Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Dem Kroisleitner sein Vater von Martin Schult
ungewöhnlich
Die konservative Krimileserschaft war anscheinend von dem Roman irritiert, im Sinne von zu wenig Krimi. Ich habe das Buch daher mehr aus literarischer Sicht gelesen.
Zunächst geht es ja tatsächlich um einen Mord an einen alten Mann. Vermutlich ermordet, offenbar gewaltsam mit Gift, das langsam und qualvoll wirkte.
Der Sohn des Toten, Karl Kroisleitner, nimmt es schwer, dennoch kommt der Verdacht gegen ihn auf, auch bei der Polizei.
Dann gibt es noch Polizisten Frassek aus Berlin, der offenbar Familienstress handelt und eine junge Frau, Emma, die nach einer missglückten Karriere unter dem Künstlernamen Amy in ihre Heimat zurückkehrte.
Diese verschiedenen Handlungsstränge wirken anfangs verwirrend, man muss sich erst einlesen.
Auch sind die Figuren alle nicht unbedingt sympathisch gehalten, und sie können auch nerven! Das macht es dem Leser nicht einfacher, aber es lohnt sich, denn interessant sind sie schon.
Überzeugend jedoch ab Kapitel 9, in dem Emma alte Briefe aus Kriegszeiten liest. Die Vergangenheit spielt eine Rolle. Das macht den Stoff schon interessanter. Doch es gibt noch mehr Überraschungen, die ich hier natürlich noch nicht verraten werde.
Rezensionen von heinoko:
Die Räuberbraut von Fritz Astrid
Lebendig-spannend erzählt
Historische Romane lese ich relativ selten, insofern ging ich neugierig-neutral auf das neue Buch von Astrid Fritz zu. Und ich wurde rundum positiv überrascht!
Es geht in der Geschichte um Juliana, eine Musikantin, die Anfang des 19. Jahrhunderts auf Hans Bückler, den sog. ?Schinderhannes? trifft, einen attraktiven, fast charismatisch zu nennenden jungen Mann, der sich im Hunsrück mit etlichen Kumpanen durch Überfälle und Räubereien einen Namen gemacht hat.
Er ist unbekümmert und fest davon überzeugt, niemals erwischt zu werden, denn die räuberischen Freunde halten zusammen. Juliana und Hannes verlieben sich, sie heiraten und Juliana zieht fortan mit dem Schinderhannes durch die Gegend, immer unterwegs, immer in Unruhe.
So sorgfältig wie die rein äußere Gestaltung des Buches, so ist auch der Inhalt perfekt recherchiert, detailgetreu, historisch korrekt. Sehr hilfreich ist das umfangreiche Glossar, das alle unbekannteren Begriffe, insbesondere aus dem Rotwelschen, erläutert.
Insgesamt liest sich das Buch absolut spannend. Es ist lebendig und farbig erzählt, sozusagen mit allen Sinnen werden die Situationen und Gegebenheiten wiedergegeben, sodass man als Leser stets mitten im Geschehen ist und in die Erzählung ganz und gar eintaucht. Manchmal wurden mir allerdings die vielen einzelnen Stationen des Umherziehens, die zahllosen Ortsnamen und die dort dann jeweils ansässigen Menschen und deren Namen zuviel, wenngleich natürlich sehr viel mühsame Recherche der Autorin dahintersteckt. Abgesehen von diesen etwas anstrengend zu lesenden Passagen hat mich das Buch jedoch insgesamt gepackt und mir die spannende Zeitgeschichte zwischen 1800 und 1850, die ich bislang nur aus der Sicht privilegierterer Schichten kannte, nunmehr sozusagen aus ?Räubersicht? näher gebracht. Im Fokus steht die überaus sympathische, mutige, starke Frau des Schinderhannes, deren Leben geprägt war von ständiger Flucht, von Verzicht und Sorge, von harten Schicksalsschlägen, aber auch von einer alles ertragenden, alles verzeihenden, ganz großen Liebe.
Rezensionen von le_petit_renard:
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Eine Reise an der man teilnehmen sollte
?Es gibt Reisen, die wir niemals unternehmen wollten. Und dennoch treten wir sie an, weil es der einzige Weg ist, um zu überleben. Dies ist meine Reise.?
Die junge Samar kommt aus Afghanistan. Sie lebte in Kabul bei einem Freund der Familie in einem gelben Haus mit ihren Eltern und ihren fünf Geschwistern.
Ein schöner Ort, voller Geborgenheit, Kindheitserinnerungen und einem friedlichen Leben. Das war bevor der Krieg kam. Jetzt befindet sie sich mit ihrer Familie in der transsibirischen Eisenbahn ? sie haben ihre Heimat verlassen. Samar erzählt die Geschichte ihres Lebens und es ist lohnenswert ihr zuzuhören.
Der Schreibstil ist sehr schön, geschickt und macht das Buch zu einer ganz besonderen Reise. Der Leser wird mitgerissen in das Leben eines jungen Mädchens auf der Flucht. Die Autorin schafft für den Leser eine erschreckend authentische Stimmung und berührt damit zu tiefst. Schließt man die Augen, kann man sich alles genau vorstellen. Sie schreibt sehr bildlich und erleichtert dem Leser somit, sich alles vorzustellen.
Ein sehr wertvolles und einzigartiges Buch. Meine volle Weiterempfehlung und somit 5 Sterne.
Rezensionen von spozal89:
Nothing Like Us von Kim Nina Ocker
leider nichts neues...
Die neunzehnjährige, deutsche Lena macht sich auf nach New York um in einem der dort angesagtesten Hotels ein Praktikum zu absolvieren. Ihr Traum ist es in einer der größten Küchen weltweit die Süßspeisen und Desserts zuzubereiten. Doch in New York angekommen, darf sie ersteinmal alle Handlangerarbeiten verrichten.
Dabei trifft sie auf Sander, den sie gleich mit in ihre Arbeiten einspannt. Dabei ahnt sie nicht, dass Sander gar kein Praktikant ist, sondern der Sohn des Hotelbesitzers - und damit Millionen schwer. Doch New Yorks begehrtester Junggeselle kommt gar nicht auf die Idee, Lena zu sagen wer er ist, denn Lenas unbeschwerte, unvoreingenommene Art gefällt ihm gut. Die beiden verstehen sich bestens und lernen sich näher kennen. Bis Sanders Geheimnisse ans Licht rücken....
"Nothing like us" ist einer der zahlreichen neuen New Adult Romanen. Ich hatte die Hoffnung, dass er sich ein wenig von der Masse abhebt, da meiner Meinung nach auch das Cover mal was anderes ist, aber im Grunde ist die Geschichte fast wie jede andere. Zu Beginn weiß man schon wie es enden wird.
Da ich schon eine Menge solcher Bücher gelesen habe, habe ich mich ehrlicherweise beim Lesen tierisch gelangweilt. Lena ist kein Charakter, den ich von der ersten Seite an mochte und auch der Schreibstil der Autorin hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Sander hingegen mochte ich ganz gerne und ich fand ihn viel interessanter als Lena. Dennoch finde ich, dass sich das Buch leider nicht von der Masse abhebt. Einzig die Erotikszenen sind hier, im Gegensatz zu anderen Büchern in diesem Genre, eher zurückhaltend.
Für mich ein Buch, dass man nicht unbedingt braucht, dennoch aber gut unterhält, wenn man noch nicht so viele Geschichten dieser Art gelesen hat. Ich denke, dass ich keine weiteren Bücher dieser Reihe lesen werde.
Rezensionen von rewa:
Schule ist doof 3 von Blanca Imboden; Frank Baumann
Das aufregende Leben von Tim Tabak
Der 13 jährige Tim Tobler, von allen nur Tim Tabak genannt, weil er ständig raucht und kifft, hat es nicht immer leicht in seinem Leben. Die Schule und alles was dazu gehört gehen ihm gehörig auf die Nerven, noch dazu als Rektor Rösti auf die grandiose Idee kommt, die Schule an einem Wettbewerb teilnehmen zu lassen wo man auf das Rauchen verzichtet.
Dann kann er gerade noch seinen drogensüchtigen Cousin Charly retten, der auf ein Hausdach steigt und runterspringen möchte. Und natürlich sein im Knast sitzender Vater Toby, der ihm oft Kopfzerbrechen bereitet. Immer wieder gibt es Probleme, aber Tim schafft es stets, auch dank seiner Schulkollegin Brigitte, durch Witz und Bauernschläue, jedes Hindernis zu umschiffen.
,, Schule ist doof 3´´ ist nach ,, Schule ist doof 1 ? Jonny Depp´´ und ,, Schule ist doof 2- Sara Super´´, der nächste Band des kongenialen Duos der Autorin Blanca Imboden und des Illustrators Frank Baumann.
Die Geschichte wird von Tim in einer jugendlichen und frechen Sprache erzählt. In einer Art linierten Schulheft wird durch viele Illustrationen das Erzählte sehr lebendig wieder gegeben. Gelb hinterlegte Wörter werden zeichnerisch dargestellt und man kann dabei immer wieder selber mit raten. Das Besondere an dem Buch ist sicher, dass der 13 jährige Tim sich mit vielen Dingen beschäftigt, die für das Alter sicher nicht üblich sind. So werden die Gefahren und Auswirkungen des Rauchens genauso behandelt, wie Schizophrenie oder Selbstmord. Dadurch, dass nie mit erhobenen Zeigefinger belehrt wird, können dadurch Jugendliche vielleicht besser erreicht werden. Tim wird sehr sympathisch dargestellt, der sich über vieles Gedanken macht und die Autorin hat ihm witzige Sprüche in den Mund gelegt.
Wortspielereien vom Feinsten lassen das Leserherz höher schlagen.
Seite 130 ? Deutsch und Mathematik sind meine drei gutesten Fächer
Seite 133- ??ist die Mehrzahl von Hypotenuse Hypotenüsse?
Seite 190- Ich bin trütend. ?.eine Mischung aus traurig und wütend
Da es ein schweizerisches Buch ist, gibt es zwar immer wieder Wörter in schwyzerdütsch, die man nicht immer versteht, aber das trübt trotzdem nicht das Lesevergnügen. Ein Link zu den herrlichen Illustrationen gibt es hier https://videopress.com/v/Cs59XPJo
Ich kann einfach nur sagen, dass dieses Buch ein tolles Gesamtpaket bietet, wo man selbst als Erwachsener noch einiges lernen kann.
Rezensionen von AngiF:
Spectrum von Ethan Cross
Dr. August Burke 01
Constable Isabel Price von der südafrikanischen Polizei wird an einem Tatort von ihren Gefühlen überwältigt, in einem Camp illegaler Siedler, dem Squatter-Camp, wurden nahezu 300 Slumbewohner in einem Massaker ermordet. - Krüger mit eigentlichem Namen Idris Madeira fällt es immer schwerer, seinen Beruf auszuüben.
Er lässt Gefühle hochkommen, das ist unakzeptabel für einen Auftragskiller. Zur Vorbereitung seines hoffentlich letzten Auftrages muss er nun aus der Zielperson einen Zahlencode heraus foltern und ihm dann die Zeigefinger abtrennen sowie die Augen aushöhlen. Er darf Gewissensbisse nicht zulassen! - Officer Dominic ?Nic? Juliano ist beim SWAT tätig, trägt die Fürsorge für seine 13jährige, gehörlose Nichte LJ und fährt einen Maserati. Zu seiner Mafia-Familie vermeidet er jeglichen Kontakt. Bei der Aufklärung eines Entführungsfalles kann er in letzter Sekunde seinen Kollegen retten und wird selbst verletzt. - Special Agent Samuel Carter ist von seinen neuen Chefposten mehr als gelangweilt, da ergreift er die Chance, als ein Notruf hereinkommt. Zusammen mit Dr. August Burke will er sich der Sache annehmen. - Und hier laufen die Fäden zusammen, denn bei dem Notruf handelt es sich um Krügers letzten Auftrag vor seinem Rückzug aus dem Geschäft. Wird es Burke schaffen, die Hintergründe zu sehen, die den anderen verborgen sind?
Ethan Cross' neuester Thriller ist keine Lektüre für nebenbei, er möchte konzentriert gelesen werden, um die verschiedensten Crime-Scenes und die Figuren sowie deren Handeln zu verstehen. Die kurzen Kapitel schüren die Spannung ebenso wie der Wechsel der Tatorte. Das Tempo ist durch diesen Stil extrem hoch und brisant. Die Sprache ist erlesen, die Übersetzung hervorragend gelungen. Mit dem Charakter Dr. August Burke ist dem Autor ein neuer Adrian Monk geglückt, der eben an dem Aspergers Syndrom leidet. Doch der dafür nahezu perfekt ist, um kriminelle Muster und Strukturen zu erkennen.
Meine Bewertung: klare fünf bei fünf möglichen Sternen. Eine absolute Leseempfehlung für den gehobenen Lesegeschmack. Ein ausgezeichneter Thriller, geschaffen für lange Leseabende. Ein absolut anspruchsvolles Buch, die Handlung spielt auf höchstem Niveau.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Wenn der Platzhirsch röhrt von Alexandra Bleyer
Schwarzer Humor im Mölltal
Das idyllische Mölltal mit seinen unterschiedlichen Bewohnern ist nun zum zweiten Mal Schauplatz eines Krimis.
Anton Nowak, Schwiegersohn von Heinrich Belten, will seinen Schwiegervater ins Altersheim abschieben und sich neben unserem wackeren Aufsichtsjäger Sepp Flattacher häuslich niederlassen.
Doch da hat Anton die Rechnung ohne den Wirt, pardon ohne den Sepp, gemacht. Obwohl Flattacher auch auf Heinrich Belten nicht gut zu sprechen ist, schmieden die beiden Pläne den ungeliebten Wiener loszuwerden.
Während Sepp und Heinrich GEGEN Anton arbeiten, bemühen sich Bettina und Martin ZUEINANDER zu finden. Doch auch das ist nicht immer einfach und so reden (oder vielmehr schweigen) die beiden aneinander vorbei.
Da kommt Martin die Leiche, die in Antons verbrannten Auto gefunden wird, gerade recht.
Ist es wirklich Anton? Dann wären ja die Probleme von Heinrich Belten gelöst.
Meine Meinung:
Alexandra Bleyer bietet wieder ihr ganzes Können auf, um ihre Leser zu unterhalten. Wieder mit dabei sind die zum Teil schrulligen Figuren aus dem ersten Band ?Waidmannsdank? wie der Postenkommandant Treichel, der immer wieder mit kreativen Wortschöpfungen auffällt oder Kurt Acham, der Kotzbrocken vom LKA Klagenfurt, gegen den ein Elefant im Porzellanladen grazil wie eine Gazelle aussieht. Auch Bettinas Bruder Reini erhält eine größere Rolle und Sepp Flattacher kann seine Bedeutung als Strippenzieher voll ausspielen.
Das Buch beschert uns sprachliche Genüsse, pendelt die Autorin zwischen Deutschem, Wiener und Kärntner Dialekt leichtfüßig hin und her. Herrlich ist es, den Freunden wider Willen beim Kochen zuzusehen. Fleischlaberl oder Frikadellen, das ist hier die Frage!
Keine Bange - es gibt ein ausführliches Glossar, dass Wiener, Kärntner und Jägersprachliche Ausdrücke erklärt und ins Hochdeutsch übersetzt.
Mit ?Wenn der Platzhirsch röhrt? ist Alexandra Bleyer wieder ein toller Krimi gelungen, der ohne den ersten Band ?Waidmannsdank? gut zu lesen ist. Allerdings entgeht dem interessierten Leser ein Feuerwerk an Wortwitz.
Fazit:
Ein Krimi, in dessen Fokus, eher die unterschiedlichen Charaktere als das Verbrechen stehen. Gerne gebe ich 5 Sterne und warte (un)geduldig auf eine Fortsetzung.
Rezensionen von heinoko:
Und Marx stand still in Darwins Garten von Jerger Ilona
Fiktiv und faszinierend
Zwei geniale Geister, Charles Darwin und Karl Marx, exzentrisch, krank, enttäuscht, sind sich im wirklichen Leben nie begegnet, wenngleich sie voneinander wussten. Die Autorin erzählt in ihrem Buch, wie sich in einem fiktiven Geschehen zwei Weltveränderer gegen Ende ihres Lebens einander annähern, durch den gemeinsamen Hausarzt Dr.
Beckett assistiert.
In diesen zwei Sätzen lässt sich der Buchinhalt wiedergeben, und dennoch findet sich in Wirklichkeit eine ganze Welt zwischen zwei Buchdeckeln. In einer überaus geglückten Mischung aus Roman und Sachbuch erlebe ich unglaublich intensiv und nah zwei Geistesgrößen in ihrer jeweils doch sehr besonderen, geradezu verschrobenen Art und Weise. Das Buch hätte auch ganz anders werden können. Dröge. Langatmig, in Wörter zwangsgepresstes Wissen. Aber ganz im Gegenteil: es fasziniert vom ersten Satz an. Bereits nach ca. 20 Seiten hatte ich so viel über Regenwürmer erfahren, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Und, was am Wichtigsten ist: Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. Ich sehe nicht nur die Welt der Regenwürmer lebendig vor mir, sondern auch den Menschen Darwin, den gleichermaßen gequälten und genialen Geist. Weniger lebendig wurde mir die Person Karl Marx. Vielleicht spürt man als Leser, dass die Autorin, wie sie selbst angibt, eher ein intellektuelles Vergnügen beim Schreiben über Marx erlebte, bei Darwin jedoch eine große menschliche Nähe verspürte.
Es gelingt der Autorin, die ganz großen Fragen der Menschheit in ganz kleine Details, farbig erzählt, zu verpacken und sie so zu Herzen gehen zu lassen. Ein Meisterwerk!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Und Marx stand still in Darwins Garten von Jerger Ilona
Berlin ist eben nicht Mordsacker
Im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes landen Klara Himmel, ihr Mann Paul und die Tochter Sophie in einem sehr idyllischen Dorf irgendwo in Mecklenburg. Ihr Leben hat sich radikal verändert ? Klara ist nicht mehr Schauspielerin sondern Hausfrau, Sophie wird Landärztin anstatt Chirurgin und Paul, der ehemalige Hauptkommissar, ist jetzt ein einfacher Dorfpolizist.
Aber ausgerechnet als der Bauer Schlönkamp tot in der Güllegrube gefunden wird, ist Paul krankheitsbedingt außer Gefecht und Klara wittert ihre Chance, zu ermitteln. Schräg, unkonventionell, manchmal dreist, meistens liebenswert und sehr humorvoll überwindet sie alle möglichen Hürden, agiert immer wieder am Rande der Legalität um diesen Mord, der offiziell noch für einen Unfall gehalten wird, aufzuklären. Tatkräftige Hilfe kommt von ihrer Tochter Sophie und unter anderem auch der Bestattungsunternehmer Grube.
Mit viel Witz werden alle möglichen Klischees bedient, Vorurteile immer wieder aktualisiert und Klara hat wirklich ein einzigartiges Talent, in jedes erdenkliche Fettnäpfchen zu treten. Immer wieder muss sie sich aus den unmöglichsten Situationen herausmanövrieren ? das gelingt nur mit viel Phantasie und einem sehr entspannten Verhältnis zu alternativen Wahrheiten! Aber trotz aller Probleme (egal ob Integration ins dörfliche Leben oder kranker Ehemann) Klara unternimmt alles, um die Ermittlungen voranzutreiben. Die Lösung des Falles? Für mich überraschend und leider logisch!
Der Schreibstil ist locker, unkompliziert und amüsant ? Wortspielereien und verrückte Situationen haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Die einzelnen Protagonisten sind liebevoll und genau beschrieben, durchaus mit Ecken und Kanten und vielen menschlichen Anwandlungen. Vieles ist überzeichnet, allerdings nicht bösartig, sondern eher mit einem Augenzwinkern!
Eine perfekte Mischung aus Regionalkrimi und Komödie!
Rezensionen von CWPunkt:
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Eine bewegende Geschichte mit kleinen Lücken.
Inhalt:
Samar muss als kleines Mädchen mit ihrer Familie aus dem großen gelben Haus in Kabul flüchten. Sie ziehen sich in das Dorf ihrer Großeltern im Hindukusch zurück. Doch auch vor diesem entlegenen Bergdorf machen die Veränderungen nicht halt. Der Schulbesuch ist plötzlich den Mädchen untersagt und als die Taliban kommen und wahllos in dem Dorf richten, ist für ihre Eltern klar, auch dort sind sie nicht sicher.
Es bleibt nur die Flucht aus Afghanistan heraus.
Rezension:
Dieses Buch ist gar nicht leicht zu rezensieren ohne zu viel zu verraten. Die Erzählperspektive wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und die erzählten Teile der Vergangenheit haben sehr großen Einfluss auf die Gegenwart. Nicht alles ist so, wie es zunächst erscheint. Die Geschichte von Samar ist sehr bewegend erzählt und man ist von ihrem Weg sehr schnell gefesselt. Samar erlebt viel Grauenhaftes und dennoch gelingt es Laura McVeight nicht zu sehr auf dem Leiden zu verweilen. Man erfährt, wie sich Afghanistan durch den Einfluss der Taliban verändert hat. Dabei war es besonders bewegend zu lesen, wie offen gerade die Stadt Kabul in den 60er Jahre war. Im Wandel des Landes bleiben für mich jedoch einige Lücken. Ich habe nicht nachvollziehen können, wie der Wandel in den Köpfen der Menschen auch in den entlegenen Bergdörfern passiert ist. Irgendwie war plötzlich alles anders. Vermutlich ist das auch in Ordnung, da aus der Sichtweise eines Kindes berichtet wird, aber ich als Leser hätte da gern mehr Informationen erhalten. Auch an anderen Stellen hätte ich mir ein paar Erklärungen mehr gewünscht, beispielsweise was die Vorgeschichte der Eltern von Samar betrifft. Da gibt es eine Menge Andeutungen, aber am Ende keine abschließende Erklärung.
Fazit:
Der Vergleich mit dem Drachenenläufer ist gar nicht so verkehrt, wenn auch etwas hoch gegriffen. Das Thema ist sehr aktuell und weitestgehend gut umgesetzt. Für mich ist es jedoch nicht durchgehend bis zu Ende gedacht. Dennoch ein Buch, dass man lesen sollte.









