Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewa:
Kaiserwasser von Fyona A. Hallé
Gefährliches Kaiserwasser
Im Vorfeld des Lichterfestes entlang der Alten Donau passieren schreckliche Vorfälle. Reihenweise verschwinden spurlos Hunde und für die Anwohner steht der Schuldige bereits fest. Der Koch des koreanischen Sejong-Centers am Kaiserwasser ist der Verdächtige, denn schließlich weiß man ja, dass man in Korea auch Hunde isst.
Cassiana Herno, Bestseller-Autorin, bereitet sich zur gleichen Zeit auf die Publikation ihres neuen Romanes vor, der einige pikante Szenen beinhalten wird.
Als die beiden Freundinnen Conny und Tony selbst Zeuginnen werden, wie ein Hund verschwindet, ist für sie klar, dass sie sich gemeinsam auf Spurensuche begeben. Was sie dabei erleben und welche gemeinsamen Familiengeheimnisse sie entdecken, hätten beide nicht gedacht.
Zum Lichterfest kommt es fast zu einer Katastrophe als bereits viele Boote mit Familien auf dem Wasser sind und Tony wild entschlossen ist das ,,Monster´´ mit einer Harpune zu erledigen. Dass ihr Plan doch nicht so gut durchdacht ist und es sogar fast ein Todesopfer gibt, damit hätte wohl keiner gerechnet.
Die Autorin Fyona A. Hallé hat mit ihrem Roman ,,Kaiserwasser´´ eine spannende, witzige, aber auch provozierende Geschichte geschrieben. Es ist ein bunter Genren Mix in dem man eine Liebesgeschichte genauso findet wie amüsante Slapstickeinlagen, sowie Horrorelemente á la der Weiße Hai.
Ihre Geschichte spielt entlang der Alten Donau, wo man auch zu Beginn des Buches einen passenden Lageplan findet zur besseren Orientierung der Schauplätze.
Ich habe mir etwas schwer getan in die Geschichte hinein zu kommen, da man gleich zu Beginn mit vielen Protagonisten überhäuft worden ist. Noch dazu gibt es eine Art ,,Buch im Buch´´, das immer wieder die eigentliche Geschichte unterbricht, dass in diesem zweiten Buch nochmals eine Autorin vorkommt, die ebenfalls einen Roman schreibt, war dann doch ein wenig zu viel.
Gut gelungen ist der ,,wienerische´´ Dialekt, den besonders die beiden Mädchen in ihrer frechen, aber jugendlichen Art gerne und gezielt einsetzen.
Seitenhiebe auf die Politik, Prominente?..sind ebenfalls immer wieder in die Geschichte mit eingeflossen und haben die Handlung aufgelockert.
Womit ich nicht ganz zurecht gekommen bin ist, wie abfällig über die verschwunden Hunde geschrieben worden ist, dass einige Protagonisten froh waren, dass die ,,schiachen´´ Hunde weg waren. Ok, es ist nur ein Roman, aber das passt für mich einfach nicht. Ebenso das Thema Inzest, das in dem ,,zweiten´´ Buch eine große Rolle spielt und darin völlig verharmlost wird, geht für mich leider gar nicht.
Wer an sich einen unkonventionellen und auch spannenden Roman lesen möchte, wird sicher seine Freude daran haben.
Rezensionen von Bosni:
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Unheimlich bedrückend und erschreckend...trotzdem lesenswert!
Gemeinsam mit ihrer Familie ist Samar auf der Flucht aus Afghanistan. Sie reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn immer hin und her, bis sie den richtigen Ort für ihr neues Leben finden. Während der Fahrt erzählt Samar dem Zugbegleiter Napoleon ihre Geschichte?
?Als die Träume in den Himmel stiegen? von Laura McVeigh ist ein Buch, bei dem ich schon nur bei der Beschreibung wusste: Das muss ich haben!
Das Cover finde ich wunderschön, gemeinsam mit dem Titel macht es allerdings irgendwie einen etwas traurigen Eindruck.
So als hätte das kleine Mädchen überhaupt keine Chance jemals ihre Träume zu verwirklichen.
Über die Geschichte selbst möchte ich nicht zu viel verraten, da man möglichst unvoreingenommen an sie herangehen sollte. Aber die Geschichte ist insgesamt betrachtet unglaublich traurig, erschütternd, berührend und manchmal aber auch hoffnungsvoll.
Die gesamte Geschichte wird aus Samars Sicht erzählt, wobei sie immer wieder zwischen der Gegenwart im Zug und ihrer Vergangenheit hin und her wechselt. Das ist anfangs etwas verwirrend, zum Verständnis der Geschichte aber unbedingt nötig.
Etwas gestört hat mich die Tatsache, dass im Laufe der Geschichte viele Fragen aufgeworfen werden, einige davon aber bis zum Schluss ungeklärt blieben. Es waren zwar Fakten, die nicht so wichtig wären, jedoch hätte ich mir einfach trotzdem eine Antwort gewünscht.
Ob die Story selbst realistisch ist, möchte ich nicht beurteilen. Denn Samar lebt in einer völlig anderen Kultur, die teilweise für mich auch nicht 100%-tig greifbar war. Manchmal allerdings ging es mir etwas zu schnell. Es passieren zu viele Dinge in zu wenige Zeit (=Buchseiten), obwohl sich die gesamte Geschichte über ca. 10 Jahre zieht.
Alles in Allem ist ?Als die Träume in den Himmel stiegen? ein unheimlich berührendes Buch, welches man nach der Lektüre definitiv erst einmal etwas verarbeiten muss, so sehr nimmt es den Leser mit. Mich konnte es vollständig in seinen Bann ziehen und bekommt daher eine absolute Leseempfehlung von mir.
Rezensionen von TheUjulala:
True North - Wo auch immer du bist von Sarina Bowen
Friede, Freude, Zungenkuss - Die Wiederauferstehung der Waltons
An True North ist in letzter Zeit ja wohl kaum einer in den Social Medien vorbeigekommen, deswegen freute es mich um so mehr, dass ich über Netgalley.de ein Rezensionsexemplar erhalten habe. An dieser Stelle möchte ich mich bei Netgalley.de und LYX dafür bedanken.
Coverbild
Die schnörkelige Handschrift passt wunderbar in den Holzschnitt der Berglandschaft.
Farblich dezent und passend zu den Schnitzspuren. Das ganze wirkt wie ein altes Bild zu einem Alpen-Heimatfilm. Das Cover finde ich persönlich super.
Handlung
Die ausgebildete Köchin Audrey Kidder arbeitet in Boston für den Gastronomie Großbetrieb BGP, der für seine Restaurants in Vermont frische Produkte einkaufen will. Als Praktikantin muss sie nun zu den Bio-Farmern und für einen Spottpreis die Produkte einkaufen. Gleich bei ihrer ersten Anlaufstelle trifft sie auf August Griffin Shipley (Griff), dem sie während der Studienzeit in einer heißen Romanze schon näher gekommen ist. Doch die Vermonter Farmer sind auf die BGP nicht gut zur sprechen und stellen sich quer. Seltsamerweise fühlt sie sich aber ausgerechnet auf der Shipley Farm wohl und heimisch. Was nicht nur an der Anziehungskraft zwischen ihr und dem grummeligen Griff liegt. Denn Audrey musste eine bittere Kindheit mit ihrer übermächtigen Mutter erleben, die zum totalen Widerspruch zu der harmonischen Farmerfamilie steht.
Buchlayout / Haptik
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, das gesamte Buch ist in 3 Teile unterteilt: Juli, August und Oktober und werden mit einem prosaischen Zitat über Essen eingeleitet. Man kann sich beim Lesen immer gut von Kapitel zu Kapitel hangeln, ohne aus dem Takt zu treten.
Idee / Plot
Eine Stadtpomeranze trifft auf grantigen Farmer. Beide begehren sich, beide machen Fehler aber am Schluß ist doch alles Friede - Freude - Eierkuchen. Abgedroschen ohne wirklich eine neuartige Idee dahinter. Klar, Bio ist im Moment in aller Munde, aber ob das nun als Aufhänger für eine romantisch-erotische Story herhalten kann? Wo ist das Alleinstellungsmerkmal?
Emotionen / Protagonisten
In Sachen körperlicher Befriedigung weiß Audrey, was sie will und holt es sich auch. Aber dennoch leidet sie unter extremen Minderwertigkeitsklomplexen, ausgelöst durch das Leben mit ihrer dominante Mutter. Sie ist ehrgeizig und will mit allen Mitteln an ihr Ziel, ist aber zu stolz um sich einzugestehen, dass sie sich auf den falschen Arbeitgeber eingelassen hat. Besonders nachvollziehen kann ich das nicht.
Griff soll wohl den Bad-Boy Love-Interest darstellen und ist immer besonders "grummelig". Auch wenn die Autorin mir das durch die ständige Wiederholung dieses Adjektivs weis machen möchte, nehme ich ihm das einfach nicht ab. Schwanzgesteuert lässt er sich von Audrey ziemlich um den Finger wickeln und leistet sich dabei einen groben Fehler.
Es gibt nur ein Begriff, mit der man die Shipley-Farm und ihre Bewohner umschreiben kann: Die Waltons. Meine Generation wird mit Rührseligkeit sich an diese alte Serie erinnern. Dort ist einfach alles perfekt und traumhaft idyllisch. Klar hat die Farmersfamilie ihre Probleme und steht immer kurz vor dem Ende. Aber alle Hoffnung steckt in John-Boy - äh August Griffin.
Audreys Mutter ist die böse Hexe in diesem Schauspiel. Welch Antagonistin! Jahrelang unterdrückte sie das arme Kind und konnte ihr keine geborgene Kinderstube bieten. Die Ausgeburt des Bösen treibt das schutzlose Mädchen ausgerechnet in die Arme des ebenso ausbeuterischen Megakonzern, an dem sie selber die mehrheitlichen Anteile besitzt - wie ausgebufft.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Ei ei ei, was ist denn da passiert. Gleich zu Anfang begrapschen sich Audrey und Griff, als gäbe es keinen Morgen und rammeln wie die Karnickel - in ganzer Ausführlichkeit beschrieben. Doch schon zur Mitte werden die erotischen Szenen mau und am Ende wird nur noch von triefender Liebe geschlonzt, dass es das Ganze nicht glaubwürdiger macht.
Da passt das ganze Konzept nicht mehr. Es wirkt eher auf mich, als hätte die Marketing-Abteilung gesagt: "Mädels, so 'ne Farmerschmonzette verkauft sich nicht - nur »Sex sells«!" - "Okay, dann lassen wir sie auch Zungenreiten". Ehrlich? Ist das die Wunderwaffe gegen prüde Hausfrauen-Literatur?
Der "gigantische" Plottwist ist von Anfang an so vorhersehrbar, dass es mich nicht ein mal aufgeregt hat (Ich hab's ja gleich gesagt!). Na, da passt es doch, dass die gute Nachricht auch postwendend auf den Fuß folgt und das drohende Bad End wieder retten kann. Da kann dem Dénouement auch nichts mehr im Wege stehen und der kommt in geballter Wucht: Friede - Freude - Zungenkuss, wir klatschen uns in die Hände und haben uns alle lieb ("Kumbaya My Lord"). Der Teufel in Prada mutiert zu Mutti Beimer und kann vor lauter rührseligen Eingeständnissen an Glaubwürdigkeit noch weniger gewinnen, die Waltons feiern in persona die Wiederauferstehung auf der Shipley Farm.
Szenerie / Setting
Die Farm wird bildlich und hübsch dargestellt. Aber von Anfang an brannte sich mir das Haus der Waltons in meine Netzhaut ein. Die Umgebung passt wie die Faust aufs Auge zu der Geschichte: Idyllisches Farmerleben, weite Apfelplantagen, die netten Nachbarn, die wöchentlich zum Abendessen vorbeikomme und alle Farmbewohner haben sich lieb. Hach, in dieser Welt würde ich auch gerne leben.
Sprache / Schreibstil
Sprachlich habe ich nichts auszusetzen. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, ohne aber außerordentlich zu sein. Die erotischen Szenen werden auch ausführlich dargestellt ohne g'schamiger Umschreibung. Die Kapitel wechseln sich zwischen den Perspektiven von Audrey und Griffin im Stile von Tagebucheinträgen ab. So bekommt man von beiden Seiten einen Einblick in die Handlung.
FAZIT
Bauer sucht Frau im nicht jugendfreien Setting von "Die Waltons". Leider passt es hinten und vorne nicht zusammen und hat mich ziemlich unbefriedigt zurück gelassen. Die letzten Seiten habe ich nur noch quer gelesen, die nur noch vor lauter Kitsch triefen. "Gute Nacht, John-Boy!"
Rezensionen von Rebecca1493:
Mit dem Herz durch die Wand von Mariana Zapata
Rührende Geschichte, die nicht von Beginn an überzeugen konnte
Zunächst wieder ein paar Worte zum Cover: leider bin ich etwas enttäuscht. Das Titelbild ist für mich nicht besonders aussagekräftig und eher ein 0815-Liebesroman-Cover. Was mich außerdem stört ist, dass Vanessa eindeutig keine braunen Haare hat. Es hätte also durchaus etwas ansprechender sein können.
Es war jetzt nicht das erste Mal, dass ich eine Liebesgeschichte gelesen habe, in der sich die Protagonisten erst nach der Hochzeit verlieben. Allerdings bin ich ein Fan von Romanen, in denen Football eine Rolle spielt und auch die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht.
Leider war der Beginn etwas zäh. Mariana Zapata war zwar sehr darum bemüht mit witzigen Sprüchen eine lockere Atmosphäre zu schaffen, aber irgendwie hatte man den Eindruck, dass sich die Protagonistin Vanessa eher in ihren Beschreibungen ihres Arbeitgebers widersprochen hat. Die am Anfang in großer Zahl eingestreuten Rückblenden auf die bisherigen zwei Arbeitsjahre waren stellenweise zu viel des Guten und nach der gefühlt hundertsten Erwähnung der ansprechenden Attribute der "Mauer von Winnipeg" hatte ich dann auch verstanden, dass er der wohl bestaussehenste Footballspieler des Jahrhunderts ist. Die Handlung kam einfach nicht richtig ins Rollen und wäre auch mit 100 Seiten weniger ausgekommen.
Mit der Zeit habe ich mich allerdings an die Ich-Perspektive gewöhnt und wurde von der Geschichte immer mehr in Bann gezogen. Vor allem Aiden hat es mir angetan. Er wirkte fast schon ein wenig sozialinkompetent auf mich, denn ein nettes Wort hat er kaum für seine Mitmenschen übrig, vielmehr war er schonungslos ehrlich. Aber je näher er Vanessa kam, desto liebevoller wurden seine Gesten und ich konnte es sehr gut nachvollziehen, warum Vanessa immer mehr ihr Herz an "Big Guy" verloren hat. Sein Verhalten und seine Äußerungen wirkten auf mich authentisch und ich bin regelrecht dahingeschmolzen, wenn er seine Freundin verteidigt oder tatsächlich ausnahmsweise einen Scherz gemacht hat. Und so kam es, dass ich ab circa der Hälfte des Buches gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen, um zu erfahren, ob es ein glückliches Ende für die beiden geben würde. Durchhalten lohnt sich somit auf alle Fälle!
Fazit: Ein rührendes Buch, das sich mit jeder Seite ein wenig mehr in mein Herz gemogelt hat.
Rezensionen von anushka:
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Streckenweise berührend, aber streckenweise auch enttäuschend
Samar reist mit ihrer Familie in der transsibirischen Eisenbahn. Sie sind auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit in Afghanistan. Während der Zugreise schreibt Samar ihre und die Geschichte ihrer Familie auf: wie sie nach dem Rückzug der Russen aus dem gelben Haus mit dem Mandelbaum flüchten mussten und in ein Bergdorf im Hindukusch kamen.
Und davon, wie sie auch dort nicht vor den Taliban und deren Gedankengut sicher sind, in einem Flüchtlingslager und schließlich in der transsibirischen Eisenbahn landen ...
Samars Geschichte ist dramatisch und einiges ist nicht so, wie es zunächst scheint. Im Fokus steht ganz klar das junge Mädchen Samar, das viele Schicksalsschläge verkraften muss und Stärke entwickeln und vor ihrer Zeit erwachsen werden muss. Manches Mal fragt man sich, wie ein Mensch, vor allem ein Kind, an dem Erlebten nicht zerbrechen soll. Samars Geschichte zeichnet die Entwicklung Afghanistans in den letzten Jahrzehnten nach, obwohl nie so richtig greifbar wird, um welchen Zeitraum es sich eigentlich handelt. Manche Jahreszahlen kann man sich anhand geschichtlicher Ereignisse erschließen (wie beispielsweise dem Abzug der Russen), doch gerade Samars Alter wird nie konkret genannt und das macht es immer wieder schwierig, Samars Verständnis des Geschehens einzuordnen oder überhaupt ein Bild von ihr zu bekommen.
Anfangs hat mich der Schreibstil irritiert, der einerseits leicht zu lesen ist, aber gerade am Anfang auf mich auch verkitscht wirkte. Das ändert sich, wenn die ersten ernsthaften Szenen aufkommen, bis dahin hatte ich dem Buch solche Szenen nicht mehr zugetraut. Mich hat aber auch die Fülle der Themen des Romans gestört: es werden viele Handlungsstränge aufgemacht, die teilweise thematisch auch weit auseinander liegen und die letztlich am Ende nicht aufgelöst werden. Beinahe wirkt es, als wäre eine Fortsetzung geplant.
Trotz der nicht unerheblichen Kritik an dem Buch hat es mich streckenweise aber auch immer wieder berührt. Auch wenn beispielsweise das Flüchtlingslager sehr kurz abgehandelt wird, werden die unmenschlichen Zustände dort doch sehr deutlich und die Tragik von Samars Leben wird immer wieder nachfühlbar.
Insgesamt war ich von dem Buch aber eher enttäuscht. Meiner Meinung nach hält es dem Vergleich mit dem "Drachenläufer" nicht stand, auch wenn es thematisch ähnlich ist. Für mich dringt es zu wenig in die Materie ein und verzettelt sich in Nebenschauplätzen, sodass das Ende für mich unbefriedigend ausfiel.
Rezensionen von heinoko:
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Zum Schwindelig-Lesen
Manchmal braucht man sie im Leben: Bücher, die man nicht mehr weglegen kann, die einen Seite um Seite verschleppen in ihre eigene Welt, in eine Welt ungebrochener Kraft und Spannung, egal ob glaubwürdig oder nicht. Runaway ist solch ein machtvolles Buch, das uns in einen Spannungsstrudel reißt, bis wir uns schwindelig lesen und dabei nicht mehr zu Atem kommen.
Frederick Hagel entdeckt, dass seine Frau unsaubere Finanzgeschäfte tätigt und möchte sie um ihretwillen darin stoppen. Sie bringt ihn, um ihn mundtot zu machen, in die geschlossene forensische Psychiatrie. Nach 18 langen Jahren gelingt Frederick der Ausbruch und sein Rachefeldzug beginnt?
Der intensive Schreibstil, die eindringlichen Schilderungen und die relativ kurzen Kapitel haben Suchtpotential und machen das Lesen zu einem wahren Vergnügen. Allein schon die Darstellung der unendlich langen Jahre in der Psychiatrie wirken so bedrückend echt und intensiv, als habe der Autor dieses Elend am eigenen Leib erfahren. Die rasante Flucht mit dem einzigen Ziel, Rache zu üben, ließ mich beim Lesen kaum mehr zu Atem kommen. Denn durch die immer wieder neuen überraschenden Wendungen hatte ich das Gefühl, einem hakenschlagenden Hasen nachzujagen. Jedes Mal, wenn ich dachte, ich wüsste, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt, geschah wieder etwas völlig Unvorhergesehenes, und das bis zum furiosen Ende!
Fazit: Atemlose Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, grandios geschrieben!
Rezensionen von Vicky:
Die Nightingale-Schwestern von Douglas Donna
Liebe zwischen Bettpfannen bzw. Ehrlichkeit ist die größte Charakterschwäche
Normalerweise mag ich keine 'richtigen' Menschen auf Covers aber ich finde hier passen die Krankenschwestern sehr gut auf das Bild. Allgemein ist es schön gestaltet. Ich stelle mir bei der Straße vor, dass es sich dabei um eine in London handelt - am besten in der Nähe des Nightingale-Krankenhauses!
Der Einstieg ins London der 1934er Jahre gelingt gut.
Der Schreibstil und die Länge pro Kapitel sind sehr angenehm. Ehe man sich's versieht ist man bereits bei der Hälfte des Buches angelangt ohne es auch nur ein einziges Mal aus der Hand gelegt zu haben - zumindest ist es mir bei diesem Buch so ergangen!
Die drei jungen Frauen Dora, Millie und Helen haben mich in ihre Welt hineingezogen und mich, jede für sich, nicht mehr losgelassen bevor ich nicht auf der letzten Seite des Romans angelangt war. Man lernt jede der drei im Verlauf der Geschichte besser kennen ? aber auch die anderen Figuren bleiben nicht zu kurz.
Zwischendurch dachte ich mal: Downton Abbey meets Grey?s Anatomy :-) Einen Stern muss ich leider abziehen da mir manche Kapitel zu langatmig waren dafür aber andere Dinge zu kurz kamen ? aber wir haben ja noch einige Bände um diverse Unklarheiten zu bereinigen.
Fazit: Ein sehr guter und gelungener Auftaktroman zur Reihe 'Nightingale-Schwestern' von Donna Douglas. Ich werde mir die Folgebände auf jeden Fall zulegen um zu erfahren wie es mit den Figuren weitergeht!
Rezensionen von heinoko:
In tiefen Schluchten von Anne Chaplet
Felsen, Höhlen, Hugenotten
Tori Godon, frisch verwitwete ehemalige Patentanwältin aus Deutschland, lebt am Fuße der Ceyennen im Süden Frankreichs in einem uralten Haus, dessen Geschichte sich mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Sie lebt zurückgezogen und traurig mit ihren Erinnerungen, unternimmt viele Wanderungen, Marktbesuche, ist freundlich zu Mensch und Tier.
Ein holländischer Tourist verschwindet. Ein alter Mann aus dem Dorf wird tot aufgefunden. Tori befasst sich mit dem Verschwinden des Holländers, gerät dabei selbst in große Gefahr?
Einerseits haben Regionalkrimis einen besonderen Reiz, insbesondere wenn man die entsprechende Gegend mag. Andererseits - was macht man mit einem Krimi, wenn man die Gegend so gar nicht leiden kann? Ich mag keine steilen Straßen, ich mag keine Höhlen, keinen kalten Regen, keine undichten Steinhäuser, auch wenn sie sich noch so malerisch an den Felsen schmiegen. Google zeigt viele wunderschöne Bilder zum Stichwort Ceyennen, und das Buch schildert entsprechend ausführlich und durchaus gekonnt und farbig die Besonderheiten der Gegend. Auch geschichtliches Wissen fließt reichlich in das Buch ein: so z. B. der Widerstandskampf der Hugenotten oder der Widerstand gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg, die Frage nach Schuld und Gerechtigkeit. Viel Wissen wird also hineingepresst in das Buch ebenso wie viele Landschaftsschilderungen, zwar jeweils geschickt verpackt und in die Handlung integriert, aber dennoch das Lesen streckenweise mühsam machend. Etwas mehr Spannung kommt erst im letzten Drittel des Buches auf.
Fazit: Das Buch ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne. Es benötigt geduldige Leser mit der Liebe zur Bergwelt im Süden Frankreichs, Leser, für die die Kriminalgeschichte an zweiter Stelle stehen darf zugunsten der ausschweifenden Schilderungen einer pittoresken Landschaft und einer Bevölkerung, deren geschichtlicher Hintergrund das Schweigen und Vertuschen verständlich macht.
Rezensionen von manu63:
In tiefen Schluchten von Anne Chaplet
Lindbergs zweiter Fall
Zum zweiten Mal lässt der Autor Thomas Kowa seinen Protagonisten Erik Lindberg ermitteln. Redux das Erwachen der Kinder schließt zeitnah an Remexan der Mann ohne Schlaf an, es ist aber nicht notwendig diesen Band gelesen zu haben um Redux folgen zu können. Um die kleinen Feinheiten des Buches in voller Breite zu erleben ist es jedoch von Vorteil Remexan zu kennen.
Dieses Mal muss Lindberg einen Mörder suchen der seine Opfer begräbt und nach einem alten Ritus tauft. Dazu gibt es noch Drohbriefe die den Tag des Jüngsten Gerichtes heraufbeschwören und die Briefe sind mit Anthrax versetzt, einer hochgiftigen Substanz.
Thomas Kowa setzt auch in diesem Band auf die Macht der kurzen Kapitel mit abrupten Ende und Cliffhanger, so das man sich als Leser genötigt fühlt das Buch nicht aus der Hand zu legen, da man erfahren will wie es weiter geht. Kowa lässt den Leser auch immer wieder Einblick nehmen in die Gedankenwelt seine Charaktere, auch in die des Täters. Nach und nach kristallisiert sich heraus wer der Täter ist, es bleibt dennoch bist zur letzten Seite spannend. Lindberg wächst zum Schluss über sich hinaus und der Leser erlebt ein aktionsreiches Finale.
Die einzelnen Charaktere in diesem Buch werden gut ausgearbeitet und als Leser kann man seine Sympathien und Antipathien gut verteilen. Eines meiner Highlights in den Büchern sind die Gespräche zwischen Lindberg und seinem Schachboxpartner. Insgesamt ein lesenswerter Thriller und ich hoffe Lindberg darf noch viele Male ermitteln.
In der Editors Edition gibt es zusätzliches Bonusmaterial zum einen
die Kurzgeschichte Räbeliechtli, die Einblicke in Lindbergs Privatleben gibt. Lindberg wird hier als fürsorglicher Mensch dargestellt dem seine Freunde wichtig sind. Wie er das Problem des Sohn seiner Nachbarin löst finde ich sehr gut beschrieben und der Einblick hat mir gut gefallen.
Steckbriefe des Ermittlerteams um Erik Lindberg, diese finde ich interessant und informativ. Die dazugehörigen Zeichnungen lassen die Charaktere lebendig werden und als Leser werden die Personen greifbarer.
Recherchematerial, die verschiedenen Links zu den Recherchen des Autors fand ich spannend und ergänzen gut das gelesene.
Lageplan, diesen hätte ich gerne am Anfang des Buches gehabt, so kann man sich gut orientieren wo was ist.
Von Thomas Kowa gespielter Lindberg-Song, den Song fand ich ganz gut obwohl er nicht in meinen Musikgeschmack gehört.
Als letztes noch eine Leseprobe zu Band 3, diese habe ich mir aber nicht angesehen weil ich Leseproben nicht so mag. Wenn dieses spannend sind ärgere ich mich jedes Mal das ich nicht sofort weiter lesen kann.
Rezensionen von LadyIceTea:
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Eine ungemütliche Reise
Samar ist auf einer Reise. Einer Reise mit der transsibirischen Eisenbahn. Sie reist mit ihrer Familie hin und her, denn es gibt kein Ziel. Mit dabei ist der Zugbegleiter Napoleon und gemeinsam mit ihm durchlebt sie ihre Vergangenheit erneut. Die Flucht aus Kabul in ein kleines Bergdorf, ein Unglück und ihre Flucht aus dem Lager, bis hin zu ihrer Reise in Richtung Eisenbahn um so etwas wie Heimat zu finden.
?Als die Träume in den Himmel stiegen? von Laura McVeigh hat mich einige Male wirklich überrascht und sprachlos zurückgelassen.
Ich wusste nicht, was ich von diesem Buch erwarten sollte, da das Thema Afghanistan und Taliban neu für mich ist. Ich wusste nicht, ob mich eine Kriegs- oder eine Familiengeschichte erwartet.
Irgendwie war diese Geschichte beides aber auch beides nicht. Wir erleben das Buch als eine Erzählung, die Samar in ihre Notizbücher schreibt. So erleben wir, was ihr zugestoßen ist und auch ihr Familienleben. Doch wir erfahren zu wenig über den Krieg, als dass es ein Kriegsroman ist und irgendwie ist es auch kein richtiger Familienroman.
Es ist eben Samars Geschichte, die oft Wendungen nimmt, die ich niemals erwartet hätte und die mich jedes Mal irgendwie erschreckt haben.
Mein einziges Manko an der Geschichte ist, das fehlende Gefühl. Samar hat oft sehr distanziert von den Ereignissen gesprochen und vieles ging Schlag auf Schlag, so dass mir die Tiefe ihrer Erzählungen gefehlt hat.
Trotzdem hat mich das Buch abgeholt und mitgenommen in eine unbequeme Welt, die ich hoffentlich niemals erleben werde.







