Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BarbaraM:
So weit oben von Susanne Straßer
Erzählen, lachen, staunen
„So weit oben – Eine lustige Reihengeschichte zur Sprachförderung“ von Susanne Straßer hat uns von Anfang an begeistert. Schon beim ersten Anschauen war klar: Dieses Set lädt nicht nur zum Lesen ein, sondern dazu, die Geschichte wirklich gemeinsam zu erleben. Es besteht aus 10 Bildkarten, 10 Textkarten und 10 Rätselkarten und regt Kinder auf spielerische Weise dazu an, selbst sprachlich aktiv zu werden und in die Geschichte einzutauchen.
Ich war wirklich erstaunt, wie jede einzelne Karte sofort zum Erzählen animiert. Natürlich mussten wir immer wieder alle Tiernamen aufzählen, und meine Kleine klatscht jedes Mal begeistert in die Hände und kichert vor sich hin, wenn ein weiteres Tier dazukommt und sich die Figuren so lustig aufeinanderstapeln. Diese kleinen Momente sind einfach unbezahlbar.
Auch die 10 Rätselkarten haben uns total überzeugt. Sie sind liebevoll gestaltet und gar nicht so leicht zu lösen, sodass man automatisch ganz genau hinschaut und mitfiebert. Der Ehrgeiz, die Rätsel zu knacken, war bei uns jedes Mal riesig.
Natürlich wurde auch sofort eingefordert, die Geschichte nochmals und nochmals zu lesen – und inzwischen träumen wir tatsächlich alle von so einem leckeren Kuchen.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, die Geschichte auch in der Schule mit Grundschülern oder im Kindergarten zu besprechen. Im Anschluss lässt sich so kreativ damit weiterarbeiten – ob beim Weiterspinnen der Geschichte, beim Nachspielen, Vertonen oder beim Gestalten eines eigenen Kunstwerks.
Die klaren und ausdrucksstarken Illustrationen machen die Figuren dabei besonders lebendig. Für uns ist dieses Kartenset eine wundervolle Möglichkeit, Geschichten gemeinsam zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und ganz nebenbei die Freude an Sprache zu wecken.
Eine absolute Empfehlung von uns für alle, die Geschichten nicht nur lesen, sondern gemeinsam erleben möchten.
Rezensionen von Katyleh:
Imperia - you let the fire in von Cleo B. Moon
Wunderbare Lesestunden
"Ich bin ganz angetan von diesem Buch! Die Geschichte von Jara, einer jungen Kriegerin, die in einer streng kontrollierten Welt aufwächst, ist einfach fesselnd. Die Autorin Cleo B. Moon hat eine Welt erschaffen, die beklemmend und faszinierend zugleich ist. Jaras Entwicklung vom gehorsamen Systemkind zu einer selbstbestimmten Frau ist einfach nachvollziehbar und emotional.
Die Mischung aus Dystopie, Magie und Romance funktioniert hier wirklich gut und die Chemie zwischen den Figuren ist einfach spürbar. Die Beziehung zwischen Jara und Aidan entwickelt sich nachvollziehbar und fügt sich gut in die Handlung ein.
Manches Mal konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Insgesamt ist "Imperia - You Let Fire In" ein spannender Einstieg in die Trilogie, der neugierig auf die Fortsetzung macht und vor allem durch seine starke Hauptfigur überzeugt. ????"
Rezensionen von Murksy:
Liefern von Tomer Gardi
Abhängigkeiten
Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Geschichten, die mehr oder weniger direkt zusammenhängen. Dabei führt uns der Autor in verschiedene Regionen dieser Welt. Was die Erzählungen verbindet, sind die sogenannten Rider, also die Menschen, die die Straßen säumen und alles liefern, was der Kunde bestellt.
Egal ob Indien, Deutschland oder Israel, überall hetzen die Lieferanten mit Rädern, Rollern oder Motorrädern halsbrecherisch von Adresse zu Adresse, um möglichst zeitnah die gewünschten Güter auszuliefern. Hier zeigt das Buch sehr genau, was das Problem dabei ist. Es sind die Abhängigkeiten. Die Lieferanten sind abhängig von den Kunden und dem Lieferservice. Zusätzlich gibt es noch Personen, die die Lieferanten gegen Provision an die Dienstleister vermitteln. Die Kunden sind abhängig von den Lieferanten, hoffen auf pünktliche und vollständige Zustellung. Und alle sind abhängig vom Mobiltelefon. Das Gerät, das alle überwacht, Bestellungen ermöglicht, Orte anzeigt, Routen ermittelt oder im Notfall Hilfe holt. Das Buch hält hier schonungslos den Spiegel vor. Wie oft bestellen wir aus Bequemlichkeit etwas zu essen? Machen wir uns Gedanken, unter welchen Bedingungen die Lieferanten arbeiten müssen, teilweise mit anderen Identitäten für mehrere Anbieter. Hier greift die nächste Abhängigkeit. Alle wollen und brauchen gute Bewertungen. Eine negative Bewertung zu viel, und der Zusteller ist seinen Job los. Nachschub gibt es genug. Bekommt ein Anbieter zu viele negative Bewertungen, wird weniger bestellt und wieder werden nicht benötigte Zusteller entlassen. Machen wir uns Gedanken, wie es sein kann, dass zum Valentinstag rote Rosen im Winter zu kaufen sind? Unter Zeitdruck werden die Rosen in Afrika gezüchtet und geschnitten, gekühlt nach Deutschland transportiert und von schlecht bezahlten Minijobbern verkauft. So zeigt das Buch sozialkritisch die Tücken des globalen Dorfes auf ohne allerdings eine Lösung aufzuzeigen. Diese Ratlosigkeit spiegelt sich auch in den Geschichten des Buches wieder. Teilweise sind die Enden so offen, dass ich mich teilweise gefragt habe, was ich aus dem Buch mitnehme. Gibt es eine Lösung für diese Liefergesellschaft? Auf der einen Seite die, die es sich leisten können, sich alles liefern zu lassen. Natürlich gibt es auch Menschen, die aus diversen Gründen auf solche Lieferdienste angewiesen sind. Aber würde es etwas bringen, weniger zu bestellen? Eine provokante These ist, dass dann viele Menschen kein Einkommen mehr hätten. Deutlich wird dieser Zwiespalt am Flüchtlingsproblem. Durch solche Jobs wie im Zustellbereich, finanzieren sich viele Menschen ihr Leben und ihre Flucht mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Das Buch regt zum Nachdenken an. Ob es eine Änderung der Gewohnheiten, der Arbeitsbedingungen und all der anderen Probleme geben wird, bezweifle ich. Dazu ist der Mensch sich selbst am nächsten. So lässt mich das Buch genauso ratlos zurück, wie das eine oder andere Kapitel.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
Rezensionen von Linelovesreading :
Der Comic-Club von Scott McCloud
Schöne Zeichnungen
Der Comic hat mir gut gefallen.
Ich fand die Idee super, mal zu zeigen, wie so ein Comic eigentlich aufgebaut ist und welche Fachbegriffe es gibt. Auch die Umsetzung fand ich gut.
Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, wie eigentlich immer bei Raina Telgemeier. Die Handlung dagegen hatte für mich ein paar Schwächen.
Die Geschichte war meiner Meinung nach teilweise sehr unzusammenhängend, weshalb der Lesefluss nicht so gut aufkam. Immer wieder war ich kurz davor, den Faden zu verlieren.
Die Charaktere mochte ich teilweise. Vor allem Lynda und Art fand ich toll. Die Hintergründe zu Lynda haben mich sehr berührt und auch ein bisschen nachdenklich gestimmt. Art fand ich auch super, der Charakter ist sehr vielseitig und ich fand es gut, wie mit dem Thema Diversität umgegangen wurden. Die Pronomen wurden kurz erwähnt, dann wurde das aber nicht weiter thematisiert, sondern als Tatsache einfach in die Geschichte eingebunden. Für mich der perfekte Umgang mit dem Thema. Makayla dagegen mochte ich gar nicht. Ich fand den Charakter sehr übertrieben und auch egoistisch dargestellt. Da hätte meiner Meinung nach eine Persönlichkeit wie Lynda besser als Protagonistin gepasst und wäre sympathischer gewesen.
Den Schluss mit dem Interview und den Erklärungen fand ich sehr gut, weil man so nochmal einen Überblick und bessere Einblicke in das Thema Comic zeichnen bekommt.
Rezensionen von nessabo:
Zugwind von Iryna Fingerova
Ein besonderes Werk über das Leben im Dazwischen
„Zugwind“ ist kein einfaches, gefälliges Werk. Es schwankt wie die Erzählerin selbst zwischen den Welten eines Lebens in Frieden und dem Zuhause im Krieg. Deshalb ist es weniger handlungsgetrieben, manchmal auch nicht stringent, phasenweise durcheinander. Außerdem flicht die Autorin immer wieder Elemente magischen Realismus sowie poetische Sprachbilder in die Handlung ein.
Das sind also einige Dinge, mit denen ich in der Regel nicht so viel anfangen kann.
Doch Iryna Fingerova hat hier mit großer biografischer Nähe ein Werk geschrieben, das mich nicht nur in seinen Bann gezogen, sondern auch emotional ehrlich bewegt hat. Das liegt sicherlich an der klugen Beobachtungsgabe der Autorin sowie dem thematischen Umfang. Fingerova versteht sich darauf, die vielschichtige Ambivalenz einer in der Diaspora lebenden ukrainischen Jüdin abzubilden. Die Schuldgefühle, weil sie selbst in Frieden leben und Freude empfinden darf, während im Heimatland Drohnenangriffe den Alltag prägen. Das Vermissen ebendieser Heimat. Widersprüchliche Gefühle zu ihren russischen Freund*innen. Die zusätzliche Komponente eines Dazwischen nach dem 7. Oktober und dem darauffolgenden Krieg.
Die Autorin bewegt sich politisch dabei auf sehr humanistischem Boden, obwohl sie diesbezüglich sowieso gar nicht so oft konkret wird. Aber ich empfinde ihre Gedanken als in die einzig richtige, nämlich menschliche Richtung gehend. Vielmehr holt sie ihre Lesenden emotional immer wieder nah an das Erzählte heran. Das gelingt ihr auch durch die vielen Erzählungen über ihre Patient*innen. Viele von ihnen sind ebenfalls aus der Ukraine und ihre Geschichten entsprechend divers. Der verzweifelte Versuch eines richtigen, guten Lebens im Falschen eint sie alle - auch wenn die hierfür eingeschlagenen Wege durchaus weit auseinandergehen.
Besonders diese kurzen Behandlungsgeschichten haben mich bewegt. Die Protagonistin ist eine überaus empathische, zugewandte Ärztin, die ihre Patient*innen auch ganz unabhängig von deren Lebensstil oder Anstellungsverhältnis auf Augenhöhe annimmt. Mensch sollte meinen, das sei der Standard, aber wir wissen es alle besser.
Ich habe diese Geschichte überraschend gern gelesen und empfehle sie als eine so wichtige Perspektive in der zeitgenössischen Literatur von Herzen gern. Es ist kein leichtfüßiger Roman, aber das macht ihn noch lange nicht zäh. Iryna Fingerova schafft es, Worte zu finden für etwas so Individuelles und eigentlich Unbeschreibliches. Dabei nimmt sie ihre Lesenden ganz nah mit, sodass ich immer das Gefühl hatte, diesen Weg mit ihr gemeinsam zu gehen. Wer sich darauf einlassen kann, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.
4,5 Sterne
Rezensionen von DoraLupin:
Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama! von Astrid Göpfrich
Lustige Alpaka-Frankenstein-Geschichte
Als Urururenkelin von Dr. Frankenstein lebt Nelly in einem alten Gruselschloss, in dem immer wieder seltsame Dinge passieren. Das ist aber auch schon das Spannendste an ihrem Leben. Denn ihre Eltern sind totale Langweiler und das absolut Letzte, was sie wollen, ist eine weitere Erfinderin in der Familie! Natürlich hält das Nelly nicht davon ab, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen – manchmal auch zum Leidwesen ihrer beiden besten Freunde.
Der zweifelhaften Genialität ihres berühmten Vorfahren kommt sie gefährlich nahe, als sie bei einem Gewitter ein totes Alpaka wieder zum Leben erweckt. Doch damit nicht genug: das Alpaka kann auch noch sprechen! Und es quasselt ohne Unterlass, trinkt am liebsten Kokos-Limetten-Cocktails, ist nervtötend tollpatschig und stellt das Leben der Familie Frankenstein gehörig auf den Kopf!
Mein Sohn und ich sind immer wieder auf der Suche nach lustigen Büchern die uns Spaß machen könnten. Bei diesem Cover waren wir gleich Feuer und Flamme, denn es wirkt etwas skurril aber sehr farbenfroh und cool. Der Schreibstil ist locker und einfach zu lesen und passt sehr gut zur Zielgruppe. Dadurch das die Protagonistin in Ich-Form erzählt, ist man gleich mitten im Geschehen dabei und ist sehr nah an dem Charakter dran. Nelly und das Alpaka sind ein echt tolles Team und versprühen sehr viel Witz, Energie und Spaß! Es macht großen Spaß ihnen bei ihrem Abenteuer zu folgen.
Die Geschichte bleibt die ganze Zeit über spannend und fantasievoll und es wird niemals langweilig. Der Grusel hält sich ebenfalls in Grenzen, deshalb macht das Buch Klein und Groß gleichermaßen Spaß. Sehr cool fanden wir auch die Notizbuch-Einträge von Nelly mit ihren neuesten Erfindungen, die uns regelmäßig zum lachen gebracht haben. Diese Einträge, sowie auch die tollen Zeichnungen im Buch lockern den Buchinhalt immer wieder auf und machen das Buch zu einem tollen Leseerlebnis für die ganze Familie. Gerne empfehlen wir das Buch weiter und freuen uns schon auf den zweiten Teil!
Rezensionen von FogandBooks:
Wenn heute unser Morgen wäre von Sophie Herbst
Zwischen gestern und vielleicht
Wenn heute unser Morgen wäre – Sophie Herbst
Manchmal liest man ein Buch und manchmal trifft es einen so tief, dass es noch lange nachhallt. Wenn heute unser Morgen wäre von Sophie Herbst ist genau so eine Geschichte für mich geworden. Eine, die sich zunächst leise anfühlt. Cozy. Slow Burn. Fast zart.
Und die einen dann mit einer Wucht trifft, auf die man emotional eigentlich nie vorbereitet ist. Für mich sind das ganz klare fünf von fünf Sternen, wenn ich ehrlich bin sogar eher eine zehn von zehn.
Im Mittelpunkt stehen Grace und Calum, zwei Jugendliche, die sich vermeintlich nicht ausstehen können und ausgerechnet gemeinsam ein Musikprojekt entwickeln müssen. Was nach einem typischen Schulsetting klingt, entfaltet schnell eine Tiefe, die ich so nicht erwartet habe. Calum ist ehrgeizig und verschlossen, kontrolliert in allem, was er tut. Ein Junge, der seine eigene Leidenschaft für Musik beiseitegeschoben hat, um den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Seit seine Mutter die Familie verlassen hat, fühlt er sich verantwortlich, stark sein zu müssen und zu funktionieren. Und dann ist da Grace, die zunächst warm und lebendig wirkt, aber eine Schwere mit sich trägt, die sich erst nach und nach offenbart. Nicht nur der Verlust ihrer besten Freundin Lou steht im Raum, auch ihr eigener Kampf gegen Krebs wird Teil dieser Geschichte.
Und genau hier verändert sich alles.
Was mich beim Lesen besonders bewegt hat, war die Tatsache, wie jung diese Figuren eigentlich sind. Sechzehn, siebzehn Jahre alt und sie müssen sich mit Themen auseinandersetzen, von denen man denkt, dass sie in diesem Alter niemand tragen sollte. Während des Lesens vergisst man das fast, weil die Geschichte so intensiv ist und emotional so dicht. Erst im Nachhinein wird einem bewusst, wie erschreckend es ist, dass junge Menschen solche Schicksale bewältigen müssen. Und genau darin zeigt sich für mich die Stärke der Autorin. Sie dramatisiert nichts künstlich, sie romantisiert keine Krankheit und sie konstruiert kein Leid für den Effekt. Sie erzählt ehrlich, einfühlsam und unaufgeregt. Gerade dadurch wirkt alles so unglaublich stark.
Die Figuren fühlen sich nie überzeichnet an. Calum ist kein klischeehafter Bad Boy, sondern ein junger Mensch mit Angst, mit Loyalität und mit inneren Konflikten. Seine Entwicklung wirkt organisch und nachvollziehbar. Grace ist stark, aber nicht, weil sie unerschütterlich wäre, sondern weil sie fühlt, zweifelt, lacht und kämpft. Und selbst Nebenfiguren wie Lou tragen die Geschichte mit einer Bedeutung, die weit über einzelne Szenen hinausgeht. Niemand ist bloß Beiwerk. Jede Figur hat Gewicht und jede Beziehung hinterlässt Spuren.
Der Schreibstil ist dabei zugänglich und flüssig, fast leicht, und trotzdem liegt das Gelesene schwer im Magen. Man kommt schnell hinein, man verschlingt die Seiten und dennoch musste ich das Buch immer wieder zur Seite legen, um durchzuatmen und zu verarbeiten, was da gerade passiert. Es ist keine komplizierte, verkopfte Geschichte und doch ist sie tiefgründig. Philosophische Gedanken, leise Zitate und diese ganz großen Fragen nach Verantwortung, Erwartungen und der eigenen Lebenszeit ziehen sich durch das Buch. Man spürt, dass hier Herzblut drinsteckt. Dass es mehr ist als nur eine erdachte Handlung. Es fühlt sich persönlich an und wahrhaftig.
Dieses Buch ist keine leichte Kost. Es tut weh. Es konfrontiert. Man ahnt beim Lesen, dass gewisse Dinge passieren könnten und hofft inständig, dass sie es nicht tun. Und wenn sie dann doch eintreten, sitzt man da und weint. Ich zumindest habe an manchen Stellen wirklich geheult wie ein Schlosshund. Nicht, weil es manipulativ geschrieben ist, sondern weil es ehrlich ist. Weil es die Realität nicht weichzeichnet. Für mich ist Wenn heute unser Morgen wäre eine Geschichte über Liebe, ja, aber vor allem ist es eine Geschichte über das Leben selbst. Über Entscheidungen, über verpasste Chancen, über Mut und darüber, dass Zeit etwas Kostbares ist, das wir viel zu oft als selbstverständlich betrachten.
Es ist eines dieser Bücher, die bleiben. Die nachhallen. Die sensibilisieren. Und genau deshalb würde ich es jedem ans Herz legen, der bereit ist, sich emotional wirklich einzulassen, auch wenn es weh tut.
Rezensionen von Ele:
Die Totenklägerin von Greta Jung
Die Anwältin der Toten
Die Totenklägerin – Nichts ist vergessen, von Greta Jung, 352 S., Lübbe-Verlag
Ein atmosphärischer Spannungsroman.
Mathilda ist Trauerrednerin und auch Anwältin, sie ist bekannt dafür, dass sie für die Toten einsteht und bei Bedarf in ihren Reden auch unangenehme Dinge anzuspricht. Sie fühlt sich als Anwältin, den Toten verpflichtet.
Eines Tages wird sie von der 12jährigen Jackie engagiert, diese vermutet, dass Oma Resi getötet wurde. Bald bemerkt Mathilda, dass beim Ableben der alten Dame so einiges nicht stimmt. Zusammen mit Jackie beginnt sie zu recherchieren. Je näher sie der Wahrheit kommen, desto mehr Abgründe tun sich auf.
Das Buch teilt sich in 30 übersichtliche Kapitel in angenehmer Leselänge und ist aus der Sicht unterschiedlicher Figuren geschrieben, je nachdem kann der Leser die Ansichten von Jackie oder auch Mathilde, direkt verfolgen. Der Plot ist sehr spannend, flüssig und auch emotional. Wichtige Themen, die mich auch sehr beschäftigen werden angesprochen, das Leben in einem Altenheim, Sterbehilfe, Leben auf dem Land, Leben in einem Gebiet nahe der Grenze, Kinderarmut, diese Themen hat die Autorin sehr sensibel behandelt finde ich. Im Anschluss findet sich auch eine kurze Zusammenfassung zum Thema Sterbehilfe. Obwohl ich sonst auf die Haptik eines Buches bei der Rezension nicht eingehe, möchte ich feststellen, dass ich während der Lektüre immer wieder mit den Fingerspitzen die raue Oberfläche des stilisierten Engels auf der Vorderseite ertastet habe, das hat mir richtig gut gefallen, es fühlt sich tatsächlich wie eine Statue aus Stein an.
Interessant wie Mathilda bei ihrer Suche nach der Wahrheit, immer tiefer in die Familiengeschichte von Oma Resi eintaucht, nebenbei erfährt der Leser auch einiges über die Vergangenheit von Mathilda. Dieses Buch ist atmosphärisch sehr dicht. Es sind so viele interessanten Themen die angesprochen und behandelt werden. Außerdem finde ich die Idee – eine Trauerrednerin die auch ermittelt etwas Besonderes. Das ist mir noch nie in meiner Lektüre begegnet, deshalb hoffe ich, dass es von Mathilde, gemeinsam mit ihrer kleinen klugen jungen Freundin Jackie noch ein paar Fälle zu erlesen gibt.
Die meisten Figuren im Buch haben eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Selbst Nebenfiguren, Malika und deren Bruder. Lazlo und Udo. Ich hoffe, dass es da in eventuell weiteren Bänden noch mehr zu erzählen gibt. Natürlich Oma Resi und ihre Töchter, besonders die Familie von Irmgard, das Glashüttenimperium, alles so spannend und interessant. Nicht zuletzt natürlich die Protagonistin Mathilde und die Erzählung über ihre Jugend zusammen mit ihrer Mutter, im Laufe des Buches kommt immer mehr davon zutage. Es hat mich förmlich mitgerissen, mehr zu erfahren. Meine Lieblingsfigur war jedoch Jackie, so ein tolles Mädchen, voller Witz und Lebensklugheit und blitzgescheit, schon allein, weil ich wissen möchte wie es mit ihr weitergeht, wünsche ich mir eine Fortsetzung.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, es war spannend, ich habe mitgefühlt und auch mitgerätselt, habe gelacht und hatte Tränen in den Augen. Ich fand das Buch absolut gelungen und hätte sehr gerne eine Fortsetzung. Wer gerne Krimis liest, in denen es eine gute und schlüssige Handlung ohne unnötige Brutalität gibt, der sollte hier zugreifen. 5 Sterne
Rezensionen von Petra Gruber:
Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek
Wenn das Gehirn anders tickt
Wally ist Mutter, sie hat ein Haus, einen Teilzeitjob, Enten im Garten und immer 1.000 Ideen. Ihr Mann Matthias ist unterstützend, ein Partner an ihrer Seite. Bei ihrer Tochter Vallie wurde ADHS diagnostiziert, das hilft im Umgang mit ihr. Außerdem sollte ihr die Diagnose im Gymnasium helfen. Mehr Verständnis, mehr Zeit für Aufgaben.
Auch Medikamente ließ sie ihr verschreiben.
Wally mag ihr Leben. Aber warum ist immer alles so viel? Warum herrscht immer Chaos? Warum bekommen andere ihr Leben so viel besser gebacken? In Wally ist da so ein Verdacht. Aber sie spricht ihn nicht aus. Auch nicht, als alles zu viel wird. Und damit ist nicht das Hochwasser gemeint, sondern ihr Zusammenbruch.
Dieser Roman besticht vor allem durch seine Sprache. Ehrlich, humorvoll und pointiert erzählt die Autorin mit der Stimme Wallys aus ihrem Alltag. Von Freuden, von Überforderung, von den Gedanken, die im Kopf niemals ruhig sind, von einem Job, der nicht erfüllt, von den Herausforderungen des Mutterseins.
Egal ob neurodivergent oder nicht. Ich denke, das ist etwas, was alle Frauen kennen.
Ich mochte auch den Aufbau. Kurze Kapitel. Oft nur wenige Sätze, dann wieder längere Abschnitte. Erinnerungen, die weiter zurückreichen als die erzählte Zeit, immer rechtsbündig. Das sieht auch optisch gut aus. Und damit ist der Roman mit seinen über 400 Seiten auch recht schnell gelesen.
Ein wenig Straffung, ein wenig Kürzung hätten aber trotzdem nicht geschadet. Im letzten Drittel zieht er sich ein wenig. Die Aneinanderreihung an Hoppalas, vergessenen Dingen, chaotischen Situationen im Leben Wallys bringen die Geschichte nicht weiter voran. Als Leserin hat man an diesem Punkt bereits begriffen, was los ist und wie sie struggelt.
Dennoch, ich habe den Roman gerne gelesen. Abgesehen davon, dass er wirklich toll erzählt ist, lässt er vielleicht auch die eine oder andere Leserin besser verstehen, wie sich ein Gehirn, das etwas anders funktioniert, anfühlt.
Rezensionen von Streiflicht:
Wo ist denn da der Unterschied? von Cornelia Travnicek
Gute Fragen
Schon mal überlegt, was der Unterschied zwischen Krokodil und Alligator ist? Und ob es überhaupt einen gibt? Nase, Schnauze, Pfote, Kralle, Augen, Facettenauge, Wespe, Biene, Adler, Habicht … alles gleich oder doch verschieden? Und was unterscheidet diese voneinander?
Ein wunderbares Buch über die großen und kleinen Unterschiede von mehr als 150 Sachen und Wörtern, die ähnlich und doch verschieden sind.
Mir hat das Buch schon alleine beim ersten Blick auf das Cover Lust aufs Blättern gemacht. Und je mehr Seiten ich gesehen hab, desto interessanter fand ich das Gesamtkonzept und die Idee dahinter.
Gerade mit kleineren Kindern muss man sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch einiges erklären, aber insgesamt finde ich das Buch richtig cool. Die Gestaltung innen ist bunt und ein bisschen chaotisch, für mich persönlich total ansprechend und angenehm. Gerade auch, weil man nicht linear lesen muss und so auch mal was überspringen kann, herumblättern, sich festlesen und wieder weiterspringen kann. Mein Neffe liebt sowas auch, wenn er mal wild blättern kann und einfach die Bilder anschauen. Sobald er selbst lesen kann, werde ich ihm das Buch schenken, noch müssen wir es zusammen anschauen, aber es gibt schon richtig viel, was ihm gut gefällt. Und auch ich konnte noch einiges lernen, das mag ich immer sehr an hochwertigen Kinderbüchern! So macht Lesen Spaß und Lernen ist ganz einfach und geschieht nebenbei. Topp!











