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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nessabo:

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Zugwind von Iryna Fingerova

Ein besonderes Werk über das Leben im Dazwischen

„Zugwind“ ist kein einfaches, gefälliges Werk. Es schwankt wie die Erzählerin selbst zwischen den Welten eines Lebens in Frieden und dem Zuhause im Krieg. Deshalb ist es weniger handlungsgetrieben, manchmal auch nicht stringent, phasenweise durcheinander. Außerdem flicht die Autorin immer wieder Elemente magischen Realismus sowie poetische Sprachbilder in die Handlung ein.

Das sind also einige Dinge, mit denen ich in der Regel nicht so viel anfangen kann.

Doch Iryna Fingerova hat hier mit großer biografischer Nähe ein Werk geschrieben, das mich nicht nur in seinen Bann gezogen, sondern auch emotional ehrlich bewegt hat. Das liegt sicherlich an der klugen Beobachtungsgabe der Autorin sowie dem thematischen Umfang. Fingerova versteht sich darauf, die vielschichtige Ambivalenz einer in der Diaspora lebenden ukrainischen Jüdin abzubilden. Die Schuldgefühle, weil sie selbst in Frieden leben und Freude empfinden darf, während im Heimatland Drohnenangriffe den Alltag prägen. Das Vermissen ebendieser Heimat. Widersprüchliche Gefühle zu ihren russischen Freund*innen. Die zusätzliche Komponente eines Dazwischen nach dem 7. Oktober und dem darauffolgenden Krieg.

Die Autorin bewegt sich politisch dabei auf sehr humanistischem Boden, obwohl sie diesbezüglich sowieso gar nicht so oft konkret wird. Aber ich empfinde ihre Gedanken als in die einzig richtige, nämlich menschliche Richtung gehend. Vielmehr holt sie ihre Lesenden emotional immer wieder nah an das Erzählte heran. Das gelingt ihr auch durch die vielen Erzählungen über ihre Patient*innen. Viele von ihnen sind ebenfalls aus der Ukraine und ihre Geschichten entsprechend divers. Der verzweifelte Versuch eines richtigen, guten Lebens im Falschen eint sie alle - auch wenn die hierfür eingeschlagenen Wege durchaus weit auseinandergehen.

Besonders diese kurzen Behandlungsgeschichten haben mich bewegt. Die Protagonistin ist eine überaus empathische, zugewandte Ärztin, die ihre Patient*innen auch ganz unabhängig von deren Lebensstil oder Anstellungsverhältnis auf Augenhöhe annimmt. Mensch sollte meinen, das sei der Standard, aber wir wissen es alle besser.

Ich habe diese Geschichte überraschend gern gelesen und empfehle sie als eine so wichtige Perspektive in der zeitgenössischen Literatur von Herzen gern. Es ist kein leichtfüßiger Roman, aber das macht ihn noch lange nicht zäh. Iryna Fingerova schafft es, Worte zu finden für etwas so Individuelles und eigentlich Unbeschreibliches. Dabei nimmt sie ihre Lesenden ganz nah mit, sodass ich immer das Gefühl hatte, diesen Weg mit ihr gemeinsam zu gehen. Wer sich darauf einlassen kann, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben.

4,5 Sterne

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Zugwind

Rezensionen von DoraLupin:

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Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama! von Astrid Göpfrich

Lustige Alpaka-Frankenstein-Geschichte

Als Urururenkelin von Dr. Frankenstein lebt Nelly in einem alten Gruselschloss, in dem immer wieder seltsame Dinge passieren. Das ist aber auch schon das Spannendste an ihrem Leben. Denn ihre Eltern sind totale Langweiler und das absolut Letzte, was sie wollen, ist eine weitere Erfinderin in der Familie! Natürlich hält das Nelly nicht davon ab, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen – manchmal auch zum Leidwesen ihrer beiden besten Freunde.

Der zweifelhaften Genialität ihres berühmten Vorfahren kommt sie gefährlich nahe, als sie bei einem Gewitter ein totes Alpaka wieder zum Leben erweckt. Doch damit nicht genug: das Alpaka kann auch noch sprechen! Und es quasselt ohne Unterlass, trinkt am liebsten Kokos-Limetten-Cocktails, ist nervtötend tollpatschig und stellt das Leben der Familie Frankenstein gehörig auf den Kopf!

Mein Sohn und ich sind immer wieder auf der Suche nach lustigen Büchern die uns Spaß machen könnten. Bei diesem Cover waren wir gleich Feuer und Flamme, denn es wirkt etwas skurril aber sehr farbenfroh und cool. Der Schreibstil ist locker und einfach zu lesen und passt sehr gut zur Zielgruppe. Dadurch das die Protagonistin in Ich-Form erzählt, ist man gleich mitten im Geschehen dabei und ist sehr nah an dem Charakter dran. Nelly und das Alpaka sind ein echt tolles Team und versprühen sehr viel Witz, Energie und Spaß! Es macht großen Spaß ihnen bei ihrem Abenteuer zu folgen.

Die Geschichte bleibt die ganze Zeit über spannend und fantasievoll und es wird niemals langweilig. Der Grusel hält sich ebenfalls in Grenzen, deshalb macht das Buch Klein und Groß gleichermaßen Spaß. Sehr cool fanden wir auch die Notizbuch-Einträge von Nelly mit ihren neuesten Erfindungen, die uns regelmäßig zum lachen gebracht haben. Diese Einträge, sowie auch die tollen Zeichnungen im Buch lockern den Buchinhalt immer wieder auf und machen das Buch zu einem tollen Leseerlebnis für die ganze Familie. Gerne empfehlen wir das Buch weiter und freuen uns schon auf den zweiten Teil!

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Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!

Rezensionen von FogandBooks:

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Wenn heute unser Morgen wäre von Sophie Herbst

Zwischen gestern und vielleicht

Wenn heute unser Morgen wäre – Sophie Herbst
Manchmal liest man ein Buch und manchmal trifft es einen so tief, dass es noch lange nachhallt. Wenn heute unser Morgen wäre von Sophie Herbst ist genau so eine Geschichte für mich geworden. Eine, die sich zunächst leise anfühlt. Cozy. Slow Burn. Fast zart.

Und die einen dann mit einer Wucht trifft, auf die man emotional eigentlich nie vorbereitet ist. Für mich sind das ganz klare fünf von fünf Sternen, wenn ich ehrlich bin sogar eher eine zehn von zehn.

Im Mittelpunkt stehen Grace und Calum, zwei Jugendliche, die sich vermeintlich nicht ausstehen können und ausgerechnet gemeinsam ein Musikprojekt entwickeln müssen. Was nach einem typischen Schulsetting klingt, entfaltet schnell eine Tiefe, die ich so nicht erwartet habe. Calum ist ehrgeizig und verschlossen, kontrolliert in allem, was er tut. Ein Junge, der seine eigene Leidenschaft für Musik beiseitegeschoben hat, um den Erwartungen seines Vaters gerecht zu werden. Seit seine Mutter die Familie verlassen hat, fühlt er sich verantwortlich, stark sein zu müssen und zu funktionieren. Und dann ist da Grace, die zunächst warm und lebendig wirkt, aber eine Schwere mit sich trägt, die sich erst nach und nach offenbart. Nicht nur der Verlust ihrer besten Freundin Lou steht im Raum, auch ihr eigener Kampf gegen Krebs wird Teil dieser Geschichte.

Und genau hier verändert sich alles.

Was mich beim Lesen besonders bewegt hat, war die Tatsache, wie jung diese Figuren eigentlich sind. Sechzehn, siebzehn Jahre alt und sie müssen sich mit Themen auseinandersetzen, von denen man denkt, dass sie in diesem Alter niemand tragen sollte. Während des Lesens vergisst man das fast, weil die Geschichte so intensiv ist und emotional so dicht. Erst im Nachhinein wird einem bewusst, wie erschreckend es ist, dass junge Menschen solche Schicksale bewältigen müssen. Und genau darin zeigt sich für mich die Stärke der Autorin. Sie dramatisiert nichts künstlich, sie romantisiert keine Krankheit und sie konstruiert kein Leid für den Effekt. Sie erzählt ehrlich, einfühlsam und unaufgeregt. Gerade dadurch wirkt alles so unglaublich stark.

Die Figuren fühlen sich nie überzeichnet an. Calum ist kein klischeehafter Bad Boy, sondern ein junger Mensch mit Angst, mit Loyalität und mit inneren Konflikten. Seine Entwicklung wirkt organisch und nachvollziehbar. Grace ist stark, aber nicht, weil sie unerschütterlich wäre, sondern weil sie fühlt, zweifelt, lacht und kämpft. Und selbst Nebenfiguren wie Lou tragen die Geschichte mit einer Bedeutung, die weit über einzelne Szenen hinausgeht. Niemand ist bloß Beiwerk. Jede Figur hat Gewicht und jede Beziehung hinterlässt Spuren.

Der Schreibstil ist dabei zugänglich und flüssig, fast leicht, und trotzdem liegt das Gelesene schwer im Magen. Man kommt schnell hinein, man verschlingt die Seiten und dennoch musste ich das Buch immer wieder zur Seite legen, um durchzuatmen und zu verarbeiten, was da gerade passiert. Es ist keine komplizierte, verkopfte Geschichte und doch ist sie tiefgründig. Philosophische Gedanken, leise Zitate und diese ganz großen Fragen nach Verantwortung, Erwartungen und der eigenen Lebenszeit ziehen sich durch das Buch. Man spürt, dass hier Herzblut drinsteckt. Dass es mehr ist als nur eine erdachte Handlung. Es fühlt sich persönlich an und wahrhaftig.

Dieses Buch ist keine leichte Kost. Es tut weh. Es konfrontiert. Man ahnt beim Lesen, dass gewisse Dinge passieren könnten und hofft inständig, dass sie es nicht tun. Und wenn sie dann doch eintreten, sitzt man da und weint. Ich zumindest habe an manchen Stellen wirklich geheult wie ein Schlosshund. Nicht, weil es manipulativ geschrieben ist, sondern weil es ehrlich ist. Weil es die Realität nicht weichzeichnet. Für mich ist Wenn heute unser Morgen wäre eine Geschichte über Liebe, ja, aber vor allem ist es eine Geschichte über das Leben selbst. Über Entscheidungen, über verpasste Chancen, über Mut und darüber, dass Zeit etwas Kostbares ist, das wir viel zu oft als selbstverständlich betrachten.

Es ist eines dieser Bücher, die bleiben. Die nachhallen. Die sensibilisieren. Und genau deshalb würde ich es jedem ans Herz legen, der bereit ist, sich emotional wirklich einzulassen, auch wenn es weh tut.

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Wenn heute unser Morgen wäre

Rezensionen von Ele:

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Die Totenklägerin von Greta Jung

Die Anwältin der Toten

Die Totenklägerin – Nichts ist vergessen, von Greta Jung, 352 S., Lübbe-Verlag
Ein atmosphärischer Spannungsroman.
Mathilda ist Trauerrednerin und auch Anwältin, sie ist bekannt dafür, dass sie für die Toten einsteht und bei Bedarf in ihren Reden auch unangenehme Dinge anzuspricht. Sie fühlt sich als Anwältin, den Toten verpflichtet.

Eines Tages wird sie von der 12jährigen Jackie engagiert, diese vermutet, dass Oma Resi getötet wurde. Bald bemerkt Mathilda, dass beim Ableben der alten Dame so einiges nicht stimmt. Zusammen mit Jackie beginnt sie zu recherchieren. Je näher sie der Wahrheit kommen, desto mehr Abgründe tun sich auf.
Das Buch teilt sich in 30 übersichtliche Kapitel in angenehmer Leselänge und ist aus der Sicht unterschiedlicher Figuren geschrieben, je nachdem kann der Leser die Ansichten von Jackie oder auch Mathilde, direkt verfolgen. Der Plot ist sehr spannend, flüssig und auch emotional. Wichtige Themen, die mich auch sehr beschäftigen werden angesprochen, das Leben in einem Altenheim, Sterbehilfe, Leben auf dem Land, Leben in einem Gebiet nahe der Grenze, Kinderarmut, diese Themen hat die Autorin sehr sensibel behandelt finde ich. Im Anschluss findet sich auch eine kurze Zusammenfassung zum Thema Sterbehilfe. Obwohl ich sonst auf die Haptik eines Buches bei der Rezension nicht eingehe, möchte ich feststellen, dass ich während der Lektüre immer wieder mit den Fingerspitzen die raue Oberfläche des stilisierten Engels auf der Vorderseite ertastet habe, das hat mir richtig gut gefallen, es fühlt sich tatsächlich wie eine Statue aus Stein an.
Interessant wie Mathilda bei ihrer Suche nach der Wahrheit, immer tiefer in die Familiengeschichte von Oma Resi eintaucht, nebenbei erfährt der Leser auch einiges über die Vergangenheit von Mathilda. Dieses Buch ist atmosphärisch sehr dicht. Es sind so viele interessanten Themen die angesprochen und behandelt werden. Außerdem finde ich die Idee – eine Trauerrednerin die auch ermittelt etwas Besonderes. Das ist mir noch nie in meiner Lektüre begegnet, deshalb hoffe ich, dass es von Mathilde, gemeinsam mit ihrer kleinen klugen jungen Freundin Jackie noch ein paar Fälle zu erlesen gibt.
Die meisten Figuren im Buch haben eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Selbst Nebenfiguren, Malika und deren Bruder. Lazlo und Udo. Ich hoffe, dass es da in eventuell weiteren Bänden noch mehr zu erzählen gibt. Natürlich Oma Resi und ihre Töchter, besonders die Familie von Irmgard, das Glashüttenimperium, alles so spannend und interessant. Nicht zuletzt natürlich die Protagonistin Mathilde und die Erzählung über ihre Jugend zusammen mit ihrer Mutter, im Laufe des Buches kommt immer mehr davon zutage. Es hat mich förmlich mitgerissen, mehr zu erfahren. Meine Lieblingsfigur war jedoch Jackie, so ein tolles Mädchen, voller Witz und Lebensklugheit und blitzgescheit, schon allein, weil ich wissen möchte wie es mit ihr weitergeht, wünsche ich mir eine Fortsetzung.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, es war spannend, ich habe mitgefühlt und auch mitgerätselt, habe gelacht und hatte Tränen in den Augen. Ich fand das Buch absolut gelungen und hätte sehr gerne eine Fortsetzung. Wer gerne Krimis liest, in denen es eine gute und schlüssige Handlung ohne unnötige Brutalität gibt, der sollte hier zugreifen. 5 Sterne

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Die Totenklägerin

Rezensionen von Petra Gruber:

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Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek

Wenn das Gehirn anders tickt

Wally ist Mutter, sie hat ein Haus, einen Teilzeitjob, Enten im Garten und immer 1.000 Ideen. Ihr Mann Matthias ist unterstützend, ein Partner an ihrer Seite. Bei ihrer Tochter Vallie wurde ADHS diagnostiziert, das hilft im Umgang mit ihr. Außerdem sollte ihr die Diagnose im Gymnasium helfen. Mehr Verständnis, mehr Zeit für Aufgaben.

Auch Medikamente ließ sie ihr verschreiben.
Wally mag ihr Leben. Aber warum ist immer alles so viel? Warum herrscht immer Chaos? Warum bekommen andere ihr Leben so viel besser gebacken? In Wally ist da so ein Verdacht. Aber sie spricht ihn nicht aus. Auch nicht, als alles zu viel wird. Und damit ist nicht das Hochwasser gemeint, sondern ihr Zusammenbruch.
Dieser Roman besticht vor allem durch seine Sprache. Ehrlich, humorvoll und pointiert erzählt die Autorin mit der Stimme Wallys aus ihrem Alltag. Von Freuden, von Überforderung, von den Gedanken, die im Kopf niemals ruhig sind, von einem Job, der nicht erfüllt, von den Herausforderungen des Mutterseins.
Egal ob neurodivergent oder nicht. Ich denke, das ist etwas, was alle Frauen kennen.
Ich mochte auch den Aufbau. Kurze Kapitel. Oft nur wenige Sätze, dann wieder längere Abschnitte. Erinnerungen, die weiter zurückreichen als die erzählte Zeit, immer rechtsbündig. Das sieht auch optisch gut aus. Und damit ist der Roman mit seinen über 400 Seiten auch recht schnell gelesen.
Ein wenig Straffung, ein wenig Kürzung hätten aber trotzdem nicht geschadet. Im letzten Drittel zieht er sich ein wenig. Die Aneinanderreihung an Hoppalas, vergessenen Dingen, chaotischen Situationen im Leben Wallys bringen die Geschichte nicht weiter voran. Als Leserin hat man an diesem Punkt bereits begriffen, was los ist und wie sie struggelt.
Dennoch, ich habe den Roman gerne gelesen. Abgesehen davon, dass er wirklich toll erzählt ist, lässt er vielleicht auch die eine oder andere Leserin besser verstehen, wie sich ein Gehirn, das etwas anders funktioniert, anfühlt.

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Ich erzähle von meinen Beinen

Rezensionen von Streiflicht:

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Wo ist denn da der Unterschied? von Cornelia Travnicek

Gute Fragen

Schon mal überlegt, was der Unterschied zwischen Krokodil und Alligator ist? Und ob es überhaupt einen gibt? Nase, Schnauze, Pfote, Kralle, Augen, Facettenauge, Wespe, Biene, Adler, Habicht … alles gleich oder doch verschieden? Und was unterscheidet diese voneinander?
Ein wunderbares Buch über die großen und kleinen Unterschiede von mehr als 150 Sachen und Wörtern, die ähnlich und doch verschieden sind.

Mir hat das Buch schon alleine beim ersten Blick auf das Cover Lust aufs Blättern gemacht. Und je mehr Seiten ich gesehen hab, desto interessanter fand ich das Gesamtkonzept und die Idee dahinter.
Gerade mit kleineren Kindern muss man sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch einiges erklären, aber insgesamt finde ich das Buch richtig cool. Die Gestaltung innen ist bunt und ein bisschen chaotisch, für mich persönlich total ansprechend und angenehm. Gerade auch, weil man nicht linear lesen muss und so auch mal was überspringen kann, herumblättern, sich festlesen und wieder weiterspringen kann. Mein Neffe liebt sowas auch, wenn er mal wild blättern kann und einfach die Bilder anschauen. Sobald er selbst lesen kann, werde ich ihm das Buch schenken, noch müssen wir es zusammen anschauen, aber es gibt schon richtig viel, was ihm gut gefällt. Und auch ich konnte noch einiges lernen, das mag ich immer sehr an hochwertigen Kinderbüchern! So macht Lesen Spaß und Lernen ist ganz einfach und geschieht nebenbei. Topp!

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Wo ist denn da der Unterschied?

Rezensionen von Streiflicht:

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Fine und die Linden von Karl-Heinz Nebel

Zauberhafte Geschichte

Schon alleine das Cover hat mich in seinen Bann gezogen und ich wollte die Geschichte von der kleinen Maus Fine unbedingt lesen. Das Mäusemädchen soll ganz alleine das Sommerfest der Tiere im Weizenfeld vorbereiten. Eine große, wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, doch dann geht einiges schief und ein seltsamer Schatten taucht auf … sind es die gefährlichen Ratten, die sich doch noch hereingemogelt haben? Die Spannung steigt und ich …
verrate hier mal lieber nicht zu viel.

Nur das: Es lohnt sich wirklich, dieses wunderbare und warmherzige Buch zu lesen. Dieser Mäusekrimi hat es in sich, wenn am Ende Freundschaft und Mut gewinnen. Und vielleicht ist ja auch noch eine kleine Liebesgeschichte dabei?
Nicht nur für Kinder eine tolle Geschichte aus dem Leben der Tiere auf dem Feld! Gerne mehr davon!

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Fine und die Linden

Rezensionen von MarcoL:

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Wörterbuch einer Nomadin von Volha Hapeyeva

Eine wunderbare Reise durch die Welt über die Kraft der Sprache. Absolut toll!

Selten hat mich ein Buch beeindruckt wie dieses hier. Und kaum wie zuvor war ich lange Zeit ideenlos, wie ich darüber in wohlst wollenden Wörtern schreiben könnte. Kein Roman, kein Sachbuch, kein Essay – es ist einfach eine Sammlung von Gedanken rund um das Thema der Sprache. Und diese Gedanken haben es in sich; nimmt uns doch die Autorin mit auf eine wunderbare Reise durch ihre Welt der Wörter.

Mit vielen eigenen Erfahrungen erläutert sie, was unterschiedliche Sprachen für Schätze bieten können, und wir finden uns in einer spannenden Welt wieder. Schnell entdecken wir, dass möglicherweise die gleichen Wörter in anderen Sprachen ganz eine andere Bedeutung haben können – oder manche Ausdrücke es tatsächlich nur in einer spezifischen Sprache gibt.
Volha Hapeyeva verabsäumt es dabei auch nicht, Bezüge zur Gesellschafts- und Geopolitik zu schaffen – und natürlich vor allem darauf, welche Macht Wörter haben.

S.16/17: „ [...] indem man eine Parallele zwischen Frauen und kleinen Nationen zieht. Beide stehen in einem asymmetrischen Verhältnis zu einer dominanten Macht – Frauen gegenüber Männern, kleine Nationen gegenüber großen oder ehemaligen Imperien. […] Sie haben kein Recht auf Fehler […] Das, was Frauen und kleinen Nationen gleichermaßen betrifft, entspringt ein und demselben System: dem Patriarchat – einer Denk und Herrschaftsordnung, die strukturell Ungleichheit erzeugt und aufrecht erhält.“

Die Autorin, geboren in Belarus, mit Regime und Russlandabhängigkeit bestens vertraut, gibt uns viele interessante Einblicke in die Unterschiede der Linguistik der Nationen und somit Ländersprachen, oftmals direkt im Vergleich zwischen Deutsch und Belarusisch, aber auch die sprachlichen Nuancen im Englischen oder gar Japanischen. Spannend hier auch ein kleiner Auszug über das Wort „Muttersprache“:
S. 104: „Muttersprachler*in oder nativ speaker heißt auf Belarusisch nos'bit movy – was buchstäblich bedeutet: Träger der Sprache. Kein Wort über Mutter oder Heimat, wichtig ist die Handlung, der Prozess, vielleicht denkt man über Sprache nach, wie man über ein Kleid nachdenkt oder einen Anzug.“

S. 105: „Sprache ist Teil der Identität, und verschiedene Sprachen geben uns verschiedene Blickwinkel auf die Welt und uns selbst.“

Sprache und/oder Wörter können sehr mächtig und eine furchtbare Waffe sein, besonders in der heutigen Zeit. Aber auch das Gegenteil ist der Fall.

S.122: „Andererseits kann Sprache selbst zum Ziel der Vernichtung werden. Eine Sprache kann verboten werden (wie es beim Belarusischen lange Zeit der Fall war) […] können zum Linguizid oder zum Sprachentod führen.“

Mich erinnert das auch an das Verbot der Deutschen Sprache in Südtirol ab 1923/24.

Und letztendlich sind auch Sprache und Literatur ein Rettungsanker, besonders in krisengebeutelten Zeiten.

S.130: „Beim Lesen begreifen wir, dass wir nicht alleine sind, dass wir unsere Gedanken und Gefühle teilen können – das bewahrt uns vor der Isolation. Das ist aber auch der Grund, warum Diktatoren und totalitäre Regime so viel Angst vor der Literatur haben oder warum sie sie immer kontrollieren wollen.“(bestes Beispiel dieser Tage die USA).

Eigentlich könnte ich hier jede Seite zitieren, so beeindruckend und toll finde ich dieses Buch mit tausenden klugen Gedanken. Und am beeindruckendsten finde ich die Art und Weise, wie Volha Hapeyeva uns dies alles näherbringt. Allein ihre Sprache ist ein angenehmer Fluss der Wörter, der sanft dahin treibt, uns immer wieder gerne zum Verweilen einlädt, um in den eigenen Reflexionen zu baden wie in einem warmen, klaren See der Erkenntnis.
Ganz große Leseempfehlung – anders kann ich es nicht ausdrücken. Und lest auch die anderen Werke der Autorin. Ihren Roman „Samota“ kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen, genauso wie ihr feines Gespür für die Lyrik.

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Wörterbuch einer Nomadin

Rezensionen von Streiflicht:

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Fritzi Furchtlos von Katja Reider

Gar nicht zum Fürchten

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich die Idee und den Titel so toll fand. Außerdem hab ich schon einige Bücher aus dem Vermes-Verlag gelesen, die mir alle sehr gut gefallen hatten. Nun als Fritzi Furchtlos, die kleine Ziege, die alle in den Wahnsinn treibt, weil sie einfach vor gar nichts Angst hat.

Egal, was die Herde macht, sie fürchtet sich nicht und gefährdet sich und andere. Da beschließen sie, dass sie losziehen muss, um das Fürchten zu lernen. Wird sie das auch schaffen? Das verrate ich nicht, aber ich kann sagen, es gibt es ein wunderbares Happy End.
Ich mag auch dieses Buch wieder sehr, es geht um Freundschaft, Mut und Liebe. Und das in einer wunderbaren Geschichte, die ihre großen und kleinen Leser mit in die große, weite Welt hineinnimmt. Die Seiten sind herrlich und absolut zum Text passend illustriert von Thorsten Saleina, der das Buch damit zu einem kleinen Kunstwerk macht.
Wieder mal ein richtig schönes Kinderbuch mit einer tollen Botschaft. Gerne mehr davon!

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Fritzi Furchtlos

Rezensionen von Streiflicht:

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Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft von Wolf September

Spannender Ausflug nach London

Auf dieses Buch war ich sehr neugierig, weil ich erst kurz vor Weihnachten „Mord unter dem Weihnachtsbaum“ gelesen und sehr gemocht hatte. Da wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht. Erst war ich kurz verwirrt, habe dann aber festgestellt, dass „Mord in bester Gesellschaft“ vorher spielt.

Umso schöner, habe ich die Charaktere noch ein bisschen besser kennengelernt. Zum Beispiel Hunters Mutter, die ich noch nicht kannte, die mich aber begeistert hat mit ihrer unkonventionellen Art.
Die Geschichte war wieder in sich rund und stimmig, auch wenn ich dann doch schon recht früh eine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte. Aber das macht nix, das Lesen hat trotzdem Spaß gemacht.
Gestört hat mich, dass es doch recht viele Tipp- oder Rechtschreibfehler gibt, aber da bin ich tatsächlich auch sehr empfindlich.
Insgesamt ein schönes Buch, das ich wieder gerne gelesen habe. Bin gespannt auf weitere Bände um Hunter B. Holmes, seinen Steven und seine Kollegen. Wieder ein schöner Ausflug nach London!

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Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft