teil erfüllt. Trotzdem ein gelungener Chatroman mit sanfter Handlung und passendem Ende und sympathischen Protagonisten. Etwas mehr Spannung im Mittelteil hätte ich mir gewünscht und eine klarere Einteilung in Kapitel.
Rezensionen von rewa:
Der Hund starb - was er nicht überlebte von Arno Renggli
Humorvolle Stilblüten
Der «Klub der jungen Dichter», ein Schreibwettbewerb für Schüler vom 5. bis 9. Schuljahr, den die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben seit 1994 jedes Jahr ausschreiben, hat in dem humorvollen Buch ,,Der Hund starb- was er nicht überlebte´´ aus über 100 000 Texten die besten Stilblüten zusammen gefasst.
Aus verschiedenen Themengebieten wie Familie, Tierisches oder Schule findet man als Leser humorvolle, witzige und unglaublich ,,logische´´ Stilblüten, die man jederzeit und überall lesen kann und man sich dabei köstlich amüsiert. Wenn man sich auf Kosten anderer gut unterhalten möchte, dann ist dieses Buch die richtige Lektüre.
Textauszüge:
Französisch kann ich nicht. Aber schlecht Englisch kann ich gut.
Der Lehrer begrüßte uns, nachdem er das Zimmer eigetreten hatte.
Ich hätte mir fast in die Hosen gemacht. Wenn ich eine angehabt hätte!
Es war zum Glück nur ein Streifenschuss.
Die Polizisten stellten drei Haare sicher und brachten diese sofort in die Autopsie.
Rezensionen von yellowdog:
Anstand von Quick Matthew
Was für ein Buch!
Ein sehr amerikanischer und sehr lebhafter Roman! Eine starker Hauptfigur, aus denen Perspektive konsequent erzählt wird. Der Erzähler ist ein Original. Vietnamveteran und vorgeblich konservativ, doch blitzt immer wieder seine große Toleranz durch, die er den Menschen entgegen bringt. Besonders liegt ihm sein Sohn Hank am Herzen und erst Recht seine Enkelin Ella.
Der Mann hat Witz, aber es gab auch harte und tragische Schicksalsschläge, die sein Leben prägten.
Matthew Quick zeigt anhand seines Protagonisten, wie man mit seinen eigenen Vorurteilen umgehen kann. Dazu gehört die Suche nach den Ursachen dafür,
Ich bezweifle, dass der Protagonist mit seiner Fähigkeit zur Selbsterkenntnis ein typischer Vertreter des Trump-Wählers ist. Das Buch zeigt nicht, wie diese Spezis tickt, vielmehr wird ein Einzelfall im Detail gezeigt und man erfährt, was diesen 68jährigen US-Amerikaner zu dem machte, was er ist. Er musste als junger Mann in den Krieg ziehen und die schrecklichen Erlebnisse in Vietnam lassen ihn noch Jahre später Alpträume haben. Damit muss man erst einmal fertig werden und ganz wird das Kapitel nie abgeschlossen sein.
Hinzu kam die Liebe zu einer labilen Frau, die an schweren Depressionen litt und eine Entfremdung zum erwachsenen Sohn, der mit Mitte 40 von seiner Frau verlassen wurde.
Nach einer schweren Erkrankung kommt Granger seinem Sohn und seiner geliebten Enkelin wieder nahe.
So ganz glaubwürdig und realistisch finde ich die Hauptfigur nicht, aber das macht nichts. Dafür ist der Roman umso unterhaltsamer.Ganz unbekannt ist die Masche mit dem grantelnden, aber gutherzigen Antihelden nicht. Man denkt z.B. an Clint Eastwood in Gran Torino. Und es funktioniert auch hier.
Rezensionen von HEYN Leserunde Silvia Grutze:
Acht Berge von Paolo Cognetti
Meine Zuflucht - da fühl ich mich frei und verstanden
Ein sehr schönes Buch, denn der Einband ist schon so bemerkenswert gemacht. Als ich das Buch abholte und damit hinaus ins Sonnenlicht ging - probiert es selbst - der Himmel vom Cover funkelt und schimmert als wären da 1000e Sterne. Ich musste gleich stehen bleiben und sofort einige Seiten lesen. Der Roman hat einen Schreibfluss der dich die Zeit vergessen lässt und ein für dich fabelhaftes Kopfkino der Bergwelt entstehen lässt.
Die Zeiten sind hart, die Worte im Miteinander rar, doch die Fürsorge und Reaktion des zum Gipfel strebenden Vaters für seinen Sohn herzerwärmend. Es dauert nicht lange und Pietro der Ich-Erzähler wird von seinen Eltern mit der Sehnsucht nach den Bergen und deren Stille angesteckt. Die Winter verbringen sie im Tal aber sobald der Frühling einkehrt - gibt es kein Halten mehr und die Berge rufen. Wie Jungs halt sind - erlebt Pietro und sein Freund Bruno einige gar nicht so ungefährliche Abenteuer in den Wäldern. Die Schulbildung von Bruno liegt Pietros Mutter sehr am Herzen. Sie schafft es, dass er im Winter zur Schule gehen kann und im Sommer von ihnen lernt und schließlich einen positiven Abschluss hinbekommt.
Mit pubertierenden Jungs ist es nicht immer einfach die Interessen ändern sich - und die Sturheit mancher Eltern trägt seinen Teil dazu bei. So sollte es mit 17 sein, dass sich die Wege der beiden Jungs auf längere Zeit trennen. Im wahren Leben ist es so - auch in diesem Roman, dass der Tod eines Menschen Personen wieder vereint. Pietro und Bruno festigen ihre nie verlorene Freundschaft beim Aufbau eines Berghauses, das sie im Gedenken an Pietros verstorbenen Vater, errichten. Es wird ein Treffpunkt für Freunde und einige Ideen werden geboren und auch Brunos Zukunft beginnt dort. Pietro verschlägt es nach Nepal wo er einen Dokumentarfilm übers Bergsteigen dreht. Eine Expedition...Nepal wird seine zweite Heimat.
Tiefe Freundschaft besteht nicht durch ständiges beieinander sein - sondern sollte auch nach jahrelanger Trennung Bestand haben. Bruno hat selbst Familie und auch Pietro übernimmt eine Aufgabe die er sicherlich von seiner Mutter geerbt hat. Er kümmert sich in Nepal um Kinder. Wer macht es richtig Bruno oder Pietro ? Jedes Kind brauch Aufmerksamkeit, Liebe und ist neugierig und will von Erwachsenen lernen - was es auch ist - dass im Moment ist perfekt .Trotzdem werden Kinder zu Erwachsenen und in bestimmten Lebensabaschnitten wollen diese nie so werden wie ihre Eltern und wissen vieles besser - aber in diesem Roman erlebt Pietro das selbe Schicksal wie sein Vater. Traurig, dass Freundschaft nicht überall eingreifen kann!
Der Roman hat mir gefallen, doch hat mir emotional was gefehlt - es fühlte sich für mich beim Lesen nüchtern an. Vielleicht spiegelt sich in der Ausführung des Romans der Autor Paolo als Dokumentarfilmer und Mathematiker zu viel wieder - statt eines wahren Freundes!
Rezensionen von Gaby 2707:
Buttgeflüster von Ute Haese
Interessante Ermittlungen an der Ostsee
Hanna the Private Eye Hemlokk, ihres Zeichens Privatdetektivin und unter ihrem Pseudonym Vivian LaRoche als Schriftstelerin tätig, ist stark angenervt. Zum einen von den Massen von Esoterikjüngern, die täglich die Straße durch den kleinen Ort Bokau verstopfen um zu den geometrischen Kreisen im Weizenfeld von Bauer Fritjof Plattmann zu gelangen.
Andererseits von ihrer Stalkerin, einer Tierärztin, die meint sich auch in literarischen Ergüssen ausdrücken zu müssen und dauernd ihre Rat will. Dann bittet sie ihr Freund Johannes von Betendorp, Tischler und Besitzer vom Herrenhaus Hollbakken, eine junge Esoterikerin zu suchen. Juliane Schott ist seit einigen Tagen verschwunden und man macht ihn dafür verantwortlich. Dann taucht noch die Witwe Bettina Schmale auf, deren Mann an der Steilküste bei Stein beim täglichen Joggen abgestürtzt ist und sich das Genick gebrochen hat. Dieser Auftrag spült wenigstens mal wieder etwas Geld in die derzeit knappe Kasse.
Dies sind für mich die erste beiden Fälle, die ich zusammen mit Hanna Hemlokk zu lösen versuche. Ich bin mit ihr in der wunderschönen Landschaft rund um den Passader See und an der Ostsee unterwegs. Lerne Eckernförde kurz kennen, schnuppere die salzige Luft an der Steilküste bei Stein und bin sogar auf einem Ausflug nach Schweden auf der Fähre mit dabei. Durch die Beschreibungen von Land und Leuten war ich schnell im Geschehen drin. Durch Hanna und ihre Ermittlungen erfahre ich so einiges über hochtoxische Kondensstreifen am Himmel, über Engelmedien, über Strichcodes, die unbedingt mit Entstötstiften behandelt werden müssen, über den Grafen von St. Germain und über ein Projekt, an dem sich ihre Mutter Traute beteiligen will: Crowdfunding zur Rettung der Meere vor Übermüllung.
Ich habe mitgerätselt, mitgefiebert, gelacht über den manchmal bissigen, manchmal urkomischen Humor und über gewöhnungsbedürftige Methoden zur Beschaffung von Beweismitteln. Wenn Hanna Hunger hatte und gekocht hat, ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Ich habe mich mit den Tieren in Hannas Leben angefreundet, den Schildis und Kuh Silvia; mit ihren Freunden Lulu und Vic, mit Harry und Daniel und den vielen Bekannten, die die Frau sonst noch so hat. Und Hanna selbst hat sich ganz leise in mein Herz geschlichen. Ihre herzliche, liebevolle Art, ihr manchmal freches Mundwerk, ihr so ganz eigener Humor – ich mag sie richtig gern.
Zwei total unterschiedliche Fälle für die Privatdetektivin Hanna Hemlokk, eine wunderschöne Landschaft an der Ostsee und viele skuriele Persönlichkeiten haben mir ein paar sehr unterhaltsame Lesestunden beschert. Davon will ich mehr!
Rezensionen von vielleser18:
Die Geschichte der getrennten Wege von Ferrante Elena
Einblick in die 70er Jahre
Der 3. Band erzählt nun die Geschichte der zwei Freundinnen in den 70er Jahren. Elena hat inzwischen ihr Buch veröffentlicht, das ihr viel Ruhm eingebracht hat. Und sie heiratet Pietro.
Lila hingegegen gelingt es sich von ihrem Mann zu trennen. Sie, die mit ihm dem Rione zumindest wohnlich entfliehen konnte, zieht mit ihrem Sohn Gennaro zu Enzo, sie arbeitet unter schlimmen Bedingungen in einer Wurstfabrik und reibt sich immer mehr auf.
Doch nichts bleibt wie es ist. Die Lebensläufe der zwei Frauen verändert sich kontinuierlich und immer irgendwie konträr. Mal geht es der einen besser, mal der anderen. Es ist ein auf und ab.
Der dritte Band lässt den Leser einen tiefen Einblick in die italienischen Verhältnisse, was Arbeit, Politik, Lebensumstände betrifft, zu.
Da ich zur Zeit Augenprobleme habe und nicht viel lesen durfte, habe ich mir das Hörbuch gekauft und mir von Eva Mattes die Geschichte vorlesen lassen. Mattes hat eine angenehme Stimme, die mit guter Betonung und Nuancierung dem Roman die Tiefe gegeben hat, die mich fesseln konnte. Dazu kommt natürlich auch, dass mich der Roman packen konnte. Gerade deshalb vielleicht auch, weil meine Mutter im selben Jahr wie Elena und Lila
geboren worden ist und ich fast im selben Jahr wie Elenas älteste Tochter. Irgendwie lässt die Geschichte eine Generation wieder aufleben und auch wenn die Erlebnisse, die Umgebung, die Erfahrungen, die Konstellationen so ganz anders sind als bei uns, so interessieren sie mich doch besonders.
Durch die zwei Frauen erhält man Einblick in eine Epoche, die nicht so lang zurück liegt und dennoch (z.B. Arbeitswelt, aufkeimende Computerbranche etc.) so fern anmutet.
Die Sprache, die Erzählweise von Elena Ferrante gefällt mir, die Protagonisten erscheinen real - so als würde es sie tatsächlich geben. Daher möchte man immer mehr erfahren wie es mit ihnen weitergeht und daher ist auch der vierte Band für mich Pflicht.










